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DAB+/Internetradio für unter 100,-

Via twitter bot (gegen Selbstabholung) @holgi sein defektes DAB+/FM/WLAN-Internetradio feil. Ein Modell, das ich, sowie ich den Tweet las, sofort googlen musste, denn vom dänischen Hersteller Clint hatte ich bislang nichts gehört. Das Clint E1 sieht dem hierzulande nicht unverbreiteten VR Radio IRS620.WLAN extrem ähnlich, auch die Specs sind identisch – nur mit dem feinen Unterschied, dass das E1 über einen zusätzlichen DAB+-Tuner verfügt (was das Gerät erst interessant macht).

Mit scheint allerdings, dass das E1 nicht mehr hergestellt wird – ich konnte es in keinem deutschen Shop mehr finden. Holgi versicherte mir, dass sich der Preis des E1 bei 99,- eingependelt hatte. Dies ist ein ganz hervorragender Preis, wenn man bedenkt, dass das E1 nicht allein ein Internetradio ist sondern auch über einen FM-Tuner verfügt und zudem DAB/BAB+-Empfang bietet. Damit qualifiziert sich das E1 als ein zukunftssicheres Multitalent zu einem attraktiven Preis.

Wie von selbst stellte sich mir die Herausforderung, ein Radio zu finden, dass den Spezifikationen des E1 mindestens ähnlich ist, das über DAB+ verfügt und das unter 100,- zu haben ist. Und ich darf Euch sagen, dass das extrem schwierig ist. Es gibt von Sangean interessante Empfänger, die die Wunschspezifikationen erfüllen und noch dazu hervorragend verarbeitet sind. Nur: Unter 300 Euro ist da nichts zu machen. Auch Grundig hat ein WLAN/DAB+-Radio im Angebot, dass vom Formfaktor aber eher an ein Küchenradio gemahnt und preislich auch weit jenseits des angepeilten Hunderters liegt.

Aber: Wenn man in die Betrachtung mit einbezieht, dass das Radio auch ein Modell mit dem Status „discontinued“ sein darf, also ein „Restpostengerät“, dann lässt es sich finden: Das Gerät, das Internetradio, FM, DAB/DAB+ vereint und als Schmankerl noch ein iPod-Dock mitbringt.

Wen nimmt es Wunder, dass das Gerät auf dem britischen Markt gelauncht wurde? Es hört auf den Namen orbitsound T4 radiopod und kann, was wir suchen.

Quelle: The Sound House, Torquay

Ich staune nicht schlecht: Das Design des kleinen Kastens wirkt – im Gegensatz zu all den balkenartigen Geräten, die im entferntesten an ein Tivoli Model One gemahnen, frisch und aufgeräumt. Ich finde, dass es nivcht mal übel aussieht. Der Trend, das alles in schwarzem Klavierlack ausgefertigt sein muss, was auch nur im entferntesten mit Unterhaltungselektronik zu tun hat, scheint abzuflauen und findet sich auch hier zum Glück nicht wieder.

Für das Internetradio, DAB/DAB+ und UKW gibt es je zehn Stationsspeicher, das Radio hat WLAN mit an Bord und ein Dock für den iPod (ob das mit dem iPhone funktioniert, weiß ich nicht, hierüber sind die Angaben widersprüchlich). Und dann hat es einen Lautsprecher, wie das Clint E1 auch – mit dem Unterschied, dass hier eine Klangverbesserungstechnologie zum Einsatz kommen soll, mit der Argumentation,. dass ein guter Mono-Lautsprecher mit Klangverbesserung die bessere Wahl sei als zwei kleine, nicht so gute Lautsprecher.

Ich habe das Radio nicht live gesehen, kann also nicht beurteilen, ob es generell was taugt und wie es klingt – ich orientiere mich hier rein an den Specs. Der Trafo ist wohl als externes Steckernetzteil ausgeführt.

Was gefällt: Das große Display ist, wenn es auch nur annähernd so gut ist, wie auf den Fotos, schon was tolles, was nicht gefällt, ist der Umstand, das es mit externem Steckernetzteil daherkommt. Weit kritischer sehe ich aber, dass die Antenne als Wurfantenne ausgeführt ist, das Clint hat eine Stabantenne, die an eine F-Buchse angekoppelt ist. Der Vorteil hier liegt auf der Hand: Sollte in kritischen Empfangslagen hier die Stabantenne nicht ausreichen, so lässt sich vermittels eines F/IEC-Adapters z.B. eine DVB-T-Antenne mit höherem Gewinn anschließen. Das lässt sich ohne umkehrbare Modifikationen mit einer Wurfantenne nicht machen. Mein Credo in Sachen DAB+ und Antenne ist eigentlich, dass ein Radio über einen Antennenanschluss verfügen muss, weil ein guter Empfang in der Fläche noch nicht gewährleistet ist und die Erfahrung mit dem alten DAB zeigt, dass eine gute Antenne – mehr noch als beim UKW-Empfang – essentiell ist. Daher will ich zu diesem Radio – wenn überhaupt – nur dann raten, wenn man in einem gut versorgen Ballungsraum wohnt.

Kommen wir nun zum eigentlichen Argument: Dem Preis. Das Radio ist bei Pearl für 89,90 Euro zu haben – ein Kampfpreis zweifelsohne!

Hörempfehlung.

Wortgewaltig, nicht lustig, polarisierend und wahr. KenFM über die „Ausschreitungen“ in London.

(via kfmw, das Euch an dieser Stelle nochmals herzlichst empfohlen sei)

Der NOXON DAB-Stick im Test

Schon einige Wochen vor Einführung des „neuen“ Digitalradios DAB+ wurde von Terratec ein günstiger, an den PC gebundener Empfänger angekündigt – der NOXON DAB-Stick. Neugierig, wie ich bin, habe ich den gleich zum Einführungspreis geordert und diese Woche Dienstag lag das kleine Stück USB-Hardware dann – sehnlich erwartet – in der Post. Nun geht es also los mit dem DAB+-Empfang. Was der USB-Digitalradiostick taugt, lest ihr hier.

