40 ist das neue 30.
In diesem Sinne…
Nürnberg-Blog | Technik, Politik und (digital) lifestyle
In diesem Sinne…
Das es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht, lässt sich besonders gut daran erkennen, dass es großen Konzernen mittlerweile wieder scheißegal zu sein scheint, wie sie mit ihren Kunden umgehen und ob die zufrieden sind. Bestes Beispiel hierfür ist ein negatives Erlebnis, dass wir gestern mit IKEA machen mussten (wieder mal eines, ich habe inzwischen aufgehört, zu zählen).
Gut, man darf sich nicht wundern, dass die Produktqualität teilweise unterirdisch ist – man bekommt, was man zahlt – die Rechnung ist hier zumindest zutreffend, denn man bezahlt bei IKEA wenig und daher darf man auch nicht mit der Qualität rechnen, die man früher einmal dort angeboten bekam.
Aber was sich der schwedische Duzverein IKEA gestern auf seiner Webseite und auch in seinem „Einrichtungshaus“ in Fürth erlaubt hat, schlägt dem Fass den Boden aus.
Am Sonntag sitze ich mit meiner Freundin vor dem Rechner, wir klicken hier und da im Netz, um ein paar Dekodinge für ein Zimmer einzukaufen. Irgendwie kommen wir auf die IKEA-Webseite und entdecken ein gerahmtes Bild mittlerer Größe von einem mir bislang unbekannten Künstler, etwa einen Quadratmeter groß. Den nordisch klingenden Kunstnamen habe ich mittlerweile vergessen – der ist an dieser Stelle auch nicht wichtig.
Wir beschließen, dass das Bild gut aussehen könnte und meine Freundin will baldmöglichst nach Fürth fahren und die Reproduktion kaufen. Wohlgemerkt: Es ist Sonntag, der 16. Januar, und das Bild samt Rahmen kostet laut IKEA-Webseite (nataS rüf kniL niek) 39,- Euro.
Am Montag abend, ich bin nicht zu IKEA mitgefahren, weil ich mir mein Karma nicht versauen will, geht sie also in besagtes „Einrichtungshaus“ in die Abteilung mit den Rahmen und Bildern, um das Objekt der Begierde zu erstehen und – oh Schreck – das Bild soll nun auf einmal 99,- Euro kosten.
„Dass an doch nicht sein“ denkt sich meine Freundin – mit Recht: Es ist schon eine linke Tour, die Kunden mit einem Preis deutlich unter 50 Euro am Sonntag anzufixen um ihnen dann am Montag im Einrichtungshaus einen knappen Hunderter abmontieren zu wollen.
Also schnell hin zum nächsten Verkäufer und nachgefragt, wie denn bitte dieser Mondpreis zustande kommt – so war ihr Plan. Aber das ist gar nicht so einfach, denn in besagter Abteilung waren an diesem Tage Verkäufer rar gesät. Irgendwann verirrte sich dann doch einer dorthin und angesprochen auf den Preis des Bildes paulte er sie an, dass er da nichts tun werde. Sie verlangte nach einem Abteilungsleiter oder Vorgesetzten, der Heckenpenner „Verkäufer“ hatte aber keine Lust, drehte sich um und ging einfach.
Nun ist meine Freundin ruhig und besonnen und sie rief mich kurz am Handy an, eigentlich nur, um mir zu sagen, dass sie kein Bild zu diesem Preis kauft.
Hier muss man deutlich sagen, dass meine Freundin auch in solchen Situationen ruhig und besonnen bleibt und so ist es das Glück dieses Verkäufers, dass er nicht an mich geraten ist. Ich hätte mich dem Bürschchen in den Weg gestellt und ihm vor versammelter Mannschaft die Leviten gelesen, dass ihm Hören und Sehen vergangen wäre.
Nichts desto trotz: Man darf dem Pöbel nicht alles durchgehen lassen. Daher (und weil es im IKEA-Markt auch kaum möglich ist, sich zu beschweren bzw. zu „Entscheidern“ durchzudringen) griff ich zum Telefon, nachdem ich mir die (Festnetz)Nummer der Deutschlandniederlassung – „IKEA Deutschland GmbH & Co. KG“ herausgesucht habe (in solchen Fällen über die Servicehotline zu gehen, hat meines Erachtens wenig Sinn, die Festnetznummer ist nicht ganz einfach zu recherchieren, aber wenn man ungefähr weiß, wo man gucken muss, dann geht das schon). Am Switchboard der Zentale in Hofheim am Tauns meldete man sich brav mit „IKEA Deutschland“ es war aber nur der Wachschutz. Trotzdem, nett und höflich, hat mich dieser Mann mit dem IKEA-Markt in Fürth verbunden, dort wurde mein Telefonat von Herrn K. vom Wachschutz entgegengenommen.
