Barb´ra Streisand.
Der haut ja voll aus Maul! Wohoohohoowhohooo!!
Nürnberg-Blog | Technik, Politik und (digital) lifestyle
Der haut ja voll aus Maul! Wohoohohoowhohooo!!
Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich. (Artikel 10, Abs. 1, Grundgesetz)
Na bravo – unsere Bundesregierung scheißt dermaßen offensichtlich auf das Grundgesetz – man hält es im Kopf nicht aus. Gestern Abend wurde bekannt, dass die Feldpostbriefe der im Schutzbataillon Masar-I-Scharif stationierten Soldaten in die Heimat systematisch geöffnet wurden und die verwendeten Kuverts die Empfänger teils offen, teils gar ohne Inhalt erreichte (Quelle).
Als sicher darf gelten, dass dieser massive Verstoß gegen die Grundrechte nicht durch die afghanische Post geschehen ist sondern entweder durch die Feldpost der Bundeswehr, durch die Deutsche Post AG oder dazwischengeschaltete Stellen. Daher ist zwar nicht bewiesen, aber anzunehmen, dass hier staatliche Organe ihre Finger im Spiel haben. Wer die Briefe geöffnet hat ist – natürlich – unbekannt.
In früheren bundesdeutschen Regieruingen wäre es üblich gewesen, dass nach einer so systematisch durchgeführten Straftat (Verletzung des Briefgeheimnis in Tateinheit mit Unterschlagung) der Verteidigungsminister zurücktritt. Wie gesagt: Früher. Heute ist das in unserer Junta Bundesregierung natürlich nicht der Fall, ganz im Gegenteil: Zu Guttenberg lässt sich jetzt auch noch als großer Aufklärer feiern.
Ok, Leute, so steht es heute also um Freiheit und Demokratie. A propos Freiheit: Sollte diese Freiheit gemäß Peter Struck nicht am Hindukusch verteidigt werden? Dieser zynische und schmerzliche Treppenwitz zeigt, wie sehr unsere Bundesregierung auf Recht, Rechtsstaatlichkeit, Gesetze und damit in letzter Konsequenz auf uns Bürger spuckt.
Wir wollen uns nur einmal kurz in Erinnerung rufen, welche „Regierungen“ auf deutschem Boden systematisch Briefe zu öffnen pflegten. Den bekannten, Max Liebermann zugesprochenen Ausruf verwende ich in der Regel gar nicht, wenn überhaupt, dann nur in homöopathischen Dosen, hier aber verwende ich ihn bewusst. Liebermann sagte angesichts eines Fackelzuges anlässlich der Machtübername Hitlers:
Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.
So fängt das an.
Es ist an der Zeit, inne zu halten und darüber nachzudenken, wohin wir gekommen sind in Zeiten des großen Lauschangriffs, des Bundestrojaners, der Vorratsdatenspeicherung, der omnipräsenten Kameraüberwachung. In Zeiten, in denen es wieder möglich ist, dass systematisch Briefe geöffnet werden.
Ich wäre froh, in einem Staat zu leben, in dem – wenn so etwas geschieht – unverzüglich politische Konsequenzen gezogen würden. Heute haben wir alle Gewissheit: Die Bundesrepublik Deutschland ist weit von rechtsstaatlichen Prinzipien abgerückt. Es ist hohe Zeit, dass diese Regierung zurücktritt. So kann und darf es nicht weitergehen.
Warum öffnen die eigentlich Briefe? Wovor haben die eigentlich eine so verdammte Angst?
Heute ist mal wieder ein guter Tag, um sich seines Facebook-Profils zu entledigen (ihr habt sicher bereits meinen „you won´t find me on facebook„-Button gesehen). Wer also die günstige Gelegenheit nutzen möchte, dass dem Zuckerberg weniger Zucker in den Allerwertesten geblasen wird und wer weiterhin sein Scherflein dazu beitragen möchte, dass diese Facebook-Blase platzt wie weiland jene des sog. „Neuen Marktes“ – der entrichte seinen Obolus doch vollautomatisiert…
… mit der web 2.0 suicide machine!