Der NOXON DAB-Stick ist ein verhältnismäßig günstiges Device – wird er doch zu Preisen zwischen 20 und 30 Euro angeboten. Damit schlägt er preislich jedes hierzulande verfügbares Digitalradio preislich. Doch nicht allein der Preis ist ein gutes Argument für das PC-Radio, auch die auf einem Rechner natürlich hervorragend nutzbaren Zusatzdienste des Digitalradios machen den Stick attraktiv.

In einer Pappschachtel wird das kleine Teil geliefert, der Stick sieht aus wie einer dieser typischen DVB-T-Sticks, nur ein wenig kleiner und leichter. Auf der einen Seite befindet sich der USB-Anschluss, auf der anderen Seite die typische Belling-Lee-Buches (wir kennen die von den analogen Radiotunern und Fernsehern). Wer sich daran erinnert, dass die ersten DAB-Radios mit einem als F-Buchse ausgeführtem externen Antennenanschluss daherkamen, für den wird diese IEC-Buchse ein Fortschritt darstellen, weil man so ohne großen Adaptereinsatz nach einer passenden Antenne fahnden kann. Eine kleine Antenne ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten, für gut versorgte Empfangslagen reicht diese auch, in kritischen Empfangssituationen sollte man sich nach etwas Anderem umsehen. Um hier auch flexibel zu sein und im Zweifel out of the box an eine ggf. vorhandene Dachantenne zu kommen, liegt auch ein IEC-Stecker-auf-Stecker-Adapter mit bei, das ist sehr löblich. Der Radioamateur besitzt in der Regel solche Adapter, hat sie aber selten zur Hand.

Als ebenfalls sinnvolles Zubehör erweist sich die beigelegte kleine USB-Verlängerung. Da der Stick zwangsäufig etwas dicker als ein üblicher USB-Stecker ist und die USB-Ports bei vielen Rechnern gerne dicht beineinander liegen, nutzt das Teil viel. Das Paket wird mit der Software-CD, einer Installationsanleitung und einer Servicekarte abgerundet, für die aufgerufenen zwanzig Euro ist das ordentlich.

Die Einrichtung geht erstaunlich unprätentiös vonstatten: Man legt die mitgelieferte CD in den Rechner ein und installiert den Treiber und die Software. Dann wird der Stick an einen freie USB-Port gesteckt, man macht einen Sendersuchlauf und schon hört man Radio, vorausgesetzt, man ist empfangstechnisch ausreichend versorgt und hat eine passende Antenne.

Das der Lieferung beigefügte Stummelantennchen ist bei sehr guter Versorgung gut geeignet, ein kleiner sich im Fuß befindlicher Magnet lässt den Stummel auf metallenen Oberflächen sicher haften. Doch schon in etwas schwierigeren Empfangslagen genügt das beigelegte Teil nicht mehr. Ich habe mir zum Empfang im Innenraum eine alte passive Stabantenne vom DVB-T-Receiver gegriffen, das Ergebnis im Nürnberger Norden: Perfekt! Lesson Learned: DAB und DAB+ bedürfen auch nach der Umstellung und entgegen anderslautendem Bekunden der Digitalradio-Initiative immer noch einer sehr guten und passenden Antenne. Dabei ist auch in der Praxis zu beobachten, was wir in der Theorie schon vorher wussten: DAB+ mit seiner AAC-Kodierung verhält sich aufgrund der verbesserten Fehlerkorrektur merklich unempfindlicher gegen suboptimale Empfangsbedingungen und Störungen als konventionelles DAB. Ohne passende Antenne aber geht es nicht.*)

Wenn also die richtige Antenne **) und die richtige Antennenposition gefunden ist, dann kann es mit dem Radioempfang via Software schon losgehen! Die Software – Terratec gibt hier stolz die Mitautorenschaft des renommierten Instituts für integrierte Schaltungen der Fraunhofer-Gesellschaft bekannt – funktioniert und präsentiert sich aufgeräumt:

Beim ersten Start fordert die Software zum Update und zum Sendersuchlauf auf – beides dauert ein paar Minuten. Schon hier ist die gute Antenne wichtig, sonst werden beim Suchlauf nicht alle Sender erfasst. Nun wählt man den gewünschten Sender und wenn begleitende Bildinformationen oder auch Journaline-Textinfos vorhanden sind, kann man sich diese anzeigen lassen. Hier wurde bei der Programmierung aber offensichtlich geschlampt: Während unter Windows XP mit SP3 alles ordnungsgemäß zu funktionieren scheint, hakelt es bei Win 7 Professional auf der 64 Bit-Architektur noch ordentlich: Wenn ich hier auf Journaline springe und dann wieder zur Übersicht zurückkehre, bleibt das Programm zwar funktionsfähig, das Fenster bleibt aber weiß. Unkontrolliertes Auf- und Wegblenden hilft (oft, nicht immer). Hier besteht also noch Tuningbedarf.

Geworben wird auch mit einem EPG, einem elektronischen Programmführer. Dieses Feature habe ich entweder noch nicht gefunden oder es ist noch nicht implementiert.

Alles in allem funktioniert die Software, etwas komfortabler hätte sie aber schon sein dürfen. Konnte jedes olle DAB-Radio mit einer Anzeige der Empfangsstärke bzw. Signalq3ualität punkten, gibt es im „NOXON DAB Mediaplayer“ ´lediglich den Status „Kein“, „schwacher“ oder „guter Empfang“. Metadaten wie Frequenz oder Blöcke sind nicht auf Anhieb ersichtlich. Und dann blendert das Programm auch noch Werbung für weitere NOXON-Radios ein. Eine Aufnahmefunktion fehlt, somit sucht man auch einen Timer vergeblich. Eine „Fernbedienung“ mit Grundfunktionen als Widget wäre nett gewesen, existiert aber ebensowenig wie eine Preset-Bank. Die Software betrachte ich daher eher als mit Grundfunktionen ausgestattetes Rudiment, hier sehe ich doch deutlichen Nachbesserungsbedarf.

