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Die Radiobastelei geht weiter…

Vor drei Jahren habe ich mit Freunden und Kollegen das Webradioprojekt openbusinessradio aus der Taufe gehoben, im Bewusstsein, dass ein tragfähiges Konzept aus den Themenkreisen offene Geschäftsmodelle, open source software und creative commons für ein Webradio gestaltet werden kann.
Dann passierte, was allzu oft passiert: Anderer Projekte forderten ihren Tribut, das Webradio rückte in den Hintergrund und irgendwann schlief das alles ein.

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Seit Februar bin ich wieder am Basteln und inzwischen ist die Sache soweit gediehen, dass ich das  Projekt mindestens einer kleinen Leserschaft hier nahebringen möchte – wer gerne schon mal gucken will, der schaut auf openbusinessradio.de!

Was das ganze soll, das könnt ihr hier nachlesen. Ein kleines Programm ist auch schon zu hören. Und: Über Follower auf Twitter freue ich mich.

barcamp 2014 – ein Rückblick

Vor vier Jahren war ich auf meinem ersten barcamp – in Nürnberg – und seither bin ich vom Format allgemein und von der Veranstaltung in Nürnberg im Speziellen begeistert. Meine ersten beiden Nürnberger Camps erlebte ich im Südwestpark, dann gab es einen Wechsel im Orga-Team und damit (obwohl das, wie ich erfahren hatte, nicht kausal zusammenhängt) auch einen Wechsel der Location. Im Klee-Center in den Südstadt war es im vergangenen Jahr schön – und auch schön eng. Und so war schnell die Idee gefunden, wieder eine neue Location zu „erproben“ – das Seminarzentrum der GRUNDIG AKADEMIE. Schnell ließ sich der geschäftsführende Vorstand der Akademie überzeugen und nachdem das OpenUp-Camp im Februar bereits in den Räumen der GA die Generalprobe vortrefflich bestritt, ging es letztes Wochenende also auf zum sechsten Nürnberger barcamp auf dem Resi-Areal (als GA-Mitarbeiter ward mir quasi die Rolle des Mittlers zwischen Camp-Orga und Location-Sponsor zuteil).

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Bevor ich jedoch über das Wochenende berichte,  einige wenige Worte, was ein barcamp überhaupt ist:

Ein Barcamp ist eine Ad-hoc-Nicht-Konferenz (engl. Un-Conference), die aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, dass sich Menschen in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können. Es ist eine intensive Veranstaltung mit Diskussionen, Präsentationen, und Interaktion der Teilnehmer untereinander.
Jeder, der etwas beizutragen hat oder etwas lernen will, ist willkommen und herzlich eingeladen mitzumachen. (Quelle: bcnue)

Bereits am Freitagmittag begannen die Auf- und Umbauarbeiten. Die Räume wollten neu bestuhlt, das Forum geräumt und für das Camp umgestaltet werden und dann rückten auch schon die Jungs von teamix ein, die seit jeher als Camp-Sponsor die Netzwerkinfrastruktur aufbauten. An dieser Stelle sei gleich folgendes gesagt: In diesem Jahr war der Job von Felix und Sebastian besonders hart, denn widrige Umstände der Infrastruktur im Stadtteil Klingenhof, die schon verhindert hatten, dass das OpenUp-Camp überhaupt Internet hatte, mussten überwunden werden. Und sie wurden überwunden – unter Einsatz umfangreichen Know-Hows und feinster Technik:

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Das Camp-WiFi war aber nicht der einzige kreative Hack des Wochenendes…

Im Seminarzentrum der GRUNDIG AKADEMIE gibt es auch einen Catering-Raum, der ebenfalls etwas auf die Campbedürfnisse angepasst werden musste. Das Catering wurde zum Teil von der Camp-Orga selbst besorgt (mit tatkräftiger Unterstützung von mymuesli, Sonntagmorgen, diversen nicht näher bezeichneten Pizza- und Sushilieferdiensten, Domenico Schepis und nicht zuletzt durch den persönlichen Einsatz von Ralph, Nadine, Astrid und Max) und am Sonntag von IFI durchgeführt.

Auch die Technik musste aufgebaut und in Betrieb genommen werden – vieles davon stellte der Coworking-Space zur Verfügung. Mein besonderer und persönlicher Dank gilt hier besonders Michael vom Space, der mit viel Einsatz dafür sorgte, dass unter anderem auch die Beschallung bestens Laut gab und der uns mit zahllosen Metern diversester Kabel aushalf.

Der Freitagabend lockte mit strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen – die Warm-Up-Party, etwa dreißig waren gekommen, wurde kurzerhand vor die Akademie verlegt. Musik, Premium-Cola, Huppendorfer Bier bildeten den Rahmen, Sushi (und Nudeln) waren das Abendessen, gute Gespräche reichten bis tief in die Nacht.

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Wer zum Camp mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kam, hatte die Möglichkeit, vom U-Bahnhof Herrnhütte etwa fünf Minuten zu laufen – oder aber mit dem Rad zu fahren; die Räder wurden von TeilEsel zur Verfügung gestellt und standen für die Teilnehmer am U-Bahnhof bereit.

Früh ging es am Samstag los in den ersten Tag des Camps – die Teilnehmer wurden mit einem umfänglichen Frühstück begrüßt, das keine Wünsche offen ließ. Während des ganzen Camps kümmerte sich Ralph zudem um kontinuierliche Versorgung mit mundgerecht geschnittenen Obst- und Gemüsehappen (nebst Dip).

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Bei einem solch umfänglichen Frühstück (und weil der Kaffe ungeplanterweise etwas länger brauchte) begann die Sessionplanung und Vorstellungsrunde etwas später. Am Samstag beehrten das Camp hundert Teilnehmer aus sechs Ländern und zwanzig deutschen Städten im Alter von etwa 20 bis 70 Jahren. Es ist unter anderem diese Heterogenität der Teilnehmerschaft, die gerade die thematisch offenen barcamps so spannend machen.

