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Cola-Test: Vita Cola

Wenn man die Geburtsstunde der Vita Cola betrachtet, finden sich quasi alle Klischees erfüllt, dass der Wessi vom Ossi allgemein und von „Ostprodukten“ im Speziellen hat: Vita Cola wurde entwickelt, weil die DDR-Regierung im Zuge des zweiten Fünfjahrplans forderte, die Versorgung der Bevölkerung mit alkoholfreien Getränken zu verbessern und man sich in den Kopf gesetzt hat, eine Cola nach Vorbild der Getränke, die im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet so getrunken werden, zu erschaffen. 1958 konnte der Plan erfüllt werden, denn in diesem Jahr war Dr. Hans Zinn, Chemiker und Vater der Vita Cola mit der Rezeptur fertig und schon konnte es losgehen mit der Produktion der Vita Cola.

Wie bei jeder Cola auch ist das Rezept der Vita Cola ein wohlgehütetes Geheimnis, aber manche Ingredienzien des Originalrezepts werden unter anderem in der Wikipedia genannt (und man staunt, was für hochwertige Zutaten Verwendung finden): So ist in Vita Cola beispielsweise Zitrusöl und Vanille enthalten.

In der DDR war die Vita Cola ein Verkaufsschlager und sie muss so gut gelaufen sein, dass, so erzählte mir ein Kollege, diese nicht immer erhältlich war. Der gelernte Ossi, auch das wurde mir erzählt, nannte schwer verfügbare Dinge „Bückware“. Undtrotz des Umstandes, dass bis zu 200 Betriebe in der DDR die Cola abfüllten, muss sie immer wieder knapp gewesen sein.

1990 – wen nimmt es Wunder – war neben vielem Anderen aus dem Osten auch mit der Vita Cola Schluss – aber nur kurz, denn bereits 1994 ist sie wieder da, die Vita Cola – hergestellt nach der Originalrezeptur und abgefüllt im thüringischen Schmalkalden. Und der Witz an er Sache ist der ungebrochene Erfolg der Cola im Osten. In Thüringen ist sie die unangefochtene Nummer eins – mit einem Marktanteil von knappen 40 Prozent hat sie selbst die Konzerncolas Coke und Pepsi auf die Plätze verwiesen. Und in den Neuen Bundesländern ist sie . immerhin – die zweitmeißtgetrunkene Cola.

Grund genug, das Erfolgsgetränk einmal zu kosten. Zwei Dinge muss ich aber vorab erwähnen. Zum Einen verfüge ich über keine „Osterfahrung“, mit Vita Cola bin ich zum ersten Mal 2003 in Berührung gekommen, das war in Jena-Paradies anlässlich einer kleinen Trommelbassfeier (und da habe ich leider nicht mehr so die konkrete Erinnerung dran ;-)). Und zum Anderen: Das „Probierpaket“ wurde mir von Frau Weissbach von der Unternehmens-PR von Vita Cola zugesendet, denn in Franken ist sie nur schwer erhältlich. Die Sorten „schwarz“ und die Limonade habe ich in unseren Supermarktregalen noch nie (!) gesehen.

Die Vita Cola „original“ ist zuerst einmal eins: Eine Cola, die nicht zu süß ist und recht ausgewogen komponiert ist. Sie schmeckt richtig „rund“ – mit einem kleinen Unterschied zur Konkurrenz: Die Cola schmeckt deutlich nach Zitrone. Wer jetzt beim Lesen die Mundwinkel zusammenzieht, weil er sich an Cola Light plus Zitrone erinnert fühlt, der irrt. Damit lässt sichdie Vita Cola nicht vergleichen, denn zum einen handelt es sich nicht um ein künstlich schmeckendes Lightprodukt und zum anderen scheint die Zitrone echt zu sein – zumindest schmeckt die Cola so. Das ist etwas ganz Eigenes, man kann den Spritzer Zitrone in der Vita Cola schon beim Aufschrauben der Flasche riechen und beim ersten Schluck bemerkt man die dominante Note der Zitrone sofort. Diese ist deutlich und fügt sich dennoch gut in den Geschmack der Cola ein – sie ist eben mehr, als nur Cola mit einem Schuss Zitrone. Das Konzept der echten Erfrischung get auf – ich denke, weil die Cola nicht zu süß und dann noch fruchtig frisch konnotiert ist. Und das ist, so denke ich, das Alleinstellungsmerkmal, diese Frische bringt auch die von mir sehr geschätzte Schorschi oder Club Mate Cola nicht her.

