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Heizkosten sparen.

Zu Jahresbeginn sind allerorts die Energiepreise gestiegen. Nicht erst seit dem versuche ich, Energie einzusparen – mit möglichst geringem Komfortverlust.

Ein Beitrag hierzu kann sein, den Stromanbieter zu wechseln, ein anderes probates Mittel ist, Standby-Schaltungen, die Strom fressen, ohne dass ich davon etwas habe, den Hahn abzudrehen.

Und auch Energiesparlampen kommen in unserem Haushalt vereinzelt zum Einsatz – es gibt durchaus Möglichkeiten, elektrische Energie einzusparen ohne auf Komfort zu verzichten.

Nich ganz so einfach lassen sich Heizkosten einsparen. Der Invest in einen ökonomisch sinnvoll betreibbaren Heizkessel sprengt bei Eigenheimbesitzen nicht selten das Budget und viele Mieter haben hierbei sowieso kein Mitspracherecht. Auch eine anständige Wärmedämmung ist kostspielig und steht nicht jedem zur Verfügung.

Beim Heizen aber kann man sehr gut Geld einsparen und sogar an Komfort hinzugewinnen. Der Invest pro Heizkörper liegt bei überschaubaren 25 bis 30 Euro: Der Einsatz von programmierbaren Heizkörperventilen soll es möglich machen.

Die Idee hinter diesen programmierbaren Ventilen ist einfach und genial: Anstatt den Raum auf eine konstante Temperatur zu heizen., lassen sich mit dem Thermostat mehrere Heizphasen sowie eine Minimal- und Maximaltemperatur, die nicht unter- bzw. überschritten werden soll, automatisch steuern. So kann zu Zeiten, zu denen man bestimmte Räume nicht nutzt, eine weit unter dem Durchschnitt liegende Minimaltemperatur gewählt werden und zu Zeiten, zu denen die Räume genutzt werden, regelt das programmierte Thermostat diese auf ein angenehmes Maß ein.

Ich habe mich nach einiger Recherche für Thermostate des Typs „Rondostat HR 20“ von Honeywell entschieden – dies war ein Preis-Leistungs-Kompromiss. Eigentlich hätte ich gerne ein E-Pro gewollt (das sich via speziellem USB-Stick am Rechner programmieren lässt), das lag aber nicht im Budget.

Meine ersten Erfahrungen sind durchaus positiv. Die Installation der Teile ist einfach – mit einer Rohrzange wird die Überwurfmutter der alten Thermostate gelöst, dann lassen sich diese ganz einfach vom Ventil schrauben. Das Rondostat lässt sich zerlegen – in Bedieneinheit auf der einen und den Zahnradmechanismus auf der anderen Seite. Letzterer wird einfach mit der metallenen (und sehr wertig ausgeführten) Überwurfmutter wieder an die Heizung geschraubt und ggf. mit der Rohrzange stramm angezogen. Fertig ist die Laube (das stimmt zumindest dann, wenn das System der Fa. Heimeier verwendet wird, wer die dänischen Danfoss-Systeme hat, ist auf einen beigelegten Adapter angewiesen, wer Oventrop-Thermostate hat, der muss die Adapter sogar zukaufen).

Die Heizung muss nun aufgedreht und das gemäß der Anleitung programmierte neue elektronische Thermostat aufgesteckt und mit einem Bügel fixiert werden. Wenn man bei einem Thermostat geübt hat, ist das Wechseln der anderen in fünf bis zehn Minuten geschehen.

Ein paar Tipps für alle, die sich ebenfalls mit den Rondostaten ausrüsten, habe ich aber dennoch:

  • es steht in der Anleitung, mag aber Quell häufiger Fehlbedienungen sein: Beim Ankoppeln der beiden Teile zum Betrieb ist am Zahnrad die Heizung voll aufzudrehen – sonst arbeitet das Thermostat nicht richtig
  • wenn ältere Heizkörper/Ventile vorhanden sind: Es lässt sich durch Drücken unterschiedlicher Tasten beim Ankoppeln der Hub definieren. Gerade bei den älteren Heizkörpern benötigt man den vollen Hub, bei neueren mag der werkseitig eingestellte reduzierte Hub genügen. Der Hub sollte auch stimmen, sonst wird der Heizkörper entweder nicht richtig verschlossen oder nicht vollständig „aufgedreht“
  • die Regelung des Thermostats erfolgt durch elektronische Temperaturmessung. Diese erfolgt im Thermostat, d.h. in Nähe des Heizkörpers und muss damit nicht zwingend der tatsächlichen Raumtemperatur entsprechen. Dies gilt besonders bei großen Räumen oder hohen Räumen in Altbauten. Daher ist mit der Komforttemperatur zu experimentieren – 21,5 Grad an der Heizung müsse nicht zwingend 21,5 Grad am Sitzplatz entsprechen*

Die Rondostate regeln überraschend präzise und sind dabei erstaunlich leise. Es ist auch einfach, die Programmierung im Bedarfsfall zu übergehen und dann das Thermostat manuell zu steuern. Bislang bin ich mit dem Komfortgewinn sehr zufrieden.

Wie aber sparen?

