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Wochenrückblick KW31/2013

Wie immer (öfter) einige Notizen über Bemerkenswertes der vergangenen Woche:

  • Sehr dankbar bin ich ja über die Abkühlung zum Wochenanfang, die nach einem ungemütlich schwülheißen Wochenende mehr als willkommen ist. Der Plan ist gefasst: Im nächsten Frühjahr wird das Heim mit einer ordentlichen Klimaanlage aufgerüstet. So geht das ja nicht weiter.
  • Schily ist Sozialdemokrat? Davon merkt man nix mehr. Nun ist es aber so, dass man das Shily-Interview nicht ohne entsprechden Kontexte betrachten sollte. Wolfgang Lieb* hat den Spiegel gelesen und macht sich seine Gedanken.
  • Ähm, diese Notizen sind ja immer ein wenig durcheinander, daher erlaube ich mir mal, die Folgende etwas deutlicher hervorzuheben: LESEBEFEHL! Der Schweizer Ökonom Vontobel rechnet mal vor, warum wir einen Mindestlohn von EUR 18,50 brauchen. „Der im Vergleich zu den geforderten 8.50 Euro überraschend hohe Mindestlohn kommt dadurch zustande, dass wir auch den Mindestlöhnern die Fortpflanzung erlauben, dass wir sie an der Finanzierung der öffentlichen Ausgaben beteiligen und dass wir mit marktkonformen Arbeitspensen rechnen“. VONTOBEL, WORD!1!!11! (Am Rande: Was Vontobel da auf den Mindestlohn herunterbricht, ist absolut nichts Neues. Schon Karl Marx wusste, dass der Arbeiter so viel verdienen muss, dass er seine Arbeitskraft reproduzieren kann. Weil der Arbeiter wie jedes Lebewesen irgendwann stirbt, gehört auch Fortpflanzung zur Reprodunktion der Arbeitskraft. Ist schon immer wieder toll, zu sehen, wie heutige Ökonomen – ohne es zu sagen oder zu wollen – die Marxschen Thesen Bestätigen. Am Rande: Vontobel schreibt regelmäßig für die wirtschaftsliberale Weltwoche und Blätter des mindestens konservativen Blick).
  • Weitere böse Sozialisten gefällig? Benjamin Blümchen ist zum Beispiel so einer (bitte den gesamten Beitrag hören, nich nur lesen… ich habe sehr gelacht). Der Link ist auch geil. Universität Passau. BWAHAHAHAHA!!!!
  • Das leidige Problem mit dem Aufseßplatz, dort habe sich eine Trinkerszene etabliert. Tausend Dinge fallen mir dazu ein, einige will ich hier schlaglichtartig nennen: Der Absturz vom Aufßseßplatz und dem Gebiet Wölckernstr. ist seit Ende der 90er zu beobachten. Ein wirklich gutes Pflaster war dieser Teil der Südstadt ja noch nie – aber die Sandler waren immer anderweitig verräumt: Am Bahnhof oder im Lokal des Kaufhofs. Jetzt gibt es diesen Kaufhof und die Sandlerwirtschaft nicht mehr, jetzt treffen sich halt die harten Säufer davor. Was ebenfalls nicht wundert: Wer viel säuft, muss irgendwann auch mal schiffen, nutzt ja nix. Darüber zu diskutieren ist müßig, berührt das Problem nicht. Dort nun Platzverweise auszusprechen bringt gar nichts, dann wird halt am Kopernikusplatz weitergesoffen – eine Verlagerung des Problems ist kein Lösung. Die ist so klassisch wie schwierig: Aufsuchende Sozialarbeit, engmaschige medizinische Betreuung, mögliicherweise auch psychologische Rehabilitationsmaßnahmen, wenn möglich Entzüge. Der beschriebene „Trade-down-Effekt“ gilt ja quasi für zwei Drittel der Südstasdt. Callshops neben Spielotheken neben Wettbüros neben Handyvertickern neben türkischen Juwelieren neben als Imbissbuden getarnten Spilotheken neben Callshops neben Spilotheken neben Wettbüros… Wo soll angesetzt werden? Am neuen Südstadt-Carré? Das ist Unfug, bis das fertig ist, haben schon zu viele Säufer auf dem Aufseßplatz geballert. Dann ist es zu spät. Machen wir uns bitte nix vor: Ein neues Kaufhaus ersetzt weder Stadtentwicklung noch Sozialarbeit.
  • Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dem sog. „stationären Einzelhandel“ und den Onlineversendern? Der Onlinehändler hatz i.d.R. kein Ladengeschäft, spart Personal, kann flexibler disponieren und spart somit Geld. Diesen Vorteil kann er in die Preisgestaltung einfließen lassen – in der Regel wird das getan und der Einzelhandel geht unter. Stück für Stück. Es gint aber nich einen Unterschied: Im Onlineshop kann der Kunde die Ware nicht prüfen. Daher hat der Gesetzgeber das 14-tägige Rückgaberecht eingeführt. Ich sehe das als einen kleinen Nachteilsausgleich gegenüber dem Einzelhandel. Letzterer muss Ladenlokal und Personal einpreisenen, ersterer die Retouren. Wenn ein Unternehmen zu einemn Konzern wird und dieser Konzern vom Marktführer zum Quasi-Monopolisten, dann wird der Konzern nicht selten auch dreckig. Das passiert nun auch mit Amazon. Die günstigsten sind die lange nicht mehr und auch der Service ist oft anderenorts genauso gut, nun aber umgeht Amazon quasi die gesetlichen Vorgaben und kündigt Kunden, bei denen das Retourenaufkommen dem Konzern nicht gefällt, das Kundenkonto. Das wäre dann kein Problem, wenn Amazon nur Materielles verkaufen würde. Bücher auf totem Baum, Musik auf silbrig glänzenden Plastikscheiben, Kaffeemaschinen, Hauspatschen oder Werkzeuge kann ich überall anders auch kaufen. Wenn ich aber z.B. einen Kindle habe, bin ich gearscht. Selbst wenn ich bisher erworbene Bücher Texte auf dem Kindle noch lesen kann – zukünftig kann ich das Gerät nicht mehr (legal) befüllen. Das Ganze ist ein Lehrstück über Monopolisten und digital rights management. Und dass beides so fies zusammentrifft ist mit Sicherheit kein Zufall.
  • Microsofts Cloud-Dingsi darf nicht mehr SkyDrive heißen. Auch irgendwie lächerlich.
  • Das war es dann mit dem Parkhotel. Solche Bilder machen wenig Freude. Au revoir.
  • Frau Wöhrl und die facebook-Kommentare.
  • Google baut mit seiner Neuakquisition Motorola ein Handy, das IMMER lauscht. Herzlichen Glückwunsch. Nicht.
  • Ich bin immer noch platt wegen des Motorola X. Wie kackdreist!
  • Oh. Wir haben gedopt.
  • Am Mittwoch ging es mit den Smmerbaustellen der VAG los, schon gibt es den ersten Stunk. Und mit was? Mit Recht. In Schoppershof stellt sich das so dar: Die Überbrückung einer Haltestelle mit einem Ersatzbus kostet den ÖPNV-Nutzer regelmäßig über 20 Minuten.
  • Was mal gesagt werden muss: Metadaten sind auch Daten. Das ist nicht weniger schlimm. Der BND ist bei dieser Ammi-Spionagescheiße auch verdammt dick im Geschäft. Nur zu Info.
  • Terrorgefahr? BWAHAHAHAHAHAHA!!!! (Aber es ist schon fast eine Beleidigung, für wie dummm die Ammis den Rest der Welt halten. Die Ammis! Verstehste?)