Das Ding ist zwar nicht neu – aber ich denke, es ist wieder mal an der Zeit, darauf aufmerksam zu machen. In diesem Sinne: „meet your real neighbours again!“.
Das es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht, lässt sich besonders gut daran erkennen, dass es großen Konzernen mittlerweile wieder scheißegal zu sein scheint, wie sie mit ihren Kunden umgehen und ob die zufrieden sind. Bestes Beispiel hierfür ist ein negatives Erlebnis, dass wir gestern mit IKEA machen mussten (wieder mal eines, ich habe inzwischen aufgehört, zu zählen).
Gut, man darf sich nicht wundern, dass die Produktqualität teilweise unterirdisch ist – man bekommt, was man zahlt – die Rechnung ist hier zumindest zutreffend, denn man bezahlt bei IKEA wenig und daher darf man auch nicht mit der Qualität rechnen, die man früher einmal dort angeboten bekam.
Aber was sich der schwedische Duzverein IKEA gestern auf seiner Webseite und auch in seinem „Einrichtungshaus“ in Fürth erlaubt hat, schlägt dem Fass den Boden aus.
Am Sonntag sitze ich mit meiner Freundin vor dem Rechner, wir klicken hier und da im Netz, um ein paar Dekodinge für ein Zimmer einzukaufen. Irgendwie kommen wir auf die IKEA-Webseite und entdecken ein gerahmtes Bild mittlerer Größe von einem mir bislang unbekannten Künstler, etwa einen Quadratmeter groß. Den nordisch klingenden Kunstnamen habe ich mittlerweile vergessen – der ist an dieser Stelle auch nicht wichtig.
Wir beschließen, dass das Bild gut aussehen könnte und meine Freundin will baldmöglichst nach Fürth fahren und die Reproduktion kaufen. Wohlgemerkt: Es ist Sonntag, der 16. Januar, und das Bild samt Rahmen kostet laut IKEA-Webseite (nataS rüf kniL niek) 39,- Euro.
Am Montag abend, ich bin nicht zu IKEA mitgefahren, weil ich mir mein Karma nicht versauen will, geht sie also in besagtes „Einrichtungshaus“ in die Abteilung mit den Rahmen und Bildern, um das Objekt der Begierde zu erstehen und – oh Schreck – das Bild soll nun auf einmal 99,- Euro kosten.
„Dass an doch nicht sein“ denkt sich meine Freundin – mit Recht: Es ist schon eine linke Tour, die Kunden mit einem Preis deutlich unter 50 Euro am Sonntag anzufixen um ihnen dann am Montag im Einrichtungshaus einen knappen Hunderter abmontieren zu wollen.
Also schnell hin zum nächsten Verkäufer und nachgefragt, wie denn bitte dieser Mondpreis zustande kommt – so war ihr Plan. Aber das ist gar nicht so einfach, denn in besagter Abteilung waren an diesem Tage Verkäufer rar gesät. Irgendwann verirrte sich dann doch einer dorthin und angesprochen auf den Preis des Bildes paulte er sie an, dass er da nichts tun werde. Sie verlangte nach einem Abteilungsleiter oder Vorgesetzten, der Heckenpenner „Verkäufer“ hatte aber keine Lust, drehte sich um und ging einfach.
Nun ist meine Freundin ruhig und besonnen und sie rief mich kurz am Handy an, eigentlich nur, um mir zu sagen, dass sie kein Bild zu diesem Preis kauft.
Hier muss man deutlich sagen, dass meine Freundin auch in solchen Situationen ruhig und besonnen bleibt und so ist es das Glück dieses Verkäufers, dass er nicht an mich geraten ist. Ich hätte mich dem Bürschchen in den Weg gestellt und ihm vor versammelter Mannschaft die Leviten gelesen, dass ihm Hören und Sehen vergangen wäre.
