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Goodbye, my Mac, goodbye!

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Angefangen hat alles mit einem Geschenk eines sehr guten Freundes, einem PowerBook 3400 – ich war Mac-infiziert. Und dann nahm die Geschichte ihren Lauf. In guten zehn Jahren habe ich neben dem vorgenannten PowerBook auch ein iBook G4 und ein MacBook besessen, außerdem einen iMac DV, einen PowerMac Dual (MDD-Edition) und nun einen Mac mini. Außerdem einen iPod der 3. Generation mit Firewire-Anschluss 40GB und einen iPod Video der 5. Generation 30GB. Und nun ist Schluss! Ich habe keinen Bock mehr!

Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mir einen Windows-PC kaufen werde, hätte ich ihn ausgelacht. Schallend. Mir war immer klar: Macs sind die besseren, schöneren Rechner. Bessere Rechner für bessere Menschen. Ein fataler Irrtum.

Damals mag da vielleicht sogar etwas drangewesen sein – ein G4 war verdammt gut gebaut, performte zu seiner Zeit unglaublich gut und hatte das hübschere und technisch gesehen auch bessere OS. Es war nicht nur was besonderes, einen Mac zu haben, es war auch etwas besonderes, einen Mac zu nutzen. An die Zeit des Umstiegs von Windows 2000 zu Mac OS erinnere ich mich noch recht gut, der erste Rechner mit OS X war eine Offenbarung. Ich hatte das Gefühl, mit einem Rechner noch nie so produktiv gearbeitet zu haben.

In dieser Zeit lernte ich viel: Wie man mit so einem Mac einen P-RAM resettet und wie man nicht-zertifizierte Hardware (ich hätte es schon früher merken müssen!) trotzdem funktionsfähig ins eigene System einbindet. Und dergleichen mehr.

Heute steht mir der angefressene Apfel bis zum Hals. Ich bin es leid! Sowas von.

Zu Zeiten des PowerPCs waren meine Zeiten mit dem Mac noch ungetrübt: Die Verarbeitung der Hardware war grandios gut, bei jedem noch so kleinen Teil spürte man die Qualität, alles schien wie für ewige Zeiten gebaut und lief und lief und lief. Mit dem Switch von der PowerPC-Architektur hin zu Intel wurde vieles schlechter. Zuerst habe ich davon nichts bemerkt, der G4 und das iBook funktionierten ja prima. Nur: Irgendwann war auch ich zum Umstieg gezwungen, gab es längst nicht mehr alle Software als universal binary. Und so kaufte ich den damals günstigsten Rechner der Apple-Linie, einen Mac mini. Mit dem war ich, trotz der geringen Performance, ein Jahr zufrieden, dann fingen leichte Zicken an, ich installierte das System neu, ließ Hardware-Diagnose-CDs durchlaufen (ohne Befund) und mit der Zeit wurden die Kernel Panics, die zum sofortigen Shutdown zwingen – das System steht dann – immer häufiger. In den letzten Tagen war das dann der Regelzustand, der mini war nicht mehr startbar.

Auch wenn ich es selbst nicht geglaubt hätte (und auch wenn ich mich nach jahrelanger Abstinenz echt noch etwas unsicher in der neuen Welt fühle): Ich habe mir einen PC gekauft, genauer gesagt: Ein lenovo ThinkCentre mit Win 7 Professional. Und so mach einer, der mich kennt, wird sich nun am Kopf kratzen und fragen, was in mich gefahren sei.

Ich will es kurz in wenigen Stichworten erklären: Ich bin mit Macs nicht mehr zufrieden, weil…

