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Wirtshaus-Explorer: Kathi´s Küche, Stabiusstr., Nürnberg

Heute waren wir mal wieder essen – in einem Restaurant, das (noch) als Geheimtipp unter den gutbürgerlichen fränkischen Wirtshäusern gerechnet werden kann. Die Gaststätte „Kathi´s Küche“ in der Stabiusstraße in Schoppershof war unser Ziel – wir sind auf Empfehlung dort hingegangen und wurden nicht enttäuscht.

Wie man auf dem Bild sieht, handelt es sich bei „Kathi´s Küche“ um eine dieser typischen Nürnberger Eckwirtschaften, die „Küche“ ist allerdings mehr: Eine Speisegaststätte, die in der Präsentation sehr bürgerlich und konventionell arbeitet, sehr sauber und gepflegt ist und ordentliches Essen zu üblichen Preisen und zudem recht günstige Getränke bietet. Das Schnitzel ist groß, kross, die Panade wirft die typischen Blasen, das Fleisch ist zart, der selbstgemachte Kartoffelsalat ist schmackhaft. Gleiches gilt für das Cordon bleu – sehr saftig mit wirklich würzigem Käse (alles natürlich in der Pfanne im Schmalz herausgebacken). Das Salatarrangement entspricht dem Standard.

Die Wirtsleute waren sehr nett und zuvorkommend, das Ambiente ist sehr bürgerlich und typisch und korrespondiert mit der gespielten Musik – wir hörten von roten Rosen, blauem Enzian, Mexiko und ähnlichen Erscheinungen

Das Cordon bleu kostet 10,50 EUR, das Spezi (0,4l) kostet 2,30 EUR und somit liegen die Preise im Rahmen dessen, was man im Nürnberger Norden bezahlt. Wer keine hohen Ansprüche an das Ambiente stellt und lecker essen möchte, der ist in der „Küche“ nicht verkehrt.

Kathi´s Küche, Stabiusstr. 1, 90489 Nürnberg, Telefon: 8157800

Tessa Kober: Toter Winkel

Ostern heißt Freizeit und Freizeit heißt Hörbuchzeit. Gestern auf dem Plattenteller im DVD-Player: Tessa Korbers erster Nürnberg-Krimi mit dem Titel „Toter Winkel“.

Jeanette Dürer, die gutaussehende Kriminalkommissarin hadert. Mit dem Schicksal, denn noch immer hat sie nicht den Mann fürs Leben gefunden. Sie muss einen seltsamen Mord – oder war es Selbstmord – im Nürnberger Frankenstadion bearbeiten und sich dabei gegen ihre ignoranten Kollegen im Kommissariat durchsetzen. Und manchmal zweifelt sie an ihrem Verstand (und läuft dann in voller Deckung mit gezogener Dienstwaffe durch ihre Küche um im Nachgang den halben Hausstand wegzuwerfen).

Es bleibt nicht bei eine m Mord. Scheinbar will jemand die gesamte Führungsrige der Nürnberger und Fürther Freimaurer ausrotten. Nur scheinbar? Das stellt sich spätestens beim Nürnberger Friedensmahl heraus.

Für ein Technisat-Hörbuch ist diese Krimi exzellent gelesen (wenn man großzügig davon absieht, dass es der Sprecherin, Karen Schulz-Vobach, äußerst schwerfällt, den fränkischen Dialekt halbwegs authentisch wiederzugeben. Eine unbedingte Empfehlung für alle Nürnberg-Fans. Eine unbedingte Empfehlung für alle Krimifans. Für alle Nürnberg-Krimi-Fans ein Muss.

Tessa Korber: Toter Winkel. ca. 6 Stunden. TechniSat Hörbuch 2006, 9,80 Euro.

Beschlossene Sache: VAG am Montag und Dienstag dicht.

Nur damit sich niemand wundert: Die VAG wird am Montag und Dienstag komplett bestreikt. Das berichten die NN auf ihrem Online-Portal.

Update: Na bitte, geht doch! Montag fährt die VAG. Link. Danke, Nadine und Thorsten.

Gestern Abend ging ja die Meldung über B5, dass die Verhandlungen gescheitert sind, heute geht in Augsburg nichts mehr und am Montag und Dienstag erwischt es uns Franken.

