Autor: admin
Stellenausschreibung.
Die Linke hat eine sehr interessante Stellenausschreibung veröffentlicht: Sie suchen eineN Referenten/In für die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“. Das wäre an und für sich nichts Besonderes, nur nimmt mich Wunder, dass gerade die Linke diesen Posten nicht intern besetzen kann oder will, ist sie doch die Partei, der ich netzpolitisch noch am ehesten zutraue, sinnvolle Inhalte in die Kommission einzubringen.
Was nun genau in dieser Kommission getan werden soll, erschließt sich mir immer noch nicht. Hey, wir haben 2010. Der „digital gap“ ist zwar vorhanden, verkleinert sich aber zusehends. Gegen Schäubles, Zensursulans und Censilias macht das Netz selbst Front. Und das zieht dann vors BVG. Und das kassiert dann die Analoggesetze, die die Welt retten verkaufen wollen. Wozu die Kommission?
Die Linke hat in einem Änderungsantrag übrigens hierauf eine Antwort gegeben (zumindest zum Teil), leider ist der nicht durchgegangen:
Nicht nur Wirtschaft und Umwelt erfahren durch das Internet und die allgegen- wärtige Digitalisierung nachhaltige Veränderungen, sondern auch die Arbeits- und Produktionsbedingungen selbst. Das Internet lässt neue Formen kreativer Arbeit entstehen, die sich oft außerhalb der traditionellen Branchen bewegen und bisher getrennte Arbeitsformen neu mischen und verbinden. Neue, teils kollaborative Arbeitsbedingungen lassen neue Inhalte und Geschäftsmodelle entstehen und verändern Produktion, Vermarktung, Distribution und Rezeption ebenso wie sie ganz neue Qualifikations- und Ausbildungsprofile erzeugen. Zu- gleich verändern sich mit der rasanten technischen Entwicklung durch die Digi- talisierung die konkreten Ausgestaltungen von Arbeitsverträgen, die finanzielle Absicherung bei Erwerbslosigkeit und im Krankheitsfall sowie das Maß an gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Integration schlechthin. Unter dem Stichwort „Prekarität“ ist eine zunehmende perspektivische Verschiebung in den gesellschaftlichen Problemlagen zu beobachten. Diese Unsicherheit wird von den Betroffenen in der Internetökonomie ganz unterschiedlich reflektiert. „Netz- sklaven“ und „Cyber-Prekariat“ nennen sich die einen, andere sehen sich als neue Informationseliten und „Digitale Bohème“. Das Themenfeld Arbeit und Arbeitsbedingungen 2.0 kann eine Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ nicht ausblenden.
Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere könnte unter anderem sein, dass Freiheitsrechte im Netz immer auch mit denen RL korrespondieren – hier sehe ich den eigentlichen Arbeitsauftrag. Dies inkludiert auch die Belange der „Web-Arbeiter“, denn Arbeitnehmerrechte sind meiner Meinung nach ebenso Freiheitsrechte.
Ach ja, wenn ihr Linken von digitaler Boheme sprecht, nehmt bloß nicht den Lobo!! Ach nee, geht ja nicht, dass ist ja ein Sozn.
Nichts desto trotz: Der Referent sollte sich in den Kreisen der Linken wohl finden lassen. Und vielleicht kann das auch jemand sein, der nicht nur den Themenkomplex „Arbeit“ fokussiert sondern diesen auch in ein „großes Ganzes“ einordnen kann. Zu wünschen wäre es. Die Kommission ist sowieso sehr spät dran. Mit Schäuble und Zensursula sind wir ja nicht erst dieser Tage geschlagen und deren Gesetzesauswürfe, die in schöner Regelmäßigkeit vom BVG kassiert wurden, sind auch kein Erscheinung des heutigen Tages.
3DSUPPLY – Shirts für grillende Gamer-Nerds.
