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Neu: Einbindung der Wetterstation Nürnberg-Rennweg ins Blog

Es ist nicht nur eine spannende Sache, selbst vor Ort erzeugte Wetterdaten einsehen zu können, auch den Einfluss des Klimawandels auf das lokale Wetter mit entsprechenden Daten nachzuvollziehen, scheint mir eine lohnenswerte Beschäftigung. Dazu allerdings bedarf es freilich eines gewissen Equipments – ein quasi unendliches Feld, ein Fass ohne Boden.

Kleine Wetterstationen, die Temperatur, Luftfeuchte, Zeit und Datum zeigen, betreibe ich bereits seit 2004. Es handelte sich hierbei immer um sehr einfache Geräte. Sie waren zudem nie in der Lage, die Daten zu loggen oder digital auszuspielen.

Dieser Tage aber packte mich mal wieder die Bastelwut und so setzte ich einen langgehegten Wunsch in die Tat um und besorgte mir eine kleine und günstige IP-Wetterstation. Meine Wahl fiel auf das Modell WLAN WSC 5-in-1 des Herstellers Bresser. Diese Station gibt es in geringer Varianz auch von anderen Herstellern, die Bresser-Station wählte ich wegen des günstigen Preises von nicht einmal 80,- Euro aus.

Das Funktionsprinzip der kleinen Wetterstation ist recht simpel: Es gibt einen Außensensor, der Temperatur, Luftfeuchte, Regenmenge, Windrichtung und Windgeschwindigkeit erfassen und an eine kleine Basisstation senden kann. Diese Basisstation wiederum ist im lokalen WLAN eingebunden und sendet ihre Daten wahlweise an WeatherUnderground, Cloudweather oder AWEKAS. Prinzipiell lassen sich auch andere Dienste einbinden. Die Verarbeitung und Speicherung der Wetterdaten geschieht dann bei den Diensten.

Bei der Installation dieser Wetterstation gibt es im Wesentlichen nur eine Herausforderung: das sinnstiftende Platzieren der Außeneinheit. Diese sollte möglichst hoch, möglichst frei gen Himmel, möglichst weit weg von wärmeabstrahlenden Gebäuden, betonierten oder anderweitig versiegelten Flächen aufgestellt werden. Dann ist sie nach Norden auszurichten, damit die Windrichtung korrekt angezeigt wird. Diese Aufgabe ist in einer Mietwohnung in der Stadt nicht ganz so einfach zu lösen, aber nach einiger Überlegung war an einem Balkon im obersten Stockwerk des Hauses am Träger eines Vordachs der bestmögliche Standort für die Außeneinheit ermittelt. Da der Träger allerdings vertikal verläuft, musste noch etwas Installationsmaterial besorgt werden. Zur Behebung dieses Problems entschied ich mich für eine große Lösung, einen sogenannten „Z‑Ausleger“ mit einem Rohrdurchmesser von 40 Millimetern und einer Auslegerlänge von 50 Zentimetern (so ist die Außeneinheit von Hauswand und Ziegeldach etwa drei Meter entfernt). Diese Ausleger sind genau genommen Installationsmaterial aus der Antennentechnik und dienen normalerweise zur Anbringung von Satellitenspiegeln an vorhandenen Antennenmasten. Aber das soll ja kein Schaden sein, denn wenn das Installationsmaterial in der Lage ist, der Windlast eines Sat-Spiegels standzuhalten, ist es für die sichere Montage der relativ leichten Kunststoffaußeneinheit gerade gut.

Außeneinheit der BRESSER WLAN-Wetterstation WSC mit 5-in-1-Multi-Sensor

Ist diese Hürde genommen, muss die Außeneinheit die Verbindung zur Basisstation finden. Steht die Verbindung, muss die Firmware der Basis upgedatet und sie dann via WLAN am Netz angemeldet werden – das alles klappt per App und ohne besondere technische Kenntnisse. Nun können die gewonnenen Daten, die auch auf dem Display der Basisstation angezeigt werden, schon in die jeweiligen Wetterdienste eingebunden werden.

Als hauptsächlich verwendeten Dienst nutze ich AWEKAS aus Österreich. Dieses „automatische Wetterkartensystem“ gibt es seit über 20 Jahren und es bietet den Stationsbetreibern und allen Interessierten nicht nur eine sehr umfangreiche Einsichtnahme in alle gewonnenen Wetterdaten, sondern erstellt auch Archive dieser Daten – bis zu zwei Jahre in die Vergangenheit. Zudem ist der gut strukturierte, übersichtliche Dienst für alle Nutzer weitestgehend kostenlos. AWEKAS verfügt über mehr als 14.000 aktive, eingebundene Stationen und ist für Deutschland und Österreich sicher die erste Wahl.

Wesentlich bekannter, allerdings sehr auf die Bedürfnisse des US-amerikanischen Marktes angepasst und leider auch recht unübersichtlich ist Wunderground, also WeatherUnderground mit der bekannten WunderMap. Wunderground ist nicht mein bevorzugter Dienst, dennoch lasse ich die erzeugten Daten auch in diesen Dienst ausspielen. Wunderground verfügt über wesentlich mehr Stationen, als AWEKAS, bei AWEKAS allerdings gibt es eine manuelle, also durch Mitarbeiter durchgeführte Qualitäts- und Plausibilitätskontrolle der Stationen und der von ihnen generierten Daten.

Welche Daten ausgespielt werden, sieht man auf den jeweiligen Unterseiten der Station:

Stationsseite bei AWEKAS

Stationsseite bei Wunderground

Ob ich noch andere Dienste einbinde, muss ich mir zeitnah noch einmal genauer ansehen und überlegen, einfach bespielen ließe sich beispielshalber auch CloudWeather.

Gerade läuft die Station nur eine Woche und damit ist es freilich auch zu früh, ein Fazit zu ziehen. Fürs Erste sehen sowohl die Messergebnisse als auch die Zuverlässigkeit der Datenerhebung und Ausspielung sowie die Aktualisierungsintervalle für ein so einfaches Gerät einwandfrei aus.
Die Zeit wird freilich weisen, wie stabil diese Installation in den nächsten Monaten arbeitet und welche zusätzliche Maintenance noch nötig sein wird.