Die zweite Vita Cola „schwarz“ ist der Hammer. Sie ist eine Cola, ohne den „Citrus-Kick“, aber was für eine. In Bayern (und auch in Franken) gibt es hierfür eigentlich nur ein Wort: Süffig. Sie zeichnet sich durch vollen und runden Geschmack, eine leicht vanillige Note und milde, unaufdringliche Süße aus. Viele Colas, die sich vom „Geschmacksmuster“ der Konzernbrausen abheben wollen, erreichen dies besonders durch einen deutlich zu verzeichnenden Zimtgeschmack – etwas, was ich persönlich nicht mag und etwas, was man bei der Vita Cola „schwarz“ nicht vorfindet. Die Vita Cola „schwarz“ ist sehr rund und schmeckt weich. Mir ist bewusst, dass das keine besonders gut treffende Beschreibung von Geschmack ist, aber es trifft meine Empfindung. Hier scheint man lange und intensiv am Geschmack gefeilt zu haben. Die schwarze Variante der Vita Cola ist sehr fein und dennoch vollmundig. Die „schwarze“ ist mein absoluter Favorit. Auch wenn es weh tut, muss gesagt sein: Schorschi und Jolt können nicht an sie heranreichen, denn Jolt ist rasser und Schorschi schafft die Integration dereinzelnen unterschiedlichen Geschmackskomponenten nicht annähernd so harmonisch. Leider ist die schwarze Vita nicht in Franken erhältlich – wirklich schade, denn jetzt bin ich angefixt.

Die Vita Limo Orange ist fruchtig. Sie ist deutlich süß, nicht aber so süß, dass sie zu schwer wird. Eine nette Limonade, die recht jung im Handel ist (in den Neuen Bundesländern) und die das Portfolio der Marke „Vita“ abrundet. Sie ist durchaus zu empfehlen.

Die Vita Cola hat das Zeug zum Trendgetränk. Das meine ich aber nicht ostalgisch. In der besseren Gastronomie, in der der Massengeschmack zunehmend verbannt und nach hochwertigen Alternativen gesucht wird, könnte die Vita Cola ihren Platz finden. Das gilt besonders für die schwarze Variante, die für meine „westdeutsch“ sozialisierte Zunge noch gefälliger schmeckt. Leider hat sich das noch nicht wirklich nach Franken herumgesprochen.

So wundert mich auch etwas, dass sich der Erfolg der Vita Cola so deutlich im Osten manifestiert – sie schmeckt auch dem Wessi.

Offener Brief an das Deutsche Rundfunkarchiv

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Stülb,

mit Entsetzen und Bestürzung musste ich heute feststellen, dass, so lässt sich der Auskunft des zum Google-Konzern gehörenden Videoportals YouTube entnehmen, das Deutsche Rundfunkarchiv Dokumentationen von o.g. Portal aufgrund von Urheberrechtsverstößen entfernen ließ. Dies dokumentiert unter anderem dieser Screenshot, aufgezeichnet am 1. Mai diesen Jahres:

Um es vorweg klarzustellen: Beim User „WasDamalsWar“ handelt es sich nicht um meine Person. Und dennoch bin ich verärgert, denn gerne hätte ich die Dokumentation „Damals in der DDR“ gesehen – auch auf Youtube. Das ist leider nicht mehr möglich, denn wenn Google hier die Wahrheit schreibt, wurde das Video auf Ihre Initiative entfernt.

Ich frage mich: Warum? Und ich frage mich: Warum gerade das DRA?

In der Selbstdarstellung auf der Webseite Ihres Hauses ist klar und unmissverständlich zu lesen:

Aufgabe und Zweck der Stiftung ist die Erfassung von Ton- und Bildträgern aller Art, deren geschichtlicher, künstlerischer oder wissenschaftlicher Wert ihre Aufbewahrung und Nutzbarmachung für Zwecke der Kunst, Wissenschaft, Forschung, Erziehung oder des Unterrichts rechtfertigt. Aufgabe der Stiftung ist ferner, die rundfunkgeschichtlich bedeutsamen Tatsachen und Dokumente auszuwählen und zu erfassen.

Wenn ich das also richtig verstehe, dann enthält die Dokumentation „Damals in der DDR“ Materialien von Ton- und Bildträgern, deren Nutzbarmachung für Zwecke der Kunst, Wissenschaft, Forschung Erziehung oder Unterricht Ihrem Stiftungsziel entspricht (anderenfalls wären diese Dokumente durch das DRA wohl nicht archiviert worden). Wer, so frage ich mich nun, sagt denn, das der Upload der vorgenannten Dokumentation nicht ebendiesen Zwecken dient? Ich bin mir sogar sicher, dass genau das der Fall ist:Zuerst einmal muss man sich vor Augen halten, dass es bei Youtube derzeit mindestens 14 Milliarden Videos (sic!) gibt. Im Jahr 2006 wurden etwa 65.000 Videos täglich hochgeladen und heute geht man davon aus, dass täglich eine MilliardeVideos auf Youtube angesehen werden. Aus diesen Zahlen lassen sich mehrere Schlüsse ziehen:

  • rein zahlemäßig sind die Bestände des DRA gegenüber derer von Youtube vernachlässigbar
  • es wird Ihnen angesichts von 14 Milliarden Videos nie gelingen, Urheberrechtsverstöße gegen das DRA angemessen zu ahnden. Lassen Sie sich die Zahl von 14 Milliarden Videos mal auf der Zunge zergehen – und geben Sie auf.
  • Wer aus einer Fülle von 14 Milliarden Videos die Dokumentation „Damals in der DDR“ herauspickt, der wird nicht zufällig darauf stoßen sondern ganz gezielt danach suchen. All diesen ist also ein Interesse am Film oder an der Materie zu unterstellen. Wie wollen Sie denn ausschließen, dass die Motivation der User, die Dokumentation anzuwählen nicht der Bildung, Forschung dem Unterricht oder der Erziehung – also Ihren ureigensten Stiftungszielen entspricht?
  • Wenn aber angenommen werden darf, dass sich das Interesse der Nutzer, die diese oder änliche Dokumentationen ansehen wollen, mit Ihren Stiftungszielen deckt, dann ist es doch widersinnig, Ihnen genau das zu verwehren.

