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Charles Webster: Born On The 24th Of July (Vinyl)

Deep House? Downtempo? Electronica? Nu Jazz? Yeah cool! Das ist wirklich entspannte, elegante, intelligent Musik! Ich bin echt begeistert! Trompete, Saxophon, wie die Faust aufs Auge passende female vocals… Feines Teil!

Leider echt alt: Herausgekommen ist dieses Doppel-Vinyl schon 2001 – ein Rätsel, wie ich es fünf (sic!) Jahre ignorieren konnte. Heute ist es mir wieder in die Hände gefallen – ich hab die Scheibe gehört und mich gleich wieder gefreut!

Was soll ich sagen? Selber hören – mit Youtube….

Leider ist weder CD noch Platte im Handel erhältlich – schon gar nicht in Deutschland. Im britischen Amazon stehen sie gebraucht drin, auch bei Discogs ist die Platte für rund 15 Pfund, die sich lohnen, zu haben.

Floh de Cologne: Profitgeier (Vinyl)

Gnihihi. Agitprop in Reinkultur – hier aber musikalisch durchaus genießbar, technisch relativ gut gearbeitet und anständig aufgemacht: Im Jahre 1970 spielten Floh de Cologne live diese „Rockoper“ ein – und es ist nett geworden. Hier wird einfach und nett, teilweise witzig und musikalisch eingängig ein bisschen Sozialismus-Propaganda gemacht. Und das mit dem Beat von etwas, was man retrospektiv wohl Krautrock nennt. OK, schräger Krautrock ist zu hören, aber zu Liedern wie „Der Kapitalismus stinkt“ ließe sich stressfrei mitschunkeln. Nun, was hören wir da? Krautrock oder Musikkabarett? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte….

Im Jahr 1999 wurde diese Produktion des alternativen „Ohr“ – Labels von ZXY auf CD herausgebracht – damals noch recht teuer, weil wohl so etwas wie special interest. Ich kann mich dunkel erinnern, dass eine meiner Ex´n die wohl hatte. Sonst fand sich dieses Album eigentlich nur in meist grausigem Zustand in den Sammlungen von Alt-68ern. Und nun: Der „Intellektuellen-Aldi“ Zweitausendeins schmeißt eine Neupressung von ZYX für nicht mal 9 Euro unters Volk – dass ich da nicht widerstehen konnte… Und die ist gelungen: Die Pressung ist nun nicht das Weltbeste, aber der Sound ist sauber und ausgeglichen, etwas flach aber trotzdem. Es will beim Abhören keine rechte Bühne aufkommen, aber dieser Effekt mag auch an der Aufnahme selbst liegen.

Und: Hinweise auf dem Cover finden sich – die sind wirklich niedlich: „Tretet in die Gewerkschaft ein. Macht sie wieder zu einem Instrument der Arbeiterbewegung.“ Oder: „Baut Aktionsgruppen auf oder geht in schon bestehende Gruppen, z.B. die SDAJ.“

Eine Kostprobe gefällig?

Youtube hat doch wirklich alles…

Ein schönes Stück linker Musikgeschichte. Kann man sich zu dem Preis wirklich in die Sammlung stellen. Klingt ordentlich und macht Spaß.

Floh de Cologne: Profitgeier, 19702008 ZYX, Ohr, etwa 9 Euro.

Hildegard Knef: The Reform Sessions (Vinyl)

Heute habe ich mir wieder einmal eine Platte zu Gemüte geführt, die ich vor noch nicht allzu langer Zeit kaufte, obwohl sie bereits im Jahr 2002 herauskam und (wie ein kurzer Blick ins Netz verrät) heute noch auf Vinyl verfügbar ist: The Reform Sessions – eine Compilation mit Remixes weniger bekannter Knef-Songs.

Das ist schon ein großartiges Stück Musik: Mein absoluter Favorite ist der Titel „Lass das Vergang´ne vergangen sein“ im Hofuku Sochi Remix. Danceflor Jazz, House, Electro – das ist die Unterlage – und die fügt sich wirklich bemerkenswert an die Basis – die charakteristische, unvergessene Stimme Hildegard Knefs an. Samt und sonders (will man mal von Herrn Koze absehen) unbekannte Remixer tun auf dieser Platte ihr Werk zu vielen mindestens weniger bekannten Songs der Knef. Ausflüge in das Genre Drum´n´Bass werden da genauso unternommen wie Anleihen an Lounge und Ambient. Und dennoch: Diese Platte ist nicht „angenehm unaufgeregt“ (wie die Zündfunk-Zausel immer zu sagen pflegen, wenn Musik derartig lahm ist, dass einem der Schließmuskel einzuschlafen droht – wie ich dieses selbstgefällige Münchener Format doch hasse!) – vielmehr hat sie den zu der Vorlage Knefs adäquaten Beat – flächig, präsent und dennoch nicht die Intention der Originalstücke erdrückend. Die Platte ist eben mehr als eine Sammlung unterschiedlicher Remixe – diese überzeugen durch eigenes künstlerisches Profil, durch eigene Ideen – und das ist nun mal weit mehr als nur ein handwerklich sauberes Arrangement. Wunderbar.