  • … die Hardware inzwischen nicht mehr „Premium“ ist sondern vergleichsweise lausig in der Qualität. Die Geräte, die seinerzeit in California hergestellt oder assembled wurden, waren wirklich solide und als qualitative Premiumprodukte anzusehen. Die Rechner, die heute bei Apple vom Band laufen, halte ich persönlich allein von der Verarbeitung her für Ramsch. Zwar werden hie und da etwas edlere Werkstoffe eingesetzt – das Innenleben, besonders das der einfacheren Maschinen, besteht aber wirklich aus veralteter und windiger Technik. Das ist keine Freude.
  • … die Hardware ist im Vergleich zu qualitätvoller PC-Hardware mindestens doppelt so teuer, vergleicht man den einfachsten PowerMac mit einem mindestens so performanten PC, dann ist das Gerät sogar dreimal so teuer. Im Mac steckt aber ein Standard-Prozessor und viele Standardbauteile. Der Preis für die Apple-Hardware ist durch nichts mehr zu rechtfertigen. Auch nicht durchs Design.
  • … der Support beschissen war und die Garantiebedingungen und Leistungen von Apple mit Fug und Recht als beschissen bezeichnet werden dürfen. Der Support von Apple war zu mir ausnahmslos muffig, arrogant und leider auch völlig inkompetent. Wer einen Mac kauft, der hat nur ein Jahr Garantie – es sei denn, man kauft sich zu Mondpreisen einen CareProtection Plan. Das ist in meinen Augen ziemlich dreckig. Bei jedem anderen Rechner habe ich zwei Jahre Gewährleistung, oft erweitern die die Hersteller oder Händler auf drei Jahre.
  • Apple wird langsam echt dreckig. Heute geisterte durch die Ticker, dass Apple in Europa den Verkauf unterschiedlicher Tablets zu unterbinden sucht. Tablets sind aber mitnichten eine Erfindung von Apple, die gab es schon um das Jahr 2000 – nur damals wollte die kaum jemand.
  • Ich brauche einen Computer, klein Lifestyle-Produkt. Apple liefert in meinen Augen mehr und mehr Lifestyle und immer weniger Computer. Das zeigt das iPhone – eigentlich ist das kein gutes Telefon, es enthält unsinnige Limitationen und ist geschlossen wie ein Keuschheitsgürtel. Und so wundert es wenig, dass das iPhone mehrheitlich von Hipstern in den Pfoten gehalten wird. Oder von Unterschichtlern, die gerne Hipster wären. Das ist nix für mich. Ähnliches darf für die iPads gelten, ein Device, das im Jahr 2011 nicht in der Lage ist, mit Flash umzugehen. Und das nicht, weil es technisch nicht ginge, sondern weil Apple Inhalte über seine Plattformen vertricken will. Mit DRM. Sorry, bei dem Blödsinn mache ich nicht mit. Ich bin ach kein Unterschichtler und auch kein Hipster, gehöre also nicht zur Zielgruppe.
  • PC-Software ist in aller Regel billiger und wenn ich mal wieder einen Kaffee oder ein Spezi in die Tastatur fließen lasse, bekomme ich für ein paar Euro Ersatz – und ich muss mich nicht um eine teure Spezialtastatur bemühen, die nur in Shops mit vergeistigten Mitarbeitern geführt wird, in deren Gegenward man sich um sein Karma fürchten muss.

Ja, OS X ist ein schönes Betriebssystem und ich hatte in all den Jahren nicht ein einziges Mal Probleme mit Viren oder Trojanern. Aber ich musste ob der mangelhaften Hardwarequalität viel Geld in neue Apple-Hardware stecken. Möge jeder befinden, was besser ist. Für den PC habe ich nun mal eine russische Antivirensoftware geordert – ich bin guter Hoffnung, dass das klappt.

Bisher vermisse ich am PC nichts. Win 7 ist nicht annähernd so usable und hübsch wie OS X – aber es läuft – sehr zu meiner Verwunderung – auf einer Paarhunderteuromaschine nich langsamer. Und ich gewöhne mich an das neue Feeling, obschon es mir lieber gewesen wäre, wenn meine Macs einfach weiterfunktioniert hätten. Der Umstieg gestaltet sich noch nicht ganz reibungslos, denn Windows ist hier und da echt tricky. Aber auch damit werde ich umgehen lernen.

Zum Schluss dieses Posts noch eine kleine Anekdote: Als der Mini kaputt ging, habe ich zuerst einmal im MacStore geguckt, was nun ein Rechner ohne Notebooktechnologie kostet. Mir kamen die aufgerufenen 2100,- Euro für den kleinsten MacPro zuerst auch ziemlich normal vor. Erst als ich nach unterschiedlichen Prozessoren googelte und immer wieder über Angebote von Desktop-PCs stieß, wurde mir klar, dass die Preise der Macs – gemessen an ihrer Leistung – wirklich jenseits von gut und böse sind. Und ich kann auch sagen: Das lenovo-Ding, das ich bestellt habe, war bei weitem nicht der billigste Rechner, der zu haben war und nichts desto trotz kostet er nur einen Bruchteil vom MacPro. Auch wenn es mir schwerfällt, mir das selbst einzugestehen: Ich habe mich mehrere Jahre ziemlich verarschen lassen. Warum eigentlich? Wie konnte ich beim Thema Computer, einem Thema, dem ich doch recht nahe bin, mein Hirn so aushängen? Ich hatte mir immer PCs angeschaut – ich wusste über die Jahre eigentlich auch immer so ungefähr, was die Dinger leisten und können. Aber auf den Preis habe ich nie geachtet – ich musste das auch nicht, weil ich mir immer einredete „Das ist eh nichts für Dich.“. Und nun habe ich einen PC. Und einen DAB+-Empfänger für den Rechner, der nicht unter OS X tut, obendrauf. Mit Windows (7) habe ich am Netbook schon erste Erfahrungen gesammelt. Nun ist das Wiedergewinnen von Souveränität als Nutzer das Challenge der nächsten Wochen. Und in Demut und auch ein wenig überrascht muss ich feststellen, dass das Spaß machen kann.

