blog.fohrn.com

WordPress 2.9 tut nicht, was es soll…

Ich bin an und für sich ein WordPress-Fan und hatte bislang mit den alten Versionen null Probleme. Aber seitdem ich mir für ein „Zweitblog“ WordPress 2.9 installiert habe (mit neuer Datenbank) funzt es irgendwie überhaupt nicht mehr.

Zur Erklärung vorab:

Im Blog gibt es zwar derzeit nur einen Artikel, aber fünf Seiten. Was passiert?

  • Aktualisierungen der Seiten werden im Web nicht angezeigt
  • ein Löschen des Caches vom Firefox hilft nur bedingt
  • die Deaktivierung des Arschloch-Plugins „WordPress Super Caches“ schaffte nur kurzfristig Abhilfe
  • die Deinstallation dieses Arschlochplugins klappt gerade gar nicht – ein Datenbankfehler wird angezeigt…
  • … die Datenbank selbst aber scheint stabil zu sein
  • Das Headerbild des Templates, sofern es über die Admin-Area vom User modifiziert wird, wird von WordPress irgendwo anders abgelegt als in der eigentlichen Installation. Wird ein Verzeichnisschutz angelegt, so will er eine Abfrage für das Blog und das Template-Bild (eine Doppel- bzw. Dreifachabfrage von Username und Passwort ist erforderlich).

Ich bin wirklich unzufrieden!

Also Google Scroogle angeschmissen und gesehen, was so an Lösungsvorschlägen durchs Netz geistert:

Hier hat jemand schon mal Stress mit Plugins und der Datenbankabfrage. Das löst mein Problem leider noch nicht. Und hier werde ich unterrichtet, dass ich mir WordPress 2.9 wohl hätte sparen können – leider kommt diese Erkenntnis für mich zu spät. Auch im WordPress-Forum hab ich noch nichts gefunden.

Jetzt ist doch dieser üsselige SuperCache, der bei meiner Installation gleich mit bei war, deaktiviert – warum spinnt das denn dann trotzdem? Ist meine Datenbank im Eimer? Hat jemand eine Idee? (Witziges Detail am Rande: Ich hab heute morgen schon mit dem Support telefoniert – der Mann war ehrlich und sagte mir, dass er WP nicht gut kennt und es vor allem nicht mag).

Wirtshaus-Explorer: Dorfbrunnen in Cadolzburg-Wachendorf

Gestern waren wir mal wieder in einem richtig fränkischen Wirtshaus, dem Dorfbrunnen in Wachendorf, einer kleinen, zu Cadolzburg gehörenden Ortschaft. Inmitten des Dorfes steht also der Dorfbrunnen, und das mit dem Brunnen darf man ruhig wörtlich nehmen, kostet doch die Halbe „Zirndorfer“ nur 2,20 Euro.

Der Dorfbrunnen ist eine recht große Gaststätte, die, auch wenn der rustikale Charme einer Dorfwirtschaft erhalten blieb, durchaus modern gestaltet ist. Die Terrasse ist ganz neu gestaltet und sehr einladend. Das Lokal ist sehr sauber geführt und durchaus einladend, wenn man große Wirtschaften mag.

Der Service ist fränkisch-freundlich und flott.

Nun zum Wichtigsten: Die Küche konnte überzeugen. Gestern war einer der mehrmals im Monat durchgeführten Aktionstage – der „Schaschlik-Tag). Für günstig Geld gab es zwei reichlich gespickte Schaschlik-Spieße (ohne Leber) mit einer ordentlichen Soße und Pommes frites.

Das Schaschlik selbst warschmackhaft, das Fleisch zart und die Holzspieße waren zudem gut gewässert, so dass sich das Fleisch leicht lösen ließ. Die Sauce war würzig, leicht schaft und harmonierte hervorragend. Und auch die Pommes frites verdienen Lob: Schön kross kamen sie aus der Friteuse auf den Teller. Damit bekam man eine üppige Portion.

Als Vorsuppe wurde gestern die „Omelettesuppe“ gereicht, eine fränkische Pfannkuchesuppe mit Leberknödel. Die Brühe, der Pfannkuchen und der Leberknödel – selbstgemacht und einfach köstlich.

