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Bei Saturn für 99 Euro – hier im Test: Die Kamera General Electric GE X5

Vergangene Woche wurde von der Elektromarkt-Kette Saturn massiv eine Digitalkamera von GE mit der Typenbezeichnung „X5“ beworben (und zumindest hier in Nürnberg wurden sehr viele bereitgestellt – ein ganzer Schüttcontainer voll). Und so bin ich gleich losgezogen und habe eine davon gekauft (und es steht zu hoffen, dass die Saturnmärkte in der Region immer noch ordentlich davon in Stock haben – auch nächste Woche). Am barcamp dieses Wochenende hatte die Cam ihren ersten Härtetest zu bestehen und nun will ich darüber berichten, wie das Ding so ist.

GE – so fragt man sich – General Electric, bekannt für Glühbirnen, Heizlüfter, Kraftwerke und Kernspintomographen, die bauen Kameras? Ja, die bauen Kameras, besser gesagt deren Tochterfirma General Imaging baut Kameras – und zwar ordentlich ausgestattete im unteren Preissegment (hier ein Link zur X5 auf der General Imaging-Seite).

Wie aber ist diese X5-Kamera ausgestattet?

Zuerst einmal fallen drei Features ins Auge: Die Kamera liefert Bilder mit einer Auflösung von 14,1 Megapixel ab, hat einen 15 fachen optischen Zoom (sic!) und einen optischen Bildstabilisator. Und das für den derzeitigen Saturn-Kampfpreis von 99 Euro.

Das Objektiv ist natürlich nicht wechselbar, auch ein Gewinde für Filter o.ä. sucht man vergeblich, zur Verwendung kommt irgend ein Objektiv, das sich „GE 15x Wide Aspheric ED Lens“ nennt und eine Tele/Weitwinkel-Kombi ist. Grund zur Sorge? Mit nichten! Zumindest dann, wenn man im Hinterkopf behält, dass für die Kamera derzeit ein Hunderter aufgerufen ist. Übersetzt man die Brennweite in die beim 35mm-Kleinbildformat gängigen Daten, erhält man eine sagenhafte Brennweite von 27 bis 405 mm – man bedenke, dass das Ding eine Kompaktkamera ist – das ist sagenhaft!

Im Weitwinkel beginnt der Schärfenbereich ab 60 cm, im Tele bei 2 Metern, auch für die Makroaufnahme erzielt das Objektiv gute, praxisnahe Werte, im Weitwinkel bedarf es eines Abstandes von 5cm zum Objekt (2 Meter bei Tele). Zum 15-fache Zoom gibt es noch einen Digitalzoom, den ich aber erst mal deaktiviert habe.

Besondere Erwähnung verdient auch der optische Bildstabilisator – ohne den wäre das Handling mit dem Tele auch ziemlich ätzend. Ja, diese Bildstabilisierung funktioniert – da gibt es gar nichts zu meckern, aber klar gesagt werden muss an dieser Stelle auch, dass mindestens ein Stockstativ benutzt werden sollte, um ordentliche Ergebnisse zu erzielen. Am Rande: Das Stativgewinde ist halt aus Plastik, Johannes ist das sofort aufgefallen…

Ein paar Worte zur Technik: Über die 14,1 Megapixel Auflösung habe ich schon gesprochen – das Bildrauschen ist sehr gering und macht sich überhaupt erst bei sehr dunklen Bildern ein wenig bemerkbar. Ich kann damit leben. Der eingebaute Blitz ist ausklappbar und überraschend stark – eine Reichweite von bis zu 7 Metern soll er haben (ich habe nicht nachgemessen, aber das dürfte schon hinkommen).

Wie groß der interne Speicher ist, kann ich nicht sagen, arbeiten kann man damit nicht, denn er ist nach zwei oder drei Bildern voll. Die Kamera schluckt SDHC-Speicherkarten, ich habe eine 8GB SDHC-Karte reingesteckt und das reicht mir satt.

USB 2.0 ist natürlich vorhanden, die Übertragung der Bilder auf den Rechner ist schnell geschehen.

Die Bilder werden im JPEG-Format abgelegt, RAW geht nicht!

Und über die Stromversorgung der X5 muss ich an dieser Stelle noch sprechen: Man hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Digitalkameras ihren Strom aus eigens angepassten Akkus beziehen – bei der X5 ist das nicht der Fall. Sie verlangt nach vier AA-Batterien bzw. Akkus, kommt mit den 1,5 Volt der Batterien wie auch mit den 1,2 Volt der Akkus bestens zurecht. Ein Laden der Akkus in der Kamera funktioniert nicht, man muss schon Akkus und ein separates Ladegerät dabei haben. Was vielen etwas sauer aufstoße mag, ist für mich eine quasi optimale Lösung. Ich bin bei der X5 nicht auf teures Sonderzubehör angewiesen sondern kann meine guten Akkus einfach weiterverwenden. 2500 mAh Kapazität sollten die zwar haben, aber das ist ja heute auch eher Standard unter den besseren Akkus. Und: Einen leeren Spezialakku bekomme ich nicht überall geladen, vier Mignonzellen bekomme ich in jedem Supermarkt und des Nachts an jeder Tanke.

Das verbaute Display ist kontrastreich und ordentlich, zudem gibt es noch eine Art Displaysucher, den finde ich nicht so besonders (er ist erschreckend klein und löst nicht sonderlich gut auf). Wenn in prallster Sonne auf dem Display aber gar nichts mehr zu sehen ist, mag er durchaus helfen.

Die Bedienung der Kamera ist logisch und durchdacht – das Menü ist leicht bedienbar und bietet allerhand Einstellungsmöglichkeiten. Im Automatikmodus macht die X5 einwandfreie Bilder, wer es gerne manuell mag, der findet so zahlreiche Einstellmöglichkeiten, dass es mir bislang nicht geglückt ist, diese alle zu überblicken. Auf die wesentlichsten Funktionen wie den Bildstabilisator, den Portraitmodus, Blitzmodi, Makro, Belichtung und Selbstauslöser kann sofort zugegriffen werden. Das mit dem Direktzugriff auf den Selbstauslöser (2 Sekunden oder 10 Sekunden) mag ein bisschen übertrieben klingen, ist aber irre praktisch, wenn ich mit vollem Tele arbeite und die Kamera irgendwo sicher abstellen bzw. einklemmen kann. Denn dann kann ich beim Auslösen nichts verwackeln.

Für 99 Euro vermisst man kein Feature – Serienbildfunktion, Panorama, zahlreiche Szenenvoreistellungen (durchs Fenster, Strand/Schnee, Museum), Lächelerkennung, Blinzelerkennung… Einstellbare Belichtung, Weißabgleich, Spezialmodi für Leuchstoffröhrenlicht – was auch immer, das Teil hat etliches an Bord, womit man sich beschäftigen kann.

Die Kamera kann man Anfängern im Automatikmodus gut in die Hand geben – sie bietet aber auch eine Menge individueller Einstellungsmöglichkeiten, um die Bilder selbst zu gestalten.