Der Einsatz eines elektronisch geregelten Thermostatventils eignet sich nur für Haushalte, bei denen bestimmte Räume zu bestimmten Zeiten ungenutzt sind (z.B. wenn man auf Arbeit ist). In diesen Phasen muss nicht geheizt werden. Solche Nutzungsgewohnheiten kann man in der Programmierung hinterlegen – geheizt wird nur zu den typischen Nutzungszeiten. Weiterhin – und das ist in meinen Augen der entscheidende Vorteil – kann man z.B. bereits einige Zeit vor Rückkunft von der Arbeit nach Hause den Heizzyklus starten, so wird vermieden, dass man die Heizung erst einmal voll aufdreht, um es warm zu haben um dann in einem sinnlos überheizten Raum wieder „abzudrehen“. Auch kann man gut und gerne eine Dreiviertelstunde vor dem Schafengehen den Heizzyklus beenden und die „Restwärme“ nutzen. Hieraus resultiert die Ersparnis (und auch daraus, dass man nicht mehr vergessen kann, den Heizkörper abzustellen).

Was sich durch den Einsatz der neuen Thermostatventile tatsächlich sparen lässt, wird die Zukunft zeigen. Der Hersteller verspricht Einsparungen von bis zu 30 Prozent, die Stiftung Warentest geht von Einsparungen von etwa 10 Prozent aus. Wenn diese erzielt werden können, bedeute das bei einem von Fernwärme versorgen Haushalt mit einer Fläche von 100 Quadratmetern aber dennoch knapp 100 bis 150 Euro im Jahr – die Investition amortisiert sich nach einem, maximal zwei Jahren.

Abgesehen von der Sparmöglichkeit bieten die Rondostate einen hohen Komfort. In meinem Arbeitszimmer fasse ich nur selten ans Thermostat, es geht ja alles automatisch. Weiterhin erlebe ich die Regulierung der Raumtemperatur als wesentlich präziser. Das einzige, was nicht wie gewünscht funktioniert, ist die „offene Fenster-Erkennung“: Hier schaltet das Thermostat ab, wenn in kurzer Zeit Temperaturschwankungen registriert werden. Das passiert bei gekipptem Fenster aber nicht – hier wird die Temperatur weiterhin einfach konstant gehalten.

Die Rondostate sind für mich ein sinnvoller Schritt zur Heizkostensenkung. Vieles kann ich in der fernwärmeversorgten Mietwohnung nicht beeinflussen, hier aber steht mir eine sinnvolle und praktische Sparmöglichkeit für überschaubares Geld zur Verfügung.

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*Wem das nicht zusagt, der kann sich alternativ auch funkgesteuerte Thermostatventile mit Fernfühler zulegen. Kostet aber ein Vielfaches.

Ab Montag (3.1.2011) bei Netto: Das Q-Book Mini-Netbook

Der Discount-Supermarkt Netto verkauft ab kommenden Montag, den 3. Januar 2011 wieder ein Netbook – diesmal unter der Bezeichnung Q-Book Mini-Netbook zum Preis von 89,98 Euro.

Zu den Spezifikationen schweigt sich der Prospekt, der heute viele Haushalte erreicht haben dürfte, quasi aus – hingewiesen wird lediglich darauf, dass das Gerät über Stereo-Lautsprecher, einen internen Speicher von 2 GB 3 USB-2.0-Anschlüsse, einen SD-Cardreader und W-LAN verfügen soll – laut Beschreibung eigne sich das Q-Book „ideal zum Surfen im Internet, E-Mail abrufen, Musik hören und Videos schauen“.

Eine erste Webrecherche zum vermeintlichen Hersteller „Q-Book“ lieferte auf den ersten Blick keine Treffer, allerdings wird man mit dem Suchbegriff „q-book“ auf etliche 7″-Netbooks stoßen, die unter Windows CE laufen und sich von Spezifikationen deutlich an das Jay-Book 9901 annähern, das Mitte dieses Jahres ebenfalls bei Netto zu einem Preis von 99 Euro angeboten wurde.

Beim Betrachten der Produktabbildung fallen frappierende Ähnlichkeiten zu besagtem Jay-Book 9901 auf: Sowohl die Anordnung der Tasten (und besonders der Sondertasten) entsprechen der des 9901, das selbe gilt für die Anordnung der LEDs auf der Frontseite. Auch das 9901 verfügt über ein 7-Zoll-Display, drei USB-Ports (hier sind aber zwei als USB 1.1. und nur einer als USB 2.0 ausgeführt), einen Cardreader, Stereo-Lautsprecher und W-LAN.

Zwar ist es noch Spekulation, allerdings gibt es deutliche Indizien dafür, dass es sich auch beim Q-Book um ein technisch mindestens ähnliches (wenn nicht gar baugleiches) Gerät zum 9901 handelt.

Bei diesem sind die wesentlichen Merkmale, dass das 9901 mit Win CE ausgeliefert wird, was bedeutet, dass eine Installation von Programmen, die unter XP, Vista oder 7 laufen, nicht möglich ist. Weiterhin werkelt im Gerät ein 300 MHz langsamer ARM-Prozessor, als wirklichen „Flaschenhals“ mache ich aber den 128 MB schmalen Hauptspeicher aus.

Kaufen oder nicht kaufen?

Sollte es sich beim Q-Book um ein dem 9901 ähnliches oder gar baugleiches Netbook handeln, was zwar Spekulation – aber trotzdem wahrscheinlich ist, hinterlässt das Gerät – selbst dann, wenn es das ein oder andere Update erfahren hat – einen ambivalenten Eindruck:

Computer-Einsteigern traue ich mich nicht, dieses Gerät reinen Herzens zu empfehlen, wer ein günstiges Netbook will und bereit ist zu experimentieren (und gegebenenfalls Software manuell zu modifizieren oder gar zu programmieren), der kann hier eventuell ein gutes Schnäppchen machen.

