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Heute in Frontal21: Wie Mr. Wash die Mitarbeiter ausbeutet

Wenn auch nur die Hälfte dessen, Was das ZDF über die Firma „Mr. Wash“ recherchiert hat, stimmt, dann gute Nacht!

Hier gehts zum Link der Sendungsvorschau – und hier ist ein Video (leider auf der Heute-Startseite – wer weiß, wie lange es da noch steht, also bitte beeilen, wenn ihr es anschauen wollt). Besonders skandalös sind die Arbeitsbedingungen von Mr. Wash übrigens in…

… Nürnberg!

Heute im zweiten Programm, Frontal 21, ab 21 Uhr

„Ich bin doch nicht blöd!“

Gnihihi. Ihr erinnert Euch bestimmt an die tolle Media Markt-Werbung zwischen den Jahren, bei der versprochen wurde, dass jeder zehnte Einkauf kostenlos ist.

Wie sollte das technisch funktionieren? Auf jedem Kassenzettel des Marktes findet sich eine aufgedruckte Nummer, deren Endziffer relevant wird, denn die Gewinnziffer wird ausgelost.

Jetzt hat es wohl etliche Leute gegeben, die bei der Lotterie ein bisschen bescheißen wollten und einfach mal zehn DVD-Recorder oder zehn Plasmafernseher gekauft haben – in der Hoffnung, dass eines der Geräte dann kostenlos sein wird. Die überzähligen Geräte wollten die Schlaumeier dann wieder zurückgeben – im Rahmen des von Media Markt eingeräumten zweiwöchigen Rückgaberechts.

Und was macht jetzt Media Markt, wenn einer kommt und neun Plasmafernseher zurückbringt? Sie geben dem Kunden einen Warengutschein – aber kein Bargeld zurück!

Bwahahahaha! Gnihihi! Bwahahahaha! Super Geniestreich! Ausgerechnet Media Markt straft die raffsüchtigen Neunmalklugen ab!! Bwahaha!! So geil ist Geiz!! (Diese Kunden ist Media Markt zwar los, aber er braucht sie auch nicht mehr, es wurde ja genug verdient an den Idioten. Und die brauchen auch keinen Media Markt mehr: Nehmen wir an, dass ein Fernseher etwa zehn Jahre funktioniert, dann haben die Schlauberger ja Fernseher für 90 Jahre auf Vorrat!)

Chronik des Scheiterns: Die faherlose, vollautomatische U-Bahn (U3) in Nürnberg

Über die vollautomatische und fahrerlose U-Bahn U3, von den Marketingleuten der Verkehrsaktiengesellschaft Nürnberg auch als „RUBIN“ bezeichnet (nur: Außer den Marketingfuzzys der VAG nennt die so niemand), habe ich schon einiges geschrieben. Es gab auch viel zu schreiben, denn diese U-Bahn, so hat man das Gefühl, steht mehr, als sie fährt.

Am heutigen Montag waren die technischen Probleme der automatischen U-Bahnzüge allerdings so massiv, dass das massive Versagen der Technik und im Besonderen der VAG nicht mehr zu verbergen war. Ich gehe aber noch weiter und sage: Da diese U-Bahn so unglaublich viele Fehler aufweist und man nicht mehr davon sprechen kann, dass sie funktioniert, behaupte ich: Die vollautomatische, fahrerlose U-Bahn Nürnbergs der VAG, genannt „RUBIN“, ist gescheitert.

Und leider bekleckern sich in dieser Angelegenheit auch die Nürnberger Nachrichten bei der Berichterstattung nicht mit Ruhm. Der Artikel „Zwei U-Bahnlinien verspäten sich – zur Sicherheit„, heute auf den Webseiten der NN um 15.30 Uhr veröffentlicht, stimmt leider mit keiner Silbe, denn die technischen Probleme waren um 15.33 Uhr noch längst nicht behoben – sie begannen zu diesem Zeitpunkt erst.