Auch vom Kartoffelsalat probierten wir und auch hier verfestigt sich der gute Eindruck: Es ist heute nicht einfach, einen guten hausmacher Kartoffelsalat zu bekommen – der Dorfbrunnen kann miteinem sehr guten fränkischen Kartoffelsalat aufwarten!

Den Dorfbrunnen kann ich empfehlen: Hier gibt es einwandfreie fränkische Küche zu fairen Preisen, der Service ist sehr nett und schnell und das Gasthaus ist sehr sauber und modernisiert. Daher ist es im Lokal auch immer recht voll. Man sollte also vorher telefonisch reservieren.

Dorfbrunnen, Alte Fürther Str. 21, Cadolzburg-Wachendorf. Telefon: (09103) 797353, dorfbrunnen-wachedorf.de

Angetestet: Der Privacy Dongle vom FoeBuD

Man muss sich über eines im klaren sein: Wer im Internet surft, hinterlässt Datenspuren (und im Zweifel nicht wenige). Es wird nicht nur mitgeloggt, wer welche Seiten besucht und welche Suchworte bei Google eingibt, auch über Cookies können Unternehmen auswerten, wer wann welche Seiten besucht, sich wofür interessiert etc… Und diese Daten kann am Dienstrechner der Arbeitgeber auswerten, im Internetcafé dessen Betreiber und beim Provider fallen auch Daten an. Im Zweifel loggt vielleicht sogar der Staat mit…

Eine unangenehme Vorstellung, dass einem beim Surfen im Netz immer einer jemandem über die Schulter schaut? Es ist gar nicht so kompliziert, seine „digitale Privatsphäre“ zu wahren.

Wer mit dem Firefox im Internet surft, der hat die Möglichkeit, mit der Software Tor seine Verbindungen über Umleitungen zu mehreren und unterschiedlichen Rechnern ins Netz herzustellen und damit seine „Herkunft“ nicht preiszugeben. Die Installation von Tor, das Einrichten von Plugins für Werbeblocker, einen IP-Adressmonitor etc. ist aber nicht jedermanns Sache.

Abhilfe schafft hier ein kleiner USB-Stick, der vom FoeBuD entwickelt und vertrieben wird – der Privacy Dongle. Einen solchen habe ich mir zusenden lassen und ihn kurz angetestet.

Für 20 Euro bekommt man einen USB-Stick mit aufgespielter Software zum anonymen Surfen. Der Stick kommt mit einer gedruckten Kurzbeschreibung und einem Neckholder in einer schlichten Geschenkbox. Es gibt ihn in Varianten mit 1, 4, 8 und 16 GB Speicherkapazität. Enthalten ist eine Software zum sicheren Surfen für Mac OS X, Windows und Linux.

Um sicher zu surfen muss man …

… den Dongle einfach nur in eine freie USB-Buchse des Rechners stecken, der Dongle wird gemountet und dann ist lediglich die Software für Mac, Windows oder Linux zu starten. Fertig. Es muss nix installiert werden und funktioniert auf im Prinzip beliebig vielen Rechnern.

Möglich macht dies eine Version des mobilen Firefox, der durch die zusätzliche Software Tor, einen Adblocker und sinnvolle, vorkonfigurierte Plugins diesen portable Firefox erweitert. Zwar ist dies alles freie Software, die sich jeder herunterladen kann, aber sie muss auch sinnvoll konfiguriert werden.

Wird also die Software gestartet, öffnet sich der portable Firefox mit einer speziellen Startseite, die den „Sicherheitsstatus“ des laufenden Programms anzeigt:

Man sieht , dass hier recht umfänglich anonymisiert wird und die Software ganze Arbeit verrichtet. Vorkonfigoriert ist aus Snoogle, dass Suchanfragen an Google anonymisiert und verschlüsselt überträgt.

Anonymes surfen im Netz ist also ohne großen Aufwand möglich, wer aber Daten im Netz eingibt, zum Beispiel beim Onlineshopping etc. der ist damit natürlich für die laufende Session nicht mehr anonym. Hier hat der Dongle die (natürliche) Grenze.