Nichts desto trotz: Man darf dem Pöbel nicht alles durchgehen lassen. Daher (und weil es im IKEA-Markt auch kaum möglich ist, sich zu beschweren bzw. zu „Entscheidern“ durchzudringen) griff ich zum Telefon, nachdem ich mir die (Festnetz)Nummer der Deutschlandniederlassung – „IKEA Deutschland GmbH & Co. KG“ herausgesucht habe (in solchen Fällen über die Servicehotline zu gehen, hat meines Erachtens wenig Sinn, die Festnetznummer ist nicht ganz einfach zu recherchieren, aber wenn man ungefähr weiß, wo man gucken muss, dann geht das schon). Am Switchboard der Zentale in Hofheim am Tauns meldete man sich brav mit „IKEA Deutschland“ es war aber nur der Wachschutz. Trotzdem, nett und höflich, hat mich dieser Mann mit dem IKEA-Markt in Fürth verbunden, dort wurde mein Telefonat von Herrn K. vom Wachschutz entgegengenommen.
Herrn K. erklärte ich worum es geht und dass ich sofort mit der Marktleitung, deren Stellvertretung, dem Geschäftsführer oder einem andenre Entscheider zu sprechen wünsche. „Alle nicht da“ war die lapidare Antwort. Gut, ich sagte dem Herren vom Wachschutz, dass ich nicht zu seinen average customern gehöre, dass man mich aus Hofheim-Wallau verbunden hatte und dass ich gerne bereit sei, morgen an exakt dieser Stelle mit seinen Kollegen zu eruieren, ob denn wirklich keiner da sei. Plötzlich kam ein wenig Bewegung in die Sache. Die Geschäftsführung sei nicht da, meine Partnerin könne sich ja mal an der Information kundig machen, solche Dinge schlug der Herr Wachtmeister vor – ich habe ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass diese Nummer bei mir nicht läuft. Ich sagte ihm, dass er mir bitte Namen und Kontaktdaten der Marktleitung geben möchte, da sagte er „Dann bekomme ich Ärger.“ Ich habe ihm dann unmissverständlich klar gemacht, dass, sollte nun nichts passieren, er in jedem Fall Ärger bekommen wird – wenn nicht mit seinen Vorgesetzten, dann mit mir (was für ihn wiederum Ärger mit seinen Vorgesetzten bedeutet). Die Aussicht, auf jeden Fall Ärger zu bekommen, motivierte ihn dann doch, die entsprechenden Damen und Herren am „Kundenservice“ zusammenzutrommeln und dort meine Partnerin anzuhören.
Am Rande sein noch angemerkt, dass Herr K. auch meine Kontaktdaten aufnahm und mir noch für den gestrigen Abend einen Rückruf seitens der Marktleitung oder eines Stellvertreters zusagte. Angerufen hat – wen nimmt es Wunder – natürlich niemand.
Der „Kundenservice“ des Fürther IKEA-Marktes gemahnt von seinem Aussehen und auch vom Procedere her an ein größeres Einwohnermeldeamt, die KFZ-Zulassungsbehörde einer größeren Stadt oder das Arbeitsamt. Man kommt dort hin und muss erst einmal eine Wartenummer ziehen, dann ist auf Holzbänken Platz zu nehmen (ich erinnere mich an ähnliche Bänke – auf denen fieberte man in den 1980er Jahren dem Eintreffen des Zuges der Deutschen Bundesbahn entgegen – die Bänke bei IKEA sind ähnlich hart und ungemütlich und man wartet dort gefühlt auch länger als auf einen Zug bei der Bahn – das muss man erst einmal schaffen). Über den Schaltern, an denen die Mitarbeiter IKEAS stehen oder sitzen, hängen große LED-Tafeln, dort blickt man dann immer wieder mal drauf, um zu sehen, welche Nummer gerade „aufgerufen“ ist und um abzuschätzen, wann man wohl drankommen könnte. Woher IKEA die Chuzpe unglaubliche Frechheit nimmt, diese Wartehalle nebst Wartenummern als „Service“ zu bezeichnen, ist mir bis heute nicht begreiflich. Auch meine Freundin ist dort vorstellig geworden, eine Wartenummer hat sie nicht gezogen – wir sind ja nicht im Affenhaus – sondern sie ist gleich vorgegangen und hat nach den genannten Ansprechpartnern verlangt.