Warum hier unbedingt Platte? Weil Platte zum einen immer besser ist und zum anderen zwei „Vinyl-only“-Boni drauf sind: „Ich liebe Euch“ und „Meine Lieder sind anders“.

Hildegard Knef: The Reform Sessions, popup-records, 2002

ETERNA: Neupressung der Carmina Burana

Ich habe nicht schlecht gestaunt – aber es ist wahr und die Umsetzung der Idee ist genial: Das Label Berlin Classic legt einige Einspielungen des DDR-Labels ETERNA auf Vinyl neu auf. Heute auf dem Plattenteller: Orffs Carmina Burana. Gesungen u.a. von Celestina Casapietra, gespielt vom Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig unter Herbert Kegel. Ich bin begeistert, denn diese Aufnahme überzeugt sowohl in der Interpretation wie auch (und das verwundert) in der technischen Qualität. Sie gefällt mir sogar besser als die von Orff persönlich autorisierte Schellackplatte (die sich auch in meiner Sammlung befindet) der Electra. Die Platte selbst ist hervorragend gearbeitet: Von den Original Masterbändern wurde in DMM-Technik (Neumann, via Studer A820) die Matrize erstellt und bei optimal gepresst. Herausgekommen ist ein einwandfreies 180g-Vinyl. Nun stellt die Carmina Burana an analoge Technik besondere Anforderungen, die insbesondere den starken Dynamikwechseln und dem breiten Dynamikumfang geschuldet sind: Die maximalen Pegel dürfen nicht verzerren, die minimalen sollen nicht von Rauschen überlagert sein. Und das ist schon bei der Aufnahme in der DDR vortrefflich gelungen. Auch bei der Pressung lässt sich dies nachvollziehen: Guter Rauschabstand und einewandfreie Maximalpegel garantieren den Musikgenuss.

Wer die Carmina Burana mag, wer eine interpretatorisch einwandfreie Aufnahme mit besonderer musikalischer Leistung sucht, die ohne irgend einen digitalen Eingriff technisch einwandfrei daherkommt, der kaufe diese LP. Sie ist für unter zehn Euro zu bekommen.

1977: Plastic Bertrand

Auch cool. So antizipierten die End-70s die 80er…

P.S.: Wer keinen extrafiesen Ohrwurm bekommen will und den Song schon vergessen hat, der klickt besser nicht auf das Video.

Nokia 5800 express music unboxing (pt. II)

Jetzt endlich habe ich dieses wirklich interessante Telefon in die Finger bekommen (nachdem das erste ja schon ab Werk defekt war). Spannende Sache das. Und daher will ich Euch das bebilderte unboxing nicht vorenthalten.

Das Telefon kommt in einer unscheinbaren, kleinen Box. In der steckt aber viel drin: Neben Handy und Akku, der Bedienungsanleitung und der CD mit der „Nokia Suite“ findet sich ein Headset nebst kabelgebundener Fernbedienung (edel) ein A/V-Kabel (Chinchstecker – praktisch), eine Handschlaufe mit etwas Blauem (ginge als Plektrum durch, kann aber auch nur Zierrat sein), dem Stylus und einem Kunststoffaufsteller (wohl zum Videogucken). Und das Ladekabel – der Netztrafo ist aber ziemlich fett (beim E71 ist der wesentlich schmaler und leichter).

Natürlich fällt zuerst der Touchscreen auf: Der ist groß und reagiert präzise. Beim Antippen gibt das Handy durch eine leichte Vibration Feedback – das ist gut gelöst. Unter dem Touchscreen ruht ein scharfes großes Display mit hervorragenden Helligkeitswerten (seht Euch die Bilder an – selbst mit Blitz direkt auf das Display bleibt es ordentlich lesbar).

Die Brot&Butter-Funktionen sind mit wenigen Klicks zu erreichen, die Sprachqualität ist gut. Beim SMS-Schreiben kommt eine Art T9 zum Einsatz – diese ist ordentlich umgesetzt. Die Funktionalität der Software ist echt ok – es werkelt ein S60-Symbian, das stabil und grundsolide ist. Der Kalender ist für ein Nicht-Palm-Gerät echt brauchbar – aber das 5800 ist kein Businessphone! Für ein paar Freizeittermine langt es gut hin – alles andere verlangt aber eine professionelle Zeit- und Projektplanung, die ist sowohl bei S60 wie auch Windows mobile mit Bordmitteln einfach nicht zu haben.

