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DVB-T wird weiter geschwächt.

Im Januar habe ich ja noch spekuliert, dass der Ausstieg der RTL-Gruppe aus der Verbreitungsart DVB-T eine echte Schwächung dieser Technik mit sich ziehen könnte. Genau das deutet sich jetzt an. Ich will auch ein paar Sätze darüber verlieren, welche Probleme das grundsätzlich nach sich zieht.

Teltarif berichtet, dass der RTL-Ausstieg aus der Verbreitungsform DVB-T nun einen „Dominoeffekt“ nach sich zieht – der auch die Region Nürnberg treffen wird, denn der Meldung zufolge sollen hier nun auch die Sender Euronews, Channel 21 und Bibel TV die Segel streichen und die Verbreitung über Antenne einstellen. Am 1. August wird die Verbreitung der Sender der RTL-Gruppe via DVB-T auch im Ballungsraum München eingestellt, einen Zustand, den wir in Nürnberg bereits seit Ende 2010 kennen.

Ich mache jetzt, damit meine Bewertung dessen verständlicher wird, mal einen kleinen Exkurs zum Thema Digitalradio: Bevor es DAB+ gegeben hat, hatten wir seit Ende der 1990er Jahre schon den einfachen DAB-Radiostandard. Da von hat aber keiner Notiz genommen, denn DAB war zur damaligen Zeit echt suboptimal: Der Empfang war schlecht, meines Erachtens konnte sich DAB aber niegegen UKW behaupten, weil es nur wenige und unattraktive Sender im DAB gab. Das hat sich nun mit DAB+ deutlich geändert, damals aber brachte Digitalradio kein Bein auf den Boden. Nun zum digitalen Fernsehen: Das DVB-T überhaupt eine nennenswerte Verbreitung erfuhr, ist nach meinem Dafürhalten dem Umstand geschuldet, dass es nach einer zeitlich sehr engen Übergangsphase einen kalten switch off der analogen Programme über Antenne gab. Wer Terrestrik wollte, der musste sich eine Set-Top-Box kaufen – oder 24/7 Schneegestöber im Fernsehen gucken. Die Attraktivität von DVB-T war auch durch zusätzlich zu empfangende Programme gegeben. Bei uns gab es früher acht oder neun Sender über Antenne, mit DVB-T waren es zu Beginn weitüber 20 Sender. Ob die alle nun tolles Programm bringen oder nicht, ist erstmal egal – man hat die Auswahl. In den ländlichen Regionen, wo es nur drei Programme über Antenne zu sehen gab, brachte DVB-T immerhin ein Programmangebot von 12 öffentlich-rechtlichen Sendern mit sich.

Andersrum funktioniert das freilich auch: Je weniger Sender über eine Verbreitungsart empfangbar sind, desto unattraktiver ist diese, selbst wenn sie technisch ordentlich skaliert. Und wenn es dann auch noch Alternativen gibt, dann wankt irgendwann die ganze Plattform. Mit dem Weggang der RTL-Gruppe und dem Verschwinden der kleinen Sender – also dem, was Teltarif zu Recht als „Dominoeffekt“ beschreibt, dünnt sich die Senderliste der Antennenversorgten schon deutlich aus. Und mit jedemweiteren Ausdünnen springen Zuschauer von der Plattform ab. Und so muss gefragt werden: Gibt es Kreise, die an einer Schwächung von DVB-T interessiert sind?  Wird DVB-T gerade „de-facto“ demontiert (je weniger Nutzer, je weniger Sender, je weniger Geräte im Handel, je weniger Innovation, je weniger Nutzer, je weniger Sender…)?