Wer sich den Kauf eines solch günstigen Geräts ernsthaft überlegt, den lade ich ein, dieses Post vom 20. Juni 2010 zu lesen und sich auch die Zeit für die Lektüre der zahlreichen und kompetenten Kommentare zu nehmen. Hier sind die Möglichkeiten und Limitationen solcher Geräte am Beispiel des 9901 sehr ausführlich dargestellt.

Ich kann natürlich nicht mit letztendlicher Sicherheit sagen, dass das Q-Book dem 9901 entspricht – es würde mich aber sehr wundern, wenn dem nicht so wäre.

Bitte merkt Euch in etwa die Spezifikationen des 9901, wenn Ihr Euch das Q-Book bei Netto zeigen lasst und vergleicht. Sollte das Q-Book mit Windows CE 6 betrieben werden und ein Office der Fa. SoftMaker nicht installiert sein/beiligen, wäre das in meinen Augen ein großes Manko.

Ich will versuchen, mir das Netbook am Montag bei Netto anzusehen. Versprechen kann ich das aber nicht. Sollte es klappen, berichte ich.

Neuerungen zum Jahreswechsel bei der VAG

Jeder Jahreswechsel bringt Neuerungen mit sich. Auf die „globalen“ will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, aber da hier ja doch etliche Nürnberger bzw. Franken mitlesen, kommen hier ein paar Infos zu den wichtigsten Neuerungen der VAG:

  • Saufen verboten: Ab dem ersten Januar ist in allen Verkehrsmitteln, auf den U-Bahnhöfen und deren Verteilergeschossen der Alkoholkonsum per Hausordnung verboten. Das ist mal eine nette Neuerung – so richtig sympathisch waren mir die Betrunkenen, teils grölernden oder ob der Beschleunigung der Bahnen herzhaft auf die Polster Reihernden unter den Mitreisenden nie. Mal sehen, ob sich das Alkoholverbot auch positiv auf die Atmosphäre in den Wagen/Bussen auswirkt
  • Wegen Gleisbauarbeiten auf der Linie U1 muss man in Langwasser Mitte zwischen dem 3. bis 9. Januar auf einen Pendelzug auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig umsteigen. Dieser fährt bis Langwasser Süd. Sonderfahrpläne liegen in den U-Bahnzügen der Linie U1 aus
  • Guter Service: Am morgigen Silvestertag fahren die U-Bahnen bis 2.30 Uhr im Zehn-Minuten-Takt, danach bis etwa 4.30 Uhr im Viertelstundentakt und dann alle zwanzig Minuten
  • Und natürlich werden mal wieder die Fahrkarten teurer. Eine Einzelfahrkarte um 10 Cent, das Tagesticket Solo um 20 Cent – auch MobiCards und Abonnementkarten kosten zukünftig mehr

Der Winterdienst in Nürnberg – eine Katastrophe und eine Frechheit gegenüber uns steuerzahlenden Bürgern!

Was wir derzeit in Nürnberg mit dem Winterdienst der Stadt, vergeben an den „Servicebetrieb Öffentlicher Raum“ (SÖR) mitzumachen haben, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Der Winterdienst – systematisch kaputtgespart, während andernorts unsere Stadtväter mit vollen Händen das Geld für Prestigeprojekte herauswerfen – funktioniert nicht mehr.

Bevor ich aber auf die katastrophale Situation in Nürnberg zu sprechen komme, muss ich doch einmal von der wirklich unfassbaren Chuzpe einiger Mitglieder des Deutschen Städtetages berichten: Im Infokanal B5 war zu hören, dass man dort ob der gestiegenen Kosten für den Winterdienst darüber nachdenke, den Winterdienst so drastisch zu reduzieren, dass sich die Autofahrer daran gewöhnen müssten, auf geschlossener Schneedecke zu fahren – wie in Skandinavien.

Was würden die Mitglieder des Städtetages wohl sagen, wenn ich ihnen zuriefe, dass sich dann die Kommunen daran gewöhnen müssten, dass wir ihnen für nicht erbrachte Leistungen auch keine Steuern mehr zahlen?

Meint diese selbstherrliche Kommunalpolitiker-Zusammenrottung, wir leben in einer Bananenrepublik?

Zurück nach Nürnberg: Dass der Winterdienst nicht so richtig funktioniert, mussten wir in den vergangenen Jahren bereits beobachten. Aber das eine halbe Stadt zum Stillstand kommt, weil der Winterdienst selbst seinen basalen Sicherungspflichten nicht mehr nachzukommen vermag, ist neu.

Bereits im Lauf des heutigen Tages kündigte sich neuer, heftiger Schneefall in Franken an, gegen 16 Uhr kroch dann auch der Verkehr im Nürnberger Stadtgebiet nur im Schneckentempo. Während es dem SÖR am Hauptbahnhof und Plärrer noch gelang, ausreichend zu räumen und zu salzen, glich das Vorwärtskommen in der Nordstadt einer einzigen Rutschpartie. Sofort auf der Fahrbahn festfrierender Schneeregen tat sein Übriges – es war spiegelglatt. Räumfahrzeuge? Fehlanzeige!

Der Winter in diesem Dezember hält einige Überraschungen bereit: Tauwetter und Schneefall und die daraus resultierende überfrierende Nässe wechseln in ungewohnt schneller Frequenz. Und damit finden wir mitnichten die vom Städtetag antizipierte Situation der geschlossenen Schneedecke vor, sondern matschig-rutschige Straßen, Blitzeis, gefährliche Glätte. Ein funktionierender Winterdienst ist also umso dringender nötig – und doch nicht vorhanden.