Der Lieferumfang geht für 99 Euro auch in Ordnung – ein Schultergurt, Objektivdeckel, eine CD-ROM mit Anleitung und ein Satz erstaunlich guter Batterien liegt bei, ebenso wie ein USB-Kabel. Eine Kameratasche muss man sich selbst kaufen.

Video mit der Kamera kann man allerdings vergessen – wer Videos machen will, muss sich nach etwas anderem umsehen: Mit einer Auflösung von 640 X 480 und Monoton im Quicktime-Format bewegen wir uns hier auf Webcam-Niveau.

Heute Abend werde ich ein paar Bilder in Originalauflösung hochladen – heute ist das Wetter ja herrlich zum Fotografieren und wir werden einen Muttertagsausfllug machen (also bitte noch ein paar Stunden Geduld).

Fazit: Klar hat diese Kamera Schwächen – aber ich kenne für 99 Euro keine Alternative mit dieser Qualität und diesem Funktionsumfang. Derzeit ist diese Kamera für mich die perfekte Wochenendknipse. Sie ist klein genug, um sie mitzunehmen und bietet genug Möglichkeiten um interessante Fotos zu machen. Auch für Abendveranstaltungen, Konferenzen und zur Dokumentation von Prozessen ist diese Kamera gut geeignet. Und für den Preis von 99 Euro nimmt man die auch gerne außer Haus.

Technische Daten kann man hier einsehen.

Update: Nach dem Break kommen ein paar Testbilder. Achtung: Große Dateien werden geladen – längere Ladezeiten sind möglich!

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Brotkasten reloaded II

Vor etwas über einem Jahr habe ich ja schon mal was über den Rebirth-C64 geschrieben, ein Konzept einer Firma namens Commodore USA. Irgendwie ist seit dem März 2010 aus diesem sehr an ein Notebook erinnernden Computer nichts geworden – und dennoch wird weiter fleißig an einem Rerelease des Klassikers C64 gearbeitet – jetzt ist eine neue Studie online – nun mit einem wirklich krassen Retro-Design:

So also soll der neue C64 aussehen – genau wie der alte. Unter der Motorhaube soll neben dem 1,8 GHz Atomprozessor, einem Haufen Realtek-Kram, einer Festplatte und einem adaptierten Mainbord auch ein linuxbasiertes (vielleicht Ubuntu?) „CommodoreOS“ werkeln – mit der Besonderheit, dass das System volle Kompatibilität zur C64-Software verspricht.

Nicht ganz so entspannt ist der Preis: Die Basisvariante schlägt zukünftig mit 600 Dollar zu Buche.

Für mich ist völlig offen, ob das Ding überhaupt kommt – Ein mittelmäßig ausgestatteter Linuxrechner mit zugegebenermaßen sehr netter Retrooptik rechtfertigt den hohen Preis dann doch nicht. Es ist nicht nur fraglich, ob das Ding genug Käufer findet – es ist fraglich, ob Commodore USA die Kohle zusammengekratz bekommt, um das Ding in Serie zu schicken.

Trotzdem: Coole Idee.

Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von Press/Commodorer USA, LLC.

Nokia E7 – ein erster Erfahrungsbericht

Seit vorgestern bin ich nun stolzer Besitzer eines Nokia E7 – das ist eine Art Communicator. Und da das Ding doch eher neuer ist, mache ich mir mal die Mühe, ein wenig ausführlicher meine ersten Eindrücke zu schildern.

In den letzten Jahren hatte ich ausschließlich Nokia-Telefone: Angefangen hat alles mit dem E90 Communicator, dann kam das E71, das E72 und nun ist es also das E7.

Bei allen Geräten konnte man eine gewisse Weiterentwicklung feststellen – das E90 war eines der ersten Businesstelefone mit Symbian S60, das vermochte zu begeistern. E71 und E72 entwickelten dessen Tugenden und Performance weiter und nun gibt es sozusagen „die Krone“ – das auf das E7 angepasste Symbian ist schnell und macht Spaß. Aber der Reihe nach:

Unboxing

Geliefert wird das E7 in einer unscheinbaren kleinen Pappbox mit dem zur Zeit nokiatypischen blauen, etwas altbackenen Design. Hier betreiben die Finnen ganz offensichtlich understatement. Nokia ruft für das Telefon derzeit knappe 630,- Euro auf, bei Amazon ist es fünfzig Euro billiger – und dann wird das Handy in einer Schachtel geliefert, für die sich Pfitzmanns Edle Tropfen in Nuss zu Zweifuffzich schämen würden. Anders als mit dem Stilmittel der Untertreibung kann ich mir eine derartige Produktpräsentation nicht erklären.

In der Schachtel geht es ähnlich spartanisch zu: Das Telefon, ein Ladegerät, ein Headset, USB-Kabel, USP-Portkabel, HDMI-Kabel (WTF?) und eine rudimentäre Bedienungsanleitung finden sich dort an. Beim E72 waren da noch ein KFZ-Halterung, ein Täschchen und anderer Krimskrams zu finden.

Das alles vergessen macht der erste Griff zum Handy: Da liegt das gute Stück nun in der Hand, hochedel. 176 Gramm wiegt es, aus eloxiertem Aluminium gefertigt, nichts wackelt, nichts ist gratig. Weitere Begeisterung kommt beim Aufschieben des Touchscreens auf: Der Mechanismus gleitet sanft, stellt das Display auf und gibt die Tastatur frei. Nun hat man eine ausreichend dimensionierte Tastatur und ein Touchscreen und das Ganze schmeichelt der Hand.

Hardware

Und dann fällt beim ersten Einschalten zuerst einmal das Display auf – es handelt sich um ein Aktivmatrix-OLED-Display mit einer sog. „ClearBlack“-Technologie; das mit dem Clearblack haut auch hin, die Schwarzwerte sind so gut, dass man damit jedem guten LED-TV das Fürchten lehren kann. Auch die Auflösung (460×360) ist ordentlich – das Ganze findet also im 16:9-Format statt. Die Schrift ist kontrastreich, ausreichend groß und sehr scharf wiedergegeben, man kann alles gut erkennen. Auch das Touchscreen funktioniert ausgezeichnet (und das Aufziehen und Zusammenschieben mit zwei Fingern ist auch kein Problem).

Quelle: Nokia Blogpack

Es gibt zwei Kameras, eine frontseitige (für Videotelefonie oder was auch immer, habe ich noch nie benutzt) und die Hauptkamera. Diese liefert zwar acht Megapixel, dafür aber keinen Autofokus und außerdem rauscht das Bild bei Dunkelheit merklich. Aber: Die Adaption bei geringen Lichtstärken ist echt ok, nur mit dem Weißabgleich hat die Kamera so ihre Schwierigkeiten. Man kann die mit dem E7 gemachten Bilder zwar geotaggen – aber so richtig gut sind die Bilder einfach nicht. Da gibt es bessere Handykameras. Mir ist das egal, ich nutze die Handykamera ganz selten – ich brauche hier keine Kompaktkameraqualität – aber wer wirklich mit dem Handy fotografieren will, der sollte sich das nochmal überlegen.