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*Warum ich hier auf die Wiki linke – nur damit nicht in Vergessenheit gerät, dass Lieb auch SPDler ist.

Sommerbaustellen der VAG 2013

Wer trotz der Ferienzeit mit der VAG in die Arbeit will, der muss unter Umständen ordentlich Geduld und eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen. In diesem Jahr gibt es nämlich eine ganze Menge Sommerbaustellen.

Prinzipiell ist die Idee ganz gut: In der Zeit mit dem geringsten Verkehrsaufkommen – der Sommerferienzeit – geht die VAG wichtige Bau- und Sanierungsvorhaben an, was freilich nicht immer ohne Beeinträchtigungen laufen kann. Über die Informationspolitik der VAG lässt sich streiten und wer trotz Urlaubszeit mit den „Öffis“ zur Arbeit muss braucht Geduld und muss früher aufstehen.

Diese Zusammenstellung schreibe ich auch und besonders, weil ich mit der Informationspolitik der VAG nicht zufrieden bin. Ein Aushang an den betreffenden Haltestellen einen Monat vorher hätte sicher nicht geschadet. Aber auch den genauen Standort der Bedarfshaltestelle in Schoppershof konnte man mir gestern (!) bei der VAG auf telefonische Rückfrage nicht mitteilen.

Zwei ungünstige Faktoren fallen in diesem Sommer zusammen: Zum einen gibt es überraschend viele Baustellen und zum anderen ist die Hauptschlagader des Nürnberger Nahverkehrs, die U-Bahn, auf den Linien 1 und 2 betroffen.

Richtig heftig erwischt es all jene, die am Hasenbuck und der Frankenstraße die U-Bahn nehmen wollen, denn der Bahnhof Hasenbuck ist von heute bis zum 11. September komplett gesperrt. Der Ersatzbus E1 fährt von der Frankenstraße zum Hasenbuck im 12-Minuten-Takt. Infos zur Sperrung stellt die VAG in einem pdf zur Verfügung. Der Umbau am Hasenbuck trifft aber auch alle, die auf der U1 in Richtung Langwasser unterwegs sind – man kann nicht einfach von Fürth kommend (und retoure) durchfahren, sondern muss an der Frankenstraße das Gleis wechseln. Das hat freilich auch Einfluss auf den Takt.

Zwischen Scharfreiterring und Messe werden ab heute für einen Monat ab 21 Uhr Kabel erneuert, was zu eingleisigem Betrieb führt.

Eine ähnliche Situation gibt es im Nürnberger Norden auf der Linie U2: Von heute bis zum 18. August ist der U-Bahnhof Schoppershof gesperrt und wird nur eingleisig durchfahren. Auch hier gibt es einen Busersatzverkehr mit der Linienbezeichnung E2, hier wird Schoppershof an den Nordostbahnhof im 10-Minuten-Takt angebunden. Auch der Takt von U2 und U3 ist wegen des eingleisigen Betriebs in Mitleidenschaft gezogen. Diese Art der Streckenführung habe ich heute mal ausprobiert, es klappt nicht ganz reibungslos – wer in Richtung Röthenbach unterwegs ist, kann bei der Überbrückung der Haltestelle wegen suboptimal ineinandergreifende und ausgedünnter Takte und der Fahrzeit des Busses (allein auf der Äußeren Bayreuther Str. viel Verkehr und drei Ampeln) bis zu 20 Minuten verlieren. Die VAG informiert auch hier mit einem pdf.

Und dann ist da noch die Straßenbahnlinie 4 – sie fährt von Thon bis zum Plärrer, wird vom Plärrer bis Gibitzenhof dann aber durch den Bus E4 ersetzt.  Kanal- und Gleisarbeiten sind der Grund. Die Bauarbeiten beginnen heute und sollen bis zum 11. September fortdauern. Umgestiegen werden muss jeweils nur einmal am Plärrer. Fahrpläne und Infos – im pdf der VAG.

Schon fast komplex wird es zwischen Schnigling und Fürth rund um die Haltestelle Kurgartenstraße und Herderstraße. Hier wird die den Frankenschnellweg überspannende Kurgartenbrücke komplett überholt, mit der Konsequenz, dass sie von heute bis zum 11. September voll gesperrt ist (außer für Fußgänger). Weite Umleitungen und Fußwege sind in Kauf zu nehmen, die Haltestellen Herderstr. und Hans-Böckler-Str. werden gar nicht bedient. Info? Pdf.

Weitere Baustellen und Einschränkungen auf Buslinien und der Straßenbahnlinie 6 findet man auf der Webseite der VAG.

Nun, das alles ist nicht angenehm und leider auch nicht vermeidbar – man kann nur versuchen, dafür Sorge zu tragen, dass die Umleitungen so reibungslos wie möglich verlaufen. Der VAG sei hier ins Stammbuch geschrieben, dass ihnen wirklich kein Zacken aus der Krone gebrochen wäre, wenn man die Kundschaft ein bis zwei Monate vorher gewarnt hätte (und nicht zwei Wochen vorher).

