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Wem gehört die Ultrakurzwelle – BR Klassik oder Puls?

Wer in Deutschland Radio hören will (Verbreitungswege wie Kabel, Sat oder Internet bleiben bei dieser Betrachtung mal außen vor), der hat im wesentlichen zwei Möglichkeiten: Zum einen über Ultrakurzwelle, auf vielen Empfängern steht hier „FM“ – oder digital mit DAB+. Beide Systeme sind untereinander nicht kompatibel: Wer ein UKW-Radio hat, der kann kein DAB empfangen, viele DAB-Digitalradios haben aber noch ein analoges UKW-Teil mit an Bord. Ein reines Digitalradio empfängt kein UKW. Der Vorteil von Digitalradio gegenüber der vor bald 65 Jahren eingeführten UKW-Technik ist ein in der Regel rauschfreier Klang und eine größere Programmauswahl. Im UKW-Radio herrscht Enge, es gibt wesentlich mehr Radiostationen, die über UKW senden wollen, als es Kanäle gibt. Freie Kanäle gibt es quasi gar nicht, Ende der 90er wurde hier in Nürnberg mit Füll- und Stützsendern dichtgemacht, was dicht geht, Kleinstanbieter wie vil oder StarFM bekamen Frequenzen zugewiesen, die so schwach und abseitig besendet werden, dass es schon gar keinen Spaß mehr macht. Eigentlich müsste ein regelrechter Run auf die Digitalradios stattfinden, die Leute sind aber eher zögerlich und nutzen die Radios, die sie bereits besitzen. Ohne Not steigt kaum einer auf das neue Digitalradio um – dass alte Radio spielt ja weiter. Schlechterer Klang und geringere Auswahl spielen oft nur eine untergeordnete Rolle – viele hören nur ein Programm und oft ist die Qualität hinreichend gut (oder nicht so wichtig).

Nun passiert, was passieren muss: Der Bayerische Rundfunk unterhält in Bayern eine Senderkette, mit der fünf Programme übertragen werden können – derzeit sind das Bayern 1 (der unangefochtene Marktführer), Bayern 2 (ein Kultur- und Wortprogramm), Bayern 3 (eine „Servicewelle“, Popmusik für eine gesetztere Hörerschaft ab vielleicht Vierzig), B5aktuell (ein Nachrichtenkanal) und BR Klassik (vormals Bayern 4, hier wird Klassik und Jazz gespielt). Und dann hat der BR – sehr sehr spät – nun ein neues Programm aus der Taufe gehoben: Puls, das Jugendradio. Im Radiobereich war der BR hinsichtlich der Programmgestaltung immer sehr innovativ: Die Autofahrer- und Servicewelle Bayern 3 war die erste ihrer Art in Deutschland (Anfang der 70er) und mit B5 kreierte die Anstalt Anfang der 90er den deutschen Prototypen für die inzwischen so erfolgreichen Inforadios. Nur ein richtiges Jugendradio hat der BR seit über fünf Jahrzehnten nicht richtig auf die Kette gekriegt, da war mit DT64 selbst die DDR (!) schneller. Nun aber wollen die Münchener auch dieses Manko tilgen: Nach den Rohrkrepieren „Das Modul“ und „on3-Radio“ (allesamt Digitalprogramme) soll nun „Puls“ die Ehre retten – nur: Puls hört halt kaum wer, weil sich das Digitalradio bei den Jüngeren noch nicht durchgesetzt hat – die nächste Pleite droht…

Die Lösung scheint zumindest am Münchener Rundfunkplatz auf der Hand zu liegen: Wirft man BR Klassik kurzerhand aus der analogen UKW-Senderkette und liefert auf den so frei werdenden Kanälen nun Puls, so brächte man das Programm an die Jugend. Die BR Klassik-Hörer müssten dann, wollen sie den Sender weiter empfangen, ein Digitalradio anschaffen. schnell möächte man meinen, hier geht es nicht nur um die Frage ob Klassik oder Pop, ob Bayern 4 oder Puls – sondern um Jung oder Alt.

Und so regte sind im ganzen Freistaat Widerstand gegen die Pläne der BR-Intendanz, Unterschriften wurden gesammelt und über fünfzigtausend zeichneten mit. BR Klassik soll auf der Ultrakurzwelle bleiben – schon allein deswegen, so wird argumentiert, weil gerade Ältere mit neuer Digitaltechnik Schwierigkeiten hätten, für die Jungen wäre das ja kein Problem. Es ist vertrackt: Die Jungen kaufen sich kein Radio, nur um einen bestimmten Sender zu empfangen (den sie im Zweifel noch gar nicht kennen), die nutzen, was vorhanden ist. Und in den Smartphones gibt es irrigerweise quasi nur analoge UKW-Empfangsteile. Die Alten, so erweckt es den Eindruck, trauen sich selbst den Umstieg auf Digitalradio nicht zu.

Andererseits: Die, die BR Klassik hören, gehören in aller Regel nicht nur einer gesetzteren sondern auch einkommensstärkeren Zielgruppe an – die hätten das Geld für die neuen Empfänger. Die die BR Klassik hören, würden von den technischen Vorteilen des Digitalhörfunks am meisten profitieren, allein schon deshalb, weil man hier das zu sendende Tonmaterial weit weniger komprimieren muss, als bei analoger Verbreitung, was gerade klassischer Musik mit hohen Schwankungen in der Dynamik sehr entgegenkommt. Nicht zuletzt bieten viele DAB-Radios gerade für weniger technisch versierte Menschen Vorteile – bringen sie in aller Regel doch einen automatischen Sendesuchlauf, Stationstasten und ein Klartextdisplay mit.

