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Warum ich heute keine lonography fisheye mehr kaufen würde.

Mitunter ist es ja ganz interessant, das Innenleben diverser Analogkameras zu studieren. Allzu oft bekommt man diese Einblicke ja nicht und die Reparatur solcher Kameras kann sich sowohl sehr einfach als auch äußerst kompliziert gestalten.

Die Fisheye und die Fisheye 2 von Lomography, letztere ist nach wie vor erhältlich, sind beliebte Fisheye-Kameras, die es zu einiger Verbreitung schafften. Sie waren bzw. sind nicht allzu teuer und liefern eine sehr unique Ästhetik. Aber sie sind nun mal krasse Plastikbomber und nur mäßig gut bis gar nicht reparabel.
Ich habe mir vor ein paar Wochen die Ur-Fisheye auf einem Flohmarkt gekauft. Viel Geld verloren habe ich nicht, die Kamera kostete 2,- Euro und da kann man einen Reparaturversuch wagen.

lomography fisheye (Version 1)

Meine Fisheye hatte gleich zwei Defekte: einen Blitz, der nicht vollständig lädt und damit nicht auslöst. Das lässt sich durch einen Tausch des Kondensators sehr einfach beheben, der Kondensator ist zudem nach dem Aufschrauben auf der leicht Unterseite zugänglich, einfach entlötbar und im Handumdrehen getauscht. Bevor man ihn tauscht, will man die Batteriekontakte überprüfen und nachbiegen und auch mal schauen, ob auf der Platine eventuell einige Kontakte nachzulöten sind (sind alles Durchsteckkontakte). Das sind nämlich ebenfalls bekannte Fehler, wenn der Blitz nicht auslösen mag. Schwieriger ist der hängende Verschluss, den habe ich, um das vorwegzunehmen, auch nicht repariert bekommen.

Orientiert habe ich mich an der Reparaturanleitung der Fisheye 2, denn das Innenleben ist bis auf den externen Blitzschuh und die schaltbare „bulb“-Belichtung (und den Umstand, dass der Sucher halt einfach nicht mit einer Linse bestückt wurde und als separates Plastikteil auf den Blitzschuh gewandert ist) quasi identisch. Mit vier Schrauben ist die Kamera zerlegt, das Innenleben wird einfach nach hinten gezogen und der vorderen Schale entnommen. Dann kullern einem ein paar Teile entgegen: die Federverriegelung des hinteren Deckels, der Batteriefachdeckel und der hintere Deckel sowie der Schalterschlitten nebst Kontakt für den Blitz. Das ist alles kein Problem, diese Teile legt man beim Zusammenbau easy an Ort und Stelle und schiebt die Mechanik wieder in den vorderen Gehäuseteil der Kamera. Warum hatte ich mit dem Shutter keinen Erfolg?

Bei der Kamera verhält es sich nach meinem Verständnis so, dass das Rückschnappen des Verschlusses über eine Feder erfolgt, die mit dem Weiterspulen des Filmes und dem Drehen des in die Filmperforation greifenden Rädchens gespannt wird. Dieses Rädchen scheint der Schwachpunkt der Kamera zu sein. Es ist mir nach Entfernen des Zahnrades nicht gelungen, den Verschluss wieder gängig zu machen. Wenn ich ihn mit dem Schraubenzieher spanne, löst er sauber aus. Setze ich alles wieder zusammen und spanne über das in die Perforation greifende Zahnrad, genügt die Spannung nicht und der Verschluss hängt leider wieder. Mist, da ist nichts zu machen.

Auf dem Foto könnt ihr das Innenleben der Kamera sehen. Sowohl die Verschlusseinheit, als auch alle Zahnräder sind aus Kunststoff – und selbstredend sehr filigran. Es ist also einfach nur eine Frage der Zeit, bis da etwas abbricht, ja, abbrechen muss! Das hat aus meiner Sicht auch etwas mit einigen Filmen zu tun, die einfach nicht mehr so leichtgängig aus den Patronen gleiten, wie das früher einmal der Fall war. Ich hatte mal eine Charge Wolfen NC-500, da war die Filmpatrone aus Kunststoff, da sind sogar Motorwinder dran krepiert. Andere Filme lassen sich ebenfalls nicht mehr so leichtgängig aus den Patronen entnehmen, da diese gerne auch mal recycled werden und einfach nicht mehr so glatt laufen. Hatte ich nicht nur bei kleinen, handkonfektionierten Filmen so, sondern z. B. auch bei Wolfen. Damit sind die filigranen Räder aber auch einer höheren mechanischen Belastung ausgesetzt und verschleißen schneller.