Nachtrag: Die VAG hat wohl noch nicht so viel gemerkt. Aktuell steht auf der Webseite:

Dabei haben sich die Anzeichen verdichtet, dass der öffentliche Personennahverkehr in Nürnberg, Fürth und Erlangen zum Beginn der kommenden Woche bestreikt wird, sofern die heute ebenfalls laufenden Sondierungsgespräche zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern und den Gewerkschaften, die aktuell noch in München laufen, keine Wende bringen.

Nach unserer Einschätzung könnte der Streik zwei Tage dauern, also Montag, 23. März mit Beginn der Frühschicht um 4.00 Uhr starten und erst am Mittwoch, 25. März, ebenfalls mit Beginn der Frühschicht wieder beendet sein. Es spricht zudem vieles dafür, dass die VAG komplett bestreikt wird, dass also alle U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse in den Depots bleiben.

Gut, dass wir Radio hören und Zeitung lesen …

Fundstück des Tages: UN94

Man kann über die Kids der Nürnberger Ultras denken, was man will. Kreativ sind sie wenigstens.

Wärend die Ultras die halbe Innenstadt mit gedruckten Aufklebern zuballern, malt die Jugend noch (auch wenn´s ein wenig pubertär aussieht).

Kann mich alten Opa mal jemand aufklären, was es mit diesen selbstgestalteten Paketlabels im öffentlichen Raum auf sich hat?

Gesehen heute auf einem Zigarettenautomaten in Ziegelstein.

VAG-Streik: Diesen Freitag

Wie auf den Seiten des VGN zu lesen ist, streikt ver.di am Freitag, den 27. Februar wieder im Öffentlichen Dienst und davon betroffen ist auch der VAG, der ÖPNV-Anbieter in Nürnberg, Fürth und Erlangen. Gut, dass man sich schon mal darauf einstellen kann.

Der Streik findet m.E. mit Recht statt, denn das letzte Angebot der Arbeitgeber war eine Frechheit. ver.di informiert auf zwei Flyern: in einem zum Streikaufruf und einem, der die Bevölkerung informiert (jeweils als pdf).

BioFach 2009

Um es vorweg zu sagen: Beruflich bedingt gehe ich öfter auf Messen und es ist mir bislang noch nicht gelungen, dort overdressed zu erscheinen. Bei der BioFach ist das problemlos möglich – und dabei hatte ich noch nicht mal eine Krawatte um.

Heute war ich also auf der BioFach – wie schon im letzten Jahr und habe mich über die „Trends“ auf dem Biomarkt informieren lassen (und um es kurz zu machen: Ich habe nur zwei trendige Sachen ausmachen können – beides Getränke – später mehr).

Die BioFach im Messezentrum Nürnberg ist die weltweit größte Messe dieser Art, es ist nur Fachpublikum zugelassen und sie ist ergänzt um eine „Messe in der Messe“ – die Vivaness: Hier werden Naturkosmetika und alles, was dazu gehört, präsentiert. Die Spezialisten sind also weitestgehend unter sich – mitunter merkt man das auch. Vom letzten Jahr her habe ich die Messe etwas kleiner in Erinnerung – ich mag mich täuschen – aber die Bio-Branche scheint doch recht krisenfest zu sein.

Es gibt drei „Fresshallen“ – hier präsentieren sich nationale wie internationale Nahrungsmittelproduzenten und laden zum Probieren ein. Wenn man wollte, könnte man bei dieser Auswahl ohne irgendwelche Schwierigkeiten lange Zeit ausschließlich Bio-Produkte essen, ohne dass es langweilig wird: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Und es wird auch immer „verbraucherfreundlicher“. Längst vorbei sind die Zeiten, als Bio bedeutete, lose Zutaten aus einer Holzschütte in einer ungebleichten Papiertüte aus dem speziellen Laden mitnehmen zu müssen. Bio-TK-Pizza, Bio-Riegel, Bio-Eis, Bio-Eiskaffee… Alles, was man als gängiges Industriefutter kennt, gibt es auch in Bio – halt zu teilweise Schweinepreisen.

Dazu kommt noch das ganze Nonfood-Segment. Die Vivaness habe ich ja schon erwähnt, aber es gibt neben den schon sprichwörtlichen Biolatschen haufenweise Biomode, Bio-Putzmittel, Bio-Druckereien, Bio-Hoster (aber das war eher ein Witz – mit den Leuten habe ich mich unterhalten und das einzige, was diesen Hostinganbieter auszeichnet, ist, dass der Strom von Greenpeace energy kommt… Sparsame Rechner im Rack – Fehlanzeige. Innovatives Kühlen des RZ – Fehlanzeige, Rückgewinnung der durch die Server produzierte Wärme – Fehlanzeige), „Bio“-Banken, etc.