In diesem Streit Position zu beziehen ist äußerst schwierig – ich will es dennoch versuchen: Ich teile die Auffassung der BR-Intendanz, dass das Jugendprogramm auf UKW besser aufgehoben ist. Den BR-Klaassik-Hörern kann man den Kauf eines Digitalradios zumuten – sie profitieren am meißten davon und werden vermutlich auch den größeren Spaß an diesen Geräten entwickeln. Ein Programm wie BR Klassik eignet sich weit weniger zum „nebenbeihören“ wie Puls, das rechtfertigt eine Neuanschaffung. Überhaupt: Die Bayern sind schon fleißige Digitalradiohörer, knapp neun Prozent nutzen ein DAB+-Gerät. Das mag auf den ersten Blick nicht nach allzu viel aussehen, wenn man sich aber vor Augen hält, dass die Technik recht jung ist und das niemand bislang wirklich darauf angewiesen ist, wenn es ums schiere Radiohören geht, können sich die neun Prozent schon sehen lassen. Die Besorgnis der Privatsender kann ich nicht teilen, sie haben selbst gegenüber der öffentlich-rechtlichen „Übermacht“ zwei deutliche Vorteile: Sie sind bereits im Markt und damit bei den jungen Hörern gesetzt und durch ihre Regionalität können sie ganz anders um Stammhörer werben (z.B. durch Verlosungen, Sponsoring von Konzerten, Ausrichten diverser Partys…) als es der BR jemals könnte. Gut vorstellen kann ich mir aber, dass man bei Puls zukünftig ganz schön ackern muss, um sich zu etablieren.

Ich denke, dass der BR gut daran tut, Puls in die UKW-Senderkette einzuspeisen.

Am Rande: Ich höre kein Puls. Ich fand schon on3 und das Modul unangenehm (und damals hätte ich durchaus noch altersmäßig in die Zielgruppe gepasst). Die Schülerbands des Interimsprogramms „bavarian open radio“ gingen mir in der Regel auf den Saque. Ich höre gerne in B4 rein, meine liebste Sendung hier ist „pour le piano“, die Jazzstrecken sind wunderbar. Ich höre seit 2000 Radio digital über Sat, seit 2004 über DAB und seit 2011 über DAB+. Ich denke, dass Digitalradio der richtige Weg für ein wichtiges Medium ist. Ein Umstieg zu DAB+ mag vielen derzeit als fakultativ vorkommen, die Qualität und Auswahl (und nicht zuletzt auch der Komfort) entschädigen den Preis für das neue Radio, das man ja eigentlich gar nicht gebraucht hätte, um ein vielfaches.

 

 

Die Radiobastelei geht weiter…

Vor drei Jahren habe ich mit Freunden und Kollegen das Webradioprojekt openbusinessradio aus der Taufe gehoben, im Bewusstsein, dass ein tragfähiges Konzept aus den Themenkreisen offene Geschäftsmodelle, open source software und creative commons für ein Webradio gestaltet werden kann.
Dann passierte, was allzu oft passiert: Anderer Projekte forderten ihren Tribut, das Webradio rückte in den Hintergrund und irgendwann schlief das alles ein.

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Seit Februar bin ich wieder am Basteln und inzwischen ist die Sache soweit gediehen, dass ich das  Projekt mindestens einer kleinen Leserschaft hier nahebringen möchte – wer gerne schon mal gucken will, der schaut auf openbusinessradio.de!

Was das ganze soll, das könnt ihr hier nachlesen. Ein kleines Programm ist auch schon zu hören. Und: Über Follower auf Twitter freue ich mich.

Heute bei Aldi Süd: Das TERRIS Internetradio IWR 241. Finger weg!

Vor meinem geistigen Auge steht Bart Simpson im Vorspann des bekannten Cartoons an der Tafel und schreibt: „Ich soll keine Elektronik beim Discounter kaufen! Ich soll keine Elektronik beim Discounter kaufen! Ich soll keine Elektronik beim Discounter kaufen! Ich soll…“

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Was soll ich sagen – ich bin schon wieder reingefallen: Seit heute wird bei Aldi Süd das Internetradio TERRIS IWR 241 zum Preis von 89,- Euro verkauft. Das Gerät hat ein paar Features – zuvorderst bietet es ein DAB+-Radio, Stereolautsprecher, Holzgehäuse und eine Fernbedienung. Für ein DAB/Internetradio, das auch UPnP spricht und sich zudem per App steuern lässt, ein interessanter Preis. Aber – das war ja klar – bei diesem Preis muss ja ein Haken sein. Beim IWR 241 sind es derart viele Haken, dass ich das Fazit voranstelle: Für mich ist das Radio völlig unbrauchbar, ob es den durchschnittlichen Aldi-Kunden befriedigt, wage ich zu bezweifeln, für geringste Ansprüche ist das Radio vielleicht gerade noch ok.

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Zuerst ein Blick auf den Lieferumfang und die Haptik: Der einfachen Faltschachtel wird neben der Fernbedienung, einem Netzteil und der gedruckten Bedienungsanleitung das Radio entnommen, das einen chemisch-süßlichen Geruch verströmt, der gerade noch so in Ordnung geht. Das Gerät ist in ein Holzgehäuse gefasst, das mit schwarzem (wahlweise weißem) Plastikfurnier in Holzoptik überzogen ist. Die Front ist aus Kunststoff und einer entsprechenden Glanzfolie, was leider eine etwas einfache Anmutung hat. Die Tasten und auch der gerasterte Drehregler sind hinreichend präzise verarbeitet.