Freilich, so mag man sagen, gibt es Alternativen: Der Kabelanschluss ist der letzte analoge Verbreitungsweg (es gibt noch viele Leute, denen es wurscht ist, ob das Bildsignal analog oder digital übertragen wird). Und ein Satellitenempfänger übertrumpft das Breitbandkabel hinsichtlich der Auswahl, Qualität und technischer Möglichkeiten um Welten. In Verbindung mit einem schnellen Internetanschluss bleiben hier keine Lücken. IP-TV ist technisch gesehen auch nicht unattraktiv – aber sauteuer! Und DVB-T hat andere Qualitäten: Die erste ist, dass DVB-T der einzige Standard ist, der Fernsehen ohne Bindung an irgendein Kabel zulässt – theoretisch ist Zimmerantennenempfang grundsätzlich möglich und praktisch wird das auch in besser versorgten Gebieten genutzt – zum Beispiel für Zweitgeräte in Hobbyraum, Schlafzimmer oder Jugendzimmer. DVB-T ist eine für den Zuschauer günstige Technik, die Anschaffungskosten für den Empfänger sind überschaubar, die Wartungskosten für die Antenne sehr gering. Vorhandene Antennenanlagen lassen sich oftmals mit geringen Modifikationen (wenn überhaupt) weiternutzen. Damit steht DVB-T auch Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung. Terrestrik ist für die Radio- und Fernsehgrundversorgung die Technik der Wahl. Mehr als 8 Prozent der Haushalte sehen in Bayern terrestrisch fern. Das sind – heruntergebrochen bei der für Bayern angenommenen Einwohnerzahl von 12,6 Millionen immer noch mindestens eine Million Zuschauer, die auf diesem Weg versorgt werden. Das in Zeiten dahinbröckelnder Werbebudgets RTL und Co. auf einen Gutteil dieser Zuschauer zu verzichten bereit ist, wundert mich sowieso; mir drängt sich sogar der Verdacht auf, dass es sich hier um ein Muskelspiel handelt – dumm nur, dass das auf dem Buckel der Zuschauer passiert.

Kurz – wir brauchen DVB-T…

  • für echten und unlimitierten Fernsehempfang
  • für Fernsehen an Orten, an denen aufwändige Installationen nicht möglich oder unwirtschaftlich sind.
  • zur Sicherung der Grundversorgung.
  • als low-cost Technik für Menschen mit wenig Geld.

Es ist eigentlich nicht hinnehmbar, dass Privatsender dieses wirklich wichtige Stück Infrastruktur in Gefahr bringen. Cui bono? Klar: Einigen Privaten mag ich durchaus das Interesse unterstellen, Zuschauer zum Wechsel auf Übertragungsarten zu „überreden“, auf denen niederschwellig auch Pay-TV realisierbar ist (und das ist hier halt IP-TV, Kabel und Sat). Das Spannende ist auch, dass sich damit freilich ein Wechsel vom maßgeblich werbefinanzierten Privat-TV hin zum Pay-TV andeutet – mit der Gefahr, dass auf diesem Pay TV dann doch Werbung gesendet werden wird (wenn die Gier mal wieder gar keine Grenzen kennt). Das „Opfer“ könnte irgendwann DVB-T sein, denn derzeit ist Pay-TV der RTL-Gruppe via DVB-T nur in Stuttgart und Leipzig vorhanden, in der Fläche ist Pay-TV via DVB-T aber ohne jede Bedeutung. Die meisten Geräte sind auch gar nicht für die sog. Smartcards (die sich bei genauer Betrachtung als ziemlich dumme Karten erweisen – ich kann da nix smartes finden) vorbereitet und nur wegen der RTL-Gruppe wird kaum jemand sein Gerät tauschen. Insofern ist das bewusste Riskieren des „Dominoeffekts“ schon einefreche Aktion.

Nun fallen in Nürnberg also drei weitere Sender unter den Tisch. Beim Shoppingkanal Channel 21 und dem evangelikalen Bibel TV kann ich das noch verschmerzen, Euronews ist ein von mir zwar selten gesehener aber guter und wertvoller Sender. Ich selber hätte mit dem Wegfall von RTL und Co. und den kleinen Sendern gar nicht das große Problem, weil sich auch bei uns der DVB-T-Empfang aufs Schlafzimmer beschränkt und ich diese Sender ohnehin nur selten gucke. Ich bin mir aber völlig bewusst, dass der Wegfall von RTL für viele einen Verlust darstellt. Das könnte den Dominoeffekt weiter verstärken – zumindest mittelfristig. Und selbst die öffentlich-rechtlichen Sender werden sich irgendwann fragen müssen, ob eine Verbreitungsart unter faktischem Ausschluss der Öffentlichkeit noch von Rundfunkgebühren finanziert werden kann.

Was kann man dagegen tun?`Einfach weiter DVB-T nutzen und sich nicht erpressen lassen.