Um etwa 16 Uhr, bis weit nach 18 Uhr ging auf den Linien U2 und U3 nichts mehr. Laut Lautsprecherdurchsage auf den Bahnhöfen sollte das Problem der U-Bahn „schnellstmöglich“ behoben werden – doch leider haben es die VAGler nicht geschafft, ihre Bahn fit zu machen. Für drei U-Bahnstationen brauchte die U2 auf der Strecke von Herrnhütte bis zum Rennweg 30 Minuten (sic!) – und retour brauchte der Zug ebenfalls 25 Minuten. Es funktionierte nichts mehr, die VAG erachtete es, trotz des über Stunden fortdauernden Problems, auch nicht für nötig, behelfsweise Busse einzusetzen. Und das mitten im Berufsverkehr.

Dieses Bild kann nicht angemessen illustrieren, wie überfüllt die Waggons waren – es passte aber wirklich nicht ein einziger Fahrgast mehr in den Waggon. Diese Situation war heute in der Nürnberger U-Bahn ein gewohntes Bild.

Von Station zu Station machten die U-Bahnen auf der Linie U2 und U3 jeweils zehn bis fünfundzwanzig Minuten Pause. Wer auf die VAG verzichtete, und selbst weite Strecken zu Fuß ging, war schneller unterwegs.

Ein bedauerlicher Einzelfall? Nein, leider nicht, denn es vergehen kaum Tage, an denen die automatische U-Bahn nicht versagt.

Diese Zustände sind nicht mehr hinnehmbar – ein Scheitern des Projekts RUBIN kann nun von niemandem mehr geleugnet werden. Das wirklich Schlimme an der Sache ist, dass für das gescheiterte Projekt von der VAG mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Nürnberg über 610 Millionen Euro (sic!) vernichtet wurden und die Nürnberger nun für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auf einer technisch unausgereiften, unzuverlässigen U-Bahn sitzen bleiben („sitzen bleiben“ im besten Wortsinne, denn „fahren“ darf man den Zustand in der U3 nicht nennen, will man nicht mit Recht der Lüge bezichtigt werden). Es ist nicht nur ein Skandal, es ist eine Schande!

Nicht vergessen werden darf, dass an der Misere auch die Firmen Siemens und Hirschmann Automation Mitschuld tragen.

Selbst in der Wikipedia, in der eher gelöscht wird, als nur einen Hauch von Zweifel an der Neutralität der Artikel aufkeimen zu lassen, wird über die U3 berichtet:

Seit 20. Oktober 2009 wurden Werktags in der Schwachverkehrszeit (ab 21 Uhr) und an Sonntagen ganztags die dann auf der U3 nicht benötigten Fahrzeuge als Kurzzüge außerhalb des regulären Fahrplans auf der U2 und U21 eingesetzt. Dies geschah im Vorgriff und als Test für das nach dem 2. Januar 2010 vorgesehene Betriebsprogramm, bei dem auf den beiden automatischen Linien überwiegend mit Kurzzügen, bei einem Minimaltakt von 100 Sekunden auf der gemeinsamen Stammstrecke, gefahren werden sollte. Nachdem es während des Testbetriebs im Dezember 2009 mehrmals zu Störungen im Betriebsablauf gekommen war, wurde vorerst vom geplanten 100-Sekunden-Takt abgesehen. Am 2. Januar 2010 erfolgte schließlich die vollständige Umstellung der U2/U21 auf automatischen Fahrbetrieb und die Umsetzung des neuen Betriebskonzepts, bei dem auf der U3 ganztägig und auf der U2/U21 in der Schwachverkehrszeit Kurzzüge eingesetzt werden.

Und nun haben wir den Salat. Es funktioniert nämlich nicht. Die automatische U-Bahn kann nicht umkehren, und wenn irgendwo auf der Strecke eine Störung auftritt, dann stehen in der Kettenreaktion auf einmal an allen U-Bahnhöfen alle Bahnen. Das passierte mit den von Fahrern gesteuerten Zügen nicht annähernd so häufig, denn erstens ist die Technik dieser vom Menschen gesteuerten Bahnen ausgereift und zweitens fehlt der Fahrer. Der kann, so denn er einen Defekt bemerkt, über Lautsprecher die Fahrgäste auffordern, auszusteigen, und oft gelingt es den Fahrern auch, defekte Züge als „Werkstattzüge“ über Haupt- und Nebengleise zu schleifen oder ins Depot zu fahren. Bei von Fahrern gelenkten U-Bahnen ist es in der Mehrzahl der Fälle so, dass der defekte Zug ausfällt. Einer von vielen. Bei der automatischen U-Bahn steht der ganze Betrieb. Über Stunden. Auf ganzen Linien, in vielen Stadtteilen. Das ist scheiße.