Ich will jetzt nicht geplante Obsoleszenz unterstellen, für meinen Teil lasse ich aber die Finger von dieser Art Kamera, ganz einfach, weil hier eine deutliche Schwachstelle einfach augenfällig ist.

Monatsrückblick September 2026

Und wieder einmal ist der Monatsrückblick nicht nur verspätet, sondern auch kurz. Das muss so, schließlich waren wir zwei Wochen im Urlaub – und im Urlaub genieße ich den Luxus, nicht zu bloggen (und manchmal gänzlich offline zu sein). Ein paar Dinge sollen dennoch angemerkt sein, dazu auch einige kurze Einlassungen zu den Wahlen. Viel Spaß also auch mit diesem kleinen Monatsrückblick.

Wie gut sind die analogen Fotolaborleistungen vom dm-Drogeriemarkt?

Wie haltet ihr es, liebe Analogies, denn mit dem Fotolabor? Gebt ihr Eure Filmpatronen in ein Speziallabor vor Ort, schickt ihr sie bei einem Online-Dienstleister ein oder steckt ihr Euren belichteten Film einfach im nächsten Drogeriemarkt in eine Papiertasche und lasst ihn dort entwickeln?
Ich muss ja ganz ehrlich sagen, dass ich in aller Regel zu letztgenannter Spezies gehöre und zumindest alle 135er-Farbfilme (also die klassischen 35-mm-Kleinbild-Filme, Dia mache ich nämlich gar nicht) einfach im nächsten dm-Drogeriemarkt abwerfe. Und über meine Erfahrungen mit deren Labordienstleistungen möchte ich in diesem Artikel berichten.

Welche Foto- und Laborleistungen bietet dm?

Zuerst einmal ein paar Anmerkungen, wie ich die Fotodienstleistungen von dm im Allgemeinen erlebe: Bei vielen Prozessen bedient sich dm des Dienstleisters cewe in Oldenburg. Das Großlabor stattet nicht nur die Drogeriemärkte von dm, Rossmann und Müller mit Terminals aus, sondern wickelt auch in deren Auftrag das Laborgeschäft ab. Die Fotomarke von dm heißt neuerdings „dm Foto“, früher „Fotoparadies“. Größere dm-Märkte führen neben den Terminals und der Abholschublade auch eine kleine Anzahl anderer Fotoartikel, darunter einige interessante 135er-Filme (z.B. Kodak Gold, den beliebten Agfa APX s/w-Kleinbildfilm und auch einen meiner persönlichen Lieblingsfilme, den Wolfen NC-500, der mit einer ISO von 400 nicht nur angenehm lichtstark ist, sondern auch im C41-Prozess ein angenehmes Retro-Farbspektrum und recht grobes Korn liefert, ein toller Film), gängige Batterien und ein kleines Sortiment Knopfzellen, Einwegkameras, Fotoalben und Bilderrahmen … Spezialartikel wird man bei dm wohl nicht finden, aber in Anbetracht dessen, dass analoge Fotorafie trotz des Hypes der letzten Jahre immer noch absolut nischig ist, ist das Sortiment angenehm breit.

Im Bereich der analogen Labordienstleistungen wird eigentlich alles im Bereich Kleinbild angeboten: Entwicklung und Ausbelichtung von s/w, Kleinbild (C41) und Dia, Abzüge sowie die Digitalisierung von Super 8/8mm-Film sowie VHS, Hi-8 und Mini-DV auf DVD-R. Auch klassischer 120er-Rollfilm, Crossprocessing & Co. sollen gehen, Preise sind aber nicht angegeben und individuell per Mail zu erfragen. Das habe ich freilich versucht, um hier ein Ergebnis präsentieren zu können, doch per Mail bekam ich lediglich die Antwort, mich auf den analoge Produkte betreffenden Unterseiten der dm-Foto-Webseite umzusehen. Im Digitalbereich bietet dm quasi alle Produkte des cewe-Portfolios an, darunter neben klassischen Abzügen auch die bekannten Fotobücher, Tassen, Schlüsselanhänger…

Und wie läuft das ab?

