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Nürnberg im O-Ton-Feature: Mit dem Mikrofon durch die Wand (1989)

Zu meinen liebstgehörten Sendungen im öffentlich-rechtlichen Hörfunk gehören Features. Jede der großen Anstalten hat einen entsprechenden Sendeplatz, und so dürfen wir uns in Deutschland über eine Fülle und einen Reichtum höchstwertiger Hörbilder freuen – leider wird diese – ich sage bewusst: Kunstform – oft verkannt.

Im Sommer nutzt der Bayerische Rundfunk mit seinem zweiten Programm den Sendeplatz, um Features vergangener Tage erklingen zu lassen, die sich maßgeblich aus Originaltönen speisen. Sechs Features aus sechzig Jahren Rundfunkgeschichte sind ausgewählt, drei habe ich bereits gehört, alle sind sie hörenswert, eines aber sticht durch seinen regionalen Bezug heraus: Es ist das Tonexperiment „Mit dem Mikrofon durch die Wand“ von Ralf Huwendiek.

1989 nimmt sich der Autor und Regisseur Ralf Huwendiek einen Stadtplan und zieht mit dem Lineal eine Linie von seiner Gostenhofer Wohnung zum Sinwellturm. Was diese Linie kreuzt, will er in guten 50 Minuten hörbar machen. Es klingt so einfach und ist in seiner Umsetzung doch so kompliziert, denn nicht jeder, der von der Linie „gekreuzt“ wird, will etwas sagen oder beitragen.

Huwendieks Feature ist keine Liebeserklärung, das Bild, das er malt, zeigt auch nicht durchgehend düstere Farben, es hinterlässt aber einen etwas faden Geschmack. Und es birgt einige Überraschungen:

Beispielsweise das Feature „Mit dem Mikrofon durch die Wand“ von Ralf Huwendiek. Er trifft auf seiner akustischen Wanderung durch seine Lieblingsstadt Nürnberg auf einen alten SS-Soldaten. Huwendieck begegnet dieser Nazi-Propaganda sehr geschickt, indem er sie anders behandelt als alle anderen O-Töne. Mehr möchte ich nicht verraten… (Quelle: BR)

Für jeden Nürnberger (aber nicht nur für Nürnberger) ein hörenswertes Stück Radio-, Zeit- und Lokalgeschichte. Wie war Nürnberg 1989 – und wie nah ist dieses damalige Nürnberg teilweise heute noch?

Gut, dass es das BR-Feature als Podcast gibt. So lässt es sich noch eine Weile nachhören, bis es (wann auch immer) mal depubliziert wird.

Hier gehts zur Audiodatei „Mit dem Mikrofon durch die Wand“.

Wirtshaus-Explorer: Block House Nürnberg – lieblose Systemgastronomie mit miesen Speisen

Am gestrigen Mittwoch waren wir beim relativ neu eröffneten Block House am Nürnberger Hauptmarkt zum Mittagessen. Das war, mit Verlaub, nicht meine beste Idee, und schlussendlich habe ich den Besuch in diesem Restaurant (Eigenbeschreibung) bereut. Um es zusammenzufassen: Was ich im Block House erleben musste, verdient meiner Meinung nach das Prädikat „kackdreist“, und für die mindere Speisenqualität scheinen mir auch die dort aufgerufenen Preise unangemessen. Aber der Reihe nach.

Block House ist eine Franchise-Kette, auf den Webseiten der BlockGruppe wird auch ganz offen von Systemgastronomie gesprochen. Ich hätte also ahnen können, was mich erwartet, aber ich habe es nicht geahnt.

Wir kamen am Mittag kurz vor zwölf – also zur besten Mittagessenszeit – im Restaurant am Hauptmarkt an und nahmen vor dem Haus Platz. Man sitzt recht schön am Hauptmarkt, die Stühle sind bedquem und große Sonnenschirme spenden Schatten. Recht schnell kam die Bedienung, deren Service sich weniger durch Diskretion, sondern mehr durch eine etwas überzogene, fast schrille – wie einstudierte – Höflichkeit auszeichnete. Wir bestellten Getränke und bekamen die Karte gereicht – aber nur die Hauptkarte, die Mittagskarte fehlte. Nun gut, man könnte meinen, dass dieses „Vergessen“ der Mittagskarte ein einmaliger Lapsus der Kellnerin sei – doch weit gefehlt! Während unseres Aufenthaltes im Nürnberger Block House mussten wir beobachten, dass keinem Gast von selbst die Mittagskarte gebracht wurde. Wer nach der Karte fragte, bekam sie aus dem Restaurant gebracht, wer nicht danach fragte oder von der Existenz nichts wusste, der hatte eben Pech. Dieses Verhalten hätte mir Warnung genug sein müssen – aber wir haben von der Mittagskarte bestellt. Auf dieser „Lunch Time“-Karte wurden unter der Rubrik „Wochengerichte“ sowohl „Drei kleine Rindersteaks – saftig gegrillt mit knackigem Pfannengemüse und einer Baked Potato mit Sourcream“ als auch „Block Burger mit feinwürzigem Blattspinat und Kartoffel-Selleriepüree“ zu je 9 Euro angeboten. Nun, 9 Euro sind für ein Gericht von der Mittagskarte in meinen Augen schon ein ordentlicher Preis, aber es ist ein Steakhouse, und als Nürnberger hat man sich an solche Preise in der Innenstadt ja fast gewöhnt. Also haben wir die beiden Wochengerichte bestellt.

Zu jedem der Gerichte wurde ein kleiner Salatteller gereicht, der Salat war frisch, das Dressing zwar fertig, aber durchaus schmackhaft. An Salat stelle ich persönlich keine so hohen Ansprüche, der ist nur nettes Beiwerk, und da bin ich auch nicht übermäßig kritisch. Dass dieser einfache Salat das Beste sein sollte, was wir im Block House gegessen haben, hätte ich aber wirklich nicht gedacht.