Lassen Sie mich weiterhin eine in meinen Augen wesentliche Anmerkung machen: Das Deutsche Rundfunkarchiv selbst und die Archivalien des öffentlich-rechtlichen Tonrundfunks und Fernsehen der Bundesrepublik Deutschlands sowie die Archivalien aus Tonrundfunk und Fernsehen der DDR existieren nur, weil meine Großeltern, Eltern und ich selbst Rundfunkgebührenzahler waren oder sind. Die Mehrheit der Deutschen, die in der Lage sind, Radio zu hören und fernzusehen sind Rundfunkgebührenzahler. Ohne sie wäre das DRA schlicht nicht existent. Warum wollen Sie die von den Bundesbürgern bezahlten Inhalte Ihrer Archivalien ihren Finanziers vorenthalten? Und mit welchem Recht?

Was ich außerdem nicht verstehe: Ist das Deutsche Rundfunkarchiv überhaupt legitimiert, Urheberrechtsverstöße zu ahnden? Ich gebe Ihnen ein einfaches Beispiel: Wenn eine deutsche Universitätsbibliothek wissenschaftliche Werke – oder solche, die mutmaßlich dazu geeignet sind, der Wissenschaft dienlich zu sein – sammelt, und irgend jemand verletzt das Urheberrecht einzelner Autoren, zitiert nicht richtig, plagiiert oder veröffentlicht ein solches Werk oder Teile daraus auf einer Webseite, dann werden die Bibliothekare nicht dagegen vorgehen. Das Urheberrecht liegt ja nicht bei der Bibliothek sondern bei den Autoren (oder es wird von den Verlagen der Autoren geltend gemacht). Das gilt auchdann, wenn der Autor auf Materialien eines anderen Autors zurückgegriffen hat.Die Universitätsbibliothek wird nichts unternehmen – sie darf es gar nicht, denn sie hält keine Urheberrechte.

Wen der MDR oder der WDR Urheberrechte an besagtem Youtube-Video geltend gemacht hätte, könnte ich es nachvollziehen. Das das Deutsche Rundfunkarchiv dies tut, kann ich nicht nachvollziehen. Oder ist es gar so, dass das Urheberrecht an den Archivalien beim DRA liegt? Was ist denn dann mit dem Urheberrecht der Autoren, Kameraleute, Regisseure oder Cutter, die diese Sendungen hergestellt haben? Wurde das DRA von diesen jeweils explizit ermächtigt, in Ihrem Namen Urheberrechte durchzuseten? Und wenn ja, auf welcher rechtlichen Grundlage geschieht das?

Einige weitere Anmerkungen: Selbst wenn das DRA rechtlich befugt ist, Urheberrechte geltend zu machen, ist es in meinen Augen mindestens töricht, davon in dieser Art und Weise Gebrauch zu machen. Es gibt nicht „den einen Weg“, Menschen Geschichte zu vermitteln. Wie Menschen mit Geschichte in Kontakt kommen und wie sie Quellen auswählen und an diese herankommen, bleibt ihnen selbst überlassen. Gerade für Jugendliche und junge Erwachsene ist das Internet das wichtigste und wesentlichste Medium, u zu recherchieren. Und im Jahr 2010 ist das Internet multimedial. Wer Quellen sucht, der fragt Google , die Wikipedia und schaut bei Youtube nach Filmen.

Bei der Wikipedia kann das Deutsche Rundfunkarchiv übrigens lernen, wie man mit seinen Archivalien in diesen Zeiten sinnvoll und konstruktiv umgeht: Das Deutsche Bundesarchiv hat seine Schubladen geöffnet und zahllose Fotografien der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Frei, unentgeltich und ohne Urheberrechtsgedönz. So berichtet die Stuttgarter Zeitung am 4. Dezember 2008, dass das Bundesarchiv der Wikipedia rund 100.000 Bilder gemeinfrei zur Verfügung stellt. Eine feine Sache, oder?

Genau so etwas erwarte ich eigentlich von Deutschen Rundfunkarchiv im Jahr 2010. Das Interesse der Bürger, sich unkompliziert und niederschwellig anhand von Originalquellen über geschichtliche Ereignisseinformieren zu können wiegt meiner Meinung nach wesentlich schwerer als irgend ein Urheberrecht und die daraus resultierende, mitunter kleinkarierte, Durchsetzung desselben.