Wer einen belichteten Film bei dm abgeben möchte, der nutzt im Markt dazu die klassische Papier-Fototasche. Mit Kuli  wird auf der Tasche die gewünschte Dienstleistung in Checkboxen abgehakt und der Film eingesteckt und in eine Art Briefschlitz im Markt eingeworfen, nachdem man den vorgestanzten Abholzettel von der Tasche abgerissen und mitgenommen hat. Dieser Abholzettel dient nicht nur der Identifikation, man kann mit der aufgedruckten Nummer auch den Auftragsstatus auf der Webseite von dm-Foto tracken.
Auf den Fototaschen fehlt inzwischen das Hinweisfeld. Ich habe noch keine Erfahrungen damit gemacht, was passiert, wenn man dennoch etwas dazunotiert, in der Community wurde aber berichtet, dass Hinweise wie „crossprocessing“ oder „push +1“ tatsächlich ausgeführt werden. Ob das immer so ist und verlässlich funktioniert, kann ich aber aus persönlicher Erfahrung nicht bestätigen.

Was kostet der Service?

Die Standardlabordienstleistungen von dm sind recht günstig: Die Entwicklung eines Farb-Kleinbildfilms oder Diafilms kostet 2,95 Euro, bei s/w-Kleinbildfilmen kostet sie 2,55 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Abzüge. Im Format 9 x 13 sind das auf Standardpapier je Abzug 5 Cent, bei Premiumpapier 9 Cent, im Format 10 x 15 auf Standardpapier 8 Cent und Premiumpapier 15 Cent. Weitere angebotene Formate sind 11 x 17 (glänzend, 17 Cent) und 13 x 18 (glänzend, 18 Cent, Stand aller Preise ist der September 2026). Alle Preise sind transparent auf der Fototasche vermerkt, es liegen zudem Flyer mit der Preistabelle aller analoger Laborleistungen aus.

Bekommt man auch Scans seiner analogen Bilder?

Ja, dm bzw. das cewe-Labor bietet, wenn man einen 135er-Film zur Entwicklung gibt, die kostenlosen Scans der Negative zum Download an. Das ist für mich auch einer der Hauptgründe, den relativ langsamen, dafür aber günstigen Dienst weiterhin zu nutzen.

In der papiernen Entwicklungstasche ist neben den Negativstreifen und einem Indexprint sowie den Abzügen selbst auch ein kleines Blatt mit den aufgedruckten Zugangsdaten, mit dem sich die gescannten Bilder abrufen lassen, beigelegt. Die Scans sind gar nicht schlecht, gemessen am Farbspektrum des verwendeten Films scheinen sie mir sehr neutral.

Ein Bild hat die Auflösung von etwa 1024 × 1536, also mithin knappe 1,6 Megapixel. Das klingt jetzt erst einmal nicht so prall, aber wenn man eine Druck- bzw. Belichtungsauflösung von 300 dpi zugrundelegt, so entspricht dieser Wert ziemlich genau einer Größe von 8,7 cm x 13 cm. Man kann also sagen, dass man seine Bilder, wenn man das Format 9 × 13 bestellt, mit 300 dpi ausbelichtet und gescannt bekommt, ein für mich absolut hinreichender Wert.

Der digitale Download der Bilder des Laborauftrags, das möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, ist übrigens im Preis inbegriffen, verursacht also keine Mehrkosten. So kam ich bislang um die Anschaffung eines Negativscanners, die ich immer mal wieder überlegt habe, herum (Negativscanner sind, wenn sie was taugen, recht teuer; man kann seine Negative hilfsweise auch mit Stativ, Leuchtpult und Makroobjektiv selbst „scannen“, indem man sie abfotografiert und dann per Plugin entsprechend nachbearbeitet, das ist aber sauaufwendig). Bis zu sechs Wochen nach Auftragsabwicklung stehen die Bilddaten im JPG-Format zum Download bereit.