Herrn K. erklärte ich worum es geht und dass ich sofort mit der Marktleitung, deren Stellvertretung, dem Geschäftsführer oder einem andenre Entscheider zu sprechen wünsche. „Alle nicht da“ war die lapidare Antwort. Gut, ich sagte dem Herren vom Wachschutz, dass ich nicht zu seinen average customern gehöre, dass man mich aus Hofheim-Wallau verbunden hatte und dass ich gerne bereit sei, morgen an exakt dieser Stelle mit seinen Kollegen zu eruieren, ob denn wirklich keiner da sei. Plötzlich kam ein wenig Bewegung in die Sache. Die Geschäftsführung sei nicht da, meine Partnerin könne sich ja mal an der Information kundig machen, solche Dinge schlug der Herr Wachtmeister vor – ich habe ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass diese Nummer bei mir nicht läuft. Ich sagte ihm, dass er mir bitte Namen und Kontaktdaten der Marktleitung geben möchte, da sagte er „Dann bekomme ich Ärger.“ Ich habe ihm dann unmissverständlich klar gemacht, dass, sollte nun nichts passieren, er in jedem Fall Ärger bekommen wird – wenn nicht mit seinen Vorgesetzten, dann mit mir (was für ihn wiederum Ärger mit seinen Vorgesetzten bedeutet). Die Aussicht, auf jeden Fall Ärger zu bekommen, motivierte ihn dann doch, die entsprechenden Damen und Herren am „Kundenservice“ zusammenzutrommeln und dort meine Partnerin anzuhören.
Am Rande sein noch angemerkt, dass Herr K. auch meine Kontaktdaten aufnahm und mir noch für den gestrigen Abend einen Rückruf seitens der Marktleitung oder eines Stellvertreters zusagte. Angerufen hat – wen nimmt es Wunder – natürlich niemand.
Der „Kundenservice“ des Fürther IKEA-Marktes gemahnt von seinem Aussehen und auch vom Procedere her an ein größeres Einwohnermeldeamt, die KFZ-Zulassungsbehörde einer größeren Stadt oder das Arbeitsamt. Man kommt dort hin und muss erst einmal eine Wartenummer ziehen, dann ist auf Holzbänken Platz zu nehmen (ich erinnere mich an ähnliche Bänke – auf denen fieberte man in den 1980er Jahren dem Eintreffen des Zuges der Deutschen Bundesbahn entgegen – die Bänke bei IKEA sind ähnlich hart und ungemütlich und man wartet dort gefühlt auch länger als auf einen Zug bei der Bahn – das muss man erst einmal schaffen). Über den Schaltern, an denen die Mitarbeiter IKEAS stehen oder sitzen, hängen große LED-Tafeln, dort blickt man dann immer wieder mal drauf, um zu sehen, welche Nummer gerade „aufgerufen“ ist und um abzuschätzen, wann man wohl drankommen könnte. Woher IKEA die Chuzpe unglaubliche Frechheit nimmt, diese Wartehalle nebst Wartenummern als „Service“ zu bezeichnen, ist mir bis heute nicht begreiflich. Auch meine Freundin ist dort vorstellig geworden, eine Wartenummer hat sie nicht gezogen – wir sind ja nicht im Affenhaus – sondern sie ist gleich vorgegangen und hat nach den genannten Ansprechpartnern verlangt.
Zuerst wurde eine Frau H. vorstellig, sie konnte aber den Preis des Bildes nicht beeinflussen und auch ihne Entschuldigung für das massive Fehlverhalten ihres Mitarbeiters fiel recht mager aus. Nun wurde ein Herr E. zu Rate gezogen, der sich mit einer anderen Nummer aus der Sache herauszumanövrieren suchte:
Er sagte, wir hätten auf der Webseite falsch navigiert – man müsse zuerst auf der Webseite das Produkt anwählen, dann die Verfügbarkeit im jeweiliger Markt vor Ort prüfen und dann bekäme man einen Preis angezeigt, der taggenau für das jeweilige „Möbelhaus“ gelte.
Wie meinen? Ist das deren Ernst? Scheinbar schon, denn die intransparente Online-Auspreisung bei IKEA war schon im vorvergangen Jahr Gegenstand der Presseberichterstattung (und dafür steckte IKEA seinerzeit eine fette Abmahnung ein):
Nach Beschwerden von Berliner Kunden, die im Spandauer Ikea-Haus höhere Preise zahlen mussten als im Internet angegeben, hatten die Verbraucherschützer dem Unternehmen vorgeworfen, gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zu verstoßen. […]Das Möbelhaus will Kunden, die bisher in einzelnen Filialen höhere Preise zahlen mussten als im Internet angegeben, die Differenz nicht erstatten. Es wird voraussichtlich noch etwas dauern, bis die Forderung der Verbraucherzentrale erfüllt wird, sagt die Sprecherin der Ikea-Deutschland-Zentrale Sabine Nold. (Quelle: Der Tagesspiegel)
Der Tagesspiegel subsummeiert also:
Preisdifferenz zwischen Werbung und Angebot: Die schwedische Möbelhauskette Ikea muss die Preisangaben auf ihrer deutschen Website nach einer Abmahnung durch die Berliner Verbraucherzentrale mit großem Aufwand ändern. (ebenda)
Da wissen wir also bescheid: Das Ding mit den unterschiedlichen Preisen ist kein Zufall, kein peinlicher Fehler, keine Unrundheit im System – das Ding mit den unterschiedlichen Preisen ist gewollt und es ist die Masche von IKEA. Es ist eine ausgemachte Schweinerei, die Ihresgleichen sucht!