NOXON DAB+ USB-Stick von Terratec

Für 14,90 knappe 20 Euro gibt es nun vom Nettetaler Hersteller Terratec einen DAB-Stick, der das neue „Digitalradio“ empfangen wird. Der NOXON DAB-Stick kommt als USB-Empfänger für den Windows-PC und soll neben dem reinen DAB+-Empfang auch ein EPG, Journaline-Funktion und eine spezielle Software vom IIS Fraunhofer mitbringen.

Quelle: Terratec/konstant

Ursprünglich war der Stick im Webshop zum Preis von 14,90 Euro zu haben und es hieß auch, dass dieser Einführungspreis bis zum 31. Juli gelten sollte – heute kostet er leider schon 19,99 Euro (zzgl. Versand). Das ist in Anbetracht des Lauffeuers, den dieses Angebot in interessierten Kreisen gerade über Twitter macht(e), natürlich ein PR-Fail. Die Dame von der Pressestelle konnte mir aber auch nicht bestätigen, dass man den Stick – wie versprochen – bis Monatsende zum Einführungspreis erhält. Der Herr, der bei Terratec dafür zuständig sei, so sagte man mir, sei im Urlaub. So bleibt den Vorbestellern nun nichts anderes, als den Stick zum UVP zu ordern, peinlich.

Technisch verspricht dieses Stückchen Hardware aber umso interessanter zu sein. Zwar sind Infos über die konkreten Specs des Sticks rar gesät, da aber die Sender des Bundesmuxes im Kontext des Sticks genannt werden, gehe ich zumindest von einer vollen DAB+-Kompatibilität aus. Weiterhin soll eine Fraunhofer-Software (Institut für integrierte Schaltungen, mp3-Erfinder und DRM-Vorantreiber) dabei sein, das wird spannend. Erkennen lässt sich bereits, dass der Antenneneingang eine hierzulande gebräuchliche Belling Lee-Buchse ist, somit steht auch Antennenexperimenten out of the box nichts im Weg.

Terratec hat auch ein nettes Video für Newbies im Web, das sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber mal eingebettet:

Geordert werden kann der Stick jetzt schon im Terratec-Webshop, versendet wird er dann ab der KW31.

Dinge: Waltham Telestar 4004

Hier nun wieder etwas aus der Kategorie „retro“ – Dinge, die ich mal hatte, die es heute nicht mehr gibt und die wohl auch niemand mehr so kaufen würde. Mitte der 1990er Jahre habe ich diesen nicht ganz uninteressanten kleinen „Reisefernseher“ geschenkt bekommen – einen Waltham Tele Star 4004.

Ende der 80er, Anfang der 90er gab es einen bemerkenswerten Trend: Jedes etwas größere Kaufhaus, das auf sich hielt, hatte einen kleinen Fernseher im Angebot, diese „Campingfernseher“ mit einer Bildschirmdiagonale, etwas größer als eine Zigarettenschachtel, natürlich schwarz/weiß, sind gemeint. Der Preis für diese Art Gerät schien standardisiert gewesen zu sein – sie kosteten 99,- DM, nie weniger und nur sehr selten mehr. Wozu diese Apparate wirklich gut waren, bleibt fraglich, denn wirklich mobil war man ob des etwas gewöhnungsbedürftigen Formats und des nicht ganz geringen Stomverbrauchs (der sich in der Regel mit Batterien nicht sinnvoll bestreiten ließ) mit diesen Fernsehern nicht und für den stationären Gebrauch war der Bildschirm einfach zu klein. Und dennoch gab es diese Dinger und irgendjemand muss diese Fernseher ja gekauft haben. Ich habe ihn – wie eingangs erwähnt – geschenkt bekommen und damals sogar hin und wieder benutzt, denn ganz mies war das Gerätchen nicht: Das Bild war überraschend scharf und die Empfangsleistung hinreichend gut.

Irgendwann aber (es mag vielleicht zwei Jahre gedauert haben) war dieser Fernseher hinüber – irgend ein Teil gab da seinen Geist auf und der Ton war kaum mehr verständlich. Ich habe mir viele Jahre später aus sentimentalen Gründen wieder so einen Fernseher gebraucht gekauft (für Pfennige!), auch der hielt nur ein paar Sendungen durch.