Wie funktioniert das technisch?

Diese Info habe ich nicht von dm oder cewe, sondern von einem hiesigen niedergelassenen Fotohändler, ich denke aber, dass er damit absolut recht hat: Der Film wird ganz normal im chemischen Prozess entwickelt. Belichtet werden die Fotos aber nicht mehr analog, sondern digital. Dazu ist freilich der Zwischenschritt notwendig, die Negative zu scannen, also zu digitalisieren. Ausbelichtet wird auf denselben Maschinen, auf denen auch die digitalen Aufträge produziert werden. In der Abwicklung ist das wesentlich einfacher und kostensparender, als das Negativ tatsächlich direkt aufs Fotopapier zu belichten, wie man das früher gemacht hat. Hinter jedem Abzug steht also selbst bei analogem Kleinbildfilm ein digitaler Zwischenschritt. Die Daten, die in diesem Zwischenschritt anfallen, werden dem Kunden zum Download angeboten. Das ist ein äußerst dankenswerter Umstand und für viele Kunden ein echter Mehrwert. Man sollte übrigens nicht meinen, dass in kleinen Laboren, die handwerklich arbeiten, das Fotopapier vom Negativ analog belichtet wird, das ist selbst dort mit zu viel Aufwand verbunden. Wer das möchte, muss in einem Fachlabor einen teuren Auftrag anstoßen.

Wie lange dauern die Entwicklung des Films und die Abzüge?

Jetzt komme ich zum einzig wirklich kritischen Punkt – der Dauer. Um es vorwegzunehmen: cewe arbeitet recht schnell, innerhalb von ein paar Tagen. Das Nadelöhr sind nach meinem Dafürhalten die dm-Märkte. Nach einigen Versuchen in unterschiedlichen Märkten Nürnbergs und Fürths kann ich sagen, dass bei mir die Dauer von der Abgabe der Filme bis zur Abholbereitschaft im Markt leider nie unter 14 Kalendertagen gelegen hat. Man kann, wie bereits erwähnt, ja mit der Nummer, die auf der Lasche der Fototaschen aufgedruckt ist, den Auftragsstatus nachvollziehen. Das habe ich bei den letzten Aufträgen spaßeshalber täglich gemacht und musste feststellen, dass unterschiedliche Märkte die Bilder erst nach sieben bis zehn Kalendertagen zum Labor geschickt haben. Auch eine Zeitspanne für den Rücklauf muss man ja einrechnen. Solange der Film im Markt herumliegt, funktioniert das Statustracking übrigens nicht und wirft einen Fehler aus. Vielleicht mag es hin und wieder schneller gehen, ich selbst bin in diesen Genuss aber noch nicht gekommen.

Wie ist die Qualität der Bilder?

Wenn es sich um Bilder im klassischen Seitenverhältnis von 36 mm × 24 mm (3:2) handelt, dann ist die Qualität top! Die Abzüge sind präzise beschnitten, sowohl die Papierbilder als auch die Scans geben Farbspektrum und -temperatur des verwendeten Films ausgezeichnet wieder. Hier liefert cewe konstant makellose Qualität. Man muss schon verdammt hohe Ansprüche haben, um mit den Ergebnissen nicht zufrieden zu sein.

Kodak Gold 200, LOMO LC-A

Und selbst, wenn das Filmmaterial aus irgendwelchen Gründen beschädigt ist, versucht man, im Labor alles aus den Aufnahmen herauszuholen. Einen Film habe ich mal in der LC-A „überdreht“ und beim Versuch, den so verleilten Film zurückzuspulen, unten quasi die ganze Perforation rausgerissen. Damit kann dieser Film nicht mehr automatisch verarbeitet werden. Das Labor konnte den Film aber nicht nur retten, das Ergebnis war dennoch absolut super – und das alles ohne Aufpreis!

Ausgerissene Perforation bei einem 135er-Kleinbildfilm. Der Film wird am Stück auf Rolle geliefert.

