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Voyager 1

Seitz 35 im Weltraum unterwegs hat nun die Voyager 1 unser Sonnensystem verlassen, möglicherwise schon 2012. Unglaublich: Dieses hochkomplexe Flugding hat noch für 40 Jahre Treibstoff an Bord, die Batterie ist wohl 2025 erschöpft. Beeindruckend, auch, dass ein derartig komplexes Gerät unter dien Einsatzbedingungen so lange funktioniert.

Den passenden Sound liefert übrigens dieses Jahr Laserkraft 3D mit Voyager 1. Mal sehen, wie lange dieser Song sich hält 😉

Wochenrückblick KW36/2013

Seit Dienstag nervt mich eine wirklich zähe Erkältung. Daher mal wieder nur ein kleiner Wochenrückblick (spannend war es allemal):

  • Ich stehe immer noch unter dem Einfluss dieses Kanzler“duells“, dabei habe ich mir doch schon zur letzten Bundestagswahl geschworen, das nicht mehr zu gucken. Mann war das dröge, mann ist diese Merkel ein widerliches Stück. An Steinbrücks Stelle hätte ich alle Höflichkeit fallen lassen und die Alte zur Sau gemacht, dass die Wand wackelt. Zu verlieren hat der eh nix mer, so what? Aber selbst dafür sind die Sozn zu feige. Herzlichen Glückwunsch. Nicht. Raab empfand ich übrigens nicht als Gewinn. Es wird meiner Meinung nach Zeit, diesen peinlichen Berufsjugendlichen in Rente zu schicken.
  • Mal wieder was neues von den Ammis – diesmal nicht direkt von der NSA (damit da kein Gewöhnungseffekt eintritt): Die US-Drogenfahndung darf da ohne Richterbeschluss an die Telefondaten ran. Rechtsstaat galore!
  • „Berliner Eichhörnchen“ für Ratte. Kürte ich schon am Montag zum Euphemismus der Woche!
  • Vor dreißig Jahren startete BTX. Daran habe ich selbst ja nur dunkle Erinnerungen. Immer, wenn wir am Postamt in der langen Schlange anstehen musten, spielte ich mit den vielen Knöpfen der öffentlichen BTX-Terminals. Heise erinnert sich. Den wirklich geisten Satz des Artikels muss ich aber hier nochmal hervorheben: „Vor allem die Verlegerverbände wehrten sich heftig gegen das aufkommende neue Medium und starteten parallel zu den Feldversuchen auf einer früheren Funkaustellung die deutsche Bildschirmzeitung.“ Das waren also auch schon vor dreißig Jahren Schwachköpfe. Wie beruhigend.
  • Bei GoogleMaps ist nun Nürnberg in Niederbayern. Der vermeintliche „Fehler“ ist aber schon alt. Wer von den 90ern bis quasi heute auf den offiziellen Seiten des Telefonbuchs nach einer Nummer in „Nürnberg“ sucht, wird auch imer gefragtm ob er Nürnberg/Mfk. oder Nürnberg-Tann/Niederbay. sucht.
  • Deutschland wählt weiss.
  • Irgendwann zieht beim Schlömer jemand den Stöpsel, dann macht es pffffffft und dann steht da der Kerkeling. Oder wie anders ist so ein Unfug wie „Eltern sollten die Passwörter ihrer Kinder kennen, damit sie kontrollieren können, was ihr Nachwuchs im Internet treibt“ zu erklären?! Gut, das mit den Piraten löst sich gerade eh in Wohlgefallen auf, was ärgere ich mich eigentlich?
  • Nokias Smartphonegeschäft ist aufgekauft worden – von (oh Wunder) Microsoft. Witzig an dem Deal ist, dass Balmer und Elop zwei scheidende CEOs sind. Der neue Microsoft-Boss tritt meiner bescheidenen Meinung nach kein leichte Erbe an. Aus Usersicht: Nokia hat in den letzten Jahren einwandfreie Hardware abgeliefert, Symbian und MeeGo rutschten in die Nische, Windows Phone ist für mich ein seltsames System. Zur Zeit sind alle NOKIA-Windowstelefone angenehm günstig. Und die Aktie zog beim Verkauf ordentlich nach oben. Das ist alles nicht mehr lustig.
  • Die VAG warnt gerade vor falschen Kontrollettis.
  • Die Ammis haben den Assange auf dem Chaos Communications Congress ausspioniert. Glaubt wenigstens der Assange. Wobei auch ich geneigt bin, ihm zu glauben. Im Buch von DDB stand davon leider nix, wär ja spannend, ob der sich da an was erinnert/da was mitgekriegt hat, er müsste ja dabei gewesen sein.
  • Habe jetzt auf dem One X ein Update auf 4.2.2 und das aktelle Systemgedöns gemacht. Sieht scheiße aus. Kann man auch lassen.
  • Andriod 4.4 heißt nun nicht mehr Key Lime Pie sondern KitKat. Und das offiziell, Google hat mit Nestle gedealt. Oh. Wie. Albern. (Gibts auch bald in D).
  • Ach, zum Dreikampf am Montag – nur wenige Worte: Der Trittin ist halt wirklich hammerhart: Ich erinnere mich, dass er zu Zeiten des Kabinett Schröder I mal gesagt hat, Friedrich Merz habe nicht nur die Frisur sondern auch die Mentalität eines Skinheads. Zeter und Mordio bei der Union, zur Rücktritt wurde er aufgefordert – und was hat er gemacht? Nichts. Am Montag abend bezichtigt er dann Brüderle der Lüge (mit Recht). Schönenborn sekundiert ihm dan auch noch, dass er das wohl so nicht gemeinthaben könne und es ihm wohl so rausgerutscht sei, doch Trittin bleibt ganz cool und sagt sinngemäß: Nein. Brüderle lügt. Zu Brüderle: Der machte gar keinen guten Eindruck. Er war argumentativ äußerst schwach unterwegs (gut, FDP, no wonder) aber ich habe mich auch gefragtm ob er besoffen war oder ob er inzwischen generell so hinfällig ist. Das Gysi ein Titan ist und auch den Kotzbrocken Gottlieb so einwandfrei parierte, bedarf nicht extra der Erwähnung. Was mich bei Gysi allerdings ärgert, ist sein ätzendes Zahlengekloppe. Sagt er halt lieber „gut zwei Drittel“ oder „die Mehrheit der Leute“ und reduziert sich auf einige wirklich aussagekräftigen Zahlen. Das wär doch nett.
  • Die NSA kann wohl SSL relativ bequem aufmachen. PGP wohl nicht. Ich denke, ich brauche nicht eigens erwähnen, dass mich das nicht wirklich wundert. Auch dieses ganze Appe- und Microsoft-„Mit an Bord“-Crypto genießt mein tiefstes Misstrauen. Noch darf m.E. gelten: Auf der Festpatte TrueCrypt, Mails mit PGP und surfen mit Tor, auch wenn das wirklich nicht mehr als sicher gelten darf (habe dieser Tage mal mit den Tor Browser Bundle herumgespielt – das ging für Tor ja flott – wer da wohl die großen, schnellen End-Nodes betreibt?). Erste Gedanken zur digitalen Selbstverteifigung in der Zeit. Update: Für richtige Krypto gibt Fefe Entwarnung.
  • und was die NSA ka nn, das kann die Nürnberger Polizei doch schon lage.
  • Der Friederich, der Friederisch / das ist ein arger Wüterich. Und er spinnt.
  • Ich will am dieser Stelle keine Werbung machen, nur ein Hinweis: Ich halte nicht viel vom E-Reader „kindle“. Das liegt nicht an der Hardware, das liegt am DRM- und lock-in-Konzept von Amazon. Alternative Reader gibt es zu Hauf, Anfang des Jahres habe ich mich für den kobo touch entschieden. Und das Ding, gibt es nun, wenn man es geschickt online einkauft, für 45,- zzgl einem Fünfer Versand. Ds ist schon ein grandioser Preis.
  • Die Wurstaktie ist durch. Keine Fett-Dividende.
  • 300k stille SMS sendeten allein die Bundesbehöden in 2012. Wer damit nichts anfangen kann und wissen will, wie scheiße das wirklich ist, der liest das eben bei heise nach.
  • Steinbrück wurde erpresst. Mit einer schwarz beschäftigten Putzfrau. Wie platt ist denn bitte dieser Plot?! Am Rande: Auch wenn der Artikel nicht die Welt hergibt, klicken lohnt sich dennoch, denn das „Grumpy-Peer“-Bild ist wirklich herzig. Der Rest des Wahlkampfs ist ja saulangweilig.
  • In Berlin stieg die FSA-Demo. Von verhalten-optimistisch über eher zurückhaltend bis enttäuscht – die Berichte halten alles bereit.
  • Was passiert in Österreich, wenn ein Einheimischer die Wiener NSA-Villa fotografiert? Diesen Dialog sollte mal jemand auf die Bühne bringen (mit Schmäh, versteht sich).
  • Zwei Blicke auf die AfD.