Ich erkläre das kurz in einfachen Worten: Früher hatte man bewusst falsche Preise auf der Webseite angekündigt, die dann in den Märkten vor Ort nicht eingehalten wurden. Dafür hat sich IKEA eine schallende Ohrfeige in Form einer Abmahnung durch die Berliner Verbraucherzentrale eingefangen. Um nun „sauber“ zu bleiben, wirbt man mit einem günstigen Preis, den man vielleicht online, vielleicht irgendwo anders bekommen kann; um aber den tatsächlichen Preis im Markt vor Ort herauszufinden, muss man bei jedem Artikel diesen Preis für das jeweilige „Möbelhaus“ verifizieren.
Ich darf es frank und frei sagen: Man muss echt verdammt lange laufen, um auf ein noch kundenfeindlicheres Verhalten zu stoßen.
Wie geht es weiter? Mit diesen Tatsachen konfrontiert sagte Herr E. meiner Freundin, er wolle nachprüfen, welcher Preis denn am Vortag (=Sonntag) im Internet stand und wären dort tatsächlich die 39,- Euro ausgewiesen, so würde er den Artikel auch zu diesem Preis hergeben (ob es sich überhaupt lohnt, für eine einfache Repro noch mal bei der Fahrt nach Fürth Sprit zu verdaddeln, sei mal dahingestellt…). Er will sich telefonisch bei uns melden, ich warte mal ab – rechne aber ehrlich gesagt nicht damit.
Was habe ich aus diesem Fall gelernt? Für mich persönlich bleibt folgender Eindruck:
Für mich ist das Thema IKEA schon lange durch – aber es ist doch immer wieder interessant, festzustellen, wie leidensfähig die Masse ist. Ich bin ja selbst durchaus leidensfähig, aber igendwann ist man an einem Punkt angekommen, wo endgültig Schluss ist. Mehr bleibt dazu eigentlich nicht mehr zu sagen.
P.S.: Und bevor ihr jetzt in den Kommentaren sagt: „Es gibt aber leider genug Menschen, die darauf angewiesen sind, billig einzukaufen“ – das stimmt. Aber man muss nicht zu IKEA. Inzwischen gibt es nicht nur in Sachen Qualität Alternativen (Kunststück!, für die Landwirtschaft: Vorgenanntes Wort war Ironie) sondern auch beim Preis.
Zu Jahresbeginn sind allerorts die Energiepreise gestiegen. Nicht erst seit dem versuche ich, Energie einzusparen – mit möglichst geringem Komfortverlust.
Ein Beitrag hierzu kann sein, den Stromanbieter zu wechseln, ein anderes probates Mittel ist, Standby-Schaltungen, die Strom fressen, ohne dass ich davon etwas habe, den Hahn abzudrehen.
Und auch Energiesparlampen kommen in unserem Haushalt vereinzelt zum Einsatz – es gibt durchaus Möglichkeiten, elektrische Energie einzusparen ohne auf Komfort zu verzichten.
Nich ganz so einfach lassen sich Heizkosten einsparen. Der Invest in einen ökonomisch sinnvoll betreibbaren Heizkessel sprengt bei Eigenheimbesitzen nicht selten das Budget und viele Mieter haben hierbei sowieso kein Mitspracherecht. Auch eine anständige Wärmedämmung ist kostspielig und steht nicht jedem zur Verfügung.
Beim Heizen aber kann man sehr gut Geld einsparen und sogar an Komfort hinzugewinnen. Der Invest pro Heizkörper liegt bei überschaubaren 25 bis 30 Euro: Der Einsatz von programmierbaren Heizkörperventilen soll es möglich machen.
Die Idee hinter diesen programmierbaren Ventilen ist einfach und genial: Anstatt den Raum auf eine konstante Temperatur zu heizen., lassen sich mit dem Thermostat mehrere Heizphasen sowie eine Minimal- und Maximaltemperatur, die nicht unter- bzw. überschritten werden soll, automatisch steuern. So kann zu Zeiten, zu denen man bestimmte Räume nicht nutzt, eine weit unter dem Durchschnitt liegende Minimaltemperatur gewählt werden und zu Zeiten, zu denen die Räume genutzt werden, regelt das programmierte Thermostat diese auf ein angenehmes Maß ein.
Ich habe mich nach einiger Recherche für Thermostate des Typs „Rondostat HR 20“ von Honeywell entschieden – dies war ein Preis-Leistungs-Kompromiss. Eigentlich hätte ich gerne ein E-Pro gewollt (das sich via speziellem USB-Stick am Rechner programmieren lässt), das lag aber nicht im Budget.
Meine ersten Erfahrungen sind durchaus positiv. Die Installation der Teile ist einfach – mit einer Rohrzange wird die Überwurfmutter der alten Thermostate gelöst, dann lassen sich diese ganz einfach vom Ventil schrauben. Das Rondostat lässt sich zerlegen – in Bedieneinheit auf der einen und den Zahnradmechanismus auf der anderen Seite. Letzterer wird einfach mit der metallenen (und sehr wertig ausgeführten) Überwurfmutter wieder an die Heizung geschraubt und ggf. mit der Rohrzange stramm angezogen. Fertig ist die Laube (das stimmt zumindest dann, wenn das System der Fa. Heimeier verwendet wird, wer die dänischen Danfoss-Systeme hat, ist auf einen beigelegten Adapter angewiesen, wer Oventrop-Thermostate hat, der muss die Adapter sogar zukaufen).