Dieses Touchscreen-Display lässt sich ganz elegant wegklappen – in „aufgeklappter“ Position steht es – günstig abzulesen – schräg und gibt dann die Communicator-typische Tastatur frei. Diese ist nicht schlecht – leider aber auch nicht so gut wie beim E90. Der Druckpunkt ist schon ok, auch der Abstand der Tasten erlaubt es, mit Wurstfingern gesegneten Menschen halbwegs bequem zu tippen. Nur hat man, verglichen mit dem E90, auf eine Tastenreihe verzichtet und so lassen sich Zahlen nurmehr wie Sonderzeichen eintippen. Daran kann man sich wohl gewöhnen, aber ein bisschen mies ist das für ein Telefon der Businessklasse schon. Seit dem E72 hat man sich bei Nokia in Bezug auf die Tastatur eine weitere Unsitte angewöhnt, die mir extrem auf den Zeiger geht: Die Umschalttaste für Sonderzeichen befindet ganz links unten, danach folgt die Shifttaste. Da haut man schon mal gerne daneben. Das ist zwar nur ein Detail – aber ein nerviges.

Mit Schnittstellen ist das E7 ganz gut ausgestattet: Laden, synchronisieren und um einen USB-Port erweitern kann man das Telefon via Mini-USB-Buchse, dann ist da noch dieser HDMI-Ausgang und der Kopfhörer bzw. das Headset wird über eine Standard 3,5er Klinkenbuchse angestöpselt. „Luftschnittstelle“: WLAN und Bluetooth sind selbstverständlich mit an Bord. Das Ding mit dem USB-Port verdient in zweierlei Hinsicht Erwähnung: Hier kann man prima einen USB-Stick mounten, das ist echt was wert. Dumm nur, dass auf einen Speicherkartenslot komplett verzichtet wurde. Wer mit den intern verbauten 16 GB Speicher klarkommt, der freut sich über das Fehlen eines Schlitzes, in den Staub eindringen kann, wer gerne mehr Speicher will, der darf sich über das USB-Stick-via-Adapterkabel-am-Mini-USB-Port-Gebammel ärgern.

Was viel schlimmer ist: Kein austauschbarer Akku! Hey Nokia, ich habe hier einen Communicator in der Pfote und kein fucking iPhone. Was soll der shice? Klar, das E7 ist schmal und leicht und chic und ein wechselbarer Akku ist, will man diese Design-Pluspunkte nicht zunichte machen, eine echte challenge für die Konstrukteure – aber trotzdem: Einen auf Umweltschutz machen und dann den Akku nicht austauschbar haben ist kein guter Stil. Im Moment ist das noch kein Problem – das Gerät ist neu und die Akkuperformance ist gut – aber jeder weiß, das sich sowas schnell mal ändern kann. An dieser Stelle sollte Nokia echt noch mal sein Design überdenken – ein Akku muss austauschbar sein! Das ist nicht verhandelbar.

Sonst aber ist die Hardware topgeil – die Haptik ist mit die Beste, die derzeit ein Telefon haben kann. Hier reichen die Geräte von HTC nicht hin (und die iPhones mal überhaupt gar nicht).

Software

Das neue Symbian macht Freude. Alles läuft flüssig, sieht gut aus und bislang ist auch alles stabil. Auch wenn das Telefon auf dem Papier keine Gigahertz-CPU mitbringt, so fühlt es sich doch flüssig an. Zu den aktuellen Android-Telefonen ist kein wesentlicher Unterschied feststellbar.

Der aktuelle Mailclient wirkt ein wenig aufgeräumter – das mag aber auch am Display im Querformat liegen – EMail gefällt mir auf dem E7 gut, auch dann, wenn man kein Pushmail via OVI verwendet. Der Client ist insgesamt tauglich.

Der Webbrowser war bei meinen vorherigen Nokia-Telefonen immer ein Ärgernis, war er doch langsam und lud beim stepback auf eine vorhergehende Seite diese immer neu. Das ist nun deutlich besser geworden, der Browser fühlt sich flott an und stellt alles gut dar.

Nun zum Medienplayer: Auch hier hat sich Nokia in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert und auch hier wurde nachgebessert. Der aktuelle Player tut, was er soll, erkennt auch manuell heruntergeladene Podcasts automatisch und legt diese separat ab (was mich am Anfang etwas verwirrte). Nett ist, dass Dateien, die sich im Downloadprozess befinden, gleich abgespielt werden, so muss man nicht warten, bis der Download abgeschlossen ist, wenn man hören möchte. Der Player unterstützt formattechnisch so ziemlich alles, was man sich vorstellen könnte, auch AAC-Formate, die ich noch nie in freier Wildbahn gesehen habe. Nur: Natürlich wird kein ogg unterstützt (wann lernen die das eigentlich mal?). Auch so AC-3-Dolby-Sachen macht der Player. Ich wüsste nicht, wozu man sowas braucht, aber es gibt ja auch HDMI…

Dann gibts zu allem, was man von einem Nokia-Telefon erwartet, noch drei Schmankerln: Das erste ist eine Vollversion von einem F-Secure Diebstahlschutzprogramm. Ich habe das mal konfiguriert, was das Ding genau tut, entzieht sich aber bislang meiner Kenntnis. Dann ist da noch eine Version von Quickoffice dabei in der Provenienz „Dynamic Premium“ – womit man Dokumente endlich nicht nur ansehen sondern auch bearbeiten kann. Nur: Man muss sich natürlich mal wieder mit seiner Mailadresse registrieren. Und dann hat man natürlich noch die Nokia-Navigation mit den kostenlosen Karten mit im Bundle. Diese ist – soweit ich das versucht habe, durchaus brauchbar. Einen PDF-Reader von Adobe gibts auch und weiterhin ist die MS-Exchange-Integration ganz hervorragend.

Über OVI kann man auch recht bequem auf seinen twitter-Account zugreifen (und sich die tweets als Widget auf den Startbildschirm packen – das ist toll).

Natürlich gibt es auch hier wieder was zu vermissen: Während das eingebaute UKW-Radio tut, was es soll und ganz nett ist, hat Nokia es diesmal verpeilt, auch die hauseigene Internetradiosuite mit draufzuwerfen – dabei ist die seit dem E72 echt ordentlich. Ich hab bislang noch nicht bei ovi geguckt, ob man die nachinstallieren kann, ich hoffe es aber.

Telefonieren

Das Wichtigste: Die Sprachqualität des E7 ist gut. Sie ist nicht brillant und sie ist nicht unterirdisch schlecht – sie ist rundum gut. Ich habe das Gefühl, dass sie beim E72 einen Hauch besser war, aber ich mag mich irren. Die Anruferlisten und das Telefonbuch ist Nokia-typisch genial, hier hat sich nichts Wesentliches verändert.

Fazit

Das E7 ist ein tolles Telefon. Es kann, was man braucht, es ist für einen Communicator erstaunlich schlank. Die gute Verarbeitung lässt über manches Detail hinwegsehen. Ich bin zufrieden.

Pro

Contra

-elegantes Design

-tolle Haptik und hervorragende Verarbeitung

-gutes Display

-das neue Symbian

-schnell und stabil

-Softwareausstattung

-keine Speichererweiterung im Gerät möglich

-Akku nicht wechselbar

-arg durchschnittliche Kamera

Kaufen?