Die drei kleinen Rindersteaks waren vor allem eines: klein. Wäre ich böse, so würde ich das als Fleischabschnitte bezeichnen (und hätte ich zu Hause ein Steak zubereitet, hätte ich Abschnitte dieser Größe dem Kater Ludwig verfüttert), aber ich bin nicht böse – belassen wir es also bei drei sehr kleinen Steaks. Zumindest haben sie in der Karte nicht gelogen – klein waren die Rindersteaks, wie gesagt, in der Tat. Die Ofenkartoffel war auch zu trocken, das fiel aber nicht so sehr ins Gewicht, weil die Kellnerin vorsorglich noch Sourcream nachgereicht hat und man der trockenen Kartoffel so wenigstens mit reichlich Soße beikam. Das Pfannengemüse war so weit ok, wenn man darüber hinwegsehen kann, dass es mehrheitlich aus Zwiebeln bestand. Wir konnten darüber hinwegsehen. Zu den Steaks muss noch gesagt werden, dass freilich gefragt wurde, wie diese gebraten werden. Der Wunsch: Medium-Rare. Das Ergebnis: Die Steaks wurden medium-Rare gebraten, weil sie aber so klitzeklein waren, kamen sie bereits völlig erkaltet auf den Tisch. Neun Euro.

Ich hatte ja, ihr erinnert Euch, noch den „Block Burger“. Den orderte ich nicht mit dem Kartoffelbrei – mir wurden Pommes angeboten. Dazu also der Burger und Blattspinat.

Vorweg allerdings eine Frage: Wie stellt Ihr Euch einen Burger vor?

Die Wikipedia definiert einen Burger wir folgt:

Ein Hamburger (auch kurz Burger) ist ein Weichbrötchen mit verschiedenen Belägen, das meistens als warmes Schnell- oder Fertiggericht verkauft wird. Hamburger werden hauptsächlich mit dem sogenannten patty, einer gegrillten Scheibe aus Rinderhackfleisch (einer Art Hacksteak) belegt und bilden den Standardartikel vieler Fast-Food-Ketten. (Quelle: Wikipedia)

Weichbrötchen mit verschiedenen Belägen und einem „patty“, das war bislang auch meine Vorstellung von einem Burger – und ich habe auch nie einen Burger bekommen, der diesem Minimalstandard nicht genügte –, bis ich bei Block House „gegessen“ hatte. Nun, ich lasse an dieser Stelle einfach mal ein Bild sprechen (dass es etwas gelbstichig ist, liegt am gelben Sonnenschirm, unter dem wir saßen, nichts desto trotz lässt sich gut erkennen, was sich das Block House erdreistete, mir um neun Euro auf den Teller zu legen):

block-house-burger

Was sehen wir? Wir sehen einen Haufen TK-Pommes, einen Klacks Spinat (dazu später ein paar Worte) und das, was man bei Block House unter einem „Burger“ versteht. Burger (s.o.) waren für mich immer das ganze Ding, bei Block House wird nur das „patty“ geliefert.

Ich konnte es zuerst nicht fassen. Bei meinem Burger fehlten der Salat, die Tomatenscheibe, das Brötchen. Vor mir lagen TK-Pommes, der Spinat und ein Burgerpatty „ohne alles“. Ganz klar: Hier kann es sich nur um einen Fehler des Kochs handeln. Ich rief die Bedienung herbei und fragte höflich nach, wo denn der Rest meines Burgers sei. Nun musste ich mir sagen lassen, dass es da keinen Rest gibt. Der Burgerpatty, der da recht nackt auf dem Teller vor mir lag, ist nach Definition des Block Houses – so wurde mir von der Kellnerin bestätigt – der komplette Burger. Ich war fassungslos. So etwas ist mir noch nie passiert. Wirklich noch nie im Leben! Das äußerte ich auch. Nun dozierte die Kellnerin etwas über die Geschichte des Burgers und dass der ursprüngliche Burger eben nur aus dem Hackfleischpatty bestand. Sie sagte, es tue ihr leid, und bedeutete mir, das so hinzunehmen. Ich sagte ihr, dass es mir mindestens genauso leid tut, so einen Burger essen zu müssen. Dies – wen nimmt es Wunder – überhörte sie geflissentlich und verschwand.

Wir schreiben das Jahr 2013 und befinden uns in Nürnberg, gelegen im südlichen Teil der Bundesrepublik Deutschland. Ob in der Kupfersteinzeit oder zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs jemand mal den Burger ohne Brötchen und Salatblatt gegessen hat, interessiert mich nicht einmal am Rande. Wenn ich heute in ein Autohaus gehe und ein Auto bestelle, so wird mir ein komplettes Auto geliefert – mit vier Rädern, Motor, Getriebe, Fahrgastzelle, Radio und Rückspiegel. Man stelle sich vor, ich bestellte mir in der Mercedes-Niederlassung ein Auto und der Händler lieferte mir das Fahrgestell mit vier Rädern, einen Motor und sonst nix. Und man stelle sich vor, der Händler würde, gefragt nach dem Rest des Autos, zu schwafeln beginnen, dass man sich als autorisierter Mercedes-Händler selbstverständlich nicht mit nicht dem Standard entsprechend mit Fahrgastzelle, Rückspiegel und Radio liefert, sondern in der Tradition von Carl Benz stehend, so, wie man das für richtig halte. Denn schließlich hatte der Motorwagen von 1886 ja auch weder Fahrgastzelle, Rückspiegel noch Radio, wer wollte denn 2013 schon ein komplettes Auto? Pah. Man stelle sich das einmal vor…

Nun saß ich da vor meinem „Burger“. Nun gut, ich bin ja lernfähig und kann mich auf Neues einlassen. Ich probiere also den „Block Burger“. Ein Patty, das nach erschreckend wenig schmeckt. Dreimal biss ich auf Knorpel. Zur Enttäuschung gesellte sich schließlich Ekel. Die TK-Pommes waren so weit in Ordnung, nicht der Rede wert, der Spinat war zäh und lauwarm, nicht der Rede wert. Mein persönliches Fazit: Eine Speise, die bei mir Enttäuschung und Ekel hervorruft (Knorpel im Fleisch kann ich wirklich nicht leiden, da ist es vorbei!). Neun Euro.