Anders sieht es aus, wenn aus irgendwelchen Gründen von diesem Standardformat abgewichen wird, so zum Beispiel bei Half-Frame-Belichtungen. In Abhängigkeit von der Güte der Abstände zwischen den halben Belichtungen, klappt das mit dem Belichten zweier Bilder auf einem Papier relativ gut (Olympus Pen, Kodak Ektar H35) oder auch nur mäßig (Lomography Diana mini). Hier wurden mehrere Bilder beschnitten, weil die Abstände eben nicht stimmten. Hier hängt es also von der Genauigkeit des Filmtansports in der Kamera ab.

AgfaPhoto APX 100 s/w, Lomography Diana Mini, half frame-Modus

Zusammenfassend: Wer 135er-Kleinbildfilme im normalen C41-Prozess entwickeln lassen möchte, der ist bei dm-Foto gut bedient. Die Laborleistungen sind preiswert, ich habe immer super Qualität erhalten und auch um „Problemfälle“ kümmert man sich adäquat. Man muss für Versand und Rückversand vom und zum Drogeriemarkt einiges an Zeit veranschlagen. Das Processing geht recht flott, aber von der Einlieferung zur Abholung muss man mindestens 14 Tage einrechnen. Wer so lange warten kann, macht bei dm einen guten Schnitt.

Merz muss weg. Sofort.

Es kann mit dem Kanzler der Schande und der zweiten Wahl nicht mehr weitergehen. Er ist nicht mehr zu halten und er ist zu einer so unendlich schweren Bürde für unser Land geworden, dass wir seine Kanzlerschaft nicht mehr akzeptieren können. Es kann mit Friedrich Merz nicht weitergehen, es darf mit Friedrich Merz nicht weitergehen.

Der Schaden, den er in seiner kurzen Amtszeit seiner Partei bereitet hat, ist groß, der Schaden, den er politisch angerichtet hat, ist immens (dieses Land wird unter den Folgen seines politischen Versagens noch Jahrzehnte zu leiden haben), der Schaden, den die Demokratie durch Merz genommen hat, ist unermesslich.

Seine gestrige Rede nach der Wahl war ein Affront gegen alle Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, eine schwere Beleidigung für alle Demokraten und eine astreine Unverschämtheit.

Die Quittung für sein leider ausnahmsloses Versagen (und wirklich ausnahmsloses Versagen ist selbst in der Politik ein sehr seltenes Phänomen) hat er gestern bekommen: Knappe zehn Prozent Wählerstimmen verlor seine CDU gestern in Berlin, in Mecklenburg-Vorpommern ist sie krachend aus dem Landtag geflogen und mit dem gestrigen Wahlabend in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die ehemalige Volkspartei CDU rangiert bei den Wahlergebnissen unter „Sonstige“. Lachender Profiteur und Sieger des politischen Versagens Friedrich Merz‘ ist eine rechtsextreme, russlandtreue Partei. Sie ist gerade im Begriff, die einstmals konservative CDU zu beerben und diesem Erbe einen faschistischen „Twist“ zu geben.

Die CDU ist keine Volkspartei mehr. Nicht mehr imstande zu sein, Mehrheiten zu organisieren, ist das eine, erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik aus einem Landesparlament zu fliegen, ist das andere. Seit der Deutschen Einheit hat die CDU, eine Partei alter und sehr alter Menschen, 52 Prozent ihrer Mitglieder verloren. Die Zustimmungsergebnisse unter jungen Wählern sind kein Fiasko mehr, sie sind ein Albtraum. Dies alles wäre unter Angela Merkel nicht im Ansatz denkbar oder gar möglich gewesen, die Schuld an dieser ungekannten Parteien- und Demokratiekrise trägt nahezu ausschließlich eine einzige Person: Friedrich Merz.