Nokia ist ja vor kurzem einen Deal mit Microsoft eingegangen und so wird im Netz fleißig diskutiert, ob man sich noch ein Symbian-Telefon anschaffen sollte oder lieber auf die Nokia-Windows-Phones wartet. Nach meiner bisherigen Erfahrung mit Windows auf Mobiltelefonen wird umgedreht ein Schuh daraus: Sollte das E7 der letzte Communicator auf Symbian-Basis sein, dann rate ich dringend zum Kauf: Im Vergleich zum iPhone und zu Android vermisst man nichts – einen Commie mit Windows will man schlichtweg nicht – und Symbian ist noch lange nicht outdated: Laut Wikipedia war Symbian 2010 das weitestverbreitetste OS auf Mobiltelefonen. So kann ich mir nur schwer vorstellen, dass Entwicklung und Support von Symbian Knall auf Fall eingestellt wird. Symbian ist ein stabiles und im Prinzip gut abgehangenes System. Auf die ein- oder andere Innovation musste man warten – klar. Aber Stabilität und Performance machen das wieder wett.

Ist das E7 ein iPhone-Killer?

Die Frage des Benchmarks mit dem iPhone wird allerorts gestellt, daher auch hier ein paar Zeilen dazu: Über die Kategorie „iPhone-Killer“ braucht man sich beim E7 keine Gedanken mehr zu machen. Das iPhone 4 ist nicht in der Lage, in nur igrendeiner Kategorie an das E7 heranzureichen. Das beginnt bei den Brot-und-Butter-Funktionen, der Sprachqualität und dem Display, setzt sich über Interoperabilität und Konnektivität fort – und endet überraschenderweise beim Design: Das E7 ist schmaler, schlanker, stabiler und leichter, es ist dezenter gestaltet und präsentiert sich zeitlos elegant. Und dann kommt auch der Image-Faktor dazu: Das E7 ist ein Individualisten-Telefon. Während das iPhone nun im Kundenkreis der Unterschicht auf breite Akzeptanz stößt, bleibt der Commie, was der Commi ist – ein Teleon für individualistische Prosumer mit Qualitätsanspruch. Diesen Erwartungen und diesem Image wird das E7 gerecht. Nokia hat hier ein schönes Stück Technik mit leichten Schwächen abgeliefert. Kurz: Spätestens mit dem E7 ist das iPhone deklassiert.

Wir basteln uns ein Grammophon

Was lässt sich mit dem im Laufe der Jahre anfallenden CDs sinnvolles anstellen? Nichts? Weit gefehlt, zumindest wenn es nach dem japanischen Vertrieb „Gakken“ geht, der mit einem Grammophon-Selbstbau-Kit eine Umnutzung der digitalen Tonträger in analoge vorsieht.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das nun ein Lehrbausatz sein soll oder einfach nur ein Gag, wenn es ein Gag ist, dann aber ein verdammt guter:

(Quelle: VeryCoolThings)

Bei diesem Bausatz also handelt es sich um einen selbstzustrickenden „Vinylcutter“, denn das, was man auf dem Trägermedium zu hören wünscht, muss man natürlich vorher aufzeichnen. Das funktioniert im Übrigen ganz klassisch. Und so lässt sich dann auch prima eine CD-Sammlung vernichten.

Das Spielzeug kommt, wie könnte es auch anders sein, freilich aus Fernost, es ist mit den aufgerufenen 40 US-Dollar noch nicht einmal übertrieben teuer, nur der Zoll und internationale Versand kommen natürlich hinzu.

Und ein Wort an die jüngeren Leser, die mit dem Begriff „Grammophon“ keine eigenen Höreindrücke verbinden: Man darf sich sowas wirklich nicht wie einen Dubplate-Cutter vorstellen – wenn die Sprachqualität deutlich unterhalb derer eines Telefons liegt, sollte es mich nicht wundern. Das, was alte Grammophone von sich gaben, war auch alles andere als HiFi.

(via retrothings)

Blackberry Bold 9700: Nette Idee, miese Umsetzung

Seit drei Tagen bin ich wenig stolzer Besitzer eines Blackberry Bold 9700 – und dank einer recht kulanten Rückgaberegelung werde ich das Ding wohl hoffentlich recht schnell wieder los. Es ist mein erster Blackberry und es wird wohl auch mein letzter sein. Eigentlich hoffte ich, im Vergleich zum Nokia E72 ein noch innovativeres Gerät zu bekommen, aber Pfeiferdeckel, wie man in Franken so schön sagt.

Ein bisschen arg lumpig fühlt sich dieses Bold schon an, das Handy ist komplett auf Plastik, nur auf dem Akkudeckel findet sich eine Lederapplikation. Ein bisschen windig liegt das 9700 in der Hand – aber das Design ist schön. Als ich das Bold 9700 zum ersten Mal einschalte, kommt spontan Begeisterung auf: Das Display ist gestochen scharf, die Schrift quasi frei skalierbar. Die Tastatur ist am ersten Tag noch etwas gewöhnungsbedürftig, dann allerdings macht sie (bedingt) Spaß. Und an der Sprachqualität gibt es auch nichts zu nörgeln – prima.

Mit einem Tastendruck sperre ich die Tastatur. Wen ich dann das Handy in die mitgelieferte Ledertasche stecke und es aus dieser wieder herausnehme, ist die Tastatur wieder entsperrt – ein nicht nur chices sondern auch nützliches Feature.

Die Blackberrys sind ja besonders für Ihren Mail-Push-Service bekannt. Das klappt auch ganz hervorragend: Ich richte mir im Blackberry-Portal meine Mails ein und immer, wenn ich welche bekomme, habe ich sie auf dem Handy. In Sekundenschnelle. Und zuverlässig. Das mit dem Push ist eine sehr feine Sache und in der Konfiguration idiotensicher.

Das war es dann auch schon mit der Freude – das Bold entpuppte sich in meinen Händen als ein zutiefst unbrauchbarer Klotz – und das liegt an der teilweise verdammt halbherzig umgesetzten Hardware und besonders an den unsinnigen Limitationen, die RIM dem Kunden bei der Zwangsnutzung des Blackberry-Servers aufbürdet.

Ich fange mal bei Gerät selbst an: Das 9700 hat eine Art Steuertaste, die auf Berührungen reagiert. Das ist im Grunde genommen auch ganz nett, nur leider ist diese Taste ein wenig zu klein geraten. So wird insbesondere das Scrollen damit zur täglichen Feinmotorikübung und damit zur Qual. Und man muss eigentlich immer was scrollen, denn ein Steuerkreuz gibt es am Bold leider nicht. An diesen Unsinn wäre ich noch bereit gewesen, mich zu gewöhnen, an anderen Unsinn gewöhne ich mich aber nicht.