Bei der Infrarotfernbedienung sehe ich mich einer derart unpraktischen Konstruktion gegenüber, die Ihresgleichen sucht: Die Fernbedienung ist relativ groß, unnötig schwer und mit Folientasten ausgestattet. Damit aber nicht genug, zu betreiben ist die Fernbedienung mit einer Knopfzelle – hier ist schon erkennbar, was das ganze Radio ausmacht: Fehlende Qualität paart sich hier mit purer Benutzerfeindlichkeit, zweifelhaftem Design und fragwürdiger Verarbeitung.

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Die Inbetriebnahme ist einfach: Netztrafo angeschlossen und das Radio startet. Hier der nächste Schreck: Das monochrome Dot-Matrix-Display offenbart eine entsetzliche Qualität: Unregelmäßig beleuchtet, bei Bewegung Schlieren ziehend und in der Schriftwiedergabe flau. Man merkt hier gleich, wo gespart wurde.

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Nach Einrichtung des Netzwerks prüfe ich die DAB-Qualitäten des IWR 241 – ein wesentliches Merkmal des Radios. Und auch hier macht sich schnell Ernüchterung breit: Zwar werden alle Sender gefunden, die etwas schwächeren Sender lassen sich aber nur mit der wenig Vertrauen einflößenden Antenne empfangen, wenn diese voll ausgezogen ist. Und selbst dann ist der Empfang nicht störungsfrei. Zum Vergleich: Der PURE One flow benötigt bei selber Empfangsposition gar keine ausgezogene Antenne, um alle Programme fehlerfrei zu empfangen. Der DAB-Empfang ist gegeben, aber nur leidlich.

Im Bereich des Internetradios verhält sich das Gerät wie jeder andere Empfänger von Frontier Silicon auch: Das Senderverzeichnis ist aktuell und gepflegt, die Sortierung sinnvoll, nach Ländern oder Genres, er Empfang gelingt einwandfrei und in guter Qualität. Hier macht das Radio einen vergleichsweise guten Job.

Der Mediaplayer versteht sich auf UPnP, setzt das aber unangenehm langsam um. Damit hätte ich jetzt erst mal kein Leiden, wäre da nicht die weltunsinnigste Un-Funktion, die ich in diesem Zusammenhang erleben musste: Werden Dateien aus Ordnerstrukturen heraus wiedergegeben, bricht das Radio die Sortierung auf und spielt die Titel nicht in der richtigen Reihenfolge ab. Obschon auch im ID3-Tag, der ausgelesen wird, chronologisch sortiert, „shuffelt“ das Radio, ohne das es einen erkennbaren Grund dafür gäbe. Was ich selbst bei Musik unakzeptabel finde, macht das Hören von Hörbüchern schlichtweg unmöglich. Mit diesem Fehler ist das Gerät schlichtweg nicht brauchbar.

In Ansätzen ist das TERRIS Stereo Internetradio IWR 241 gut gemeint: Der Klang ist für Größe und Preis des Geräts echt in Ordnung, der verwendete Frontier-Silicon-Chipsatz ist eigentlich von bekannt guter Qualität und auch Anschlüsse sind reichlich vorhanden: Aux In und Out und eine Kopfhörerbuchse sind ebenso vorhanden wie ein Ethernetamschluss. Das alles, kombiniert mit dem UKW- und DAB-Tuner, wäre ganz prima, leider aber erdrücken die Nachteile das nett gemeinte Konzept.

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Als Radiowecker verbietet sich das Internetradio quasi, obschon auf die vorhandene Weckfunktion auf der Packung extra hingewiesen wird: Das Display lässt sich zwar dimmen, allerdings nicht komplett abschalten, das kann man nur mit der Tastenbeleuchtung. Wie man auf die Idee kommen kann, ein Display zwar dimmbar zu gestalten, nicht aber die Hintergrundbeleuchtung ausschalten zu können, ist mir ein Rätsel. Eine Snooze-Taste sucht man vergebens. Für den Betrieb im Schlafzimmer stinkt das Gerät aber auch zu sehr. Und vom Bett aus ist das Display kaum sinnvoll ablesbar, denn schon bei geringer Veränderung des Blickwinkels ist kaum mehr etwas zu erkennen – man müsste von Bett aus schon frontal auf das Display gucken.

Nach all der Enttäuschung habe ich den UKW-Empfang und die App gaar nicht mehr ausprobiert – wozu auch?

Fazit: Das Internetradio IWR 241 lockt mit zahlreichen Features und ist für den aufgerufenen Preis üppig ausgestattet. Die Tonqualität ist für den Preis überdurchschnittlich gut, allerdings ist das Radio haptisch nicht besonders gut gemacht. Der DAB-Empfang ist unterdurchschnittlich schlecht, der Mediaplayer dann unbenutzbar, wenn man nicht mit auf dem UPnP-Server vorgefertigten Playlisten hantieren mag oder kann. Die Internetradiofunktionalität ist in Ordnung. Ich kann trotz des günstigen Preises und der 36 Monate währenden Garantie nicht zum Kauf raten.

Update: Weil mich schon die Frage erreichte, welche Alternative ich empfehlen möchte: Das PURE One Flow gibt es derzeit online im Preisrahmen von 89,- bis 99,- Euro. Es hat im wesentlichen alles, was das Aldi-Radio auch kann, nur halt eben ordentlich. Unterschied: Die Bauform, nur ein Mono-Lautsprecher (der aber groß und klanglich ok ist), kein Ethernet.

Doch. Man braucht Digitalradio.

Lieber Thomas Gerlach,

gerne folge ich Ihnen auf Twitter, gerne schaue ich in Ihr Blog. Die NN lese ich sowieso. Ich finde das, was Sie da machen gut – aber ich glaube fest, dass Sie sich mit Ihrem Blogpost „DAB-Radio? Braucht kein Mensch.“ irren.