Ich oute mich mal als Stammleser von Fefes Blog. Und der wiederum rührte gerade die Webetrommel für einen Onlineshop der T-Shirts verkauft, aber nicht irgendwelche T-Shirts, sondern solche für Gamer, Nerds und Grillmeister. Und dementsprechend passende Motive werden feilgeboten.
3Dsupply aus Bielefeld bietet aber nicht nur den klassischen Gamer- und Nerdstuff sondern auch Individualfertigungen in Flockdruckausführung.
Wo aber liegt der Unterschied zu all den anderen Shirtanbietern, die Gamer/Nerdwear anbieten? Ich konnte im Wesentlichen zwei USPs ausfindig machen:
1. Die „Grillwear“ ist eine der nettesten Ideen der Saison. Während wir im letzten Sommer noch quasiuniform die Würste im „Hasenscheisse“-Dress drehten und uns vom Kollektiv „Bernd“ rufen lassen mussten, haben wir nun die Möglichkeit, wesentlich individueller gekleidet der Fleischeslust zu frönen. Endlich.
2. Das meine ich ernst: 3Dsupply ist einer der wenigen Shops, die dezidiert darauf hinweisen, dass ihre Shirts nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Noch immer werden Massen an Kleidunsstücken in die Läden und auf die Leiber geworfen, deren Herstellungsbedingungen nicht nur die Menschenwürde derer verletzen, die sie herstellen. Ob die Wurst auf dem Grill noch schmeckt, wenn man sich bewusst macht, dass die Hitze des Grills der Temperatur in den Fertigungshallen chinesischer Sweatshops recht ähnlich ist? Dem ein „Born To Grill“-Shirt tragenden BBQ-Chef wird das Steak schmecken, schließlich garantieren die Bielefelder, dass ihre Shirts von Herstellern bezogen werden, die bei der Produktion einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Natur waren. Überraschend transparent: Auf der Webseite werden auch die Zulieferer der Shirts genannt.
Das Lieblingsshirt hier im Büro ist übrigens das hier: Weltkulturerbe. So, go for it.
P.S.: Ja, sie haben mich bestochen. Ja, ich bekomme ein Shirt (hoffe ich). Aber auch hier gilt: Ich schrebe nur über Sachen, hinter denen ich auch stehe. Bildnachweis: Mit freundlicher Genehmigung von 3DSUPPLY.
Kompatibilitätsprobleme mit Word
Word 2008 für Mac tut dumm: Dieser Tage habe ich ein Worddokument aufgesetzt und als Word 97-2004-Dokument (doc) abgespeichert, weil ich Büro aufeiner Windowsmaschine noch Office 2003 verwende. Sollte kein Problem sein, oder? Also ziehe ich meinen Text auf einen Stick, öffne ihn ganz normal im Büro, bearbeite ihn und speichere den Text wieder auf dem Stick.
Warum mache ich das? Weil ich im Büro den kompatibilitätsassistenten nicht installiert kriege.
Einige Tage später, zu Hause angekommen, will ich den Text weiterbearbeiten, versuche ihn zu öffnen und dann passiert das:
Ich habe alles erdenklich mögliche versucht, aber der Text lässt sich am Mac nicht mehr öffnen. Im Büro zurück, stecke ich den Stick ein und – öffne den Text ganz normal.
Wen das Wodpress wäre, würde ich jetzt das basteln anfangen. Aber was will ich bei Word denn basteln? Hat jemand eine Idee, was zu tun ist? Es liegt btw. nicht am Stick… Und der Dialog „Weitere Informationen“ liefert keine für mich verwertbaren Erkenntnisse…
Crappy, Microsoft, sehr sehr crappy!
P.S.: Das mit dem „Dokument wiederherstellen“ klappt genau gar nicht!