Man kann einen solchen Lebenswandel als durchaus innovativ betrachten und im Prinzip habe ich nichts gegen den Bio-Trend, vielmehr kaufe ich bestimmte Produkte ausschließlich nach ökologischen Maßgaben – besonders dann, wenn es sich um fair gehandelte Dinge handelt (denn es macht mir keine Freude, mich an Lebensmitteln zu delektieren, bei denen ich schon im Vornherein weiß, dass sie unter übelsten Bedingungen und rücksichtsloser Ausbeutung von Mensch und Natur hergestellt werden). Aber Teile des Publikums der BioFach gingen mir doch recht fix auf den Sack. Weltverbesserer, die sich in Rupfensäcke gewanden, sich ungern waschen und mit strafendem Blich auf mein Nicht-Bio-Sakko schielen, die einem als das Gefühl vermitteln, nicht dazuzugehören, weil nicht jede Haarspitze Bio ist – packe ich nicht. Definitiv nicht. Und von diesen Öff Öff – Typen (und das scheint einer von den netten zu sein) würde ich mir auch ein bisschen mehr Toleranz wünschen…

Nun noch zu den zwei Getränken, die ich nicht nur als stylish sondern wirklich innovativ empfunden habe (alles andere war ja schon irgendwo mal da): Nummer eins ist Jamu, ein Getränk (n unterschiedlichen Varianten) mit u.a. Curcuma, Ingwer, Koriander und Kardamom. Das ist geschmacklich wirklich etwas Neues.

Das andere sind die Produkte des Vertriebs respectbio aus Weimar. Hier wird zum einen ein alkoholfreies Getränk (hergestellt aus der Essenz von Rosenblättern) „red rose elixir“ angeboten, das wirklich nach Rosen riecht und leicht und gut schmeckt. Zum anderen gibt es einen Saft, eher ein Wasser, mit dem klangvollen Namen „Dr. Antonio Martins„. Es wird aus dem Saft der grünen Kokosnuss gewonnen und schmeckt sehr frisch. Und sehr frisch sind auch die Kombinationen aus dem Grundgetränk und diversen Fruchtsäften.

Es würde mich nicht wundern, wenn diese beiden Getränke zum neuen Hype würden – der Bionade-Boom ist ja bereits im Abschwellen. Wo wir es gerade von Bionade haben: Eine neue Sorte wurde auf der BioFach auch vorgestellt: Quitte. Es schmeckt ein wenig langweilig, eher nach einem sanften Nichts.

Soviel also von der BioFach. Es war nett. Mehr aber auch nicht. Hätte ich allerdings gewusst, dass dort gestern ein Bloggertreffen stattgefunden hat, wäre ich gestern schon gekommen.

Der ÖPNV-Streik – eine kurze Nachlese

Wer gestern in Nürnberg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollte, sah sich vor das Problem gestellt, dass Tram- und U-Bahnen bestreikt wurden und auch ein Gutteil der Busse der VAG das Depot nicht verließ. Im Besonderen ver.di rief zum Warnstreik – und die Belegschaft folgte – aus gutem Grund, liegt die letzte Tariferhöhung doch vier Jahre zurück. Zudem sind die Gehälter von Fahrern wie auch dem technischen Personal nicht gerade üppig. Nun könnte man argumentieren, dass ein 24-stündiger Ausstand wohl nicht ganz angemessen ist (Warnstreiks dauern gewöhnlich ja nur ein paar Stunden) aber hier muss man den Streikenden zugutehalten, dass sich die Warnung bei den vergangenen Abschlüssen nicht darauf beschränken darf, zu demonstrieren, dass man streikfähig ist sondern auch zu zeigen, dass ein solcher Streik auch wehtun kann. Das ist gelungen.