Wochenrückblick KW30/2013

Und wieder ein kleiner Wochenrückblick…

  • Das Klassik Open-Air soll lt. NN über 75..000 Besucher gehabt haben. Dafür ging es nach meiner Beobachtung total zivil ab – kaum Müll, alle Leute ruhig und freundlich. Es waren verdammt viele da – ja, das hat man gemerkt – aber 75k?! Ich bin immer noch geplättet ob der schieren Zahl.
  • Royalbaby. Mit zwar wurscht. Das witzige Randdetail: Die Presse stand Posten, aber als die Geburt gemeldet wurde, war das Baby schon etliche Stunden auf der Welt. Very British. (Update: Schau hie! Schorsch heißter!)
  • Telefonica (o2) schluckt also E-Plus. Diese Meldung kam für mich jetzt echt überraschend. Das ist in vielerlei Hinsicht spannend: Warum hat das Kartellamt das genehmigt? (Hat es gar nicht, muss noch gefragt werden) Warum hat KPN da mnitgemacht? Was heißt das für die Kunden? Ich oute mich mal: Ich bin u.a. E-Pluskunde seit 2005. In der Stadt ist E-Plus super, auf dem Lamd eher nicht. Das mobile Internet von E-Plus ist langsam. Wo o2-Kunden HSDPA haben, hab ich mit E-Plus oft nur einfaches 3G. Mal sehen, ob sich da was tut. Auch hinsichtlich des Services bin ich gespannt – als E-Plus-Altkunde werde ich noch immer sehr gut betreut, bei o2 fand ich den Service immer etwas semi… Wir werden sehen.
  • „Veganer des Internets: Leute, die nicht auf Facebook sind und das jedem immer und überall erzählen müssen.“ (via Twitter, @GebbiGibson). Ich oute mich als Interetveganer, schaut mal links…
  • Ich frage mich, wie der Gaul da reingekommen ist?! Schwank aus meiner Jugend: Wenn damals im Mäcces an den „Schaltern“ sehr viel los war, bin ich immer zu Fuß durch den Drive-In-Schalter gelatscht. Das fanden die Mitarbeiter jedes Mal sauwitzig und ich wurde immer (!) freundlich bedient. Manchmal haben die aber auch saublöd geguckt….
  • Montags und Donnerstag wiederholt der BR übrigens zur Prime den Monaco Franze. Auch wenn nun die ersten beiden Folgen durch sind – perfekt!!
  • Ich mach ja nur selten (und ungern) Werbung – aber in diesem Falle dann doch: Wer diesen Sommer noch einen einfachen HD-Camcorder mit optischem Zoom braucht: 65 Euronen bei Plus.
  • Nun, das Kultusministerium in BaWü tut Gutes: Lehrer sollen Social Media nicht mehr für dienstliche Zwecke verwenden dürfen. Und wisst ihr was? Meiner bescheidenen Meinung nach ist das, was hier nach vorsintflutlicher Pädagogik klingt, exakt das Richtige! Im Übrigen bin ich der Meinung, dass sich Pädagogen generell mal ihren Umgang mit ScM überlegen sollten und dabei möglichst auch die Perspektive des Kinderschutzes mitdenken. Diese dienstliche Anweisung weist jedenfalls in die richtige Richtung.
  • Eine mehr als interessante Definition von Big Data. Treffend.
  • Also ich finde diese Schmalzdapfer an den Fenstern von Bus und Bahn ja nicht besonders einladend.
  • Nochmal zur o2/E-Plus-Sache: Das Kartellamt war da noch gar nicht drüber. Wetten, dass die irgendwas verkaufen müssen? Da bin ich mal gespannt, was das sein wird. Folgenden Link zum Focus habe ich bekommen – das das den Wettbewerb anheizt, glaube ich kaum. Das ist FDP-Dummgeschwätz. Wenn wir nurmehr drei große Mobilfunker haben, orientiert sich das neue „o2-Plus“ an den deutlich teureren Preisen von Telekom und D2 vodafone. Bislang haben sich o2 und BASE ins Preisbattle gestürzt, nun werden die nutzen, dass Telekom und vodafone sehr teuer sind und gucken, schnell wieder die Fusionskosten reinzuspielen. Telefonieren wird wieder teurer.
  • Mollath bleibt also weiterhin in der Psychiatrie. Das wundert mich wenig. Ich habe – so zynisch den jetzt klingen mag, eine Wette laufen, dass er erst nach der Landtags-, Bundestagswahl und einer gewissen Schamfrist freikommt. Wenn er freikommt, sind die Mikrofone offen und dann bekommt der Justizskandal eine persönliche Stimme. Das ist nicht gut für Merk und CSU, das macht sich vor der Wahl einfach nicht hübsch.
  • Die Facebook-Aktie steigt um 20%. Sind die alle beknackt? Die nächste Blase, bitte.
  • Und auch in Zukunft hören Ammis die Telefonate ihrer eigenen Leute ab. No wonder.
  • Sehr interessant zu sehen, mit welchen Problemen Techniker kämpfen, um Audio über IP zu übertragen… Muss ja alles professionell sein (ich hätte da längst aufgegeben, und versucht, irgendwie herumzuskypen)…
  • Als Nichtanwohner fällt es natürlich leicht, sich für einen Ausbau des Verkehrsknotens am Wegfeld auszusprechen – ich bin mir im Klaren, dass das aus Anwohnerperspektive ganz anders aussieht – aber: Jedes Geld, dass VAG und Stadt in ÖPNV-Infrastruktur stecken, sichert die Anbindung der ländlichen Stadtteile – auch dann, wenn über einzelne Linien Rentabilitätsdebatten geführt werden. Ich komme aus einem Dorf, da gab es immer einen OVF-Bus nach Nürnberg. Mit etwas dünnerem Takt am Wochenende – aber ok. Nun fährt der Bahnbus am Wochenende gar nicht mehr! Null, nada, niente! Da draußen gibt es aber – abgesehen von Bushäuschen – keine ÖPNV-Infrastruktur. In der Regel ist es doch so: Dort, wo einmal investiert wurde, wird der Betrieb so lange wie möglich aufrechterhalten. Der ÖPNV-Knoten Wegfeld ist doch eine langfristige Versicherung auf eine ordentliche Anbindung. Und: Bei 22,-/m² würde ich nun nicht von einem generösen Angebot sprechen, aber wenn ich sehe, wie viel landwirtschaftliche Fläche für nen Zehner per m² über den Tisch geht…
  • stopsurveillance.org – mitzeichnen!
  • Löscher wird bei Siemens rausgeschmissen und – will man dem BR glauben – Nachfolger soll Kaeser werden. Den hätte ich gleich mit rausgeschmissen.
  • Die Stadt Nürnberg muss ziemlich pleite sein. Frühre gab es beim Bardentreffen immer einen oder zwei Acts, der im internationalen Show- und Musikgeschäft wenigstens kurzfristig anerkannte Erfolge feiern konnte. In diesem Jahr (wie im letzten auch): Völlig unbekannte bzw. gar keine Headliner. Gut, wäre bei diesen Temperaturen ja auch rausgeschmissen Geld.
  • A propos Wetter: Der Wetterochs kündigt an, dass diese ekelhafte Hitzewelle durch ein Unweter unterbrochen wird. Wohlan.