Fotodruck auf Leinwand und hinter Acrylglas
[Trigami-Review] Vor einer guten Woche bekam ich die Möglichkeit, zwei Produkte der Fa. Blickshop in Reutlingen zu testen:
blickshop.de ist ein Onlineshop, bei dem man seine Fotos oder Grafiken hochladen kann. Der Printservice von blickshop fertigt hieraus nun unterschiedliche Fotodrucke. Neben dem Klassiker, dem auf Leinwand gedruckten und auf einem Keilrahmen gespannten Fotodruck, umfasst das Produktportfolio auch auf Acrylglas hinterkebte gedruckte Fotos sowie Drucke auf Stoff, Klebefolie und als PVC-Banner und natürlich Posterdruck. Weiterhin kann man bei blickshop auf vorhandene Bildmotive zurückgreifen und sich im noch recht jungen corporate blog informieren.
Zum Testsetting: Um eine sinnvolle Aussage über die Druckqualität geben zu können, habe ich mir zwei „Aufgaben“ überlegt:
1. Ich möchte an einem möglichst hochauflösendem Bild mit starkem Hell/Dunkel-Kontrast sowie sehr geringem Kontrast beim Fotodruck auf Leinwand erkennen, wie detailreich bzw. hochauflösend der Druck das Ursprungsmaterial wiedergeben kann. Weiterhin interessiert mich beim Druck auf Leinwand, ob die Versiegelung mit UV-Schutzlack die Textur der Leinwand beeinflusst oder ob Reflexionen dadurch auftreten, die das Ergebnis beeinflussen.
2. Ich möchte anhand eines sehr niedrig aufgelösten Bildes mit einem Motiv, dass die Dreidimensionalität eines einzelnen Objekts antizipiert, sehen, ob durch eine Kaschur auf Acrylglas diese ungünstigen fototechnischen Ausgangsbedingungen – zumindest im Ansatz – egalisiert werden können (versteht mich bitte nicht falsch, es geht hier nicht darum, ungünstiges Ausgangsmaterial zu „verbessern“, es geht darum, ob die Wahl des Mediums Acrylglas bei niedriger Auflösung einen subjektiv erlebbaren Effekt zugunsten des Motivs nach sich zieht).
Dementsprechend wählte ich zwei Dateien aus, von denen ich meine, dass sie der Aufgabenstellung Rechnung tragen können: Für den Druck auf Leinwand bediente ich mich hierbei einem Foto der Londoner Tower Bridge, dass in der deutschsprachigen Wikipedia zu finden ist (und zwar hier – seht selbst). Diese bei Nacht geschossene Aufnahme weist sowohl geringe (Farbverläufe des Nachthimmels, ein blaues Boot auf blauem Wasser) als auch hohe (Nachthimmel und die illuminierte Brücke) Kontraste auf. Zudem ist das Ausgangsmaterial hochauflösend und verfügt mit 9.462 × 4.734 Pixeln über ein zumindest „ungewöhnliches“ Format. Von der technischen Qualität des Bildes her dürften das, sehen wir einmal vom Format ab, optimale Voraussetzungen für einen professionellen Fotodruck sein.
Ganz und gar suboptimal sind die technischen Bedingungen des Motivs, das ich für den Druck auf das kaschierte Acrylglasbild vorgesehen habe. Auf meiner Festplatte fand ich das Bild einer feuerroten Chilischote mit gephotoshoptem Schattenwurf vor reinweißem Hintergrund in der Auflösung 800 x 533 Pixel. Wieder ein Sonderformat und, das kommt erschwerend hinzu, durch starke Kompression im JPG-Format auf magere 112 Kilobytes geschrumpft. Es ist eigentlich Irrsinn, überhaupt auf die Idee zu kommen, ein so grottiges Ausgangsmaterial zum Drucken zu geben – für den Test aber eine schöne Herausforderung.
Nun müssen die Bilder aber erst einmal zu blickshop. Das geht vermittels der Uploadfunktion im sehr aufgeräumten Onlineshop per Klick – und die müssen da echt dicke Server mit armdicker Leitung stehen haben, denn die über 6MB Bilddateien waren – keine Übertreibung – in Sekundenschnelle hochgeladen. Der Webshop verfügt über einen sehr einfachen „Drei-Schritte-Produktkonfektionierer“, der dann wunderbar funktioniert, wenn man keine Extras wählen möchte. Wer aber – gerade beim Foto hinter Acryl ist das interessant – Extras wählen möchte, der muss sich erst einmal ins Funktionsprinzip des Online-Shops hineindenken. Hier wäre eine einfache Abfrage zur Wahl der Features nach Konfektionierung des Basisprodukts wünschenswert.