Im Unterstützershop des FoeBud kann der Dongle bezogen werden, wer einen USB-Stick überhat, kann diesen aber auch selbst „basteln“, indem er sich hier nach Anleitung die Software läd und zu guter Letzt lässt sich die Software auch von einem auf den anderen Stick kopieren.

Angetestet habe ich die Funktion unter Mac OS X. Der Stick mountet problemlos, die Software lässt sich öffnen und die Verbindung ins Tor-Netzwerk klappt ohne Schwierigkeiten. Das Surfen in Tor-Netzwerk ist allerdings merklich langsamer als das „normale“ surfen – eine 20000-Leitung kann schon mal auf die Performance von DSL-Light oder darunter sacken. Abhilfe schaffen hier denke ich nur Leute, die mit entsprechend guter Leitung selbst einen Node im Tor-Netz betreiben.

Vor einiger Zeit habe ich ausführlich mit JAP experimentiert – das funktioniert ähnlich, bei Tor aber ist die Performance doch besser. Besonders reizvoll an der vom FoeBuD angebotenen Lösung ist, dass der vorkonfigurierte Firefox ohne irgend einen Installationsaufwand und ohne große technische Vorkenntnisse betrieben werden kann. Ich bin, das mag jetzt etwas pathetisch klingen, aber ich meine das ernst, dem FoeBuD sehr dankbar, dass er es durch den Privacy Dongle auch Menschen die Möglichkeit gibt, beim Surfen ihre Privatsphäre zu schützen, die technisch nicht so versiert sind, um sich dies selbst zu konfigurieren.

Zum Kauf des Sticks kann ich ruhigen Gewissens raten und ebenso zur Nutzung desselben. Eine Veränderung und ein Umdenken ist nur zu erreichen, wenn viele an diesem Projekt teilnehmen. Weiterhin halte ich die Arbeit des FoeBuD für sehr unterstützenswert – und jeder, der sich einen Privacy Dongle ordert, tut damit auch was Gutes.

Trommelbass unplugged

Was dieser Mann names Laco Kovac an seiner Schießbude vollbringt, ist wirklich unglaublich! Ich habe das drei Mal am Stück angesehen und ich schau´s gerade schon wieder!

Geil!

Brotkasten reloaded

Warum war der C64 so erfolgreich? Ich kann darüber nur spekulieren, aber einige triftige Gründe würden mir da schon einfallen, so zum Beispiel, dass dieser Computer ab Mitte der 1980er Jahre echt billig zu bekommen war. Oder dass im Gehäuse alle wesentlichen Bestandteile integriert waren, mit Ausnahme des Bildschirms und des „Massenspeichers“. Oder dass sich quasi jede zu dieser Zeit am Heimcomputermarkt gängige Hardware irgendwie daran anflanschen ließ. Oder eben auch, dass der Kasten eine definierte Hardware aufbot, auf Basis derer dann die Entwickler Hard/Software für ein Millionenpublikum erstellen konnten … und das lief. Gebootet war das Ding in Sekunden.

Der 64er sah zwar immer etwas scheiße aus mit seinem seltsamfarbigen Gehäuse, das selbst bei einem Neugerät so schmuddelgilb daherkam, als wäre der Kasten über Jahre heftig beraucht worden. Und manches an dem Gerät wie die Sprites waren schon etwas, na ja, eigen eben. Aber insgesamt ein netter Computer in den 80ern.

Gestern schickte mir Thorsten einen Link zum 64er – Remake der Fa. Commodore USA. Guckt mal:

(Bild: Mit freundlicher Genehmigung Commodore USA, LLC)

Da haben die sich das Konzept des Brotkastens geschnappt und Notebook-Technik ins Gehäuse gepackt. Geil! Die Webseite des Herstellers sieht etwas arg altbacken aus und wirkt eigentlich eher wie ein Scherz (zum ersten April ist es noch ein bisschen hin) aber die Designidee ist gut (zudem es den Rechner auch in anthrazit und nicht nur in diesem billigen Prolo-Silberlack gibt).