Wochenrückblick KW35/2013.

Inzwischen schon fast Tradition – immer wieder gern gemacht: Mein kleiner Rückblick auf die vergangene Woche. Ein bisschen was von der vorvergangenen Kalernderwoche ist auch mit rübergeschwappt – aber eben nur ein bisschen:

  • Kein Wunder, dass diese Amis den Snowden hassen, so sehr, wie der die am Sack hat: Nun ist also rausgekommen, dass die Ammis das Videokonferenzsystem und die VPNs der UNO (!) geknackt haben. Schön lamgsam kamm die gar keiner mehr leiden.
  • LEUTE, GEHT WÄHLEN!! Ich sags mal so: Ich bin ja sonntags IMMER unterwegs und daher kann ich ja in aller Regel nur per Brief wählen. Das ist in diesem Jahr auch die wirklich komfortabelste Art , um zu wählen, denn ersten gilt es einen Haufen Papier zu bewältigen und dann müsste man ja zweimal ins Wahllokal – zur Landtags- und zur Bundestagswahl. Mit dem Bayer. Landtag wird auch der Bezirkstag gewählt und weiterhin wird über fünf Änderungen der bayer. Verfassung per Volksentscheid abgestimmt. Der Wahlbrief ist ein ganz schönes Päckchen. Und dann eben noch die Bundestagswahl – zwei Stimmen, wie immer. Auch wenn dieser Tage die ersten Wahlbenachrichtigungen versendet wurden, habe ich bereits gewählt, denn die Briefwahl kann man auch onlie bei der Stadt Nürnberg beantragen (was nicht nur bequem ist sondern auch zwei mal 58 Cent für die Briefmarke für den Briefwahlantrag spart). Ich finde das saubequem. Hier gehts zum Online-Wahlscheinantrag. Nutzt das.
  • A propos Wahl: Wer SPD wählt, wählt Merkel (in großer Koalition). Das ist scheiße. Aber: Wer SPD wählt, hat immerhin schon nicht FDP gewählt, was wiederum gut ist. Nun gibt es da etliche Sozn, die auch keine Große Koalition wollen, nur werden die weder gehört, noch für voll genommen. Nun ist die SPD aber  so segmentiert, dass sie sich sogar vom Gysi zur Arbeitsgruppe gegen die Große Koalition einladen lassen muss. Hatten wir so auch noch nicht.
  • Oh. Ballmer geht.
  • Viebig bürstet Tasdelen.
  • Leserswertes zur AfD in der FAZ: Göttinger Wirrwarr.
  • Wahlkampfsongs. Die waren immer scheiße. Von jeder Partei. So richtig nichtssagend und schlecht ist aber der diesjährige von der SPD: Dirty Red Carpet – (Wir sind) Zuhaus. Gesanglich: Müll. Musikalisch Müll. Inhaltsleer. Der Renner scheint sich ja auch für wirklich alles herzugeben. Dass der Steinbrück nicht Kanzler wird, ist klar. Aber dann auch noch musikalischen Vollschrott hinterherzuschieben, das muss wirklich nicht sein. Und dann noch mit Schöder-Outtake. Herzlichen Glückwunsch. Nicht.
  • Und es geht gleich weiter mit der SPD – diesmal mit der Nürnberger SPD. Aaaaarrrgggghhhh!! Schbeier mechert mer! Ok. der Burkert fährt Benz. Und dann im Clubstadion – eine Frage hätt iich noch – wo ham Sie die Bratwurstsemmel her? MAN SCHÄMT SICH DIE AUGEN AUS DEM KOPF, SPD. Das Schrottvideo mit Främdschämpotentzial und fränkischem Klischeegekloppe für 300 drüben im Vip-Raum. (Ich muss neidlos anerkennen: So ein unangenehmes Video habe ich schon lange nicht mehr gesehen.)
  • Der MB vs. AH-Clip, den inzwischen wohl jeder gesehen haben wird, wurde im Freilandmuseum Bad Windsheim gedreht.
  • Listerien in Kaufland-Nudeln (via MDR Info), Quelle.
  • Videotext? FUUUUUUUUUUUUUUU……. (Damit habe ich dann auch auf meinen neuen flickr-Account hingewiesen).
  • Die Linke würde eine rot-grüne Minderheitsregierung tolerieren.
  • Ich verstehe nicht, wieso es sowas gibt? Das sind doch bekanntermaßen Kleinkriminelle. Wer kauft denn bei denen ein Auto? Da muss doch ein Markt da sein….
  • BEGAXEL.
  • Google ist an PRISM beteiligt und darf nicht darüber reden.
  • Yps ist ja hipster.
  • BWAHAHAHAHA!! Der National-O-Mat. (Danke, Thorsten).
  • Sagt mal, habt ihr zufälligerweise noch eine Spülmasdchine von Siemens, Bosch, Neff, Constructa oder Junker+Ruh in Gebrauch, die von 1999 bis 2005 hergestellt wurde? Dann sollte ihr Euch das anschauen. Unsereins benutzt ja Elektrogeräte, bis sie kaputt sind.
  • Gegen Augsburg. Fällt mer nix mehr dazu ein.
  • Die Ammi-Geheimdienste haben ein fettes Botnetzwerk ausgerollt. We so ´ne ukrainische Kriminellenbande.
  • Dieses „Kanzlerduell“ ist so Merkelfreundlich – eine Farce. Und denoch schafft es diese Frau nicht, sich halbwegs kompetent und freundlich darzustellen. Und Steinbrück lässt ihr das Feld, zahm wie ein Schoßhündchen. Wie widerlich.