13 Kommentare

  • Hans van Aken

    Selbstverständlich DVB-T weiter nutzen, es ist eine hervorragende Technik,
    preiswert, ohne großen Aufwand verwirklichbar und immer noch ausbaufähig
    (z.B. kann man hier im Aachener Grenzgebiet nicht nur die belgischen und
    niederländischen Fernsehsender sehen, sondern auch die Hörfunkprogramme
    aus diesen Ländern hören. Das könnte man auch hier nutzen, neben DAB+, wäre
    attraktiv für Leute, die öfter umziehen wie etwa Studenten oder Minimalisten,
    die nicht noch mehr Kabelgedöns herumliegen haben wollen).
    Die Gefahr, daß etwa die öffentlich-rechtlichen Sender auch aus DVB-T
    aussteigen, sehe ich nicht: der Ursprungsgedanke bei Einführung war ja, sich
    und die Zuschauer von der Knebelung durch vorwiegend durch amerikanische
    Heuschrecken betriebene Kabelbetreiber zu befreien, die für das reine
    Durchleiten des Signals mehr Geld verdienten als der Hersteller der Programme,
    die Fernsehanstalten. Die Kabelbetreiber sahen natürlich ihre Felle schwimmen
    und machten vermutlich Druck auf die von ihnen Abhängigen, die Privatsender.
    Wahrscheinlich hat man mit Erhöhung der Durchleitungspreise für den Fall
    des Verbleibs der Privaten bei DVB-T gedroht.
    Mir persönlich fehlt kein einziger der Privatsender, auf lange Sicht wird sich
    durch deren Ausstieg aus DVB-T das Bildungsniveau ganzer Landstriche
    signifikant erhöhen. Nach Einführung des hochauflösenden DVB-T2 (leider
    nicht abwärtskompatibel, in Österreich bereits eingeführt) werden die
    Privaten leise weinend wieder angekrochen kommen, und wenn nicht: auch
    egal.
    Noch ein Aspekt spricht für DVB-T: Energieeinsparung. Da bei heute neu
    gekauften Fernsehern bereits ein DVB-T-Tuner eingebaut ist, kann man die
    Kosten (und Energiekosten) für eine Settop-Box sparen, das ist zwar pro
    Haushalt nicht so erheblich, in der Summe der Fälle kommt aber schon
    ein Kraftwerk zusammen, das man einsparen kann. Ich habe so ein 56-cm-
    Gerät mit HD-Auflösung (Aldi), das verbraucht gemessen 45 Watt (incl.
    DVB-T).
    Übrigens gibt’s ab Donnnerstag, 25. 4. 13 bei Aldi wieder ein Gerät dieser Größe
    mit HD-Auflösung, Triple-Tuner (DVB-T, DVB-S2, DVB-C), mit DVD-Player
    für 199.-€.
    Viele Grüße Hans

  • admin

    Lieber Hans,

    danke für Deinen Kommentar! Ich freue ich immer wieder, von Dir zu lesen!
    Du bringst viele Aspekte ein, die ich so gar nicht gesehen habe!

    Ich sehe die Gefahr eines Ausstiegs der ÖRR nun nicht als akut, noch immer sind sie per Rundfunkstaatsvertrag zur Grundversorgung gezwungen – aber das könnte sich ändern, wenn die entsprechende Nutzung ZU gering wird. Um das ein wenig plastischer werden zu lassen, muss ich wieder den – zugegebenermaßen ab und an hinkenden – Vergleich mit der Radiodigitalisierung bemühen: Als DAB+ in den Startlöchern stand, mussten etliche Sendeanlagen angepasst werden, die vorher DAB verbreiteten und es wurden auch gleich neue Sender geschaffen. Ich erinnere mich, dass die KEF seinerzeit darauf gedrungen hat, dass sich genügend Private anfinden, die beim Bundesmuxx mittun, um die Finanzierung aufzuteilen und die örr Landesanstalten das benötigte Geld einzusparen hatten – man einigte sich damals auf die Stillegung einiger Mittelwellensender. Vor einigen Wochen erst wurde ein Mittelwellenprogramm des MDR eingestellt (und gerade MW halte ich für eine Grundversorgungstechnik und als einzige auch für die Warnungen im Katastrophenfall für hinreichend stabil – da wollte ich nicht mit dem Rotstift dran!).