Test: Kodak EC35 – eine neue Point-and-Shoot-Kamera für Analog-Einsteiger

Schon wieder eine Point-and-Shoot-Kamera im Blog? Ich gebe es unumwunden zu: Diese einfache, im besten Wortsinne unperfekte Art des Fotografierens lässt mich gegenwärtig nicht mehr los. Mit simpler Technik, einer ordentlichen Dosis Zufall und einem Hauch Bildkomposition lassen sich so ästhetisch sehr eigene Bilder schießen, fernab jeder digitalen Perfektion und fernab jedes KI-Fakes.

Nachdem ich ja schon recht ausführlich über die Kodak Star 335, die immer mal wieder gebraucht erhältlich ist, geschrieben habe, ist mir dieser Tage eine recht ähnliche Kamera mit minimalistischer Technik in die Hände gefallen: die Kodak EC35. Sie ist neu zu haben, kostet um die 40,- Euro und wird als Einstiegskamera in die analoge Fotografie vermarktet.

Kodak EC35

Dabei ist die Kodak EC35 gar keine “echte” Kodak, Lizenznehmer der Marke Kodak ist die Firma RETO Project, die mit einfachen Kunststoff-Point-and-Shoot-Kameras auf sich aufmerksam machte. Technisch ist unsere EC35 der RETO Pano, die um die 35 US-Dollar zu haben ist, recht ähnlich. Die Kodak gefällt trotzdem besser, denn das schiebbare Lens-Cover, die Vielfalt der Gehäusefarben und das recht klassische 90s-Design rechtfertigen den nur wenige Euro betragenden Mehrpreis für das Kodak-Modell. Zudem gibt es die EC35 auch als Bundle mit einem Ultramax 400 (24 Aufnahmen) im Bundle.

Blicken wir zunächst einmal auf die technische Seite der Kamera: Das einfache, zweilinsige Kunststoffobjektiv ist mit seiner Brennweite von 25 Millimetern recht weitwinklig und eignet sich daher für die meisten Motive und Szenen im Bereich Street, Party, Reise und Familie. Mit der fixen hohen Blende von f/10 sind quasi alle Bereiche des Bildes immer scharf, besonders lichtstark ist das Objektiv nicht. Die fixe Verschlusszeit von 1/100s ist sicher ein guter Kompromiss, wenn die Szene zu dunkel ist, hat die Kamera ja den Blitz an Bord. Eine Blitzautomatik ist nicht vorhanden, man muss selbst einschätzen, wann man den Blitz einschaltet, und wann nicht. Das hat man sehr schnell raus, die meisten nicht optimal ausgeleuchteten Innenaufnahmen erfordern das Blitzen. Wie inzwischen üblich, wird der Blitz von einer einzelnen AA-Batterie befeuert.
Die Kamera wird, wie bereits erwähnt, mitunter als Bundle mit einem 135er-Kleinbildfilm Ultramax 400 mit 24 Aufnahmen verkauft, dieser Filmempfehlung kann ich durchaus folgen.

Kodak Ultramax 400

Fotografieren: Im Prinzip muss man, neben dem Filmeinlegen, nur einschätzen können, wann man den Blitz einschaltet, den Film weiterdrehen, durch den klaren, optisch sehr einfachen und etwas kleinen Sucher blicken und auslösen, mehr braucht es nicht, um mit der EC35 zu fotografieren. Der Auslöser ist sehr leichtgängig und weich, das ist gut, weil so die Gefahr des Verwackelns der Bilder merklich reduziert wird. Ein etwas deutlicheres mechanisches Feedback wäre manchmal wünschenswert, ist aber letztlich verzichtbar. Angenehm finde ich das verschiebbare Lens-Cover, das im geschlossenen Zustand auch den Auslöseknopf blockiert, so sind Fehlauslösungen in Tasche oder Rucksack ausgeschlossen.
Um die Kamera möglichst kompakt aufbauen zu können, wird die volle Filmpatrone nicht links, sondern rechts eingelegt und der Streifen nach links gezogen. Das ist technisch kein Nachteil, bedingt aber, dass der mechanische Bildzähler auf der Unterseite der Kamera zu finden ist.

EC35 film loading

Die Bilder bekommen durch die einfache Linse eine sehr weiche und dennoch schöne Vignette und einen tollen Retro-Touch. Die besondere Anmutung der Bilder ist ja gerade der Gag bei solch simplen Point-and-Shoot-Kameras. Der Ultramax-Film ist zwischen Farbabstimmung und Korn ein guter Kompromiss, wer will, dass seine Bilder durch gröberes Korn und ein etwas reduzierteres Farbspektrum noch mehr Retro-Touch bekommen, dem empfehle ich, mit dieser Kamera den NC-500 von Wolfen zu verwenden. Mit einer 400er-Empfindlichkeit macht man mit dieser Kamera nichts falsch, 200er gehen auch noch in Ordnung, wenn man bereit ist, konsequent indoor zu blitzen, einen 100er-Film halte ich wegen des doch recht lichtschwachen Objektivs für weniger zweckmäßig.

Zur Haptik kann man nur eines sagen: Plastic fantastic! Alles, was man aus Plastik fertigen kann, ist an dieser Kamera aus Plastik gefertigt. Wirklich alles.
Ein kleines Beispiel gefällig? Bis zum heutigen Tage ist mir noch keine Kamera in die Hände gefallen, die auf eine federnde Film-Andruckplatte, die die exakte Planlage des Films in der Kamera herstellt, verzichtet. Die EC35 hat hier einfach in die Rückwand der Kamera eingeprägte, leicht konkave Führungsschienen – das war’s. Das funktioniert hinreichend, das ist nicht edgy, alles ist so einfach wie möglich gehalten. Diese Einfachheit ist faszinierend und etwas cheap gleichermaßen. Cheap? Der Deckel wird mit einem federnden Kunststoffclip geöffnet und geschlossen gehalten, so wie man das in den 80ern und 90ern bei Batteriedeckeln von Taschenradios machte. Das ist sicher nicht die optimale technische Lösung, funktioniert aber. Dabei ist der Kunststoff insgesamt gut verarbeitet und macht einen ordentlichen Eindruck. Das verwendete ABS ist außerdem verhältnismäßig bruchsicher, wir haben es mit einer sehr robusten Kamera zu tun.