Und denen, die die U3 mit den Argumenten der Automatisierungsverfechter verteidigt haben, sei gesagt: Die U3 steht so oft, so viele Streiks können selbst mehrere Gewerkschaften nicht anzetteln. Die U3 steht so oft, so viele Fahrer können gar nicht krank werden. Für das Geld hätte man Generationen von Fahrern ein echt anständiges Gehalt und die halbe Rente noch dazu bezahlen können.

Die U3 ist kaputt – und wir Nürnberger müssen damit leben. „Herzlichen Dank!“ allen, die das verkackt haben.

Update: Während die NN heute journalistisch im Kontext der massiven Störungen mit der automatisierten U-Bahn leider versagten, hat die Nürnberger Zeitung einen Artikel online, der das Ausmaß der Störungen vernünftig beschreibt.

Wie wir alle beim Kurzarbeitergeld verarscht werden…

Eigentlich, so möchte man meinen, ist das Kurzarbeitergeld KUG eine staatliche Transferleistung und müsste deshalb ja – der Logik nach – nicht versteuert werden. Liebe Arbeitnehmer, die ihr da alle in Kurzarbeit seid: Mitnichten!

Wie die Deutsche Handwerkszeitung berichtet, wird das Kurzarbeitergeld besteuert, indem es vom Finanzamt zuerst auf das zu versteuernde Einkommen draufgeschlagen wird (dadurch rutscht man in der Regel in der Progressionsstufe höher). Dann wird das Kurzarbeitergeld wieder abgezogen und das verbleibende Einkommen mit dem entsprechend höheren, weil durch die Progressionsstufe gestiegenen Satz versteuert.

Das bedeutet in der Regel: Nachzahlen – weil ja monatlich zur Versteuerung der geringere Satz angenommen wird.

Das ist ja schon der Hammer. es kommt aber noch härter:

Doppelt bestraft werden verheiratete Eltern, bei denen der eine Partner Kurzarbeitergeld und der andere Elterngeld bezieht. Denn auch das Elterngeld wird indirekt besteuert. Steuerrücklagen sind also in solchen Fällen unbedingt empfehlenswert. (Deutesche Handwerkszeitung)

Also: Kinderkriegen verkneifen, bis wir aussterben, anders lernen es die Deppen nicht!

Und was müssen wir auf der Seite des Bundesministerium für Finanzen lesen?

Eine gerechte Regelung: Denn es gilt der Grundsatz des Steuerrechts, das für die Besteuerung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Familie insgesamt berücksichtigt wird – steuerfreie Einnahmen erhöhen sie für einen gewissen Zeitraum.

Es ist eine bodenlose Frechheit. Familien, in denen ein Elternteil in Kurzarbeit ist, werden doppelt bestraft! Erstens, weil durch Kurzarbeit per se weniger Geld in der Familienkasse ist und das angeblich steuerfreie KUG dennoch besteuert wird. Nein, das ist keine gerechte Regelung – das ist eine asoziale Regelung. Nichts anderes.

Und was soll man laut Bundesfinanzministerium dagegen tun? Die Webseite rät:

Zur Sicherheit sollte man heute schon etwas Geld beiseite legen.

Oder einfach dieses kranke und unfaire Steuersystem abschaffen! Das scheint mir derzeit die einzig sinnvolle Alternative. Asoziales Pack!

(Danke, Marcus!)

Der Winterdienst in Nürnberg gleicht einer Katastrophe

Zwischen den Jahren haben wir es in den Nachrichten vernommen und schon jetzt zeigt sich das ganze Ausmaß der Finanzkrise für die Kommunen: Der Städtatag weist mit einem in dieser Intensität nicht gekannten Hilfeschrei darauf hin, dass die Kommunen pleite sind, die Abgaben steigen werden und der Service eingedampft wird.

Wie schnell das gehen kann, sehen wir derzeit am Winterdienst in Nürnberg, der durch den kommunalen Eigenbetrieb „Service Öffentlicher Raum“ (SÖR) vollzogen wird werden sollte. Deren Job ist es, zumindest die Nürnberger Hauptverkehrsstraßen schneefrei zu machen und zu streuen – nur wird dieser Job nicht gemacht.