Der Besuch beim Nürnberger Block House war für uns ein Fiasko, und ich darf mit Fug und Recht sagen, dass ich in diesem Jahr noch nirgends so schlecht gegessen habe, wie im Nürnberger Block House. Ich will aber auch nicht verschweigen, dass die Interpretation des Burgers im Ausland wohl nicht gänzlich ungewöhnlich zu sein scheint. Ich ziehe hierfür wieder die Wikipedia zu Rate:

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden beide Begriffe auf Hamburger oder nur Burger verkürzt. Während das englische Wort „hamburger“ auch für die verwendete Hackfleischsorte (mageres Rinderhack) oder für das nackte Fleischgebilde ohne Brötchen und weitere Zutaten stehen kann, ist im Deutschen immer der ganze Imbiss aus Fleisch und Brötchen gemeint. (Quelle: Wikipedia)

Ein Lapsus, ein interkulturelles Missverständnis zwischen Gewohnheiten in Deutschland und den USA? Mitnichten. Wer die Webseite der Fa. Block House Restaurantbetriebe AG aufmerksam studiert, erfährt, dass im Jahre 1968 in der Hamburger Dorotheenstraße das erste Block-House-Restaurant von einem Herren namens Eugen Block eröffnet wurde. Ich muss an dieser Stelle einfach feststellen, dass Hamburg nicht New York ist und man seit dem Jahre 1968 in Deutschland tätig ist. Ich darf daher unterstellen, dass man nach etwa 45 Jahren Geschäftstätigkeit in der Bundesrepublik mit den hiesigen Gepflogenheiten vertraut ist.

Was ich im Block House erlebt habe, lässt sich einfach fassen: Ich sehe das Block House Nürnberg als ein lieblos geführtes Restaurant, in dem Speisen gereicht werden, die meinen Qualitätsansprüchen nicht im Ansatz genügen (und ich bin nun kein „Gourmet“ – ich bin mit einem einfachen, anständigen Essen sehr zufrieden). Die Preise hierfür empfinde ich als unangemessen hoch. Ich kann daher das Nürnberger Block House ausdrücklich nicht empfehlen.

Sommerbaustellen der VAG 2013

Wer trotz der Ferienzeit mit der VAG in die Arbeit will, der muss unter Umständen ordentlich Geduld und eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen. In diesem Jahr gibt es nämlich eine ganze Menge Sommerbaustellen.

Prinzipiell ist die Idee ganz gut: In der Zeit mit dem geringsten Verkehrsaufkommen – der Sommerferienzeit – geht die VAG wichtige Bau- und Sanierungsvorhaben an, was freilich nicht immer ohne Beeinträchtigungen laufen kann. Über die Informationspolitik der VAG lässt sich streiten und wer trotz Urlaubszeit mit den „Öffis“ zur Arbeit muss braucht Geduld und muss früher aufstehen.

Diese Zusammenstellung schreibe ich auch und besonders, weil ich mit der Informationspolitik der VAG nicht zufrieden bin. Ein Aushang an den betreffenden Haltestellen einen Monat vorher hätte sicher nicht geschadet. Aber auch den genauen Standort der Bedarfshaltestelle in Schoppershof konnte man mir gestern (!) bei der VAG auf telefonische Rückfrage nicht mitteilen.

Zwei ungünstige Faktoren fallen in diesem Sommer zusammen: Zum einen gibt es überraschend viele Baustellen und zum anderen ist die Hauptschlagader des Nürnberger Nahverkehrs, die U-Bahn, auf den Linien 1 und 2 betroffen.

Richtig heftig erwischt es all jene, die am Hasenbuck und der Frankenstraße die U-Bahn nehmen wollen, denn der Bahnhof Hasenbuck ist von heute bis zum 11. September komplett gesperrt. Der Ersatzbus E1 fährt von der Frankenstraße zum Hasenbuck im 12-Minuten-Takt. Infos zur Sperrung stellt die VAG in einem pdf zur Verfügung. Der Umbau am Hasenbuck trifft aber auch alle, die auf der U1 in Richtung Langwasser unterwegs sind – man kann nicht einfach von Fürth kommend (und retoure) durchfahren, sondern muss an der Frankenstraße das Gleis wechseln. Das hat freilich auch Einfluss auf den Takt.

Zwischen Scharfreiterring und Messe werden ab heute für einen Monat ab 21 Uhr Kabel erneuert, was zu eingleisigem Betrieb führt.

Eine ähnliche Situation gibt es im Nürnberger Norden auf der Linie U2: Von heute bis zum 18. August ist der U-Bahnhof Schoppershof gesperrt und wird nur eingleisig durchfahren. Auch hier gibt es einen Busersatzverkehr mit der Linienbezeichnung E2, hier wird Schoppershof an den Nordostbahnhof im 10-Minuten-Takt angebunden. Auch der Takt von U2 und U3 ist wegen des eingleisigen Betriebs in Mitleidenschaft gezogen. Diese Art der Streckenführung habe ich heute mal ausprobiert, es klappt nicht ganz reibungslos – wer in Richtung Röthenbach unterwegs ist, kann bei der Überbrückung der Haltestelle wegen suboptimal ineinandergreifende und ausgedünnter Takte und der Fahrzeit des Busses (allein auf der Äußeren Bayreuther Str. viel Verkehr und drei Ampeln) bis zu 20 Minuten verlieren. Die VAG informiert auch hier mit einem pdf.