Lassen Sie mich zuerst mal zusammenfassen, was ich verstanden habe: DAB+ sei Ihrer Meinung nach obsolet, weil sich Audiostreaming auch über die Mobilfunknetze erledigen ließe, Flatrates und LTE sei es gedankt (oder stationär eben mit dem DSL). Weiterhin sei diese Technik auch im Auto verfügbar – und  dankt Streaming Media empfängt man zigtausende Sender aus aller Welt.

Das ist richtig – aber eben nur im Prinzip. Jetzt, da nur ein verschwindend geringer Teil der Radiohörer Streaming Audio nutzt, haben weder die Sender noch die Provider Bandbreitenprobleme. Wollte jeder , der heute UKW hört, das Programm via Streaming Audio „empfangen“ — wir könnten weder telefonieren oder anständig im Internet surfen und ganz viele Interessierte Hörer empfingen Schweigen statt Programm.

Warum ist das so? Jeder Stream kostet dem Sender Bandbreite in Höhe der Bitrate und dem Provider ebenfalls. Daher haben Radiosender sog. Slots auf ihren Streamservern, wenn diese belegt sind, dann geht einfach nix mehr. Wenn man sich beliebte Programme wie z.B. Antenne Bayern oder Bayern 1 ansieht, dann haben diese nicht selten viele hunderttausend Hörer gleichzeitig. Das würde bedeuten, dass für jeden dieser Sender eben mal eine Million Slots geschaffen werden müsste. Das stemmen die Sender rein technisch kaum.

Nun aber zu den Providern: OMFG!! Ich gucke nur mal auf LTE. Hier ist eine Bandbreite von 100 MBit per Basisstation spezifiziert. In der Stadt mag das noch angehen, auf dem Land allerdings versorgt so eine Basestation oft Radien mehrerer Kilometer – und das in Gebieten, in denen DSL via Kupferkabel nicht verfügbar ist. Mit diesen 100 MBit soll dann aber auch noch telefoniert werden und im Internet will man damit surfen und am besten auch noch HD-Videos streamen. Kurz: Das wird nix. Wohlgemerkt: Die 100 MBit teilen sich alle – die hat nicht jeder für sich allein. Bei 3G sieht es noch dunkler aus. Nun gut, so könnte man sagen, das Problem entschärft sich, weil LTE ausdrücklich Multicast spezifiziert – aber bei Multicast kaskadieren im Zweifel auch Fehler. Ich persönlich schätze die Stabilität von Multicast auf terrestrischer Infrastruktur als nicht hinreichend stabil ein, um damit z.B. im Katastrophenfall die Bevölkerung zu warnen. Weiterhin werden die Provider kein gesteigertes Interesse an der Verbreitung von Streaming Audio haben, denn LTE spezifiziert nicht nur Multicast sondern auch unterschiedliche Hierarchieebenen – die via deep packet inspection realisiert wird. Streaming Audio ist heute eine eher unattraktive und trotzdem QoS-intensive Sache – will heißen: Die Provider müssen eine gute Infrastruktur vorhalten und bekommen dafür nicht viel Geld – selbst wenn die Netzneutralität kippt. 2010 hab ich mich schon mal mit Netzneutralität und LTE befasst, im Rahmen eines Podcasts. Wer das vertiefen will, kann sich den Ausschnitt ja mal anhören.

Radio wird immer noch gut genutzt: Man stelle sich vor, was mit unseren Netzen passieren würde, wenn wi alle Hörer von Bayern 1, Antenne, WDR2, Radio 88,8, Energy, KISS und wie sie alle heißen auf Streaming Audio umlegen wollten. Hinzu kommt, dass ich Ihrer Kostenargumentation nicht folgen kann. Für eine DSL-Flat zahle ich mindestens 20,- und für eine Mobilfunkflat, die gut genug ist, dass ich damit auch ausreichend Streaming Audio nutzen kann, mindestens nochmal einen Zwanni. Dazu kommt dann die GEZ-Zwangsabgabe der Rundfunkbeitrag. Ok, ich habe diese Flatrates – aber erklären Sie doch mal ihrer Oma, dass sie nun 40,- extra per Monat zahlen soll — um Radio hören zu können. Wollte man Ihre Idee nun auch noch aufs Fernsehen hochskalieren – wir bekämen ein Problem.

Die Vorteile von DAB+ kurz gefasst: Derzeit gibt es hier in Nürnberg eine Auswahl von über 40 Sendern in sehr guter Qualität terrestrisch – darunter sind auch die kleinen regionalen Privatsender wie N1 oder Radio Z. Die Empfänger werden immer billiger und der Empfang auch immer besser. Die Bedienung der Geräte ist oft einfacher als bei analogen Apparaten. Nicht zuletzt benötigt man keine Netzzugangstechnologien. Da DAB mit geringeren Sendeleistungen hinkommt als UKW oder gar Mittelwelle, ist die technische Verbreitung bei besserer Qualität oft billiger. Der „Bundesmuxx“ ermöglicht Autofahrern das kontinuierliche Durchhören eines Senders – von Flensburg nach Garmisch.

Der Pferdefuß von DAB? Geschätzte 300 Millionen Empfänger wollen in Deutschland sukzessive getauscht werden. Das wird mit DAB schon schwer, wenn dann die Geräte über WLAN- Bluetooth oder andere Schnittstellen verfügen müssen, wird das echt kostspielig!

Herr Gerlach, ich in in der Tat der Meinung, dass Streaming Media noch keine Alternative ist.

Herzliche Grüße,

Michi

 

Nürnbergs Dudelsender jetzt auch via DAB. Damit ist UKW in der Region obsolet geworden.