Damals habe ich das Ding aufgeschraubt, um zu sehen, ob es mit Hausmitteln zu reparieren sei und ich musste feststellen, dass sich im Inneren eine wahre Materialschlacht offenbarte: Mehrere Platinen, auf Scharnieren gelagert, ein gekapseltes Tunerteil und zahllose Potis zur Abstimmung fanden sich da neben einem ausreichend dimensionierten Trafo und zwei Lautsprechern an. Krass – für hundert Mark! Der Aufbau dieses Kastens war beeindruckend, immens aufwändig – aber technisch dennoch nicht so solide, denn diese Dinger rauchten ihren Besitzern immer wieder ab. Damals offenbarte sich beim Zerlegen der Schwarzweißkiste schon die Herkunft: „Made in USSR“ war auf einer Platine aufgedruckt, gebaut wurden diese Geräte in Leningrad, wie uns das Internet dieser Tage verrät.

Der Importeur dieses Kastens war eine Firma namens Waltham, der diese Ferneher zu Tausenden in die hiesigen Supermärkte brachte. Obschon bei genauerem Nachdenken so ein Fernseher (außer vielleicht für Trucker) gänzlich überflüssig war, sah man diesen doch immer wieder – in Jugend- und Gästezimmern, in den Regalen der Hobbykeller oder an Empfangstheken und in Pförtnerhäuschen – dort dienten sie wohl nicht als Überwachungskameramonitor sondern eher der Unterhaltung des Personals.

Heute ist – sofern man keinen analogen Kabelanschluss hat (und dann auch nur bedingt) mit dem Tele Star 4004 nichts mehr anzufangen. Diese Gattung tragbarer Schwarzweißfernseher ist komplett verschwunden. Heute hingegen gibt es tragbare DVB-T -Fernseher (von ähnlich zweifelhaftem Nutzen und witzigerweise kosten die um die 100,- Euro). Trotzdem vermisse ich die kleinen, nutzlosen Kästchen, man hatte die in den Farben Eierschale, rot und schwarz, manchmal. Es gibt kaum robuster und dennoch technisch trashiger gefertigte Geräte, die so nutzlos waren. Und so hübsch anzusehen.

Kopfhörer: t.bone HD660 – einen Haufen Bass fürs Geld

Dieser Tage ging mein bevorzugt mobil benutzter Kopfhörer kaputt (es war ein wesc bongo, und zwar der hier, klang scheiße, sah aber gut aus) und es musste ganz schnell günstiger Interims-Ersatz her. Gefunden habe ich diesen beim Musikhaus Thomann in Form eines t.bone HD660, einem Kopfhörer für den derzeit knappe zehn Euro aufgerufen werden. Für einen Zehner kann man nicht viel erwarten – und dennoch: Der besagte HD660 birgt Überraschungen.

Geliefert wird ein ohraufliegender Bügelkopfhörer im Retro-Design, der von der Verarbeitung her sehr wertig ausfällt: Zuerst erwähnen muss ich das textilummantelte Kabel, das zusätzlich noch einen Lautstärkeregler mitbringt. Ich war ob dieses Regler erst etwas befremdet – aber er ist richtig praktisch. Wie lange sowas hält, wird die Zeit zeigen. Unter dem Stahlband befindet sich das Kopfband, dieses ist großzügig breit und bequem. Die eher kleinen Ohrmuscheln liegen absolut parallel. Man ist heute ja eher angewinkelte Kopfhörer gewohnt, ich habe bei diesen Kopfhörern keine Probleme mit dem Tragekomfort, man liest aber auch anderes. Die Verarbeitung ist für den geforderten Zehner absolut super. Der Tragekomfort ist aus meiner Perspektive ok – aber es gibt hier auch andere Stimmen.

Und der Klang? Nun, das ist etwas anderes. Ich will noch nicht einmal sagen, dass der Klang schlecht ist, natürlich ist er aber auch nicht. Er ist vor allem eines: Basslastig. Als ich den Kopfhörer zum ersten mal hörte, war ich ob des kräftigen, aber wenig akzentuierten Basses etwas überrascht. Leider kommen die Mitten und Höhen – besonders aber die Mitten deutlich zu kurz. Das druckvolle (aber nicht allzu agile) Klangbild kann mit der „richtigen Mucke“ schon Spaß machen, Klassik geht auf dem t.bone HD660 ebenso unter wie Jazz. Und auch die Sprachwiedergabe leidet unter der Überzeichnung der Tiefen.

Andererseits muss ich feststellen, dass der Kopfhörer mit der typischen Impedanz von 32 Ohm schon bei sehr niedrigem Eingangssignal gut anspricht und erstaunlich pegelfest ist. Das brauchen alle Apple-Jünger nun nicht, deren Ausgabebuchse ist ja per se etwas schwachbrüstig, alle anderen, die mal richtig aufdrehen wollen, dürfte es allerdings freuen.