Hier hat das DRA aber noch großen Nachholbedarf. Die Webseite entspricht dem technischen Standard von etwa 2005. Einen Youtube-Channel des DRA sucht man vergebens. Twitter? Fehlanzeige. Ein Blog? Nö. Man muss sich das vor Augen halten: Das sitzt das DRA auf tausenden Zeitdokumenten unseres Landes. Und was macht das DRA im Internet? Es hat eine leidlich altmodische Webpräsenz. Es gibt ein bisschen Video und ein klein wenig Ton. Und sonst? Nichts.

Gut, wenn das DRA ein solch zeitgemäßes Vorgehen nicht als seinen Auftrag versteht (der zweifelsohne mit dem Stiftungszweck korrespondieren würde), dann mag das so sein. Ich werde daran nichts ändern können – auch wenn es schade ist. Dass es dann aber die Internetnutzer dadurch gängelt, Videos von Youtube entfernen zu lassen, die Archivalien des DRA verwenden, hat schon eine andere Qualität.

Einige Zweifel an der sinnvollen Verwendung einer Rundfunkgebühren, man möge mit verzeihen, kommen angesichts dieses Vorgehens aber schon auf.

Über ein Feedback aus Ihrem Hause würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen aus Nürnberg,

Ihr

Michi.

Drei alkoholfreie Ammidrinks

Es muss nicht immer Coca-Cola sein. Nachdem der Herldsberger Importeur Naschbox oHG es geschafft hat, US-amerikanische Softrinks in die hiesigen Premiumsupermärkte zu lancieren, habe ich mal drei Büchsen davon gekauft und gekostet.

Canada Dry ist ein Ginger Ale, der auf der Büchse damit wirbt, aus echtem Ingwer hergestellt zu werden. Er ist – im Vergleich zum hier bekannten Schweppes – weniger intensiv im Geschmack, auch ist er nicht so stark gefärbt. Ich finde Canada Dry eigentlich ganz gut, aber er schmeckt schon ein wenig leer, wenn man de hiesigen Ginger Ales gewöhnt ist. Für sehr feine und nuancierte Cocktails mag er eine gute Basis bilden.

Country Time Lemonade hält nicht, was sie verspricht. Die Zitronenlimo, die ohne Kohlensäure daherkommt, ist im Glas eine trübe, süße Lurke, die zwar leer schmeckt, dafür aber einen recht strengen Nachgeschmack hinterlässt. Zwar sei „Country Time Lemonade“ laut Büchsenaufdruck eine „good source of vitamin c“, das Gesöff enthält aber keinen einzigen Tropfen Saft. Pur schmeckt das Zeug nicht, ich habe auch keine Idee, welche Cocktails man damit versauen könnte.

A&W Root Beer – ein Klassiker: Auch wenn das root beer gerne mit unserem Malzbier verglichen wird, es schmeckt gänzlich anders. Zimtig, leicht scharf, im Prinzip wie flüssiger Big Red Kaugummi – das mag man oder man mag es nicht. Ich mag es sehr. Der sehr eigene Geschmack des root beers wird durch die in rauen Mengen enthaltene Kohlensäe noch verstärkt. A&W Root Beer ist richtig süffig und hochkalorisch. Damit lässt sich ein Cotton Candy herstellen, die Ammis servieren es als float auch alkoholfrei, indem sie einfach eine Kugel Vanilleeis reinpacken.

Fernsehtipps zum 1. Mai

Viel kommt an diesem ersten Mai nicht in der Glotze, aber die wichtigsten Sendungen hier im Überrblick:

12.00 Uhr Kundgebung des DGB, Essen, Ansprache Berthold Huber (IG Metall), Phoenix (Link)

13.00 Uhr Ansprache des Vorsitzenden des DGB, Michael Sommer, erstes Programm (Link)

15.35 Uhr Die stählene Zeit (Teil 1-3), Phoenix (Link)

17:45 Uhr MDR Extra – 1. Mai, MDR (Link)

18.05 Uhr Der 1. Mai in Bayern, BR

22.30 Uhr zum 20. Todestag von Irmtraud Morgner, BR-Alpha

HP kauft Palm

Als großer Fan von Palm-Produkten habe ich mich ja bereits mehrfach geoutet. Und als heute Morgen zu quasi nachtschlafender Zeit via B5 die Meldung an mein Ohr drang, dass Palm nun von HP gekauft wird, war mein Tag so gut wie gerettet.

Nachdem mich heute schon zwei Leute gefragt haben, ob ich das gut finde, will ich Euch meine Meinung auch hier nicht vorenthalten: Ja. Ich finde es gut. Ob HP wirklich was daraus macht kann ich gerade nicht sagen, weil meine Glaskugel beim Fernsehklempner ist. Aber erst mal: Gut.

Warum? Zuerst mal erinnern wir uns an die 1990er-Jahre: Da war der Platzhirsch auf dem Markt für PDAs palm. Aber auch HP wollte ein Stück vom Kuchen abhaben. An den Jornada habe ich noch deutliche Erinnerungen (aber wollen habe ich nie einen, denn das mobile Windows war nicht nie mein Ding und wird es auch nicht mehr). HP kaufte irgendwann uch Compac, die mit ihren IPacs ach leidlich erfolgreich waren. Und so wächst schließlich zusammen, was sich irgendwann mal angenähert hat (am Rande: Die Jornadas fand ich damals hardwaremäßig sogar recht chic, wenn das doofe Windows nicht gewesen wäre…).