Wochenrückblick KW31/2013

Wie immer (öfter) einige Notizen über Bemerkenswertes der vergangenen Woche:

  • Sehr dankbar bin ich ja über die Abkühlung zum Wochenanfang, die nach einem ungemütlich schwülheißen Wochenende mehr als willkommen ist. Der Plan ist gefasst: Im nächsten Frühjahr wird das Heim mit einer ordentlichen Klimaanlage aufgerüstet. So geht das ja nicht weiter.
  • Schily ist Sozialdemokrat? Davon merkt man nix mehr. Nun ist es aber so, dass man das Shily-Interview nicht ohne entsprechden Kontexte betrachten sollte. Wolfgang Lieb* hat den Spiegel gelesen und macht sich seine Gedanken.
  • Ähm, diese Notizen sind ja immer ein wenig durcheinander, daher erlaube ich mir mal, die Folgende etwas deutlicher hervorzuheben: LESEBEFEHL! Der Schweizer Ökonom Vontobel rechnet mal vor, warum wir einen Mindestlohn von EUR 18,50 brauchen. „Der im Vergleich zu den geforderten 8.50 Euro überraschend hohe Mindestlohn kommt dadurch zustande, dass wir auch den Mindestlöhnern die Fortpflanzung erlauben, dass wir sie an der Finanzierung der öffentlichen Ausgaben beteiligen und dass wir mit marktkonformen Arbeitspensen rechnen“. VONTOBEL, WORD!1!!11! (Am Rande: Was Vontobel da auf den Mindestlohn herunterbricht, ist absolut nichts Neues. Schon Karl Marx wusste, dass der Arbeiter so viel verdienen muss, dass er seine Arbeitskraft reproduzieren kann. Weil der Arbeiter wie jedes Lebewesen irgendwann stirbt, gehört auch Fortpflanzung zur Reprodunktion der Arbeitskraft. Ist schon immer wieder toll, zu sehen, wie heutige Ökonomen – ohne es zu sagen oder zu wollen – die Marxschen Thesen Bestätigen. Am Rande: Vontobel schreibt regelmäßig für die wirtschaftsliberale Weltwoche und Blätter des mindestens konservativen Blick).
  • Weitere böse Sozialisten gefällig? Benjamin Blümchen ist zum Beispiel so einer (bitte den gesamten Beitrag hören, nich nur lesen… ich habe sehr gelacht). Der Link ist auch geil. Universität Passau. BWAHAHAHAHA!!!!
  • Das leidige Problem mit dem Aufseßplatz, dort habe sich eine Trinkerszene etabliert. Tausend Dinge fallen mir dazu ein, einige will ich hier schlaglichtartig nennen: Der Absturz vom Aufßseßplatz und dem Gebiet Wölckernstr. ist seit Ende der 90er zu beobachten. Ein wirklich gutes Pflaster war dieser Teil der Südstadt ja noch nie – aber die Sandler waren immer anderweitig verräumt: Am Bahnhof oder im Lokal des Kaufhofs. Jetzt gibt es diesen Kaufhof und die Sandlerwirtschaft nicht mehr, jetzt treffen sich halt die harten Säufer davor. Was ebenfalls nicht wundert: Wer viel säuft, muss irgendwann auch mal schiffen, nutzt ja nix. Darüber zu diskutieren ist müßig, berührt das Problem nicht. Dort nun Platzverweise auszusprechen bringt gar nichts, dann wird halt am Kopernikusplatz weitergesoffen – eine Verlagerung des Problems ist kein Lösung. Die ist so klassisch wie schwierig: Aufsuchende Sozialarbeit, engmaschige medizinische Betreuung, mögliicherweise auch psychologische Rehabilitationsmaßnahmen, wenn möglich Entzüge. Der beschriebene „Trade-down-Effekt“ gilt ja quasi für zwei Drittel der Südstasdt. Callshops neben Spielotheken neben Wettbüros neben Handyvertickern neben türkischen Juwelieren neben als Imbissbuden getarnten Spilotheken neben Callshops neben Spilotheken neben Wettbüros… Wo soll angesetzt werden? Am neuen Südstadt-Carré? Das ist Unfug, bis das fertig ist, haben schon zu viele Säufer auf dem Aufseßplatz geballert. Dann ist es zu spät. Machen wir uns bitte nix vor: Ein neues Kaufhaus ersetzt weder Stadtentwicklung noch Sozialarbeit.
  • Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dem sog. „stationären Einzelhandel“ und den Onlineversendern? Der Onlinehändler hatz i.d.R. kein Ladengeschäft, spart Personal, kann flexibler disponieren und spart somit Geld. Diesen Vorteil kann er in die Preisgestaltung einfließen lassen – in der Regel wird das getan und der Einzelhandel geht unter. Stück für Stück. Es gint aber nich einen Unterschied: Im Onlineshop kann der Kunde die Ware nicht prüfen. Daher hat der Gesetzgeber das 14-tägige Rückgaberecht eingeführt. Ich sehe das als einen kleinen Nachteilsausgleich gegenüber dem Einzelhandel. Letzterer muss Ladenlokal und Personal einpreisenen, ersterer die Retouren. Wenn ein Unternehmen zu einemn Konzern wird und dieser Konzern vom Marktführer zum Quasi-Monopolisten, dann wird der Konzern nicht selten auch dreckig. Das passiert nun auch mit Amazon. Die günstigsten sind die lange nicht mehr und auch der Service ist oft anderenorts genauso gut, nun aber umgeht Amazon quasi die gesetlichen Vorgaben und kündigt Kunden, bei denen das Retourenaufkommen dem Konzern nicht gefällt, das Kundenkonto. Das wäre dann kein Problem, wenn Amazon nur Materielles verkaufen würde. Bücher auf totem Baum, Musik auf silbrig glänzenden Plastikscheiben, Kaffeemaschinen, Hauspatschen oder Werkzeuge kann ich überall anders auch kaufen. Wenn ich aber z.B. einen Kindle habe, bin ich gearscht. Selbst wenn ich bisher erworbene Bücher Texte auf dem Kindle noch lesen kann – zukünftig kann ich das Gerät nicht mehr (legal) befüllen. Das Ganze ist ein Lehrstück über Monopolisten und digital rights management. Und dass beides so fies zusammentrifft ist mit Sicherheit kein Zufall.
  • Microsofts Cloud-Dingsi darf nicht mehr SkyDrive heißen. Auch irgendwie lächerlich.
  • Das war es dann mit dem Parkhotel. Solche Bilder machen wenig Freude. Au revoir.
  • Frau Wöhrl und die facebook-Kommentare.
  • Google baut mit seiner Neuakquisition Motorola ein Handy, das IMMER lauscht. Herzlichen Glückwunsch. Nicht.
  • Ich bin immer noch platt wegen des Motorola X. Wie kackdreist!
  • Oh. Wir haben gedopt.
  • Am Mittwoch ging es mit den Smmerbaustellen der VAG los, schon gibt es den ersten Stunk. Und mit was? Mit Recht. In Schoppershof stellt sich das so dar: Die Überbrückung einer Haltestelle mit einem Ersatzbus kostet den ÖPNV-Nutzer regelmäßig über 20 Minuten.
  • Was mal gesagt werden muss: Metadaten sind auch Daten. Das ist nicht weniger schlimm. Der BND ist bei dieser Ammi-Spionagescheiße auch verdammt dick im Geschäft. Nur zu Info.
  • Terrorgefahr? BWAHAHAHAHAHAHA!!!! (Aber es ist schon fast eine Beleidigung, für wie dummm die Ammis den Rest der Welt halten. Die Ammis! Verstehste?)