Zuerst wurde eine Frau H. vorstellig, sie konnte aber den Preis des Bildes nicht beeinflussen und auch ihne Entschuldigung für das massive Fehlverhalten ihres Mitarbeiters fiel recht mager aus. Nun wurde ein Herr E. zu Rate gezogen, der sich mit einer anderen Nummer aus der Sache herauszumanövrieren suchte:
Er sagte, wir hätten auf der Webseite falsch navigiert – man müsse zuerst auf der Webseite das Produkt anwählen, dann die Verfügbarkeit im jeweiliger Markt vor Ort prüfen und dann bekäme man einen Preis angezeigt, der taggenau für das jeweilige „Möbelhaus“ gelte.
Wie meinen? Ist das deren Ernst? Scheinbar schon, denn die intransparente Online-Auspreisung bei IKEA war schon im vorvergangen Jahr Gegenstand der Presseberichterstattung (und dafür steckte IKEA seinerzeit eine fette Abmahnung ein):
Nach Beschwerden von Berliner Kunden, die im Spandauer Ikea-Haus höhere Preise zahlen mussten als im Internet angegeben, hatten die Verbraucherschützer dem Unternehmen vorgeworfen, gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zu verstoßen. […]Das Möbelhaus will Kunden, die bisher in einzelnen Filialen höhere Preise zahlen mussten als im Internet angegeben, die Differenz nicht erstatten. Es wird voraussichtlich noch etwas dauern, bis die Forderung der Verbraucherzentrale erfüllt wird, sagt die Sprecherin der Ikea-Deutschland-Zentrale Sabine Nold. (Quelle: Der Tagesspiegel)
Der Tagesspiegel subsummeiert also:
Preisdifferenz zwischen Werbung und Angebot: Die schwedische Möbelhauskette Ikea muss die Preisangaben auf ihrer deutschen Website nach einer Abmahnung durch die Berliner Verbraucherzentrale mit großem Aufwand ändern. (ebenda)
Da wissen wir also bescheid: Das Ding mit den unterschiedlichen Preisen ist kein Zufall, kein peinlicher Fehler, keine Unrundheit im System – das Ding mit den unterschiedlichen Preisen ist gewollt und es ist die Masche von IKEA. Es ist eine ausgemachte Schweinerei, die Ihresgleichen sucht!
Ich erkläre das kurz in einfachen Worten: Früher hatte man bewusst falsche Preise auf der Webseite angekündigt, die dann in den Märkten vor Ort nicht eingehalten wurden. Dafür hat sich IKEA eine schallende Ohrfeige in Form einer Abmahnung durch die Berliner Verbraucherzentrale eingefangen. Um nun „sauber“ zu bleiben, wirbt man mit einem günstigen Preis, den man vielleicht online, vielleicht irgendwo anders bekommen kann; um aber den tatsächlichen Preis im Markt vor Ort herauszufinden, muss man bei jedem Artikel diesen Preis für das jeweilige „Möbelhaus“ verifizieren.
Ich darf es frank und frei sagen: Man muss echt verdammt lange laufen, um auf ein noch kundenfeindlicheres Verhalten zu stoßen.
Wie geht es weiter? Mit diesen Tatsachen konfrontiert sagte Herr E. meiner Freundin, er wolle nachprüfen, welcher Preis denn am Vortag (=Sonntag) im Internet stand und wären dort tatsächlich die 39,- Euro ausgewiesen, so würde er den Artikel auch zu diesem Preis hergeben (ob es sich überhaupt lohnt, für eine einfache Repro noch mal bei der Fahrt nach Fürth Sprit zu verdaddeln, sei mal dahingestellt…). Er will sich telefonisch bei uns melden, ich warte mal ab – rechne aber ehrlich gesagt nicht damit.