Und dann ist da noch die Straßenbahnlinie 4 – sie fährt von Thon bis zum Plärrer, wird vom Plärrer bis Gibitzenhof dann aber durch den Bus E4 ersetzt.  Kanal- und Gleisarbeiten sind der Grund. Die Bauarbeiten beginnen heute und sollen bis zum 11. September fortdauern. Umgestiegen werden muss jeweils nur einmal am Plärrer. Fahrpläne und Infos – im pdf der VAG.

Schon fast komplex wird es zwischen Schnigling und Fürth rund um die Haltestelle Kurgartenstraße und Herderstraße. Hier wird die den Frankenschnellweg überspannende Kurgartenbrücke komplett überholt, mit der Konsequenz, dass sie von heute bis zum 11. September voll gesperrt ist (außer für Fußgänger). Weite Umleitungen und Fußwege sind in Kauf zu nehmen, die Haltestellen Herderstr. und Hans-Böckler-Str. werden gar nicht bedient. Info? Pdf.

Weitere Baustellen und Einschränkungen auf Buslinien und der Straßenbahnlinie 6 findet man auf der Webseite der VAG.

Nun, das alles ist nicht angenehm und leider auch nicht vermeidbar – man kann nur versuchen, dafür Sorge zu tragen, dass die Umleitungen so reibungslos wie möglich verlaufen. Der VAG sei hier ins Stammbuch geschrieben, dass ihnen wirklich kein Zacken aus der Krone gebrochen wäre, wenn man die Kundschaft ein bis zwei Monate vorher gewarnt hätte (und nicht zwei Wochen vorher).

Der große Abriss?

Mit seinem Blogpost „Nürnberg und die Industriekultur“ vorgestern spricht mir Dirk Murschall zutiefst aus der Seele. Freilich hätte ich meine Gedanken zu seinem Post als Kommentar im immer empfehlenswerten Blog Sugar Ray Banister hinterlassen können – aber ich will das Thema hier aufgreifen – in der Hoffnung, dass es die Diskussion weiter beflügelt, wenn die auch blogübergreifend geführt wird.

Zuvorderst: Kritik an den Altstadtfreunden wird in unserer Stadt unverhältnismäßig stark geahndet. Als Wahlfranke bin ich immer wieder erstaunt, welche Lobby dieser Verein aufzubauen verstand und wie rigoros mit Kritik an seinen Aktionen über Gremien- und Parteigrenzen hinweg umgegangen wird. Das soll die Verdienste der Altstadtfreunde nicht schmälern, mir scheinen diese Verdienste aber in anderem Licht, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, was alles auf deren Betreiben verhindert wurde.

Die Altstadtfreunde kümmern sich z.B. herzallerliebst um den Wiederaufbau und den Erhalt des historischen Stadtkerns der Nürnberger Altstadt und verteidigen ihn auch vehement gegen Modernisierungen wie z.B. den Umbau des Augustinerhofs durch Helmut Jahn. (Quelle)

Es ist mir kein treffenderer und glanzvollerer Euphemismus zu dieser Causa bekannt, danke Herr Murschall!

Nun aber zum eigentlichen Gegenstand – unserem Umgang mit jüngerer Architektur in Broudwoschdd-City. Es sind nicht allein die Abbrüche zu beklagen, die bereits geschehen sind – es ist zu warnen und aus diesen Fehlern zu lernen! Ein Objekt kann immer dann erhalten werden, wenn die Erkenntnis, dass es erhalten werden kann und muss, auf den Willen zum Erhalt und der kreativen Umwidmung um willen einer Weiternutzung trifft. Auch in Nürnberg lassen sich Beispiele finden, darauf gehe ich später ein.

Manchmal klappt es prima, manchmal drängt sich die Idee zur Weiternutzung förmlich auf. Und manchmal muss man sie suchen (und zum Finden bedarf es einer gewissen Kreativität). Die Kreativität vermisse ich im Nürnberger Stadtbild aber schon lange. Den „südpunkt“ finde ich ähnlich langweilig wie den U-Bahnhof Friedrich-Ebert-Platz. Noch mehr aber fehlt die Kreativität bei der Umnutzung. Wo interessante Konzepte entstehen, fehlt die Risikobereitschaft. Welch interessante Konzepte hat es für das Volksbad gegeben und was ist davon geblieben? Freilich muss man manchmal einfach auch das Portemonnaie aufmachen – das Volksbad hat über Jahrzehnte entweder Geld erwirtschaftet oder die Stadtkasse indirekt entlastet, nun muss nach 100 Jahren mal wieder richtig Geld in die Hand genommen werden. Und – auch wenn ihr mich dafür haut – es ist mir lieber, wenn sie wieder Technopartys im Volksbad machen, als wenn es still vor sich hingammelt. Die Technopartys haben dem Volksbad nämlich weit weniger Schaden zufügen können als die abwartende Haltung der Stadtoberen.

Und nun komme ich zum allüblichem Ceterum censeo, das die geneigte Stammleserschaft hier bereits kennt: Unsere Kinder (und unsere Nachfahren generell) werden uns für unseren respektlosen Umgang gerade mit der Architektur des 20. Jahrhunderts einestages verfluchen.