Ich weiß ja nicht, ob ich mich wirklich darüber freuen soll, aber wer ein Digitalradio hat, der möge doch einfach einmal einen Sendersuchlauf anstoßen (bei möglichst herausgezogener Antenne) und schon wird man feststellen, dass nun auch die Funkhaussender, der AFK und Radio Z digital zu empfangen sind.

Wer ein richtig gutes Radio hat (so ab UKW-Doppelsuper aufwärts), der bekommt, wenn der Wind denn günstig steht, hier auch MDR 1, Landeswelle Thüringen und den SWR mit ordenztlich Rauschen und in Mono. Aber: Das eigentliche Manko von DAB/DAB+ in Nürnberg, dass der hiesige Lokalfunk mit der Ausnahme von vil und Energy nicht digital verbreitet wurde, ist nun „behoben“. Nicht freiwillig wollte ich mit N1 oder Gong reinziehen und auch den afk finde ich in der Regel nicht ohne Schmerzen erträglich – aber der Lückenschluss ist geschafft und das ist eine gute Nachricht.

Wirklich gut über die DAB+-Ausstrahlung informiert eigentlich nur Radio Z. Mit dem Senderstabdort in der Wallensteinstraße erklärt sich dann auch der suboptimale Indoor-Emp6fang – der Sender ist weder besonders hoch noch besonders stark. Wer derzeit mit dem Empfang gar arge Probleme haben sollte, der kann sich ja mal von meinem kleinen Antennenratgeber inspirieren lassen.

Test: Blaupunkt IR+ 11. Solides Internetradio mit DAB+-Empfang

Im heutigen Test habe ich das Internet- und Digitalradio Blaupunkt IR+ 11, dass in mehrerlei Hinsicht ein besonderes Gerät ist. Mein Fazit stelle ich vorn an: Ich bin nicht nur sehr zufrieden mit dem Radio –  sondern begeistert. Warum das IR+ 11 ein ganz besonderes Radio ist, schreibe ich im Folgenden.

Wer sich heute ein Internetradio kauft, tut gut daran, eines zu wählen, das neben der eigentlichen IP-Funktionalität auch einen konventionellen Tuner mitbringt. Gerade die regionalen Sender bieten nicht immer einen Stream an, wenn doch, dann nicht selten nur mit wenigen Slots und oft auch nicht in der gewünschten Qualität. So ist ein UKW-Tuner selbst bei einem Internetradio schon fast Pflicht. Wenn man auf einen UKW-Tuner Wert legt, sollte man aber auch darauf achten, dass das Gerät einen DAB+-Tuner mitbringt und somit in der Lage ist, das neue terrestrische Digitalradio zu empfangen; UKW ist auf mittlere Sicht ein Auslaufmodell und DAB+ bringt schon heute eine wesentlich reichhaltigere Senderauswahl (und in der Regel auch besseren Empfang).

Idealerweise hat ein zukunftstaugliches Radio also neben IP-basiertem Empfang auch einen Kombituner für UKW und DAB+. Diese Kriterien erfüllt das Blaupunktradio (Bedienungsanleitung hier) schon mal, bietet aber auf der Netzwerkseite einige zusätzliche Features. So lassen sich neben den Webradiostationen auch Podcasts abrufen und das Gerät fungiert weiterhin als Netzwerk-Audioplayer. So ist es auch möglich, lokal auf dem Rechner gespeicherte Audiodateien über das Radio wiederzugeben.

Unverständlich auch, warum immer noch sehr viele Geräte dieser Gattung mit nur einem Lautsprecher ausgestattet sind – werden sowohl bei den Streams als auch über DAB+ die Sendungen mehrheitlich in Stereo ausgestrahlt. Nicht nur der Stereoempfang sondern auch die Stereowiedergabe sind daher eher Pflicht als Kür – das Blaupunktradio hat zwei Lautsprecher, gut so (obschon es überrascht, dass man das heute überhaupt noch erwähnen muss).

Unboxing und Erstinstallation

Das Radio wird in einem Pappkarton geliefert, der neben dem Gerät selbst noch das Steckernetzteil und eine Bedienungsanleitung enthält. Mehr gibt es nicht und mehr braucht man auch nicht

Beim ersten Anschließen des Radios fällt der überraschend kurze Bootvorgang auf – schnell wird man aufgefordert, unter den gefundenen WLANS das passende/eigene zu wählen und den Schlüssel einzugeben (was sich durch hin-und hernavigieren der im Display vorgeblendeten Zeichen bewerkstelligen lässt, zwar etwas dauert, insgesamt aber dennoch flüssig von der Hand geht). Damit ist das Radio für die nächsten Installationsschritte eingerichtet, man kann nun sowohl für UKW wie auch DAB+ den Sendersuchlauf durchführen. Weiterhin lassen sich nun die Menüsprache wählen, die Displayhelligkeit und andere Parameter einstellen.

Konnektivität und Empfang

Das mit dem WLAN verdient eine intensivere Betrachtung: Auf der Konnektivitätsseite ist man beim Blaupunkt IR+ 11 nämlich zwingend auf WLAN angewiesen, eine Ethernetbuchse gibt es nicht. Das Verbinden mit WPA2-gesicherten WLANS ist ebenso problemlos möglich wie auch das Einbinden verborgener WLANS. Der WLAN-Empfang schwächerer Netze ist problemlos und überraschend stabil – hier kann das IR+ 11 voll punkten.