Merz hat mit diesem Versagen den bereits deutlich kriselnden deutschen Konservativismus so schwer beschädigt, dass er in einem Menschenalter wohl nicht mehr zu retten ist. Als konservativ bezeichnet zu werden, war einstmals eine Art Ehrentitel, heute ist die Bezeichnung „Konservativer“ eine handfeste Beleidigung. Merz ist nicht allein politisch, sondern auch und vor allem menschlich gescheitert; sein Lebenswerk, sofern er abseits seines Kontostandes je eines hatte, liegt in Scherben. 83 Prozent der Wahlberechtigten sind mit Kanzler Merz unzufrieden, ein Wert, wie er alarmierender nicht sein könnte.
Und dabei ist dieser Wert nur ein netter Euphemismus für eine weit tiefer reichende Ablehnung. Im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis wird Merz nicht nur abgelehnt, sondern verachtet und gehasst. Das mag kein repräsentativer Wert sein, ich darf aber mit Fug und Recht behaupten, dass ich buchstäblich niemanden kenne, die die Person Merz und seine Politik schätzt – selbst die CSUler im Bekanntenkreis nicht.

Ich persönlich hasse Merz nicht. Das wäre verschwendete emotionale Kraft. Ich komme aber nicht umhin, mir eingestehen zu müssen, dass ich mich vor ihm tief ekle. Seine herablassende Art, sein altkluger Ton, seine aus jeder Pore triefende Arroganz und vor allem seine hinter gewählten Worten nicht mehr versteckbare, schiere Dummheit, seine politische und menschliche Instinktlosigkeit, sein nicht im Ansatz vorhandenes politisches Geschick und sein rücksichtsloser und uneingeschränkter Egoismus ekeln mich zutiefst.

Jeder Tag, an dem Friedrich Merz weiter Kanzler ist, ist ein in schimmernde Glanzfolie gepacktes, mit großer Schleife versehenes Geschenk an die Faschisten. Jeder Tag Kanzlerschaft von Friedrich Merz schafft mehr Politikverdrossenheit, trägt zur Ablehnung der Demokratie bei, schürt Hass und leistet der gesellschaftlichen Spaltung Vorschub. Jeder einzelne Tag.

Es ist unumstößlich, unverhandelbar, unvermeidbar: Merz muss weg. Sofort.

Blast from the past: Apollo-Kino, Nürnberg

Apollo-Kino, Vordere Sterngasse, Nürnberg (LOMO LC-A, Wolfen NC500, August 2026)

Apollo-Kino, Vordere Sterngasse, Nürnberg (LOMO LC-A, Wolfen NC500, August 2026)

Schon seit dem Jahr 1896 ist ein „Apollo-Theater“ in der Pfannenschmidsgasse in Nürnberg belegt, das, durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, Mitte der 1950er-Jahre abgerissen wurde und einem Kaufhausneubau wich. Das neue „Apollo“ entstand unweit in der Vorderen Sterngasse 25-27, der Spielbetrieb begann 1961 und endete irgendwann Mitte/Ende der 1990er-Jahre. Ihm war, wie so vielen anderen Nürnberger Kinos, eine Genese beschieden, die stark von der Entwicklung des Fernsehens als Massenmedium beeinflusst wurde. Die einstmals großen, mehrere hundert Zuschauer fassenden Kinosäle wurden recht häufig in den 1970er-Jahren in mehrere kleine Säle („Schachtelkino“) abgeteilt, das Apollo hatte meines Wissens am Ende aber nur zwei Säle. Ob es seinerzeit dann irgendwann in ein Pornokino umgewandelt wurde, wie sonst alle anderen Lichtspielhäuser in direkter Bahnhofsnähe auch, weiß ich nicht sicher zu sagen. Wer sich hier noch genauer erinnert – lasst mir gerne einen Kommentar da.

Später war in einem Teil des Foyers eine Institution, das „Little Rock“. Wer keine Berührungsängste hatte und wem der Sinn nach Absturz stand, der fand hier einen nächtlichen Zufluchtsort. Das Bier, das man an den Tischen (die Tischplatten zierten in klares Epoxid eingegossene Konzertkarten altvorderer Musikgrößen) konsumierte, war billig, Sandwiches und Pizza ordentlich, der Sound heavy. Wenn dann erst einmal mit Büchsenstechen begonnen wurde, senkte sich schnell der Schleier der Finsternis über die Beteiligten. Anfang der Zehnerjahre war dann auch für das „Little Rock“ Schluss. Engagierte Musiker versuchten, das Kino mit Konzertreihen wiederzubeleben. Später zogen im Foyer ein veganes Dönerrestaurant, dann eine Kaffeebar ein.