Wir opfern zuerst unsere geschichtsträchtigen Industriebaute dem Zeitgeist, der fehlenden Kreativität und dem vermeintlich leeren Stadtsäckel (für eine automatisch betriebene U3 hats ja auch gereicht). Bauten, die erhalten werden, fallen nicht selten einer unsensiblen Sanierung anheim. Inzwischen sind nicht nur Industriedenkmäler in Gefahr – bei den Diskussionen um einen neuen Konzertsaal für Nürnberg mache ich mir auch ernsthaft über die Meistersingerhalle Sorgen. Ich bin überzeugt: Hätten wir den neuen Konzertsaal bereits, so wäre die Meistersingerhalle wahrscheinlich schon den Weg alles Irdischen gegangen.

Als Erstes fallen freilich Industriebauten der Abrissbirne zum Opfer. Dann aber auch Bauten wie das Fürther Parkhotel. Auf der andere Seite der Stadtgrenze schreibt Bloggerkollege Ralph Stenzel sehr treffend: „Abriß verpflichtet – Vom Krieg verschont, vom Stadtrat nicht“ – ich bin zu jung und zu weit weg von Fürth aufgewachsen, um dieser traurigen Bilanz eigene Erinnerungen entgegensetzen zu können und dennoch formiert sich vor dem inneren Auge ein verschwommenes Bild, um wie viel schöner gerade die Fürther Innenstadt heute aussehen hätte können.

Nach nicht einmal dreißig Jahren ist das Fürther City Center mausetot. Wer sich heute durch die Seiten des Fürth-Wiki klickt, erfährt nicht nur um den problematischen Start des Projekts sondern auch um den Niedergang industriekulturell wertvoller Bauten en groß. Ob eine Reaktivierung des Centers gelingt, ist nicht sicher. Interessant auch, dass der einzig Aufrechte, der sich seinerzeit gegen das City Center stellte, Kommunist war.

Ich bleibe in Fürth: Ein Beispiel, wie sich vermeintlich obsolete Bauten sinnvoll und wirtschaftlich nutzen lassen, gibt das Ottoschulhaus. Nach dem Umzug der Realschule wurde das Schulgebäude saniert und neben schicken wie teuren Eigentumswohnungen entstand hier das großzügig angelegte und sehr sehenswerte Stadtmuseum. Ein anderes gefällig? Das Berolzheimerianum. „Schon wieder Kultur, soviel Kultur haben wir nicht wie Raum“, mögen nun Kritiker sagen – aber Sanierung und Betrieb des Berolzheimerianums geschahen und geschehen privatwirtschaftlich.

Dem Niedergang der Industrie im Nürnberger Klingenhof trotzt die Nutzng der Gebäude. Im „Ofenwerk“ sind heute Handwerksbetriebe und Werkstätten untergebracht, in der „Resi“ ist zum einen die Großraumdisko Rockfabrik und das Seminarzentrum der GRUNDIG AKADEMIE untergekommen, die alte Fensterfabrik Schlee ist nun ein Motor-Museum.

Ob in Nürnberg oder Fürth – wir betreiben Raubbau an unserer eigenen Geschichte. Und das ohne Not. Freilich ist der Erhalt des Quelle-Areals eine Herausforderung, aber der Erhalt von AEG war es auch (und er ist gelungen).
Es braucht nur mutige und weitsichtige Stadtväter. Was wäre Fürth heute, wenn man auf Walter Riedel gehört hätte? Was wäre der Augustinerhof heute, wenn nicht die Kniedlasköpf vom Altstadtverein alles verhindert hätten? Es ist diese Mischung aus Angst vor Neuem und Mutlosigkeit, Altes zu bewahren, es ist die Angst, mutig eigene Konzepte voranzutreiben und sich gegen den Zeitgeist zu stellen, Denkmalschutz aktiv voranzutreiben und auch mal einen Investor wieder vor die Tür zu setzen. Es ist der vermeintliche Populismus, der uns dieser Tage so viel städtische Identität kostet.

Streckt der SÖR die Waffen vor 5cm Neuschnee?

Ein Rant auf den SÖR? Wie originell. Das weiß ich selber, aber der Zorn muss raus. Und warum sollte so ein Blog nicht auch einmal der Seelenhygiene dienen.

Irgendwie rante ich jedes Jahr, hier habe es es mal mit einem Interview versucht, hier war ich gefrustet.

Der heutige Wintereinbruch kam nun wirklich nicht überraschend. Am Montagabend fiel im Nürnberger Norden der erste leichte Eisregen, am Mittwochabend begann es schon ein wenig zu schneien, und auch der Wetterbericht von BR, NN und Wetterochs wusste von 5–10 cm Neuschnee zu künden. Wir dürfen also nicht überrascht tun, auch der SÖR nicht. Was wir dafür heute früh auf den Straßen erleben mussten, war schlicht unmöglich. Um 8.30 Uhr war weder die Welserstraße noch die Äußere Bayreuther Straße geräumt oder gestreut. Die Oedenberger Str. und der Nordostbahnhof – eine Eisplatte.

Das inzwischen das Geld fehlt, während einer Winterperiode Nebenstraßen auch nur ein einziges Mal zu räumen, daran haben wir uns über die Jahre gewöhnt – in Johannis gleichermaßen wie in Schoppershof, Ziegelstein oder Rennweg. Das mittelgroße Straßen wie die Bessemerstraße oder am Klingenhof nicht mehr geräumt werden – wir sind ja leider bereits darauf eingestellt. Nun aber muss ich feststellen, dass selbst die Nürnberger Hauptverkehrsstraßen nicht mehr geräumt werden.

Heute Morgen habe ich Radio Energy Nürnberg gehört – dort Warnungen vor Glätte überall. Überall? Nein, ein kleines gallisches Dorf namens Fürth hat schneefreie Straßen.