Weiterhin geisterte immer wieder ein Gerücht durchs Netz, dass ich zwar nicht bestätigen kann, aber hochgradig plausibel finde: Hätte Google oder htc Palm gekauft, so wäre zu befürchten gewesen, dass es mit webOS, einem der besseren Mobilsysteme nicht weitergegangen wäre und sich diese Firmen nur die Patente einverleibt hätten, Bei HP, die auch im Mobiltelefonmarkt mitschnappen wollen, besteht aber die Hoffnung, dass es mit webOS weitergeht. I do hope so, too.

Bei neunetz stellt man eine entscheidende Frage: Ist am Markt neben Android und dem mobilen OS X von Apple noch Platz für ein drittes System?Die Antwort muss salomonisch ausfallen: Klar, Platz ist locker. Nokia verkauft weiter Symbian-Telefone, S60 3rd Edition ist besser alssein Ruf. Un die Blackberrys haben im Businesskontext auch ihre Lücke gefunden (ich habe mir einen BB mal sehr ernsthaft überlegt). Und webOS ist im Bereich Multitasking das Beste, was man derzeit für Geld kaufen kann. Zudem ist das pre stylisher als das iPhone und es bringt eine Tastatur mit. Die könnte größer sein und ein besseres mechanisches Feedback bieten – aber diese kleine Tastatur ist um Welten angenehmer als das, was sich beim iPhone „Tastatur“ schimpft. Wer so denkt, findet im pre und mit webOS eine echte Alternative. Der salomonische Teil an der Sache ist: Keiner weiß, ob sich das für HP in der Zukunft rechnet.

Rein aus dem Bauch heraus: Palm und HP passen zusammen. Und wenn HP Ernst macht und die Marke palm und webOS erhält, könnte sich die Plattform stabilisieren und dann kommt vielleicht was Gutes dabei raus – vielleicht auch mit einer etwas solideren Hardware. Ich jedenfallsdrücke die Daumen.

Stellenausschreibung.

Die Linke hat eine sehr interessante Stellenausschreibung veröffentlicht: Sie suchen eineN Referenten/In für die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“. Das wäre an und für sich nichts Besonderes, nur nimmt mich Wunder, dass gerade die Linke diesen Posten nicht intern besetzen kann oder will, ist sie doch die Partei, der ich netzpolitisch noch am ehesten zutraue, sinnvolle Inhalte in die Kommission einzubringen.

Was nun genau in dieser Kommission getan werden soll, erschließt sich mir immer noch nicht. Hey, wir haben 2010. Der „digital gap“ ist zwar vorhanden, verkleinert sich aber zusehends. Gegen Schäubles, Zensursulans und Censilias macht das Netz selbst Front. Und das zieht dann vors BVG. Und das kassiert dann die Analoggesetze, die die Welt retten verkaufen wollen. Wozu die Kommission?

Die Linke hat in einem Änderungsantrag übrigens hierauf eine Antwort gegeben (zumindest zum Teil), leider ist der nicht durchgegangen:

Nicht nur Wirtschaft und Umwelt erfahren durch das Internet und die allgegen- wärtige Digitalisierung nachhaltige Veränderungen, sondern auch die Arbeits- und Produktionsbedingungen selbst. Das Internet lässt neue Formen kreativer Arbeit entstehen, die sich oft außerhalb der traditionellen Branchen bewegen und bisher getrennte Arbeitsformen neu mischen und verbinden. Neue, teils kollaborative Arbeitsbedingungen lassen neue Inhalte und Geschäftsmodelle entstehen und verändern Produktion, Vermarktung, Distribution und Rezeption ebenso wie sie ganz neue Qualifikations- und Ausbildungsprofile erzeugen. Zu- gleich verändern sich mit der rasanten technischen Entwicklung durch die Digi- talisierung die konkreten Ausgestaltungen von Arbeitsverträgen, die finanzielle Absicherung bei Erwerbslosigkeit und im Krankheitsfall sowie das Maß an gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Integration schlechthin. Unter dem Stichwort „Prekarität“ ist eine zunehmende perspektivische Verschiebung in den gesellschaftlichen Problemlagen zu beobachten. Diese Unsicherheit wird von den Betroffenen in der Internetökonomie ganz unterschiedlich reflektiert. „Netz- sklaven“ und „Cyber-Prekariat“ nennen sich die einen, andere sehen sich als neue Informationseliten und „Digitale Bohème“. Das Themenfeld Arbeit und Arbeitsbedingungen 2.0 kann eine Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ nicht ausblenden.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere könnte unter anderem sein, dass Freiheitsrechte im Netz immer auch mit denen RL korrespondieren – hier sehe ich den eigentlichen Arbeitsauftrag. Dies inkludiert auch die Belange der „Web-Arbeiter“, denn Arbeitnehmerrechte sind meiner Meinung nach ebenso Freiheitsrechte.