Nach mehrtägigem Testen kann ich trotz der suboptimalen Software für den Stick im Speziellen sowie für DAB/DAB+ im Allgemeinen eine Kaufempfehlung abgeben: Hier in Nürnberg ist der Nutzen des Geräts groß: Neben dem Fußballsender 90elf werden fünf Slots für Liveübertragungen angeboten, der Bayerische Rundfunk hat neben den fünf bekannten Hörfunkprogrammen noch Regionalableger von Bayern 1, Bayern 2 plus, B5 plus, Bayern plus, BR News, BR Verkehr, einen Testkanal und das etwas misslungene on3 auf Sendung, Religion wird vom ERF für Protestanten und via Radio Horeb für Katholiken feilgeboten, das DRadio ist nicht nur mit Deutschlandfunk und DKultur vertreten sondern sendet auch noch den wirklich uneingesränkt empfehlenswerten Kanal DRadio Wissen, zudem noch den Kanal Dokumente und Debatten. Der klassische Dudelfunk wird mit Sendern wie absolut, ENERGY, KISS FM, Radio Bob, Fantasy Bayern, Radio Galaxy , RT1 in the mix, Rock Antenne und Magic Star+ abgebildet. Leichte Musik versprechen die Sender Klassik Radio, vil Radio und lounge fm, wobei besonders lounge fm durch eine sehr niveauvolle und ausgesuchte Musik unter den privaten Radios angenehm hervorsticht.

Damit bietet der Stick während der Arbeit und des Surfens am Rechner ein interessantes zusätzliches Radioprogramm – das ist wertvoll, insbesondere dann, wenn die Webradio-Streamingslots der Anbieter voll sind. Die Perspektive für DAB+ ist ordentlich, denn der Mehrwert ist schon jetzt erkennbar, auch wenn noch längst nicht alle Sender, die über UKW gehört werden können, auf DAB/DAB+ empfangen werden können.

Wenn der Empfang gut ist, ist die Tonqualität überdie recht gut. Nicht alle sender klingen optimal, die wichtigsten allerdings klingen ordentlich, man kann unangestrengt zuhören.

Ein Datenblatt zum Stick kann hier heruntergreladen werden.

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*) Nach dieser Erfahrung leite ich mal einen Ratschlag ab: Ich würde mir – komplett unabhängig vom NOXON-Stick – kein Digitalradio kaufen, dass nicht mindestens mit einem externen Antennenanschluss ausgerüstet ist. Und wenn doch: Dann nur im Internet mit 14 tägiger Rückgabemöglichkeit kaufen oder im Fachhandel entsprechendes aushandeln und dann ausprobieren! DAB+ zeigt sich nach ersten praktischen Tests um einiges anspruchsvoller als UKW.

**) Pro-Tipp: Das mit der richtigen Antenne ist gar icht so schwer. Der Handel hält kaum spezielle DAB/DAB+-Antennen bereit, eine ordentliche DVB-T-Antenne tut den Job aber mindestens ähnlich gut! Das ist auch dem Umstand geschüttet, dass sich DAB und DAB+ in ähnlichen Frequenzbändern abspielt wie analoges und/oder digitales terrestrisches Antennenfernsehen. Die DVB-T-Antennen sind sowohl passiv wie auch aktiv ausgeführt zu kaufen und wegen der Verbreitung auch durchaus günstig, weil Massenware.

Bildquelle: Terratec-Presseinfo/eigener Screenshot

Goodbye, my Mac, goodbye!

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Angefangen hat alles mit einem Geschenk eines sehr guten Freundes, einem PowerBook 3400 – ich war Mac-infiziert. Und dann nahm die Geschichte ihren Lauf. In guten zehn Jahren habe ich neben dem vorgenannten PowerBook auch ein iBook G4 und ein MacBook besessen, außerdem einen iMac DV, einen PowerMac Dual (MDD-Edition) und nun einen Mac mini. Außerdem einen iPod der 3. Generation mit Firewire-Anschluss 40GB und einen iPod Video der 5. Generation 30GB. Und nun ist Schluss! Ich habe keinen Bock mehr!

Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mir einen Windows-PC kaufen werde, hätte ich ihn ausgelacht. Schallend. Mir war immer klar: Macs sind die besseren, schöneren Rechner. Bessere Rechner für bessere Menschen. Ein fataler Irrtum.

Damals mag da vielleicht sogar etwas drangewesen sein – ein G4 war verdammt gut gebaut, performte zu seiner Zeit unglaublich gut und hatte das hübschere und technisch gesehen auch bessere OS. Es war nicht nur was besonderes, einen Mac zu haben, es war auch etwas besonderes, einen Mac zu nutzen. An die Zeit des Umstiegs von Windows 2000 zu Mac OS erinnere ich mich noch recht gut, der erste Rechner mit OS X war eine Offenbarung. Ich hatte das Gefühl, mit einem Rechner noch nie so produktiv gearbeitet zu haben.

In dieser Zeit lernte ich viel: Wie man mit so einem Mac einen P-RAM resettet und wie man nicht-zertifizierte Hardware (ich hätte es schon früher merken müssen!) trotzdem funktionsfähig ins eigene System einbindet. Und dergleichen mehr.

Heute steht mir der angefressene Apfel bis zum Hals. Ich bin es leid! Sowas von.

Zu Zeiten des PowerPCs waren meine Zeiten mit dem Mac noch ungetrübt: Die Verarbeitung der Hardware war grandios gut, bei jedem noch so kleinen Teil spürte man die Qualität, alles schien wie für ewige Zeiten gebaut und lief und lief und lief. Mit dem Switch von der PowerPC-Architektur hin zu Intel wurde vieles schlechter. Zuerst habe ich davon nichts bemerkt, der G4 und das iBook funktionierten ja prima. Nur: Irgendwann war auch ich zum Umstieg gezwungen, gab es längst nicht mehr alle Software als universal binary. Und so kaufte ich den damals günstigsten Rechner der Apple-Linie, einen Mac mini. Mit dem war ich, trotz der geringen Performance, ein Jahr zufrieden, dann fingen leichte Zicken an, ich installierte das System neu, ließ Hardware-Diagnose-CDs durchlaufen (ohne Befund) und mit der Zeit wurden die Kernel Panics, die zum sofortigen Shutdown zwingen – das System steht dann – immer häufiger. In den letzten Tagen war das dann der Regelzustand, der mini war nicht mehr startbar.