Nicht nur des günstigen Preises, sondern auch der griffigen und stabilen Haptik wegen nimmt man diese Kamera gerne auf Partys und Festivals mit. Wasserdicht ist sie nicht, aber das hätte auch keiner erwartet. Die Kamera ist mit etwas mehr als 100 Gramm Gewicht (ohne Film und Batterie) angenehm leicht und kompakt und liegt ausgezeichnet in der Hand.

Kodak LC35 versus LOMO LC-A

Freilich ist sie, beispielshalber sei hier der Vergleich zur LC-A gezogen, durch den Batterieschacht und den Blitz etwas klobiger. Dennoch empfinde ich sie als Kamera „für immer dabei“ recht griffig und platzsparend. Und seien wir ehrlich: Bei einem Preis von gegenwärtig um die 40,- Euro würde der Verlust dieser Kamera nicht allzu sehr schmerzen, deswegen nimmt man sie gerne auch mal an Orte mit, an denen es rauer zugeht. Und dann muss man einfach nur abdrücken – so entstehen einmalige Aufnahmen. Wenn man drei oder vier Kleinbildfilme durch die Kamera gelassen hat, hat sie sich gegenüber einer Einwegkamera mit Blitz bestens amortisiert.
Ein paar Beispielbilder gibt’s nach dem Break.

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Ein chinesischer Minibeamer für deutlich unter hundert Euro – der mentech Projektor im Test

Vielleicht geht es Euch ja ähnlich wie mir: Einen Video-Projektor (ich rede jetzt mal ganz bewusst nicht von Datenprojektor) wollte ich schon immer, allerdings waren diese Geräte entweder qualitätsmäßig unterirdisch, oder aber klobig, laut, in der Regel bei guter Qualität aber eben vor allem eins: sauteuer. Immer wieder mal habe ich mir billige No-Name-Projektoren chinesischer Provenienz angeschaut, immer wieder bin ich aufgrund der bescheidenen Bildqualität von diesen Geräten abgekommen.

Aber inzwischen hat der technische Fortschritt selbst vor dem niedrigsten Preissegment nicht Halt gemacht. Die Zeiten, in denen ein akzeptabler Beamer nahezu unerschwinglich war und binnen kürzester Zeit neue Leuchtmittel, die zum einen recht kostspielig und zum anderen auch relativ schwierig zu tauschen waren, verlangte, scheinen vorbei – zumindest dann, wenn man bereit ist, gewisse Kompromisse einzugehen. Und weil jüngst im Wirtshaus das Gespräch darauf kam, ob die kleinen und günstigen Beamerchen eine echte Alternative zum Fernseher sind, nutze ich die Gelegenheit und schreibe hier mal meine Erfahrungen nieder.

Ich hatte in den letzten Wochen Gelegenheit, einen Vertreter der „Billigbeamer“-Gattung ausgiebig zu testen, es handelt sich bei meinem Exemplar um ein Gerät der Marke „mentech“, einem Anbieter, der vor allem bei Amazon auftritt und sich durch sein breites Angebot günstiger Zubehörteile für Balkon-Solaranlagen einen gewissen Ruf erarbeitet hat.
Besagte Firma hat hierzulande mehrere Modelle im Angebot, von denen zwei besonders ins Auge fallen: ein günstiges, mit nativer 1080er-Auflösung, das aber recht einfach ausgestattet und daher auch günstiger ist, und ein größeres „HD-Ready“-Modell mit einer nativen Auflösung von 720P mit besserer Ausstattung. Wenn man nach diesen Geräten googelt, muss man gut darauf aufpassen, welches Gerät einem angezeigt wird, denn vermarktet werden beide als “4K”-Projektoren. Ich empfinde das als reichlich irreführend, denn beide Geräte sind weit davon entfernt, 4K projizieren zu können, diese Angabe des Herstellers bezieht sich ausschließlich auf die Möglichkeit, dass diese Geräte 4K-Streams auf ihre jeweilige native Auflösung downscalen können. Relevant ist also allein die native Auflösung – die ist in der Artikelbeschreibung aber recht schnell herauslesbar.
Auch wenn mein Beamer von mentech ist, zahlreiche „Marken“ bieten ein quasi baugleiches Modell zu unterschiedlichsten Preisen an, diese Geräte unterscheiden sich in aller Regel nur durch den individualisierten Startscreen und die Versionsnummer von Android-TV (man sollte mit Verallgemeinerungen ja immer sehr vorsichtig sein und im technischen Bereich können vermeintlich marginale Abweichungen von Modell zu Modell einen durchaus substanziellen Unterschied machen – aber: Wer dieses Review des mentech-Projektors liest und dann ein optisch identisches und technisch zumindest sehr ähnliches Modell kauft, ist zumindest grob über Potenzial und Limitationen dieser speziellen Projektorgattung informiert).

An dieser Stelle wirft sich natürlich die Frage auf, inwieweit es heute noch sinnvoll ist, einen „HD-Ready“-Projektor zu kaufen. Und ich muss ehrlich sagen, dass sich diese Auflösung tatsächlich in Abhängigkeit davon, welches Filmmaterial man anschaut, nicht mehr ganz zeitgemäß anfühlt. Bei fotografischen Darstellungen der Projektionsqualität greifen Rezensenten wie Hersteller gleichermaßen gerne auf Zeichentrickmaterial zurück, weil hier die niedrige Auflösung noch am wenigsten unangenehm auffällt und satte Farben und hohe Kontraste die ein oder andere Unzulänglichkeit der Bildqualität kaschieren. Für die Wiedergabe von DVDs genügt die Auflösung dann auch, aber selbst, wenn man Fernsehbilder an die Wand wirft, kommen einem ob der geringen Auflösung schon erste Zweifel. Und Daten vom Laptop möchte man mit so einem Beamer nur im Notfall projizieren müssen.
Davon ab kann es aber schon spaßig sein, gemeinsam einen Film oder Fußball mit einer entsprechend großen Projektion zu schauen – der Raum muss halt abgedunkelt sein. Dazu aber später mehr.