Am Wochenende war festzustellen, dass selbst große Hauptstraßen nicht geräumt waren – am Freitag nicht und am Samstag auch nicht. Der Matsch verhinderte ein vernünftiges Fortkommen, es schneite, was das Zeug hielt, und niemanden hat es geschert. Heute Morgen um 8 Uhr waren weder die Äußere Bayreuther Straße noch die Klingenhofstraße noch sonst irgendwas in dieser Ecke des Nordens geräumt. Zur Hauptverkehrszeit sind Hauptverkehrsstraßen nicht geräumt!

Auf seiner Webseite wirbt der SÖR übrigens mit folgendem „Leitsatz“:

Das Ergebnis zählt. Es ist aus der Sicht des Bürgers zu denken.

Bwahahahaha! Diese Aussage ist ein wie fürs Lehrbuch geschaffenes Beispiel von Realitätsferne!

Eine Blöße gibt sich die Stadt Nürnberg aber nicht: Bus- und Tramhaltestellen sind schneefrei und ordentlich gesalzen. Denn wenn sich hier jemand den Haxen bricht, verklagt er die Stadt und gewinnt.

Ist Nürnberg finanziell wirklich schon so am Hund, dass selbst diese Basics nicht mehr funktionieren?

1980er-Jahre Gadgets – eine Zeitreise

Was waren die Gadgets 1980 bis 1989? Diese einfache Frage verleitet mich zu einer Zeitreise in meine Kindheit (und manche Leser mit Sicherheit auch in die Jugend). Heute also nutze ich den Feiertag, um einmal Rückschau zu halten auf die Gadgets der 80er.

1. Der Walkman

Wären die 80er ohne Walkman denkbar? Ich kann es mir kaum vorstellen. Ursprünglich wurde der Walkman bereits 1977 von Sony verkauft – damals noch mit dem Feature eines eingebauten Mikrofons und einer Taste, die die Umgebungsgeräusche auf die Kopfhörer legte und die Musik vom Band für den Tastendruck untersuchte. Am Ur-Walkman konnten zudem zwei Kopfhörer angeschlossen werden, ein Feature, das in der ersten Hälfte der 80er beibehalten wurde, dann aber schnell verschwand – wohl auch, weil das Walkman-Hören ja allein prinzipbedingt eine individuelle Sache ist. Der teure Original-Sony-Walkman bekam bald Konkurrenz, auch von Billig- und Billigstgeräten und wurde somit erschwinglich.

Dem Siegeszug des Walkmans ging natürlich der Siegeszug der Kassette voran – dem Medium der 80er. Wer jetzt sagt, dass de CD anfang der Achtziger kam, der hat recht – aber sie war noch lange nicht so verbreitet (und  Medien und Geräte unglaublich teuer). Die Kassette, selbst bespielbar und verhältnismäßig günstig aber war omnipräsent. Und so ist es kein Wunder, dass viele Geräte mit einem Kassettenteil aufwarten konnten – hier sehen wir beispielshalber mal einen Radiowecker. In den Achtzigern war das Kassettenteil dann das Feature.

2. Die digitale Armbanduhr

Noch in den Siebzigern war sie ein purer Luxus – die digitale Armbanduhr. Hatte sie zu dieser Zeit einen Taschenrechner mit an Bord, kostet sie gerne ein paar tausend Dollar. In den Achtzigern aber kamen aus Japan viele günstige Digitaluhren auf den Markt – und wurden zum Symbol von Modernität und Weltläufigkeit. Casio, Citizen oder Seiko waren die Hersteller – und besonders bei männlichen Jugendlichen war sie ein Statussymbol.

Man unterschied zwischen einfachen Digitaluhren, solchen mit Beleuchtung und solchen mit Alarmfunktion. Die mit Alarmfunktion waren teurer als die einfachen und daher stellte der Träger einer digitalen Armbanduhr mit Alarmfunktion selbige so ein, dass auch jeder zur vollen Stunde akustisch vernahm, dass man eine solche hatte. Auch dieses Feature demokratisierte sich gegen Ende der Achtziger – mit dem Resultat, dass es in vielen Klassenzimmern zum Stundenwechsel zigfach piepste. Echte Geeks hatten aber schon in den Achtzigern die Digitaluhr mit Taschenrechner – das Gadget für den technikaffinen Besucher der Mathematik-Neigungsgruppe schlechthin.