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Aus diesem Kreis entsprangen dreißig Sessions zu den unterschiedlichsten Themen – herausgegriffen seien hier beispielshalber CRM-Tools, Codequalität oder WordPress, aber auch Gendermarketing, Twitter im Katastropeneinsatz, eGovernment in Nürnberg, eine Weinprobe der Weinerei, vegane Ernährung oder (Krisen)-Projektmanagement in Russland. Im Timetabler können Themen und Teilgeber im Detail nachvollzogen werden.

Zu den Sessions am Samstag kann ich leider nur wenige Impressionen beisteuern – denn ich war auf keiner der Sessions durchgehend anwesend. Im Cateringraum wollte die Großküchenspülmaschine in Betrieb genommen, das Mittagessen wollte gerichtet werden… Es gab Antipasti, Lacerto di manzo mit Kartoffeln, Lasagne und vegetarische Lasagne. Danach war ich mit Spülen an der Reihe und führte das ein- und andere Gespräch und so war bald auch dieser Tag vergangen.

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Ich möchte nur auf eine Session hinweisen: Unter freiem Himmel baute Ralph seine Siebdruckwerkstatt auf – die Taschen und T-Shirts des barcamps wurden in diesem Jahr von den Teilnehmern selbst bedruckt. Ralph benutzt die Technik des Siebdrucks unter anderem zur Herstellung seiner Pilzpakete.
Diese Session war aus meiner Sicht prototypisch für das diesjährige barcamp – wurden früher den Teilnehmern fertige Camp-Shirts verabfolgt, so konnte man in diesem Jahr bei der umweltfreundlichen Selbst-Bedruckung nicht nur etwas lernen sondern hat selber etwas getan. Mir ist aufgefallen, dass gerade bei diesem Camp besonders viele Impulse hinsichtlich einem nachhaltigen Leben und sinnvollen (Zusammen)Arbeiten in menschenfreundlicher und -gerechter Umgebung gesetzt wurden. Das fängt beim Selberdrucken der Camptextilien an und hört noch nicht damit auf, dass ich noch auf keinem Camp so viele Menschen frisches Obst und Gemüse habe essen sehen. Man konnte auch nachhaltig schmecken, denn statt Konzernplörrecola gab es Premium-Cola, regionales Bier von einer kleinen Brauerei, IFI  verwendet Zutaten aus dem Knoblauchsland und Fleisch vom regionalen Öko-Metzgereimister, das Müsli war bayerisch und bio. Überraschend viele Sessions hatten einen gesellschaftspolitischen Anspruch – handelte es sich nun um die Innenansichten eines Krankenpflegers im Kontext von Suizidalität, um eGovernment und andere Mitbestimmungs- und -gestaltungsformen, vegane Ernährung, Theater, Datenschutz oder Förderung von Kunst und Kultur. Meiner Wahrnehmung nach hatte dieses Camp eine sehr ausgewogene Mischung klassischer IT-, Marketing- und Businessthemen auf der einen und der Beschäftigung mit drängenden gesellschaftlichen Fragen auf der anderen Seite. Das barcamp ist damit nicht nur Experimentierfeld kollaborativen Lehrens und Lernens sondern auch Diskussionsplattform für ein erfülltes urbanes Leben in Verantwortung geworden.

Über unterschiedliche Sessions wurde in anderen Blogs bereits einiges geschrieben, die Beiträge, die ich mitbekommen habe (was neu dazugekommen ist und was ich übersehen habe möchtet Ihr mir gerne in die Kommentare posten):

Ebenfalls im Zeichen von Sessions und Austausch stand der Samstagabend. Nach umfangreichem Pizzen-Buffet, das nur Hubert nicht zu befriedigen vermochte, weil es seine geliebte „Pizza Salami“ nicht gab, ging es in die Night-Sessions oder zum Ratschen ins Foyer.

Auch der Sonntag gehörte nach stärkendem Frühstück und diesmal pünktlichem Beginn ganz den multithematischen Sessions. Ich selbst war bei Mike Buchner und Romy Mlinzk in der Troll-Session, die hat sehr viel Spaß gemacht und das Internet-Phänomen des „Trolls“ vielschichtig aus der Perspektive des Social Media Managers beleuchtet. Einen Audio-Mitschnitt der Session wird es im Laufe der nächsten Wochen beim relauchten obr geben.

Das Mittagessen am Sonntag bildete einen Kontrast zum Samstag und darf – mit Schweinebraten, Klößen und Blaukraut – als gutbürgerlich bezeichnet werden. IFI hat hier ganz hervorragend performt.

Die nachmittäglichen Sessions widmeten sich klassischen Themen wie Scrum, Teambuilding Analytics und Xing. Das wir am Sonntag mit dem Wetter wesentlich weniger Glück hatten, als am Samstag, fiel so gar nicht mehr ins Gewicht. Und so durften wir uns über viel positives Feedback in der Abschiedsrunde freuen. Aus Orga-Sicht auch sehr geglückt, war das crowdgesourcede Aufräumen nach dem Camp – denn auch das Orgateam konnte das Haus um 18 Uhr ordentlich übergeben.

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Klar ist diese Betrachtung zum einen subjektiv und mindestens ist sie unvollständig. Ein paar Punkte möchte ich aber dennoch noch einmal als Fazit herausstellen (quasi tl;dr):