Das Unboxing: In einer überraschend kompakten Faltschachtel werden neben dem Beamer selbst auch eine Fernbedienung, Netz- und HDMI-Kabel sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung geliefert.
Schnell ist der Projektor ausgepackt und angeschlossen, und es kann losgehen. Bei der ersten Einrichtung ist der Beamer mit dem heimischen WLAN zu verbinden. Dann kann man optional einige Updates für die Apps und das auf dem Gerät installierte Android-System ziehen. Diese Einrichtungsprozedur dauert inklusive der Updates etwa eine Viertelstunde, dann ist der Projektor auch schon einsatzbereit. An der kurzen Updatezeit kann man sehen, dass die Software des Beamers bei der Auslieferung halbwegs auf dem neuesten Stand ist. Bei diesem eingebetteten Android stört es mich auch nicht, dass das relativ antike Android TV 11.0 installiert ist (die auch heute noch aktuelle Version ist Android TV 14, mit einem Update rechne ich für diese Hardware nicht).

Beim Booten des Beamers fällt auf, dass das Bild sofort da ist, der Bootvorgang wird durch das Einblenden einer Animation mit Sound kaschiert. Recht bald befindet man sich auf dem Startscreen, auf dem man default zwischen Netflix, YouTube, dem Mediaplayer, Einstellungen, dem Videoeingang über HDMI… wählen kann.

Das Android-11-System auf diesem Projektor läuft, sehr zu meiner Überraschung, nicht nur angenehm flüssig, sondern ist auch werbe- und weitestgehend bloatwarefrei, es sind halt die Apps gängiger Streamingdienstleister wie Disney+ oder Netflix installiert. Insgesamt überzeugt mich das System wegen seiner guten Performance. Damit hätte ich bei einem so kleinen und günstigen Gerät nicht gerechnet.

Bei den Specs fällt auf, dass Wi-Fi6 mit 2,4/5 GHz und Bluetooth nach dem 5.2-Standard angenehm aktuelle Werte sind. Das halte ich für erwähnenswert, weil beim günstigen Gerätepreis nicht an der Hardware gespart wurde, wohl aber an den Videoeingängen – denn es gibt nun mal einfach nur HDMI. Weder VGA noch analoge Anschlüsse sind vorhanden, abgesehen von einem analogen Audioausgang (3,5-mm-Klinke, Stereo). Das dürfte für die meisten Anwender auch vollkommen ausreichend sein, man muss es nur wissen. Der komplette Verzicht auf analoge Eingänge erklärt sich wohl aus dem Umstand, dass der Beamer Audio aller Quellen auf Bluetooth routen kann, das wäre bei einem analogen Signal sicher nicht unmöglich, aber doch in der Realisierung technisch aufwendig.

YouTube: Um YouTube komfortabel bedienen zu können, empfiehlt es sich, Handy oder Tablet im gleichen Wi-Fi wie den Beamer zu betreiben. Das Screensharing hat bei mir mit dem einmaligen Eingeben des TV-Codes über YouTube einwandfrei geklappt, dabei gibt der Beamer den Zahlencode vor, den man dann ins Handy tippt. Die Verbindung zwischen YouTube und dem Projektor läuft angenehm flüssig.

Kommen wir zum Wichtigsten, zur Bildqualität. Um es vorwegzusagen: Man darf erstens bei der halben HD-Auflösung keine Wunder erwarten (über Sinn und Unsinn dieser Auflösung im Jahre des Herren 2026 habe ich ja eingangs schon ein paar Gedanken formuliert, da kann letztlich nur jeder für sich entscheiden, inwieweit das den eigenen Bedürfnissen entgegenkommt) und muss zudem wissen, dass sich dieser Beamer nur in verdunkelten Räumen betreiben lässt, bei Tageslicht ist die Projektion nicht mehr sinnvoll erkennbar. Wenn man mit diesen beiden Punkten – HD-Ready mit einer nativen Auflösung von 1280x720P und der geringen Lichtstärke, einem Phänomen, das sich bei allen günstigen Beamern beobachten lässt, klarkommt, ist das Teil eigentlich ziemlich cool. Was der Projektor ganz problemlos kann, ist, 4K-Material so flüssig downzuscalen, dass es gut anschaubar ist. Ich habe auch mal 4K-Testbilder durchlaufen lassen, die Schärfe und die Farbtreue gehen dabei absolut in Ordnung.

Rein technisch gesprochen ist eine Diagonale von sagenhaften 3,20 Metern möglich, allerdings um den Preis eines relativ dunklen Projektionsbildes selbst bei nahezu komplett verdunkeltem Raum. Dennoch ein beachtlicher Wert, mit einem am Ende noch immer akzeptablen Ergebnis.

Mit der Bildschärfe hat dieser Beamer aber dennoch seine Probleme (es gibt aber auch eine Lösung!): Der Standbügel erlaubt es, den Neigungswinkel des Projektors in mehreren Stufen zu wählen. Je nach Abstand zur Leinwand/Projektionsfläche und dem gewählten Neigungswinkel korrigiert der Beamer automatisch die Trapezverzerrung und auch die Schärfe – das klappt hinreichend gut und prinzipiell feiere ich dieses Feature auch, denn ich hätte nicht erwartet, dass ein Beamer dieser Preisklasse über einen in Abhängigkeit vom Projektionswinkel und -abstand arbeitenden Autofokus verfügt. Allerdings gelingt es, je steiler der Neigungswinkel ist, in zunehmendem Maße nicht mehr, das gesamte Bild komplett scharf einzustellen. Das mag den sehr einfachen Kunststofflinsen mit ihrem doch eher kleinen Durchmesser geschuldet sein und funktioniert nur dann wirklich zufriedenstellend, wenn der Projektor wirklich kerzengerade zur Mitte der Projektionsfläche aufgestellt wird. Hierzu kann man entweder ein Projektionstischchen verwenden, oder aber der Standbügel des Beamers hat auch ein Stativgewinde (und da der Projektor insgesamt recht leicht ist, ist es auch problemlos möglich, den Projektor auf ein robustes Fotostativ zu stellen). Das Scharfstellen des Bildes wird durch einen jederzeit gut erreichbaren Fokusring erledigt, der mechanisch obendrein gut übersetzt ist – so wird das Scharfstellen des Bildes nicht zum Fingerspitzengefühl abverlangenden Geduldsspiel. Beim Aufstellen des Projektors muss man ein wenig tüfteln, dann liefert das Gerät aber gemessen an seinem Preis überraschend brauchbare Ergebnisse.