Technisch gesehen ist das Dingens nichts Besonderes: Ein Intel 2Core-Prozessor, eine on-board-Grafikkarte mit shared memory, ein Realtek-Audio-onboard-Chip (FUCK!!! Ich hasse diese Dinger! Wann lernt Ihr endlich, dass die SCHEISSE sind, rauschen wie zehn Wasserfälle und deren D/A – Wandler SCHEISSE ist und deren analoger Audio-In rauscht und mitunter sogar brummt und der Digital-Audio-In knackst wie ein Lagerfeuer! FUCK!!), ein eingebauter DVD/CD-Recorder (sieht aus wie ein Notebook-Standardteil und ist schräg eingebaut) und einen Cardreader. Eine Gigabit-Ethernet-Buchse ist auch eingebaut, es ist also alles dran, was auch ein einfaches Notebook auszeichnet. Und dann ist noch ein Synaptics-Touchpad mit in das Gehäuse gepfriemelt. Das finde ich ja grenzwertig bescheuert, nachdem der Rechner sowieso nicht mobil einsetzbar ist, hat das in dieser Form auch keinen Sinn.

Was das Dingli kosten soll, wird auf der Webseite nicht verraten, auch wird nicht verraten, mit welchem Betriebssystem der Rechner ausgeliefert werden soll.

Aber: Commodore USA trommelt schon ganz heftig, dass auf dem „Brotkasten 2.0“ OS X laufen soll, das wäre ja echt nett.

Für wen ist so ein Computer denn geeignet? Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Gerät besonders für Kids nett ist, wenn es denn billig zu haben ist. Damit, so denke ich, steht und fällt das Konzept. Denn: Fertig konfigurierte Rechner dieser Leistungsklasse sind als Minitower in der 250-Euro-Klasse zu haben. Eine Tastatur und Maus bekommt man jeweils für nen Zehner. Und einen Bildschirm muss man sich ohnehin dazu kaufen. Wenn der Commodore für 250 Euro zu kaufen ist, könnte ich mir vorstellen, dass er als Rechner für Kinder und Jugendliche und im Bereich der Schulausbildung echt Chancen haben könnte. Auspacken, hinstellen, Bildschirm ran und los geht es.

Selbst wenn man bei Commodore USA das Konzept und das Design feiert, für Prosumer und Designfreaks ist das Ding eher suboptimal. Dem Prosumer wird das ein oder andere Feature fehlen, der Designfreak stellt sich keine solche Chinaplaste auf den Schreibtisch.

Mal sehen, was daraus wird. An und für sich ist die Zeit der Homecomputer ja lange vorbei, aber vielleicht findet dieser interessante Remake ja sein Publikum…

Kauft Google Palm?

Ich habe mich in diesem Blog ja schon des Öfteren als überzeugter Palm-User geoutet und so tut es mir richtiggehend leid, dass Palm trotz Pre und Pixi scheinbar immer noch nicht auf dem aufsteigenden Ast ist – im Gegenteil, es wird wohl eng.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass nun die Gerüchteküche brodelt, Palm wird als heißer Übernahme-Kandidat gehandelt. Wer wohl könnte Palm kaufen? Nokia?

Gizmodo hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht, ein Statement von Phil Kearney, der einmal für Apple arbeitete und der spekuliert, dass Google palm übernehmen könnte – denn Google ist sehr reich, Palm ist für Google billig zu haben und Google muss was tun, denn schließlich werden die Android-Handys überwiegend von HTC hergestellt (und die batteln sich gerade mit Apple um Patente).

Ich kann die Argumentation von Kearney gut nachvollziehen. Aber was würde das für die User bedeuten?

Die Integration des pres mit einem Google-Account funktioniert ja schon jetzt – zu gut für meinen Geschmack, weil wirklich alles over the air mit den Google-Diensten (z.B. Mail, Calendar etc.).

Die Synchronisation des pres war nicht nur rechtlich sondern auch technisch immer eine recht hakelige Sache – so was will ich als Kunde, der 500 Euro für ein Telefon zahlt, natürlich nicht.

Es ist also vorstellbar, dass die Google-Dienste sehr sehr tief in das Telefon integriert werden – ein Grund, der mich bislang davon abhielt, ein Android-Telefon ernsthaft in Erwägung zu ziehen und ein guter Grund, Palm auf die Abschussliste zu setzen, wenn es soweit kommen sollte.