Beim Umgang mit dem Onlineshop ist die klare Struktur und die komfortable Upload-Funktion der Bilder besonders erwähnenswert. Letztere machtauch all jenen das Bestellen sehr leicht, die nicht den tagtäglichen Umgang mit einem FTP-Client gewohnt sind. Deutliches Verbesserungspotenzial sehe in der Menüführung zum Hinzufügen etwaiger Extras, zusätzlicher Features oder Zubehörteile.Darüber lässt sich aber hinwegsehen, denn mit ausdauerndem Klicken konfektioniert man genau das, was man haben möchte.
Ein echtes Manko aber ist die Zuschneidefunktion, die genau dann aktiviert wird, wenn das Seitenverhältnis des hochgeladenen Bilds nicht dem des gewählten Produkts entspricht. Diese Funktion ist wichtig – und derartig klein geraten, dass sie für Fotos mit vielen Details unter Umständen unbrauchbar ist. Der Profi wird vorab das Format in Photoshop anpassen, der „Normaluser“ hat mit der Liliputanerversion des Zuschneidetools zu kämpfen.
Die Bilder, die ich am Mittwochabend bestellt habe, erreichten mich per DHL am Freitag morgen. Ein schnellerer Versand ist für ein im Kundenauftrag produziertes Produkt eigentlich nicht denkbar. Die Versandzeit war wirklich nicht zu toppen.
Der große Moment ist gekommen: Ich nehme die Drucke aus dem Versandkarton (übrigens sind sie sehr ordentlich verpackt, da kann man nicht meckern) und bin überrascht!
Zuerst betrachte ich das Foto der Tower Bridge auf der auf einem Keilrahmen gespannten Leinwand (und hierbei handelt es sich um eine echte Künstlerleinwand, d.h. ich kann die Leinwand auf dem Rahmen nachspannen). Der Druck vermag bei der Auflösung zu überzeugen, man vermisst kein Detail. Starke Kontraste werden überraschend scharf abgebildet (Wunder darf man aber keine erwarten) und feine Farbnuancen sowie Verläufe bleiben sauber erhalten. Allerdings ist das Bild, vermutlich vom Schutzlack, mit feinen, glänzenden Sprenkeln benetzt. Diese fallen bei genauem Betrachten dann auf, wenn das Licht seitlich auf das Bild fällt. Aus diesem Betrachtungswinkel verliert dann der Druck jede Brillanz – schade. So kommt dann auch die feine Textur, die die Leinwand von sich aus hergibt und die mit Sicherheit gerade für „grobkörnig“ gerenderte Aufnahmen künstlerisch interessant sein könnte, nicht zur Geltung. Der UV-Schutzlack wird aufgrund des zwar regelmäßigen, aber eben gefleckten Auftrags auch nicht wie ein Firnis. Das Produkt „Fotodruck auf Leinwand“ hätte durchaus Potenzial, aber in dieser Ausfertigung genügt das Ergebnis selbst semiprofessionellen Ansprüchen nicht. Schade, denn von der Farbtiefe und Auflösung her ist der Druck überraschend gut.