Ach ja, wenn ihr Linken von digitaler Boheme sprecht, nehmt bloß nicht den Lobo!! Ach nee, geht ja nicht, dass ist ja ein Sozn.

Nichts desto trotz: Der Referent sollte sich in den Kreisen der Linken wohl finden lassen. Und vielleicht kann das auch jemand sein, der nicht nur den Themenkomplex „Arbeit“ fokussiert sondern diesen auch in ein „großes Ganzes“ einordnen kann. Zu wünschen wäre es. Die Kommission ist sowieso sehr spät dran. Mit Schäuble und Zensursula sind wir ja nicht erst dieser Tage geschlagen und deren Gesetzesauswürfe, die in schöner Regelmäßigkeit vom BVG kassiert wurden, sind auch kein Erscheinung des heutigen Tages.

3DSUPPLY – Shirts für grillende Gamer-Nerds.

Ich oute mich mal als Stammleser von Fefes Blog. Und der wiederum rührte gerade die Webetrommel für einen Onlineshop der T-Shirts verkauft, aber nicht irgendwelche T-Shirts, sondern solche für Gamer, Nerds und Grillmeister. Und dementsprechend passende Motive werden feilgeboten.

3Dsupply aus Bielefeld bietet aber nicht nur den klassischen Gamer- und Nerdstuff sondern auch Individualfertigungen in Flockdruckausführung.

Wo aber liegt der Unterschied zu all den anderen Shirtanbietern, die Gamer/Nerdwear anbieten? Ich konnte im Wesentlichen zwei USPs ausfindig machen:

1. Die „Grillwear“ ist eine der nettesten Ideen der Saison. Während wir im letzten Sommer noch quasiuniform die Würste im „Hasenscheisse“-Dress drehten und uns vom Kollektiv „Bernd“ rufen lassen mussten, haben wir nun die Möglichkeit, wesentlich individueller gekleidet der Fleischeslust zu frönen. Endlich.

2. Das meine ich ernst: 3Dsupply ist einer der wenigen Shops, die dezidiert darauf hinweisen, dass ihre Shirts nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Noch immer werden Massen an Kleidunsstücken in die Läden und auf die Leiber geworfen, deren Herstellungsbedingungen nicht nur die Menschenwürde derer verletzen, die sie herstellen. Ob die Wurst auf dem Grill noch schmeckt, wenn man sich bewusst macht, dass die Hitze des Grills der Temperatur in den Fertigungshallen chinesischer Sweatshops recht ähnlich ist? Dem ein „Born To Grill“-Shirt tragenden BBQ-Chef  wird das Steak schmecken, schließlich garantieren die Bielefelder, dass ihre Shirts von Herstellern bezogen werden, die bei der Produktion einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Natur waren. Überraschend transparent: Auf der Webseite werden auch die Zulieferer der Shirts genannt.

Das Lieblingsshirt hier im Büro ist übrigens das hier: Weltkulturerbe. So, go for it.

P.S.: Ja, sie haben mich bestochen. Ja, ich bekomme ein Shirt (hoffe ich). Aber auch hier gilt: Ich schrebe nur über Sachen, hinter denen ich auch stehe. Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von 3DSUPPLY.

Kompatibilitätsprobleme mit Word

Word 2008 für Mac tut dumm: Dieser Tage habe ich ein Worddokument aufgesetzt und als Word 97-2004-Dokument (doc) abgespeichert, weil ich Büro aufeiner Windowsmaschine noch Office 2003 verwende. Sollte kein Problem sein, oder? Also ziehe ich meinen Text auf einen Stick, öffne ihn ganz normal im Büro, bearbeite ihn und speichere den Text wieder auf dem Stick.

Warum mache ich das? Weil ich im Büro den kompatibilitätsassistenten nicht installiert kriege.

Einige Tage später, zu Hause angekommen, will ich den Text weiterbearbeiten, versuche ihn zu öffnen und dann passiert das:

Ich habe alles erdenklich mögliche versucht, aber der Text lässt sich am Mac nicht mehr öffnen. Im Büro zurück, stecke ich den Stick ein und – öffne den Text ganz normal.

Wen das Wodpress wäre, würde ich jetzt das basteln anfangen. Aber was will ich bei Word denn basteln? Hat jemand eine Idee, was zu tun ist? Es liegt btw. nicht am Stick… Und der Dialog „Weitere Informationen“ liefert keine für mich verwertbaren Erkenntnisse…

Crappy, Microsoft, sehr sehr crappy!

P.S.: Das mit dem „Dokument wiederherstellen“ klappt genau gar nicht!