    Wenn man das nun auf DVB-T umlegt – was dann? Wenn nur noch ein bis zwei Prozent mit DVB-T vesorgt sind, wird man sich auch bei den ÖRRs fragen, ob man das Geld dann nicht doch lieber z.B. in IP oder Kabelverbreitung investiert. Der Fall könnte früher kommen, als uns lieb ist. Du hast sicher vom Streit von Kabel Deutschland und den ÖRRS gehört. Die ÖRRs sind „must carry“-Angebote und bezahlen den Kabelbetreibern keine Verbreitungsgebühr, dagengen wird nun heftigst geklagt – die Kabelprovider wollen im Prinzip dreimal kassieren: Einmal Einspeisegebühr, dann die Kabelgebühr der Kunden und zu guter letzt sind die ja auch noch ISP. Wenn die sich durchsetzen, kommt auf die ÖRRs nochmal ein ordentlicher Batzen Geld für die technische Verbreitung zu – mal sehen, was die KEF dann spricht.

    Reine Spekulation – ich glaube nicht, dass „must carry“ fällt (und wenn doch, dann zahlen die einfach) – ich will damit aber zum Ausdruck bringen, dass ich es unverantwortlich finde, zur Profitmaximierung durch Pay-TV eine gut funktionierende Infrastruktur (für alle!) dadurch in Gefahr zu bringen, dass man Leute durch „Abschaltung“ auf andere Plattformen zu migrieren versucht.

    Und: Das trifft nicht nur auf Leute mit sog. „Bildungsferne“ zu, ich kann Dir da aus meinem Bekanntekreis Intellektuelle, Akadeniker… nennen, für die „Wer wird Millionär“ zum Fernsehabend einfach dazugehört und die das vermissen würden. Ich brauch kein RTL, aber was täte ich denn, wenn ich eine Tochter in der Pubertät hättem die gerne ihre Vorabendserie auf RTL gucken wollte (als ich so um die 15 war, hab ich das auch getan). Ich hab gut gebildete Leute kennengelernt, die mit Sicherheit nicht nur RTL gesehen haben und sich nach der Abschaltung eine Satanlage installiren haben lassen. Hans, ich glaube tatsächlich, dass RTL mit der Abschaltung etliche zum Wechsel bewegt, und am Ende die übrig bleiben, denen der Umstieg zu aufwändig ist oder die es sich nicht leisten können oder wollen und die, denen Privatfernsehen wirklich wurscht ist.

    Das mit der Energieeinsparung klappt bei mir leider nicht so ganz: Obwohl der Fernseher einen eingebauten DVB-T-Tuner hat, bin ich wegen ungünstiger baulicher Bedingungen gezwungen, eine aktive Zimmerantenne zu betreiben, und zwar eine solche, die 230 V will. Eine, die über das Antennenkabel gespeist wird, geht nicht, w4eil die Geräte mit eingebautem Tuner keine Phantomstromspeisung zulassen, damit Du versehentlich keine Störungen aufs Kabelnetz bringst (das gehört sich geräteseitig auch geändert!!).

    DVB-T2 finde ich prinzipiell nett, das Problem mit der Abwärtskompatibilität ist aber schon ein Argument dagegen. Dann lieber einen vollkompatiblen Standard abwarten (bei der Gerätedichte).

    Hans, Du meinst Aldi Nord? Bei uns in Nürnberg – für alle, die hier mitlesen, wird gerade bei Aldi in der Bessemerstr. ein 22 Zoll TV mit DVB-T und DVD in Silber (no name) für 99,- verramscht – ch glaube, das sind Restbestände. Wenn ich einen gebraucht hätte, hätte ich den gekauft – das ist schon ein guter Preis.

    Viele Grüße!