Der große Abriss?

Mit seinem Blogpost „Nürnberg und die Industriekultur“ vorgestern spricht mir Dirk Murschall zutiefst aus der Seele. Freilich hätte ich meine Gedanken zu seinem Post als Kommentar im immer empfehlenswerten Blog Sugar Ray Banister hinterlassen können – aber ich will das Thema hier aufgreifen – in der Hoffnung, dass es die Diskussion weiter beflügelt, wenn die auch blogübergreifend geführt wird.

Zuvorderst: Kritik an den Altstadtfreunden wird in unserer Stadt unverhältnismäßig stark geahndet. Als Wahlfranke bin ich immer wieder erstaunt, welche Lobby dieser Verein aufzubauen verstand und wie rigoros mit Kritik an seinen Aktionen über Gremien- und Parteigrenzen hinweg umgegangen wird. Das soll die Verdienste der Altstadtfreunde nicht schmälern, mir scheinen diese Verdienste aber in anderem Licht, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, was alles auf deren Betreiben verhindert wurde.

Die Altstadtfreunde kümmern sich z.B. herzallerliebst um den Wiederaufbau und den Erhalt des historischen Stadtkerns der Nürnberger Altstadt und verteidigen ihn auch vehement gegen Modernisierungen wie z.B. den Umbau des Augustinerhofs durch Helmut Jahn. (Quelle)

Es ist mir kein treffenderer und glanzvollerer Euphemismus zu dieser Causa bekannt, danke Herr Murschall!

Nun aber zum eigentlichen Gegenstand – unserem Umgang mit jüngerer Architektur in Broudwoschdd-City. Es sind nicht allein die Abbrüche zu beklagen, die bereits geschehen sind – es ist zu warnen und aus diesen Fehlern zu lernen! Ein Objekt kann immer dann erhalten werden, wenn die Erkenntnis, dass es erhalten werden kann und muss, auf den Willen zum Erhalt und der kreativen Umwidmung um willen einer Weiternutzung trifft. Auch in Nürnberg lassen sich Beispiele finden, darauf gehe ich später ein.

Manchmal klappt es prima, manchmal drängt sich die Idee zur Weiternutzung förmlich auf. Und manchmal muss man sie suchen (und zum Finden bedarf es einer gewissen Kreativität). Die Kreativität vermisse ich im Nürnberger Stadtbild aber schon lange. Den „südpunkt“ finde ich ähnlich langweilig wie den U-Bahnhof Friedrich-Ebert-Platz. Noch mehr aber fehlt die Kreativität bei der Umnutzung. Wo interessante Konzepte entstehen, fehlt die Risikobereitschaft. Welch interessante Konzepte hat es für das Volksbad gegeben und was ist davon geblieben? Freilich muss man manchmal einfach auch das Portemonnaie aufmachen – das Volksbad hat über Jahrzehnte entweder Geld erwirtschaftet oder die Stadtkasse indirekt entlastet, nun muss nach 100 Jahren mal wieder richtig Geld in die Hand genommen werden. Und – auch wenn ihr mich dafür haut – es ist mir lieber, wenn sie wieder Technopartys im Volksbad machen, als wenn es still vor sich hingammelt. Die Technopartys haben dem Volksbad nämlich weit weniger Schaden zufügen können als die abwartende Haltung der Stadtoberen.

Und nun komme ich zum allüblichem Ceterum censeo, das die geneigte Stammleserschaft hier bereits kennt: Unsere Kinder (und unsere Nachfahren generell) werden uns für unseren respektlosen Umgang gerade mit der Architektur des 20. Jahrhunderts einestages verfluchen.

Wir opfern zuerst unsere geschichtsträchtigen Industriebaute dem Zeitgeist, der fehlenden Kreativität und dem vermeintlich leeren Stadtsäckel (für eine automatisch betriebene U3 hats ja auch gereicht). Bauten, die erhalten werden, fallen nicht selten einer unsensiblen Sanierung anheim. Inzwischen sind nicht nur Industriedenkmäler in Gefahr – bei den Diskussionen um einen neuen Konzertsaal für Nürnberg mache ich mir auch ernsthaft über die Meistersingerhalle Sorgen. Ich bin überzeugt: Hätten wir den neuen Konzertsaal bereits, so wäre die Meistersingerhalle wahrscheinlich schon den Weg alles Irdischen gegangen.

Als Erstes fallen freilich Industriebauten der Abrissbirne zum Opfer. Dann aber auch Bauten wie das Fürther Parkhotel. Auf der andere Seite der Stadtgrenze schreibt Bloggerkollege Ralph Stenzel sehr treffend: „Abriß verpflichtet – Vom Krieg verschont, vom Stadtrat nicht“ – ich bin zu jung und zu weit weg von Fürth aufgewachsen, um dieser traurigen Bilanz eigene Erinnerungen entgegensetzen zu können und dennoch formiert sich vor dem inneren Auge ein verschwommenes Bild, um wie viel schöner gerade die Fürther Innenstadt heute aussehen hätte können.

Nach nicht einmal dreißig Jahren ist das Fürther City Center mausetot. Wer sich heute durch die Seiten des Fürth-Wiki klickt, erfährt nicht nur um den problematischen Start des Projekts sondern auch um den Niedergang industriekulturell wertvoller Bauten en groß. Ob eine Reaktivierung des Centers gelingt, ist nicht sicher. Interessant auch, dass der einzig Aufrechte, der sich seinerzeit gegen das City Center stellte, Kommunist war.

Ich bleibe in Fürth: Ein Beispiel, wie sich vermeintlich obsolete Bauten sinnvoll und wirtschaftlich nutzen lassen, gibt das Ottoschulhaus. Nach dem Umzug der Realschule wurde das Schulgebäude saniert und neben schicken wie teuren Eigentumswohnungen entstand hier das großzügig angelegte und sehr sehenswerte Stadtmuseum. Ein anderes gefällig? Das Berolzheimerianum. „Schon wieder Kultur, soviel Kultur haben wir nicht wie Raum“, mögen nun Kritiker sagen – aber Sanierung und Betrieb des Berolzheimerianums geschahen und geschehen privatwirtschaftlich.

