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Jetzt wirds peinlich: Der schlechteste Song zur Bundestagswahl kommt von der FDP

Deutschland im Jahr 2009 – im Wahljahr 2009: Es ist das Jahr der miesen Wahlwerbemusikanten. Einen tiefen Griff ins Klo landete die Junge Union, der Song von der SPD ist nur unwesentlich besser. Wirklich richtig scheiße und grottig billig ist aber das Wahlkampflied der Vollpfosten Partei der Besserverdienenden Schwesterwellen FDP:

Sacht ma´- sind die denn nicht nur merk- sondern auch geschmacksbefreit? Wie kann man sich denn in aller Öffentlichkeit (und sei es „nur“ eine virtuelle) so zum Horst machen? Und die soll ich wählen?? Ernsthaft?? Na dann: Prost.

Outlines – A Matter Of Time

Ok, ok, es ist an und für sich witzlos, einfach irgendwelche Youtube-Mucke zu posten, aber ich steig grad tierisch ein und verziere den Sound unseres Büros for a short break mit etwas Nu School und das ist eben jetzt der Song „A Matter Of Time“ von Outlines.

Vor allem der Piano-Sample ist ja sowas von übergeil, geht´s noch?
Ich wollt Euch nur nicht um den Genuss/Spaß/Chillfaktor bringen. Lang lebe das Sonar Kollektiv.

Edit 2. Junli 2017: Video gefixed.

Kirche oder Sozialismus? Oder beides? Die „kleine Löterin“ von Piet Janssens

Ich kann mich dunkel erinnern, dass im Zündfunk des Bayern 2 Radios mal ein recht trashiger Song lief mit dem Titel „Du kleine Löterin“. Ich habe diesen Song damals unter der Rubrik „typischer, etwas einfältiger, linker Agit-Prop-Song der 70er“ einsortiert – und vergessen. Und heute bin ich wieder darüber gestolpert – über die „kleine Löterin“ – allerdings in einer Coverversion von Wiglaf Droste.

Da musst´ ich doch sehr lachen!

Und jetzt kommt das „Erhellende“: Was ich vorschnell in die Kiste Schmetterlinge, Lerryn (aka. Dieter Dehm), Oktober, Was Tun Band, Floh de Cologne… sortiert habe, ist Sacro Pop – und besagter Piet Janssens sein Erfinder.

Was ist von dem Mehrwert deiner Arbeit übriggeblieben? In Deiner ganz erbärmlich schmalen Lohntüte. Du meine Güte!

Ok. Das ist christliche Musik, das beruhigt mich irgendwie. Irgendwie war ein von mir als groß wargenommener Teil des Kirchentagspublikums immer irgend wie links oder öko oder beides. Würde so gesehen ja passen. Aber die quasi-marxistische Gegenüberstellung des „Mehrwerts der Arbeit“ und der Lohntüte? Man kann die CD übrigens immer noch kaufen – aber das verkneife ich mir jetzt mal.

Totally 80s OVERKILL !

Men Without Hats – Safety Dance

Depeche Mode – Everything Counts (und das auch!)

France Gall – Ella, Elle lá

Visage – Fade To Grey

John Fox – Underpass

Alphaville – Big In Japan

A Ha – Take On Me

Softcell – Tainted Love

Dead Or Alive – You Spin Me Round (Like A Record)

MC Hammer – U Can´t Touch This

Annie Lennox/Eurythmics – Sweet Dreams

Tanita Tikaram – Twist In My Society

Simple minds – Don´t You

U2 – Sunday Bloody Sunday

Human League – Don´t You Want Me

Skinny Puppy – Testure

Abwärts – Computerstaat

Abwärts – Computerstaat – geilstes Remake ever!!!