Was also ist von der Zehn-Euro-Nummer zu halten? Für Unterwegs haben wir hier einen fürs Geld reichlich ordentlich verarbeiteten Kopfhörer – am Sound hapert es ob der doch recht groben Abstimmung. Wer gerne eine Bassorgie fährt, hat Spaß mit dem Hörer, so richtig sauber ist die Abstimmung aber nicht. Und: Der Kopfhörer hat ein richtig nettes Retro-Design. Für einen Zehner kann man nicht viel falsch machen.

MiniDisc wird eingestellt

Mit zwei heute toten Digitalformaten habe ich ausführlich gearbeitet: Mit DCC (vielleicht schreibe ich darüber man wann anders) und mit MiniDisc. MiniDisc gabs seit 1991 (circa), in die Hände gefallen ist es mir um das Jahr 1998 und ich hatte Spaß mit dem Ding. Kleiner als ein Discman waren die portablen Recorder (den hier hatte ich lange) und man konnte prima unterwegs aufnehmen und mit entsprechenden Mikros auch toll bootleggen. MD war Ende der 90er ziemlich ausgereift und die Qualität war ebenso prima. Ich kannte einen Haufen Leute, die mit MD gearbeitet haben. Und dann kam mp3.

Mei, was für Zeiten. Hausmusik und Housemusik waren auf den kleinen, erstaunlich robusten Discs. Man konnte die Titelnamen editieren, Tracks schneiden, einzelne Tracks löschen… Aber wehe, die Batterie war leer, bevor man die Aufnahme stoppen und der MD-Rekorder die table of content schreiben konnte – dann war die Aufnahme im Arsch.

Heute habe ich auf twitter gelesen, dass Sony die MiniDisc nach zwanzig Jahren einstellt. Zwanzig Jahre! F**k! Ich werde alt. Goodby, Minidisc (ich habe Dich zwar seit zehn Jahren nicht mehr gesehen, aber eine coole Sau warst Du damals!).

Mobile computing.

Ihr erinnert Euch: Ich hatte vor einem knappen Jahr ja mal das Jay-tech JayBook 9901 im Einsatz. Das hab ich dann in der elektronischen Bucht verkauft, weil die Performance des Rechnerchens dann doch nicht hinreichend gut genug war, um mit der Maschine im Netz leidensfrei zu arbeiten (was für die Nutzung der Textverarbeitung im offline-Betrieb nicht zutrifft).

Jetzt gewöhne ich mich wieder an Windows, genauer gesagt: Windows 7. Denn seit gestern will mich ein hp mini begleiten. Erste Erfahrungen mit dem Gerät seit gestern abend gibt es schon: Es ist wirklich mini, funktioniert ganz gut und kommt mit einem überraschend guten Display und einer sehr ordentlichen Tastatur daher. Nur an Windows muss man sich eben gewöhnen. Was weiterhin auffällt: Ich habe den Akku jetzt erst einmal geladen, gestern vier Stunden damit gearbeitet und zur Minute ist er auf 50%. Das wird was.

Als Arbeitsrechner ist das Dingli jedenfalls optimal, lassen sich damit doch problemlos alle Blogs updaten und Mails bearbeiten. Ob und wie das mit dem von mir verwendeten CRM genau so geschmeidig klappt, weiß ich noch nicht – aber es sieht ganz gut aus. Fürs erste bin ich jedenfalls überrascht, was diese Winzlingscomputer heute zu leisten vermögen.

Auch ein Bunch Freeware läuft schon auf dem Rechnerchen: Das SoftMaker Office 2008 ist prima, VLC musiziert ganz hervorragend, Firefox als Browser ist eh klar und dann gibts noch einen AVG-Virenscanner und weitere Kleinigkeiten. Nur einen guten Multiaccount-Twitterclient vermisse ich noch – gibt es hier am Mac eine Riesenauswahl, wird das unter Win 7 eine echte Herausforderung. Und Adobe AIR mag mich irgendwie auch nicht…

Einfache Textmaschine zum Budget-Preis: SE Txt Pro.

Ein Querformat – Touch – Slider mit vollwertiger QWERTZ-Tastatur ist schon was Feines, das wissen die Besitzer von Handys wie dem E7 zu schätzen. Allerdings waren diese Geräte auch immer teurer als das Standardtelefon. Jetzt kommt Sony Ericsson (lange nichts mehr von denen gehört) mit einem Telefon um die Ecke, dass Touchscreen, Slider und QWERTZ-Tastatur verbindet und zudem ein realistisches Preisschild trägt: Um die 130 Euro soll das Teil kosten . Klar, dass man da Abstriche machen muss, die Idee aber überzeugt.

Das Handy ist als Textmaschine konzipiert und soll besonders eine jugendliche Käuferschicht ansprechen. Mit dem SE-eigenen Betriebssystem werden Clients für Facebook, twitter und Google Talk angeboten – außerdem gibts einen Mailclient und einen eigens entwickelten Browser. Natürlich ist ein MP3-Player und ein UKW-Radio mit an Bord und eben – als echtes Feature die QWERTZ-Tastatur.