Warum kriegt es der SÖR inzwischen nicht mal mehr gebacken, die Nürnberger Hauptverkehrsstraßen bis um halb Neun zu räumen? Gut, Nürnberg hat – Delfinlagune, fahrerloser U-Bahn und einigem anderen Blödsinn mehr – über eine Milliarde Euro Schulden (Pro-Kopf-Verschuldung aus 2009 zum Vergleich – interessante Grafik, die ebenfalls Bände spricht), aber steuern wir nun wirklich auf britische Verhältnisse zu?

So geht es jedenfalls nicht weiter: Sanker, die sich vor dem Theresienkrankenhaus nicht gebremst kriegen, Auffahrunfälle, Schneckentempo auf den Hauptstraßen. 5cm Neuschnee und eine Stadt kriecht. Das kann doch nicht sein.

Umsonstladen Nürnberg

Das Konzept eines Umsonstladens – das dem Wort eigene Paradoxon darf als gewünscht gelten – ist einfach und bestechend zugleich. Jeder, der nicht mehr gebrauchte aber noch nutzbare Sachen übrig hat, kann sie in einem Umsonstladen abgeben und Dinge, die man selbst gebrauchen kann oder schön findet, mitnehmen – wenn man will. Wie ein Tauschbasar mag einem dieses Konzept auf den ersten Blick vorkommen – wer genauer hinsieht, der kann aber bei weitem mehr dahinter entdecken.

Es geht nicht um das Tauschen, denn bei diesem Vorgang würde dem jeweiligen Gegenstand ja ein Tauschwert zugeschrieben, es geht darum, einen wie auch immer gearteten „Wert“ von einer Sache loszulösen und sie jemandem zukommen zu lassen, der sie gebrauchen kann. Damit läuft im Konzept des Umsonstladens der Austausch von Gegenständen ohne Geld und Gegenleistung – Gegenstände, die einstmals Waren gewesen sind, verlieren den Warencharakter, weil sie ja nicht gehandelt werden. Ein durchaus interessantes Experiment und ein von der Idee her im kleinen auch guter Ansatz – es wird nicht nur Müll vermieden sondern Gegenständen ein neuer Gebrauchswert zugeschrieben, der exakt von dem definiert wird, der sich entschließt, das Gut mitzunehmen.

Damit dieses Experiment funktionieren kann, bedarf es einiger weniger Regeln. Für den Umsonstladen in Nürnberg konnte ich herausfinden, dass jeder nur soviel mitbringen darf, wie er selbst in Händen tragen kann und jeder auch nur drei Teile mitnehmen mag. Der Sinn dieser Regeln erschließt sich sofort: Der räumlich begrenzte Laden ist kein Möbellager und maximal drei Teile darf man mitnehmen, damit man nicht den Laden leerräumt und die Beute auf dem Flohmarkt oder in Osteuropa zu Geld macht.

Ich habe vor geraumer Zeit schon mal in der Zeitung gelesen, dass es auch in Nürnberg so einen Umsonstladen gibt und da dieser Tage wieder einmal „Ausmisten“ auf der Agenda stand, haben sich einige Dinge zusammengefunden, bei denen das vielbemühte Wort „zum Wegschmeißen eigentlich viel zu schade“ durchaus zutraf. Diese Dinge, darunter ein Mantel, ungetragene Kleidung, einige Küchenutensilien, Bücher und Schallplatten haben wir also zum Umsonstladen der Nürnberger Jesus Freaks gebracht – und um es vorweg zu nehmen: Es tut mir um jedes weggegebene Stück – so überflüssig es für mich auch gewesen sein mag – wirklich leid. Warum?

Beim Aussortieren haben wir uns wirklich Mühe gegeben – den Wintermantel, der mir zu klein war, brachten wir freilich frisch gereinigt zum Umsonstladen, die kaum gebrauchten Küchenuntensilien wurden nochmal ordentlich abgespült, auf Vollständigkeit geprüft und liebevoll gepackt. Etliches neue aber für uns eben nutzlose war darunter – Dinge also, die bei eBay oder auch dem Flohmarkt sicher noch ein paar Groschen gebracht hätten. Das wollten wir aber nicht, wir hatten uns selber darauf gefreut mit den Sachen anderen eine Freude machen zu können – doch nichts dergleichen ist geschehen.

Wir sind mit dem Auto an den Umsonstladen in der Regensburger Straße gefahren und wurden sofort von Kindern umringt, die lautstark die neue „Lieferung“ umjubelten und diese genau in Augenschein nahmen. Freilich waren die etwas entäuscht, denn unter unseren Sachen fand sich freilich nichts, was Kindern hätte gefallen können. Um die enttäuschten Hoffnungen der Kinder tat es mir leid – nichts desto trotz machten sich die Kinder daran, unser Zeug möglichst schnell in einen abgeschotteten Bereich des Umsonstladens zu bringen. Ich bin in diesen auch nur vorgedrungen, weil ich mir die wirklich schwere Kiste mit den Küchenutensilien nicht aus der Hand nehmen ließ – ein Kind soll so schwer nicht heben!

Im abgetrennten Bereich des Ladens – vom Rest separiert durch einen Schrank und eine große Jesus-Freaks-Flagge, stürzten sich sogleich drei Frauen auf die „Lieferung“ und fledderten in Windeseile die sorgsam gepackten Pakete.

Währenddessen sahen wir uns in dem Teil des Kellergeschosses um, der wohl den Laden darstellen sollte: Alles war in einem wirklich verwahrlosten Zustand: Der Boden übersät mit Papier, Kleidung mehrheitlich auf einen Haufen geworfen und nur Weniges war an Bügeln aufgehängt. In einem alten Schrank vor Dreck starrende Töpfe – und dieses Bild wurde abgerundet von einem muffigen und fettigen Gestank. Das hier Dinge präsentiert werden sollten, die für jemanden einmal einen Wert darstellen sollen – undenkbar. Diesen muffigen Müllhaufen als Umsonstladen zu bezeichnen, wäre mir jedenfalls nicht eingefallen.