Sind schon die Straßen schlecht befahrbar, so ist die Situation auf den Gehwegen für Fußgänger nicht minder gefährlich: Am Freitag, auf dem Weg von der Lorenzkirche zum Hauptmarkt – der Christkindlesmarkt, Stolz der Stadt und Touristenmagnet, findet hier statt – war gerade bei den Steigungen auf diesem Weg gefährliche Glätte zu beobachten, verursacht durch Matsch. Auch spiegelglatte Treppen zu den U-Bahnhöfen musste ich in dieser Woche beobachten. Schnell kann man so stürzen, sich einen Bruch zuziehen, der Stadt aber ist´s scheißegal.

Bereits Anfang Dezember ging in Nürnberg nichts mehr – Autos standen im Stau, der Nahverkehr brach stellenweise zusammen. Und auch heute fuhren auf manchen Linien der VAG keine Busse – wie auch, wenn der Pennerladen SÖR nicht räumt.

Warum aber klappt es mit dem Winterdienst so gar nicht mehr? Beim BR steht zu lesen:

Die Stadt Nürnberg hatte Mitte November beschlossen, beim Winterdienst zu kürzen. (…) Die Stadt Nürnberg hatte die Kürzungen mit den Erfahrungen während des strengen Winters im vergangenen Jahr begründet. Mitarbeiter und Geräte seien damals überlastet gewesen, zum Teil waren Überstunden aus dieser Zeit bis in den Herbst hinein abgebaut worden, andere Arbeiten mussten liegen bleiben. Außerdem sei in Nürnberg zum Teil „übermäßig viel“ gemacht worden, sagte Förther damals dem Bayerischen Rundfunk.

Ok, nun wissen wir bescheid: Es gibt einfach viel zu wenig Personal für den Winterdienst, wenn Überstunden bis in den Herbst hinein abgefeiert werden müssen. Wurde wegen der Erfahrungen mit dem letzten Winter mehr Personal eingestellt? Natürlich nicht. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der SÖR von den zu wenigen vorhandenen Mitarbeitern auch nicht alle ausrücken lässt – denn so viele Überstunden zu schieben, geht ja mal gar nicht. Und dass im letzten Jahr in Nürnberg „zum Teil ‚übermäßig viel‘ gemacht“ worden wäre, war nicht feststellbar. Außerdem ist das kein Grund, in diesem Jahr quasi gar nix zu machen.

Ist die Personaldecke wirklich so dünn? Auf den Seiten des BR liest man:

460 Mitarbeiter waren in den vergangenen Tagen im Großeinsatz. Für eine Räumung der Straßen rund um die Uhr seien jedoch mindestens doppelt so viele Arbeiter nötig gewesen.

Ja, dann stellt diese Leute halt ein, verdammt noch eins! Für das Geld, dass diese nutzlose fahrerlose U-Bahn verschlungen hat, kann man viele, viele Winter exzellent räumen. Und im Bahnjahr der Frau Merkel vom Lokschuppen ins Verkehrsmuseum irgendwelche temporären Dachel bauen, dass ja kein Vogel ihr aufs hochwohlgeborene Haupt scheißen kann, muss auch nicht sein. Es ist ein unumstößlicher Fakt, dass in Nürnberg auf der einen Seite Geld verprasst wird (z.B. für den Delfinfriedhof die Delfinlagune), auf der anderen Seite aber Totalversagen bei der Sicherung von Straßen und Wegen an der Tagesordnung ist.

Danke, liebe Stadträte, dass ihr an eure Prestigepro- und objekte denkt und die Sicherheit der Bürger im winterlichen Straßenverkehr einfach ignoriert – sehr gut. Danke, dass ihr dem Steuerzahler unverholen den blanken Hintern zeigt. Gut zu wissen, dass es euch lieber ist, Transferleistungen zu zahlen, statt Leute in Lohn und Brot zu stellen. Bestens. Wir merken uns das und bei der nächsten Wahl wird dann abgerechnet.

Ende der TV-Analogabstrahlung via Satellit in 2012

Wer heute tatsächlich den Wunsch hat, noch analog fern zu sehen, der bekommt schön langsam Probleme: Nachdem die terrestrische Abstrahlung bereits in den letzten Jahren durch DVB-T ersetzt wurde, wird nun auch die analoge Signalverbreitung über den ASTRA-Satelliten am 30. April 2012 komplett eingestellt. Damit ist auch der in der Bundesrepublik meistgenutzte Fernsehsatellit bald ausschließlich digital.

Der Analogausstieg beim Fernsehen dürfte überwiegend Freunde haben: Zwar ist bei DVB-T die Bildqualität nicht so gut wie bei der analogen Übertrageng (ein terrestrisch analog übertragener Kanal frisst etwa eine Bandbreite von 9 MBits – diese Qualität, insbesondere bei schnellem Bewegtbild, sucht man bei DVB-T vergeblich), dafür lassen sich deutlich mehr Sender empfangen.

Seit dem Jahr 2000 empfängt man auch über ASTRA und Eutelsat einwandfrei digital – die letzten im Fachhandel aktiv vermarkteten Analogreceiver habe ich 2003/2004 gesehen, es handelte sich um Philips-Boxen in recht einfacher Ausführung. Das Digitalangebot über Satellit ist in den letzten zehn Jahren massiv gewachsen und einfache Digitalboxen kosten heute kaum mehr als seinerzeit die billigsten Analogmodelle. Und dennoch geht man davon aus, dass noch etwa 20 – 25% der Haushalte mit Satempfang ausschließlich analog versorgt werden (lt. InfoSAT).