Die Datensammellei von Google kann irgendwann zur Katastrophe führen, nämlich dann, wenn Google gehackt wird oder dann, wenn sich Staaten dieser Daten bemächtigen. Bei einer Übernahme von Palm durch Google könnte das pre also ein immerwährender Spion im Dienste Googles in der Tasche sein.

Ich kann mir nicht gut vorstellen, dass ein palm-Googlephone das sein soll, was der Kunde will. Wer ein ore kauft, tut das in der Gewissheit, sich nicht mit den unsinnigen Limitationen des iPhones herumschlagen zu müssen und sich nicht zwingend an Google zu binden wie bei Android.

Nokia könnte ebensogut von Palm profitieren, denn letztlich sind deren Telefone sehr wertig, die Software stabil aber minderchic und der richtige Burner ist der Nokia-eigene App-Store namens Ovi auch nicht. Palm könnte für Nokia eine gute Akquisition sein und zudem verhindern, dass Palm allzu dreckig wird.

Es bleibt aus meinerSicht zu hoffen, dass sich Google Palm nicht unter den Nagel reißt, auch wenn es aus wirtschaftlichen Erwägungen sinnvoll wäre.

Milgram 2.0

1961. Der US-amerikanische Sozialpsychologe Stanley Milgram will es wissen: Sind Deutsche autoritätshöriger als andere Völker? Und ließe sich so erklären, warum so viele Deutsche den Nationalsozialismus mittrugen und sich von ihm zu schweren Verbrechen verleiten ließen? Milgram startet ein Experiment, dass, einem Theaterstück ähnlich, mit Schauspielern auf einer „Bühne“ – dem definierten räumlichen Versuchsaufbau – durchgeführt wurde. Nur ein Teilnehmer des Experimentes war nicht in das Setting eingeweiht – und um dessen Verhalten bzw. Reaktion ging es.

In Zeitungen wurde 1961 inseriert. Für eine im Dienste der Wissenschaft geopferte Stunde sollte der Proband vier Dollar bekommen. Etliche bewarben sich. An der Hochschule angekommen, wurde unter dem Schauspielern und dem echten Versuchsteilnehmer ein fingiertes Los gezogen, der echte Teilnehmer erhielt die Rolle eines „Lehrers“, der einem einen „Schüler“ verkörpernden Schauspieler – dieser befindet sich festgeschnallt auf einer Art elektrischem Stuhl – immer dann in der Stärke ansteigende Stromschläge mittels einem Schalterkasten verabreicht, wenn dieser bei der Wiedergabe vorher erlernter Wörter einen Fehler macht. Bei etwa 70 Volt beginnt ein Stromstoß – und reicht bis zu 400 Volt.

Was passiert?

(hier noch einmal der Link zum Video – Google-Videos lassen sich ja wirklich scheiße eibetten!! Und hier findet sich eine Zusammenfassung in unter drei Minuten)

Zweck des Experiments war, herauszufinden, wie weit Menschen unter dem Einfluss des autoritären Versuchsleiters und den Schmerzensschreien des Schülers bereit sind, einem Fremden Qualen zuzufügen. Das erschreckende Ergebnis aus dem Jahr 1961: Von 40 untersuchten Personen brachen 14 das Experiment vorzeitig ab, 26 Personen verabreichten den maximalen Stromstoß mit einer Spannung von 450 Volt.

Im Film I wie Ikarus (Frankreich, 1979) wird das Milgram-Experiment im Übrigen (zwar nicht zu 100 Prozent wissenschaftlich korrekt – aber) gut verständlich nachempfunden:

Knappe 50 Jahre später wird das Experiment in Frankreich wiederholt, mit einer wesentlichen Änderung: Statt der Autorität eines Wissenschaftlers wird die Autorität einer „Gameshow“ herangezogen. Der „Versuch“ wird wiederholt, allerdings in einem Fernsehstudio – vor Publikum. Der Versuchsaufbau ist dem des Originalexperiments sehr ähnlich.

81 Prozent der 80 „Kandidaten“ gingen, so wird berichtet, bis zum Letzten, waren also bereit, dem „Schüler“ den (in der Realität gegebenenfalls tödlichen) maximalen Stromstoß zu versetzen – und taten dies.