Die Tastatur des 9700 ist zwar nett, hält aber keine Umlaute bereit. Wer einen Umlaut schreiben will, der muss (und da sind wir wieder bei dieser Touch-Taste) die gewünschte Vokaltaste festhalten und gleichzeitig mit dem Finger über diese Touchtaste von unten nach oben leicht wischen. Das ist jetzt kein Scheiß, das ist wirklich so! Es ist mir ein Rätsel, wie man sich nur so einen Blödsinn ausdenken kann.

Zu nennen wäre beim Unsinn auch die wirklich miserable Kamera, die unscharfe und farblich überzeichnete Bilder macht. Ich bin kein Handykamerapoweruser, aber ab und an benutze ich sie schon.

So richtig dreckig ist aber der hinter dem Endgerät werkelnde Server. Er tut gute Dinge, wie beispielsweise meine Mails zu pushen. Er tut zweifelhafte Dinge, wie zum Beispiel Tweets zu pushen (wozu braucht man sowas?). Und er tut Unsinn:

Mit einem Blackberry Bold 9700 ist es generell nicht möglich, Dateien herunterzuladen, die größer als 2 MB (in Worten: Zwei Megabyte) sind. Das bestätigte man mir heute auch an der Hotline. Zwei MB!! Im Jahre des Herren 2011 zwei MB!! Da fällt einem doch ein Ei aus der Hose! Dann kann ich mir auch ein Alphorn kaufen.

Wenn ich mir jetzt zum Beispiel unterwegs schnell mal die neue Alternativlos-Folge reinziehen möchte, dann geht das nicht, weil ich kann ja nur zwei MB (!!) am Stück herunterladen. 1999 hätte ich so ein Limit vielleicht noch ganz nett gefunden, um nicht eine Hypothek für Traffickosten aufnehmen zu müssen, aber was nutzt mir eine Internetflatrate, wenn Dateien, die größer als zwei MB sind, nicht geladen werden? Und nun kommt der Oberhammer: Auch wenn ich mich per WLAN mit dem Blackberry verbinde, bekomme ich keine Datei, die größer ist als zwei MB.

Stellt Euch das mal vor: Ihr habt ein halbwegs aktuelles Smartphone in der Tasche und könnt keine Podcasts, großen Bilder, Dokumente… herunterladen. Was will man denn dann mit so einem Gerät machen?

Und es kommt noch besser: Nicht nur große Dateien verweigert die Brombeere wie ein störrischer Gaul, auch Streams kommen einfach nicht durch. Wenn irgend ein Billig-China-Device mt handgeknüpfter Software da irgendwann mal in die Knie geht, könnte ich es ja noch nachvollziehen. Aber ein Business-Smartphone, dass keine vernünftigen Downloads unterstützt, dass ist echt arg!

Nun könnte ich auch über die Blackberry App-World herziehen, aber das spare ich mir, denn wenn selbst die Grundfunktionen eines solchen Telefons nicht tun, dann ist es müßig, sich mit den „Features“ auseinanderzusetzen.

Das 9700 kommt mit dem Killerfeature, mit dem alle Blackberrys daherkommen: Das Push-Mail ist absolut genial. Der Rest des Telefons, sieht man mal von der ordentlichen Konnektivität und dem guten Display ab, befindet sich auf einem soliden 2005er Standard. Ich bin immer noch empört, dass man in Zeiten des sich antizipierenden LTE den Kunden mit dieser räudigen 2-MB-Limitation abzuspeisen versucht (ich hab an der Hotline ja erst gedacht, die wollen mich verarschen!).

Und so fällt das Fazit dann auch ernüchternd aus: Wer nur telefonieren und Mails gepushed bekommen will (und dafür bereit ist, ordentlich Geld auf den Tisch zu legen), der kann sich so eine Brombeere durchaus holen. Für den Rest der Welt gilt: Finger weg von diesen Telefonen – man hat nur Frust damit. Wieder was gelernt.

Test: Kopfhörerverstärker Dynavox CSM-112

Der Markt für Kopfhörerverstärker ist relativ klein: Viele brauchen diese Art Gerät einfach nicht, weil sie entweder nur mit einem Kopfhörer am mobilen Endgerät lauschen oder einfach die in den Geräten vorhandenen Kopfhörerbuchsen nutzen.

Und dennoch erfreuen sich Kopfhörerverstärker konstanter Beliebtheit und finden immer dann einsatz, wenn eine Kopfhörerbuchse entweder nicht vorhanden ist oder sie einfach einen zu schlechten Dienst tut.

Seit gut einem Jahr ist der Markt voll von einem Low-Budget-Kopfhörerverstärker, dem CSM-112 des noch recht jungen chinesischen Unternehmens Dynavox. Zu haben ist der CSM-112 zwischen 75 und knappen 100 Euro.

Grund genug, einmal einen nähren Blick auf das recht verbreitetet Teil zu werfen.

Der CSM-112 wird in einer unspektakulären Schachtel geliefert, mit zum Lieferumfang gehört neben dem Kopfhörerverstärker selbst nur noch das Rudiment einer Bedienungsanleitung – und das war es dann auch schon. Mehr braucht man allerdings auch nicht.

Von den offiziell angegebenen technischen Daten her vermag der Dynavox-KHV durchaus zu überzeugen: Ein abzubildender Frequenzbereich von 10 Hz bis 40.000 Hz wird angegeben, der Signal-Rauschabstand soll größer als 90 dB sein und bei einer Ausgangsleistung von einem Watt wird der Anschluss von Kopfhörern mit einer Impedanz von 32 bis 600 Ohm empfohlen (Link).

Das Testsetting

Der KHV wurde mit dem AKG K701 gehört, als Quellen diente der Vorverstärker Cambridge Audio 500 (ein Vorverstärker, der keinen eigenen Kopfhörerausgang mitbringt) sowie im direkten Anschluss ein CD-Player von Sony (CDP-715), weiterhin ein iPod Video und der Plattenspieler Transrotor Goldring GR1-T mit Phonovorverstärker SUPA 2.0. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass ich auch eine kurze Zeit den Sennheiser HD 595 mit diesem KHV gehört habe.

Anschließen und loslegen

Der KHV verfügt über ein eingebautes Netzteil – das finde ich prinzipiell sehr angenehm, denn man mag vermuten, dass es ausreichend dimensioniert ist und weiterhin muss man sich beim Anschluss seiner Anlage nicht mit Steckernetzteilen herumärgern. Rückseitig finden sich zwei Paar Cinchbuchsen – das ist sehr praktisch, wenn der KHV nur an einem Gerät verwendet werden soll, das zusätzlich an einen Verstärker angeschlossen werden will. Ist alles korrekt verbunden, wird der Kopfhörerverstärker eingeschaltet und es kann losgehen.

Die Haptik

Rein äußerlich betrachtet bietet der Dynavox KHV eine ganz hervorragende Haptik: Bei der Herstellung des Gehäuses schöpfte man bei Dynavox aus dem Vollen. Das Metallgehäuse ist wertig und vermittelt Solidität, die Frontplatte aus gebürstetem Aluminium sieht richtig ordentlich aus und auch der Lautstärkeknopf gefällt. Über das Innenleben schreibe ich später ein wenig mehr. Der erste Eindruck aber ist überraschend gut.