  • Das Seminarzentrum der GRUNDIG AKAEMIE hat sich als ideale Location für das barcamp erwiesen. Einen Beamer hätten wir mehr haben sollen, sonst gab es keine Kritik am Haus. Die Infrastruktur (Lage, Räume, Essenskasino…) ist dienlich.
  • Die Jungs von teamix haben gehackt und gezaubert. Wir hatten WiFi – wenn es auch etwas langsam war. Ich hoffe, dass die Telcos mit den Neu- und Umbauten in der Nachbarschaft bald auch noch deutlich breitbandigeres Internet heranschaffen. Hundert Leute unter diesen Umständen mit Netz zu versorgen klingt nach einem aussichtslosen Task – teamix hats geschafft! Mein Dank geht an Felix und Sebastian, die dafür gekämpft haben.
  • Dieses Camp orientierte sich thematisch an den „Disziplinen“ Technik, Technologie und Kreativität – gepaart mit gesellschaftspolitisch wichtigen Diskussionen. Ich denke, dass jeder Teilnehmer Teilgeber wichtige Anregungen und Denkanstöße mitnehmen konnte.
  • Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten war das Camp wirklich super aufgestellt. Ich war erstaunt, wie wenig Müll produziert wurde. Übriggebliebenes Essen wurde am Ende unter den Leuten verteilt. Das Einweggeschirr wurde – bis auf die Pappbecher – abgeschafft – auch eine sehr schöne (und arbeitsintensive) Erfahrung.
  • Kulinarisch waren wir in diesem Jahr fast superb aufgestellt: Sushi zur Warm-Up-Party, etliche Entrées aus liebevoll gewürfeltem frischen Obst und Gemüse, ein Frühstücksbuffet, das seinesgleichen sucht, italienisches Lacerto, Antipasti und Lasagnen und zum Abschluss der Sonntagsbraten – jeweils begleitet von leckeren Getränken – Herz, was willst Du mehr?
  • Mit Anna Seibel begleitete eine professionelle Fotografin das Camp. Die Impressionen sind auf flickr zu bestaunen.
  • Zu danken bleibt Andy, Frank und Ralph für die super Orga! Die Jungs haben geschuftet, was das  Zeug hält und ein einzigartiges barcamp auf die Beine gestellt! Weiterhin auch den zahllosen Helfern, IFI und Domenico die uns lecker Essen zu einem sehr fairen Tarif gekocht haben.
  • Die Sponsoren haben dieses Camp wieder großzügig unterstützt. Danke!

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Und gesponsert wurde das Camp von folgenden Unternehmen:

Hauptsponsoren:

Sponsoren:

Weitere Unterstützer: sonntagmorgen.com, mymuesli, mymat.de, coworking Nürnberg, teilEsel, acom Hotel Nürnberg, RR relationalraum, Goldmann Personal, learn2use, VILINGO Communications, Ad!Think Werbeagentur, Pilzpaket.

Wie Whisky hergestellt wird.

Heute mal was ganz anderes: Eher durch Zufall bin ich auf eine Animation gestoßen, in der erklärt wird, wie Whisky hergestellt wird. Das Video ist sehrstimmig gemacht und zeigt in wenigen Minuten, was sich in Worten nur längich beschreiben ließe.

Der Produzent Oliver Ende, via.

Wochenrückblick KW 15/2014.

Wieder einmal ein Wochenrückblick, war ja eine spannende Woche mit Heartbleed. Mich wundert es allerdings alles nicht mehr. Diese Sicherheitslücke wird – nach den Erfahrungen der letzten sechs Monate – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von den Diensten genutzt worden sein. Alles andere zu glauben, wäre verantwortungslos naiv. Und dann war da noch…

MSI Digi Vox Ultimate HD Pro im Kurztest

Ich habe mir vor kurzem einen DVB-T-USB-Stick gekauft, weil durch eine Treiberänderung mein NOXON DAB-Stick nicht mehr als Fernsehempfänger taugt (was bis zum dritten Update in 2012 noch problemlos möglich war). Die Wahl fiel auf den Digi Vox Ultimate HD Pro von MSI. Nun habe ich an so ein Gerät keine großen Ansprüche, aber ein bisschen was sollte so ein Stick schon können und auch mitbringen. Ich habe diesen Stick aus zwei Gründen gewählt: Zum einen, weil MSI nun nicht ganz der Noname-Anbieter ist – es gibt immerhin eine anständige Webseite und der Ruf der Firma ist gut. Zum anderen habe ich ein 64-Bit-System und nicht alle Sticks mögen das. MSI verspricht, dass der Stick unter Win7 64 Bit funktioniert. Und dann ist da der Preis: 12,- Euro habe ich mit Versand bezahlt, andere haben den Stick auch schon für einen Zehner gesehen.

1. Was man dem Päckchen entnimmt

Der MSI Digi Vox Ultimate HD Pro -Stick wird in einer ganz kleinen Faltschachtel geliefert, die neben dem Stick selbst eine Mini-CD (nichts für Besitzer von Slot-In-Laufwerken), eine Folienfernbedienung nebst Knopfzelle, eine Kurzanleitung und eine passive Mini-Antenne enthält. Alles, was man braucht, ist dabei. Der Stick selbst ist gut gearbeitet und sieht robust aus – Stecker und Antennenbuchse sind wackelfrei eingegossen. Die Folienfernbedienung entpuppt sich als ziemlicher Mist, die funktioniert bei mir nicht richtig und die Antenne macht ob ihrer Winzigkeit keinen vertrauenserweckenden Eindruck (aber sie funktioniert, wie sich später herausstellen wird). Ausgepackt und angeschlossen ist alles recht fix. Wer die mitgelieferte Software nicht braucht und mit Win 7 arbeitet, der steckt den Stick einfach in einen freie USB-Port und verbindet ihn mit der Antenne – Win 7 findet den richtigen Treiber und schon kann es losgehen. Mit dem  Windows Mediacenter funktioniert der Stick einwandfrei.