Zum Sound: Der Sound des Beamers ist mit dem eingebauten Lautsprecher erwartungsgemäß nicht übertrieben gut, aber immerhin bleibt Sprache halbwegs verständlich. Hält man sich die geringen Dimensionen des Geräts vor Augen, so ist der dünne und blecherne Sound kein Wunder. Um ihn zu verbessern, hat man im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Entweder man schließt über den 3,5 mm Kopfhörer-Klinkenausgang ein Aktivlautsprecherpaar an oder man koppelt per Bluetooth einen entsprechenden Lautsprecher. Letzteres klappt ohne größere Probleme und angenehmerweise auch ohne wahrnehmbare Latenzen.

Lautstärke- und Wärmeentwicklung: Beides hält sich absolut im Rahmen. Freilich ist der Lüfter des Projektors zu hören, allerdings ist dieses Nebengeräusch für so ein kompaktes Gerät absolut akzeptabel, da kennt man echt Schlimmeres. Und auch die Wärmeentwicklung hält sich in eng überschaubaren Grenzen, der Beamer wird selbst nach einer Betriebsstunde bestenfalls handwarm.

Im Lieferumfang befinden sich nicht nur das Stromkabel für 230 Volt (Eurostecker), sondern auch ein HDMI-Kabel. Damit hat es eine Besonderheit auf sich: Beide Stecker der Kabel sind auf einer Seite abgewinkelt. Will man den Beamer auf seinem fest verbundenen Ständer nämlich um 180 Grad drehen, um z. B. ein Bild an die Decke zu projizieren, ist der Abstand zwischen Standbügel und Gerät so gering, dass normale Kabel in dieser Position nicht angesteckt werden können. Man sollte wissen, dass dann auch nur ein sehr flacher und abgewinkelter Stecker in der Kopfhörerbuchse stecken kann – ein solcher ist nicht im Lieferumfang enthalten und es dürfte auch schwer sein, hier ein passendes Audiokabel zu finden.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte über die Verarbeitung verlieren. Die ist, wen wollte es angesichts des niedrigen Preises wundern, freilich eher einfach. Das Gerät selbst besteht aus federleichtem Hartkunststoff, auch die Verarbeitungsqualität der Fernbedienung (ohne die sich der Projektor nicht bedienen lässt) ist ziemlich einfach. Dennoch funktioniert alles und ist zweckmäßig gestaltet.

An dieser Stelle bleibt ein Fazit zu ziehen: Dieser „runde“ Beamer wird freilich nicht nur von mentech geliefert, man bekommt ihn in diesen Tagen regelmäßig von unterschiedlichen „Marken“ bei diversen Händlern angeboten – zu Preisen zwischen 40,- und 100,- Euro. Wer die Angebote vergleicht, sollte unbedingt auf die native Auflösung achten, zudem darauf, nach welchem Wi-Fi und Bluetooth-Standard der Beamer funkt und welche Version von AndroidTV aufgespielt ist.

Unterwegs liefert der Projektor ein akzeptables Bild, das sich bei der Aufstellung durch Zentrieren des Beamers in der Bildmitte hinsichtlich der Abbildungsschärfe noch entscheidend verbessern lässt. Die nicht mehr ganz zeitgemäße „halbe“ HD‑Auflösung taugt zum Film- und Fußballgucken überall dort, wo man ein großes Bild haben möchte. Das in meinen Augen größte Manko dieses Beamers ist die niedrige Lichtstärke, die einen verdunkelten Raum absolut notwendig macht. Wer die Limitationen dieses Geräts kennt und mit ihnen umgehen kann, kann mit diesem Teil dennoch viel Spaß haben.

Monatsrückblick Juli 2026

Der Juli begann mit den Ausläufern einer heftigen Hitzewelle, der Juli endete und der August beginnt mit Hitze. Auch sonst ist viel passiert. Ein paar Links mag ich Euch mit etwas Verspätung gerne hier präsentieren, aber für mehr reicht gerade weder die Zeit noch die Muße. Dennoch: Sommerloch ist anders, ganz klar.

Test: Der Gracioso T7-Mini-Kassettenrekorder. Alles retro oder was?

Ich hätte ja irgendwie nicht gedacht, dass gerade jetzt die gute alte “Compact Cassette” ein so fulminantes Comeback hinlegt. Dass Vinyl nie tot war, ist mir bereits in den 90ern bewusst gewesen und auch meine Bandmaschinen waren nie outdated. Aber Kassetten? Sie unterliegen doch gewissen technischen Beschränkungen, zumal es heute recht schwierig ist, gutes Bandmaterial zu bekommen, nachdem Chromdioxid-Bänder aus Umweltschutzgründen nicht mehr hergestellt werden dürfen. Und auch die Player und Rekorder, das wird dieser Test noch zeigen, sind heute von eher einfacher technischer Qualität. Ungeachtet dessen ist gerade im Indie-Bereich die Kassette wieder ein ernstzunehmendes Release-Medium geworden. Und so ein bisschen retro ist doch auch ganz geil, oder?

Kürzlich hat sich der neueste Streich der Firma Gracioso in meine Hände verirrt: ein recht kompaktes Kassettengerät mit recht charmanter Optik und einem etwas speziellen Funktionsumfang. Das Teil trägt die schlichte Typenbezeichnung “T7”.

Die Firma Gracioso hat sich gänzlich dem Retrotrend, im Speziellen dem Comeback der Kassette, verschrieben. Mit dem Bluetooth-Walkman 311 landete man bei den Tech-Youtubern einen bestens besprochenen Treffer, ist er doch baugleich mit dem hochpromoteten Maxell-Kassettenplayer (und technisch tatsächlich sehr brauchbar, vielleicht finde ich zukünftig mal Zeit, über dieses Teil zu schreiben). Mit dem neuen Modell T7, das ich mir heute genauer anschaue, liefert Gracioso einen Kassettenplayer und Kassettenrekorder, der die alten Tapes nicht nur über Kopfhörer und den kleinen, eingebauten Lautsprecher wiedergibt, sondern auch per Bluetooth empfangene Signale auf Kassette aufnimmt (oder den Raumton mit dem eingebauten Mikrofons) und zudem auch als Bluetooth-Lautsprecher verwendet werden kann. Zum 311er also ein durchaus erweiterter Funktionsumfang.