Die Heizung muss nun aufgedreht und das gemäß der Anleitung programmierte neue elektronische Thermostat aufgesteckt und mit einem Bügel fixiert werden. Wenn man bei einem Thermostat geübt hat, ist das Wechseln der anderen in fünf bis zehn Minuten geschehen.
Ein paar Tipps für alle, die sich ebenfalls mit den Rondostaten ausrüsten, habe ich aber dennoch:
Die Rondostate regeln überraschend präzise und sind dabei erstaunlich leise. Es ist auch einfach, die Programmierung im Bedarfsfall zu übergehen und dann das Thermostat manuell zu steuern. Bislang bin ich mit dem Komfortgewinn sehr zufrieden.
Wie aber sparen?
Der Einsatz eines elektronisch geregelten Thermostatventils eignet sich nur für Haushalte, bei denen bestimmte Räume zu bestimmten Zeiten ungenutzt sind (z.B. wenn man auf Arbeit ist). In diesen Phasen muss nicht geheizt werden. Solche Nutzungsgewohnheiten kann man in der Programmierung hinterlegen – geheizt wird nur zu den typischen Nutzungszeiten. Weiterhin – und das ist in meinen Augen der entscheidende Vorteil – kann man z.B. bereits einige Zeit vor Rückkunft von der Arbeit nach Hause den Heizzyklus starten, so wird vermieden, dass man die Heizung erst einmal voll aufdreht, um es warm zu haben um dann in einem sinnlos überheizten Raum wieder „abzudrehen“. Auch kann man gut und gerne eine Dreiviertelstunde vor dem Schafengehen den Heizzyklus beenden und die „Restwärme“ nutzen. Hieraus resultiert die Ersparnis (und auch daraus, dass man nicht mehr vergessen kann, den Heizkörper abzustellen).
Was sich durch den Einsatz der neuen Thermostatventile tatsächlich sparen lässt, wird die Zukunft zeigen. Der Hersteller verspricht Einsparungen von bis zu 30 Prozent, die Stiftung Warentest geht von Einsparungen von etwa 10 Prozent aus. Wenn diese erzielt werden können, bedeute das bei einem von Fernwärme versorgen Haushalt mit einer Fläche von 100 Quadratmetern aber dennoch knapp 100 bis 150 Euro im Jahr – die Investition amortisiert sich nach einem, maximal zwei Jahren.
Abgesehen von der Sparmöglichkeit bieten die Rondostate einen hohen Komfort. In meinem Arbeitszimmer fasse ich nur selten ans Thermostat, es geht ja alles automatisch. Weiterhin erlebe ich die Regulierung der Raumtemperatur als wesentlich präziser. Das einzige, was nicht wie gewünscht funktioniert, ist die „offene Fenster-Erkennung“: Hier schaltet das Thermostat ab, wenn in kurzer Zeit Temperaturschwankungen registriert werden. Das passiert bei gekipptem Fenster aber nicht – hier wird die Temperatur weiterhin einfach konstant gehalten.
Die Rondostate sind für mich ein sinnvoller Schritt zur Heizkostensenkung. Vieles kann ich in der fernwärmeversorgten Mietwohnung nicht beeinflussen, hier aber steht mir eine sinnvolle und praktische Sparmöglichkeit für überschaubares Geld zur Verfügung.
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*Wem das nicht zusagt, der kann sich alternativ auch funkgesteuerte Thermostatventile mit Fernfühler zulegen. Kostet aber ein Vielfaches.
Ich wünsche Euch, liebe Leser, einen guten Rutsch in ein friedliches neues Jahr voller Gesundheit und Erfolg. Lasst es krachen!
Der Discount-Supermarkt Netto verkauft ab kommenden Montag, den 3. Januar 2011 wieder ein Netbook – diesmal unter der Bezeichnung Q-Book Mini-Netbook zum Preis von 89,98 Euro.
Zu den Spezifikationen schweigt sich der Prospekt, der heute viele Haushalte erreicht haben dürfte, quasi aus – hingewiesen wird lediglich darauf, dass das Gerät über Stereo-Lautsprecher, einen internen Speicher von 2 GB 3 USB-2.0-Anschlüsse, einen SD-Cardreader und W-LAN verfügen soll – laut Beschreibung eigne sich das Q-Book „ideal zum Surfen im Internet, E-Mail abrufen, Musik hören und Videos schauen“.
Eine erste Webrecherche zum vermeintlichen Hersteller „Q-Book“ lieferte auf den ersten Blick keine Treffer, allerdings wird man mit dem Suchbegriff „q-book“ auf etliche 7″-Netbooks stoßen, die unter Windows CE laufen und sich von Spezifikationen deutlich an das Jay-Book 9901 annähern, das Mitte dieses Jahres ebenfalls bei Netto zu einem Preis von 99 Euro angeboten wurde.
Beim Betrachten der Produktabbildung fallen frappierende Ähnlichkeiten zu besagtem Jay-Book 9901 auf: Sowohl die Anordnung der Tasten (und besonders der Sondertasten) entsprechen der des 9901, das selbe gilt für die Anordnung der LEDs auf der Frontseite. Auch das 9901 verfügt über ein 7-Zoll-Display, drei USB-Ports (hier sind aber zwei als USB 1.1. und nur einer als USB 2.0 ausgeführt), einen Cardreader, Stereo-Lautsprecher und W-LAN.