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*Warum ich hier auf die Wiki linke – nur damit nicht in Vergessenheit gerät, dass Lieb auch SPDler ist.

Sommerbaustellen der VAG 2013

Wer trotz der Ferienzeit mit der VAG in die Arbeit will, der muss unter Umständen ordentlich Geduld und eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen. In diesem Jahr gibt es nämlich eine ganze Menge Sommerbaustellen.

Prinzipiell ist die Idee ganz gut: In der Zeit mit dem geringsten Verkehrsaufkommen – der Sommerferienzeit – geht die VAG wichtige Bau- und Sanierungsvorhaben an, was freilich nicht immer ohne Beeinträchtigungen laufen kann. Über die Informationspolitik der VAG lässt sich streiten und wer trotz Urlaubszeit mit den „Öffis“ zur Arbeit muss braucht Geduld und muss früher aufstehen.

Diese Zusammenstellung schreibe ich auch und besonders, weil ich mit der Informationspolitik der VAG nicht zufrieden bin. Ein Aushang an den betreffenden Haltestellen einen Monat vorher hätte sicher nicht geschadet. Aber auch den genauen Standort der Bedarfshaltestelle in Schoppershof konnte man mir gestern (!) bei der VAG auf telefonische Rückfrage nicht mitteilen.

Zwei ungünstige Faktoren fallen in diesem Sommer zusammen: Zum einen gibt es überraschend viele Baustellen und zum anderen ist die Hauptschlagader des Nürnberger Nahverkehrs, die U-Bahn, auf den Linien 1 und 2 betroffen.

Richtig heftig erwischt es all jene, die am Hasenbuck und der Frankenstraße die U-Bahn nehmen wollen, denn der Bahnhof Hasenbuck ist von heute bis zum 11. September komplett gesperrt. Der Ersatzbus E1 fährt von der Frankenstraße zum Hasenbuck im 12-Minuten-Takt. Infos zur Sperrung stellt die VAG in einem pdf zur Verfügung. Der Umbau am Hasenbuck trifft aber auch alle, die auf der U1 in Richtung Langwasser unterwegs sind – man kann nicht einfach von Fürth kommend (und retoure) durchfahren, sondern muss an der Frankenstraße das Gleis wechseln. Das hat freilich auch Einfluss auf den Takt.

Zwischen Scharfreiterring und Messe werden ab heute für einen Monat ab 21 Uhr Kabel erneuert, was zu eingleisigem Betrieb führt.

Eine ähnliche Situation gibt es im Nürnberger Norden auf der Linie U2: Von heute bis zum 18. August ist der U-Bahnhof Schoppershof gesperrt und wird nur eingleisig durchfahren. Auch hier gibt es einen Busersatzverkehr mit der Linienbezeichnung E2, hier wird Schoppershof an den Nordostbahnhof im 10-Minuten-Takt angebunden. Auch der Takt von U2 und U3 ist wegen des eingleisigen Betriebs in Mitleidenschaft gezogen. Diese Art der Streckenführung habe ich heute mal ausprobiert, es klappt nicht ganz reibungslos – wer in Richtung Röthenbach unterwegs ist, kann bei der Überbrückung der Haltestelle wegen suboptimal ineinandergreifende und ausgedünnter Takte und der Fahrzeit des Busses (allein auf der Äußeren Bayreuther Str. viel Verkehr und drei Ampeln) bis zu 20 Minuten verlieren. Die VAG informiert auch hier mit einem pdf.

Und dann ist da noch die Straßenbahnlinie 4 – sie fährt von Thon bis zum Plärrer, wird vom Plärrer bis Gibitzenhof dann aber durch den Bus E4 ersetzt.  Kanal- und Gleisarbeiten sind der Grund. Die Bauarbeiten beginnen heute und sollen bis zum 11. September fortdauern. Umgestiegen werden muss jeweils nur einmal am Plärrer. Fahrpläne und Infos – im pdf der VAG.

Schon fast komplex wird es zwischen Schnigling und Fürth rund um die Haltestelle Kurgartenstraße und Herderstraße. Hier wird die den Frankenschnellweg überspannende Kurgartenbrücke komplett überholt, mit der Konsequenz, dass sie von heute bis zum 11. September voll gesperrt ist (außer für Fußgänger). Weite Umleitungen und Fußwege sind in Kauf zu nehmen, die Haltestellen Herderstr. und Hans-Böckler-Str. werden gar nicht bedient. Info? Pdf.

Weitere Baustellen und Einschränkungen auf Buslinien und der Straßenbahnlinie 6 findet man auf der Webseite der VAG.

Nun, das alles ist nicht angenehm und leider auch nicht vermeidbar – man kann nur versuchen, dafür Sorge zu tragen, dass die Umleitungen so reibungslos wie möglich verlaufen. Der VAG sei hier ins Stammbuch geschrieben, dass ihnen wirklich kein Zacken aus der Krone gebrochen wäre, wenn man die Kundschaft ein bis zwei Monate vorher gewarnt hätte (und nicht zwei Wochen vorher).