Detail: Textur des Fotodrucks auf Leinwand
Detail: Auflösung des Drucks, gut erkennbar: Die Sprenkel des Schutzlacks
Detail: Rückansicht, Leinwand auf Keilrahmen
Ein ganz anderes Bild vermittelt der hinter Acrylglas kaschierte Fotodruck.Wir erinnern uns: Das Ausgangsmaterial war mies und von der technischen Warte her betrachtet nicht zum Druck geeignet. Was hier entstanden ist, wird selbst das kritischste Auge überzeugen: Die Farbwiedergabe ist hervorragend: Das Rot knackig, das Grün frisch – eine Tiefe wie auf einem gut kalibrierten Monitor lässt sich erkennen. Das ist, man muss es so sagen, ein Wunder für das geringauflösende Ausgangsmaterial. Es ist kaum zu glauben, wie lebendig der Schärfenverlauf und der angepasste Schatten das Bild werden lässt – und diese Tiefe und Lebendigkeit ist besonders dem 10 mm dicken Acrylglas geschuldet, das den Lichteinfall nicht nur vor vorne sondern auch von den Kanten her erlaubt. Das Motiv tritt, der geringen Auflösung zum Trotz, aus der Fläche, der Betrachter erhält einen subjektiven Eindruck von Dreidimensionalität. Das Bild hinter Acrylglas kann ich bedenkenlos empfehlen, auch und gerade jenen, die mit einer technisch mangelbehafteten Aufnahme ein möglist guten Ergebnis erzielen wollen. Es ist klar: Eine schlechte Auflösung lässt sich nicht hochrechnen, leere Vergrößerungen führen zu keinem Zugewinn an Qualität – aber die handwerklich perfekte Kaschur und die Dicke des makellosen Acrylglases werten das Motiv so auf, dass es angenehm anzusehen ist. Mit einem derart guten Ergebnis bei so schlechter Ausgangslage hätte ich nicht gerechnet.
Detail: Stärke des Acrylglases: 10 mm
Generell lässt sich sagen, dass man bei blickshop gute Ergebnisse erzielt, wenn man das geeignete Motiv in der jeweils passenden Drucktechnik ausführen lässt. Die Textur der Leinwand korrespondiert trotz technischer Schwächen hervorragend mit dem Bild der altehrwürdigen Tower Bridge, verfügt diese ja durch ihre reiche Ornamentik selbst über eine ganz eigene „Textur“. Ebenso gewinnen Motive mit unterschiedlichen Schärfen durch das Hinterbringen auf Acrylglas. Dem Fotografen stellt sich also die Herausforderung, eine Reproduktionstechnik auszuwählen, die mit dem Motiv harmoniert (oder, abhängig von der Intention dieses kontrastiert). Das Produktportfolio von blickshop.de ist ausreichen groß, dass das gelingen kann.
Und heute?
Nur ein paar wenige „News“, weil ich heute gerade keine Zeit finde für ein ausführliches Post (obgleich die Themen das locker herben würden).
Zwei hochinteressante Sachen kommen via Fefe:
- wusstet Ihr, dass Fotokopierer eine interne Festplatte haben, und die alles mitsnifft und wegspeichert, was über das Vorlagenglas gezogen wird? Ich wusste das bislang nicht, aber das ist ja schrecklich! Stellt Euch vor, ihr habt das Dingens geleast und nach zwei Jahren kommt der Büromaschinenservice und stellt euch einen Neuen hin. Könnt ihr garantieren, dass die vorher anständig die Harddisk löschen, bevor die den Leasingrückläufer verscherbeln? (Ich bin nur froh, dass mein Olivetti schon fast antik ist :)).
- Diese Grafik von Google ist auch mehr als krass! Bei „removal request“ belegt die BRD einen satten zweiten Platz. Wenn man bedenkt, worauf bei Fefe völlig zurecht hingewiesen wird, dass der Impact in Brasilien wegen orkut so hoch ist, und das in Relation sieht… Da schämt man sich schon….
Weiterhin:
- Ob das stimmt? Immer mehr Deutsche rauchen Selberg´wuzlte und angeblich 20% Schmuggelzigaretten.
- Um die Batzen aus meinem Vanilleshake zu bekommen, habe ich die Flasche heute den halben Tag lang immer wieder geschüttelt.
- gerade bei Twitter gesehen (weil die NN das retweeted haben): Der Nichtraucher-Volksentscheid ist am 4. Juli.
- Und was unsere „Familienministerin“ für ein Zeug nimmt, will ich lieber nicht wissen. Das geht mit Sicherheit schief.