Zwar ist es noch Spekulation, allerdings gibt es deutliche Indizien dafür, dass es sich auch beim Q-Book um ein technisch mindestens ähnliches (wenn nicht gar baugleiches) Gerät zum 9901 handelt.
Bei diesem sind die wesentlichen Merkmale, dass das 9901 mit Win CE ausgeliefert wird, was bedeutet, dass eine Installation von Programmen, die unter XP, Vista oder 7 laufen, nicht möglich ist. Weiterhin werkelt im Gerät ein 300 MHz langsamer ARM-Prozessor, als wirklichen „Flaschenhals“ mache ich aber den 128 MB schmalen Hauptspeicher aus.
Kaufen oder nicht kaufen?
Sollte es sich beim Q-Book um ein dem 9901 ähnliches oder gar baugleiches Netbook handeln, was zwar Spekulation – aber trotzdem wahrscheinlich ist, hinterlässt das Gerät – selbst dann, wenn es das ein oder andere Update erfahren hat – einen ambivalenten Eindruck:
Computer-Einsteigern traue ich mich nicht, dieses Gerät reinen Herzens zu empfehlen, wer ein günstiges Netbook will und bereit ist zu experimentieren (und gegebenenfalls Software manuell zu modifizieren oder gar zu programmieren), der kann hier eventuell ein gutes Schnäppchen machen.
Wer sich den Kauf eines solch günstigen Geräts ernsthaft überlegt, den lade ich ein, dieses Post vom 20. Juni 2010 zu lesen und sich auch die Zeit für die Lektüre der zahlreichen und kompetenten Kommentare zu nehmen. Hier sind die Möglichkeiten und Limitationen solcher Geräte am Beispiel des 9901 sehr ausführlich dargestellt.
Ich kann natürlich nicht mit letztendlicher Sicherheit sagen, dass das Q-Book dem 9901 entspricht – es würde mich aber sehr wundern, wenn dem nicht so wäre.
Bitte merkt Euch in etwa die Spezifikationen des 9901, wenn Ihr Euch das Q-Book bei Netto zeigen lasst und vergleicht. Sollte das Q-Book mit Windows CE 6 betrieben werden und ein Office der Fa. SoftMaker nicht installiert sein/beiligen, wäre das in meinen Augen ein großes Manko.
Ich will versuchen, mir das Netbook am Montag bei Netto anzusehen. Versprechen kann ich das aber nicht. Sollte es klappen, berichte ich.
Jeder Jahreswechsel bringt Neuerungen mit sich. Auf die „globalen“ will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, aber da hier ja doch etliche Nürnberger bzw. Franken mitlesen, kommen hier ein paar Infos zu den wichtigsten Neuerungen der VAG:
Was wir derzeit in Nürnberg mit dem Winterdienst der Stadt, vergeben an den „Servicebetrieb Öffentlicher Raum“ (SÖR) mitzumachen haben, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Der Winterdienst – systematisch kaputtgespart, während andernorts unsere Stadtväter mit vollen Händen das Geld für Prestigeprojekte herauswerfen – funktioniert nicht mehr.
Bevor ich aber auf die katastrophale Situation in Nürnberg zu sprechen komme, muss ich doch einmal von der wirklich unfassbaren Chuzpe einiger Mitglieder des Deutschen Städtetages berichten: Im Infokanal B5 war zu hören, dass man dort ob der gestiegenen Kosten für den Winterdienst darüber nachdenke, den Winterdienst so drastisch zu reduzieren, dass sich die Autofahrer daran gewöhnen müssten, auf geschlossener Schneedecke zu fahren – wie in Skandinavien.
Was würden die Mitglieder des Städtetages wohl sagen, wenn ich ihnen zuriefe, dass sich dann die Kommunen daran gewöhnen müssten, dass wir ihnen für nicht erbrachte Leistungen auch keine Steuern mehr zahlen?
Meint diese selbstherrliche Kommunalpolitiker-Zusammenrottung, wir leben in einer Bananenrepublik?
Zurück nach Nürnberg: Dass der Winterdienst nicht so richtig funktioniert, mussten wir in den vergangenen Jahren bereits beobachten. Aber das eine halbe Stadt zum Stillstand kommt, weil der Winterdienst selbst seinen basalen Sicherungspflichten nicht mehr nachzukommen vermag, ist neu.
Bereits im Lauf des heutigen Tages kündigte sich neuer, heftiger Schneefall in Franken an, gegen 16 Uhr kroch dann auch der Verkehr im Nürnberger Stadtgebiet nur im Schneckentempo. Während es dem SÖR am Hauptbahnhof und Plärrer noch gelang, ausreichend zu räumen und zu salzen, glich das Vorwärtskommen in der Nordstadt einer einzigen Rutschpartie. Sofort auf der Fahrbahn festfrierender Schneeregen tat sein Übriges – es war spiegelglatt. Räumfahrzeuge? Fehlanzeige!