Der Klang

Ich komme zum Wichtigsten, dem Klang. Hier korrespondiert der erste Haptik-Eindruck nicht mit der Leistung. Obschon ein mehr als ausreichend guten Frequenzspektrum abgebildet werden soll, will beim Hören über den CSM-112 einfach kein Spaß aufkommen. Der Klang ist flach, die Mitten ein wenig zu verwaschen, die Höhen wirken gedämpft und etwas matschig. Der eingesetzte Kopfhörer 701 bietet gerade im Mitten- und Hochtonbereich eine bestechenden Detailgenauigkeit – mit dem CSM-112 kann dieses Potenzial nicht annähernd ausgeschöpft werden. Trentemøllers Album Last Ressort in der Vinyl-Edition lässt deutlich an Tiefe vermissen, Royksopps technisch ganz wunderbar gemachtes Doppelalbum Junior büßt von seiner erfrischenden Spritzigkeit deutlich ein. Müde und kraftlos wird der Klang bei Orffs Carmina Burana, auch Bachs Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 leidet förmlich.

Was sich im Bereich elektronischer Musik gerade noch verschmerzen lässt, wird bei Klassik im besten Sinne ohrenfällig: Der Kopfhörervorverstärker ist langsam, differenziert nur wenig und verwäscht den Klang in einem zudem. Der Einsatz eines ordentlichen Kopfhörers am CSM-112 rentiert nicht. Das ist noch nicht einmal dem Umstand geschuldet, dass die Ausgangsleistung nicht stimmt – im Gegenteil: Das eine Watt Ausgangsleistung treibt problemlos Kopfhörer mit 150 Ohm. Vielmehr lässt der KHV Agilität vermissen, mehr Feinzeichnung wäre wünschenswert.

Auf der anderen Seite muss man aber auch der Fairness halber sagen, dass der K701 schon classy für einen KHV mit 75 Euro Straßenpreis ist (der HD 595 bleibt ebenso hoffnungslos unterfordert) und dass er immer noch viele Kopfhörerbuchsen schlägt, die bei Mid-Price-Geräten vorhanden sind. Wer an einer Microanlage einen AKG K514 betreiben will, wird den Einsatz des CSM-112 mit Sicherheit als Gewinn erleben. Wer gerne beim DVD-Gucken einen Kopfhörer verwenden will und nicht auf die größtenteils lausigen Kopfhörerbuchsen des Fernsehers angewiesen sein möchte, findet im CSM-112 ebenfalls eine wertvolle und preislich attraktive Lösung. Nur ernsthaft Musik hören kann man mit dem besagten Kopfhörerverstärker nicht.

Mein KHV hat dazu noch zwei Probleme: Bei leisen Passagen und im Leerlauf ist ein zwar erträgliches aber immerhin hörbares Rauschen zu hören (das aber, gemessen am Preis, durchaus noch so in Ordnung geht). Was nicht in Ordnung geht, ist dass bei mittlerer Lautstärke auch ein Brummen erscheint, dass bei niedriger oder sehr hoher Lautstärke verschwindet. Das kann einem die Freude zusätzlich verleiden.

Das Innenleben

Irgendwie will der zu seichte Klang des Verstärkers nicht recht ins Bild passen, dass das solide und aufwändige Äußere vermittelt und so habe ich das Gerät einfach mal aufgeschraubt: Ein Blick ins Innenleben sagt schon einiges:

Zuerst einmal fällt der in der Tat gut dimensionierte, geschirmte und geerdete Trafo auf – das ist schon mal ein gutes Zeichen, ebenso wie die Transistor-Ausgangsstufe. Aber das war es dann schon. Beim Betrachten der Platine fällt zuerst einmal auf, dass hier ganz schön krude gewerkelt wurde:

Hier ist kaum ein Bauteil gerade angelötet, viele sitzen nicht bündig auf der Platine auf und wackeln merklich – hier sehe ich – ohne das näher eingegrenzt zu haben, auch die Ursache des Brumms.

Der Poti ist nicht so richtig dick, man darf sich also überraschen lassen, wie lange der halten wird und wertigere Kopfhörerbuchsen habe ich auch schon gesehen. Wirklich erschreckend ist die Bestückungsqualität der Platine.Und dann fällt mir noch auf, dass, obschon der Trafo geschirmt ist, die Verkabelung des frontseitig verbauten Netzsschalters zum Sicherungssockel so nah an der Platine geführt ist, dass man auch hier Einstreuungen nicht ausschließen kann. Das ganze Ding sieht schon ziemlich chinesisch aus und stinkt auch nicht wenig (aber in geschlossenem Zustand hat man damit eigentlich kein Problem).

Fazit:

Es gibt noch günstigere Kopfhörerverstärker (wie z.B. B-Tech oder einige aus dem Musikhandel), die gar nichts taugen. Und viele Kopfhörerbuchsen von Mid-Price-Geräten bringen auch nichts. Bei Fernsehern haben die Kopfhörerausgänge erschreckend häufig Störgeräusche. Wer in so einem Setting nun mit Kopfhörern in moderater Preislage hören möchte, der kann sich die Anschaffung des Dynavox CSM-112 durchaus ernsthaft überlegen – denn hier reicht die Performance locker. Zu berücksichtigen gilt bei der Bewertung auch der Preis: Hier handelt es sich immer noch um ein sehr günstiges Gerät – das darf man nicht außer Acht lassen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist immer noch als gut anzusehen.

Wer in seiner Kette allerdings ordentlich Musik hören will, der muss einfach mehr Geld in die Hand nehmen. Für ambitionierte hifidele oder gar highendige Klangerlebnisse genügt der Dynavox schlicht nicht. Das sollte man beim Kauf bedenken.

Wie man aus einem Sennheiser HD 555 einen Sennheiser HD 595 macht

Gestern auf Fefes Blog gelesen: Der Sennheiser HD 595 (derzeitiger Preis bei Amazon 157,60 Euro) scheint relativ baugleich mit dem Sennheiser HD 555 zu sein (der kostet bei Amazon derzeit 117,22 Euro) zu sein – mit einem kleinen Unterschied:

Beide Kopfhörer sind in Prinzip offen, beim 555er wird aber ein zusätzliches kleines Schaumstoffstück in die Hörmuschel appliziert – um so den HD 555 downzugraden und den vermeintlich besseren 595er freier spielen zu lassen. Die Schallwandler indes sind bei beiden Modellen exakt identisch!

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich einfach aus einem 555er die Schaumstoffbedämpfer rauspfriemeln muss (was ein kindergartenkompatibler Mod zu sein scheint) – und schon habe ich den 40,38 Euro teureren 595er in Händen bzw. auf den Ohren… Yes!!

Ein reichlich bebildertes „How To“ gibt es übrigens hier!

Anmerkung: Jetzt weiß ich, wer sich ob der Anschaffung des 595ers kräftig in den Allerwertesten beißen wird. Und weiterhin weiß ich wie viele gemoddete 555er als 595er demnächst bei Ebay rausgehen werden…

Oh Shit: Nokia und Microsoft verbünden sich

Gerade habe ich auf Zeit Online gelesen, dass Nokia und Microsoft eine enge Kooperation geschlossen haben. Nokia ist trotz der Attacken von Apple, HTC und Konsorten ja immer noch weltgrößter Handyhersteller, hat aber das Problem, dass ihre Smartphonesparte schwächelt (obwohl Nokia-Smartphones ganz ordentlich sind). Das soll nun anders werden und deshalb ist man den Bund mit Microsoft eingegangen.