Wir haben einigermaßen ernüchtert den Raum verlassen – aber mich packte dann doch die Neugier. Wieso wurde, was wir zum Laden trugen, im separierten Bereich so schnell verräumt – hätte es sich nicht im öffentlichen Bereich finden sollen?

Eine geraume Weile betrachteten wir das Treiben um den Umsonstladen aus den Augenwinkeln – allzu reger Publikumsverkehr herrschte nicht und schließlich entschloss ich mich, wieder zurückzugehen und zu sehen, was denn mit den Sachen passiert war, die wir „angeliefert“ hatten.

Ein paar meiner Bücher und Schallplatten hatten es nach einer halben Stunde tatsächlich in den Laden zu den Müllbergen geschafft, ein Buch, das hat mich gefreut, wanderte auch gleich in die Hände einer Interessentin. Von den (teilweise ungebrauchten) Töpfen, Pfannen und Schalen war alles verräumt. Bedürftige, Interessierte, Studenten hätten diese gar nicht bekommen können. Denn die Ehrenamtlichen scheinen in diesem Umsonstladen eine Art Auswahlrecht zu besitzen. Eine der Ehrenamtlichen ließ sich von mir noch erklären, wie das elektrische Bratenthermometer nun im Detail funktioniert – und schwupps war es verschwunden.

Es ist nicht so, dass ich den dort Tätigen nicht das ein oder andere Stück gönnen würde, zumal die Ehrenamtlichen selbst ganz offensichtlich auch auf ihre Weise bedürftig sind – aber mir drängt sich der Verdacht auf, dass im Nürnberger Umsonstladen alles, was noch halbwegs brauchbar ist, beiseitegeschafft wird und nur das, was den Ehrenamtlichen nicht selbst wertvoll genug erscheint (Bücher und Tonträger), überhaupt im Laden landet.

Damit ist aber nicht nur das Konzept des Umsonstladens kläglich an der Realität und der Gier der Leute gescheitert – auch Bedürftigen tut man ganz offensichtlich nichts Gutes, wenn man seine Dinge den Jesus Freaks anvertraut.

Mir tut es, wie gesagt, um jedes Stück leid – denn hätte ich unsere Sachen beim Roten Kreuz, dem Gebrauchtwarenhof der Diakonie oder der Heilsarmee abgegeben, hätte zumindest eine theoretische Chance bestanden, dass sie auch Menschen erreichen, die sie gebrauchen können und zu schätzen wissen.

Dass der Initiatorin des Umsonstladens im letzten Jahr der „Ehrenwert-Preis“ zuerkannt wurde, geht für mich in Ordnung – sie wird am wenigsten dazu können, dass sie das mit Sicherheit einstmals gute Konzept so gescheitert ist.

Und ganz selten freut sich tatsächlich einer von ihnen sichtbar darüber, dass er etwas Schönes oder Nützliches gefunden hat — und lächelt. (Quelle: NN)

So selten müsste die Freude ja nicht sein – aber was nutzt der Bohei um den Umsonstladen und die inhärente Kapitalismuskritik, wenn von den Dingen, die gespendet werden, nur der Bodensatz wirklich abgegeben wird und das Kellerloch dazu noch infernalisch stinkt? Ich erwarte beileibe keine professionelle Warenpräsentation – aber auf jedem Wertstoffhof geht es ordentlicher zu. Und das Bittere: Auf jedem Wertstoffhof werden wertigere Sachen in die Container geschmissen. Und so ist es besonders schade, dass der Umsonstladen in Nürnberg gescheitert ist.

Am Rande: Ich sehe in einer kapitalismuskritischen Haltung und dem christlichen Glauben keinen Widerspruch. Gerne hätte ich mich darüber auch mit den Jesus Freaks ausgetauscht und mehr über ihre Sicht der Dinge und den Umsonstladen erfahren. Von den Jesus Freaks war nur leider keiner da. Die Frau, die Schicht schob, erklärte mir auf Nachfrage, dass sie mit den Jesus Freaks nun überhaupt nichts am Hut hätte, ursprünglich sogar mal streng katholisch gewesen wäre. Da musste ich schon lachen.

Fernseh-Tipp: Kindheit in Baracken

Unter dem Titel „Kindheit in Baracken – Heimatlos im Nachkriegsnürnberg“ sendet BR alpha heute um 21.45 Uhr eine Dokumentation über das Valka-Lager in Langwasser.

In Zeiten, in denen wir über das refugee camp in Berlin diskutieren, mit Sicherheit ein interessanter Film, der auf die Geschichte und Schicksale von Flüchtlingen in unserer Stadt aufmerksam macht.

Update 27.08.2025: Auch heute noch kann dieser wertvolle Film über einen Teil von Nürnbergs Stadtgeschichte auf Youtube angesehen werden.

MyExtra-Shop Nürnberg Hangele & Küchler. Miese Behandlung inklusive.

Gegen einen Einzelhändler ranten? Darf man das? Eigentlich können einem die Einzelhändler ja ein wenig leid tun – in der Regel leisten sie gute Arbeit und können mit den Angeboten der Onlineshops nur schwer mithalten. Nach dem Erlebnis, das ich heute leider mit dem Mobilfunkladen Hangele & Küchler in der Äußeren Bayreuther Straße hatte, klicke ich meine Sachen noch viel lieber online. Die ganze Episode hat im Übrigen kaum fünf Minuten gedauert.

Was ist passiert? Ich war im Homeoffice. Und musste feststellen, dass mein Handy nicht so richtig funktioniert. Insbesondere das mit dem Internet haute nur sporadisch hin. Weiterhin liegt mir derzeit meine Freundin in den Ohren, dass sie ein iPhone haben möchte. Was man noch wissen muss: Seit 2004 bin ich E-Plus-Kunde und lasse dort im Monat reichlich 75,- Euro.