Der Winter in diesem Dezember hält einige Überraschungen bereit: Tauwetter und Schneefall und die daraus resultierende überfrierende Nässe wechseln in ungewohnt schneller Frequenz. Und damit finden wir mitnichten die vom Städtetag antizipierte Situation der geschlossenen Schneedecke vor, sondern matschig-rutschige Straßen, Blitzeis, gefährliche Glätte. Ein funktionierender Winterdienst ist also umso dringender nötig – und doch nicht vorhanden.
Sind schon die Straßen schlecht befahrbar, so ist die Situation auf den Gehwegen für Fußgänger nicht minder gefährlich: Am Freitag, auf dem Weg von der Lorenzkirche zum Hauptmarkt – der Christkindlesmarkt, Stolz der Stadt und Touristenmagnet, findet hier statt – war gerade bei den Steigungen auf diesem Weg gefährliche Glätte zu beobachten, verursacht durch Matsch. Auch spiegelglatte Treppen zu den U-Bahnhöfen musste ich in dieser Woche beobachten. Schnell kann man so stürzen, sich einen Bruch zuziehen, der Stadt aber ist´s scheißegal.
Bereits Anfang Dezember ging in Nürnberg nichts mehr – Autos standen im Stau, der Nahverkehr brach stellenweise zusammen. Und auch heute fuhren auf manchen Linien der VAG keine Busse – wie auch, wenn der Pennerladen SÖR nicht räumt.
Warum aber klappt es mit dem Winterdienst so gar nicht mehr? Beim BR steht zu lesen:
Die Stadt Nürnberg hatte Mitte November beschlossen, beim Winterdienst zu kürzen. (…) Die Stadt Nürnberg hatte die Kürzungen mit den Erfahrungen während des strengen Winters im vergangenen Jahr begründet. Mitarbeiter und Geräte seien damals überlastet gewesen, zum Teil waren Überstunden aus dieser Zeit bis in den Herbst hinein abgebaut worden, andere Arbeiten mussten liegen bleiben. Außerdem sei in Nürnberg zum Teil „übermäßig viel“ gemacht worden, sagte Förther damals dem Bayerischen Rundfunk.
Ok, nun wissen wir bescheid: Es gibt einfach viel zu wenig Personal für den Winterdienst, wenn Überstunden bis in den Herbst hinein abgefeiert werden müssen. Wurde wegen der Erfahrungen mit dem letzten Winter mehr Personal eingestellt? Natürlich nicht. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der SÖR von den zu wenigen vorhandenen Mitarbeitern auch nicht alle ausrücken lässt – denn so viele Überstunden zu schieben, geht ja mal gar nicht. Und dass im letzten Jahr in Nürnberg „zum Teil ‚übermäßig viel‘ gemacht“ worden wäre, war nicht feststellbar. Außerdem ist das kein Grund, in diesem Jahr quasi gar nix zu machen.
Ist die Personaldecke wirklich so dünn? Auf den Seiten des BR liest man:
460 Mitarbeiter waren in den vergangenen Tagen im Großeinsatz. Für eine Räumung der Straßen rund um die Uhr seien jedoch mindestens doppelt so viele Arbeiter nötig gewesen.
Ja, dann stellt diese Leute halt ein, verdammt noch eins! Für das Geld, dass diese nutzlose fahrerlose U-Bahn verschlungen hat, kann man viele, viele Winter exzellent räumen. Und im Bahnjahr der Frau Merkel vom Lokschuppen ins Verkehrsmuseum irgendwelche temporären Dachel bauen, dass ja kein Vogel ihr aufs hochwohlgeborene Haupt scheißen kann, muss auch nicht sein. Es ist ein unumstößlicher Fakt, dass in Nürnberg auf der einen Seite Geld verprasst wird (z.B. für den Delfinfriedhof die Delfinlagune), auf der anderen Seite aber Totalversagen bei der Sicherung von Straßen und Wegen an der Tagesordnung ist.
Danke, liebe Stadträte, dass ihr an eure Prestigepro- und objekte denkt und die Sicherheit der Bürger im winterlichen Straßenverkehr einfach ignoriert – sehr gut. Danke, dass ihr dem Steuerzahler unverholen den blanken Hintern zeigt. Gut zu wissen, dass es euch lieber ist, Transferleistungen zu zahlen, statt Leute in Lohn und Brot zu stellen. Bestens. Wir merken uns das und bei der nächsten Wahl wird dann abgerechnet.
Wer heute tatsächlich den Wunsch hat, noch analog fern zu sehen, der bekommt schön langsam Probleme: Nachdem die terrestrische Abstrahlung bereits in den letzten Jahren durch DVB-T ersetzt wurde, wird nun auch die analoge Signalverbreitung über den ASTRA-Satelliten am 30. April 2012 komplett eingestellt. Damit ist auch der in der Bundesrepublik meistgenutzte Fernsehsatellit bald ausschließlich digital.
Der Analogausstieg beim Fernsehen dürfte überwiegend Freunde haben: Zwar ist bei DVB-T die Bildqualität nicht so gut wie bei der analogen Übertrageng (ein terrestrisch analog übertragener Kanal frisst etwa eine Bandbreite von 9 MBits – diese Qualität, insbesondere bei schnellem Bewegtbild, sucht man bei DVB-T vergeblich), dafür lassen sich deutlich mehr Sender empfangen.