Dem Niedergang der Industrie im Nürnberger Klingenhof trotzt die Nutzng der Gebäude. Im „Ofenwerk“ sind heute Handwerksbetriebe und Werkstätten untergebracht, in der „Resi“ ist zum einen die Großraumdisko Rockfabrik und das Seminarzentrum der GRUNDIG AKADEMIE untergekommen, die alte Fensterfabrik Schlee ist nun ein Motor-Museum.

Ob in Nürnberg oder Fürth – wir betreiben Raubbau an unserer eigenen Geschichte. Und das ohne Not. Freilich ist der Erhalt des Quelle-Areals eine Herausforderung, aber der Erhalt von AEG war es auch (und er ist gelungen).
Es braucht nur mutige und weitsichtige Stadtväter. Was wäre Fürth heute, wenn man auf Walter Riedel gehört hätte? Was wäre der Augustinerhof heute, wenn nicht die Kniedlasköpf vom Altstadtverein alles verhindert hätten? Es ist diese Mischung aus Angst vor Neuem und Mutlosigkeit, Altes zu bewahren, es ist die Angst, mutig eigene Konzepte voranzutreiben und sich gegen den Zeitgeist zu stellen, Denkmalschutz aktiv voranzutreiben und auch mal einen Investor wieder vor die Tür zu setzen. Es ist der vermeintliche Populismus, der uns dieser Tage so viel städtische Identität kostet.

DVB-T wird weiter geschwächt.

Im Januar habe ich ja noch spekuliert, dass der Ausstieg der RTL-Gruppe aus der Verbreitungsart DVB-T eine echte Schwächung dieser Technik mit sich ziehen könnte. Genau das deutet sich jetzt an. Ich will auch ein paar Sätze darüber verlieren, welche Probleme das grundsätzlich nach sich zieht.

Teltarif berichtet, dass der RTL-Ausstieg aus der Verbreitungsform DVB-T nun einen „Dominoeffekt“ nach sich zieht – der auch die Region Nürnberg treffen wird, denn der Meldung zufolge sollen hier nun auch die Sender Euronews, Channel 21 und Bibel TV die Segel streichen und die Verbreitung über Antenne einstellen. Am 1. August wird die Verbreitung der Sender der RTL-Gruppe via DVB-T auch im Ballungsraum München eingestellt, einen Zustand, den wir in Nürnberg bereits seit Ende 2010 kennen.

Ich mache jetzt, damit meine Bewertung dessen verständlicher wird, mal einen kleinen Exkurs zum Thema Digitalradio: Bevor es DAB+ gegeben hat, hatten wir seit Ende der 1990er Jahre schon den einfachen DAB-Radiostandard. Da von hat aber keiner Notiz genommen, denn DAB war zur damaligen Zeit echt suboptimal: Der Empfang war schlecht, meines Erachtens konnte sich DAB aber niegegen UKW behaupten, weil es nur wenige und unattraktive Sender im DAB gab. Das hat sich nun mit DAB+ deutlich geändert, damals aber brachte Digitalradio kein Bein auf den Boden. Nun zum digitalen Fernsehen: Das DVB-T überhaupt eine nennenswerte Verbreitung erfuhr, ist nach meinem Dafürhalten dem Umstand geschuldet, dass es nach einer zeitlich sehr engen Übergangsphase einen kalten switch off der analogen Programme über Antenne gab. Wer Terrestrik wollte, der musste sich eine Set-Top-Box kaufen – oder 24/7 Schneegestöber im Fernsehen gucken. Die Attraktivität von DVB-T war auch durch zusätzlich zu empfangende Programme gegeben. Bei uns gab es früher acht oder neun Sender über Antenne, mit DVB-T waren es zu Beginn weitüber 20 Sender. Ob die alle nun tolles Programm bringen oder nicht, ist erstmal egal – man hat die Auswahl. In den ländlichen Regionen, wo es nur drei Programme über Antenne zu sehen gab, brachte DVB-T immerhin ein Programmangebot von 12 öffentlich-rechtlichen Sendern mit sich.

Andersrum funktioniert das freilich auch: Je weniger Sender über eine Verbreitungsart empfangbar sind, desto unattraktiver ist diese, selbst wenn sie technisch ordentlich skaliert. Und wenn es dann auch noch Alternativen gibt, dann wankt irgendwann die ganze Plattform. Mit dem Weggang der RTL-Gruppe und dem Verschwinden der kleinen Sender – also dem, was Teltarif zu Recht als „Dominoeffekt“ beschreibt, dünnt sich die Senderliste der Antennenversorgten schon deutlich aus. Und mit jedemweiteren Ausdünnen springen Zuschauer von der Plattform ab. Und so muss gefragt werden: Gibt es Kreise, die an einer Schwächung von DVB-T interessiert sind?  Wird DVB-T gerade „de-facto“ demontiert (je weniger Nutzer, je weniger Sender, je weniger Geräte im Handel, je weniger Innovation, je weniger Nutzer, je weniger Sender…)?

Freilich, so mag man sagen, gibt es Alternativen: Der Kabelanschluss ist der letzte analoge Verbreitungsweg (es gibt noch viele Leute, denen es wurscht ist, ob das Bildsignal analog oder digital übertragen wird). Und ein Satellitenempfänger übertrumpft das Breitbandkabel hinsichtlich der Auswahl, Qualität und technischer Möglichkeiten um Welten. In Verbindung mit einem schnellen Internetanschluss bleiben hier keine Lücken. IP-TV ist technisch gesehen auch nicht unattraktiv – aber sauteuer! Und DVB-T hat andere Qualitäten: Die erste ist, dass DVB-T der einzige Standard ist, der Fernsehen ohne Bindung an irgendein Kabel zulässt – theoretisch ist Zimmerantennenempfang grundsätzlich möglich und praktisch wird das auch in besser versorgten Gebieten genutzt – zum Beispiel für Zweitgeräte in Hobbyraum, Schlafzimmer oder Jugendzimmer. DVB-T ist eine für den Zuschauer günstige Technik, die Anschaffungskosten für den Empfänger sind überschaubar, die Wartungskosten für die Antenne sehr gering. Vorhandene Antennenanlagen lassen sich oftmals mit geringen Modifikationen (wenn überhaupt) weiternutzen. Damit steht DVB-T auch Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung. Terrestrik ist für die Radio- und Fernsehgrundversorgung die Technik der Wahl. Mehr als 8 Prozent der Haushalte sehen in Bayern terrestrisch fern. Das sind – heruntergebrochen bei der für Bayern angenommenen Einwohnerzahl von 12,6 Millionen immer noch mindestens eine Million Zuschauer, die auf diesem Weg versorgt werden. Das in Zeiten dahinbröckelnder Werbebudgets RTL und Co. auf einen Gutteil dieser Zuschauer zu verzichten bereit ist, wundert mich sowieso; mir drängt sich sogar der Verdacht auf, dass es sich hier um ein Muskelspiel handelt – dumm nur, dass das auf dem Buckel der Zuschauer passiert.