Auch wenn ich es selbst nicht geglaubt hätte (und auch wenn ich mich nach jahrelanger Abstinenz echt noch etwas unsicher in der neuen Welt fühle): Ich habe mir einen PC gekauft, genauer gesagt: Ein lenovo ThinkCentre mit Win 7 Professional. Und so mach einer, der mich kennt, wird sich nun am Kopf kratzen und fragen, was in mich gefahren sei.

Ich will es kurz in wenigen Stichworten erklären: Ich bin mit Macs nicht mehr zufrieden, weil…

  • … die Hardware inzwischen nicht mehr „Premium“ ist sondern vergleichsweise lausig in der Qualität. Die Geräte, die seinerzeit in California hergestellt oder assembled wurden, waren wirklich solide und als qualitative Premiumprodukte anzusehen. Die Rechner, die heute bei Apple vom Band laufen, halte ich persönlich allein von der Verarbeitung her für Ramsch. Zwar werden hie und da etwas edlere Werkstoffe eingesetzt – das Innenleben, besonders das der einfacheren Maschinen, besteht aber wirklich aus veralteter und windiger Technik. Das ist keine Freude.
  • … die Hardware ist im Vergleich zu qualitätvoller PC-Hardware mindestens doppelt so teuer, vergleicht man den einfachsten PowerMac mit einem mindestens so performanten PC, dann ist das Gerät sogar dreimal so teuer. Im Mac steckt aber ein Standard-Prozessor und viele Standardbauteile. Der Preis für die Apple-Hardware ist durch nichts mehr zu rechtfertigen. Auch nicht durchs Design.
  • … der Support beschissen war und die Garantiebedingungen und Leistungen von Apple mit Fug und Recht als beschissen bezeichnet werden dürfen. Der Support von Apple war zu mir ausnahmslos muffig, arrogant und leider auch völlig inkompetent. Wer einen Mac kauft, der hat nur ein Jahr Garantie – es sei denn, man kauft sich zu Mondpreisen einen CareProtection Plan. Das ist in meinen Augen ziemlich dreckig. Bei jedem anderen Rechner habe ich zwei Jahre Gewährleistung, oft erweitern die die Hersteller oder Händler auf drei Jahre.
  • Apple wird langsam echt dreckig. Heute geisterte durch die Ticker, dass Apple in Europa den Verkauf unterschiedlicher Tablets zu unterbinden sucht. Tablets sind aber mitnichten eine Erfindung von Apple, die gab es schon um das Jahr 2000 – nur damals wollte die kaum jemand.
  • Ich brauche einen Computer, klein Lifestyle-Produkt. Apple liefert in meinen Augen mehr und mehr Lifestyle und immer weniger Computer. Das zeigt das iPhone – eigentlich ist das kein gutes Telefon, es enthält unsinnige Limitationen und ist geschlossen wie ein Keuschheitsgürtel. Und so wundert es wenig, dass das iPhone mehrheitlich von Hipstern in den Pfoten gehalten wird. Oder von Unterschichtlern, die gerne Hipster wären. Das ist nix für mich. Ähnliches darf für die iPads gelten, ein Device, das im Jahr 2011 nicht in der Lage ist, mit Flash umzugehen. Und das nicht, weil es technisch nicht ginge, sondern weil Apple Inhalte über seine Plattformen vertricken will. Mit DRM. Sorry, bei dem Blödsinn mache ich nicht mit. Ich bin ach kein Unterschichtler und auch kein Hipster, gehöre also nicht zur Zielgruppe.
  • PC-Software ist in aller Regel billiger und wenn ich mal wieder einen Kaffee oder ein Spezi in die Tastatur fließen lasse, bekomme ich für ein paar Euro Ersatz – und ich muss mich nicht um eine teure Spezialtastatur bemühen, die nur in Shops mit vergeistigten Mitarbeitern geführt wird, in deren Gegenward man sich um sein Karma fürchten muss.

Ja, OS X ist ein schönes Betriebssystem und ich hatte in all den Jahren nicht ein einziges Mal Probleme mit Viren oder Trojanern. Aber ich musste ob der mangelhaften Hardwarequalität viel Geld in neue Apple-Hardware stecken. Möge jeder befinden, was besser ist. Für den PC habe ich nun mal eine russische Antivirensoftware geordert – ich bin guter Hoffnung, dass das klappt.

Bisher vermisse ich am PC nichts. Win 7 ist nicht annähernd so usable und hübsch wie OS X – aber es läuft – sehr zu meiner Verwunderung – auf einer Paarhunderteuromaschine nich langsamer. Und ich gewöhne mich an das neue Feeling, obschon es mir lieber gewesen wäre, wenn meine Macs einfach weiterfunktioniert hätten. Der Umstieg gestaltet sich noch nicht ganz reibungslos, denn Windows ist hier und da echt tricky. Aber auch damit werde ich umgehen lernen.

Zum Schluss dieses Posts noch eine kleine Anekdote: Als der Mini kaputt ging, habe ich zuerst einmal im MacStore geguckt, was nun ein Rechner ohne Notebooktechnologie kostet. Mir kamen die aufgerufenen 2100,- Euro für den kleinsten MacPro zuerst auch ziemlich normal vor. Erst als ich nach unterschiedlichen Prozessoren googelte und immer wieder über Angebote von Desktop-PCs stieß, wurde mir klar, dass die Preise der Macs – gemessen an ihrer Leistung – wirklich jenseits von gut und böse sind. Und ich kann auch sagen: Das lenovo-Ding, das ich bestellt habe, war bei weitem nicht der billigste Rechner, der zu haben war und nichts desto trotz kostet er nur einen Bruchteil vom MacPro. Auch wenn es mir schwerfällt, mir das selbst einzugestehen: Ich habe mich mehrere Jahre ziemlich verarschen lassen. Warum eigentlich? Wie konnte ich beim Thema Computer, einem Thema, dem ich doch recht nahe bin, mein Hirn so aushängen? Ich hatte mir immer PCs angeschaut – ich wusste über die Jahre eigentlich auch immer so ungefähr, was die Dinger leisten und können. Aber auf den Preis habe ich nie geachtet – ich musste das auch nicht, weil ich mir immer einredete „Das ist eh nichts für Dich.“. Und nun habe ich einen PC. Und einen DAB+-Empfänger für den Rechner, der nicht unter OS X tut, obendrauf. Mit Windows (7) habe ich am Netbook schon erste Erfahrungen gesammelt. Nun ist das Wiedergewinnen von Souveränität als Nutzer das Challenge der nächsten Wochen. Und in Demut und auch ein wenig überrascht muss ich feststellen, dass das Spaß machen kann.