2. DVB-T Empfang – der Stick muss empfangsstark sein

Hier in Nürnberg ist der DVB-T-Empfang in der Regel als sehr gut zu bezeichnen. Mit Indoor-Empfang hatte ich mit entsprechenden Verstärkerantennen und ordentlichen Receivern keine Probleme. Unsere Versorgungslage darf als durchaus gut angesehen werden und somit ist es freilich schwierig, zu bemessen, wie gut der Stick empfängt. Und dennoch meine ich, dass die Empfangsqualität mindestens gut ist. Als Antenne wird ein winziger Draht von etwas über 10cm Länge geliefert, der sich mit einem angepressten Gewinde auf einen kleinen Kunststoffsockel schrauben lässt. Diese beigelegte Konstruktion macht weder einen besonders empfangsförderlichen noch stabilen Eindruck – funktioniert aber überraschend gut! Bei einer passiven Stabantenne im Fensterbereich ist der Empfang ausgezeichnet, mit dieser Antenne habe ich an anderer Hardware schon schlechte Erfahrungen gemacht. Aber: Selbst mit der beigepackten Behelfsantenne findet der Stick alle Sender und bringt sie fehlerfrei auf den Bildschirm – so schlecht kann der Empfang also nicht sein. Wer in Randlage wohnt oder baulich ungünstige Eigenschaften zum Empfang hat, der braucht eine andere Antennenlösung, das ist klar.

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3. Die Software

Mit dem Stick wird neben den Treibern auch die in diesem Bereich oft anzutreffende für DVB-T adaptiete Version von ArcSoft TotalMedia (Free) mitgeliefert. Ich kann diese Software nicht leiden. Sie ist zwar leistungsstark, aber ich mag das Design nicht und hatte mit der Software bereits dahingehend Ärger, dass sie sich nicht rückstandslos deinstallieren ließ. Freilich kann die Software aber alles, was man braucht. Das Windows Mediacenter ist weder besonders schnell noch besonders hübsch, funktioniert mit den Stick aber einwandfrei und ist einfach vorhanden. Wenn man das Windows Mediacenter sowieso schon auf dem Rechner hat, kann man sich echt überlegen, ob man die beigelegte Software überhaupt installieren will.

Fazit:

Wenn ich von der Fernbedienung absehe, die ich aber auch nicht brauche, dann ist der MSI Digi Vox Ultimate HD Pro-DVB-T-Stick echt super. Er empfängt sauber, lässt sich problemlos einbinden und tut für wirklich wenig Geld seinen Dienst. Treiber sind für XP, Vista und 7 vorhanden, unter Win 8 soll es ebenfalls funktionieren, getestet habe ich das aber nicht. Weiterhin wird berichtet, dass der Stick unter Ubuntu mit Kaffeine wohl auch problemlos zu betreiben sei. Zehn bis fünfzehn Euro beträgt der Straßenpreis des Sticks. Für dieses Geld – perfekt.

Anm.: Was das mit dem HD im Produktnamen soll, erschließt sich mir nicht. Hier empfängt man ja nichts in HD über DVB-T.

Erlangen unter roter Führung.

Siemensstadt hat gewählt unds sich des CSU-Manns Balleis entledigt. Das ist für sich genommen schon eine Sensation – aber das Ergebnis lässt staunen: 63,7 Prozent zu 36,3 Prozent für Janik. Auch in München und Regensburg gab es eine schwere Klatsche für die CSU. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch!

Nürnberg kann mehr als man denkt. Eine Replik auf Sugar Ray Banisters Artikel „Warum Nürnberg nicht das bessere Berlin ist“

Eine Diskussion, welche Stadt wohl am „berlinerischsten“ ist, mag mindestens grotesk anmuten. Wer will Nürnberg schon mit Berlin vergleichen – Berlin ist weit über sechsmal so groß wie Nürnberg, Berlin ist nicht nur Stadt, sondern auch selbstständiges Bundesland und damit in vielen Entscheidungen freier als eine Kommune – und: Berlin hat eine internationale Strahlkraft, derer sich der Bundesbürger nur selten bewusst wird – nicht nur als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch wegen der geografischen Lage und der jüngsten Geschichte – als Drehscheibe zwischen Ost und West (Deutschland wie Europa). All das bläst einer Stadt auch dann noch warmen Sommerwind unter die Flügel, wenn die Verschuldung bei knappen 60 Milliarden Euro liegt (zum Vergleich Nürnberg: 1,3 Milliarden Euro), wenn Teile des ÖPNV nicht richtig funktionieren und überdimensionierte Flughäfen schön langsam in den märkischen Sand sinken.

Als kleiner Bub bin ich von meinen Eltern (zu Zeiten der Teilung) mit nach Westberlin genommen worden. An meine Gefühle damals kann ich mich gut erinnern: Berlin war ein Abenteuer und Berlin war dunkel. Bis auf die Leuchtreklamen am Europacenter, das Café Kranzler und das KaDeWe habe ich Berlin als fürchterlich dunkel in Erinnerung*. Diese Stimmung konnte ich erst zehn Jahre später wieder aufgreifen, als ich den Film „Der Himmel über Berlin“ zum ersten Mal sah, und allein dessen Präzision in der Beobachtung mich noch heute gleichermaßen erschreckt und berührt. Als ich als Jugendlicher Mitte der 1990er Jahre wieder nach Berlin kam, atmete die Stadt auf – aus jeder Bodenspalte und zwischen jeder Straßenschlucht wehte ein milder Wind des Aufbruchs. Ich schreibe hier nicht nur vom ersten Besuch der Galerie Tacheles, sondern auch vom ersten gut geführten Antiquariat, das Bücher nach Kilopreis verkaufte, von meiner ersten Lovepaarade, von dem vielen Gekritzel auf Wänden und Pfählen, das nur allzu oft das Leben nach der politischen Wende thematisierte, das vielleicht eine Art öffentliche Schreibtherapie war und heute als „Street Art“ verklärt wird. Ich schreibe aber auch von Wohnungen in Prenzlauer Berg, die noch zur Jahrtausendwende mit Kohlen geheizt wurden, Klo habe Treppe.

Was hat das alles mir Nürnberg zu tun? Nürnberg ist für mich so gänzlich anders als Berlin. Nürnberg ist langsam und konstant. Ich kenne Straßenzüge in St. Leonhard, die sehen heute noch genauso aus, wie in den 1980er Jahren, als ich sie das erste Mal sah, und ich kenne Fotos, da weiß ich, dass sie noch genauso aussehen, wie in den 60ern. In manchem Nürnberger Vorort fühlt man sich erdrückt von überbordender Spießigkeit. Und in manchem Straßenzug in der Südstadt mag man Angst bekommen, dass in ein paar Jahren soziale Unruhen ausbrechen, so niedergewirtschaftet sind die. Strahlkraft? Aufbruch? Pustekuchen. Wo der Staub vergangener Generationen nicht liegt und wo nicht historisierende Altstadt ist, da stehen seelenlose Funktionsbauten unserer Tage.