Die erhaltengebliebene, nüchterne Fassade und der Neonschriftzug des Apollo sind für mich in ihrer unverbastelten Ästhetik eine Perle postmoderner Architektur in Nürnberg.

Wem soll getraut werden?


Was für eine Perle! Dieses Lied, mutmaßlich um das Jahr 1970 entstanden, war „hüben wie drüben“ eine kleine Hymne im Kanon des zeitgenössischen politischen Liedes. Und seine Aussage ist, selbstredend, noch heute so aktuell wie vor 55 Jahren. Ob Falke, Juso, Gewerkschafter, wohl jeder kannte die griffige Anklage gegen die Auswirkungen imperialistischer Machenschaften und die Aufforderung, den schönen Larven des Kapitalismus eben nicht zu trauen.

Über die Band „Die Conrads“ ist heute fast nichts mehr zu erfahren. Ihr wohl bekanntester Song soll aber nicht in Vergessenheit geraten.

Monatsrückblick August 2026

Sommerloch? Mitnichten, Sonnenfinsternis. Zumindest partiell. Sommerloch? Mitnichten, schließlich ist der Bundeskanzler der Schande nach langer Zeit des Verschollenseins wieder aus dem Urlaub und aus der Versenkung aufgetaucht und hat beim Besuch der Waldbrandgebiete an der belgischen Grenze und in einem wirklich unsäglichen Sommerinterview abermals das Volk gegen sich aufgebracht.
Der August war, wie die beiden Vormonate auch, mit sehr heißem Wetter durchzogen, zum Leidwesen aller. Die Bauern beklagen massive Ernteeinbußen, wir zählen gegenwärtig über 15800 hitzebedingte Sterbefälle. Was sonst noch so war:

Neu: Einbindung der Wetterstation Nürnberg-Rennweg ins Blog

Es ist nicht nur eine spannende Sache, selbst vor Ort erzeugte Wetterdaten einsehen zu können, auch den Einfluss des Klimawandels auf das lokale Wetter mit entsprechenden Daten nachzuvollziehen, scheint mir eine lohnenswerte Beschäftigung. Dazu allerdings bedarf es freilich eines gewissen Equipments – ein quasi unendliches Feld, ein Fass ohne Boden.

Kleine Wetterstationen, die Temperatur, Luftfeuchte, Zeit und Datum zeigen, betreibe ich bereits seit 2004. Es handelte sich hierbei immer um sehr einfache Geräte. Sie waren zudem nie in der Lage, die Daten zu loggen oder digital auszuspielen.

Dieser Tage aber packte mich mal wieder die Bastelwut und so setzte ich einen langgehegten Wunsch in die Tat um und besorgte mir eine kleine und günstige IP-Wetterstation. Meine Wahl fiel auf das Modell WLAN WSC 5-in-1 des Herstellers Bresser. Diese Station gibt es in geringer Varianz auch von anderen Herstellern, die Bresser-Station wählte ich wegen des günstigen Preises von nicht einmal 80,- Euro aus.

Das Funktionsprinzip der kleinen Wetterstation ist recht simpel: Es gibt einen Außensensor, der Temperatur, Luftfeuchte, Regenmenge, Windrichtung und Windgeschwindigkeit erfassen und an eine kleine Basisstation senden kann. Diese Basisstation wiederum ist im lokalen WLAN eingebunden und sendet ihre Daten wahlweise an WeatherUnderground, Cloudweather oder AWEKAS. Prinzipiell lassen sich auch andere Dienste einbinden. Die Verarbeitung und Speicherung der Wetterdaten geschieht dann bei den Diensten.