Frust: Apple-Hardware

Ich muss jetzt doch einmal meinem Frust Luft machen hier. Wer keinen Mac hat und auch keinen kaufen will, der kann weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Wer sich einen Mac kaufen will, der bleibe stehen und begucke sich die Opfer. Wer einen Mac hat, der ihm auch hardwaremäßig abgeschmiert ist, der stimme mit ein in das Klagelied.

In meinem allernächsten Umfeld habe ich unter den Freunden sechs, die allesamt Macs benutzen, allesamt Geräte neueren Datums aber mit der abgelaufenen Ein-Jahres-Garantie. Bei diesen sechs Freunden sind im letzten halben Jahr vier Macs weggeraucht, und zwar so, dass es sich bei den Defekten entweder um Totalschäden handelt oder diese Geräte nur mit großzügigem Geldmitteleinsatz wieder reparierbar waren. Klar, sich sechs Leute mit sechs Computern anzusehen, das ist keinesfalls repräsentativ – aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich im „Defekter Mac-Cluster Nürnberg/Fürth und Umgebung“ lebe. Was ist los?

Dieser Tage hat es also auch mich getroffen. Mein Mac-mini ist sang- und klanglos abgeschmiert. Platte habe geputzt, das System neu aufgespielt, zweifelhafte USB-Devices wie ein altes Aktiv-Hub abgesteckt. Es nutzt nix – Panic Shutdown. Immer zwei- bis dreimal am Tag, dann läuft die Kiste. Manchmal schon beim Hochfahren: Kernel-Panic.

Was da kaputt ist? Ich kann es nicht interpretieren. Mitunter sieht das dann auch so aus – mitten unter dem Surfen raucht die Kiste weg. So gruselig sieht es dann aus:

Sorry wegen der unscharfen Bilder – aber einen Screenshot bekomme ich nicht hin, wenn die Kiste in die Knie geht…

Ich bin mit meinem Latein am Ende. Nun, eine Idee habe ich noch: Vielleicht mag der mini es ja nicht, wenn man ihn des Nachts mit einer Stomsparleiste vom Netz trennt? Vielleicht ist die Backupbatterie im Eimer? Der mini ist für Grobmotoriker wie mich aber auch nicht zerlegbar. Ich wäre ja gerne mal mit dem Voltmeter an die Batterie gegangen – geht aber nicht. Warum eigentlich? Bei jedem billigen Windows-Notebook macht man mit einer Kreuzschraube unten einen Deckel weg und ist am RAM und der Batterie – wieso nicht am Mac??? Ich werde heute also den mini mal komplett am Strom lassen, aber eigentlich will ich das nicht. Warum bitte soll das externe Netzteil Strom ziehen, wenn ich schlafe oder auf Arbeit bin? Hab ich doch nix von!

Klar, beim Rechner waren CDs mit bei, mit denen sich ein Hardwarecheck vollführen lässt. Ich habe das schon gemacht – nach der ausführlichen CD-Diagnose kann kein Fehler gefunden werden, der Rechner sei ok. Das Testergebnis der Diagnose-CD beeindruckt den Rechner aber wenig – er kackt trotzdem die ganze Zeit ab – es ist zum Haareraufen!

Ich habe mich vor lauter Frust gestern online mal nach einem neuen Mac umgesehen – das Ergebnis dieser Recherche ist frustrierend. Für einen Power Mac Mac Pro muss man dieser Tage mindestens (!) 2000,- EUR (sic!!) zahlen, ein leistungsmäßig besser ausgestattetes ThinkCentre von lenovo kostet nicht ein Viertel dieses Preises! Zuerst war ich erstaunt, wie billig PC-Technik ist, dann ist mir aber klar geworden, dass Macs schlicht und ergreifend viel zu teuer sind. Denn Rechner von HP oder Dell sind nicht teurer, von Micromaxx (würde ich aber nicht kaufen, hatte mal ein Bügeleisen davon, das war Mist) oder Medion ganz zu schweigen. Um ein Haar hätte ich mir gestern so ein ThinkCentre geklickt – allein der Umstand, dass ich gelernt habe, nicht aus lauter Frust irgendwelche Impulskäufe zu tätigen und die Vernunft meiner Partnerin hielten mich von dieser Kurzschlussreaktion ab.

Einen billigeren Mac mini oder einen iMac würde ich mir nicht mehr kaufen. Was soll ich mit einem Computer, bei dem ich nicht mal in der Lage bin, eine Batterie auszuwechseln? Das darf doch alles nicht wahr sein!!

Sorry für diesen Rant, aber ich bin echt sauer und das musste raus. Und ich benutze seit 10 Jahren Macs. Wenn das aber so weiter geht und die Hardwarequalität der Rechner mit dem Apfel weiterhin so scheiße bleibt, dann wird 2011 mein Jahr des Wechsels. Zu Windows. Wenn mir das vor zwei, drei Jahren jemand prophezeit hätte, ich hätte ihn schallend ausgelacht.

Wirtshaus-Explorer: Gasthaus Engel in Nürnberg-Schoppershof

03.08.2011/ 13.12.2009 Wer die lokale Presse der letzten Woche verfolgt hat , der hat sicher auch Notiz von der Restaurantbesprechung vom „Engel“ in den Nürnberger Nachrichten Notiz genommen.

Der Engel ist ein typisches Stadtteil-Wirtshaus Nürnbergs – ein fränkisches wohlgemerkt: Das bedeutet: Es ist dort weder zu ländlich noch besonders stylish. So ist es für unterschiedliches Publikum geeignet und dementsprechen durchmischt ist es auch.