Fotodruck auf Leinwand und hinter Acrylglas

[Trigami-Review] Vor einer guten Woche bekam ich die Möglichkeit, zwei Produkte der Fa. Blickshop in Reutlingen zu testen:

blickshop.de ist ein Onlineshop, bei dem man seine Fotos oder Grafiken hochladen kann. Der Printservice von blickshop fertigt hieraus nun unterschiedliche Fotodrucke. Neben dem Klassiker, dem auf Leinwand gedruckten und auf einem Keilrahmen gespannten Fotodruck, umfasst das Produktportfolio auch auf Acrylglas hinterkebte gedruckte Fotos sowie Drucke auf Stoff, Klebefolie und als PVC-Banner und natürlich Posterdruck. Weiterhin kann man bei blickshop auf vorhandene Bildmotive zurückgreifen und sich im noch recht jungen corporate blog informieren.

Zum Testsetting: Um eine sinnvolle Aussage über die Druckqualität geben zu können, habe ich mir zwei „Aufgaben“ überlegt:

1. Ich möchte an einem möglichst hochauflösendem Bild mit starkem Hell/Dunkel-Kontrast sowie sehr geringem Kontrast beim Fotodruck auf Leinwand erkennen, wie detailreich bzw. hochauflösend der Druck das Ursprungsmaterial wiedergeben kann. Weiterhin interessiert mich beim Druck auf Leinwand, ob die Versiegelung mit UV-Schutzlack die Textur der Leinwand beeinflusst oder ob Reflexionen dadurch auftreten, die das Ergebnis beeinflussen.

2. Ich möchte anhand eines sehr niedrig aufgelösten Bildes mit einem Motiv, dass die Dreidimensionalität eines einzelnen Objekts antizipiert, sehen, ob durch eine Kaschur auf Acrylglas diese ungünstigen fototechnischen Ausgangsbedingungen – zumindest im Ansatz – egalisiert werden können (versteht mich bitte nicht falsch, es geht hier nicht darum, ungünstiges Ausgangsmaterial zu „verbessern“, es geht darum, ob die Wahl des Mediums Acrylglas bei niedriger Auflösung einen subjektiv erlebbaren Effekt zugunsten des Motivs nach sich zieht).

Dementsprechend wählte ich zwei Dateien aus, von denen ich meine, dass sie der Aufgabenstellung Rechnung tragen können: Für den Druck auf Leinwand bediente ich mich hierbei einem Foto der Londoner Tower Bridge, dass in der deutschsprachigen Wikipedia zu finden ist (und zwar hier – seht selbst). Diese bei Nacht geschossene Aufnahme weist sowohl geringe (Farbverläufe des Nachthimmels, ein blaues Boot auf blauem Wasser) als auch hohe (Nachthimmel und die illuminierte Brücke) Kontraste auf. Zudem ist das Ausgangsmaterial hochauflösend und verfügt mit 9.462 × 4.734 Pixeln über ein zumindest „ungewöhnliches“ Format. Von der technischen Qualität des Bildes her dürften das, sehen wir einmal vom Format ab, optimale Voraussetzungen für einen professionellen Fotodruck sein.

Ganz und gar suboptimal sind die technischen Bedingungen des Motivs, das ich für den Druck auf das kaschierte Acrylglasbild vorgesehen habe. Auf meiner Festplatte fand ich das Bild einer feuerroten Chilischote mit gephotoshoptem Schattenwurf vor reinweißem Hintergrund in der Auflösung 800 x 533 Pixel. Wieder ein Sonderformat und, das kommt erschwerend hinzu, durch starke Kompression im JPG-Format auf magere 112 Kilobytes geschrumpft. Es ist eigentlich Irrsinn, überhaupt auf die Idee zu kommen, ein so grottiges Ausgangsmaterial zum Drucken zu geben – für den Test aber eine schöne Herausforderung.

Nun müssen die Bilder aber erst einmal zu blickshop. Das geht vermittels der Uploadfunktion im sehr aufgeräumten Onlineshop per Klick – und die müssen da echt dicke Server mit armdicker Leitung stehen haben, denn die über 6MB Bilddateien waren – keine Übertreibung – in Sekundenschnelle hochgeladen. Der Webshop verfügt über einen sehr einfachen „Drei-Schritte-Produktkonfektionierer“, der dann wunderbar funktioniert, wenn man keine Extras wählen möchte. Wer aber – gerade beim Foto hinter Acryl ist das interessant – Extras wählen möchte, der muss sich erst einmal ins Funktionsprinzip des Online-Shops hineindenken. Hier wäre eine einfache Abfrage zur Wahl der Features nach Konfektionierung des Basisprodukts wünschenswert.

Beim Umgang mit dem Onlineshop ist die klare Struktur und die komfortable Upload-Funktion der Bilder besonders erwähnenswert. Letztere machtauch all jenen das Bestellen sehr leicht, die nicht den tagtäglichen Umgang mit einem FTP-Client gewohnt sind. Deutliches Verbesserungspotenzial sehe in der Menüführung zum Hinzufügen etwaiger Extras, zusätzlicher Features oder Zubehörteile.Darüber lässt sich aber hinwegsehen, denn mit ausdauerndem Klicken konfektioniert man genau das, was man haben möchte.