Seit dem Jahr 2000 empfängt man auch über ASTRA und Eutelsat einwandfrei digital – die letzten im Fachhandel aktiv vermarkteten Analogreceiver habe ich 2003/2004 gesehen, es handelte sich um Philips-Boxen in recht einfacher Ausführung. Das Digitalangebot über Satellit ist in den letzten zehn Jahren massiv gewachsen und einfache Digitalboxen kosten heute kaum mehr als seinerzeit die billigsten Analogmodelle. Und dennoch geht man davon aus, dass noch etwa 20 – 25% der Haushalte mit Satempfang ausschließlich analog versorgt werden (lt. InfoSAT).
Wer heute also noch willens ist, analog zu empfangen, der hat eigentlich nur eine Möglichkeit: Das Kabelfernsehen. Kabelfernsehen ist per se eine veraltete Technik, die erst einmal einen Haufen Nachteile mit sich bringt: Erst einmal verursacht es laufend Kosten, eine monatliche Gebühr ist an den Anbieter abzudrücken. Dann ist da das Problem mit der Bandbreite – die ist im Kabel erst einmal begrenzter, als über Sat und schließlich wollen sich die Kabelanbieter noch eine Mark dazuverdienen und bieten neben de, Programm auch Internte/VoIP über den Draht an. Das bedeutet für die drahtgebundenen Digitalkunden in erster Linie erst einmal den Empfang von im Vergleich zum Sat-Direktempfang deutlich datenreduzierten Programmen. Und etliche davon kosten extra.
Derzeit ist via Kabel noch ein relativ gutes Programmangebot empfangbar – aber wie wird das in Zukunft aussehen?
Interessant wird es nämlich nach der Analogabschaltung via Sat auch im Kabel. Bislang wurde das analoge Satellitensignal einfach aufs Kabel umgehoben (besonders bei Gewitter konnte man das gut sehen – da schwammen erst die „Fische“ durchs Bild und wenn dann das Signal zusammenbrach, wurde auf ein Testbild geswitched). Ab 2012 muss nun in den Kopfstationen das digitale Satellitensignal analog auf die Anlage umgesetzt werden – die Kabelnetzbetreiber sind also gezwungen, ihre Kopfstationen umzurüsten, um eine sterbende Technik verfügbar zu halten. Ob sich das rentiert? Ob sie das vollumfänglich machen?
Die Lösung: Jetzt schon in die Zukunft investieren: Weg vom Kabel.
Wer jetzt schon darüber nachdenkt, wie er in einem guten Jahr zu seinem Programm kommt, dem darf geraten werden, jetzt schon vorzusorgen und sich vom Kabel sukzessive zu verabschieden: Wer seine Verträge mit dem Kabelversorger frühzeitig kündigt, hat die Chance, sich „autark“ und kostengünstig mit Fernsehprogrammen zu versorgen. Zwei Möglichkeiten möchte ich hier kurz vorstellen:
DVB-T …
… bedeutet nichts anderes, als sich das TV-Programm „aus der Luft“ zu holen. In Städten wird hierzu neben einer Empfängerbox eine Antenne gebraucht – oft genügt hier schon eine einfache Zimmerantenne. Der Receiver kostet um die 50 Euro, je nach Antenne muss mit Anschaffungskosten zwischen 10 und 35 Euro gerechnet werden. Bereits nach etwa einem Jahr hat sich die Investition amortisiert, dann spart man im Vergleich zum Kabelfernsehen bares Geld.
Die Programmauswahl ist nicht so üppig wie im Kabel, die wichtigsten Sender aber sind zu sehen. Mehrkosten entstehen keine.
Satelliten-Direktempfang …
… ist die Technik der Wahl. Die Programmauswahl lässt das Kabelfernsehen im besten Wortsinne „alt“ aussehen, die Bild- und Tonqualität ist um Welten besser. Auch hier gilt: Eine einmalige Investition ist zu tätigen – laufende Kosten entstehen nicht. Allerdings ist ein gewisser Aufwand für die Installation einzurechnen: Der Sat-Spiegel sollte außerhalb des Gebäudes angebracht werden („versteckte“ Lösungen oder das Betreiben einer Satantenne unter Glasziegeln führt nur selten zum gewünschten Erfolg und bedeutet zusätzlichen Aufwand), die Installation muss Windlasten verkraften und anständig verkabelt werden. Oft ist es sinnvoll, diese Arbeiten durch einen Fachbetrieb durchführen zu lassen. So kann eine Anlage für mehrere Teilnehmer gerne einmal 1000 Euro kosten. Einfache Einteilnehmeranlagen mit Spiegel und Receiver gibt es ab 100 Euro, das noch fehlende Montagematerial ist sehr günstig, die Montage muss dann aber selbst durchgeführt werden.
Eine solche Satanlage amortisiert sich nicht so schnell – aber sie ist wesentlich flexibler als der Kabelanschluss, bringt eine deutlich bessere Programmauswahl und ein hervorragendes Bild.
Wer im Mietverhältnis mit Kabel versorgt ist, sollte auf den Vermieter einwirken, sich vom Kabel zu verabschieden oder bei Umzug darauf achten, dass Satellitenempfang gegeben ist.
Warum kein Kabel?