400×240 Pixel werden aus Display gepackt – so richtig zeitgemäß ist das zwar nicht, bedenkt man aber, dass der Bildschirm eh nur 7,62 cm groß sein soll (3 inches), kann das aus Ergonomiegründen durchaus sinnvoll sein.

Von der Konnektivität her ist fast alles im grünen Bereich: WiFi ist ein Feature, Bluetooth mit Stereoprofil ebenfalls sinnvoll, ins Netz connectet das Txt Pro allerdings höchstens mit EDGE – UMTS soll ausdrücklich nicht gehen, was ein echtes Manko darstellt.

Fazit: Der Komfort einer echten QWWERTZ-Tastatur ist durch kein Touchdisplay mit entsprechender Software-Tastatur zu ersetzen. Dass man bei SE nun eine Textmaschine für Kids in den Ring wirft, die ein ähnliches Kundenprofil ansprechen dürfte, wie seinerzeit die ogos, ist auch gut. Lediglich das Fehlen von UMTS gibt es zu bemängeln, der Preis des Telefons allerdings ist super.

Ob die Kids das Telefon wirklich wollen, bleibt abzuwarten – aber auch etwas ältere Semester, die viele Mails versenden, könnten mit dem Txt Pro zum Budgetpreis ihre Freude haben. Gerade hier spielt ein uneingeschränkter Multimediazugriff und damit das Fehlen von UMTS oft nicht die entscheidende Rolle.

Soll demnächst herauskommen, wann genau, konnte ich nicht ausfindig machen – ich berichte aber.

Weitere Infos gibt es auf der SE-Webseite.

Kleiner Abgesang auf palm.

Ihr wisst: Ich nutze, allen „fortschrittlichen“ Handyintegrationen trotzend, immer noch PalmOS auf einem nun schon deutlich angestaubten aber dennoch ganz hervorragenden T3 – und das mit großer Freude. Dumm ist nur, dass mit den sich immer weiter entwickelnden Betriebssystemen der gute alte Palm Desktop schön langsam nicht mehr mithalten kann:

Es gibt derzeit noch zwei herunterladbare Releases des Palm Desktops: Zum einen eine Version 4.irgendwas, die Systeme bis Win XP supported und die meiner bescheidenen Meinung nach die beste Version ever ist. Und dann noch die ACCESS-Powered-Version 6.x, hier wurde insbesondere die Kalenderfunktion um ein wichtiges Feature* beschnitten, dafür ist diese Version mit den Palm OS-Mobiltelefonen kompatibel. Soll wohl auch unter Vista gehen, Palm hp garantiert aber nicht dafür…

Für das aktuelle Mac OS ist die Sache noch etwas komplizierter: Es gibt für OS X eine Version 4.2.1 von palmOne – die ist aber noch für die PPC-Architektur gemacht (rock solid!) und wenn man die nun auf einem heute gebräuchlichen Intel-Mac rennen lassen will, kommt man um Rosetta icht herum – und ein wenig 90s schaut die auch schon aus.

Eigentlich wurst, weil es am Mac ja läuft und auf Arbeit unter XP ja auch, das soll mich also nicht stören – nur: hp hat den Support für palmOS komplett eingestellt und lässt die alten Palm-Kunden nun richtig spüren, wer der neue Herr im Haus ist.

Folgendes Problem überraschte mich dereinst: Ich habe an einem XP-Rechner mit SP3 und allen Aktualisierungen den Palm immer brav und ohne Stress mit dem Desktop gesynct – nur dann musste ich mal eine Kodak Zi8-Kamera a USB-Port anklemmen und seither geht nix mehr. Die Registry ist gecleaned, neue USB-Treiber drauf, die Palm-Software wurde neu eingespielt – aber: Es synct nicht. Nun, as tut man in so einem Fall? Man ruft beim Support an und fragt da mal nach. Früher war der Palm-Support in Frankfurt auch ganz prima, die waren alle fit und hatten immer eine Lösung – auch für komplexe Hardwarefails und auch unaverage customers mit sehr speziellen Supportanfragen beantwortete der Helpdesk schnell und kompetent. Und heute?

Ich kann den Hotlinemitarbeitern ja abspüren, dass sie mir gerne helfen würden, aber man lässt mir zwischen den Zeilen keinen Interpretationsspielraum, dass man mir nicht helfen darf!

„Der Support für Palm OS ist eingestellt – bitte informieren Sie sich online im Forum oder der Knowledge-Base.“ lautet deren auf jede gestellte Frage lapidar erwiderte Antwort. Dumm nur, dass die Palm OS – Knowledge-Base ziemlich grottig ist und keinen Support für USB in Verbindung mit SP3 zur Verfügung stellt.