Die beworbene Funktion – das Abspielen von Musik – ist saustark: Der Player wirkt aufgeräumt, hat ausreichend Features und der Sound der eingebauten Minilautsprecher ist für ein solch kleines Gerät der Hammer! Gut – einen Subwoofer darf man nicht erwarten, was aber an Höhen und Mitten von den Winzspeakern geboten wird, vermag zu beeindrucken. Auch reagiert der Player in akzeptabler Zeit. Die Fernbedienung, die vom Kopfhörer mit Standard-Klinkenstecker zu trennen ist, ist ein sinnvolles Zubehör und ermöglicht bei der Ohrhörerwahl volle Flexibilität.

Die Simkarte und der Speicherchip werden seitlich eingesteckt, aber die Simkarte lässt sich nicht entnehmen, ohne den Akku abzubasteln. Mal kurz die Karten switchen ist mit diesem Handy definitiv nit.

Die Gehäusetasten sind echt durchdacht. Ver- und entsperrt wird das Telefon durch einen Schiebeschalter – der sitzt fest und wackelt nicht. Das gilt auch für die Displaytasten: Es ist einfach super, wenn man Telefonate ohne Touchscreenbedienung mit Druckpunkttasten annehmen und beenden kann. Im Gegensatz zu viele n WM-Geräten hat Nokia nicht vergessen, dass man mit einem Handy auch telefonieren will.

Bluetooth, UMTS, Quadband, ein eingebautes Radio – alles dran, was sich junges Publikum wünscht. Aber: Es ist kein Businessphone! Es ist ein gut befeaturetes Handy für die Jugend – ohne hierbei zu protzig oder popperfunkenlastig rüberzukommen. Die Musikfunktionalität verdient Achtung, die Basisfunktionen sind ordentlich umgesetzt. Look, Feel und die Geschwindigkeit der Software stellt alle Windows-Geräte in den Schatten, der Lieferumfang ist üppig.

Fazit:Das 5800 express music bietet professionellen Anwendern nicht genug. für den Privatmann ist der Funktionsumfang mehr als ausreichend. Design und Haptik stimmen einfach, die Musikfunktionalität ist sauber implementiert. Zu den WM HTC-Geräten, Glowfishs und MDAs ohne Tastatur ist das Gerät trotzdem eine Alternative – denn es funktioniert.

Der bessere iPod nano kommt von iriver

Ich bin iPod-Fan. Ich mag die Dinger, erlebe sie als praktisch und useful. Ich habe auch einen und nutze ihn regelmäßig. Aber: Bei den „klassischen“ iPods gab es in den letzten drei Jahren so wenig Innovation, dass ich sie nicht mehr als erste Wahl bezeichnen will und was man mit dem Touch sinnvoll anstellen soll, zeige mir erst mal jemand.

Wenig interessant ist für mich den nano, denn er ist verhältnismäßig teuer und bei der Displaygröße machen alle Funktionen á la Video und Fotobetrachtung nicht zwingend Spaß. Mehr als Musik hören kann man mit dem Player nicht – und hier beginnen die iriver-Player interessant zu werden:

Der E100 zum Beispiel kostet weniger und hat ein besseres Display, das ist aber nicht der Grund, warum ich ihn für eine echte Alternative halte. Zu den wesentlichen Features zählt unter anderem das puristische Design, dass sich hinter dem von Apple nicht zu verstecken braucht. Zum anderen kann dieser Player unterschiedlichste, auch nicht-proprietäre Formate handlen, darunter FLAC und OGG, aber auch XVID. Aberes kommt noch besser:

  • erweiterungsfähig mit microSD – Karten
  • eingebaute Stereolautsprecher
  • Line-In-Eingang, der auch Mikrofone unterstützen soll (Direktaufzeichnung externer Audioquellen)
  • eingebautes Mikro zur Aufzeichnung von Sprachnotizen
  • FM-Tuner, damit verbunden auchdie Möglichkeit, vom Radio aufzuzeichnen und:
  • programmierbarer Timer für die Aufzeichnung von Radioprogrammen

Das macht die Sache richtig spannend – zudem kostet die 4GB-Variante auf der Straße um die 80 Euro.

Zu wenig Speicher? Immerhin 20GB bietet das schon etwas angestaubte Modell H10. Die Features sind hier ähnlich – mit dem Unterschied, dass der H10 wohl über keinen Line-In-Eingang verfügt.

Da sind mal wieder richtig erwachsene Player bei rausgekommen – mit vernünftigen Features. Der iPod nano ist damit obsolet geworden – von den technischen Features wie auch vom Design rentiert er sich nicht mehr. Ich bin gespannt, wann iriver eine Alternative zum iPod classic herausbringt…

Vinyl Killer pt. II

Natürlich. Natürlich gibt es Videos auf YouTube, die den Vinyl Killer in Aktion zeigen. Das finde ich besonders cool.

Ach ja: Das Ding klingt wirklich scheiße.

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