Als Wirtshaus bietet der Engel eine kleine Speisen- und Getränkeauswahl – mit deutlich fränkischem Einschlag. Neben dem allbekannten Tucher stehen auch fränkische Landbiere auf der Karte.  An Essbarem haben wir das Schnitzel und das Schäufele getestet.

Zum Schnitzel sei gesagt: Es ist keine Offenbarung. Es ist zu klein und zu fettig und schmeckt zu schlecht. Kartoffelsalat bekommt man dazu auch nicht, Pommes ebensowenig. Es gibt nur Bratkartoffeln – und die waren richtig scheiße. Das Schnitzel vom Engel wollte ich eigentlich zurückgehen lassen – sowas legt ein echter Wirt seinem Gast nicht auf den Teller.

Jeden Mittwoch ist Schäufele-Tag. Das Schäufele muss man nebst seinem Sitzplatz telefonisch vorbestellen, sonst gibts kein Schäufele und auch keinen Platz. Das Schäufele ist Mittwochabend frisch und im Gegensatz zum Schnitzel auch ohne Fehl und Tadel. Die Soße ist ok, zwei Klöße gibt es dazu, das Fleisch löst sich leicht vom Knochen und ist zart, die Kruste ist rösch. Es gibt röschere – aber hier will ich mal nicht so sein, ist der Engel tendenziell doch eher eine Kneipe als ein Wirtshaus (und dass dort dann ein echt ordentliches Schäufele auf den Tisch gebracht wird, ist auch eine Leistung!).

Die Nachspeisen, na ja. Convenience. Die Apfelküchle sehen aus wie Donuts, das Eis mit heißen Himbeeren ist halt gewöhnliches Vanilleeis mit gewöhnlichen Büchsenhimbeeren. Ich habe die Desserts als sehr gewöhnlich, lieblos empfunden.

Der Engel ist als Kneipe ganz gemütlich, nichts besonderes, aber auch nichts, wo man sofort wieder raus will. Also – weder auffällig gut noch besonders schlecht. Mann kann zum Engel, oder auch nicht. Daher verstehe ich auch den derzeitigen Hype, der um das Wirtshaus gemacht wird, nicht ganz.

Update: Am heutigen 3. August 2011 statteten wir dem „Engel“ wiederholt einen Besuch ab, der obige Artikel stammt ja ursprünglich vom 13. Dezember 2009. Seither hat sich im Engel viel getan – zum Negateiven. Um es vorweg zu sagen: Dem „Engel“ ist der Ruhm wohl zu Kopf gestiegen.

Beim letzten Mal bestellte ich ein Gulasch mit Semmelknödel. Das Gulasch war total verkocht, der Semmelknödel alt, außen glitschig, in der Mitte sowohl spundig wie auch matschig. Obschon es eine Kunst ist, ein Gericht derartig zu versauen (oder etwas so altes auf den Tisch zu bringen), verbuchte ich das als einmaligen Fehler und habe mich höflich darüber ausgeschwiegen.

Was wir heute im Engel auf die Teller und in die Gläser bekamen, spottete aber jeder Beschreibung. Zuerst orderten wir zwei Gläser Spezi – hier bietet der Engel etwas, was man in Nürnberg lange suchen muss: Stilles Spezi – also Spezi ohne jede Kohlensäure. Der Franke würde das Spezi einfach als abgestanden bezeichnen, der Höflichkeit halber (und es fällt mir wirklich schwer, angesichts dieser Minderleistung noch höflich zu bleiben) bleibe ich beim „stillen Spezi“.

Der Beilagensalat zum Schäufele war alles andere als knackfrisch – lieblos auf den Teller geklatscht, der grüne Salat total labberig. Über diesen Salat sehe ich gerne noch hinweg, für das Schäufele gibt es keine Entschuldigung. Der Engel öffnet um 18 Uhr, um 18.10 Uhr waren wir da. Das Schäufele am berühmten Schäufeletag war alles andere als frisch – die Kruste war nicht klassisch kreuzförmig sondern mit Längsstreifen eingeschnitten, die Kruste war stockhart, nicht beißbar. Die Fleischqualität selbst möchte ich getrost als unterirdisch bezeichnen, das Schwein „schweinelte“ an der Ekelgrenze, das ganze lauwarme Ding, beim Engel nennt man es Schäufele, schwamm in einer nichtssagend geschmacksneutralen Soße. Dazu zwei Kartoffelknödel, zur Gänze verkocht.*

Drei fränkische Bratwürste, diese halbwegs ok, wurden auf kaltem (!) Sauerkraut serviert, dazu zwei Scheiben graues Brot an der Grenze zur Trockenheit.

Um es kurz zu machen: Der Abend beim Engel war für den Eimer. Für ein Essen, wie das, was man uns heute zu servieren getraute, ist jeder Cent verschwendetes Geld. Es nimmt mich Wunder, wie ein Wirt so wenig Ehre haben kann und seinen Gästen so etwas präsentiert. Ich bin wirklich empört!

Schon 2009 hat man über den „Engel“ und die Qualität der Speisen diskutieren können. Es ist auch nicht alles schlecht im Engel – mitnichten, der Service war flott und freundlich, eigentlich immer. Bei der Qualität der Speisen ist man im Engel aber leider ins Bodenlose gestürzt.

Als Kneipe ist der Engel ok, dort zu essen sollte man aber tunlichst unterlassen. Ich habe noch in keinem Imbiss so schlecht gegessen, wie heute im Engel. leider.

So bitter es klingt, auch, weil ich inzwischen in unmittelbarer Nähe der Kneipe wohne: Mit dem heutigen Abend habe ich den Engel abgeschrieben. Leider.

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*) es ist eine bodenlose Unverschämtheit, einem Gast sowas auf den Tisch zu stellen. Ich fasse es immer noch nicht!

Engel, Schoppershofstr. 53, Telefon: 559251

NOXON DAB+ USB-Stick von Terratec

Für 14,90 knappe 20 Euro gibt es nun vom Nettetaler Hersteller Terratec einen DAB-Stick, der das neue „Digitalradio“ empfangen wird. Der NOXON DAB-Stick kommt als USB-Empfänger für den Windows-PC und soll neben dem reinen DAB+-Empfang auch ein EPG, Journaline-Funktion und eine spezielle Software vom IIS Fraunhofer mitbringen.