Also machte ich mich in der Mittagspause auf zum myExtra-Shop Hangele und Küchler. Der Plan war, dort ein iPhone mit vernünftigem BASE oder E-Plus-Vertrag zu erstehen und die Probleme mit meinem Internetzugang am Nokia E7 gefixed zu bekommen.

Um es vorwegzunehmen: Es blieb beim Plan und schuld daran ist Hangele und Küchler.

Ich betrat den Laden, ich war der einzige Kunde, man hätte also theoretisch für mein Anliegen Zeit haben können. Ich ging zu einer Art Tresen, hinter dem eine ältere Dame saß und gelangweilt in einem Telekom-Heft blätterte. Ich machte mich bemerkbar und trug mein Anliegen vor: Ich möchte einen E-Plus- oder BASE-Vertrag, am liebsten in Form einer Partnerkarte und dazu ein iPhone. Ich halte zwar nix vom iPhone – aber es ist ja auch nicht für mich.

Nun sollte man eigentlich meinen, dass ein Verkäufer sich freut, wenn er ein teures Standardprodukt wie ein iPhone verkaufen kann. Bei Hangele und Küchler scheint man das indes anders zu sehen. Als ob mein Anliegen eine Unverschämtheit wäre, raunzte mich die Frau an, dass es bei E-Plus keine Partnerkarten mehr gebe und mit iPhone schon gleich gar nicht.

Ich ließ nicht locker und fragte, ob ich einen BASE-Vertrag bekommen kann. Ja, kann ich. Aber nicht mit iPhone, maulte die Frau. Nur mit Telekom oder Vodafone oder o2. Ich ließ wieder nicht locker und fragte weiter: „Aber Sie haben doch iPhones, oder?“

Das hätte ich mal lieber gelassen. Die Laune der ohnehin schon angespannten Dame sank augenblicklich ins Bodenlose. „Ja, haben wir – aber nur mit Telekom, Vodafone, o2!“ motzte sie mich an.

Welch ein Unding! Ich sehe das Problem nicht. Man verkauft mir ein iPhone. Dann gibt man mir einen BASE-Vertrag. Ich zahle beides und fertig ist die Laube. Nun, bei Hangele und Küchler hatte man weder Bock auf das eine noch auf das andere. Die Frau senkt den Blick Richtung Telekom-Heft. Ich gebe das mit dem iPhone auf. Hier werde ich keines bekommen – das ist mir klar.

Da ist dann noch die Sache mit dem misskonfigurierten Internet auf meinem Nokia-Handy. Kühn wage ich einen neuen Versuch. Mit einem freundlichen Lächeln und einer diplomatischen Nuance in der Stimme versuche ich, die Aufmerksamkeit der Frau vom Telekom-Heft auf mich – genauer: auf mein Anliegen – zu lenken: „Ich habe da ein E7 und de Internet-Zugangsdaten verstellt. Möchten Sie so freundlich sein und sich das mal ansehen? Sie würden mir einen großen Gefallen tun.“

Nun, das war – wie zu erwarten stand – ein Schlag ins Wasser: Das einzige, was ich bekam, war eine patzige Antwort. „Sie haben da nix verstellt, das liegt an E-Plus“* war die lapidare Antwort der Frau. Ich konnte es noch nicht fassen, da setzte die motivierte Dame noch einen drauf: „Sie können das ja dalassen, wir prüfen das. Kost aber extra, denn Sie sind kein Kunde von uns“.

Was soll denn das? Will man mir damit sagen, dass MyExtra gleichbedeutend ist mit „Kost´extra“?? Ich bin immer noch fassungslos. Wofür betreibt man denn einen Laden, wenn man nichts verkaufen will? Warum sperrt man den Laden überhaupt auf, wenn man keinen Bock auf die Kundschaft hat? Es ist mir unbegreiflich. Und die Argumentation, dass die Dienstleistung extra koste, weil man kein Kunde sei, finde ich echt frech – ich wäre ja gerne Kunde geworden – nur bei Hangele und Küchler ist man nicht bereit, dass ich Kunde werde (ein iPhone wollte man mir ja nicht verkaufen).

Mein Fazit: Wer zu Hangele und Küchler in der Äußeren Bayreuther Straße geht, mit dem habe ich kein Mitleid. Ich will bloß etwas kaufen und muss mich dafür anblaffen lassen. Das geht ja mal gar nicht! Und dann will man mir noch für ein simples Nachgucken, ob meine Einstellungen fehlerhaft sind, Geld aus der Tasche ziehen? Und das auch erst, nachdem ich interveniert habe? Es ist unfassbar.

Das Problem mit dem misskonfigurierten Handy löste die E-Plus-Hotline übrigens in unter 60 Sekunden. Man schickte mir – kostenfrei – eine SMS mit den korrekten Einstellungen, das Handy übernahm diese automatisch.

* Das Handy blieb die ganze Zeit in meiner Hosentasche, angesehen hat sich das dort niemand.

Mobilfunksender in Nürnberg

Hat Euch immer schon einmal interessiert, wo der nächste Handymast in Nürnberg steht? Dann darf ich Euch ganz herzlich eine Seite des Stadtplandienstes der Stadt Nürnberg ans Herz legen – hier kann man prima herauslesen, in welcher Straße (inkl. Hausnummer) die nächste Basisstation steht. Es ist auch vermerkt, ob hier GSM oder auch UMTS verfügbar ist.

Leider kann man über diesen Dienst aber nicht herausfinden, welcher Provider an welchen Standorten sein Netz in die Luft bringt – aber ein erster Ansatzpunkt ist gegeben.

Hier gehts zur Liste der Mobilfunksender in Nürnberg.

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