Umso weniger kann ich die teilweise heftigen Reaktionen im Netz und in der lokalen Presse verstehen. In der gestrigen Nachrichtensendung von Franken TV beklagte sich der Geschäftsführer der VAG, Herr Dombrowsky doch bitter über die mangelnde Fairness der drei am Streik beteiligten Gewerkschaften. Nicht ganz zurecht, wie Alexander Junkunz von den NN in seinem heutigen Kommentar einwarf, denn es ist ja auch keine Art, die Beschäftigten „am langen Arm verhungern“ zu lassen. Aber auch auf der Webseite der VAG wurde nachtarockt: Gestern war der übliche Onlinedienst nicht erreichbar, stattdessen war nur eine Seite zu sehen, auf der sich die VAG in einer Stellungnahme über den Warnstreik ereiferte.

Warnstreiks müssen verhältnismäßig sein – keine Frage. Aber auch in Tarifverhandlungen muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Die VAG hat im Jahresturnus die Fahrkartenpreise (teilweise kräftig) erhöht. Die fahrerlose U-Bahn U3 hat zum Aufbau Unsummen verschlungen – Beträge, die so groß sind, dass die eingesparten Entgelte der Fahrer aus ROI-Perspektive keine große Geige spielen. Nun soll auch die wesentlich frequentiertere und längere Linie U2 automatisiert werden. Aber: Bei den Beschäftigten ist nichts angekommen. Sie wurden mit Einmalzahlungen abgespeist.

In Anbetracht dieser Umstände halte ich den Warnstreik doch für angemessen. Was bleibt den Beschäftigten denn anderes übrig? Bislang hat sich seit Jahren für unsere VAG´ler nicht viel bewegt. Nun sind sie gezwungen, zu handeln. Das kann ich verstehen. Auch wenn es gestern für viele nicht einfach war, zur Arbeit zu kommen.

Nicht gut: Die N-ERGIE

Für alle Leser, die nicht in Franken zu hause sind, vorweg: Die N-ERGIE AG ist der städtische Energieversorger Nürnbergs, hervorgegangen aus der EWAG. Mit Knapp 40% beteiligt ist die e.on-Tochter Thüga.

Warum schreibe ich über die N-ERGIE? Weil ich nachgewiesenerweise nicht der einzige bin, der auf diese Bude tierisch sauer ist, weil ich der Ansicht bin, dass hier Kunden schlecht bedient werden, und weil die von dort bezogene Energie heftigst teuer ist.

Ich selbst habe mit der N-ERGIE ausschließlich schlechte Erfahrungen – mir fällt spontan nur ein Unternehmen ein, das wissentlich noch schlechter arbeitet als die N-ERGIE. In meinem Fall hat es dieses Haus zwar über Monte nicht geschafft, eine Kontoänderung in die EDV einzupflegen – informiert wurde ich über den Fehler der N-ERGIE allerdings erst kurz bevor sie mir den Strom abstellen wollten. Natürlich lasse ich mir so was nicht bieten und ich habe sofort den Anbieter gewechselt (geht ganz einfach). Was die N-ERGIE aber geschafft hat, war, meinen Wechsel zu einem anderen Gasversorger von Juli 2008 bis Februar 2009 hinauszuzögern. Fuck! N-ERGIE-frei bin ich leider bis heute nicht, denn ich heize mit Fernwärme und da ist der „Versorger“ Monopolist.

Wer die Nürnberger Nachrichten liest, findet wöchentlich Leserbriefe, die sich überwiegend negativ über dieses Haus äußern. Und mit was? Mit Recht!

Der Telefonservice war in meinem Fall meistens unfreundlich und leider auch inkompetent. Ins Service-Center in der Fürther Straße geht niemand gerne – schon allein weil man dort weiß, dass die Kunden dort nicht hingehen, weil sie zufrieden sind. Und weil man dort tatsächlich fürchten muss, dass Kunden derart genervt sind, dass sie Krach schlagen, bevölkern Securitys das „Kundencenter“. Dass das weder zur Vertrauensbildung, noch zur Kundenbindung noch zu einer der Deeskalation zuträglichen Atmosphäre beiträgt, wen diese Unterschichtler Securitys dort Dienst versehen, versteht sich von selbst.

Jeden, der mit der N-ERGIE nicht zufrieden ist, mag ich ermuntern, doch einfach den Strom- oder Gasversorger zu wechseln. Dauert inklusive Recherchen im Höchstfall eine Stunde – einfach beim neuen Anbieter anmelden (Achtung: keine langen Vertragslaufzeiten, keine Vorauszahlungen leisten!!), der kündigt dann die N-ERGIE. Auch wenn die zicken, wie in meinem Fall – es klappt.