Auch der DAB+-Tuner weist einen guten Empfang auf – selbst mit eingezogener Teleskopstabantenne (die nicht abnehmbar ist), lassen sich im Nürnberger Norden alle verfügbaren DAB- sowie DAB+-Programme empfangen. Selbst in kritischen Empfangssituationen macht der Digitaltuner eine gute Figur, genügend „Antennenreserve“ ist ja vorhanden. Der UKW-Empfang geht in Ordnung, ist aber nicht überragend und bleibt auf dem Empfangsniveau eines Einfachsupers. Stereosendungen von schwächeren regionalen Stationen können da schon mit einem deutlichen Rauschen unterzogen sein. Dennoch ist der Empfang stabil und die Sender ohne Anstrengung hörbar. Eine manuelle Umstellung in den Mono-Modus ist möglich, RDS wird empfangen und korrekt angezeigt.

Empfang von Webradiostationen

Der Empfang von Webradiostationen ist die Kerndisziplin eines Internetradios, das Blaupunktradio kann hier eine Menge. Vorweg muss ich sagen, dass das Management der Onlineradiostationen und Podcast über das Portal von Frontier Silicon organisiert wird, bei dem man sich selbst und auch die ID des Radios anmelden muss. Aber selbst wenn man das nicht will und nicht tut, kommt man mit dem Radio recht weit: Die Sender wie auch die Podcasts sind entweder nach Genre oder nach Ursprungsland in alphabetischer Reihenfolge organisiert und per default sind auch alle im Portal verzeichneten Stationen empfangbar. Unter diesen lassen sich dann zehn Sender fix speichern, freilich geht da auch mehr, in den Favoriten kann man ungleich mehr ablegen, auch in eigenen Unterordnern, das geht allerdings nur über das Portal. Auch eigene oder neue Streams lassen sich dem IP+ 11 nur über das Portal hinzufügen.

Wer aus gundsätzlichen Erwägungen die Anmeldung an einem Portal ablehnt, kommt mit dem Radio sehr weit, und das ist bemerkenswert. Den vollen Komfort und insbesondere die sinnvolle Organisation vieler Sender und Podcasts erhält man aber nur mit der Portalunterstützung.

In der Praxis ist der Empfang von Streams und Podcasts einwandfrei, der Buffer ist groß genug, dass Unterbrechungen und Puffervorgänge die absolute Ausnahme bleiben, in einzelnen Podcast-Episoden lässt sich hin- und herspulen und die Wiedergabe kann pausiert werden. Die Navigation zwischen einzelnen Streams, Podcasts und Titeln verläuft flüssig und das erste Laden geht angenehm flott. Der „Empfang“ von Audiodaten aus dem Netz(werk) klappt prima und wird selbst anspruchsvolle Anwender mindestens zufriedenstellen.

Empfang von UKW und DAB(+)

Eigentlich ist das oben schon abgehandelt, gesagt sein soll aber noch, dass das Radio im Bereich des Digitaltuners bei der Empfindlichkeit und Schnelligkeit voll punkten kann. Auch in fensterlosen Räumen ist der Empfang noch hervorragend. Eine externe Antenne ist leider nicht anschließbar. Da zum jetzigen Zeitpunkt (April 2012) die volle Sendernetzausbaustufe für DAB+ noch nicht erreicht ist, ist dies ein temporäres Manko. Wer sich allerdings in einem normal versorgten Gebiet befindet (ein Check auf digitalradio.de ist immer empfehlenswert), dem dürften keine Empfangsprobleme ins Haus stehen. Im Display werden die üblichen Begleitinformationen in Textform angezeigt, trotz der Tatsache, dass das Display bedingt in der Lage ist, monochrome Grafiken darzustellen (aber keine Graustufen), werden die mitübertragenen Logos und Slides nicht angezeigt und auch Journaline ist nicht unterstützt. Ersteres wird sich nicht sinnvoll auf die Hardware adaptieren lassen, letztes ist nicht implementiert.

Ein genauer Blick auf das Innere

Der Tuner ist per se gut und auch die Integration ins Gerät ist gelungen und versatzfrei, das übrigens, weil der Internetradioempfänger und der Tuner für UKW und DAB(+) ein Modul ist – es handelt sich um den Frontier Silicon Venice 6.2 FS-2026-2 in der Ausführung WB (was bedeutet, dass ein L-Band-Empfang nicht möglich ist, was aber erst mal nichts tut, denn dem L-Band kommt in Deutschland keine Bedeutung mehr zu),  der die vorgenannten Funktionen ermöglicht (hier gibt es ein Datenblatt). Einige der Modulfunktionen sind nicht ausgeführt – es gibt kein iPod-Dock, kein Ethernet und keine USB-Schnittstelle zum lokalen Mounten von Sticks o.ä., auch der mögliche analoge AUX-In wurde nicht umgesetzt. Prinzipiell wäre eine DMB-Unterstützung möglich, die ist aber nicht umgesetzt – wofür auch. Ein interessantes Randdetail soll auch nicht unerwähnt bleinen: Venice ist prinzipiell in der Lage mit last.fm, Pandorra, Rhapsody und SiriusMX zu handeln, diese Funktion ist nicht integriert und auch länderspezifisch deaktiviert. Ich fordere eine derartige Umsetzung auch nicht, denn z.B. last.fm ist auf stand-alone-Devices kostenpflichtig, damit ist dieser Dienst inzwischen nur noh für wenige zahlende Nutzer interessant. Ich erwähne das nur der Vollständigkeit halber, denn das Venice-Modul ist per se schon mal eine eierlegende Wollmilchsau. Der Audiochip ist der CHORUS 2 FS1020. Mit dieser Kombi sind die Formate mp3, AAC+, Real, WMA und FLAC unterstützt – ogg natürlich mal wieder nicht. Auch die Displaysteuerung übernimmt das Modul und so ist das Erscheinungsbild dem aller derartig konfigurierter Empfänger ähnlich.