Geliefert wird der kleine Rekorder in einer unspektakulären Pappschachtel. Zum Lieferumfang gehören neben dem Gerät selbst lediglich eine mehr als rudimentäre Bedienungsanleitung und ein USB-A-zu-C-Ladekabel. Ja, ihr lest richtig, dieser Rekorder verfügt über einen eingebauten Akku (mit einer Nennkapazität von 2000 mAh). Geladen und mit Strom versorgt wird er per USB-C mit einem gewöhnlichen Handynetzteil, auch potentere Geräte mit 2 A Ladespannung funktionieren hier gut. Der Akku ist ein Langläufer, sechs, sieben Stunden kontinuierlicher Betrieb sind problemlos möglich. Das Gerät verfügt über einen kleinen, eingebauten Lautsprecher von recht übersichtlicher Klangqualität und ist äußerst kompakt aufgebaut. Die Formgestaltung des Apparats möchte ich angesichts seiner chinesischen Provenienz als angenehm zurückgenommen und funktional bezeichnen. Für einen Kassettenrekorder ist er angenehm klein und leicht, als Walkman wäre er mir etwas zu bulky – das bedingt aber auch der eingebaute Lautsprecher und der große Akku.

Was das Teil kann, habe ich beschrieben. Nun wird der Rekorder geladen und getestet. Er ist im Handumdrehen einsatzbereit und spielt die ersten Kassetten.

Kommen wir zum Wichtigsten: der Kassettenwiedergabe. Wer solch ein Gerät kauft, wird wohl etliche vorbespielte Kassetten besitzen und deshalb an einer möglichst guten Tonqualität interessiert sein. Bei der Betrachtung der Tonqualität dieses kleinen Geräts darf freilich auch der günstige Kaufpreis von gegenwärtig 39,- Euro nicht außer Acht gelassen werden.
Getestet wurde mit mehreren vernünftig gepegelten Chromdioxid- und Ferro-Bändern sowie vorbespielten Kaufkassetten. Die Wiedergabequalität all dieser Bänder erwies sich als absolut brauchbar.

Im Detail: Sehr viele neue Kassettenplayer mit Aufnahmefunktion leiden an einem Fehler, sie geben das Band in Mono wieder. Der Gracioso-Kassettenrekorder bildet hier eine rühmliche Ausnahme, man bekommt seine Kassetten dankenswerterweise in Stereo abgespielt (der Mono-Lautsprecher ließ ja anderes befürchten und auch Gracioso macht in seiner Produktbeschreibung keine Angaben darüber, ob die Wiedergabe Mono oder Stereo ist). Dabei ist selbst bei sehr kritischem Hinhören und bei leisen Passagen weder ein Übersprechen in den anderen Kanal noch in die Gegenspur feststellbar. Sowohl die tieferen Frequenzen (sofern hörbar, dazu aber später mehr) als auch die Höhen werden sauber und verzerrungsfrei wiedergegeben, der Azimut scheint bei meinem Gerät genauso sauber justiert zu sein, wie die Spurlage des Sprech-/Aufnahmekopfes. Das mag einem selbstverständlich erscheinen, allerdings habe ich etliche neue Geräte zum Testen auf dem Tisch gehabt, die diese Präzision bei Justage und Endabnahme vermissen ließen. Ein sauberer Abgleich und eine vernünftige Endkontrolle kosten schließlich Geld.
Auch die Geschwindigkeit ist sauber justiert und bewegt sich im Toleranzbereich von rd. 3 Prozent. Was sicher nicht verwundern wird, ist, dass Wow/Flutter, also der Gleichlauf, nicht optimal sind. Das liegt an der Verarbeitung der heute diesen Geräten zugrunde liegenden Mechanismen und ist ein Umstand, den man beim Kauf von (auch deutlich höherpreisigen) Neugeräten leider in Kauf nehmen muss. Damit in Zusammenhang steht auch, dass die Bandwiedergabe nicht besonders “schockstabil” ist; trägt man das Gerät umher, leiert das Band in Bewegung deutlich. Als etwas sperrigen Walkman auf der morgendlichen Laufrunde kann man den Gracioso T7 also nur schwerlich einsetzen. Die Klangqualität im Mittel- und Hochtonbereich ist noch passabel, der Tieftonbereich wird unnötigerweise aber doch hörbar beschnitten.

Wenig überraschend neigt der Vorverstärker im Wiedergabezweig zu deutlichem Rauschen, zumindest beim eingebauten Lautsprecher und mit angeschlossenem Kopfhörer. Auch das ist bei Neugeräten keine Seltenheit, auch das ist heute bedauerlicherweise hinzunehmen, auch das hatte man in den 1980er- und 1990er-Jahren technisch deutlich besser im Griff (am Rande: Wer sich fragt, wie man das Eigenrauschen des Geräts vom Bandrauschen sicher unterscheiden kann, da gibt es einen einfachen, in sich logischen Kniff. Einfach keine Kassette einlegen, auf Play drücken und eine mittlere Lautstärke einstellen – voilà!).

Nun folgt ein Blick auf die Aufnahmefunktion. Die begeistert mich generell nicht so sehr, auch hier unterliegt das Gracioso-Gerät einer Limitation, die viele Neugeräte in günstigen Preisklassen aufweisen, nämlich der, dass sie über keinen elektrischen Löschkopf verfügen. Gracioso verwendet hier ebenfalls keinen vernünftigen Löschkopf, der das Bandmaterial sauber löscht, sondern einfach einen wegklappbaren Permanentmagneten. Wurde das zu löschende Band vorher bis nahe an die Sättigung (im Sollwert-Rahmen) magnetisiert, verbleiben Tonreste der alten Aufnahme auf dem Band. Zudem erhöht eine Löschung durch Permanentmagnet das Rauschen. Und dementsprechend suboptimal ist die Qualität der mit dem Greacioso-Rekorder gefertigten Aufnahmen.