Im Bewegtbild wird dies noch einmal bestätigt. Update 07/2017: Das Bewegtbild ist inzwischen leider depubliziert.

Nicht nur Nokia will die Synergien nutzen – auch Microsoft soll etwas davon haben, denn die Nokia-Leute sollen denen bei der Verbesserung von Windows 7 Phone helfen. Und mehr noch: Während Bing zur Nokia-Standardsuche avanciert, verschmilzt Nokia Maps als zentrale Navigation in Windows 7 Phone – so orakelt man zumindest bei Heise.

Mein erster Impuls war der Gedanke: Schöne Scheiße. Erst einmal habe ich mit Windows auf Mobiltelefonen ausnehmend schlechte Erfahrungen machen müssen. Zum anderen ist aber nicht klar, was das für Symbian und MeeGo bedeutet. MeeGo dürfte, so weiß Die Zeit, ziemlich schnell platt sein, ihr Flagschiff-Telefon für 2011 kann Nokia dann einstampfen – aber auch für Symbian sehe ich in der Zukunft schwarz, denn dessen Weiterentwicklung verdanken wir ja quasi ausnahmslos dem Umstand, dass es das System der Nokia High-End-Telefone ist.

Symbian ist ab S60 wirklich ein feines System – schnell und stabil und es kann, was man braucht. Und das kombiniert mit der bislang ja ausgezeichnet guten Nokia-Hardware ist schon was. Eigentlich ist es wirklich schade darum.

Auch wenn Nokia qualitativ sehr gute Hardware bauen kann – mit Windows will ich die nicht geschenkt! Schöne Scheiße.

AKG K701

Wer das Blog hier öfter liest, dem ist sicher aufgefallen, dass ich immer wieder mal was über Kopfhörer und Kopfhörerverstärker gemacht habe. Das ist durchaus eigennützigen Motiven geschuldet, war ich doch lange auf der Suche nach einem ordentlichen HiFi-Kopfhörer für den Gebrauch an der heimischen Stereoanlage.

Die Suche dürfte zumindest in absehbarer Zeit ein Ende haben, denn seit guten zwei Wochen befindet sich der AKG K701 in meinem Besitz und ich bin äußerst zufrieden.

Der 701 kommt in einer wenig spektakulären schwarzen Pappbox, mitgeliefert ist eine Art Bedienungsanleitung, ein „Kopfhörerständer“ und ein recht edler Adapter von 6,3,mm Klinkenbuchse auf 3,5 mm Klinkenstecker. Schon beim Herausnehmen aus der Verpackung fällt auf, dass der Kopfhörer überraschend groß und überraschend leicht ist.

Die Haptik vermag zu überzeugen: Der etwa dreihundert Gramm leichte Kopfhörer ist solide aufgebaut und es finden durchaus edle Materialien Einsatz – der weiße Kunststoff ist mit einem glänzenden Finish versehen, glänzende Metallteile setzen die einzelnen Gehäusekomponenten voneinander ab, das Echtlederkopfband sieht hervorragend aus und die der Kopfform angepassten, sich nach oben verjüngenden Ohrpolster aus Velours sind hervorragend eingearbeitet. Der Materialeinsatz spricht für den Hörer, ob man das an klassisches iPod-weiß gemahnende Design mag, sei jedem selbst überlassen (wer den Kopfhörer in schwarz möchte, der kann sich ja mal den Q701 ansehen, den gibt es auch in schwarz und er ist einen guten Tacken teurer).

Der Tragekomfort korrespondiert mit der hochwertigen Haptik und dem Materialeinsatz: Der K701 trägt sich äußerst angenehm. Zuerst einmal ist der Kopfhörer leicht, das ist mir sehr wichtig, denn damit steht und fällt nach längerer Nutzung schon der gute Komfort. Weiterhin werden die Ohren von den äußerst großzügig dimensionierten Polstern voll umschlossen und nichts desto trotz hat man das Gefühl von Freiheit – nichts drückt, nichts beengt, das Design macht sich hier ausgezeichnet bemerkbar. Der Anpressdruck an den Kopf ist gering (man braucht den bei einem offenen Kopfhörer ja auch nicht wirklich) und so lässt sich der 701er auch als Brillenträger über Stunden ohne Druckgefühl tragen.

Velours ist für Ohrpolster ein überaus dankbares Material, denn es ist warm, weich, verfügt über gute akustische Eigenschaften und man schwitzt beim Tagen des Kopfhörers nicht. Aus Echtleder ist am Kopfhörer nur das sich selbst justierende Kopfband. Oben hat dieses ein schönes dunkelbraunes Finish mit AKG-Prägung, zum Kopf hin findet man gepolsterte. längliche Noppen, die auf dem Kopf aufliegen. Diese sind nicht selten Grund für Klagen über unangenehmes Drücken. Ich selbst konnte bislang kein derartiges Drücken vernehmen – ich habe aber auch reichlich Haar auf dem Schädel, vielleicht dämpft das 😉 Ich zumindest kann keine Einbußen beim Tragekomfort verzeichnen.

Größe und Design machen den AKG zu einem wirklich ausgezeichnet tragbaren Kopfhörer – man kann schon einmal vergessen, dass man einen Kopfhörer aufhat.

Ich komme zum wichtigsten: Dem Klang. Der AKG K701 ist sehr fein und neutral abgestimmt, es wird ihm gerne ein trockenes und analytisches Klangbild unterstellt – was ich nachvollziehen kann und was ich als unschätzbaren Vorteil empfinde.

Bevor ich aber über die Charakteristik berichte muss ich die enorme Auflösung und die exzellente Pegelfestigkeit loben: Mit einem Übertragungsbereich von 10 Hz bis 39,8 kHz ist der Hörer in der Lage, Frequenzen abzubilden, die das menschliche Gehör an und für sich gar nicht registrieren kann. Dabei fällt auf, dass die Abstimmung neutral und sauber ist – weder der Bassbereich noch die Höhen sind angehoben (so wie man das beim ein oder anderen Beyer immer wieder erleben muss). Hier muss der Kopfhörer nichts kaschieren und wartet mit einer Transparenz und Auflösung aus, die ihresgleichen sucht: Der Detailreichtum, der hörbar wird,ist überwältigend – komplexe Musik wird vom AKG in ihrer ganzen Vielschichtigkeit abgebildet – den einen mag das überfordern, der andere kann das genießen.

Unzureichende Aufnahmen – das sollte man wissen – werden gnadenlos demaskiert. Das ist bei den Beyers und Sennheisers weniger der Fall. Nichts desto trotz fehlt es dem 701er nicht an Emotionalität – er verlangt eben nur nach guten Quellen, was sowohl die Musik wie auch die Anlage betrifft. Ob man am Kopfhörerausgang der gängigen portablen Geräte oder Mikroanlagen seine Freude haben wird, darf bezweifelt werden.