Was habe ich aus diesem Fall gelernt? Für mich persönlich bleibt folgender Eindruck:
Für mich ist das Thema IKEA schon lange durch – aber es ist doch immer wieder interessant, festzustellen, wie leidensfähig die Masse ist. Ich bin ja selbst durchaus leidensfähig, aber igendwann ist man an einem Punkt angekommen, wo endgültig Schluss ist. Mehr bleibt dazu eigentlich nicht mehr zu sagen.
P.S.: Und bevor ihr jetzt in den Kommentaren sagt: „Es gibt aber leider genug Menschen, die darauf angewiesen sind, billig einzukaufen“ – das stimmt. Aber man muss nicht zu IKEA. Inzwischen gibt es nicht nur in Sachen Qualität Alternativen (Kunststück!, für die Landwirtschaft: Vorgenanntes Wort war Ironie) sondern auch beim Preis.
Heute erreichte mich per Post der aktuelle Pearl-Katalog – verbunden mit einem wirklich unschlagbaren Angebot:
Der Bugginger Anbieter Pearl verkauft seit heute über die Webseite das palm pre für 199,90 Euro – allerdings können „Stammkunden“ einen satten Rabatt von 50 Euro erhalten:
Mal eben den Katalog abfotografiert – 149,90 Euro ist ein Hammer-Preis…
Was bekommt man für das Geld? Das palm pre ist zwar kein ganz „taufrisches“ Gerät – schließlich gibt es schon seit längerem einen Nachfolger mit gleichem look´n´feel (aber schnellerer Prozessorleistung), aber es gehört zweifelsohne mit zu den besten Smartphones, die man derzeit kaufen kann. Neben dem wirklich gigantisch scharfen Display wartet das Telefon mit einer kleinen ausfahrbaren Tastatur auf (ja, dieses Telefon ist im engeren Sinne ein Slider). Es liegt super in der Hand und ist nicht nur softwareseitig up to date sondern bietet auch Multitasking in akzeptabler Geschwindigkeit. Auch die weiteren Features bekommt man so nicht für diesen Preis: Die Konnektivität ist mit UMTS/HSDPA und Quadband-GSM sehr ordentlich, der interne Speicher von 8GB ist ebenfalls ausreichend bemessen und selbstverständlich ist Bluetooth (A2DP) und ein GPS mit an Bord.
Das Betriebssystem webOS macht dieses Telefon rund – es reagiert schnell und biete nicht nur volle Google-Integration sondern auch zeitgemäße Apps fürs social networking (Facebook, twitter und Co.). Alles in allem ein feines Telefon.
Das Angebot von PEARL ist übrigens ohne Simlock und ohne Vertrag.
Wer bei Pearl Kunde ist, der sollte irgendwann diesen Katalog bekommen und erhält hoffentlich auch diesen Rabatt. Ob es nutzt, an der Hotline als Neukunde über den Preis zu verhandeln, kann ich nicht sagen. Vielleicht habt Ihr ja im Freundes- oder Bekanntenkreis ja jemanden, der den Katalog hat und Euch das Telefon bestellt.
Im o2-nlinestore ist das pre mit 240,- Euro gelistet, einen Preis von 199,- Euro bekommt man selten, die knppen 150,- Euro sind aber mehr als fair.
Update: Mir ist gerade aufgefallen, dass das Ding eine QWERTY-Tastatur hat. Manch einer mag das, aber eigentlich ist es ein FAIL, das so in D anzubieten.
Heute hatte ich Freizeit und nutzte diese, um mich mal wieder etwas in der Stadt umzuschauen. Ich war interessehalber mal bei Saturn und wollte eigentlich nur den K601 gegen den 701er hören (aber Kopfhörer auf diesem Niveau bietet der Nürnberger Saturn leider nicht an). Im Gespräch sagte ich der etwas ahnungslos wirkenden und offensichtlich überforderten Verkäuferin, dass ich mir gerne vernünftige Kopfhörer zulegen wolle. Als ihr bestes Modell präsentierte sie mir – nicht ohne Stolz – den „Kopfhörer“ beats by Dr. Dre in der Variante Studio des US-Herstellers Monster Cable.