Und dann veröffentlicht Puls, ein Spartenradioprogramm des Bayerischen Rundfunks, einen Blogpost mit dem etwas seltsamen Titel „Hipsterhauptstadt mit Herz – 5 Gründe warum Nürnberg das bessere Berlin ist“ und schmiert damit fingerdick Balsam auf die geschundene fränkische Volksseele. Irgendwo ist schon klar, dass dieser Post nicht ganz ernst gemeint ist. Und doch stimmt er ein in einen Tenor, den ich in den letzten Monaten immer wieder höre: Nürnberg ist so hip, so kreativ, so toll geworden – Nürnberg kann es mit Berlin aufnehmen. Und aus den Reaktionen, die ich per Mail bekam, via Twitter und in den Blogs, schließe ich, dass dieses BR-Ding gerade ernst genommen wird. Krass, oder?

Also schaue ich mir mal die fünf Punkte an, warum wir gerade besser sein sollen, als Berlin:

Zuerst einmal wird Gostenhof ins Feld geführt, wie toll und kreativ dort alles ist. Redakteure des Bayerischen Rundfunks müssen einen Narren an Gostenhof gefressen haben – zu Jahreswechsel erst sendete das dritte Programm eine Doku über die Fürther Straße (vgl. hier), bei der ins selbe Horn geblasen wurde. Es ist in Gostenhof im Prinzip ja ähnlich wie in Kreuzberg und Prenzlauer Berg: Erleben Stadtviertel einen wirtschaftlichen Niedergang und lässt Bausubstanz und Infrastruktur eine entsprechende Nutzung zu, so siedeln sich auf den günstigen Flächen Menschen mit viel Kreativität und wenig Geld an. Das geht ein paar Jahre lang so gut, dann werden vom Nimbus der Kreativen all jene angezogen, die mehr Geld als Kreativität haben und an der Stimmung partizipieren wollen. Wenn dann die Gentrifizierung durchschlägt, ist die Stimmung zwar im Arsch, dann kommen die Prenzlbergmuttis, aber der Stadtteil ist auf die nächsten dreißig Jahre saniert. Was heute GoHo ist, war vor 15 Jahren noch Johannis. Und wer sagt, dass – angesichts des Abstiegs der Südstadt – im Jahre 2020 nicht die Allersberger Straße der zukünftige kreative Hotspot Nürnbergs ist?

In GoHo liegen Quelle und AEG, beide ziehen kunstsinnige Menschen an. Doch der Wegzug der Zentrifuge, Dirk bemerkt das zu Recht in seinem Blogpost „warum Nürnberg nicht das bessere Berlin ist“, zeigt, was „Auf AEG“ wirklich ist: ein Investitionsprojekt. Solche Projekte müssen sich entwickeln, das dauert fürgewöhnlich zehn Jahre, dann sind die Flächen gewinnbringend vermietet. Schräg gegenüber kann man das am TA-Gelände recht gut studieren. Auf AEG passiert gerade im Kleinen das, was in GoHo im Großen passiert. Was aber ist mit dem nahegelegenen Quelle-Areal? Hier spricht man von Abriss weiter Teile – die schiere Größe lässt eine wirtschaftliche Projektierung selbst mittelfristig nicht zu. Auf Sicht ist das Quelle-Gelände ein Millionengrab. Ich wage ja schon fast zu prophezeien, dass man den Kopfbau und den Turm stehen lässt, der Rest wird abgerissen und dann kommt Wohnungsbau dahin. Und Nürnberg braucht Wohnungen – sonst würde das Ding am Rangierbahnhof nicht so ein großes Projekt. Auch auf Quelle hat Kreativität also nur einen bedingt geschützten Raum. Mir tun die Kreativen GoHos ein wenig leid, denn ich habe das Gefühl, dass sie immer nur „Geduldete“ sind. Und ich kann mir vorstellen, dass das – ganz tief in einem drin – weh tut. Inwieweit dieser „Schmerz“ (gleichsam als Stachel im eigenen Fleisch) der Kunst förderlich ist – oder wegen der fehlenden Freiheit abträglich –, vermag ich nicht zu beurteilen. Auf der anderen Seite wünsche ich mir gerade von diesen Kreativen, die Erkenntnis zuzulassen, dass sie auch nur ein Rädchen in diesem Gentrifizierungsuhrwerk sind, wenn auch das coolste. Und meines Erachtens kann nur Emanzipation die passende Antwort darauf sein. Diese Art der Emanzipation ist mitnichten neu – in den ausgehenden 1970er Jahren fand sie statt – im ehemaligen KOMM, das heute auch nur noch glattgebügelter Kunstbetrieb nach städtisch-sozioaldemokratisch-kulturpolitischem Diktum ist (und wer hats gemacht? Der CSU-SaufkopfMann Ludwig Scholz – ich muss mich gerade zusammennehmen, dass mir nicht gleich ein bisschen Kotze hochkommt). Wenn sich die Kreativen auf AEG und in der Quelle nicht politisch emanzipieren, dann werden sie irgendwann halt nicht mehr geduldet, wenn sie ihre Funktion erfüllt haben. Hey! Kreativszene! Quelle und AEG sind Investitionsdinger mit riesigen Volumina! Glaubt ihr wirklich, ihr habt da auf Dauer Platz?! Glaubt ihr wirklich, ihr habt auf Dauer in GoHo Platz?! Und jetzt kommt’s: Dasselbe ist doch in Berlin genauso passiert! Nürnberg ist hier nicht cooler als Berlin, Nürnberg ist halt nur zwanzig Jahre später dran.