Wer heute also noch willens ist, analog zu empfangen, der hat eigentlich nur eine Möglichkeit: Das Kabelfernsehen. Kabelfernsehen ist per se eine veraltete Technik, die erst einmal einen Haufen Nachteile mit sich bringt: Erst einmal verursacht es laufend Kosten, eine monatliche Gebühr ist an den Anbieter abzudrücken. Dann ist da das Problem mit der Bandbreite – die ist im Kabel erst einmal begrenzter, als über Sat und schließlich wollen sich die Kabelanbieter noch eine Mark dazuverdienen und bieten neben de, Programm auch Internte/VoIP über den Draht an. Das bedeutet für die drahtgebundenen Digitalkunden in erster Linie erst einmal den Empfang von im Vergleich zum Sat-Direktempfang deutlich datenreduzierten Programmen. Und etliche davon kosten extra.

Derzeit ist via Kabel noch ein relativ gutes Programmangebot empfangbar – aber wie wird das in Zukunft aussehen?

Interessant wird es nämlich nach der Analogabschaltung via Sat auch im Kabel. Bislang wurde das analoge Satellitensignal einfach aufs Kabel umgehoben (besonders bei Gewitter konnte man das gut sehen – da schwammen erst die „Fische“ durchs Bild und wenn dann das Signal zusammenbrach, wurde auf ein Testbild geswitched). Ab 2012 muss nun in den Kopfstationen das digitale Satellitensignal analog auf die Anlage umgesetzt werden – die Kabelnetzbetreiber sind also gezwungen, ihre Kopfstationen umzurüsten, um eine sterbende Technik verfügbar zu halten. Ob sich das rentiert? Ob sie das vollumfänglich machen?

Die Lösung: Jetzt schon in die Zukunft investieren: Weg vom Kabel.

Wer jetzt schon darüber nachdenkt, wie er in einem guten Jahr zu seinem Programm kommt, dem darf geraten werden, jetzt schon vorzusorgen und sich vom Kabel sukzessive zu verabschieden: Wer seine Verträge mit dem Kabelversorger frühzeitig kündigt, hat die Chance, sich „autark“ und kostengünstig mit Fernsehprogrammen zu versorgen. Zwei Möglichkeiten möchte ich hier kurz vorstellen:

DVB-T …

… bedeutet nichts anderes, als sich das TV-Programm „aus der Luft“ zu holen. In Städten wird hierzu neben einer Empfängerbox eine Antenne gebraucht – oft genügt hier schon eine einfache Zimmerantenne. Der Receiver kostet um die 50 Euro, je nach Antenne muss mit Anschaffungskosten zwischen 10 und 35 Euro gerechnet werden. Bereits nach etwa einem Jahr hat sich die Investition amortisiert, dann spart man im Vergleich zum Kabelfernsehen bares Geld.

Die Programmauswahl ist nicht so üppig wie im Kabel, die wichtigsten Sender aber sind zu sehen. Mehrkosten entstehen keine.

Satelliten-Direktempfang …

… ist die Technik der Wahl. Die Programmauswahl lässt das Kabelfernsehen im besten Wortsinne „alt“ aussehen, die Bild- und Tonqualität ist um Welten besser. Auch hier gilt: Eine einmalige Investition ist zu tätigen – laufende Kosten entstehen nicht. Allerdings ist ein gewisser Aufwand für die Installation einzurechnen: Der Sat-Spiegel sollte außerhalb des Gebäudes angebracht werden („versteckte“ Lösungen oder das Betreiben einer Satantenne unter Glasziegeln führt nur selten zum gewünschten Erfolg und bedeutet zusätzlichen Aufwand), die Installation muss Windlasten verkraften und anständig verkabelt werden. Oft ist es sinnvoll, diese Arbeiten durch einen Fachbetrieb durchführen zu lassen. So kann eine Anlage für mehrere Teilnehmer gerne einmal 1000 Euro kosten. Einfache Einteilnehmeranlagen mit Spiegel und Receiver gibt es ab 100 Euro, das noch fehlende Montagematerial ist sehr günstig, die Montage muss dann aber selbst durchgeführt werden.

Eine solche Satanlage amortisiert sich nicht so schnell – aber sie ist wesentlich flexibler als der Kabelanschluss, bringt eine deutlich bessere Programmauswahl und ein hervorragendes Bild.

Wer im Mietverhältnis mit Kabel versorgt ist, sollte auf den Vermieter einwirken, sich vom Kabel zu verabschieden oder bei Umzug darauf achten, dass Satellitenempfang gegeben ist.

Warum kein Kabel?

Über Jahre hieng ich am Kabel, jetzt bin ich wieder im Genuss von Satempfang. Mit dem Kabelanaschluss…

  • sind laufende monatliche Kosten verbunden
  • die Bildqualität ist immer wieder schwankend und oft unbefriedigend
  • nicht alle Programme sind empfangbar
  • man ist davon abhängig, welche Programme eingespeist werden
  • digitale Zusatzprogramme werden oft extra abgerechnet

Obwohl die Programmauswahl bei DVB-T geringer ist, kann auch dies Vorteile haben:

  • moderne TV-Geräte verfügen meist über einen eingebauten DVB-T-Tuner
  • ältere lassen sich mit einem Receiver in der Regel sehr kostengünstig nachrüsten
  • sehr niedrige Anschaffungskosten
  • kaum oder kein Installationsaufwand
  • amortisiert sich gegen laufende Kabelkosten in der Regel sehr schnell

Es ist jetzt eine gute Zeit, um sich – sofern möglich – vom Kabelfernsehen zu trennen. Das Kabelnetz, in den frühen 1980er Jahren einstmals sehr modern – ist in die Jahre gekommen. Digitaltechnik wurde ihm immer wieder „angeflanscht“, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein – das rechtfertigt aber nicht die laufenden Kosten.