So ist auch das Display „typisch“ – weiße Schrift auf  dunkelblauem Grund, ein Punktmatrixdisplay, hinterleuchtet und bedingt „grafikfähig“. Der Betrachtungswinkel von beiden Seiten ist gut, von unten in Ordnung, nur von oben guckt es sich nicht so toll auf das Display, was sich aber verschmerzen lässt.

Zwei Details seien noch erwähnt: Bei den Lautsprechern handelt es sich um quasiovale Typen, wie sie früher in Fernsehgeräten gerne verwendet wurden. Sie sind schmal, hochkant eingepasst und bringen jeweils ein Watt Leistung mit (und einen richtig dicken Magneten). Zum Klang komme ich später noch.

Die Stabantenne ist mit einem Kabel am Tuner verbunden, hier minimiert ein für die Gerätegröße recht ordentlich dimensionierter Klappferrit die Störeinstrahlung, was Wirkung zeigt, der Ton – auch über Kopfhörer – ist nahezu störungsfrei, was Prozessoren-HF-Einstrahlung, Display-HF-Störungen und ähnliches betrifft, obwohl die gedrungene Bauweises des Radios solche Einstrahlungen vermuten lassen würde, wurde das recht elegant und zweckmäßig gelöst.

Die Bedienung

Interessant ist das Bedienkonzept des Blaupunkt IR+ 11: Das Menü gliedert sich straff in Hierarchien. So etwas in Worten zu beschreiben ist nicht ganz trivial – ich versuche es einmal so: Wer mit der Ordnerstruktur am PC klarkommt, der wird mit der Menüführung des IR+ 11 keine Schwierigkeiten haben. Auch Besitzer älterer Nokia-Telefone kennen das Prinzip des geschachtelten Menüs – es ist durchgängig und erlaubt immer einen Backstep, man klickt aber auch recht viel, wenn man sich in den tiefen Strukturen bewegt. Die Bedienung gehorcht einer stringenten Logik, das ist sehr angenehm und der Griff zur übrigens gut gemachten und ausführlichen Bedienungsanleitung erübrigt sich in der Regel. Weiterhin bemerkenswert: Es gibt ausschließlich Tipptasten, keine Schalter, Drehregler, Fader oder ähnliches. Und diese Tasten befinden sich alle auf der Oberseite des Radios, was verhindert, dass das Radio bei der Bedienung verrutscht. Die Taster sind alle ähnlich groß, mal rund, mal quadratisch, nur die Eingabe/Snooze-Taste ist größer als der Rest. Dieses Bedienkonzept hat seinen Charme, es ist präzise und robust und an so einem Gerät sind wenige bewegliche Teile ein echtes Feature.

Klang: Klassenprimus bis 130,- Euro

Ich habe mir etliche Geräte dieser Art angehört und kann dem Blaupunkt IR+ 11 im Vergleich zu diesen einen guten Klang attestieren – besonders gemessen am Preis. Ich gehe noch mal auf das ein, was ich oben geschrieben habe: Viele dieser Internet/DAB+ – Hybridtuner müssen mit einem Lautsprecher auskommen, der dann in der Regel etwas größer ausgeführt ist. Bei diesen Konzeptzen ist die Mono-Tonwiedergabe auf Breitbandigkeit angelegt. Ein ähnliches Konzept scheinen die Macher des IR+ 11 verfolgt zu haben, mit dem feinen Unterschied, dass ich hier zwei Lautsprecher habe. Diese Lautsprecher sind nicht rund sondern lang gezogen und erinnern mich stark an die Art Lautsprecher, die man in den 1990er gerne in den Stereoröhrenfernsehern verwendet hat – sie sind von der Bauform schmal und tief, lassen sich in den Formfaktor des Internetradios also bestens integrieren.

Klang zu beschreiben ist immer so eine Sache und recht subjektiv, ich versuche es unter diesen Bedingen aber einmal so: Die Bandbreite der Lautsprecher ist für die Größe sehr ordentlich. Im Mitteltonbereich sind sie absolut stark, Sprache wird deutlich, klar und natürlich wiedergegeben und das Spektrum reicht auch im Hochtonbereich überraschend gut hin. Zischende, schneidende Höhen darf man nun nicht erwarten, aber ein Jazzbesen bildet trotzdem noch ordentlich ab. Lediglich der Bass ist ein wenig dünn, überraschend aber, dass er dennoch vorhanden ist. Damit ergibt sich für die Größe (und den Preis) des Radios ein überrasched rundes und volles Klangbild, es könnte transparenter sein, vermag aber zu gefallen. Hier geht es auch nicht um High-End sondern um einen anständigen Klang bei einem günstigen und kleinen Radio – den hat das Gerät und das klappt. Dass Stereolautsprecher vorhanden sind, bringt die Sache weiter nach vorn. In Relation zu vielen DAB-Radios und in Relation zu allen Internetradios in der Klasse bis 13o,- Euro ist das IR+ 11 wirklich Spitzenreiter. Das wird noch durch die gute Verarbeitung unterstrichen: Das stabile Gehäuse resoniert selbst bei hoher Lautstärke kaum mit.

Für wen ist das das geeignete Gerät?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Wer vom Radio voll profitieren möchte, der braucht ein WLAN – vorzugsweise hint einer DSL-Flatrate. Der Formfaktor bringt weitere Einsatzgebiete mit sich – so ist das IR+ 11 ein gutes Radio für Küche, Bad und Arbeitszimmer. Auch ein Einsatz als Radiowecker ist prinzipiell denkbar (zwei Weckzeiten), aber nicht ganz optimal. Das Display lässt sich zwar dimmen, nicht aber komplett dunkel schalten und selbst auf niedriger Stufe ist es sehr leuchtstark. Räume mit einer Größe bis 20 m² lassen sich mit dem Gerät problemlos beschallen.