Ich muss jetzt mal einen Exkurs zum Thema Quelle und AEG machen:

Als die AEG noch AEG war, als da noch Spüler und Waschmaschinen vom Band liefen, wurde der Standort Nürnberg – obwohl profitabel arbeitend – vom Electrolux-Konzern aufgegeben. Ich war damals in der IG Metall engagiert und oft beim Streik 2006 mit vor Ort. In der AEG haben damals 1750 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren und mit ihm Existenz, Sicherheit und Zuversicht. Ich habe dort Kollegen gesehen, echte kampferprobte Brocken, zynische Bären, die normalerweise nichts umhaut, leise in sich hineinschluchzend gesehen, ohne Hoffnung.

Schaut doch mal in die Familien rein, in denen bei der Quelle gearbeitet worden ist. Redet mal mit den Leuten, trinkt zwei drei Bier mit ihnen und lasst Euch mal erzählen, was das bedeutet. Für mich ist Quelle und AEG toll und spannend – und zugleich auch ein Friedhof tausender Zukunftspläne, Sicherheitsgefühle, ein Friedhof von Stolz, einem Betrieb angehört zu haben, der etwas galt und nicht zuletzt ein Friedhof etlicher Lebensentwürfe. Und dann schaut doch mal auf die „anderen“ Nürnberger, nicht nur auf die jungen, hippen Akademiker, schaut doch mal auf die Arbeiter und Angestellten, malt Euch doch mal aus, was die mit Quelle und AEG verbinden (und wenn Euch das schwerfällt, dann fragt sie doch einfach). Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere, der heute GoHo und insbesondere die Fürther Straße feiert, erschrickt, wenn er ein Gefühl dafür bekommt, was anderen in der Fürther Straße passiert ist.

Und damit habe ich schon fast den zweiten Punkt des BR-Posts abgearbeitet: Der kreative Leerstand ist das eine, der Leerstand in den Herzen derer, die mal bei der Quelle, bei der AEG – aber auch bei Grundig, Cebal oder Triumpf gearbeitet haben, wen interessiert der? Und auch wenn das BR-Post das verneint: Auch in Berlin war da Leerstand: Bergmann-Borsig, am Oberbaum, Adlershof,… um nur einigen Leerstand zu nennen. Ihr seht, es wiederholt sich da was, nur im Kleinen, nur Jahre später.

Zu Punkt drei – ich mache es ganz kurz: Der Franke ist bescheiden, aber was die fränkische Küche an Ideenreichtum und Vielfalt zu bieten hat, was in Franken kulinarisch hergestellt wird, steht ohne jeden Zweifel an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland: Kein altbayerischer Einheitsbrei und kein Münchener Pissbier ist in der Lage, nur dem Schatten einer fränkischen Spezialität das Wasser zu reichen. Keine norddeutsche Langeweile, keine westdeutsche Kartoffelpampfevariation tastet sich nur in die Nähe fränkischen Essens, keine schwäbische Maultasche, keine hessische grüne Soße kann das, und kein Presskopf dieser Welt kommt vor unserem roten und weißen Pressack. Keine noch so gute Münsterländer Brühwurst nimmt es mit einer durchschnittlichen fränkischen Stadtwurst auf. Sorry, Deutschland, sorry, ihr molekularen Spitzenköche aus aller Herren Länder, sorry, ihr Franzosen mit Euren Fröschen, Muscheln und Schnecken – an Franken kommt ihr nicht vorbei, was auch immer ihr zu unternehmen versucht.

Womit ich schon bei Punkt vier bin, der weit weniger rühmlich ausfällt: Der Glubb ist Kult, denn ein positiveres Attribut will mir beim besten Willen für dieses seit Jahren mal in der ersten, mal in der zweiten Bundesliga fortdauernde Fiasko nicht einfallen. Der Glubb hat sehr leidensfähige Fans – das zeichnet die Franken aus: Treue, Solidarität und Verbundenheit, einen langen Atem. Das macht die fußballerische Minderleistung, die einem da Spieltag um Spieltag geboten wird, freilich nicht besser. Nichtsdestotrotz: Wir lieben unseren Glubb. Warum, das kann kaum einer für Außenstehende nachvollziehbar sagen. Ich auch nicht. Was hat der Glubb mit Berlin zu tun? Nichts.

Punkt fünf allerdings bereitet mir Stirnrunzeln. Ich erkenne die „Alles-woschd-Mentalität“ eigentlich nur aus den Schriften eines gewissen Klaus Schamberger. Der Franke spricht vielleicht nicht wie ein offenes Buch – aber er hat ein offenes Herz. Und was dieses fränkische Herz erreicht, das ist ihm alles andere als „woschd“. Um das mal wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen: Nürnberger Politik verhält sich im Rahmen dessen, wie sich Politik in einer 500k-Einwohner-Kommune verhalten kann, die vom Strukturwandel arg gebeutelt wurde. Nürnberg ist in seiner Entwicklung gehemmt, weil alleweil Ressourcen nach München abfließen (daran ändern auch so Feigenblattaktionen wie unser neues „Heimatschutzministerium“ in den Räumen der alten Raiffeisenkasse nichts). Großprojekte lassen sich in Nürnberg nicht nur in Anbetracht des recht leeren Stadtsäckels schwer realisieren – wer hier ein großes Projekt anfängt, muss bei seinem Vorgehen hinsichtlich von Größe und Symbolik mit sehr viel Fingerspitzengefühl vorgehen, um nicht Gefahr zu laufen, ungewollte Anleihen an die gigantomanischen Bauten der Nazis auf dem Reichsparteitagsgelände zu nehmen. All das sind Herausforderungen, die ein beliebig leichtfüßiges Planen erschweren. Veränderung in Nürnberg ist schwierig oder teuer (oder schwierig und teuer). Das hat aus meiner Sicht aber mit fränkischer Schwerfälligkeit nichts zu tun (na gut, eine Ausnahme mag ich gelten lassen: die Altstadtfreunde). Die Kritik Dirks kann ich nachfühlen, allerdings sehe ich nur wenige bürgerliche Werte gestützt – noch nicht mal kleinbürgerliche. Für vieles, was an Entwicklung und Gestaltung gewünscht wird, ist Nürnberg auch einfach zu klein oder schon entsprechend (wenn auch nicht gefällig) versorgt. Was brauchen wir denn bitte für einen Konzertsaal auf dem Augustinerhofgelände? Wir haben eine Meistersingerhalle mit besonderer Architektur und herausragender Akustik! Man müsste sich nur trauen, diese Halle gegen den momentanen Zeitgeist aufzuwerten und dringliche, lange verschleppte Investitionen tätigen (vgl. hier). Ja, ich denke, dass Nürnberg alles hat, was es braucht. Was nicht da ist, lässt sich aus eigener Kraft bewerkstelligen. Nürnberg wäre mit einem hypehaften Hinterhereifern auch nicht gut beraten.