Ich hörte mir diesen Kopfhörer am iPod an – ich weiß, dass das keine Referenz ist – aber immerhin habe ich einiges unkomprimierte Material auf dem Speicher und kann den Klang gegen Erfahrungen mit größeren Sennheiser und AKGs vergleichen. Auch, so sagte man mir, könne der „beats Studio“ hervorrangend am iPod verwendet werden. Ich habe mir wirklich Zeit genommen, diesen Kopfhörer auf mich wirken zu lassen und unterschiedlichstes Material gehört.
Quelle: flickr, Nuon Dantas, CC-BY-NC-SA
Mein Fazit: Klanglich ist dieser Kopfhörer Vollschrott. Es war mir nicht bewusst, dass es möglich ist, so extrem schlechte Kopfhörer zu einem Preis von knappen 300 Euro (Saturn-Preis) zu verkaufen. Ich will ehrlich sein: Hätte dieser Kopfhörer 30 Euro gekostet, hätte ich ihn liegen lassen.
Im Bassbereich macht der Hörer sogar eine durchschnittliche Figur: Die Bässe sind tief – nicht etwa abgrundtief aber immerhin tief. Im Bereich der Mitten, insbesondere der höheren Mitten (die sind durchaus wichtig für die Darstellung der Räumlichkeit) tut sich so gut wie nichts – man möchte meinen, dass der Hörer auf Bass und Hochton abgestimmt ist. Dem widerspricht aber der unumstößliche Fakt, dass selbst die Höhen unglaublich dünn, unterbetont sind. In Summe liefert der Kopfhörer undifferenzierten, bassbetonten Tonmatsch ans Ohr (von Klang darf hier nicht die Rede sein).
Der klobige, etwas zu schwere Hörer trägt sich scheiße und ist aus Vollplastik. Das Ohr passt gerade so in die Muscheln, nach zehn Minuten wird einem unter dem Hörer unangenehm warm. Der Kunststoff knarzt. Kurz, das Ding ist nicht nur klanglich unterirdisch sondern auch haptisch mies.
Das einizige, was man diesem Kopfhörer zugestehen kann, ist, dass er halbwegs anzusehen ist – das ist aber auch schon alles.
Liebe Leute, ich bin von der 50-Euro-Sennheiser.Klasse nicht unbdingt begeistert, aber wer sich einen beats by Dr. Dre anschaffen will, der höre sich nur zum Vergleich die AKGs oder Sennheisers in der 50-150-Euro-Klasse an. Das ist immer noch mindestens weniger als die Hälfte des Geldes für einen Monster Cable und ist klanglich nicht nur um Welten sondern ganze Universen besser.
Man zahlt bei diesen „Style-Produkten“ für die Optik und den Namen des Künstlers, der das Testimonial dafür abgibt – das ist bei der Quincy Jones-Edition bei AKG ähnlich. Man zahlt hier den Namen Dr. Dre und einen zweifelhaften „Style“. Wer das will, dem sei das unbenommen. Das ein Dreihunderteuroprodukt vom Klang her aber so unsagbar schlecht ist, bewegte sich bis heute außerhalb meiner Vorstellungskraft. Unglaublich.
Heute jährt sich der Todestag des aus Sierra Leone stammenden Asylbewerbers Oury Jalloh, der in einer Dessauer Polizeizelle unter mysteriösen und bis heute nicht geklärten Umständen verbrannte – obwohl er gefesselt war (!) – zum sechsten Mal.
Nachdem im Prozess um den Tod Oury Jallohs (manche sprechen von Mord, was rein von der Argumentation her und der Faktenlage nicht ganz von der Hand zu weisen scheint) zwei Polizisten, die verdächtigt wurden, am Geschehen beteiligt gewesen zu sein, vom Landgericht Dessau freigesprochen wurden, hat der BGH (sic!) dieses Urteil postwendend kassiert. Es muss neu verhandelt werden; das beste, was einem Rechtsstaat passieren kann.