3. Der Ghettoblaster (aka. Radiorecorder)

In den 80er war es für Jugendliche nicht selbstverständlich, eine Stereoanlage zu haben, aber ein guter Radiorecorder sollte es schon sein. Zum Gadget wurde er dann, wenn er ein Doppelcassettendeck hatte und fette Boxen und binnen einer Stunde zehn Monozellen leersaugte. Etwas Bling mit LED oder Lämpchen war auch immer nett und in Silber gespritzte Zierteile verliehen dem Gerät einen Touch von Professionalität.

Der Walkman bezeugt ja schon den Wunsch nach mobiler Unterhaltung. Und der Ghettoblaster macht aus daraus ein Gemeinschaftserlebnis. as oben abgebildete Gerät ist von der Sorte „Extraprotz“ – so etwas war in der Tat beliebt (und in diesem Fall noch nicht mal so teuer, Intersond ist die Eigenmarke des Schwabacher Foto- und Elektronikhändler PORST, die Geräte kamen nahezu alle aus Fernost). So einen Ghettoblaster brauchte man, um die Kassetten für den Walkman zu bespielen, indem man Bayern 3 aufnahm und vermittels Pausetaste das Gesabbel von Herrn Egner bei „Hits mit Fritz“ herauszuschneiden (Geräte ohne Pausetaste waren gänzlich unbrauchbar!).

4. CD-Player

Anfang der Achtziger wurde von Philips die Compact-Disc auf dem Markt eingeführt. Sie sollte später die gute alte Kassette ablösen – aber noch nicht gleich. Denn in den Achtzigern waren CDs sehr teuer und die nötigen Player echter Luxus. Die ersten Player waren nicht unter 2000 DM zu haben – und schon allein deswegen waren diese neuen Digitalgeräte für viele unerreichte Gadgets. Etwa gegen 1986 wurden diese Player dann mobil. Und sie waren ebenso unendlich teuer.

Wirklich günstig wurden CD-Player eigentlich erst im Laufe der Neunziger.

5. Der Videorecorder

In den Achtzigern gab es nicht nur den „Cola-War“ sondern auch den Krieg der Videoformate. Das japanische VHS stand gegen das japanische Betamax-Format und gegen das deutsch-niederländische 2×4, auch Video 2000 genannt. Video 2000 war sehr komfortabel, hatte ein gutes Bild und Stereoton. Betamax war sehr gut für den Videoschnitt geeignet und hatte ein hervorragendes Bild.

VHS hatte nichts von alldem, das Bild war mies, der Ton war mono, das Format war aber billig und es gab für VHS von Anfang an Pornos auf Leih/Kaufkassetten – kurz: VHS setzte sich durch Video 2000 und Betamax gingen unter. Das antizipierte sich allerdings erst gegen Ende der Achtziger. Ąhnlich wie CD-Player waren Videorecorder sehr sehr teuer – und begehrt. Wer auf sich hielt oder gerne Pornos schaute (oder beides), hatte in den 80ern einen Videorecorder.

6. Telefon, Anrufbeantworter und erste „Handies“

Telefone sind seit den sechziger Jahren in der Bundesrepublik erstens grau wie eine Maus und haben zweitens eine transparente Wählscheibe aus Plastik. Das ändert sich in den 80er n grundlegend: Die Telefonapparate werden „bunter“, grün, weinrot und eine etwas schmutziges beige sind die Trendfarben und sie bekommen lustige Druckknöpfe.

Weitere Features der Telefone: Sie konnten piepsen (gegen den Rasselwecker eine Revolution), manche hatten Displays und richtig gut waren in den 80s Wahlwiederholung und Kurzwahlspeicher.

Wer sehr viel Geld hatte, kaufte sich einen Anrufbeantworter, wer keines hatte, aber angeben wollte, leaste sich einen. Anrufbeantworter waren sehr hip. Und teuer.