Wochenrückblick KW30/2013

Und wieder ein kleiner Wochenrückblick…

  • Das Klassik Open-Air soll lt. NN über 75..000 Besucher gehabt haben. Dafür ging es nach meiner Beobachtung total zivil ab – kaum Müll, alle Leute ruhig und freundlich. Es waren verdammt viele da – ja, das hat man gemerkt – aber 75k?! Ich bin immer noch geplättet ob der schieren Zahl.
  • Royalbaby. Mit zwar wurscht. Das witzige Randdetail: Die Presse stand Posten, aber als die Geburt gemeldet wurde, war das Baby schon etliche Stunden auf der Welt. Very British. (Update: Schau hie! Schorsch heißter!)
  • Telefonica (o2) schluckt also E-Plus. Diese Meldung kam für mich jetzt echt überraschend. Das ist in vielerlei Hinsicht spannend: Warum hat das Kartellamt das genehmigt? (Hat es gar nicht, muss noch gefragt werden) Warum hat KPN da mnitgemacht? Was heißt das für die Kunden? Ich oute mich mal: Ich bin u.a. E-Pluskunde seit 2005. In der Stadt ist E-Plus super, auf dem Lamd eher nicht. Das mobile Internet von E-Plus ist langsam. Wo o2-Kunden HSDPA haben, hab ich mit E-Plus oft nur einfaches 3G. Mal sehen, ob sich da was tut. Auch hinsichtlich des Services bin ich gespannt – als E-Plus-Altkunde werde ich noch immer sehr gut betreut, bei o2 fand ich den Service immer etwas semi… Wir werden sehen.
  • „Veganer des Internets: Leute, die nicht auf Facebook sind und das jedem immer und überall erzählen müssen.“ (via Twitter, @GebbiGibson). Ich oute mich als Interetveganer, schaut mal links…
  • Ich frage mich, wie der Gaul da reingekommen ist?! Schwank aus meiner Jugend: Wenn damals im Mäcces an den „Schaltern“ sehr viel los war, bin ich immer zu Fuß durch den Drive-In-Schalter gelatscht. Das fanden die Mitarbeiter jedes Mal sauwitzig und ich wurde immer (!) freundlich bedient. Manchmal haben die aber auch saublöd geguckt….
  • Montags und Donnerstag wiederholt der BR übrigens zur Prime den Monaco Franze. Auch wenn nun die ersten beiden Folgen durch sind – perfekt!!
  • Ich mach ja nur selten (und ungern) Werbung – aber in diesem Falle dann doch: Wer diesen Sommer noch einen einfachen HD-Camcorder mit optischem Zoom braucht: 65 Euronen bei Plus.
  • Nun, das Kultusministerium in BaWü tut Gutes: Lehrer sollen Social Media nicht mehr für dienstliche Zwecke verwenden dürfen. Und wisst ihr was? Meiner bescheidenen Meinung nach ist das, was hier nach vorsintflutlicher Pädagogik klingt, exakt das Richtige! Im Übrigen bin ich der Meinung, dass sich Pädagogen generell mal ihren Umgang mit ScM überlegen sollten und dabei möglichst auch die Perspektive des Kinderschutzes mitdenken. Diese dienstliche Anweisung weist jedenfalls in die richtige Richtung.
  • Eine mehr als interessante Definition von Big Data. Treffend.
  • Also ich finde diese Schmalzdapfer an den Fenstern von Bus und Bahn ja nicht besonders einladend.
  • Nochmal zur o2/E-Plus-Sache: Das Kartellamt war da noch gar nicht drüber. Wetten, dass die irgendwas verkaufen müssen? Da bin ich mal gespannt, was das sein wird. Folgenden Link zum Focus habe ich bekommen – das das den Wettbewerb anheizt, glaube ich kaum. Das ist FDP-Dummgeschwätz. Wenn wir nurmehr drei große Mobilfunker haben, orientiert sich das neue „o2-Plus“ an den deutlich teureren Preisen von Telekom und D2 vodafone. Bislang haben sich o2 und BASE ins Preisbattle gestürzt, nun werden die nutzen, dass Telekom und vodafone sehr teuer sind und gucken, schnell wieder die Fusionskosten reinzuspielen. Telefonieren wird wieder teurer.
  • Mollath bleibt also weiterhin in der Psychiatrie. Das wundert mich wenig. Ich habe – so zynisch den jetzt klingen mag, eine Wette laufen, dass er erst nach der Landtags-, Bundestagswahl und einer gewissen Schamfrist freikommt. Wenn er freikommt, sind die Mikrofone offen und dann bekommt der Justizskandal eine persönliche Stimme. Das ist nicht gut für Merk und CSU, das macht sich vor der Wahl einfach nicht hübsch.
  • Die Facebook-Aktie steigt um 20%. Sind die alle beknackt? Die nächste Blase, bitte.
  • Und auch in Zukunft hören Ammis die Telefonate ihrer eigenen Leute ab. No wonder.
  • Sehr interessant zu sehen, mit welchen Problemen Techniker kämpfen, um Audio über IP zu übertragen… Muss ja alles professionell sein (ich hätte da längst aufgegeben, und versucht, irgendwie herumzuskypen)…
  • Als Nichtanwohner fällt es natürlich leicht, sich für einen Ausbau des Verkehrsknotens am Wegfeld auszusprechen – ich bin mir im Klaren, dass das aus Anwohnerperspektive ganz anders aussieht – aber: Jedes Geld, dass VAG und Stadt in ÖPNV-Infrastruktur stecken, sichert die Anbindung der ländlichen Stadtteile – auch dann, wenn über einzelne Linien Rentabilitätsdebatten geführt werden. Ich komme aus einem Dorf, da gab es immer einen OVF-Bus nach Nürnberg. Mit etwas dünnerem Takt am Wochenende – aber ok. Nun fährt der Bahnbus am Wochenende gar nicht mehr! Null, nada, niente! Da draußen gibt es aber – abgesehen von Bushäuschen – keine ÖPNV-Infrastruktur. In der Regel ist es doch so: Dort, wo einmal investiert wurde, wird der Betrieb so lange wie möglich aufrechterhalten. Der ÖPNV-Knoten Wegfeld ist doch eine langfristige Versicherung auf eine ordentliche Anbindung. Und: Bei 22,-/m² würde ich nun nicht von einem generösen Angebot sprechen, aber wenn ich sehe, wie viel landwirtschaftliche Fläche für nen Zehner per m² über den Tisch geht…
  • stopsurveillance.org – mitzeichnen!
  • Löscher wird bei Siemens rausgeschmissen und – will man dem BR glauben – Nachfolger soll Kaeser werden. Den hätte ich gleich mit rausgeschmissen.
  • Die Stadt Nürnberg muss ziemlich pleite sein. Frühre gab es beim Bardentreffen immer einen oder zwei Acts, der im internationalen Show- und Musikgeschäft wenigstens kurzfristig anerkannte Erfolge feiern konnte. In diesem Jahr (wie im letzten auch): Völlig unbekannte bzw. gar keine Headliner. Gut, wäre bei diesen Temperaturen ja auch rausgeschmissen Geld.
  • A propos Wetter: Der Wetterochs kündigt an, dass diese ekelhafte Hitzewelle durch ein Unweter unterbrochen wird. Wohlan.