Es ist ein Glücksfall für den Rechtsstaat, dass der Fall neu aufgerollt werden muss.
Im Web habe ich einen Mitschnitt der Hördukumentation „Verbrannt in Polizeizelle Nr. 5„, produziert vom NDR Ende des vergangenen Jahres, gefunden. Ich kann wirklich jedem empfehlen, sich diese Dokumentation anzuhören.
Sie rüttelt auf, beklommen nur kann man ihr folgen und wird gewahr, wie Polizeigewalt im Nachhinein vertuscht wird, wie sich mögliche Täter zu Opfern stilisieren lassen.
Diese gut 50 Minuten sind nach meinem Dafürhalten eine der wenigen Sternstunden des deutschen Tonrundfunks im vergangenen Jahr. Die Sendung ist nicht nur informativ sondern auch eine angemessene Möglichkeit, Oury Jallohs zu gedenken.
Zu Jahresbeginn sind allerorts die Energiepreise gestiegen. Nicht erst seit dem versuche ich, Energie einzusparen – mit möglichst geringem Komfortverlust.
Ein Beitrag hierzu kann sein, den Stromanbieter zu wechseln, ein anderes probates Mittel ist, Standby-Schaltungen, die Strom fressen, ohne dass ich davon etwas habe, den Hahn abzudrehen.
Und auch Energiesparlampen kommen in unserem Haushalt vereinzelt zum Einsatz – es gibt durchaus Möglichkeiten, elektrische Energie einzusparen ohne auf Komfort zu verzichten.
Nich ganz so einfach lassen sich Heizkosten einsparen. Der Invest in einen ökonomisch sinnvoll betreibbaren Heizkessel sprengt bei Eigenheimbesitzen nicht selten das Budget und viele Mieter haben hierbei sowieso kein Mitspracherecht. Auch eine anständige Wärmedämmung ist kostspielig und steht nicht jedem zur Verfügung.
Beim Heizen aber kann man sehr gut Geld einsparen und sogar an Komfort hinzugewinnen. Der Invest pro Heizkörper liegt bei überschaubaren 25 bis 30 Euro: Der Einsatz von programmierbaren Heizkörperventilen soll es möglich machen.
Die Idee hinter diesen programmierbaren Ventilen ist einfach und genial: Anstatt den Raum auf eine konstante Temperatur zu heizen., lassen sich mit dem Thermostat mehrere Heizphasen sowie eine Minimal- und Maximaltemperatur, die nicht unter- bzw. überschritten werden soll, automatisch steuern. So kann zu Zeiten, zu denen man bestimmte Räume nicht nutzt, eine weit unter dem Durchschnitt liegende Minimaltemperatur gewählt werden und zu Zeiten, zu denen die Räume genutzt werden, regelt das programmierte Thermostat diese auf ein angenehmes Maß ein.
Ich habe mich nach einiger Recherche für Thermostate des Typs „Rondostat HR 20“ von Honeywell entschieden – dies war ein Preis-Leistungs-Kompromiss. Eigentlich hätte ich gerne ein E-Pro gewollt (das sich via speziellem USB-Stick am Rechner programmieren lässt), das lag aber nicht im Budget.
Meine ersten Erfahrungen sind durchaus positiv. Die Installation der Teile ist einfach – mit einer Rohrzange wird die Überwurfmutter der alten Thermostate gelöst, dann lassen sich diese ganz einfach vom Ventil schrauben. Das Rondostat lässt sich zerlegen – in Bedieneinheit auf der einen und den Zahnradmechanismus auf der anderen Seite. Letzterer wird einfach mit der metallenen (und sehr wertig ausgeführten) Überwurfmutter wieder an die Heizung geschraubt und ggf. mit der Rohrzange stramm angezogen. Fertig ist die Laube (das stimmt zumindest dann, wenn das System der Fa. Heimeier verwendet wird, wer die dänischen Danfoss-Systeme hat, ist auf einen beigelegten Adapter angewiesen, wer Oventrop-Thermostate hat, der muss die Adapter sogar zukaufen).