(Hier ein Video vom Stern, der die aktuelle Situation in Frankreich aufzeigt).

Der viel publizierte Schluss: Was beim Milgram-Experiment die Autorität des Wissenschaftlers (vgl. hierzu den o.g. Wikipedia-Artikel) abbildete und zu einem verheerenden Ergebnis führte, ist heute die Autorität des Apparates Fernsehen – und verleitet Menschen wie Du und ich zu unvorstellbarer Grausamkeit.

Wirklich?

Man ist angesichts der Tatsache, dass sich Menschen in einem Format wie Deutschland sucht den Superstar von einem Typen, der sich Dieter Bohlen schimpft, vor einem Millionenpublikum demütigen lassen, geneigt, diesen Schluss als richtig anzuerkennen.

Gestern hörte ich erstmals in der Früh von der Wiederholung des Milgram-Experiments auf B5. Und heute werden erste Zweifel laut: Telepolis will wissen, dass zumindest einige der Probanden „eingeweiht“ waren oder den hinter dem Originalexperiment stehenden Versuchsaufbau kannten. Man könnte meinen, dass sich die „Kandidaten“ ertappt fühlten, aber in Anbetracht der Tatsache, dass mir das Milgram-Experiment bereits in einer der ersten sozialpsychologischen Vorlesungen, die ich je hatte, serviert wurde und dass es in Filmen und in der Literatur reichlich bemüht wurde, kann ich mir das vorstellen.

Frankreich, so ist zu lesen, diskutiert. Das ist ein Gewinn – nicht nur für Frankreich, schließlich fand die Erstausstrahlung der „Show“ auf dem Sender France 2 ein internationales Medienecho. Ich gebe aber zu bedenken, dass für mich noch nicht abschließend geklärt ist, ob dem Fernsehen in der Tat so viel Macht zukommt, wie der Film glaubhaft machen will.

Nach wissenschaftlicher Kritik zum Milgram-Experiment muss man nicht lange suchen. Das irritiert mich selbst weniger, mehr aber irritiert mich, dass ein Experiment, dassder Faschismusforschung diente, kopiert wird, um die Machit des Fernsehens zu demonstrieren und zu hinterfragen. Es steht außer Zweifel, dass Massenmedien zur Zeit des Nationalsozialismus einen erheblichen Anteil an der Ermöglichung der Verbrechen hatten. Das Milgram-Experiment aber auf diesen einen Aspekt durch Umdeutung zu reduzieren, scheint mir zumindest unwissenschaftlich.

Kein auswechselbarer Akku!!

Diese Ripper!! Mac Essentials berichtet, dass Apple iPads, bei denen der Akku im Arsch ist, komplett austauscht, wenn nur der Akku aber nichts anderes (!) defekt ist. Soll dann 99,– USD zzgl. Versand kosten.

Das bestätigt wieder einmal alle meine Vorurteile:

  • wie kann man ernsthaft ein Mobilgerät ohne austauschbaren Akku herstellen? Bullshit!
  • ok, Apple will ja auch keinen Verlust machen (unterstelle ich jetzt mal). Bedeutet das, dass das ganze Ding dann keine 99,– USD wert ist?
  • Und wenn der Akku im Arsch ist und das IPad einen klitzekleinen Defekt aufweist, mit dem man leben würde? Bekommt man das iPad dann nicht getauscht (kein Witz jetzt, ich traue denen das zu! Meine Erfahrungen mit dem Apple-Hardwareservice ist, dass die unfähig, arrogant und sauteuer sind!)?
  • Hätte mir in den 1980ern/1990ern jemand gesagt: Wenn die Batterien deines Walkmans leer sind, schmeiß ihn weg, dann hätte ich den als absolute Umweltsau gebrandmarkt! Und was macht Apple hier? Sieht so „Green IT“ aus?

Denen brennt der Kittel!

Oh, Guido.

Der Kabarettist Volker Pispers hat es in einer der letzten „Anstalt“-Sendungen auf den Punkt gebracht: „Er habe“, so Pispers im ZDF, „schon lange keinen Politiker mehr gesehen, der so konsequent und ausdauernd gegen den Wind pisst, wie Herrn Westerwelle“.