Ich will an einem kleinen Beispiel verdeutlichen, was ich meine: Vorgestern hörte ich ein Kriminalhörspiel, aufgenommen von Radio Bremen im Jahr 1962 über Satellit (DVB). Hierbei war das Bandrauschen des Originalmaterials gut hörbar, das geht auch mit simpleren Kopfhörern. Interessant aber ist, dass sich mit dem 701er nicht nur einige Schnitte des Bandmaterials eindeutig als solche identifizieren ließen sondern auch, dass Geräusche, die hinterschnitten waren, nach einem zusätzlichen Kopierprozess ins Band eingefügt wurden – die Addition des Bandrauschens und des Rauschens der Kopie war selbst hinter lauter Geräuschkulisse deutlich hörbar. Nun ist die Frage, ob eine so gnadenlose Transparenz eher anstrengt oder begeistert – ich für meinen Teil bin begeistert, denn nicht nur Fehler sind zu entdecken sondern auch Feinheiten in Stimmen und Instrumenten, die einem mit weniger wertigen Kopfhörern schlicht verborgen bleiben.

Analytisch klingenden Hörern wird gerne in einem Atemzug auch eine gewisse Kälte und Emotionslosigkeit unterstellt – das kann ich über den AKG aber nicht sagen – im Gegenteil: Die Schnelligkeit und Direktheit der Wiedergabe sind eine ausgezeichnete Basis für hohe Emotionalität (wenn das Ausgangsmaterial das hergibt). Präzise Höhen, ein fein abgestimmter und natürlicher Mittelton, der auch bei gesprochenem Wort viel Freude bereitet ist gepaart mit einer präzisen, straffen Basswiedergabe. Tiefbässe sind hervorragend hörbar und der AKG kommt verdammt weit „runter“ – ohne hierbei zu übertreiben, zu dick aufzutragen und sich zu verzeichnen. Ein straffer Bass mit höchster Agilität ist in meinen Ohren wesentlich mehr wert als eine ungeformte, dick aufgetragene Basswiedergabe mit Tendenz zum Dröhnen. Metaller und Rapper, die nur den Kick im „fetten“ Bass suchen, werden mit dem 701er wohl nicht froh – aber für diese Zielgruppe ist der Hörer weder vom Design noch vom Preis her attraktiv.

Ein heikles Thema: Die Bühne. Ich bin ja der Meinung, dass man von Kopfhörern generell keine Abbildung der Bühne erwarten kann wie bei Lautsprechern und ich habe auch noch keinen gehört, bei dem dies vernünftig gelungen wäre. Aber selbst hier vermag der AKG was „draus zu machen“: Der Ton löst sich von den Kapseln und vermittelt den Eindruck einer freien Ortbarkeit. Nur, das ist eben so begrenzt, wie ein Kopfhörer eben begrenzt. Aber auch das vermeintliche Loslösen des Tons von der Membran gelingt – und dies findet man bei Kopfhörern – auch dieser Preisklasse – eher selten.

Der AKG K701 stellt schon Ansprüche an die Anlage …

… aber das fällt erst auf den zweiten Blick auf. Zuerst einmal mag man seitens der technischen Daten den Eindruck vermittelt bekommen, dass der Hörer sehr universell betreibbar ist. Mit einer Impedanz von niedrigen 62 Ohm ist er auch an schwachbrüstig ausgelegten Buchsen oder gut dimensionierten Mobilgeräten willkommen und bei einer Empfindlichkeit von 105 dB per Milliwatt bekommt man ihn auch mit suboptimalem Equipment halbwegs ordentlich getrieben. Nur: Klanglich wird das nicht verziehen. Der 701er will am iPod keine Freude machen – der iPod ist dafür einfach zu schlecht (auch wenn unkomprimiertes Material gehört wird). Rauschende Kopfhörerbuchsen an einfachem Gerät nerven schnell – ein schlecht justierter Tonabnehmer am Plattenspieler fällt sofort auf und wenn das Signal vom Tuner nicht ganz optimal ist hört man das deutlich. An halbkaputten Plastikanlagen ist mit diesem Hörer nichts gewonnen.

An einer soliden Anlage aber macht der 701er eine gute Figur und es gibt Potenzial, alles rauszuholen:

Mit einem mit Bedacht modifizierten Röhrenkopfhörerverstärker macht die Sache gleich doppelt Spaß: Die Wärme der Röhrenverstärkung und die ausgewiesene Transparenz des AKG ergänzen sich vortrefflich.

Fazit: In der Preisklasse unerreichter Klang, hohe Transparenz, gutes Auflösungsvermögen und hohe Agilität. Der Kopfhörer will gut befeuert sein. Optisch, haptisch und klanglich ein Genuss.

Kurzreviev der stereoplay.

last.fm bald kostenpflichtig

Das Musik-Social Network last.fm musiziert in Deutschland dank entsprechender Einigung mit den Verwertungsgesellschaften immer noch kostenlos – viele machen von diesem durchaus innovativen Dienst Gebrauch und es haben sich auch schon Dienstleister um last.fm herumgruppiert, die es so ohne diesen Service nicht gäbe.

Wer heute einen Webradio-Tuner kauft, achtet in der Regel nicht nur darauf, dass so eine Stand-Alone-Lösung mit Real Media zurecht kommt sondern auch last.fm „empfangen“ kann (zu solchen Geräten zählen die 19-Zoll-Stereoanalagentuner von AEG, muvid aber zum Beispiel auch das revo Heritage).

All jene, die bislang das last.fm-Angebot auf dem Handy oder via Stand-Alone-Device hören, möchten jetzt bitte Platz nehmen und sich des sicheren Sitzens versichern:

Dieser Heise-Meldung zufolge bleibt nur die Nutzung von last.fm im Webbrowser kostenlos – wer den Dienst über IP-Radios oder Handys ab Mitte dieses Monats weiternutzen möchte, der muss zukünftig ein VIP-Paket für 3 Euro pro Monat buchen.

Das tut natürlich allen Hi-Fi-Fans weh, die sich die nicht ganz billigen Streaming-Media-Endgeräte mit entsprechender last.fm-Tauglichkeit gekauft haben um schwerpunktmäßig genau diesen Dienst zu nutzen. Eine Jahresgebühr vor 36 Euro – zusätzlich muss man für diese Geräte ja noch Rundfunkgebühren berappen, da sie ja UKW- bzw. DAB-fähig sind – ist natürlich bitter.

Es stand ja zu erwarten, das last.fm irgendwann mal Geld will – mit openBC hat das ja genau so angefangen, das war am Anfang auch kostenlos. Man gewöhnt die Leute einfach über einen (mitunter durchaus langen) Zeitraum an einen Service und dann kann man kassieren…

Ich schreibe das hier allen zur Warnung, die sich gerade überlegen, ein entsprechendes Endgerät zu kaufen: Sehr bald wird das last-fm-fähige Internetradio nur dann vollumfänglich nutzbar sein, wenn man über einen kostenpflichtigen VIP-Account verfügt.

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