  • Hans van Aken

    Nur kurz einige Nachträge: die Sache mit DVB-T2 wird sich nicht zu einem
    mit DVB-T kompatiblen Standard entwickeln, nicht aus technischen Gründen,
    sondern wegen der Frequenzökonomie: es gibt einfach nicht mehr Frequenzen,
    man wird also nach einer Übergangsfrist DVB-T ganz abschalten, um den
    Platz für DVB-T2 nutzen zu können. Ist zwar ärgerlich für die, die schon
    einen DVB-T-Receiver haben, andererseits kann man mit DVB-T2 viel mehr Sender
    übertragen, und das auch noch in HD-Qualität. Dadurch werden die
    alten Sender in besserer Qualität übertagen werden und die Privaten werden
    zurückkehren, schon allein deswegen, weil die Mehrheit der Zuschauer
    in den Städten eher terrestrisch erreicht werden wegen der Schwierigkeit,
    in Mietshäusern Satellitenempfang zu realisieren (trotz des in der
    „Mitteilung der Kommission“ 2001 durch die EU-Kommission ausgerufenen
    „Rechts auf Parabolantenne“), auf dem Lande hat jedes Haus eine Schüssel.
    Als Antenne habe ich so eine aufklappbare Vivanco (flächige Antennen sind
    sowieso besser als Stäbe) mit einem Schaltnetzteil von Vivanco, das wirklich
    nur minimalsten Stromverbrauch hat. Drehbar mußte es auch sein, weil die
    Belgier in horizontaler Polarisation senden. Schön ist halt der Umstand, daß
    B und NL auch ihre ör Radiosender über DVB-T senden, das sind immerhin
    16 Sender. B sendet die ja auch über DAB, die NL fangen erst im Herbst
    mit DAB+ an. So weit ich weiß, sendet man in Berlin auch Radio über DVB-T.
    Bei „must carry“ haben die ör Sender doch ganz gute Karten: sollte es aus
    irgendeinem Grunde fallen brauchen die doch ihre Programme nicht über
    Kabel zu verbreiten, was meinst du, wie schnell die Privaten auch auf DVB-T2
    wären, denn wer wollte NUR Private im Kabel haben? Dann können die Amis
    zusperren…Die können ja dann ihr Kabelnetz, sofern es Glasfasern sind, für
    Internet verwenden (wenn der Preis stimmt). Wir haben hier alleine drei
    Glafaserkabel liegen, alle natürlich mit eigenem Hohlrohr und eigenem
    Straßenaufriß, aber ich kenne niemand, der daran hängt (die Engländer
    verlegen sowas durch die Kanalisation, Glas korrodiert ja nicht und
    Kurzschlüsse sind auch nicht zu befürchten. Aber die Menschen sind ja auch
    nicht blöd: warum soll ich mich jetzt wieder in einen 2-Jahres-Vertrag
    drängen lassen und dann ortsgebunden sein. Demnächst kommt LTE,
    das wird der Glasfaser absolut ebenbürtig sein, ortsungebunden und
    telefoniefähig sein. Über kurz oder lang wird es das auch prepaid geben,
    so wie heute schon UMTS bei Tchibo (O2) oder Aldi (E+), dann bin ich dabei.
    Der Aldi-Fernseher, den ich in meinem vorigen Postig erwähnt habe, ist
    ab Donnerstag im Angebot von Aldi-Süd (Aachen gehört dazu, 4 km weiter
    in B und NL gibt es Aldi-Nord).
    Grüße Hans (muß jetzt doch mal etwas konzentrierter den Film in arte
    über unseren Kaiser Karl verfolgen).

  • Hans van Aken

    http://www.dehnmedia.de/?page=dvbt&subpage=statistik

    Hallo, anbei eine schöne Statistik zu DVB-T. Da sieht man z.B. ganz gut, daß
    in NRW 2,5x so viele Leute digitales Antennenfernsehen haben, wie in Bayern,
    in Berlin sogar dreimal so viele. Liegt einfach an der Struktur der Länder:
    in städtisch strukturierten Gebieten mehr DVB-T, auf dem Lande mehr
    Satellit (vor allem auch wegen des dort fast gänzlich fehlenden Kabels und meist
    schlechtem Inhouse-Empfangs bei DVB-T).
    Übrigens sind auch die anderen Artikel auf dehnmedia (der Mann ist aus Berlin!)
    sehr interessant.
    Es gibt auch etwas über DVB-T in der Wikipedia, ist aber mehr technisch
    orientiert.
    Schönen Sonntag! Hans

  • Hans van Aken

    http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:52001DC0351:DE:NOT

    Das wollte ich noch nachliefern: Link auf die „Mitteilung der Kommission“, in der
    das „Recht auf Parabolantenne“ (2001) ausgerufen wird, das seitdem
    europäisches Recht ist, an das die Mitgliedsstaaten gebunden sind, obwohl es
    natürlich immer wieder mal interessensgeleitete Gerüchte gibt, die das
    abstreiten, aber das dient nur der Verunsicherung der Verbraucher.
    Ich habe mich damals bereits an die EU-Kommission gewandt und per
    Email eine Bestätigung erhalten (federführend war damals der niederländische
    EU-Binnenkommissar Frits Bolkestein). Der Text ist über den Link oben
    in allen Sprachen der EU verfügbar, wahlweise in HTML oder PDF.
    Ich empfehle die PDF-Version, es sind 21 Seiten, aber sehr gut lesbar.
    Ein großartiges Dokument, das zeigt, daß in der EU-Kommission (in Brüssel
    alleine 20 000 Leute!) durchaus auch sehr vernünftige Leute sitzen
    (Generaldirektion Binnenmarkt).
    Zumindesten hat es geholfen, nachdem ich meiner Vermieterin, einer
    Wohnungsgesellschaft, einen Ausdruck vorgelegt hatte, daß die Briefchen, die
    mich zur Demontage meiner auf dem Balkongeländer angeklemmten
    Parabolantenne aufforderten, aufhörten.