Kraftwerk – Trans Europa Express

Duran Duran – Wild Boys

Deutsch-Amerikanische-Freundschaft – Tanz den Mussolini

Anne Clark – Sleeper in Metropolis

The Smiths – Stop Me If You Think That You´ve Heard This One Before

Der Plan – Gummitwist

The Cure – Boys Don´t Cry

Kraftwerk – Pocket Calculator

Bronski Beat – Smalltown Boy

Psychiodelich Furs – Love My Way

Gary Numan – Down in The Park

Joy Division – Love Will Tear Us Apart

Ach ja, Bardentreffen ist ja auch noch…

… ich geh´ da eigentlich immer sehr gerne hin, außer dieses Jahr, denn offensichtlich hat die Wirtschaftskrise auch in den Nürnberger Stadtsäckel ein so tiefes Loch gerissen, dass dieses Jahr gar nichts „gscheid´s“ eingekauft wurde. Mottogebendes Land in diesem Jahr: die Schweiz, die Schweizer Bands lassen sich an einer Hand abzählen.

Highlight dieses Jahr: Anne Clark. Da Spoken Word-Electro-Wave nicht mein Fall ist, werde ich wohl nicht hingehen.

Aber besonders Marcus widme ich dieses Video…

Zwanzig Jahre? Nun ist aber mal gut.

Eigentlich schade, dass ich das jetzt schreibe, aber irgendwie finde ich das wirklich so: Ich bin quasi mit den Fantastischen Vier aufgewachsen, mit „Vier gewinnt“, mit „Die Da“ mit dem Album „Lauschgift“ mit dem Hip-Hop-Speedmetal-Crossover-Dingens „Megavier“, mit dem Album „solo“ von Thomas D. Ich habe mich über die fehlende Schöpfungshöhe von „4:99“ geärgert. Nun kommt, verbannt ins öffentliche-rechtliche Digitalfernsehen, ZDFdoku, das Konzert zum zwanzigsten Bühnenjubiläum der sog. „Fantis“.

Und ich bin ein bisschen traurig. Denn früher fand ich diese Jungs wirklich innovativ. Anfang der 90er Jahre zeigten sie uns, dass Hip-Hop in deutscher Sprache geht, Mitte der 90er führten sie vor, dass Hip-Hop und Metal kein Widerspruch ist und gegen Ende der 90er überraschten die Fantastischen Vier mit neuen Sounds.

Und heute? Heute sind sie mir peinlich. Ein alter, schwitzender Smudo ist auf dem Fernsehschirm zu sehen, dem jede Power fehlt. Um diese fehlende Kraft zu kompensieren, um an den Glanz längst vergangener Tage anzuknüpfen, versucht er immer verzweifelter, sich selbst in Extase zu versetzen – vergeblich: Mehr als Geschrei bleibt nicht. Als gerade der Song „Schizophren“ zum besten gegeben wurde, war mir schlagartig klar: Mit den Fantastischen Vier ist es vorbei. Es kommt nichts mehr rüber. Gar nichts mehr. Es ist so schade um diese Band.

Darüber kann auch das hervorragend und präzise spielende weißrussische Symphonieorchester nicht hinwegtäuschen. Und wenn Smudo auf dem von der Bühne weit ins Publikum ragenden Laufsteg die Parade abnimmt ist das – Verzeihung – nur endlos peinlich. Wenn die Jungs ihre alten Erfolge nicht „verspielen“ wollen, dann tun sie gut daran, aus diesem Jubiläumskonzert ihr Abschiedskonzert zu machen.

Ich bin dreizehn Jahre jünger als Smudo. Wir sind also nicht so weit auseinander. Und trotzdem empfinde ich die ganze Band (vielleicht mag man da Michi Beck ein Stück weit ausnehmen) als unheimlich alt, langsam – einfach stehen geblieben – so gegen 98/99. Mit „4:99“ waren sie dann schon auf dem absteigenden Ast. Aber heute? Sie sind alternde Schwaben und sehen der Midlife-Crisis schon deutlich ins grinsende Gesicht. Diesen Charme versprühte zumindest die heutige, live übertragene Performance.

Freddy Quinn

Das dieser alberne Steuerhinterzieher schon anno 66 nicht mehr ganz alle Latten am Zaun hatte, beweist dieses Lied – da musste ich sehr lachen.

Saulustiger Fehlriff eines Schlagerbarden: „Wir“.

Aber bei der B-Seite der ollen Polydor-Platte wurde mir dann richtig übel…

Der Typ ist ja richtig kaputt. Das ist ja noch schlimmer als „Du bist Deutschland“…

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