Kurz – wir brauchen DVB-T…

  • für echten und unlimitierten Fernsehempfang
  • für Fernsehen an Orten, an denen aufwändige Installationen nicht möglich oder unwirtschaftlich sind.
  • zur Sicherung der Grundversorgung.
  • als low-cost Technik für Menschen mit wenig Geld.

Es ist eigentlich nicht hinnehmbar, dass Privatsender dieses wirklich wichtige Stück Infrastruktur in Gefahr bringen. Cui bono? Klar: Einigen Privaten mag ich durchaus das Interesse unterstellen, Zuschauer zum Wechsel auf Übertragungsarten zu „überreden“, auf denen niederschwellig auch Pay-TV realisierbar ist (und das ist hier halt IP-TV, Kabel und Sat). Das Spannende ist auch, dass sich damit freilich ein Wechsel vom maßgeblich werbefinanzierten Privat-TV hin zum Pay-TV andeutet – mit der Gefahr, dass auf diesem Pay TV dann doch Werbung gesendet werden wird (wenn die Gier mal wieder gar keine Grenzen kennt). Das „Opfer“ könnte irgendwann DVB-T sein, denn derzeit ist Pay-TV der RTL-Gruppe via DVB-T nur in Stuttgart und Leipzig vorhanden, in der Fläche ist Pay-TV via DVB-T aber ohne jede Bedeutung. Die meisten Geräte sind auch gar nicht für die sog. Smartcards (die sich bei genauer Betrachtung als ziemlich dumme Karten erweisen – ich kann da nix smartes finden) vorbereitet und nur wegen der RTL-Gruppe wird kaum jemand sein Gerät tauschen. Insofern ist das bewusste Riskieren des „Dominoeffekts“ schon einefreche Aktion.

Nun fallen in Nürnberg also drei weitere Sender unter den Tisch. Beim Shoppingkanal Channel 21 und dem evangelikalen Bibel TV kann ich das noch verschmerzen, Euronews ist ein von mir zwar selten gesehener aber guter und wertvoller Sender. Ich selber hätte mit dem Wegfall von RTL und Co. und den kleinen Sendern gar nicht das große Problem, weil sich auch bei uns der DVB-T-Empfang aufs Schlafzimmer beschränkt und ich diese Sender ohnehin nur selten gucke. Ich bin mir aber völlig bewusst, dass der Wegfall von RTL für viele einen Verlust darstellt. Das könnte den Dominoeffekt weiter verstärken – zumindest mittelfristig. Und selbst die öffentlich-rechtlichen Sender werden sich irgendwann fragen müssen, ob eine Verbreitungsart unter faktischem Ausschluss der Öffentlichkeit noch von Rundfunkgebühren finanziert werden kann.

Was kann man dagegen tun?`Einfach weiter DVB-T nutzen und sich nicht erpressen lassen.

Streckt der SÖR die Waffen vor 5cm Neuschnee?

Ein Rant auf den SÖR? Wie originell. Das weiß ich selber, aber der Zorn muss raus. Und warum sollte so ein Blog nicht auch einmal der Seelenhygiene dienen.

Irgendwie rante ich jedes Jahr, hier habe es es mal mit einem Interview versucht, hier war ich gefrustet.

Der heutige Wintereinbruch kam nun wirklich nicht überraschend. Am Montagabend fiel im Nürnberger Norden der erste leichte Eisregen, am Mittwochabend begann es schon ein wenig zu schneien, und auch der Wetterbericht von BR, NN und Wetterochs wusste von 5–10 cm Neuschnee zu künden. Wir dürfen also nicht überrascht tun, auch der SÖR nicht. Was wir dafür heute früh auf den Straßen erleben mussten, war schlicht unmöglich. Um 8.30 Uhr war weder die Welserstraße noch die Äußere Bayreuther Straße geräumt oder gestreut. Die Oedenberger Str. und der Nordostbahnhof – eine Eisplatte.

Das inzwischen das Geld fehlt, während einer Winterperiode Nebenstraßen auch nur ein einziges Mal zu räumen, daran haben wir uns über die Jahre gewöhnt – in Johannis gleichermaßen wie in Schoppershof, Ziegelstein oder Rennweg. Das mittelgroße Straßen wie die Bessemerstraße oder am Klingenhof nicht mehr geräumt werden – wir sind ja leider bereits darauf eingestellt. Nun aber muss ich feststellen, dass selbst die Nürnberger Hauptverkehrsstraßen nicht mehr geräumt werden.

Heute Morgen habe ich Radio Energy Nürnberg gehört – dort Warnungen vor Glätte überall. Überall? Nein, ein kleines gallisches Dorf namens Fürth hat schneefreie Straßen.

Warum kriegt es der SÖR inzwischen nicht mal mehr gebacken, die Nürnberger Hauptverkehrsstraßen bis um halb Neun zu räumen? Gut, Nürnberg hat – Delfinlagune, fahrerloser U-Bahn und einigem anderen Blödsinn mehr – über eine Milliarde Euro Schulden (Pro-Kopf-Verschuldung aus 2009 zum Vergleich – interessante Grafik, die ebenfalls Bände spricht), aber steuern wir nun wirklich auf britische Verhältnisse zu?

So geht es jedenfalls nicht weiter: Sanker, die sich vor dem Theresienkrankenhaus nicht gebremst kriegen, Auffahrunfälle, Schneckentempo auf den Hauptstraßen. 5cm Neuschnee und eine Stadt kriecht. Das kann doch nicht sein.