Bei Mikrofonaufnahme ist das Signal mono, das Mikrofon ist recht empfindlich, die Aufnahme hat einen hörbar eingeschränkten Frequenzgang mit deutlichen Defiziten im Tiefenbereich und nimmt viel Geräteschall des Laufwerks mit, klingt nasal und neigt zum Zischeln. Zudem ist das Grundrauschen durch den primitiven Bandlöschvorgang und den niedrigen, nicht anpassbaren Aufnahmepegel, verhältnismäßig hoch. Die Mikrofonaufnahme kann nicht überzeugen und ist bestenfalls ein Notbehelf. Eine Anschlussmöglichkeit für eine externe Quelle oder ein Mikrofon gibt es nicht. Ich habe aber ehrlicherweise von einem Gerät dieser Preisklasse auch nichts anderes erwartet, alle Kassettengeräte diesseits der 200-Euro-Marke liefern mehr oder weniger solche ernüchternden Ergebnisse.

Nun verfügt der T7 aber auch über die Funktion, ein empfangenes Bluetooth-Signal auf Kassette aufzeichnen zu können (diese Funktion ist gleichermaßen anachronistisch und wäre ganz cool, würde die Qualität passen).
Per Bluetooth koppelt man den Rekorder störungsfrei unter der Kennung “T7”. Als Bluetooth-Lautsprecher funktioniert das kleine Gerät ganz brauchbar, im Rahmen dessen, was der winzige Lautsprecher eben herzugeben in der Lage ist. Die Aufnahmefunktion ist qualitativ aber kaum besser, als mit dem eingebauten Mikrofon. Rauschig, rissig, ohne Tiefenstaffel, erinnert der Sound an einen alten Anrufbeantworter oder ein Diktiergerät. Das ist ein Gag, aber ernsthaft etwas anfangen kann man damit leider nicht.

Und wie ist die Wiedergabe des Bandes über einen Bluetooth-Lautsprecher bzw. eine Stereoanlage? Ich habe mir den Spaß gemacht und den T7 mit meinem NAD DAC (C658) gekoppelt. Freilich ist es ein unfairer Vergleich, einen 40-Euro-Kassettenplayer mit einem 2k-Euro-DAC zu koppeln, so wird aber wirklich hörbar, was das Teil kann, und was nicht. Ernüchterung? Im Tieftonbereich ja. Da ist der Ton klar beschnitten. Auch die Mitten gehen ein wenig unter, die Höhen sind etwas zu spitz. Und dennoch: Das Ergebnis erfüllt die Erwartungen.
Echtes HiFi-Feeling kommt soundtechnisch nicht auf, die Kassette per se ist technisch in der Lage, deutlich besser zu klingen, als es dieses Gerät ermöglicht und vermuten lässt.

Wozu eignet sich dann der Gracioso T7? Zum ernsthaften Musikhören eher nicht. Auch Aufnahmen will man auf diesem Gerät nicht fertigen. Alte Hörspiele oder Aufnahmen aus dem Radio lassen sich damit aber sehr wohl wiedergeben. Wer in Erinnerungen schwelgen möchte und dazu ein möglichst kleines Gerät mit eingebautem Lautsprecher sucht, das sich auch mit einer Bluetooth-Box oder einem Kopfhörer koppeln lässt, der wird an dem Teil Spaß haben. Seine alten Kassetten digitalisieren kann man damit wegen der zu hohen Dynamikverluste nicht und auf Dauer Musik hören macht damit auch keinen Spaß. Aber hey – das Teil kostet einen Vierziger, why not?
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass er dem 311er klanglich bei weitem nicht das Wasser reichen kann. Da sich beide Konzepte doch recht ähnlich sind, frage ich mich, warum man dem T7 nicht auch das bessere Laufwerk und die aufwendigere Schaltung spendiert hat. Wissen wird das wohl nur der Hersteller. Und damit kann sich der T7 leider auch nicht über die Schwelle des Retro-Gadgets erheben, trotz etlicher guter Ansätze.

Noch bis 17. Juli 2026: Wechselverkehr auf der U1 zwischen Nürnberg und Fürth

Sommerzeit ist Baustellenzeit, leider auch im Nürnberger Nahverkehr. Von heute an bis zum 17. Juli 2026, es war in der Wochenendausgabe der Lokalzeitung angekündigt, besteht auf der U-Bahnstrecke von Nürnberg nach Fürth ein Wechselverkehr mit Umsteigezwang am U-Bahnhof Maximilianstraße. Grund hierfür sind Weichenbauarbeiten im Bereich Eberhardshof.

An der Maximilianstraße müssen Weiterfahrende das Gleis wechseln. Die Züge verkehren theoretisch im 15-Minuten-Takt, was allerdings heute Morgen und auch am späten Vormittag nur mäßig geklappt hat. Wer Termine einzuhalten hat, möge einen Puffer von wenigstens 30 Minuten einplanen. Eine Fahrt von der Frankenstraße zum Fürther Rathaus dauerte heute zur Berufsverkehrszeit etwas mehr als eine Stunde, die Fahrt vom Rennweg zum Fürther Hauptbahnhof etwa 55 Minuten.

Den Nutzern des Nürnberger ÖPNVs ist derzeit das Glück nur wenig hold: Vor zwei Wochen schmolzen die Bitumen-Dehnungsfugen der Straßenbahnschienen im gesamten Stadtgebiet, etliche Strecken sind immer noch nicht nutzbar und durch einen bestenfalls rudimentären Ersatzverkehr abgedeckt. Wer auf den ÖPNV angewiesen ist, muss lange Wartezeiten und häufige Umstiege in Kauf nehmen, wer kann, steigt dieser Tage aufs Auto um.

Einwurf: Die Krankschreibung ab dem ersten Tag führt zu mehr Krankheitstagen

Mitunter ringe auch ich um Worte. Angesichts der neuen „Reform“-Shitshow, die unsere Bundesregierung gerade abliefert, ist das gegenwärtig der Fall. Der neueste Schildbürgerstreich der Koalition: Arbeitnehmer sollen bei Krankheit bereits ab dem ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber vorlegen müssen, die telefonische Krankschreibung soll im gleichen Zug abgeschafft werden. Man kann diese schiere Dummheit kaum fassen.