Wochenrückbilck KW29/2013

Immer, wenn mir die Zeit fehlt, ausführlich über einzelne Themen zu bloggen oder ich der Meinung bin, dass die jeweiligen Themen kein eigenes Post hergeben bzw. rechtfertigen, fasse ich einige Gedanken zur vergangenen Woche in einem Beitrag zusammen. Und das tu´ ich nun auch heute wieder:

  • Wenn ich mir diese Sache mit dem Herrn Bushido anschaue, die es von Berlin aus in die ganze Republik „gemacht hat“, dann bin ich nur froh, im betulich-beschaulichen Nürnberg zu wohnen und mir diesen Unsinn aus der nötigen geistigen und räumlichen Distanz anzusehen. Es ist ja kaum wert, sich lange damit aufzuhalten, aber: Hey. Dieser Kaschperl will eine Platte verkaufen, einen Film promoten, was auch immer — und schreit nach Aufmerksamkeit. Mehr ist das nicht. Wowereit, Claudia Roth, irgend einen Hinterbänkler von der FDP, den niemand kennt – das ist dem doch völlig wurscht. Da ist nichts Substanzielles. Und doch: Wowereit entblödet sich auch noch, Anzeige zu erstatten. Das Lied wird auf den Schild des „Index“ gehoben. Frau Schwarzer schreibt dem Milchbubi einen offenen Brief und bemüht die Armchair-Psychologie… Herzlichen Glückwunsch, Herr Bushido, Sie etablierter Bourgeois, dieser Marketinggag hat voll gezündet.
  • Holger Klein via Twitter: „Mir geht dieser „USA böse“-Spin auf die Nerven. Wenn unsere Parlamente keine Totalüberwachung haben wollten, hätten wir auch keine!“
  • Das Internet ist manchmal eine echte Müllhalde. In der man sich eigene Colaflaschen labeln kann („Trink Coke mit $Name“). Das Label wird dann gedruckt, auf die Flasche geklebt und dann dem Besteller per Post zugesendet. Damit nichts schmähliches auf dem Flaschen zu lesen ist, gibt es auch eine Blacklist, deren Lektüre spaßig und unerbaulich zugleich ist. http://www.coke.de/www/config.json – ganz nach unten scrollen und Kulturgenuss erleben 😉
  • Der ging mir gerade per E-Mail zu: Kummd a junger Moh in a Abodeng: „Ich brauch des besde Kondom wosse homm. Ich bin heid Omd mit meiner Aldn bei ihre Eldern. Ich glab danoch gehd wos!“ Der Abodecher verkafd nan a Bremium Kondom! Kurz drauf kummd der junge Moh wiedda und sachd: „Gehmsa lieber nu ans. Ihr Mudda soll a heiß sei – vielleichd habi ja an Lauf und ko alle zwa glor machn.“ Am Omd hockt de Casanova bei die Aldn mit seiner Braud dief beuchd übern Suppendeller und häld sei Händ übers Gsichd. Sei Freindi flüsderd: “ Wenn ich gwussd häd, dass du kanne Dischmaniern hossd, häddi dich fei ned mid zu meine Eldern gnumma!“ Do sachd er:“ Wenn ich gwussd hädd, dass dein Vadder Abodecher is, wäri a ned mid!“
  • Heidschi Bumbeidschi.
  • Nachdem in Schweinfurt eine private FOS ziemlich abgekesselt ist, nun die nächste Schulposse, diesmal aus Coburg. Wann immer wer sagt, das bayerische Abitur wäre das strengste und beste in der Republik, fliegt irgendwo ein armes Schulmeisterlein vor Lachen vom Katheder. (Update: Auch an den Euro-Schulen Dresden – Klasse fällt durchs Deutschabitur)
  • Kennt ihr dieses guut.de (Liveshopping)? Die boten am Donnerstag für knappe 15 Euro: „4 STYLISCHE KARTEN-SCHUTZHÜLLEN AUS ALUMINIUM“. Und warum? „Beschützen Sie Ihre RFID-Pässe gegen unerwünschtes Lesen oder Kopieren“ Abgesehen davon, dass es besseres Deutsch gibt – es tut sich was.
  • „Verschlüsselung macht keinen Spaß, sie soll auch keinen Spaß machen, denn sie erinnert uns jedes Mal daran, dass wir überwacht werden.“ Herr Urbach in der Jungle World.
  • Retrofalle. Nicht klicken.
  • Retrofalle. Nicht klicken.
  • Retrofalle. Nicht klicken.
  • Nokia geht es so lala, schreibt heise, die Lumias retten sie gerade. Ich sag ja: Gute Hardware konnten die schon immer, aber die Nummer mit Windows Phone ist halt semi. Symbian und Meego waren seinerzeit TOP – sie werden die Einstellung noch bereuen. Auch bei neuerdings gibt es einen kleinen Nachruf auf Symbian.
  • Derweilen haben wir ein Blackberry-Gate. Vor zwei Jahren hatte ich so ein Teil für etwa eine Woche, dann flog es wieder raus. Und nun kommt raus: Selbst wenn man den BB-Server nicht nutzt, dann kompromittiert dieses Telefon bei POP/IMAP (also einer lokal ausführbaren Geschichte) ohne Not das Mail-Passwort. Also: Wer den BB-Server seines Providers oder den Enterprise-Server am BB nutzt, der ist das ja gewohnt, denn ohne Angabe der Daten funktuioniert dieses (wirklich ausgezeichnete) Push ja nicht. Aber POP kann man ohne jede Diskussion lokal haben. Dreckspack. Nachdem Fefe es hatte, kam gleich Heise und nun macht das Ding die Runde. Mit Recht.
  • Was ich demnächst vorhabe: Gerade fühle ich der kleinen Bridge von Nikon auf den Zahn – dazu werde ich mal was zu machen, wenn ich soweit bin. Und damit das Ding adäquat mit Energie versorgt wird, habe ich mir mal ein neues Ladegerät für AAA/AA-Typen gekauft, ein AccuPower IQ-328. Das erste, das geliefert wurde, war kaputt. Gestern ist der Ersatz eingetroffen. Mal sehen, ob ich am Wochenende dazukomme….
  • 9:33 Uhr – „Yeah, endlich wieder mal ein Fax angerufen. Jetzt bin ich wach. Und einseitig taub.“ (via Twitter @Der Crisu)
  • Oh, diese EU – nun soll es also erhöhte Förderungen für den Neubau von AKWs geben. Noch nicht scheiße genug? Keine Sorge, die EU setzt noch einen Haufen drauf: Der Deutschlandfunk meldete am Freitag, das im Zuge dessen die Förderungen für regenerative Energie gekürzt werden sollen. Industriepolitik at it´s best.
  • Microsoft jammert echt rum, dass ihnen keiner die Surface RT abkauft? Und die darauf hocken bleiben? Ja ist es denn ein Wunder? Ein Surface RT 64 GB kostet knappe 700,- – ohne Touch- oder Type-Cover. Für letzteres muss ich mindestens nochmal 100,- einkalkulieren. Zum Vergleich: Ein 11-Zoll-Ideapad Yoga mit RT geht ab 450,- Straßenpreis los, in einer vernünftigen Ausbaustufe ist man für ein solches Convertible mit 600,- dabei. Hey Microsoft: Verkauf so´n Teil mit Typecover im Bundle für zwohundert Bucks und ihr habt den Markt. Das ist nur der Preis!!
  • Mit diesem Gauck haben wir uns vielleicht was eingetreten…