Welcher Blogger hat Lust auf Weiterbildung – Teil II

Vor guten drei Monaten rief ich hier im Blog auf, mich bei meiner Arbeit zu unterstützen: Ich lobte die Teilnahe an einem Seminar aus – gegen einen Bericht auf einem Blog. Wer sich für die Modalitäten der Aktion interessiert, der kann sie hier nachlesen.

Es dauerte nicht lange und schon hatte ich einige Anfragen, darunter die von meinem bloggenden Kollegen Ralph Stenzel aus der Nachbarschaft Fürth. Ralph hat am Seminar teilgenommen und einen detaillierten, erfrischend ehrlichen Bericht abgefasst und Ralph hat uns wertvolle Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Und so will ich Euch sein Werk nicht vorenthalten und fordere Euch auf, drüben beim zonebattler über den

Rollentausch

nachzulesen.

Für die GA hat sich die Aktion in zweifacher Hinsicht gelohnt – wir haben einen ehrlichen Bericht über einen Ausschnitt unserer Arbeit erhalten und das es sich bei diesem Artikel nicht um ein Gefälligkeitspost handelt, merkt man schnell. Ich hoffe für Ralph, dass auch er vom Seminar profitiert hat.  Und weil alles so gut gelaufen ist, gehen wir in die zweite Runde: Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Weiterbildung im ersten Quartal 2013? Dann, liebe Bloggerkollegen, haut in die Tasten (Kontaktdaten hier und im Post zur Aktion).

Nürnbergs Dudelsender jetzt auch via DAB. Damit ist UKW in der Region obsolet geworden.

Ich weiß ja nicht, ob ich mich wirklich darüber freuen soll, aber wer ein Digitalradio hat, der möge doch einfach einmal einen Sendersuchlauf anstoßen (bei möglichst herausgezogener Antenne) und schon wird man feststellen, dass nun auch die Funkhaussender, der AFK und Radio Z digital zu empfangen sind.

Wer ein richtig gutes Radio hat (so ab UKW-Doppelsuper aufwärts), der bekommt, wenn der Wind denn günstig steht, hier auch MDR 1, Landeswelle Thüringen und den SWR mit ordenztlich Rauschen und in Mono. Aber: Das eigentliche Manko von DAB/DAB+ in Nürnberg, dass der hiesige Lokalfunk mit der Ausnahme von vil und Energy nicht digital verbreitet wurde, ist nun „behoben“. Nicht freiwillig wollte ich mit N1 oder Gong reinziehen und auch den afk finde ich in der Regel nicht ohne Schmerzen erträglich – aber der Lückenschluss ist geschafft und das ist eine gute Nachricht.

Wirklich gut über die DAB+-Ausstrahlung informiert eigentlich nur Radio Z. Mit dem Senderstabdort in der Wallensteinstraße erklärt sich dann auch der suboptimale Indoor-Emp6fang – der Sender ist weder besonders hoch noch besonders stark. Wer derzeit mit dem Empfang gar arge Probleme haben sollte, der kann sich ja mal von meinem kleinen Antennenratgeber inspirieren lassen.

Umsonstladen Nürnberg

Das Konzept eines Umsonstladens – das dem Wort eigene Paradoxon darf als gewünscht gelten – ist einfach und bestechend zugleich. Jeder, der nicht mehr gebrauchte aber noch nutzbare Sachen übrig hat, kann sie in einem Umsonstladen abgeben und Dinge, die man selbst gebrauchen kann oder schön findet, mitnehmen – wenn man will. Wie ein Tauschbasar mag einem dieses Konzept auf den ersten Blick vorkommen – wer genauer hinsieht, der kann aber bei weitem mehr dahinter entdecken.

Es geht nicht um das Tauschen, denn bei diesem Vorgang würde dem jeweiligen Gegenstand ja ein Tauschwert zugeschrieben, es geht darum, einen wie auch immer gearteten „Wert“ von einer Sache loszulösen und sie jemandem zukommen zu lassen, der sie gebrauchen kann. Damit läuft im Konzept des Umsonstladens der Austausch von Gegenständen ohne Geld und Gegenleistung – Gegenstände, die einstmals Waren gewesen sind, verlieren den Warencharakter, weil sie ja nicht gehandelt werden. Ein durchaus interessantes Experiment und ein von der Idee her im kleinen auch guter Ansatz – es wird nicht nur Müll vermieden sondern Gegenständen ein neuer Gebrauchswert zugeschrieben, der exakt von dem definiert wird, der sich entschließt, das Gut mitzunehmen.

Damit dieses Experiment funktionieren kann, bedarf es einiger weniger Regeln. Für den Umsonstladen in Nürnberg konnte ich herausfinden, dass jeder nur soviel mitbringen darf, wie er selbst in Händen tragen kann und jeder auch nur drei Teile mitnehmen mag. Der Sinn dieser Regeln erschließt sich sofort: Der räumlich begrenzte Laden ist kein Möbellager und maximal drei Teile darf man mitnehmen, damit man nicht den Laden leerräumt und die Beute auf dem Flohmarkt oder in Osteuropa zu Geld macht.

Ich habe vor geraumer Zeit schon mal in der Zeitung gelesen, dass es auch in Nürnberg so einen Umsonstladen gibt und da dieser Tage wieder einmal „Ausmisten“ auf der Agenda stand, haben sich einige Dinge zusammengefunden, bei denen das vielbemühte Wort „zum Wegschmeißen eigentlich viel zu schade“ durchaus zutraf. Diese Dinge, darunter ein Mantel, ungetragene Kleidung, einige Küchenutensilien, Bücher und Schallplatten haben wir also zum Umsonstladen der Nürnberger Jesus Freaks gebracht – und um es vorweg zu nehmen: Es tut mir um jedes weggegebene Stück – so überflüssig es für mich auch gewesen sein mag – wirklich leid. Warum?

Beim Aussortieren haben wir uns wirklich Mühe gegeben – den Wintermantel, der mir zu klein war, brachten wir freilich frisch gereinigt zum Umsonstladen, die kaum gebrauchten Küchenuntensilien wurden nochmal ordentlich abgespült, auf Vollständigkeit geprüft und liebevoll gepackt. Etliches neue aber für uns eben nutzlose war darunter – Dinge also, die bei eBay oder auch dem Flohmarkt sicher noch ein paar Groschen gebracht hätten. Das wollten wir aber nicht, wir hatten uns selber darauf gefreut mit den Sachen anderen eine Freude machen zu können – doch nichts dergleichen ist geschehen.