Weiterhin sehr hip waren Faxgeräte. Diese waren unglaublich teuer, denn wie Telefone musten sie bei der Bundespost gemietet werden. Und man benötigte eine separate Telefonleitung. Hatten quasi nur Firmen oder technikbegeisterte Millionäre. Aber am allerallrhippesten waren Handies. Meist waren sie in Autos von Millionären fest eingebaut, wenn sie mobil waren, dann hatten sie gerne Aktenkoffergröße. Es gab nur sehr wenige Ausnahmen und diese waren unglaublich teuer. C-Netz nannte man das. Es war, wie alles, was mit telefonieren zu tun hatte, von der Post.

7. Computer

Das Zeitalter der Computer waren? Die Achtziger! Denn in den Achzigern kam der IBM-PC, der erste Macintosh und eine schier unüberschaubare Zahl an „Heimcomputer“ für die Massen. Zuerst zu diesen Heimcomputern: Richtig los ging es mit den Commodore VC20 und dem Sicnclair ZX 81. Der war günstig, man konnte damit programmieren und spielen ging auch. Man brauchte dazu einen Fernseher und einen Kassettenrecorder . Und eine Speichererweiterung. An Bord hatte der ZX 81 ein Kilobyte (!) Speicher, aber für 200 Mark ließ sich eine 16 Kilobyte-Speicherextension nachrüsten. Dann konnte man mit den kleinen Ding schon was anstellen.

So einen ZX 81 hatte ich auch mal. Die Tastatur war eine Folie. Mehr nicht. Mechanisches Feedback der Folientasten: Null. Trotzdem ließ sich damit Frogger spielen und die ersten Gehversuche in Basic unternahm ich auch mit diese m kleinen Plastikkasten. Die „Grafik“ war eigentlich keine und sie war schwarz/weiß – aber hey! – das war trotzdem ein Computer! Dann kamen der Schneider PC, der C64, der legendäre Brotkasten (mit 64 Kilobyte Speicher, Farbgrafik und – anschnallen! – Ton). Das war ein Computer!!

Im etwas professionelleren Segment feierte der IBM-PC seinen Siegeszug.

Zum PC muss nicht viel gesagt werden, nur soviel: Natürlich war auch diese technische Errungenschaft für den Privatmann nicht zu bezahlen. Das änderte sich erst, als die ersten PC-kompatiblen Clones auf den Markt kamen. Auf den Software- und Peripherieschachteln las man dann gerne „For IBM-PC and compatibles“…

Sowohl der Macintosh als auch der PC konnten sich durchsetzen – das Betriebssystem CP/M, dass in den Achtzigern ebenfalls erfolgreich war, verschwand alsbald wieder. Die Computerfreaks träumten vom PC. Oder von den ersten Laptops …

… die mit dem PC kompatibel waren.

Ein weiteres Thema der Achtziger ist das Thema „Datenfernübertragung“. Internet gab es nicht. Entweder man betrieb im wissenschaftlichen oder betrieblichen Kontext Datenfernübertragung oder man nutze den Bildschirmtext.

Der Bildschirmtext hatte in etwa die Grafik des Videotexts und etwas wirklich besseres stand auch nicht drin.Weil BETX aber von der Bundespost war kostete es Gelde – etwa zehn Pfennig pro Seite. Daher ist es auch mit BTX nichts geworden. DFÜ war, wenn es von der Post kam, teuer wie C-Netz und Telefax. Also nichts für den Privatmann. Daher wurden manche Gadgets in den Achtzigern selbst gebastelt.

In den USA gab es zwar Modems, die aber waren von der Post verboten. Akustikkoppler (also ein Modem, auf das man den Telefonhörer legte, um zu kommunizieren), war teuer – also erfand der CCC das Datenklo, und dann ging es los – mit DFÜ.

Nach dem Laptop und dem Datenklo interessierten sich die Geeks auch für Taschencomputer, also Taschenrechner mit etwas mehr Display und ein bisschen Basic. Aber immerhin waren das die legitimen Vorfahren von PDAs (wenn man einen Taschencomputer auf ein Teleport C gepappt hat, hatte man aber noch nicht zwingend ein Smartphone).

8. Der Game Boy

Wo ich gerade bei den Taschencomputern war – Ende der 80er erfreute der Game Boy von Nintendo nicht allein Kinderherzen.

Kultteil. Brauche ich nichts dazu zu sagen.