Welche Betriebe gehören zur Stadt Nürnberg?

Vielleicht für den ein- oder anderen Nürnberger interessant: Welche Betriebe gehören zur Stadt Nürnberg? Darüber geben die Seiten der Stadt selbst Aufschluss:

Eigenbetriebe der Stadt Nürnberg

Kommunale Beteiligungen

Kommunalunternehmen

Schon interessant. Besonders auf dem Rohr habe ich die Städtischen Werke, zu denen auch die N-ERGIE und die VAG gehören. Dort ist in Richtung faire Preisgestaltung und Service noch verdammt viel zu tun.

Der Atombunker unter dem Nürnberger Hauptbahnhof – ein Fotobericht

Heute haben Markus, Thorsten und ich die Chance genutzt, den „Atom“bunker unter dem Nürnberger Hauptbahnhof im Rahmen einer Führung der Freunde der Nürnberger Felsengänge e.V zu erkunden. Wir durften fotografieren, von dieser Möglichkeit habe ich reichlich Gebrauch gemacht und das Ergebnis möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten (weitere Fotos folgen im zweiten Teil des Posts).

Lage des Bunkers im Querschnitt des Nürnberg Hauptnahnhof

Lage des Bunkers im Querschnitt des Nürnberger Hauptbahnhof

Im Bild sieht man die Lage des Bunkers im Querschnitt des Bahnhofs – er befindet sich über den U-Bahnschächten, was zur direkten Folge hat, dass man zum einen die Fahrvibrationen der U-Bahn im Bunker noch deutlich wahrnehmen kann. Wäre also eine Atombombe auf den Bahnhof gefallen, hätte man nicht davon ausgehen dürfen, dass der Bunker der Druckwelle standgehalten hätte. Er hätte im besten Fall 1450 Menschen vierzehn Tage lang vor atomarer Strahlung Schutz geboten. Es scheint daher etwas vermessen, von „Atombunker“ zu sprechen, wie das die regionale Presse gerne macht.

Er ist im Rahmen der Bauarbeiten der Nürnberger U-Bahn in den Jahren 1972-1977 entstanden. Ich war erschreckt, wie simpel dieser Zivilbunker ausgestattet ist – kennt man doch die umfänglichen technischen und infrastrukturellen Einrichtungen der Militärbunker (z.B. NVA/Politbüro/Stasibunker der Ex-DDR) von Filmen und Fotos her. Da kann dieser Zivilbunker (sowohl im Hinblick auf Schutzklasse, „Komfort“ und Ausstattung) natürlich nicht mithalten.

Einer der Schlafräume

Einer der Schlafräume

Der Bunker verfügt über eine bemerkenswerte Raumhöhe. So ist es erklärlich, dass bis zu fünf Liegen übereinander angebracht sind. Diese können über Leitern erreicht werden. Wer nicht schläft bzw. liegt, muss in den orangen Schalensitzen hocken, Die schwarzen Kopfstützen sollen den Kopf bei Erschütterungen oder beim Wegnicken schützen.

Bemerkenswert ist, dass wirklich jeder sinnvoll nutzbare Winkel mit solchen Liegen genutzt wird, selbst in der Stube des Bunkerwarts findet sich eine Vielzahl davon. Uns wurde berichtet, dass das tragende Metallgestänge, das die Betten an Boden und Decke hält, nicht verschraubt, sondern nur verklemmt ist, um ein Ausreißen oder Verwinden des Metalls bei Erschütterungen zu verhindern. Ab der zweiten Liege ab Boden sind Sicherheitsgurte angebracht.

Sicherung der Versorgungseinrichtungen unter der Decke

Sicherung der Versorgungseinrichtungen unter der Decke

Im nächsten Raum befindet sich die Luftreinigungsanlage. Auf den nun kommenden Bildern sind Teile der Luftfilter und Aufbereitungsanlagen sowie deren Steuerung zu erkennen. Die Zuluft wird über die U-Bahnschächte eingeleitet. Die im Bild zu sehenden Steine dienen der Versiegelung der Luftreinigungskammer. Wenn die Filteranlagen „vergiftet“ sind, sollen sie mit den nummerierten Steinen quasi „zugemauert“ werden. Bitte klicke auf „Lies den Rest des Eintrages“ um zur Bildergalerie zu gelangen!!

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