Beide „Maßnahmen“ sind augenscheinlich Unsinn und ungeeignet, mehr Krankheitstage zu verhindern: Wer die Kranken ab Tag eins in die ohnehin berstend vollen Wartezimmer schickt, fördert nicht nur iatrogene Krankheitsverbreitung (der Patient mit grippalem Infekt steckt im Wartezimmer gleich noch drei andere an, der mit akuter Magen-Darm-Grippe, der mehrmals die Toilette aufsuchen muss, steckt auch noch den Arbeitnehmer an, der nur kurz vor Dienstbeginn lediglich eine Laborkontrolle braucht…), er fördert auch den Präsentismus: Menschen, die trotz Krankheit zur Arbeit gehen, erzeugen in aller Rehel wesentlich höhere Kosten als jene, die ihre Krankheit auskurieren und dann wieder gesund und leistungsfähig an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Als Patient kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass viele Ärzte bei „trivialen“ Infektionen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt eher länger krankschreiben, als es die in ihrem Umfang ja gedeckelte telefonische Krankschreibung zugelassen hätte. Zudem überlegt sich der Patient, ob er sagt, der Arzt möge ihn nur wenige Tage krankschreiben, und, sollte die Erkrankung wider Erwarten nicht abgeklungen sein, er sich ja noch einmal telefonisch melden könne.

Die absolute Mehrheit der Arbeitnehmer ist pflichtbewusst und geht eher mit Symptomen zur Arbeit, als sich krankschreiben zu lassen. Anders ausgedrückt: Die Mehrheit, das ist wissenschaftlich sicher belegt, hat einen triftigen Grund bei Krankschreibung. Die Bundesregierung führt an, die Krankheitstage seien in ihrer Summe angestiegen. Das mag dem einfältigen Betrachter uninterpretierter Zahlen so vorkommen, bildet aber nicht die Realität ab:

Erkältungswellen und rein technische Gründe sind die wichtigsten Ursachen des sprunghaften Anstiegs des Krankenstandes. Keine Rolle spielt hingegen die telefonische Krankschreibung oder vermehrtes „Blaumachen“. (Quelle)

Die elektronische Übermittlung der AU führte zu einem sprunghaften Anstieg der Zahlen, vorher wurden etliche Krankschreibungen einfach nicht gemeldet, obschon sie existierten. Das ist bekannt.

Die negativen Folgen der Reform: ein bürokratischer Mehraufwand für die durch die Einführung der nutzlosen eGK eh schon zeitlich gebeutelten Ärzte und überfüllte Wartezimmer, Kranke, die sich in der Akutphase aus dem Haus schleppen müssen und auf dem Weg zur Arztpraxis in der Straßenbahn noch viele weitere Leute anstecken, längere Krankschreibungen.

Eines muss klar sein: Mit dieser „Reform“ werden die Krankentage ein weiteres Mal signifikant ansteigen. Denn wer sich bislang für einen oder zwei Tage bei seinem Chef krankmeldete, und dann wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrte, war bislang statistisch nicht erfasst. Mit der Krankschreibung ab dem ersten Tag passiert genau das.

Es ist ja nicht nur so, dass unsere Bundesregierung alle Arbeitnehmer in den Generalverdacht der Balanmacherei stellt; mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung stellt sie auch die Ärztinnen und Ärzte unter Generalverdacht, nicht in der Lage zu sein, ausreichend prüfen zu können, ob ein Patient aufgrund von Krankheit arbeitsfähig ist oder nicht. Schwerer beleidigen kann man zwei echte Leistungsträgergruppen unserer Gesellschaft eigentlich nicht. Die, die den Reichtum dieses Landes erarbeiten, ohne daran in gerechtem Maße teilzuhaben, und die, die sich an vorderster Front um die Versorgung und Therapie der Kranken kümmern. Ich bin schier betroffen und entsetzt, mit welcher Taktlosigkeit, bar jeden Wissens, völlig befreit von jeder Intuition und meilenweit entfernt von jedem menschlichen und politischen Anstand Merz die Menschen in diesem Land, denen er eigentlich dienen sollte, mal um mal schlimmer brüskiert.

Ich wiederhole es noch einmal: Mit dieser „Reform“ werden die Krankentage ein weiteres Mal signifikant ansteigen. Was wird dann passieren? Dann wird Merz die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall schleifen, mit Verweis auf die gestiegenen Zahlen. Das hat Merz schon lange vor, auch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ist ein von ihm seit Langem forciertes Projekt.

Dass wir von Friedrich Merz nichts, aber auch gar nichts zu erwarten haben, ist nichts Neues. Keine seiner Entscheidungen hat je zu einer Verbesserung geführt. Er ist nicht nur der unbeliebteste Kanzler in der Geschichte der Bundesrepublik, er ist ganz offensichtlich weder fachlich noch charakterlich zur Amtsführung geeignet. Wir alle wissen das, wir alle schämen uns für diesen Kanzler. Mit hoher Wahrscheinlichkeit führt Merz nun das aus, wozu ihn Döpfner gedrängt haben könnte: die Vorbereitung einer Zusammenarbeit mit der AfD. Das alles war und ist bekannt, war und ist absehbar. Es gibt in diesem bösen Spiel aber noch einen zweiten Player, die SPD. Die macht völlig willen- und rückgratlos mit, lässt sich am Nasenring in der Manege durch den Kakao ziehen, den sie dann, frei nach Kästner, coram publico repulicae lautstark und in großen Schlucken mit offensichtlichem Genuss zu trinken pflegt. Mit sozialdemokratischer Politik hat das nichts mehr zu tun, und es wollte mich nicht wundern, wenn sie diese Manöver politisch auch nicht überlebt. Sie hat aber auch wirklich alles in ihrer Macht Stehende getan, sich verzichtbar zu machen, das merken inzwischen auch langjährig unbeirrbar-unerschrockene SPD-Wähler.

Monatsrückblick Juni 2026

Mit schwül-dunstigem Wetter im gemäßigten Temperaturbereich beginnt der Juni in Nürnberg und Fürth. Die letzte heiße Maiwoche hat gezeigt, wie sehr der Klimawandel auch die Region im Griff hält. Hitzerekorde Ende Mai haben schon eine besondere Qualität. Doch das ist noch gar nichts gegen die historische Hitzewelle, die uns seit dem 18. Juni fest in ihren Krallen hielt. In Franken war die mit unsagbarer Schwüle gekoppelte Hitze stellenweise unerträglich, Rekordhitze stellte sich vielerorts ein. Dazu ein paar Gedanken weiter unten.

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