9. Der Taschenfernseher

Miniaturisierung auf dem Consumermarkt trieb gelegentlich auch skurrile Blüten – und trotzdem verkauften sich in den 1980er und 1990er Jahren Taschenfernseher ganz hervorragend …

.. obwohl die Dinger ein Display in Briefmarkengröße hatten und kaum was empfingen. Aber sie waren sehr sehr nifty.

10. Der Mikrowellenherd

Die Mikrowelle gehörte nicht schon immer zur Familie sondern kam in den 80ern. Was hätte ich als Student ohne Mikrowelle gemacht??

Bildnachweise: Eigenrs Bild, Rundfunkmuseum der Stadt Fürth (mit freundlicher Genehmigung, Wikipedia (gemeinfrei), Wikipedia (CC-BY-SA), Wikipedia (GDFL-GNU), Wikipedia (gemeinfrei), Wikipedia (gemeinfrei).

iSlate?

Bisher habe ich nicht an dem Gerüchteschleudern um Apples Tablet-Computer teilgenommen. Als heute morgen aber auf B5aktuell eine Meldung kam, dass nun das „iSlate“ (was´n das für ein Scheißname) Ende Januar vorgestellt werden soll, habe ich es doch gegoogelt.

So um das Jahr 2001 herum, Windows XP war gerade frisch am Markt, kamen auch „Tablets“ in die Läden – gekauft hat die keiner – wofür auch. Neun Jahre später, der Kunde ist inzwischen durch das iPhone daran gewöhnt , mit seinen Patschepfoten auf einem Display herumzudrücken, denkt sich Apple, dass es wohl Geld bringt, den Leuten ein Riesen-iPhone (ohne Phone) in ebendiese Patschepfoten zu geben.

Nun frage ich mich ernsthaft, was man damit will. Schreiben auf einem Touchscreen? Das fand ich vor zehn Jahren schon merkwürdig und wollte es nicht. Die Display- und Touchtechnologie dürfte inzwischen deutlich besser sein, das gebe ich zu. Aber Tastatur ist Tastatur und mechanisches Feedback bleibt mechanisches Feedback.

Sonst verspricht die Konfiguration (sodenn sie denn echt ist) nichts revolutionäres – mit einer Ausnahme: Wenn es denn stimmt, will Apple dem Dingli wohl einen Pico-Beamer spendieren (aber was die taugen, wissen wir ja).

Nun muss ich mal was loswerden: Ich habe nch ein bisschen hin bis zu menem dreißisten Geburtstag. Und dennoch komme ich mit diesem ganzen Touch, Flip und Gestikulierzeugs nicht klar. Ich will entweder tippen (das soll auch schön klackern) oder auf einem Display mit einem „Stift“/Stylus oder wtf. schreiben. Mit der Pseudo-Tastatur auf dem iPhone mehr als zwei Sätze schreiben ist für mich ein Elend. Beim Palm pre hat man das mit einer ausklappbaren Tastatur zwar elegant geregelt – die ist aber so klein, dass man sich beim Tippen verstohlen umblickt, ob nicht irgendwo ein mit Zahnstochern gefülltes Schnapsstamperl auf dem Tisch steht. Das Tippen am E71 war ganz nett, aber „ganz nett“ langt m.E. noch nicht und so habe ich im letzten Jahr tatsächlich auf den E90 Communinator downgegraded.

Termine, Notizen und ToDos verwalte ich immer noch den Palm Tungsten. Graffiti ist in meinen Augen immer noch das Beste, was je auf den Markt gekommen ist. Das ist alles sehr sehr retro und unsophisticated – und ich bin zufrieden damit.

Und nun wird also die Tastatur sterben und alle werden auf ihrem „iSlate“ herumpatschen? Grausiger Gedanke!

Schreiben ist doch auch etwas Sinnliches. Und etwas Sinnliches darf durchaus auch spürbar sein und Geräusche erzeugen. So etwas funktioniert mit einer mechanischen Schreibmaschine gut , mit einer Tastatur am Rechner immer noch hinreichend und mit einem iSlate wohl gar nicht. Und sowas funktioniert auch zu Musik sehr gut:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand zum Takt der Musik dumpf auf seinem Slate (=Schiefertafel – auch retro und klingt phonetisch so, als ob die Apple-Marketingabteilung einen Gothic gefrühstückt hätte) herumdapft. Nö, mag ich nicht.

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