Monatsrückblick Juli 2026
Der Juli begann mit den Ausläufern einer heftigen Hitzewelle, der Juli endete und der August beginnt mit Hitze. Auch sonst ist viel passiert. Ein paar Links mag ich Euch mit etwas Verspätung gerne hier präsentieren, aber für mehr reicht gerade weder die Zeit noch die Muße. Dennoch: Sommerloch ist anders, ganz klar.
- von „W“-Social hört man auch nix mehr. Der Hype hielt genau einen Tag. Alles klar.
- Spannend: Hans Thomann will klären lassen, ob man die Stratocaster-Form nachbauen darf. Okay, Urheberrecht at it’s absurdest.
- Die Bundesregierung möchte das Auskunftsrecht nach dem Informationsfreiheitsgesetz beschränken. „Abschottung als Prinzip“
- „Shocking European Perspective: How much warmer was it in these countries.“
- RIP, Bonnie Tyler.
- Essay: „Und so taumelt das Land auf die größte politische Krise zu“
- Wenn die AfD an die Macht kommt – was dann? Ein etwas holprig geschriebener Text, aber jedes Wort ist bedenkenswert.
- Goldener Windbeutel: Negativpreis für dreisteste Werbelüge geht an Firma LaVita
- „Warum Lebensmittelskandale schon bald unentdeckt bleiben könnten“
- „Beim Plan der Bundesregierung, die Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen zu verhindern, spielt die SPD eine viel größere Rolle, als bislang bekannt. Sie folgt dem Druck der Immobilienlobby.“
- „Die Berliner Omas gegen Rechts gehen in Schulen, um Erstwähler zum Wählen zu animieren. Die Gespräche seien oft emotional, berichten zwei Aktivistinnen.“
- „Am Mittwoch beschlossen Union und SPD im Innenausschuss die biometrische Live-Gesichtserkennung an Bahnhöfen, Flughäfen und Häfen. Bislang durften Polizeien Kamerabilder nur rückwirkend mit Fahndungslisten abgleichen. Nun soll das in Echtzeit möglich sein – der Albtraum aller Bürgerrechtler*innen, denn dabei werden alle erfasst, die sich dort aufhalten.“
- Langenscheidt kickt Mehrzweckeier aus den Top 10 für das Jugendwort des Jahres. Peinlich.
- „Höhere Steuern und Werbeverbot: Viele Produzenten hoch verarbeiteter Lebensmittel klagen gegen Auflagen. Und behindern so den weltweiten Kampf gegen Übergewicht, kritisiert der WHO-Chef. „
- Bis zum 19. Juli dieses Jahres sind rd. 10.000 Menschen in Deutschland an Hitze gestorben. Damit ist die Hitzewelle, die Ende letzten Monats ihren Peak erreichte, die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland bisher. Das schreibt nur irgendwie niemand gerne.
- Man kann quasi die Uhr danach stellen: Kurz vor Wahlen, bei denen laut seriösen Umfragen nicht die CDU, CSU oder die Nazis die Mehrheit erringen werden, zaubert irgendwer einen islamistischen Terroranschlag aus dem Hut. Der Täter wird schnell gefunden und schnell erschossen, sodass er nichts mehr aussagen kann. Es handelt sich freilich immer um einen Einzeltäter, das weiß man ganz genau, schließlich findet man ein Bekennervideo auf dem Handy des Täters/Bekennerschreiben im Internet… Das Drehbuch ist immer das Gleiche, der Einfluss auf das Wahlergebnis nicht von der Hand zu weisen (Paywall). Die Arglosen glauben den Scheiß, die Konserven glauben den Scheiß, weil sie ihn glauben wollen, und die Hassleute und Nazis glauben den Scheiß, weil sie damit ihr abstruses und permanent durch Realität vom Einsturz bedrohtes Weltbild stabilisieren müssen.
Aber Michi!! Das sind doch Verschwörungstheorien!!1!11!! So etwas kann es doch in unserer wehrhaften Demokratie niemals nicht geben!!1!11!!
Gut, Offensichtliches ist offensichtlich, aber selbst wenn nicht, das Funktionsprinzip ist dennoch gegeben; verwiesen sei an dieser Stelle nur auf Marina Weisbands Video „Stochastischer Terrorismus“. - Zum Monatsende erreichte uns Nürnberger die Nachricht einer sofortigen kommunalen Haushaltssperre. Diese Maßnahme ist, das muss man in aller Klarheit so sagen, ziemlich radikal, kein Kämmerer, kein Bürgermeister würde sie verhängen, wäre sie nicht der letzte Notanker vor dem von der Regierung von Mittelfranken verordneten Zwangshaushalt. Ja, Freunde, so ernst ist die Finanzlage in der zweitgrößten Stadt Bayerns.
Das bedeutet, dass alle Ausgaben, die gesetzlich nicht zwingend sind, erst einmal gestoppt werden.
Alle Ausgaben? Nein. Der sogenannte „kreuzungsfreie Ausbau“ des Frankenschnellwegs wird gegen jede Vernunft durchgezogen, koste es, was es wolle. Und es wird Milliarden kosten (Plural? Ja, seien wir doch ehrlich – der Plural steht hier zu befürchten). Auch die Sanierung des Opernhauses wird realistischerweise mindestens eine Milliarde Euro verschlingen, die Errichtung der Interimsspielstätte mehrere hundert Millionen. Der Stadionumbau? Beschlossene Sache. Ebenfalls mehrere hunderte Millionen Euro. Bringen wird er nichts anderes als eine Schwächung der Leichtathletik. Dann muss noch der U-Bahnhof Plärrer saniert werden, das ist wirklich unausweichlich, gemessen an den anderen Planungen mit 50 Millionen Euro aber auch verhältnismäßig billig. Auch die Wiederinbetriebnahme des Volksbads ist ein enormer Kostenfaktor, das muss man nun aber fertigstellen, alles andere wäre ja rausgeschmissenes Geld. Woran soll denn aber dann gespart werden? Nun, an Sozialem, Kultur und an Personal. Heute ein König.



