Quelle: Terratec/konstant

Ursprünglich war der Stick im Webshop zum Preis von 14,90 Euro zu haben und es hieß auch, dass dieser Einführungspreis bis zum 31. Juli gelten sollte – heute kostet er leider schon 19,99 Euro (zzgl. Versand). Das ist in Anbetracht des Lauffeuers, den dieses Angebot in interessierten Kreisen gerade über Twitter macht(e), natürlich ein PR-Fail. Die Dame von der Pressestelle konnte mir aber auch nicht bestätigen, dass man den Stick – wie versprochen – bis Monatsende zum Einführungspreis erhält. Der Herr, der bei Terratec dafür zuständig sei, so sagte man mir, sei im Urlaub. So bleibt den Vorbestellern nun nichts anderes, als den Stick zum UVP zu ordern, peinlich.

Technisch verspricht dieses Stückchen Hardware aber umso interessanter zu sein. Zwar sind Infos über die konkreten Specs des Sticks rar gesät, da aber die Sender des Bundesmuxes im Kontext des Sticks genannt werden, gehe ich zumindest von einer vollen DAB+-Kompatibilität aus. Weiterhin soll eine Fraunhofer-Software (Institut für integrierte Schaltungen, mp3-Erfinder und DRM-Vorantreiber) dabei sein, das wird spannend. Erkennen lässt sich bereits, dass der Antenneneingang eine hierzulande gebräuchliche Belling Lee-Buchse ist, somit steht auch Antennenexperimenten out of the box nichts im Weg.

Terratec hat auch ein nettes Video für Newbies im Web, das sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber mal eingebettet:

Geordert werden kann der Stick jetzt schon im Terratec-Webshop, versendet wird er dann ab der KW31.

Fragen und Antworten zum Start von DAB+ am 1. August

Das Digitalradio in Deutschland erlebte in der Vergangenheit zwei fulminante Fehlstarts: Von 1989 bis 1999 existierte das Digitale Satellitenradio (DSR), aber eine besondere Verbreitung fand es nicht, nur etwa 200.000 Empfänger sollen verkauft worden sein. In den 1990er kam dann mit terrestrischer Verbreitung DAB als Digitalradiostandard nach Deutschland, mit Forschungsgeldern des EUREKA 147-Projekts massiv gefordert. Auch bei DAB war die Resonanz sehr gering – im Jahr 2007 ging man von 546.000 Empfängern in deutschen Haushalten aus (dem gegenüber stehen geschätzte 300 Millionen analoge Radiogeräte in Deutschland).

Und dennoch wird nun – auch weil es von der Politik, nicht zuletzt von der EU – ein neuer , dritter Anlauf für das „Digitalradio“ genommen: Der DAB-Nachfolgestandard DAB+ soll das Rennen machen. DAB+ unterscheidet sich von DAB im wesentlichen durch das Fehlen des L-Bandes und durch den zur Übertragung verwendeten AAC-Codec. Weil die DAB+-Radios aber mehrheitlich DAB empfangen können sollen, ist davon auszugehen, dass auch ein Bandbereich L zukünftig zur Verfügung stehen wird.

Am ersten August geht es also los mit DAB+, auch in Nürnberg. Bei der Umstellung werfen sich zwangsläufig einige Fragen auf, die ich an dieser Stelle so gut als möglich beantworten will.

Funktioniert mein analoges UKW-Radio nicht mehr, wenn das Digitalradio DAB+ eingeführt wird?

Doch, das analoge UKW-Radio wird wie gewohnt weiter funktionieren. Wer sich kein neues Radio kaufen will, der wird das in der nächsten Zeit auch nicht müssen. Ich persönlich gehe davon aus, dass UKW noch eine ganze Weile weiterexistieren wird, denn bei geschätzten 300 Millionen Analogradios ist ein Austausch all dieser Geräte schlichtweg nicht zumutbar. Wer sich jetzt kein neues Radio kaufen will, der muss das auch nicht und kann ganz entspannt abwarten. Aber: Das UKW-Radio kann weder DAB noch DAB+ empfangen.

Funktioniert mein DAB Radio weiter, kann es DAB+ empfangen?

Ein DAB-Radio wird bedingt weiter funktionieren, wie lange noch, das weiß aber keiner so recht. Die jetzt bestehenden Sender werden sukzessive umgerüstet. In der nächsten Zeit kann man mit einem DAB/DAB+ – Mischbetrieb rechnen, wie lange dieser aber aufrecht erhalten wird, ist fraglich. Somit rentiert es auch nicht, jetzt noch ein DAB-Radio anzuschaffen, ich selbst würde davor sogar warnen, denn es kann schnell passieren, dass dieses Gerät wertlos wird. Um es mal in aller Deutlichkeit gesagt zu haben: Ein DAB-Radio kann kein DAB+ empfangen. Wird DAB zugunsten von DAB+ abgeschaltet, womit ich rechne, spielt das Radio nix mehr.

Ich will mir demnächst sowieso ein neues Radio kaufen. Soll es dann ein DAB+-Radio sein?

Jein. Ich will mich nicht dazu versteigen, zum Kauf eines Radios zu raten, das nur DAB+ empfangen kann. Aber es gibt eine elegante Lösung: Hybridempfänger, die UKW und DAB+ empfangen können, dürften den Bedürfnissen der allermeisten Radiohörer entgegenkommen. Über DAB+ werden nicht alle Programme gesendet, die über UKW empfangbar sind, einige Spartenkanäle sind sogar exklusiv im Digitalradio zu empfangen, so auch lounge FM und DRadio Wissen. Auf der anderen Seite werden nicht alle DAB+-Programme über UKW ausgestrahlt. Wer die größte Senderauswahl haben will, der sollte also darau9f achten, dass das neue Radio mindestens DAB+ und UKW empfangen kann. Sollte DAB+ ein Misserfolg werden, funktioniert das gewohnte UKW brav weiter, das Gerät ist nicht „verloren“.

Wenn ich ein neues Auto kaufe, sollte das Autoradio DAB+ empfangen können?