- Im BR-Fernsehen, komisch, dass mir das jetzt ers auffällt, läuft allerhand komisches Zeug.
- willblogforfood: Die Aktion startet bald. Vita-Cola hat schon ein Packerl avisiert…
Renaissance im Low-Budget-Mittelformat
Wer mit Mittelformatkameras hochwertige, professionelle Fotografie assoziiert, der hat im Grunde recht damit, manchmal aber auch nicht. Gestern bin ich über ein aktuelles Review der Stereokamera von Holga bei Gizmodo gestolpert und da dachte ich: Hoppla, da war doch was: HOLGA. In der Tat: Trotz Digitalkameraboom und Stille bei den lomographischen Botschaften gibt es HOLGA noch.
Es muss Ende der 90er gewesen sein, Digitalfotografie war nicht besonders gut und nicht besonders billig, wir wollten Spaß und interessante Fotos und die Lomographie war voll im Trend. Da kaufte ich mir eine Lomokamera vom Typ „Sampler“ und packte 4 mit 2 Sekunden Zeitversetzung geknipste Bilder auf ein Foto im Kleinbildformat. Diese „Sampler“-Kameras waren unglaublich hip und unglaublich billig (lass sie vierzig Mark gekostet haben), und irgendwann war der Effekt dann auch ausgekostet und das Ding wanderte in den Schrank und anlässlich eines Umzugs wohl auch irgendwann in den Müll. Aber witzig war es irgendwie schon.
Losgegangen ist der Trend, so meine ich mich zu erinnern, weil ein paar Österreicher irgendwo eine Russenkamera vom Typ Ломо (LOMO) in die Hand bekamen, die recht unscharfe Bilder mit hartem Kontrast und Farbverfälschungen lieferte. Und dann ging es los mit dem „Schießen aus der Hüfte“. Das ist aber mindestens zehn Jahre her.
Und heute? Ganz leise und von der Masse unbemerkt werkeln sie weiter, die Künstler, für die die technische Limitation einer einfachen Kamera gerade die Herausforderung darstellt. Und so gibt es auch die Firma Holga noch.
Holga 120 CFN, Quelle: Wikipedia, copyleft
An diese Dinger habe ich keine konkrete Erinnerung, ich hatte so was auch nicht, weil es mir immer zu umständlich erschien, mit dem Rollfilm zu hantieren (was im Vergleich zum Umgang mit der Kleinbild-Filmpatrone schon ein Gefummel ist) und weil die Kamera einen bescheidenen Ruf genoss.
Das mit dem Ruf ist auch nachzuvollziehen, denn damals wie heute ist das „Objektiv“ aus Plastik (sic!), vergütet ist da nichts und auch der Body ist aus Kunststoff (aber nicht zwingend lichtdicht). Das ganze Gerät kam mir eher wie eine Kirmeskamera vor. Gute Schützen holten sich so etwas als „Hauptpreis“ an der Schießbude.
Heute aber, das muss ich zugeben, interessiert mich die Kamera. Zu weit weg sind für mich die Zeiten, als man sich noch überraschen lassen musste, was die Fotos geworden sind. Zu lange her ist das kribbelnde Gefühl angenehmer Gespanntheit im Fotoladen, wenn man sich die ersten Abzüge holte. Das alles verspricht dieses unspektakuläre Stück schwarzen Kunststoffs zurückzubringen.
Witzig ist sie schon, diese Kamera: Inzwischen ist sie mit einem Blitz mit drehbarem Farbvorsatz in Blau, Gelb, Rot und transparent ausgestattet. Und es gibt auch, das macht die Sache für alle ohne Farblabor interessant, die Möglichkeit, die Holga mittels zerschnittenem Spülschwamm (sic!) auf das Kleinbildformat „umzurüsten“. Aber: Dass das Ding mitunter nicht lichtdicht ist und dass man das gaffern muss, ist ein echtes Manko.