Gerne binden einen die Kabelanbieter in langen Verträgen. Daher scheint es sinnvoll, sich jetzt von dieser überholten Technik zu trennen, sofern man die Gelegenheit dazu hat.

Wer derzeit sein TV-Programm analog via Sat empfängt, der kann mit geringem Aufwand auf digitalem Empfang upgraden: Meist reicht ein Tausch des analogen Receivers durch einen digitalen. Das kann man selbst tun. Sollte das wider Erwarten nicht funktionieren, weil die Empfangseinheit am Satspiegel zu alt ist (die alten low noise converter, LNC sind hier gerne kritisch), ist auch dieser zu tauschen. Das Tauschteil, ein digitaltaugliches LNB ist günstig nachzukaufen – an der Verkabelung ändert sich in den allerseltensten Fällen etwas. Ein neuer Receiver kostet, je nach Funktionsumfang zwischen 30 und 300 Euro (letztere sind aber Spitzenmodelle mit Festplatte), ein digitaltaugliches Single-LNB für einen Empfänger bekommt man um etwa 30 Euro, Mehrteilnehmer-LNBs für etwa 100 Euro. Beim Umstieg kann man zuerst einmal versuchen, ob ein Digitalreceiver an der vorhandenen Installation funktioniert (gilt nicht für Einkabelanlagen! Hier braucht man einen Receiver, der diese Funktion beherrscht), sollte dies nicht der Fall sein, tauscht der Fachmann das LNC gegen ein modernes LNB. Der Receiver kann behalten und dann genutzt werden.

Kommt mit DAB+ nun die Rettung des Digitalradios?

Die Frage stellen sich Interessierte, Kritiker wie Verfechter des Digitalradios schon länger: Was wird aus DAB? Wird der Nachfolgestandard DAB+ das Projekt digitales terrestrisches Radio in Deutschland retten können oder findet dieser Standard nicht in die Luft und wird das etwas angestaubte DAB dann in näherer Zukunft mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt?

Heute flimmert eine Meldung über den Heise-Ticker, die den Freunden des terrestrischen Digitalradios Hoffnung machen dürfte: Die MediaBroadcasst GmbH, die Betreiberin des DAB-Netzes fand mit fünf privatrechlich organisierten Hörfunkanbietern nun die erforderlichen Mitstreiter und teilte dies heute dem Intendanten des DLF (die drei Programme des DLF Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen werden über DAB verbreitet bzw. DRadio Wissen soll zukünftig über DAB+ zusätzlich verbreitet werden) mit. Damit ist ein wesentliches Erfordernis der KEF erfüllt: Diese wollte – kurz gesagt – DAB+ nicht zu einem rein öffentlich-rechtlichen Projekt machen und hat sich ausbedungen, dass auch die Privaten mitzusenden und mitzuzahlen haben. Mission accomplished!

Heise merkt an, dass DLF und DKultur weiterhin im „alten“ DAB-Format verbreitet werden, lediglich DRadio Wissen soll von den Öffis in MPEG4 senden. Bei DXaktuell kennt man auch schon die Sender des neuen deutschlandweiten Bouquets: Lounge FM (A), Evangeliumsrundfunk, Radio Rauschgold (was auch immer das ist, die wollen AOR machen und sind durch die BLM lizenziert), litera (wie Rauschgold mir ebenfalls gänzlich unbekannt), das Leipziger Webradio 90elf, RemiX Radio (?) und Energy Hamburg.

Ich persönlich freue mich, dass es für DAB weitergeht. Leider bedeutet DAB+ auch für alle, die jetzt ein DAB-Radio haben, dass sie sich i.d.R. einen neuen Empfänger kaufen müssen. Diesen Schritt werde ich definitiv nicht so schnell mitmachen, da ich ja gerade erst eine neue DVB-S-Box gekauft habe und nicht schon wieder Geld für noch ein Radio ausgeben will. Jedem, der jetzt über die Anschaffung eines Digitalradios nachdenkt, mag ich außerdem dringend raten, das Gerät noch nicht dieses Weihnachten unter den Baum zu legen – wir wollen erst einmal sehen, wie schnell das DAB-Netz umgerüstet wird. Laut Heise-Meldung soll das ja schon nächstes Jahr stattfinden (was mir derzeit schwerfällt zu glauben, außerdem ist damit noch nicht gesagt, wie lange es dauert).

Und das neue „Deutschland-Bouquet“? Na, ich weiß ja nicht… Dass ich mir Energy Hamburg reinziehen werde, bezweifle ich eher, Lounge FM und RemiX Radio klingen zumindest hinreichend interessant und was „litera“ bieten wird, zeigt dann die Zeit.

Dass aber die Anforderungen der KEF nach Fristverlängerung taggenau erfüllt wurden, ist schon ein positives Signal.

Menschen 2010 im ZDF: Gottschalk holt sich die Absolution.