Über Jahre hieng ich am Kabel, jetzt bin ich wieder im Genuss von Satempfang. Mit dem Kabelanaschluss…
Obwohl die Programmauswahl bei DVB-T geringer ist, kann auch dies Vorteile haben:
Es ist jetzt eine gute Zeit, um sich – sofern möglich – vom Kabelfernsehen zu trennen. Das Kabelnetz, in den frühen 1980er Jahren einstmals sehr modern – ist in die Jahre gekommen. Digitaltechnik wurde ihm immer wieder „angeflanscht“, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein – das rechtfertigt aber nicht die laufenden Kosten.
Gerne binden einen die Kabelanbieter in langen Verträgen. Daher scheint es sinnvoll, sich jetzt von dieser überholten Technik zu trennen, sofern man die Gelegenheit dazu hat.
Wer derzeit sein TV-Programm analog via Sat empfängt, der kann mit geringem Aufwand auf digitalem Empfang upgraden: Meist reicht ein Tausch des analogen Receivers durch einen digitalen. Das kann man selbst tun. Sollte das wider Erwarten nicht funktionieren, weil die Empfangseinheit am Satspiegel zu alt ist (die alten low noise converter, LNC sind hier gerne kritisch), ist auch dieser zu tauschen. Das Tauschteil, ein digitaltaugliches LNB ist günstig nachzukaufen – an der Verkabelung ändert sich in den allerseltensten Fällen etwas. Ein neuer Receiver kostet, je nach Funktionsumfang zwischen 30 und 300 Euro (letztere sind aber Spitzenmodelle mit Festplatte), ein digitaltaugliches Single-LNB für einen Empfänger bekommt man um etwa 30 Euro, Mehrteilnehmer-LNBs für etwa 100 Euro. Beim Umstieg kann man zuerst einmal versuchen, ob ein Digitalreceiver an der vorhandenen Installation funktioniert (gilt nicht für Einkabelanlagen! Hier braucht man einen Receiver, der diese Funktion beherrscht), sollte dies nicht der Fall sein, tauscht der Fachmann das LNC gegen ein modernes LNB. Der Receiver kann behalten und dann genutzt werden.
Die Frage stellen sich Interessierte, Kritiker wie Verfechter des Digitalradios schon länger: Was wird aus DAB? Wird der Nachfolgestandard DAB+ das Projekt digitales terrestrisches Radio in Deutschland retten können oder findet dieser Standard nicht in die Luft und wird das etwas angestaubte DAB dann in näherer Zukunft mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt?
Heute flimmert eine Meldung über den Heise-Ticker, die den Freunden des terrestrischen Digitalradios Hoffnung machen dürfte: Die MediaBroadcasst GmbH, die Betreiberin des DAB-Netzes fand mit fünf privatrechlich organisierten Hörfunkanbietern nun die erforderlichen Mitstreiter und teilte dies heute dem Intendanten des DLF (die drei Programme des DLF Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen werden über DAB verbreitet bzw. DRadio Wissen soll zukünftig über DAB+ zusätzlich verbreitet werden) mit. Damit ist ein wesentliches Erfordernis der KEF erfüllt: Diese wollte – kurz gesagt – DAB+ nicht zu einem rein öffentlich-rechtlichen Projekt machen und hat sich ausbedungen, dass auch die Privaten mitzusenden und mitzuzahlen haben. Mission accomplished!
Heise merkt an, dass DLF und DKultur weiterhin im „alten“ DAB-Format verbreitet werden, lediglich DRadio Wissen soll von den Öffis in MPEG4 senden. Bei DXaktuell kennt man auch schon die Sender des neuen deutschlandweiten Bouquets: Lounge FM (A), Evangeliumsrundfunk, Radio Rauschgold (was auch immer das ist, die wollen AOR machen und sind durch die BLM lizenziert), litera (wie Rauschgold mir ebenfalls gänzlich unbekannt), das Leipziger Webradio 90elf, RemiX Radio (?) und Energy Hamburg.
Ich persönlich freue mich, dass es für DAB weitergeht. Leider bedeutet DAB+ auch für alle, die jetzt ein DAB-Radio haben, dass sie sich i.d.R. einen neuen Empfänger kaufen müssen. Diesen Schritt werde ich definitiv nicht so schnell mitmachen, da ich ja gerade erst eine neue DVB-S-Box gekauft habe und nicht schon wieder Geld für noch ein Radio ausgeben will. Jedem, der jetzt über die Anschaffung eines Digitalradios nachdenkt, mag ich außerdem dringend raten, das Gerät noch nicht dieses Weihnachten unter den Baum zu legen – wir wollen erst einmal sehen, wie schnell das DAB-Netz umgerüstet wird. Laut Heise-Meldung soll das ja schon nächstes Jahr stattfinden (was mir derzeit schwerfällt zu glauben, außerdem ist damit noch nicht gesagt, wie lange es dauert).
Und das neue „Deutschland-Bouquet“? Na, ich weiß ja nicht… Dass ich mir Energy Hamburg reinziehen werde, bezweifle ich eher, Lounge FM und RemiX Radio klingen zumindest hinreichend interessant und was „litera“ bieten wird, zeigt dann die Zeit.
Dass aber die Anforderungen der KEF nach Fristverlängerung taggenau erfüllt wurden, ist schon ein positives Signal.