Ich bin mal gespannt, ob ich in der nächsten Zeit so ein Teil in die Hand bekomme. Dann werde ich berichten.
Holga stellt übrigens nicht nur Mittelformatkameras her, sondern auch Kleinbild-Lochkameras (nein, das ist nicht retro, das ist museal) und auch diese Ritsch-Ratsch-Dinger im Pocketformat der 70er. So was hatte ich, wenn ich mich nicht irre, von Agfa auch mal. Zwölf Euro Straßenpreis für eine Pocketcam – das ist mal ein Wort. Nur: Woher bekommt man so nen 110er oder 135er Film??
Irgendwie hat es mir die Low-Budget-Fotografie derzeit angetan. Nächste oder übernächste Woche krame ich mal meine Agfa-Digisnapcam heraus und schreibe was darüber (die ist auch sehr crappy). Das Wetter ist zum Fotografieren ja herrlich.
Ach ja, ganz vergessen: Straßenpreis für die HOLGA 120 CFN ist etwa 50 Euro, bei ebay wird sie immer wieder aus Hongkong für unter 30 Euro inkl. Versand angeboten. Würde ich persönlich wegen drohender Nachverzollung aber nicht machen…
Urban Myth Club – Breathe
Mal kurz chillen – do so, too.
Jetzt hat Google wohl seinen ersten Datenskandal
Im Prinzip habe ich ja nur auf eine solche Meldung gewartet: Spammer aus den USA sind durch das FBI ermittelt worden, weil sie unter anderem Dokumente bei Google Docs hinterlegt haben. So berichtete Heise am gestrigen Sonntag.
Die beiden Amerikaner sollen der Meldung zufolge eine Firma namens „Pulse Marketing“ betrieben und eine Spammail-Kampagne für ein Diätmittel illegal durchgeführt haben. In der Regel werden die Behörden den Versendern solcher Spam-Mails nicht habhaft, in diesem Fall aber hat das geklappt:
Nachdem gegen die beiden Verdächtigen ein Haussuchungsbefehl erwirkt wurde, gab auf Anfrage auch Google die Daten der beiden Männer heraus – nach zehn Tagen, wie es heißt.
Etliche der Dienste von Google, so auch Google Docs sind per definitionem als Clound Computing benannt, einer IT-Struktur, bei der die Bearbeitung und Speicherung von Daten nicht mehr lokal auf dem eigenen Rechner erfolgt, sondern über das Netz bei einem oder mehreren Anbietern oder Rechnern. Bequem ist das allemal, genügt doch ein halbwegs aktueller Webbrowser und eine Internetanbindung, um arbeiten zu können. Und auch über die Speicherung der so generierten Daten muss sich der Nutzer solcher Clouds kein Gedanken machen – wohl aber darüber, wem er seine Daten anvertraut.
In diesem Fall dauerte es also kurze zehn Tage und schon hatte das FBI die persönlichen Daten der Verdä#chtigen – nach US-amerikanischem Recht ist das durchaus legal.
Nun mag man argumentieren, dass es mit den beiden Spammern sicher nicht „die Falschen“ getroffen hat, aber Anlass zum Nachdenken, welche Daten ich in die Cloud gebe und im Speziellen, welche Daten ich Google überlasse, gibt diese Meldung schon.
Denn nun ist endgültig der Beweis für das erbracht, was viele schon vermutet haben: Google gibt die Daten, die das Unternehmen von seinen Nutzern sammelt, im Zweifelsfall recht fix an amerikanische Behörden weiter. Das ist nicht illegal – aber aus der Perspektive des deutschen Rechtsverständnisses aber höchst problematisch – schließlich kennt man in den Vereinigten Staaten keine unserem Bundesdatenschutzgesetz auch nur halbwegs entsprechende Gesetzeslage. Und so muss ich jeder, der Google-Dienste nutzt im Klaren sein: Im Zweifel bleiben persönlichen Daten NICHT bei Google.