Ich hatte nicht vor, über den Unfall bei „Wetten dass“ zu schreiben und ich habe es mir bislang auch tunlichst verkniffen. Dass dieser Unfall geschehen ist, kann man meines Erachtens niemandem anlasten – Samuel K. wäre bei dieser Wette nicht angetreten, wenn er nicht überzeugt gewesen wäre, sie gewinnen zu können. Samuels Vater hätte das Auto, das in den Unfall verwickelt war, nicht gefahren, wenn er seinem Sohn nicht vertraut hätte. Und das ZDF? Das Redaktionsteam hätte die Wette wohl nicht zugelassen, wenn man davon hätte ausgehen müssen, dass der Wettkandidat sich in große Gefahr begibt – wohl selbst dann nicht, wenn dem ZDF die Wette ursprünglich zu trivial war. Es ist schiefgegangen. Leider. Das hätte niemand erwartet. Ich denke, dass der Unfall als normales Risiko einer Extremsportart bezeichnet werden darf – niemand wollte ihn, er ereignete sich trotzdem.

Mich nimmt Wunder, dass man in der Öffentlichkeit – besonders bei den Privatsendern – die Schuldfrage stellte. Sie kann nur unbeantwortet bleiben. Es ist für mich nicht vorstellbar, dass man den Unfall Samuels billigend in Kauf genommen hat.

Auch der Abbruch der „Wetten dass“-Sendung war folgerichtig. Gottschalk machte, als er den Abbruch der Sendung mitteilte, auf mich zwar einen überraschend gefassten, ja fast abgeklärten Eindruck – aber dafür ist der Mann Moderations- und Medienprofi.

Ich habe nichts darüber geschrieben, weil ich mich nicht an der Debatte um Schuld oder Unschuld beteiligen wollte – ich bin nach wie vor der Meinung, dass man für den schlimmen Unfall keinen Schuldigen benennen kann. Es ist passiert – allein das ist schlimm genug.

Auch hat mich der Umstand, dass der Vater Samuels den in den Unfall verwickelten Wagen lenkte, sehr berührt. Man kann die Schuldgefühle, die diesen Mann plagen müssen, wohl kaum ermessen. Hierzu bedarf es keiner weiteren Worte.

Warum schreibe ich dann über die Sache? Heute, beim Abendessen lief der Fernseher – und gleich nach der Tagesschau entschied ich, dass mir nicht der Sinn nach dem Tatort steht. Und so blieb ich bei der ZDF-Sendung „Menschen 2010“ hängen – Gottschalk führte ein Interview mit Samuels Vater. Ich bin – einige Stunden nach diesem Interview – immer noch irritiert über dieses Interview.

Gottschalk sagt schon zu Beginn der Sendung, bei der Anmoderation des vorab aufgezeichneten Interviews mit Samuels Vater, dass er es war, der fragte, ob er denn zu einem solchen Interview schon bereit wäre. Dann folgt das Interview – Gottschalk sitzt die Fragen stellend in einem Sessel, der Vater spricht von einer Videoleinwand. Allein dieses Setting verstört mich. Warum, so frage ich mich, wird hier eine technische Distanz über die Videoleinwand geschaffen? Wäre es nicht möglich gewesen, dieses Gespräch „auf Augenhöhe“ aufzuzeichen? Wenn dieses Interview überhaupt sein muss, warum dann dieses ungünstige Setting? Was signalisiert das dem Vater, was dem Zuschauer?

Es ist traurig, den Vater zu sehen. Er spricht gedämpft, atmet schwer, schließt immer wieder die Augen. Man merkt deutlich, wie viel Kraft es ihn kostet, dieses Interview zu geben. Das Interview selbst ist kurz, es ist augenscheinlich gut vorbereitet. Es wurde aufgezeichnet – das bedeutet für den Interviewten in aller Regel einen reduzierten Druck, denn Fehler werden geschnitten. Aber: Der Vater Samuels scheint alle Kraft aufzuwenden, um dieses Interview zu geben.

Ich möchte anmerken, dass ich es mir an Stelle des ZDF verkniffen hätte, Samuels Vater zu interviewen und dies zu senden – selbst dann, wenn der Vater proaktiv darum gebeten hätte. Man weiß, dass solche Interviews für Angehörige immer eine große emotionale Belastung darstellen. Guter, seriöser Journalismus verzichtet darauf, Angehörige kurz nach einem in welcher Art auch immer erlittenen Schicksalsschlag zu exponieren. Dies geschieht zum Schutz und zu Entlastung der Angehörigen. Das ZDF verzichtet auf diesen Schutz und wenn man Gottschalk genau zuhört, so lässt sich erkennen, dass das Interview im Interesse des ZDF liegt.

Im Privatfernsehen gelten andere Regeln. Hier werden Angehörige sehr gerne kurz nach dem Schicksalsschlag interviewt und Szenen ausgewertet, die sie am Rande der Erschöpfung, der Artikulationsfähigkeit zeigen, weinend, mit schmerzverzerrtem Gesicht. Gern wird der Bildbeitrag so gestaltet, dass diese Interviewausschnitte das erlittene Leid testieren. Diesen schlechten Stil pflegt das ZDF mit dem Interview nicht – aber es wird ein Interview geführt. Warum?

Ich habe den Eindruck, dass sich Gottschalk mit diesem Interview eine Art Absolution erteilen lässt: Das Testat kommt – wie bei den Privaten auch – von einem Angehörigen, dem Vater. Es wirkt zwar subtiler, in der Sache ist es aber ähnlich.