Der große Abriss?

Mit seinem Blogpost „Nürnberg und die Industriekultur“ vorgestern spricht mir Dirk Murschall zutiefst aus der Seele. Freilich hätte ich meine Gedanken zu seinem Post als Kommentar im immer empfehlenswerten Blog Sugar Ray Banister hinterlassen können – aber ich will das Thema hier aufgreifen – in der Hoffnung, dass es die Diskussion weiter beflügelt, wenn die auch blogübergreifend geführt wird.

Zuvorderst: Kritik an den Altstadtfreunden wird in unserer Stadt unverhältnismäßig stark geahndet. Als Wahlfranke bin ich immer wieder erstaunt, welche Lobby dieser Verein aufzubauen verstand und wie rigoros mit Kritik an seinen Aktionen über Gremien- und Parteigrenzen hinweg umgegangen wird. Das soll die Verdienste der Altstadtfreunde nicht schmälern, mir scheinen diese Verdienste aber in anderem Licht, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, was alles auf deren Betreiben verhindert wurde.

Die Altstadtfreunde kümmern sich z.B. herzallerliebst um den Wiederaufbau und den Erhalt des historischen Stadtkerns der Nürnberger Altstadt und verteidigen ihn auch vehement gegen Modernisierungen wie z.B. den Umbau des Augustinerhofs durch Helmut Jahn. (Quelle)

Es ist mir kein treffenderer und glanzvollerer Euphemismus zu dieser Causa bekannt, danke Herr Murschall!

Nun aber zum eigentlichen Gegenstand – unserem Umgang mit jüngerer Architektur in Broudwoschdd-City. Es sind nicht allein die Abbrüche zu beklagen, die bereits geschehen sind – es ist zu warnen und aus diesen Fehlern zu lernen! Ein Objekt kann immer dann erhalten werden, wenn die Erkenntnis, dass es erhalten werden kann und muss, auf den Willen zum Erhalt und der kreativen Umwidmung um willen einer Weiternutzung trifft. Auch in Nürnberg lassen sich Beispiele finden, darauf gehe ich später ein.

Manchmal klappt es prima, manchmal drängt sich die Idee zur Weiternutzung förmlich auf. Und manchmal muss man sie suchen (und zum Finden bedarf es einer gewissen Kreativität). Die Kreativität vermisse ich im Nürnberger Stadtbild aber schon lange. Den „südpunkt“ finde ich ähnlich langweilig wie den U-Bahnhof Friedrich-Ebert-Platz. Noch mehr aber fehlt die Kreativität bei der Umnutzung. Wo interessante Konzepte entstehen, fehlt die Risikobereitschaft. Welch interessante Konzepte hat es für das Volksbad gegeben und was ist davon geblieben? Freilich muss man manchmal einfach auch das Portemonnaie aufmachen – das Volksbad hat über Jahrzehnte entweder Geld erwirtschaftet oder die Stadtkasse indirekt entlastet, nun muss nach 100 Jahren mal wieder richtig Geld in die Hand genommen werden. Und – auch wenn ihr mich dafür haut – es ist mir lieber, wenn sie wieder Technopartys im Volksbad machen, als wenn es still vor sich hingammelt. Die Technopartys haben dem Volksbad nämlich weit weniger Schaden zufügen können als die abwartende Haltung der Stadtoberen.

Und nun komme ich zum allüblichem Ceterum censeo, das die geneigte Stammleserschaft hier bereits kennt: Unsere Kinder (und unsere Nachfahren generell) werden uns für unseren respektlosen Umgang gerade mit der Architektur des 20. Jahrhunderts einestages verfluchen.

Wir opfern zuerst unsere geschichtsträchtigen Industriebaute dem Zeitgeist, der fehlenden Kreativität und dem vermeintlich leeren Stadtsäckel (für eine automatisch betriebene U3 hats ja auch gereicht). Bauten, die erhalten werden, fallen nicht selten einer unsensiblen Sanierung anheim. Inzwischen sind nicht nur Industriedenkmäler in Gefahr – bei den Diskussionen um einen neuen Konzertsaal für Nürnberg mache ich mir auch ernsthaft über die Meistersingerhalle Sorgen. Ich bin überzeugt: Hätten wir den neuen Konzertsaal bereits, so wäre die Meistersingerhalle wahrscheinlich schon den Weg alles Irdischen gegangen.

Als Erstes fallen freilich Industriebauten der Abrissbirne zum Opfer. Dann aber auch Bauten wie das Fürther Parkhotel. Auf der andere Seite der Stadtgrenze schreibt Bloggerkollege Ralph Stenzel sehr treffend: „Abriß verpflichtet – Vom Krieg verschont, vom Stadtrat nicht“ – ich bin zu jung und zu weit weg von Fürth aufgewachsen, um dieser traurigen Bilanz eigene Erinnerungen entgegensetzen zu können und dennoch formiert sich vor dem inneren Auge ein verschwommenes Bild, um wie viel schöner gerade die Fürther Innenstadt heute aussehen hätte können.

Nach nicht einmal dreißig Jahren ist das Fürther City Center mausetot. Wer sich heute durch die Seiten des Fürth-Wiki klickt, erfährt nicht nur um den problematischen Start des Projekts sondern auch um den Niedergang industriekulturell wertvoller Bauten en groß. Ob eine Reaktivierung des Centers gelingt, ist nicht sicher. Interessant auch, dass der einzig Aufrechte, der sich seinerzeit gegen das City Center stellte, Kommunist war.