  • Hans van Aken

    Gerade gefunden: Belgien geht in puncto DVB-T einen Sonderweg: seit April 13
    senden 13 Kanäle als Pay-TV über DVB-T2, die öffentlich-rechtlichen Sender
    (TV und Radios) bleiben auch bei DVB-T (flämisch und französisch), in Aachen und
    Teilen der Eifel in guten Empfangslagen zu bekommen.
    [DVB-T2] DVB-T2 in Belgien – Radioforum
    http://www.mysnip.de/forum-archiv/thema-8773-1126169/_DVB-T2_+DVB-T2+in+Belgien.html
    Das kostenpflichtige „Teletenne“-Bouquet enthält auch die drei ör TV-Sender,
    von den Radiosendern war keine Rede, werden wohl aber enthalten sein
    ( zuzügl. privater). Kunden erhalten eine Austausch-Set-Top-Box. Gut, daß
    DVB-T weiter bleibt, wer weiß, wie lange. Nachdem auch die Österreicher
    bereits auf DVB-T2 umgestiegen sind, wird uns das wohl irgendwann auch
    blühen. Neuer Receiver, der alte zum Elektroschrott (millionenfach), noch ne
    Fernbedienung mehr, noch mehr Kabelgedöns, noch ein Netzteil mit
    unnötigem Stromverbrauch. Die Generationssprünge der Geräte werden immer
    schneller, wer weiß, wie lange die Kundschaft das noch mitmacht, es sind ja
    nicht alle Technik-affin. Fortschritt ist, wenn alles ungemütlicher wird.

  • Hans van Aken

    Es geht weiter mit DVB-T2. Ausgerechnet die Privaten drängen jetzt, nachdem
    sie vorher aus DVB-T augezogen sind. Nur wegen HD?
    Günstigstenfalls werden DVB-T und DVB-T2 parallel nebeneinander
    existieren (wie in Belgien) und in neue Fernseher würde halt ein Tuner
    eingebaut, der beides kann ( zusammen mit DVB-S2, DVB-C u. Analog-Tuner
    für bestehende Kabelnetze). Hätte für die Öffentlich-Rechtlichen und die
    privat-abstinenten Zuschauer den Vorteil, daß sie auf allen Geräten (alt/neu)
    empfangen (werden) können.
    Ungünstigstenfalls wird DVB-T zugunsten von DVB-T2 abgeschaltet und die
    Besitzer von alten Geräten müßten sich eine entsprechende Set-Top-Box
    kaufen, was sicherlich nicht von jedem gut gefunden würde, da es praktisch
    einer Enteignung gleichkäme und neue Kosten und Laufereien hervorriefe
    oder die Produktion neuen Elektroschrotts. Da wäre mir die belgische Lösung
    doch wesentlich lieber.

    Umstieg auf DVB-T2 erfordert Entwicklungsgarantien von Seiten der Netzpolitik
    http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=73366

    Gruß Hans

  • Hans van Aken

    Jetzt haben wir den Salat. Wieder mal Elektroschrott ohne Ende, und alles
    per Ordre de Mufti, ohne auch nur einen Versuch zu machen, mit den
    Betroffenen, den Nutzern, zu diskutieren. Nennt sich dann Demokratie.
    Nachhaltigkeit: nur ein Modewort für Spinner? Hauptsache, es kann wieder was
    Neues produziert und verkauft werden. Ob den ganzen Mist, der ja angeblich
    Vielfalt bedeutet, einer sehen will, interessiert doch keinen.