Soweit zum Post von BR-Puls, der weniger Substanz enthält, als er vermuten lässt, und dennoch betrachtenswert ist.

Aber: Nürnberg hat ganz andere Potentiale als Dachbodenkonzerte oder Quelle-Kunsthandwerkern im Etsy-Style.

Nürnbergs Künstler leben und arbeiten nicht nur in GoHo und auf Quelle sondern eben auch an der Münchener Straße, in Maxfeld und am Nordostbahnhof. Das soll über Künstler und Kunsthandwerker aber auch schon genügen.

Über Nürnbergs Start-Up-Sezene kann ich nur wenige Beobachtungen mitteilen – mir scheint, dass man hier sehr solide arbeitet, weil halt hierzulande das venture capital fehlt. Das zwingt zu bodenständiger Arbeit, was gut ist, scheint mir aber auch ein wenig nach angezogener Handbremse auszusehen. Ich will das aber gar nicht schlechtreden, die Bodenständigkeit der Start-Ups passt wirklich gut hierher und es gibt eine noch angenehm überschaubare Zahl Leute, die sprichwörtlich „was mit Medien“ bzw. „was mit Internet“ machen und die sich gut vernetzt.

Nürnbergs Infrastruktur ist im Vergleich noch gut – vor allem aber zuverlässig. Der ÖPNV funktioniert in aller Regel, im Vergleich zu Berlin sind die Mieten (noch) bezahlbar und die Lebenshaltungskosten allgemein im Rahmen. Das Studieren an den Hochschulen ist zwar auch hier kein Zuckerschlecken, dennoch sind sie ausreichend gut ausgestattet. Die Sportstätten sind echt in Ordnung hier, das Sportvereinsleben ist gut organisiert und für städtische Verhältnisse ganz prima. Verglichen mit Berlin ist Nürnberg sauber und ordentlich. Verglichen mit Berlin ist die Lebensqualität in den Stadtteilen hoch, die Kriminalitätsrate gering. Nürnberg ist klein genug, um mit den öffentlichen Nahverkehr oder Fahrrad in akzeptabler Zeit von A nach B zu kommen und Nürnberg ist groß genug, um nichts zu vermissen.

Ich will damit Folgendes ausdrücken: Diese $average city$ versus Berlin-Vergleiche zielen ja nur darauf ab, wo sich gerade die spannendsten Internet- und Medienbuden und Jungdesigner befinden. Medienbuden und Jungdesigner allein bringen aber noch keine Lebensqualität. Berlin ist inzwischen zu teuer, um den Leuten mit viel Kreativität und wenig Geld echte Perspektiven zu geben. Und wenn die von Dirk benannte „Berlinifizierung“ hier in der Fläche Fuß fasst, dann wird genau das in ein paar Jahren in Nürnberg auch passieren. Wer bitte wollte das denn wirklich?

Ein Blick in den Rückspiegel hilft, zu verstehen: Nürnbergs Kreative der 1970er und 1980er Jahre schafften sich im KOMM Werkstätten, mit Piratensendern, dann mit Radio Z Gehör, später kam dann die Medienwerkstatt Franken (und in Fürth point). Stadtteilläden brachten Großes hervor, der Hemdendienst, MuZ… Das alles klappte nur, weil zwei Dinge zusammenkamen: Zum einen ist die Stadt in diese Projekte auch finanziell eingestiegen, ohne reinzureden (Vorreiter, der das als erstes kapierte, war der langjährige Kulturreferent Hermann Glaser) zum anderen hatten die Kreativen zuvorderst andere Ansprüche als finanzielle. Der erste soziokulturelle Kahlschlag kam 1996/1997 mit Ludwig Scholz, und es fällt schwer, sagen zu müssen, dass sich unsere schöne Stadt teilweise immer noch nicht von diesem furchtbaren „Bürgermeister“ erholt hat.

Die soziokulturellen Projekte, die ich meine, drehten sich auch nicht so sehr um sich selbst, um die eigene Zielgruppe, wie das leider heute immer öfter der Fall ist, nein, sie hatten neben den jungen Akademikern auch die Senioren, die Schüler, Arbeiter und Angestellten im Blick. In den Stadtteilläden waren zum Beispiel von Anfang an die Alten mit dabei, denn sie gehörten dazu! Und nun frage ich: Wie viele Alte aus Muggenhof kommen denn in die Quelle und wie viele Angebote für Alte gibt es auf Quelle?