Datenkrake, Quelle: FoeBuD
Weiterhin – und das spiegelt auch die Diskussion im Heise-Forum wieder, muss man sich generell überlegen, ob man in der Cloud arbeiten will. Ich selbst mache das nicht, auch wenn die Vorteile verlockend sind. Für Clound Computing spricht, dass ich plattformübergreifend mit gewohnten Tools around the globe meine Arbeit getan bekomme und noch nicht mal einen Datenträger – und sei es auch nur ein USB-Stick – mit dabei haben muss. Und die so erstellten Dokumente und Ergebnisse kann ich per Mausklick meinem Team zur Verfügung stellen, die dann die Dokumente live bearbeiten können. Groupware war gestern, in der Cloud geht das heute perfekt.
Das grundsätzliche Problem liegt bei der Übertragung und der Speicherung von Daten. Während es inzwischen Usus ist, die Übertragungswege anständig zu verschlüsseln, ist bei der Speicherung aber noch lange nicht gewährleistet, dass die Daten nicht doch irgendwo im Klartext herumliegen oder wieder entschlüsselt werden können. Bei Google ist letzteres ganz offensichtlich der Fall. Und damit verbieten sich solche Dienste wie Google Docs eigentlich von selbst.
Zwar ist die lokale Speicherung von Daten im Vergleich zur Cloud etwas inconvenient, aber immerhin behalte ich so selbst die Kontrolle darüber, wo mein Zeug liegt und wie gut ich es verschlüssele. Das kann ich lokal oder, wenn ich das wirklich brauche, auch über einen eigenen Server realisieren. Die Groupware-Effekte sind dann natürlich im Eimer, spätestens dann, wenn ich im Team arbeiten will, komme ich um eine saubere Groupware-Lösung nicht mehr herum.
Das macht aber nichts – diesen Aufwand würde ich allemal treiben. Das Hauptaugenmerk und Ausgangspunkt jeden Nachdenkens über die Aufgabe darf nicht der Bedienkomfort sein; vielmehr muss die Datensicherheit an allererster Stelle stehen.
Das Beispiel der Spammer und der Beweissicherung des FBIs durch Zutun von Google zeigt, wie problematisch es ist, seine Daten in fremde Hände zu geben (besonders dann, wenn diese Hände außerhalb des eigenen Rechtssystem arbeiten – denn dann können die mit meinen Daten quasi alles machen, was sie wollen). Und: Ich muss kein Krimineller, kein Spammer sein, um mir solche Gedanken zu machen. Ich will auch nicht, dass Google meine Betriebsgeheimnisse irgendwelchen US-amerikanischen Geheimdiensten oder Behörden durchreicht. Und auch nicht, dass ich von Google für irgendwelche Werbemaßnahmen profiled werde. Als: Finger weg von Google, auch von Google Docs.
Was aber ist die Lehre aus der Sache? Auch wenn es diesmal „nur“ Spammer getroffen hat: Man darf nicht erwarten, dass Google persönliche Daten schützt. Wenn die Ammis was von Google wollen, dann werden die das wohl auch herausrücken. Diesmal hat es zehn Tage gedauert, wer weiß, vielleicht geht das auch irgendwann mal in Echtzeit by request? Und, so ist bei Heise zu lesen:
Anders als bei einer realen Durchsuchung erfahren die Betroffenen bis zur Anklage nichts von einer online durchgeführten. Die Behörden sind nicht verpflichtet, sie zu informieren. Google-Sprecher Brian Richardson erklärte laut Wired, man versuche Kunden sogar schon vor der Herausgabe von Daten zu informieren, sofern dies legal sei und die Ermittlungen nicht gefährde. Damit hätten sie die Möglichkeit, dagegen juristische Mittel einzulegen. Doch LeviBeers erklärte, er habe monatelang nichts von der Herausgabe seiner Daten gewusst.
Das bedeutet nichts anderes als: Wenn Google Deine Daten weitergibt, wem auch immer, merkst Du das nicht mal. Ist eh klar. Trotzdem: Na bravo. Also: Finger weg davon.