Die Heizung muss nun aufgedreht und das gemäß der Anleitung programmierte neue elektronische Thermostat aufgesteckt und mit einem Bügel fixiert werden. Wenn man bei einem Thermostat geübt hat, ist das Wechseln der anderen in fünf bis zehn Minuten geschehen.
Ein paar Tipps für alle, die sich ebenfalls mit den Rondostaten ausrüsten, habe ich aber dennoch:
Die Rondostate regeln überraschend präzise und sind dabei erstaunlich leise. Es ist auch einfach, die Programmierung im Bedarfsfall zu übergehen und dann das Thermostat manuell zu steuern. Bislang bin ich mit dem Komfortgewinn sehr zufrieden.
Wie aber sparen?
Der Einsatz eines elektronisch geregelten Thermostatventils eignet sich nur für Haushalte, bei denen bestimmte Räume zu bestimmten Zeiten ungenutzt sind (z.B. wenn man auf Arbeit ist). In diesen Phasen muss nicht geheizt werden. Solche Nutzungsgewohnheiten kann man in der Programmierung hinterlegen – geheizt wird nur zu den typischen Nutzungszeiten. Weiterhin – und das ist in meinen Augen der entscheidende Vorteil – kann man z.B. bereits einige Zeit vor Rückkunft von der Arbeit nach Hause den Heizzyklus starten, so wird vermieden, dass man die Heizung erst einmal voll aufdreht, um es warm zu haben um dann in einem sinnlos überheizten Raum wieder „abzudrehen“. Auch kann man gut und gerne eine Dreiviertelstunde vor dem Schafengehen den Heizzyklus beenden und die „Restwärme“ nutzen. Hieraus resultiert die Ersparnis (und auch daraus, dass man nicht mehr vergessen kann, den Heizkörper abzustellen).
Was sich durch den Einsatz der neuen Thermostatventile tatsächlich sparen lässt, wird die Zukunft zeigen. Der Hersteller verspricht Einsparungen von bis zu 30 Prozent, die Stiftung Warentest geht von Einsparungen von etwa 10 Prozent aus. Wenn diese erzielt werden können, bedeute das bei einem von Fernwärme versorgen Haushalt mit einer Fläche von 100 Quadratmetern aber dennoch knapp 100 bis 150 Euro im Jahr – die Investition amortisiert sich nach einem, maximal zwei Jahren.
Abgesehen von der Sparmöglichkeit bieten die Rondostate einen hohen Komfort. In meinem Arbeitszimmer fasse ich nur selten ans Thermostat, es geht ja alles automatisch. Weiterhin erlebe ich die Regulierung der Raumtemperatur als wesentlich präziser. Das einzige, was nicht wie gewünscht funktioniert, ist die „offene Fenster-Erkennung“: Hier schaltet das Thermostat ab, wenn in kurzer Zeit Temperaturschwankungen registriert werden. Das passiert bei gekipptem Fenster aber nicht – hier wird die Temperatur weiterhin einfach konstant gehalten.
Die Rondostate sind für mich ein sinnvoller Schritt zur Heizkostensenkung. Vieles kann ich in der fernwärmeversorgten Mietwohnung nicht beeinflussen, hier aber steht mir eine sinnvolle und praktische Sparmöglichkeit für überschaubares Geld zur Verfügung.
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*Wem das nicht zusagt, der kann sich alternativ auch funkgesteuerte Thermostatventile mit Fernfühler zulegen. Kostet aber ein Vielfaches.
… manchmal berührt mich der Tod eines sog. Stars, insbesonder dann, wenn man mit Teilen seines Werks aufgewachsen ist. Wohl auch, weil einem dieses Sterben unweigerlich die eigene Vergänglichkeit vor Augen führt…