Interessant ist das Radio auch für all jene, die sich nicht an Portalen anmelden möchten. Eine Anmeldung am Frontier Silicon Radioportal erhöht den Komfort erheblich, rein prinzipiell ist sie aber nicht notwendig. Interessante und nerdige Podcasts werden vom IR+ 11 zu Hauf empfangen. Per default hört man /dev/radio, Alternativlos oder das Chaosradio. DRadios Computer und Kommunikation sind ebenso verfügbar wie die Sendungen der beiden Wolfgangs (vulgo Computerclub Zwei). Auch die öffentlich-rechtlichen Stationen sind alle da – im Stream und freilich auch deren Podcasts. Das Dinmg macht hier richtig Spaß.

Fazit: Ein schönes Internetradio mit DAB+- und UKW-Tuner, mit dem sich auch komfortabel Podcasts hören lassen. Via UPnP ist das IR+ 11 auch gut im Netzwerk zur Wiedergabe von Audiodateien nutzbar. Der Empfang ist gut, die Bedienung logisch, der Klang in der Preisklasse sehr gut und auch die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Weiterhin ist das Radio mit einer Leistungsaufnahme von unter einem Watt im Standby auch unter Umweltaspekten ok. Wer Wert auf einen Aux-In legt, gerne iPhone oder iPod andocken möchte, USB-Medien mounten will oder Ethernet braucht, wer eine Fernbedienung möchte, der braucht ein andere Gerät. Für alle anderen gilt ein klares Go! Gutes Teil.

Und der Preis?

Ich betrachte das Radio natürlich in Abhängigkeit seines Preises und der Test korrespondiert freilich damit. Die billigsten reinen Internetradioempfänger sind ab etwa 65,- zu haben, man kann auch 400,- für so etwas ausgeben. Beim Blaupunkt IR+ 11 sind die Preise – und das macht die Betrachtung nicht ganz einfach – recht volatil. Eine Zeitlang wurde das Gerät für 99,- Euro bei der Supermarktkette Real angeboten, vor zwei Wochen sah ich das Radio in einem Nürnberger Media Markt für 118,- Euro – das ist ein sehr akzeptabler Preis gemessen an Featurereichtum,. Verarbeitung und Klang. Im Netz schwanken die Preise zwischen 120,- und 150,- Euro. Also: Ich halte derzeit (Stand April 2012) das Radio für etwa 100,- für ein Schnäppchen, 130,- scheint derzeit der normale Preis zu sein.

Derzeit wird von Real wieder ein Blaupunkt-Internetradio angeboten, zum Preis von 99,- Euro. Hierbei handelt es sich aber leider nicht um das IR+ 11 sondern um das IR 10, das keinen FM/DAB-Tuner hat. Es sieht sehr ähnlich aus – ist aber eben nicht das Gleiche (mehr Infos hier).

Ab morgen (16.4.2012) bei real: Das Blaupunkt Internetradio IR10 im Vergleich zum IR+11

Morgen verkauft die Supermarktkette real ein Internetradio der Fa. Blaupunkt mit der Bezeichnung IR 10 zum Preis von 99,- Euro. Die Internetradios gibt es sowohl im Onlineshop…

… als auch im Supermarkt selbst:

Das IR10 ist ein ordenutliches Internetradio. Aber es ist kein Schnäppchen, denn vor einiger Zeit verkaufte Real das IR+ 11, das fast genau so aussieht, für ebenfalls 99,- Euro und dem IR+ 11 it in jedem Fall der Vorzug zu geben! Warum? Das IR+ 11 verfügt neben der Internetradio-Funktion zusätzlich über einen Tuner für UKW und das neue Digitalradio DAB+! Das sollte man unbedingt wissen und die beiden Geräte nicht verwechseln!

Dieser Unterschied bringt Radioprogramm in sehr guter Qualität, wenn das Internet mal ausgefallen sein sollte oder das WLAN nicht geht sowie regionale Sender, die keinen oder keinen guten Stream anbieten. Über das IR+11 werde ich die Tage mal was bloggen…

 

USB-DAB+-Stick für ´nen Zwanni

Ich bin weder verwandt noch verschwägert und ich bekomme für diese Aktion auch kein Geld. Nein, ich schreibe das hier aus voller Überzeugung, weil ich den Stick für ein geniales Stückchen Technik halte und wenn es den irgendwo gerade billig zu haben gibt, will ich einfach darauf aufmerksam machen: Der Nürnberger Versender Völkner hat gerade den NOXON DAB Stick für 19,95 Euro im Angebot – was ein sehr fairer Tarif ist.

Über den Stick habe ich schon einiges geschrieben, der aktuelle Stick wird aber mit einer revidierten Antenne verkauft, was der Sache nur dienlich sein kann.

Wer profitiert vom Stick?

Zuvorderst natürlich jeder, der gerne mit der neuen DAB+-Technik experimentieren möchte und den vollen Funktionsumfang ausprobieren will. Weiterhin ist der Stick für alle interessant, die mit einem UMTS-Stick ins Netz gehen und auf den Traffic aufpassen müssen (und daher beim Webradiohören eher die Füße stillhalten müssen).

Hier gehts zum Webshop. Und hier sowie hier gibt es weitere Infos zum NOXON-Stick.

Muxx Inspector

@dabmuxxi hat eine wirklich interessante kleine Freeware geschrieben, die alle Besitzer des NOXON DAB-Sticks interessieren dürfte:

Muxx Inspector tut nichts anderes, als die Datei dab.dat des NOXON-Sticks auszulesen und die dort hinterlegten Informationen – die man sonst nicht zu Gesicht bekommt – ausführlich und strukturiert darzustellen.

Die Software kann hier heruntergeladen werden.

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