Nun ist unser Außenminister, der sich ja in der letzten Zeit quasi ausschließlich um innere Angelegenheiten kümmerte, tatsächlich einmal auf Auslandsreise begeben. Und scheinbar (aber das kann ich ihm gar nicht verdenken) reist er nicht so gerne, jedenfalls hat er alles daran gesetzt, seinen Freund mitzunehmen.

Dafür, und für manches andere, musste Westerwelle Schellen von der Opposition einstecken – und im Einstecken ist er nicht besonders gut. Jetzt jammert er laut und offenbart hierbei all seinen kindlichen Trotz: „Es ist der Tiefpunkt der politischen Kultur, wenn die Opposition für ihre parteipolitischen Anliegen sogar Familienmitglieder des politischen Gegners attackiert“ jammert das Außenkasperl im bürgerlich-reaktionären Focus (und merkt dabei nicht, wie sehr er sich mehr und mehr und wieder und wieder der Lächerlichkeit preisgibt). Wie schlecht der Focus insgesamt ist, merkt man auch daran, dass man Westerwelle seinen Trotz ohne auch nur einen Hauch von Kritik auslebenlässt und sich der Focus somit auf das Bodenniveau begibt, auf dem der Außenkasperl grantig mit dem Fuß aufstampft.

Die ganze Veranstaltung kann an Peinlichkeit kaum überboten werden (und inzwischen wird es fast immer dort peinlich, wo Weseterwelle anwesend ist und das Maul aufmacht).

Er krakeelt etwas von einem „Tiefpunkt politischer Kultur“ und unterstützt Kabarettisten wie Herrn Pispers gerade tatkräftig beim Schreiben ihrer Programme. Doch wo ein Dummer brüllt, muss man nicht lange nach einem weiteren Dummen suchen, der sich bemüßigt fühlt, mitzbrüllen (das ist irgendwie wie im Wirtshaus: Wenn zwei besoffene Gockel die Kämme aufstellen, erheben sich schon drei Weitere aus ihren Stühlen, um mitzumischen. Meist endet so was in einer amtlichen Schlägerei). Gerade aufgestanden ist Sigmar Gabriel mit den Worten „rechthaberischer Schreihals“ auf den Lippen.

Gabriel ist übrigens einer der Sozialdemokraten, von denen Westerwelle nach eigenem Bekunden doch so verstanden wissen will: „In der Hartz-IV-Debatte schwenke jetzt auch die SPD auf seinen Kurs ein, weil sie merke, dass die Mehrheit der Menschen ihm folge.“ zitieren ihn die NN.

Wie blöd ist das denn?

Nur weil eine Hannelore Kraft sehr verzweifelt auf der Suche nach den populismusrosanen Tassen in ihrem Schrank ist, kann Westerwelle doch nicht folgern, dass er die SPD auf seiner Seite hätte. Und die Mehrheit der Menschen schon gar nicht – schließlich wurde bei der letzten Bundestagswahl schwarz/gelb zahlenmäßig überstimmt. Nur mit dem Koalieren hat es dann halt nicht geklappt…

Inzwischen hege ich aber einen ganz anderen Verdacht: Die FDP schickte möglicherweise Herrn Westerwelle mit dem Auftrag ins Feld, polternd in jedes sich bietende Fettnäpfchen zu sappen, damit der politisch gemeingefährliche Phillip Rösler heimlich, still und von der Öffentlichkeit unbemerkt unser Gesundheitssystem ruinieren kann. Im Feuerschatten des Westerwelleschen Zinnobers übt der nämlich die Salamitaktik:

Zuerst einmal soll eine Mini-Kopfpauschale mit Wer von 29 Euro eingeführt werden – „behutsam“ und „in kleinen Schritten“ soll dieses Instrument der Asozialpolitik eingeführt werden, wie das Handelsblatt wissen will. Und kaum ist dieser Betrag in den Medien in Randnotizen genannt, schon liegt das Dementi vor – aber eben nur ein bisserl.

Wir werden – das zeigt sich hieran schon wieder ganz deutlich – von der FDP verarscht, dass es besser nicht mehr geht.

1 71 72 73 74 75 118