Ganz dumm ist das nicht, aber hier gilt im Prinzip das, was für ein neues Radio generell gilt: Ein Kombiempfänger mit UKW nd DAB+ ist derzeit wohl die beste Lösung. Zuerst einmal wird DAB+ nur in Ballungsräumen und an Hauptstrecken verfügbar sein, der Ausbau wird dann schrittweise vorangetrieben. Da DAB+ aber problemlos größere Textmengen übertragen kann – und dazu zählen auch Verkehrsinformationen, ist der Nutzen von DAB+ im Auto besonders hoch. In Bayern bietet der BR mit dem Sender „BR Verkehr“ zudem einen DAB+-Kanal, der ausschließlich Verkehrsinformationen überträgt (derzeit von einer Computerstimme vorgetragen – aber seis drum). Wer viel unterwegs ist kann schon jetzt von DAB+ im Auto profitieren.

Was werde ich über DAB+ denn empfangen können?

Zur Zeit ist das noch nicht hundertprozentig sicher, aber es verdichten sich Hinweise auf Sender, die empfangbar sein werden. Bundesweit gilt als sicher, dass

  • Deutschlandradio
  • Deutschlandradio Kultur
  • und DRadio Wissen

empfangen werden können. Diese Programme sind ob der besonders hohen inhaltlichen Qualität besonders attraktiv. Weiterhin werden auch einige private Programm abgestrahlt:

  • Evangeliumsrundfunk, Wetzlar (Info)
  • KissFM, Berlin (Webseite, Info)
  • 90Elf, Fußballsender, Ostdt.
  • loungeFM, Wien (Info)
  • Klassikradio (Webseite)
  • Radio Horeb, Immenstadt (Info)

Weiterhin sollen Sender wie „RemiX“, „litera“, „Radio Rauschgold“, „Radio 3.0“ und „UIP“ am 1. August bundesweit starten. Hierüber konnte ich aber keine wirklich gesicherten Erkenntnisse gewinnen.

Die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten werden Schritt für Schritt ihre Programme auch über DAB/DAB+ aussenden, wann und wie das von Statten geht, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Der BR will beispielsweise eine Art „Mischbetrieb“ DAB und DAB+ fahren.

Wird sich DAB+ durchsetzen?

Das lässt sich noch nicht sagen. Dagegen spricht erst einmal die Verbreitung von UKW und die Tatsache, dass viele Menschen damit zufrieden sind. Und man muss sich kein neues Digitalradio anschaffen. Dafür spricht der Zugewinn an Programmen, besonders an Spartenprogrammen, die bestimmte Zielgruppen ansprechen. UKW ist nicht tot, aber DAB+ könnte ein gerüttelt Maß an Verbreitung finden, denn die Endgeräteversorgung ist derzeit deutlich besser als seinerzeit mit DAB und die Empfänger sind auch wesentlich billiger. Schon jetzt sind Taschenradios, Radiowecker, Kofferradios, Autoradios und auch Tunerbausteine für die heimische Stereoanlage mit DAB+-Tunerteil habbar. Diese kosten (auch vor der Einführung) selten mehr als ein Analogradio mit vergleichbarer Qualität.

DAB+ bringt allen, die Radio nicht über DVB-S oder über das Kabel hören, einen Zugewinn an Sendern und i.d.R. auch an Tonqualität. Bereits zu Beginn des Ausbaus in den Ballungsräumen ist (gerechnet mit den lännderspezifischen Angeboten und den Programmen, die via DAB zu empfangen sind) hinreichend attraktiv. Es könnte schon was werden, wird sich aber sicherlich mehrere Jahre halten.

Brauche ich für DAB+ eine besondere Antenne?

Das hängt in erster Linie mal von der Empfangssituation ab. Abseits der Ballungsräume kann die Verwendung eine Dach- bzw. Außenantenne angezeigt sein. Innerhalb der Ballungsräume sollten die den Geräten beigelegten (oder eingebauten) Antennen genügen.

Verfügbarkeitskarte DAB+, Quelle: DUAL

Welche Antennen wirklich benötigt werden, wird sich erst im Praxistest erweisen. Auch bei DAB (und dieses System wird ja noch einige Zeit parallel weiterexistieren) ist theoretisch eine sehr gute Empfangssituation in weiten Teilen Deutschlands prognostiziert, in der Praxis bedarf es aber schon einigem Geschick und selbst in Großstädten speziellen Antennen, damit der Empfang in Innenräumen störungsfrei glückt.

Hat DAB+ konrete Nachteile?

Auf den ersten Blick nicht, aber ganz unkritisch ist das System dennoch nicht zu sehen, (medien)politisch wie technisch. Erst einmal verlangt DAB(+) eine zentrale Ausstrahlung im Multiplex mit mehreren Sendern. Kann über UKW ein kleiner (und mit knappem Budget arbeitender) Sender im Zweifelsfall noch vom Studiodach senden (z.B. Stadtteilradios), so ist dies mit DAB(+) nicht mehr möglich; ein Dienstleister wird gebraucht und den werden gerade die kleinen Stationen nicht immer zahlen können.

Auch der analoge Kabelfernsehempfang kann beeinträchtigt sein, wie gestern über Heise zu erfahren war.

Fazit: Für den geneigten Radiohörer ist DAB+ eine hochinteressante Sache. Wer derzeit mit dem UKW-Empfang zufrieden ist, für den ergibt sich jetzt (noch) kein Handlungsbedarf.

Wir sprechen bei DAB+ von einem System, dass sich in der Ausbauphase befindet und noch nicht hinreichend von mir getestet werden konnte. Die Beantwortung dieser FAQs, die an mich herangetragen wurden, sind mir aus wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Thema möglich, weiterhin fließt hier eine zehnjährige theoretische und praktische Erfahrung mit dem Themenkomplex Digitalradio ein. Einige Punkte sind dennoch nur recherchiert und bedürfen eines praktischen Realitätsabgleichs. Daher kann für die vollständige Richtigkeit natürlich keine Gewähr übernommen werden. Nichts desto trotz wurden die einzelnen Fakten sorgfältig bedacht und geprüft.

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