Aus meiner Sicht ändert der „Hipstercharme“, wie Dirk anführt, gar nichts. Der nutzt vielleicht dem Hipster und sonst niemandem. Und solange Kreativprojekte und Soziokultur sich nicht symbiotisch vereinen, sondern nur oberflächliche Style-Bedürfnisse bedienen, bleibt es auch bei der „phlegmatischen `Alles-Woschd´-Mentalität in der Region“, die erst dann aufgebrochen wird, wenn die, die sie beschreien, selber aktiv werden. Die Sozialpädagogen der 68er-Generation erkannten beispielsweise, dass Sozialpädagogik nicht nur Verwahren und Versorgen von Menschen bedeutet, sondern auch empowerment. Die soziokulturellen Projekte der Vergangenheit waren mehrheitlich erst mal sozialpädagogische empowerment-Projekte. Das sie sich dann in teils gänzlich andere Richtungen entwickelten, sei unbenommen. Die Sozialpädagogen der 60er bis 80er haben auch nicht über eine „Woschd-Mentalität“ gejault – sondern einfach losgemacht und neben den soziokulturellen Projekten im Vorbeigehen auch Forschung und Lehre revolutioniert. Sie mussten zudem politisch arbeiten und sie haben gelernt (was viele der Hipster heute nicht können), wie man Mehrheiten organisiert. Einiges der damals geschaffenen Strukturen existieren übrigens noch heute, nicht alles, was der postnazistischen Weltsicht Scholz´ im Wege stand, ließ sich zu Grunde sparen.

Berlin habe ich hier ähnlich erlebt, mit einem Unterschied: Schon die Morbidität West-Berlinz zog internationale Größen an, die entweder in Berlin wirkten oder Berlin zumindest in ihrem Werk ausgiebig rezipierten. Daraus erwuchs Anspruch und Verpflichtung gleichermaßen, einen Anspruch, dem Berlin als Pleite-Stadt längst nicht mehr gerecht werden kann. Und nun entblödet sich Wowereit noch nicht einmal, Tim Renner als Kulturstaatssekretär einzusetzen. Ich wiederhole nochmal (weil es geradezu absurd scheint und die repetitio der Gewahrwerdung dienen möge): Tim Renner. Als Kulturstaatssekretär. Man fasst es nicht. Berlin ist so runter – wenn ich „Kreativer“ wäre, so würde ich genau jetzt die Flucht ergreifen. Wie schlimm es ist, lässt sich daran ablesen, dass der Tagesspiegel diese fulminante Fehlbesetzung nicht nur launig kommentiert, sondern sich Renner, über Berlin sprechend, auch noch mit dem Satz „Ich mag diese latente Selbstüberschätzung“ zitieren lässt. Oh Gott.

Leute, da lob’ ich mir Nürnberg! Hier ist man nicht in der Pflicht, einen Superlativ nach dem anderen herauszudonnern, sich von der breiten Masse zu unterscheiden, indem man jegliche Körperpflege einstellt oder alles als Event organisiert, das um so massenkompatibler wird, je mehr man sich selbst vom Mainstream abzuheben versucht. Leute, die fränkische Bodenständigkeit mag nur der erdrückend finden, der die echte und tiefe Einsamkeit hinter vielerlei „Everybody’s Darling“-Fassaden nicht gespürt hat. Nürnberg bietet – ob mit Quelle oder ohne – Freiraum zu Hauf. Das liegt auch daran, dass es hier nur ganz wenige Hipster gibt und viele klar denkende, geerdete Normalos mit dem Herz am rechten Fleck. Das Einzige, was man hier tun muß ist, diese Freiräume zu finden, urbar zu machen und zu verteidigen. Heute konzentriert sich viel auf Gostenhof und Johannis, morgen auf Maxfeld und Rennweg, vielleicht Schoppershof und übermorgen sind wir schon wieder ganz wo anders. Im Grunde spielt das aber gar keine Rolle, denn Nürnberg ist ja zum Glück klein genug, dass der Weg nicht weit ist.

Für mich persönlich gewinnt Nürnberg daher in diesem absurden „Städte-Schwanzvergleich“.
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* Ich hatte in dieser Zeit auch Gelegenheit, Ost-Berlin und die DDR kennenzulernen. Ich habe daran erschreckend plastische Erinnerungen. Da müsste ich wirklich mal drüber schreiben, aber das bräuchte Zeit… Für hier muss Folgendes genügen: In meiner Erinnerung war West-Berlin dunkel und Ost-Berlin menschenleer. Stimmt natürlich nicht, trotzdem komisch, oder?

Heute: Maly gegen Brehm – das TV-Duell.

Ich bin sehr gespannt, denn das Franken Fernsehen bringt heute Abend das TV-Duell Maly gegen Brehm.

Los geht es um 18 Uhr, um 20 Uhr wird die Sendung wiederholt. Wie der Sender schreibt, sind auch D-Promis wie Althoff oder Armbrüster vertreten (ich bin ja sehr gespannt, ob die substanzielles beizutragen haben).

Weitere Infos gibts auf den Seiten des Franken Fernsehens.

 

Kostenlos abzugeben: Stereoanlage GRUNDIG RPC200.

Zum wegschmeißen viel zu schade: Ein Kollege verschenkt seine Stereoanlage GRUNDIG RPC200, ähnlich der im Bild, nur in der braunen Farbvariante.

GRUNDIGRPC200_

(Bildquelle: CC BY-SA 3.0 Neozoon)

In den 70ern waren diese GRUNDIG HiFi-Studios der Renner, in vielen Haushalten fand sich ein Gerät dieser Art, das sich ebenso in die Wohnwand integrieren ließ wie auf den klassischen Trompetenfuß. Bereits 1963 begann GRUNDIG mit dem ersten „Studio 50“, Stereoanlagen in eine wohnzimmertaugliche Darreichungsform zu bringen. Die Kompaktanlagen „HiFi-Studio“ mit zahlreichen Modell- und Ausstattungsvarianten waren seit Anfang der 1970er Jahre dann die logische Fortentwicklung dessen. Diese „Studios“ – seinerzeit oft gesehen in Kombination mit den Audiorama-Kugelboxen – waren die Anlage der 70er und kündeten nicht nur in deutschen Wohnzimmern vom Weltruhm des Fürther Herstellers GRUNDIG.

Zur RPC200: Mit Radio (UKW, MW, LW, KW), sieben Stationstasten, Kassettendeck und Plattenspieler. Technische Daten bei radiomuseum.org.

Das Gerät steht in Nürnberg und kann gerne abgeholt werden. Ich vermittle den Kontakt – einfach eine eMail schreiben oder anrufen (Kontaktdaten siehe Impressum)!

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