Über Hoffnung auf Genesung spricht der Vater, er sagt, was ihn hält, betont seine Verwurzelung im christlichen Glauben, dankt für erwiesene Anteilnahme, für Nähe, dass die Familie nun nicht allein ist. Manches mag man beruhigend aufnehmen.

Doch das Setzen positiver Signale gelingt nicht immer.

An einem Punkt wird dies besonders deutlich: Gottschalk fragt Herrn K.: „Wie kann es für Sie weitergehen?“, dieser antwortet: „Also im Moment planen wir von Halbtag zu Halbtag, von Tag zu Tag.“

Warum diese Frage zu einem Zeitpunkt, an dem zwar Hoffnung auf Genesung für Samuel besteht, von dieser aber nicht ausgegangen werden kann? Warum überhaupt eine Frage nach der Zukunft an einen Menschen, der im Hier und Jetzt Belastungen ausgesetzt ist, die man niemandem wünscht?

Gottschalk versucht, auch das erscheint mir unpassend, der Situation etwas positives abzugewinnen. Er tut dies mit aller gebotener Vorsicht, das halte ich im zu Gute. Das öffentliche Interesse sei nicht Neugier sondern Anteilnahme, sagt er. Woher nimmt er diese Sicherheit?

Und da bohrt diese eine Frage schon wieder: Warum dieses Interview? Gottschalk liefert eine mögliche Begründung: „Das war ja auch bei der Öffentlichkeit oft so, das Interesse erlahmt und es gibt andere Schlagzeilen. Mein persönliches Interesse wird auf jeden Fall bei Euch bleiben, bei seiner Seite bleiben und wir lassen Euch da nicht alleine“*.

Es mag sehr einfühlend wirken, sich „der Sache anzunehmen“, bevor das „öffentliche Interesse“ verloren geht – aber ist es das wirklich? Auch auf die Gefahr hin, dass besagtes Interesse mit der Zeit verschwindet, halte ich es für besser, sich lieber dem möglichen Vorwurf stellen zu müssen, man hätte zugewartet, bis die Sache vergessen wäre als ein kraftzehrendes Interview mit einem Angehörigen zu führen.

Irgendwie riecht die Sache nach PR: In den Nachrichten aller öffentlich-rechtlichen Hörfunksender wurde auf den Gesundheitszustand Samuels ausführlich und tagesaktuell eingegangen. Jeder, der sich dafür interessiert, ist informiert. Warum dann das Interview? Warum wird es auch verschriftlicht vorab der Presse zugeleitet – verbunden mit dem Hinweis an die Journalistenkollegen, eine Sperrfrist bis zur Ausstrahlung einzuhalten?**

In Anbetracht der Tatsache, dass das ZDF sich in der letzten Woche massiver Kritik von vielen Seiten ausgesetzt sah, dass Gottschalk um seinen Ruf und seine Zukunft als Moderator fürchten musste, dass von vielen Seiten die letzte große Samstagabendshow, „Wetten dass“ zur Disposition gestellt wurde, eine der letzten verbliebenen Quotenbringer des ZDF, wirkt das Interview wie ein recht plumper Versuch, sich die Absolution vor dem Fernsehpublikum zu holen.

Das ist an sich schon keine schöne Sache – aber hätte es dazu wirklich noch des Vaters des verunglückten jungen Mannes bedurft?

Es ist – das gibt der Sache eine besondere Note – auch auffällig, dass Gottschalk bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Unschuld und die Unschuld des ZDF beteuert.

Qui s’excuse, s’accuse.

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* diese Stelle wird in der Vorabnachricht an die Presse – einer Transkription – nur verkürzt wiedergegeben. Mache sich jeder selbst seinen Reim darauf.

** da hat sich das ZDF verhauen – diese Pressenachricht ist in PR-Portalen zu finden und wurde bereits vor der Ausstrahlung via Twitter verbreitet – jeder, auch Nicht-Journalisten, der das lesen wollte, konnte das vorab lesen. Viele (den Tweets zufolge) haben das auch getan.

Das Interview kann auf YouTube angesehen werden.

changecamp – call for papers

Am 28. Januar 2011 findet – organisiert von der GRUNDIG AKADEMIE – in Nürnberg das erste changecamp nach Vorbild der barcamps organisiert – also eine für jedermann offene, kostenlose ad-hoc-Nicht-Konferenz zum Thema Veränderungsprozesse im Unternehmen im weitesten Sinne.

Es ist die erste bundesweit stattfindende Konferenz dieser Art und heute ging per Mail der call for papers raus. Grund genug, dass ich Euch an dieser Stelle auch noch einmal darauf hinweise:

  • kommt zum changecamp – wer sich vorab anmelden möchte, kann das bei Tommy Brünnhäußer tun (Telefon +49 911 40905-551)
  • es gibt fünf Räume und so können sinnvoll in Summe etwa dreißig sessions gehalten werden. Wer eine session zum Thema Veränderungsprozesse halten will (Dauer ca. eine halbe Stunde), der trete ebenfalls mit Tommy in Kontakt. Das ist jetzt zwar klein klassischer cfp, aber wenn jemand ein paper einreichen will, ist die Freude groß (und wir nehmen Euch auch gerne die Kopierarbeit ab!)

Also schon mal das changecamp im Terminkalender vormerken und fleißig papers einreichen! Ich begleite das camp mit dem Mikro und mache dann einen schönen Podcast draus. Wer diesbezüglich Anregungen oder Wünsche hat, darf sich gerne an mich wenden.

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