Wir sind mit dem Auto an den Umsonstladen in der Regensburger Straße gefahren und wurden sofort von Kindern umringt, die lautstark die neue „Lieferung“ umjubelten und diese genau in Augenschein nahmen. Freilich waren die etwas entäuscht, denn unter unseren Sachen fand sich freilich nichts, was Kindern hätte gefallen können. Um die enttäuschten Hoffnungen der Kinder tat es mir leid – nichts desto trotz machten sich die Kinder daran, unser Zeug möglichst schnell in einen abgeschotteten Bereich des Umsonstladens zu bringen. Ich bin in diesen auch nur vorgedrungen, weil ich mir die wirklich schwere Kiste mit den Küchenutensilien nicht aus der Hand nehmen ließ – ein Kind soll so schwer nicht heben!

Im abgetrennten Bereich des Ladens – vom Rest separiert durch einen Schrank und eine große Jesus-Freaks-Flagge, stürzten sich sogleich drei Frauen auf die „Lieferung“ und fledderten in Windeseile die sorgsam gepackten Pakete.

Währenddessen sahen wir uns in dem Teil des Kellergeschosses um, der wohl den Laden darstellen sollte: Alles war in einem wirklich verwahrlosten Zustand: Der Boden übersät mit Papier, Kleidung mehrheitlich auf einen Haufen geworfen und nur Weniges war an Bügeln aufgehängt. In einem alten Schrank vor Dreck starrende Töpfe – und dieses Bild wurde abgerundet von einem muffigen und fettigen Gestank. Das hier Dinge präsentiert werden sollten, die für jemanden einmal einen Wert darstellen sollen – undenkbar. Diesen muffigen Müllhaufen als Umsonstladen zu bezeichnen, wäre mir jedenfalls nicht eingefallen.

Wir haben einigermaßen ernüchtert den Raum verlassen – aber mich packte dann doch die Neugier. Wieso wurde, was wir zum Laden trugen, im separierten Bereich so schnell verräumt – hätte es sich nicht im öffentlichen Bereich finden sollen?

Eine geraume Weile betrachteten wir das Treiben um den Umsonstladen aus den Augenwinkeln – allzu reger Publikumsverkehr herrschte nicht und schließlich entschloss ich mich, wieder zurückzugehen und zu sehen, was denn mit den Sachen passiert war, die wir „angeliefert“ hatten.

Ein paar meiner Bücher und Schallplatten hatten es nach einer halben Stunde tatsächlich in den Laden zu den Müllbergen geschafft, ein Buch, das hat mich gefreut, wanderte auch gleich in die Hände einer Interessentin. Von den (teilweise ungebrauchten) Töpfen, Pfannen und Schalen war alles verräumt. Bedürftige, Interessierte, Studenten hätten diese gar nicht bekommen können. Denn die Ehrenamtlichen scheinen in diesem Umsonstladen eine Art Auswahlrecht zu besitzen. Eine der Ehrenamtlichen ließ sich von mir noch erklären, wie das elektrische Bratenthermometer nun im Detail funktioniert – und schwupps war es verschwunden.

Es ist nicht so, dass ich den dort Tätigen nicht das ein oder andere Stück gönnen würde, zumal die Ehrenamtlichen selbst ganz offensichtlich auch auf ihre Weise bedürftig sind – aber mir drängt sich der Verdacht auf, dass im Nürnberger Umsonstladen alles, was noch halbwegs brauchbar ist, beiseitegeschafft wird und nur das, was den Ehrenamtlichen nicht selbst wertvoll genug erscheint (Bücher und Tonträger), überhaupt im Laden landet.

Damit ist aber nicht nur das Konzept des Umsonstladens kläglich an der Realität und der Gier der Leute gescheitert – auch Bedürftigen tut man ganz offensichtlich nichts Gutes, wenn man seine Dinge den Jesus Freaks anvertraut.

Mir tut es, wie gesagt, um jedes Stück leid – denn hätte ich unsere Sachen beim Roten Kreuz, dem Gebrauchtwarenhof der Diakonie oder der Heilsarmee abgegeben, hätte zumindest eine theoretische Chance bestanden, dass sie auch Menschen erreichen, die sie gebrauchen können und zu schätzen wissen.

Dass der Initiatorin des Umsonstladens im letzten Jahr der „Ehrenwert-Preis“ zuerkannt wurde, geht für mich in Ordnung – sie wird am wenigsten dazu können, dass sie das mit Sicherheit einstmals gute Konzept so gescheitert ist.

Und ganz selten freut sich tatsächlich einer von ihnen sichtbar darüber, dass er etwas Schönes oder Nützliches gefunden hat — und lächelt. (Quelle: NN)

So selten müsste die Freude ja nicht sein – aber was nutzt der Bohei um den Umsonstladen und die inhärente Kapitalismuskritik, wenn von den Dingen, die gespendet werden, nur der Bodensatz wirklich abgegeben wird und das Kellerloch dazu noch infernalisch stinkt? Ich erwarte beileibe keine professionelle Warenpräsentation – aber auf jedem Wertstoffhof geht es ordentlicher zu. Und das Bittere: Auf jedem Wertstoffhof werden wertigere Sachen in die Container geschmissen. Und so ist es besonders schade, dass der Umsonstladen in Nürnberg gescheitert ist.

Am Rande: Ich sehe in einer kapitalismuskritischen Haltung und dem christlichen Glauben keinen Widerspruch. Gerne hätte ich mich darüber auch mit den Jesus Freaks ausgetauscht und mehr über ihre Sicht der Dinge und den Umsonstladen erfahren. Von den Jesus Freaks war nur leider keiner da. Die Frau, die Schicht schob, erklärte mir auf Nachfrage, dass sie mit den Jesus Freaks nun überhaupt nichts am Hut hätte, ursprünglich sogar mal streng katholisch gewesen wäre. Da musste ich schon lachen.

Fernseh-Tipp: Kindheit in Baracken

Unter dem Titel „Kindheit in Baracken – Heimatlos im Nachkriegsnürnberg“ sendet BR alpha heute um 21.45 Uhr eine Dokumentation über das Valka-Lager in Langwasser.

In Zeiten, in denen wir über das refugee camp in Berlin diskutieren, mit Sicherheit ein interessanter Film, der auf die Geschichte und Schicksale von Flüchtlingen in unserer Stadt aufmerksam macht.

Update 27.08.2025: Auch heute noch kann dieser wertvolle Film über einen Teil von Nürnbergs Stadtgeschichte auf Youtube angesehen werden.

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