Bei der Installation dieser Wetterstation gibt es im Wesentlichen nur eine Herausforderung: das sinnstiftende Platzieren der Außeneinheit. Diese sollte möglichst hoch, möglichst frei gen Himmel, möglichst weit weg von wärmeabstrahlenden Gebäuden, betonierten oder anderweitig versiegelten Flächen aufgestellt werden. Dann ist sie nach Norden auszurichten, damit die Windrichtung korrekt angezeigt wird. Diese Aufgabe ist in einer Mietwohnung in der Stadt nicht ganz so einfach zu lösen, aber nach einiger Überlegung war an einem Balkon im obersten Stockwerk des Hauses am Träger eines Vordachs der bestmögliche Standort für die Außeneinheit ermittelt. Da der Träger allerdings vertikal verläuft, musste noch etwas Installationsmaterial besorgt werden. Zur Behebung dieses Problems entschied ich mich für eine große Lösung, einen sogenannten „Z‑Ausleger“ mit einem Rohrdurchmesser von 40 Millimetern und einer Auslegerlänge von 50 Zentimetern (so ist die Außeneinheit von Hauswand und Ziegeldach etwa drei Meter entfernt). Diese Ausleger sind genau genommen Installationsmaterial aus der Antennentechnik und dienen normalerweise zur Anbringung von Satellitenspiegeln an vorhandenen Antennenmasten. Aber das soll ja kein Schaden sein, denn wenn das Installationsmaterial in der Lage ist, der Windlast eines Sat-Spiegels standzuhalten, ist es für die sichere Montage der relativ leichten Kunststoffaußeneinheit gerade gut.

Außeneinheit der BRESSER WLAN-Wetterstation WSC mit 5-in-1-Multi-Sensor

Ist diese Hürde genommen, muss die Außeneinheit die Verbindung zur Basisstation finden. Steht die Verbindung, muss die Firmware der Basis upgedatet und sie dann via WLAN am Netz angemeldet werden – das alles klappt per App und ohne besondere technische Kenntnisse. Nun können die gewonnenen Daten, die auch auf dem Display der Basisstation angezeigt werden, schon in die jeweiligen Wetterdienste eingebunden werden.

Als hauptsächlich verwendeten Dienst nutze ich AWEKAS aus Österreich. Dieses „automatische Wetterkartensystem“ gibt es seit über 20 Jahren und es bietet den Stationsbetreibern und allen Interessierten nicht nur eine sehr umfangreiche Einsichtnahme in alle gewonnenen Wetterdaten, sondern erstellt auch Archive dieser Daten – bis zu zwei Jahre in die Vergangenheit. Zudem ist der gut strukturierte, übersichtliche Dienst für alle Nutzer weitestgehend kostenlos. AWEKAS verfügt über mehr als 14.000 aktive, eingebundene Stationen und ist für Deutschland und Österreich sicher die erste Wahl.

Wesentlich bekannter, allerdings sehr auf die Bedürfnisse des US-amerikanischen Marktes angepasst und leider auch recht unübersichtlich ist Wunderground, also WeatherUnderground mit der bekannten WunderMap. Wunderground ist nicht mein bevorzugter Dienst, dennoch lasse ich die erzeugten Daten auch in diesen Dienst ausspielen. Wunderground verfügt über wesentlich mehr Stationen, als AWEKAS, bei AWEKAS allerdings gibt es eine manuelle, also durch Mitarbeiter durchgeführte Qualitäts- und Plausibilitätskontrolle der Stationen und der von ihnen generierten Daten.

Welche Daten ausgespielt werden, sieht man auf den jeweiligen Unterseiten der Station:

Stationsseite bei AWEKAS

Stationsseite bei Wunderground

Ob ich noch andere Dienste einbinde, muss ich mir zeitnah noch einmal genauer ansehen und überlegen, einfach bespielen ließe sich beispielshalber auch CloudWeather.

Gerade läuft die Station nur eine Woche und damit ist es freilich auch zu früh, ein Fazit zu ziehen. Fürs Erste sehen sowohl die Messergebnisse als auch die Zuverlässigkeit der Datenerhebung und Ausspielung sowie die Aktualisierungsintervalle für ein so einfaches Gerät einwandfrei aus.
Die Zeit wird freilich weisen, wie stabil diese Installation in den nächsten Monaten arbeitet und welche zusätzliche Maintenance noch nötig sein wird.

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