    ARD und ZDF wollen ab 2017 auf DVB-T2 umsteigen | heise online

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/ARD-und-ZDF-wollen-ab-2017-auf-DVB-T2-umsteigen-1960584.html

    Gruß Hans

  • Hans van Aken

    Irgendwie scheine ich der einzige zu sein, den das Thema interessiert,
    aber hoffentlich gibt es mehr Leser als Schreiber.
    Es gibt wieder neue Ideen zum Thema DVB-T2/Mobilfunk/LTE, die ich
    sehr interessant finde, gut dargestellt in dem verlinkten Artikel aus der FAZ:

    Nachfolge von DVB-T: Antennenfernsehen soll nicht sterben – Audio & Video – FAZ
    http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/audio-video/nachfolge-von-dvb-t-antennenfernsehen-soll-nicht-sterben-12596810.html

    Für Leute, die der FAZ eher skeptisch gegenüberstehen: auch Constanze Kurz,
    die Sprecherin des CCC (Chaos Computer Club) hat eine 14-tägliche
    Kolumne dort („Aus dem Maschinenraum“), und auch Fefe (Felix von Leitner)
    schreibt gelegentlich dort.

    Viele Grüße Hans

  • Hans van Aken

    Anbei noch ein Gespräch von Prof. Dr.-Ing. Norbert Bolewski mit
    Prof. Dr.-Ing. Ulrich H. Reimers, Braunschweig („Vater von DVB-T“) in 2 Teilen:
    Von DVB-T zur Femto-Zelle: Über die Zukunft des terrestrischen Fernsehens | Multimedia-View
    http://www.multimedia-view.com/node/393
    Wenn man schon nach so kurzer Zeit Neues machen will, dann auch richtig
    und zukunftsweisend, der dort vorgeschlagene Weg scheint mir wesentlich
    vernünftiger, als das, was bisher angedacht war. So kann man die
    unterschiedlichen Interessen ausgleichen und kann eine Lösung schaffen, die
    dem Verbraucher erspart, alle paar Jahre sein Equipment auf den Müll
    zu schmeißen.
    Gr. Hans (eines Tages werde ich mir, wie einst Kurt Tucholsky, eine Reihe
    von Pseudonymen zulegen, damit nicht alle Beiträge von derselben Person
    sind…)

  • Hoffe ich doch mal, dass die verantwortlichen Parteien genug Vernunft finden, als DVB-T so mir nichts, dir nichts aufzugeben und dadurch eine große Zahl an Receivern des Schrottplatzes zu verurteilen.

  • Hans van Aken

    Der Kampf um die Frequenzen ist voll entbrannt. Bleibt nur zu hoffen,
    daß DVB-T2 obsiegt und es damit Fernsehen ohne Kabel, Satellit und
    Internet weiter gibt, sonst könnte es nämlich sein, daß das den gierigen
    Telcos voll auf die Füsse fällt: sollte fernsehen nämlich nur noch übers Internet
    möglich sein wären Milliardenbeträge für den Netzausbau nötig, da sonst
    das Internet zusammenbrechen würde ( Broadcast vs. Adressierbarkeit).

    Mobiles Breitband: Telcos beanspruchen auch DVB-T2-Frequenzen | heise online

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Mobiles-Breitband-Telcos-beanspruchen-auch-DVB-T2-Frequenzen-2040906.html

    Ich verweise noch einmal auf mein Posting weiter oben (10) mit dem Link
    auf das Interview mit Prof. Reimers

    Gr. Hans

  • Paul Kroma

    Und es ist wohl jetzt offenkundig, dass das Bundesnetzamt auch keinen Sinn mehr in DVB-T sieht oder anders gesagt dem Mobilfunk mehr Gewicht gibt. Hab gelesen, dass genau die Frequenzen, die für DVB-T sein sollen, nun sehr bald versteigert werden. (Quelle: http://kabel-blog.de/dvb-t-frequenzen-sollen-versteigert-werden/) Interessant wird es werden, ob die Bundesländer ihr Einverständnis geben. Es ist ja schon die eine Sache, einfach irgendwo rauszugehen, aber das „Gebäude“ auch für die die bleiben abzuschaffen, ist ne ganz andere Geschichte.

    Was Hans von Aken meint, ist allerdings echt ne Sache: Wenn die erst in fünf Jahren mit DVBT-2 so weit sein wollen, was wird dann bis dahin? Ich habe kein Kabelfernsehen, sondern nur Internet oder Antenne und wenn ich was gucke (und das ist selten), dann ist das Zattoo. Hab echt keine Lust wegen dem Mist, die Quali meiner Leitung zu riskieren.

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