Ein echtes Manko aber ist die Zuschneidefunktion, die genau dann aktiviert wird, wenn das Seitenverhältnis des hochgeladenen Bilds nicht dem des gewählten Produkts entspricht. Diese Funktion ist wichtig – und derartig klein geraten, dass sie für Fotos mit vielen Details unter Umständen unbrauchbar ist. Der Profi wird vorab das Format in Photoshop anpassen, der „Normaluser“ hat mit der Liliputanerversion des Zuschneidetools zu kämpfen.

Die Bilder, die ich am Mittwochabend bestellt habe, erreichten mich per DHL am Freitag morgen. Ein schnellerer Versand ist für ein im Kundenauftrag produziertes Produkt eigentlich nicht denkbar. Die Versandzeit war wirklich nicht zu toppen.

Der große Moment ist gekommen: Ich nehme die Drucke aus dem Versandkarton (übrigens sind sie sehr ordentlich verpackt, da kann man nicht meckern) und bin überrascht!

Zuerst betrachte ich das Foto der Tower Bridge auf der auf einem Keilrahmen gespannten Leinwand (und hierbei handelt es sich um eine  echte Künstlerleinwand, d.h. ich kann die Leinwand auf dem Rahmen nachspannen). Der Druck vermag bei der Auflösung zu überzeugen, man vermisst kein Detail. Starke Kontraste werden überraschend scharf abgebildet (Wunder darf man aber keine erwarten) und feine Farbnuancen sowie Verläufe bleiben sauber erhalten. Allerdings ist das Bild, vermutlich vom Schutzlack, mit feinen, glänzenden Sprenkeln benetzt. Diese fallen bei genauem Betrachten dann auf, wenn das Licht seitlich auf das Bild fällt. Aus diesem Betrachtungswinkel verliert dann der Druck jede Brillanz – schade. So kommt dann auch die feine Textur, die die Leinwand von sich aus hergibt und die mit Sicherheit gerade für „grobkörnig“ gerenderte Aufnahmen künstlerisch interessant sein könnte, nicht zur Geltung. Der UV-Schutzlack wird aufgrund des zwar regelmäßigen, aber eben gefleckten Auftrags auch nicht wie ein Firnis. Das Produkt „Fotodruck auf Leinwand“ hätte durchaus Potenzial, aber in dieser Ausfertigung genügt das Ergebnis selbst semiprofessionellen Ansprüchen nicht. Schade, denn von der Farbtiefe und Auflösung her ist der Druck überraschend gut.

Detail: Textur des Fotodrucks auf Leinwand

Detail: Auflösung des Drucks, gut erkennbar: Die Sprenkel des Schutzlacks

Detail: Rückansicht, Leinwand auf Keilrahmen

Ein ganz anderes Bild vermittelt der hinter Acrylglas kaschierte Fotodruck.Wir erinnern uns: Das Ausgangsmaterial war mies und von der technischen Warte her betrachtet nicht zum Druck geeignet. Was hier entstanden ist, wird selbst das kritischste Auge überzeugen: Die Farbwiedergabe ist hervorragend: Das Rot knackig, das Grün frisch – eine Tiefe wie auf einem gut kalibrierten Monitor lässt sich erkennen. Das ist, man muss es so sagen, ein Wunder für das geringauflösende Ausgangsmaterial. Es ist kaum zu glauben, wie lebendig der Schärfenverlauf und der angepasste Schatten das Bild werden lässt – und diese Tiefe und Lebendigkeit ist besonders dem 10 mm dicken Acrylglas geschuldet, das den Lichteinfall nicht nur vor vorne sondern auch von den Kanten her erlaubt. Das Motiv tritt, der geringen Auflösung zum Trotz, aus der Fläche, der Betrachter erhält einen subjektiven Eindruck von Dreidimensionalität. Das Bild hinter Acrylglas kann ich bedenkenlos empfehlen, auch und gerade jenen, die mit einer technisch mangelbehafteten Aufnahme ein möglist guten Ergebnis erzielen wollen. Es ist klar: Eine schlechte Auflösung lässt sich nicht hochrechnen, leere Vergrößerungen führen zu keinem Zugewinn an Qualität – aber die handwerklich perfekte Kaschur und die Dicke des makellosen Acrylglases werten das Motiv so auf, dass es angenehm anzusehen ist. Mit einem derart guten Ergebnis bei so schlechter Ausgangslage hätte ich nicht gerechnet.

Detail: Stärke des Acrylglases: 10 mm

Generell lässt sich sagen, dass man bei blickshop gute Ergebnisse erzielt, wenn man das geeignete Motiv in der jeweils passenden Drucktechnik ausführen lässt. Die Textur der Leinwand korrespondiert trotz technischer Schwächen hervorragend mit dem Bild der altehrwürdigen Tower Bridge, verfügt diese ja durch ihre reiche Ornamentik selbst über eine ganz eigene „Textur“. Ebenso gewinnen Motive mit unterschiedlichen Schärfen durch das Hinterbringen auf Acrylglas. Dem Fotografen stellt sich also die Herausforderung, eine Reproduktionstechnik auszuwählen, die mit dem Motiv harmoniert (oder, abhängig von der Intention dieses kontrastiert). Das Produktportfolio von blickshop.de ist ausreichen groß, dass das gelingen kann.

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