Man darf icht vergessen, dass vor Zwei Jahren noch mit dem Centro ein palmOS-Telefon verkauft wurde, das waren zwar 2009 nurmehr noch Restbestände, nichts desto trotz gingen die hier ganz offiziell über den Ladentisch. Die letzten Palm-Watches waren 2007, genauso wie die LifeDrives, die sie ja auch nur kurz im Programm hatten. Und nun tun die so, als wäre das alles nix gewesen, tschüss lieber Kunde und auf Nimmerwiedersehen!

Es beißt schon ein wenig: Handspring und dann Palm waren Business-Premiumanbieter, die ihre Kunden nicht im Regen stehen ließen und ausgereifte Produkte mit hervorragendem Service anboten. Und so erwarb man sich eine hervorragende Reputation und verkaufte millionenfach Handhelds und Telefone.

Diese Zeiten – das einzusehen fällt schwer – sind nun vorbei. Das innovative pre, seinerzeit der iPhone-Killer hin, neue Tablets her.

Dabei ist das Problem hausgemacht: Seinerzeit wurde die USB-Verbindung vom Handheld zum Rechner nicht von Grund auf neu aufgezogen sondern von RS232 auf USB umgehoben – gute zehn Jahre später rächt sich das. Was nur halb so schlimm wäre, wenn es weiterhin Support (und ggf. auch geeignete Treiber) gäbe.

So sind nun die Palm OS-Gerät zu echten Auslaufmodell geworden. Mit jedem neue Betriebssystem-Release wir für den Nutzer unwahrscheinlicher, sein Gerät sinnvoll weiterbetreiben zu können. Die Online-Update-Funktion ist ebenfalls eingestellt – das Update zeigt ins leere, viele Supportseiten sind auf der hp-Site 404.

Mein Problem wird sich wohl nur durch eine XP-Neuinstallation lösen lassen. Das mag noch ein bis zwei Jahre gut gehen, dann gehören die Palm OS-Geräte wohl zum Elektroschrott. Das ist jammerschade, denn selbst neue PIM-Lösungen erreichen kaum bzw. gar nicht das Niveau von Handheld und Desktop.

——

*die Funktion, mit der man Kalendereinträge kategorisieren und farblich markieren kann, fallen bei der ACCESS-powered-Version voll unter den Tisch – das ist echt beknackt!

Audio-Streaming 1.0 – das ELENCO Transmitter-Kit

Seitdem nicht-grundstücksüberschreitende Funk-Aussendungen im UKW-Band mit einer Sendeleistung von weniger als 50nW legal sind, bieten diese eine hervorragende Möglichkeit, beliebiges Audiomaterial vermittels kleiner Transmitter auszusenden und mit jedem gewöhnlichen Radio mit Antenne zu empfangen. So kann man ein Sat-Radioprogramm auch in Küche, Bad oder am Radiowecker hören, das gleiche gilt auch für die eigenen mp3-Playlists und das alles, ohne sich mit UPnP herumärgern zu müssen oder nochmal irgendwo einen IP-Empfänger oder Aktivboxen aufstellen zu müssen. Die Krux ist nur, dass die hierzulande erhältlichen Transmitterchen eher Rauschgeneratoren sind, denn ernsthalte Musiküberträger. Das ist – entgegen landläufigem Glauben – noch nicht einmal der geringen Sendeleistung geschuldet sondern eher dem Umstand, dass diesen kleinen im Elektromarkt erhältlichen Gerätchen zumeist eine richtige Antenne fehlt und die eingesetzten Operationsverstärker auch eher der Kategorie „grottig“ entstammen.

Wer nun eine Kreditkarte sein Eigen nennt und zudem Löten kann, der findet bei ELENCO – einem US-Vertrieb für Elektronikbausätze Abhilfe: Mit dem FM-10CK wird ein UKW-Transmitterbausatz vertrieben, der vorgenannten Problemen ein Ende bereiten dürfte. Leider lässt die etwas altbackene Seite keine präzise Verlinkung zu – und dann auch noch Frames!! – aber Ihr findet das.

Quelle: ELENCO Händler-/Presseinfo

Erst mal das Rechtliche: Wer das Ding klickt (ich glaube, das kostet aus den USA etwas über 20 Dollar Versand), der muss beim Aufbau schon sicherstellen, dass die Sendeleistung passt. Dann ist die Zeitkostante der Emphase auf 50 µs zu wählen (das geht hier out of the Box, default ist meines Wissens 75 µs – ist ja ein Ammigerät). Nun braucht man noch einen Adapter für den Antennenausgang (Pfennigartikel), der ist ja auch Ammilike als F-Buchse ausgeführt) und dann kann man das Ding entweder mit einem E-Block oder einem separaten Netzteil – einem entstörten, wohlgemerkt – mit 15 Volt Gleichstrom versorgen und schon geht es los. Das alles darf aber nicht verpeilt werden, da sonst der Betrieb in Deutschland nicht zulässig ist!