Ich bleibe in Fürth: Ein Beispiel, wie sich vermeintlich obsolete Bauten sinnvoll und wirtschaftlich nutzen lassen, gibt das Ottoschulhaus. Nach dem Umzug der Realschule wurde das Schulgebäude saniert und neben schicken wie teuren Eigentumswohnungen entstand hier das großzügig angelegte und sehr sehenswerte Stadtmuseum. Ein anderes gefällig? Das Berolzheimerianum. „Schon wieder Kultur, soviel Kultur haben wir nicht wie Raum“, mögen nun Kritiker sagen – aber Sanierung und Betrieb des Berolzheimerianums geschahen und geschehen privatwirtschaftlich.

Dem Niedergang der Industrie im Nürnberger Klingenhof trotzt die Nutzng der Gebäude. Im „Ofenwerk“ sind heute Handwerksbetriebe und Werkstätten untergebracht, in der „Resi“ ist zum einen die Großraumdisko Rockfabrik und das Seminarzentrum der GRUNDIG AKADEMIE untergekommen, die alte Fensterfabrik Schlee ist nun ein Motor-Museum.

Ob in Nürnberg oder Fürth – wir betreiben Raubbau an unserer eigenen Geschichte. Und das ohne Not. Freilich ist der Erhalt des Quelle-Areals eine Herausforderung, aber der Erhalt von AEG war es auch (und er ist gelungen).
Es braucht nur mutige und weitsichtige Stadtväter. Was wäre Fürth heute, wenn man auf Walter Riedel gehört hätte? Was wäre der Augustinerhof heute, wenn nicht die Kniedlasköpf vom Altstadtverein alles verhindert hätten? Es ist diese Mischung aus Angst vor Neuem und Mutlosigkeit, Altes zu bewahren, es ist die Angst, mutig eigene Konzepte voranzutreiben und sich gegen den Zeitgeist zu stellen, Denkmalschutz aktiv voranzutreiben und auch mal einen Investor wieder vor die Tür zu setzen. Es ist der vermeintliche Populismus, der uns dieser Tage so viel städtische Identität kostet.

Kriminalmuseum Fürth.

2007 gründete ein Team und den pensionierten Oberstaatsanwalt Popp den Fürther Polizeidirektor Wilfried Dietsch einen Verein, denen erstes Ziel die Schaffung eines Kriminalmuseums in Fürth war. Nach langer Umbauarbeit, Verhandlungen und dem Beibringen zahlreicher Exponate hat Fürth nun im Kellergewölbe des Rathauses ein Kriminalmuseum, eines, das sich sehen lassen kann!

Zwei Ziele verfolgt das Museum – zum einen dokumentiert es reichlich zweihundert Jahre Fürther Polizei- und Kriminalgeschichte und passend hierzu wird auch Präventionsarbeit geleistet.

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Losgegangen sein mag es mit der Polizei in Fürth unter dem preußischen Beamten Karl August Freiherr von Hardenberg, der sich in vielfältiger Hinsicht als Verwaltungsreformer einen Namen machte und in der Region ab 1790 tätig war – die Provinz Ansbach-Bayreuth fiel damals an Preußen. Auch die weiteren Reformen wilhelminischer Zeit sind gut dokumentiert – mit dem heute recht lustig anmutenden Verweis, dass man immer dann, wenn es in Fürth brenzlig wurde oder es Krawalle gab, man das in Nürnberg stationierte Militär zu Hilfe rief. Dokumentiert die Weimarer Republik (hier gab es eine Staatspolizei Nürnberg-Fürth) und die Zeit des Nationalsozialismus. In den Nachkriegsjahren griff die amerikanische Besatzungsmacht sehr deutlich in die Personalauswahl der Fürther Polizei ein, doch schon zu Beginn der 1950er Jahre konnte sich die Organisation neu formieren.

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Neben der Polizeigeschichte gibt es Themenräume, z.B. für Verkehrsunfälle, ein Raum zeigt eingezogene Waffen aus Privathaushalten, Skimmingvorrichtungen an Geldautomaten und weiterhin auch unterschiedliche Arten von Falschgeld. Abgeschottet hinter Panzerglas sind verschiedenste Drogen und Laboreinrichtungen, die ihrer Herstellung dienen, ausgestellt, ein weiterer Themenraum ist ein begehbarer Tatort – hier erfährt der Museumsbesucher einiges überdie Arbeit der Spurensucher, nahtlos daran der Raum, der die Arbeit der Rechtsmedizin dokumentiert.

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Der Besuch der Kellergewölbe des Fürther Rathauses lohnt, den das Kriminalmuseum verfolgt mit seinem fließenden Übergang von Prävention und Kriminalgeschichte nicht nur ein einzigartiges Konzept sondern auch eine höchst lebendige Ausstellung.

Freilich ist die Interpretation des Gezeigten eng an die von Polizei und Justiz gebräuchliche Lesart angelehnt. Wenn zum Beispiel von Krawallen gesprochen wird, werden die fränkischen Bierkrawalle des späten neunzehnten Jahrhunderts schon mal mit legitimen Demonstrationen unserer Tage mit ihren Ausschreitungen am Rande in einem Atemzug genannt. Das hinterlässt schon ein seltsames Gefühl und sei hier beispielshalber für das ein oder andere Detail genannt, dessen Darstellung schon stark vom „Erzählenden“ geprägt ist.

Nichts desto trotz gebührt dem Museumsverein Dank – die ehrenamtlichen Helfer haben hier eine absolut professionelle Ausstellung hochgezogen, der es inhaltlich, didaktisch und dramaturgisch an nichts fehlt. Die Exponate sind nicht nur sorgfältig ausgewählt sondern auch liebevoll präsentiert und die Dramaturgie des Gezeigten präsentiert sich dem Museumsbesucher vorbildlich. Fürth hat neben dem bekannten Rundfunkmuseum und dem ebenfalls sehr gelungenen neuen Stadtmuseum nun also auch ein Kriminalmuseum, das sich nahtlos in den Reigen der Sehenswürdigkeiten der Kleeblattstadt einreiht (und auf das der geneigte Nürnberger ein klein wenig neidisch blickt).

Wer das Kriminalmuseum besuchen will, sollte ein paar Dinge wissen: Eine Führung rentiert. Karten für die Führungen werden vom Tourismusbüro Fürth am Bahnhof verkauft. Wer eine Führung mit Herrn Dietsch möchte (was ich herzlich empfehle), der sollte sie über das Nürnberger BZ buchen (ungleich teurer). Der Eintritt ist erschwinglich – um nicht zu sagen sozial: Erwachsene bezahlen 2,50 Euro, Kinder 1,- Euro und Familien einen Fünfer. Geöffnet ist jeweils Sonntags – die entsprechenden ֖ffnungszeiten können der Webseite des Kriminalmuseums entnommen werden.

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