So ein Bausatz kostet knappe 70 Dollar – das ist in der Regel selbst mit den 20 Dollar Versand ein guter Tarif, denn hierzulande werden öhnliche Kits, allerdings ohne Gehäuse, um die hundert Euro gehandelt.

Sehr geil, dass sowas (zumindest halbfertig) habbar ist – zwar gibt es bei eBay immer mal wieder sehr chice out-of-the-box Sender, die komplett durchstimmbar sind und neben BNC-Antennensteckern auch mit einem gescheiten Display aufwartet, aber wenn man sich sowas in die Wohnstube stellt, hat man mit Sicherheit recht fix die Post BNetzA im Nacken.

Das Chromebook rentiert sich nicht.

Google will den „mobile computing“ – Markt aufrollen und launcht Mitte nächsten Monats zwei kleine Notebooks von acer und Samsung, die auf den Namen chromebook hören – und mit einem Google-eigenen Betriebssystem aufwarten.

Zwei Besonderheiten, die ich vorab nennen will, weisen die Chromebooks auf:

1. Man muss die Dinger leasen, es gibt hierbei unterschiedliche Preismodelle

2. Wenn man mit seinem Chromebook gerade keine Internetverbindung hat, dann funktioniert es nicht.

Derzeit kann man sich auf eine Interessentenliste für Subscriber setzen lassen, und da ich für einen großen Bildungsträger arbeite, habe ich das gleich einmal für den Bereich „Education“ gemacht. Wenn man im Businessumfeld ein Chromebook leasen will, muss man erst einmal zehn Stück leasen – auf eine Dauer von drei Jahren. Und dann hat man die Wahl zwischen einem kleineren acer-Notebook und einem etwas größeren Samsung-Gerät:

So sieht die Tabelle für den Bezug in Europa im Bereich Education aus, die ich von Google bekommen habe. Jetzt einmal den Taschenrechner gezückt: Auf drei Jahre kostet das etwas besser ausgestattete Samsung-Modell ohne 3G-Option (d.h. ich bin auf WLAN angewiesen, weil ohne Netz tut das Ding ja nicht) 828,– Euro. Etwaige Versandpreise, weitere Abonnements, Datenkosten via Mobilfunk oder die Kaufpreise von Apps sind da nicht mit reingerechtnet.

Bedenkt man, dass ein ähnlich ausgestattetes Netbook um die 350 bis 400 Euro kostet (hier habe ich immerhin zwei Jahre Garantie, viele Händler bieten optional Garantieerweiterungen an), ein mehr als bescheidenes Preis-Leistungsverhältnis.

Auf einem Chromebook bekomme ich auch meine eigene Software nicht installiert – schon gar nichts anderes als den Chrome-Browser. In der Google-eigenen FAQ wird auf die Frage „Can I install any browser other than Chrome?“ lapidar geantwortet:

No. It’s not possible to install or run any other browser on a Chromebook, because you can’t run client software on it. The Chrome operating system runs Chrome only.

Na Glückwunsch. Da bin ich ja gar nicht eingeschränkt. Eigene Software, eigene Clients installieren? – Fehlanzeige:

No. Chromebooks only run a browser, so they cannot run any other client software.

Das ist schon gescheit gruselig.

Natürlich ist ein Leasingmodell für ein Notebook schon interessant – Google verspricht, dass man ein neues Chromebook bekommt, wenn das alte kaputt gehen sollte – aber dafür muss ich nichts leasen sondern nur ein Notebook eines Herstellers kaufen, der drei Jahre Garantie gibt oder ein Garantieverlängerung dazukaufen. Und damit fahre ich billiger. Und freier, denn eigene, vielleicht speziell für meine Bedürfnisse entwickelte Software wird nativ nicht auf dem Chromebook laufen und wenn ich in einem Funkloch sitze und kein WLAN habem kann ich nicht mit meinem Laptop arbeiten – das ist Bullshit!

Und im Ausland – soll ich mir da eine SIM-Karte mit Datenoption kaufen, wenn ich nicht in den Roamingkosten ersticken will? Oder darf ich Googles Ansicht nach nur dann arbeiten, wenn ich irgendwo ein offenes WLAN finde? Das ist doch nix…

Abgesehen von der Tatsache, dass ich alle Daten, die ich speichern möchte, in Googles Cloud geben muss, was ich nicht will.

Ich habe mich schon über den iPad-Hype gewundert – aber vielleicht gelingt es Google ja tatsächlich, einen Computer zu verkaufen verleasen, der ohne Netz wertlos ist und nur einen Browser hat. Für über 800,– Euro auf drei Jahre… m(.

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