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Wirtshaus-Explorer: „La Finca“ Nürnberg – ein spanischer (Paella-)Traum mitten in Eberhardshof

Sie ist urig, ein wenig versteckt, und sie bringt spanischen Charme an einen Ort, an dem ihn der Nürnberger gemeinhin wohl nicht suchen würde: Im Kleingartenverein Fuchsloch gibt es mit der „La Finca“ ein spanisches Restaurant, das vor allem durch sein Signature-Gericht, die Paella, zu lokaler Berühmtheit gelangt ist. Wir waren dort zu Gast – und kamen gerne wieder.

Man sieht der La Finca kaum an, dass es sich einmal um ein Vereinslokal nach alter Väter Sitte handelte. Hell und freundlich präsentiert sich der Gastraum, man speist an großen Tafeln. Zuvor passiert man einen Pavillon mit mehreren Gasbrennern. Auf ihren wird die Paella in den traditionellen, flachen, übergroßen Pfannen zubereitet. Carlos Garcia und seine Partnerin Kira Wieland betreiben gemeinsam die Finca, doch „Garcia Paellas“ ist weit mehr: Mit dem Konzept muss man sich ein wenig vertraut machen, insgesamt kommt mir das Ganze ein wenig wie ein Start-up vor. Garcia Paellas hat mit – und darum soll es in diesem Beitrag maßgeblich gehen – „La Finca“ ein eigenes Restaurant, daneben gibt es einen Onlineshop mit Paella-Zutaten und Zubehör sowie einen Catering-Service und eine Kochschule.

La Finca Nürnberg - Gastraum

Garcia und Wieland führen seit September letzten Jahres ihr Restaurant der Schrebergartenkolonie „Kleingartenverein Fuchsloch“. Das liegt recht versteckt (und wirklich malerisch) am Ende der Nicolaistraße in Eberhardshof.

La Finca Nürnberg - klassische Paella "Valencia"

Bevor ich auf die anderen Gerichte eingehe, komme ich auf das Wesentliche zu sprechen: die Paella, es gibt sie klassisch mit Huhn und Kaninchen, mit Meeresfrüchten (auch geschält) oder vegan. Sie kostet zwischen 20,- und 23,- Euro pro Portion, allerdings muss man mindestens zu zweit sein, um eine Paella-Pfanne bestellen zu können. Nur die Paella mit Hummer schlägt mit 30,- Euro pro Portion zu Buche.

Geschmacklich fein und dennoch würzig, am Pfannenboden leicht kross angebacken, Huhn und Kaninchenfleisch zergehen fantastisch zart im Mund. Das Signature-Gericht der La Finca wird auf gleichbleibend hohem Niveau serviert.

La Finca - Nürnberg - Paella mit Meeresfrüchten

Paella mit Chorizo? Gibt es nicht. Genauso wenig wie eine Paella, in der Fisch und Fleisch gemischt sind. Beides sind, dies begreift man in der La Finca als Bildungsauftrag, Gerichte für Touristen – und für den Paella-Puristen eine kulinarische Provokation. Sonst allerdings ist erlaubt, was schmeckt – und das zelebriert man mit der „Paella des Monats“.

Die Paella ist mit frischen Zutaten hausgemacht und wird heiß und duftend serviert. Wer das Gasthaus betritt, kann Küchenchef Carlos Garcia, der die Paella vor den Augen seiner Gäste zubereitet, genau zuschauen (oder sich in der hauseigenen Kochschule die geheimen Kniffe der Paella-Kunst beibringen lassen).

Carlos Garcia in seiner offenen Paella-Küche

Die „Finca“ hat aber weit mehr zu bieten, als Paella. Wer seinen Restaurantbesuch gerne mit einigen Tapas beginnen möchte, findet eine Auswahl von wirklich ausgesuchter Qualität vor. Begeistert hat uns die Tabla de Quesos, der Manchego-Käse in unterschiedlichen Varianten, serviert mit Salzmandeln, war vorzüglich; besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Variante mit fermentiertem schwarzen Knoblauch (16,- Euro) sowie der 36 Monate gereifte Iberico-Schinken (100 Gramm, 24,- Euro).

Tapas

Angenehm auch: acht Delicas de elche, Datteln in knusprigem Speckmantel (8 Stück, 12,- Euro). Und noch eine Vorspeise steht auf der Karte, die hierzulande nicht allzu bekannt sein dürfte, unprätentiös aussieht, jedoch geschmacklich mit einer unerwarteten Intensität überrascht: Montaditos sind kleine, ofenfrische Brötchen, die man wahlweise mit Schweinelende, Serrano und Paprika, Tintenfischringen an Mayonnaise, Bonito-Tunfisch, Sardellen und süßer Paprika, in Apfelwein gegartem Chorizo, Manchego, Schweinefleisch und Honig oder sautierten Pilzen mit Koblauch, Petersilie und Parmesan erhält (das Stück zu 5,- Euro). Man bekommt Lust, sich durch die gesamte Karte zu kosten. Und natürlich fehlen Salatvariationen und Nachspeisen nicht auf dem Speisezettel.

Montadito

Auch die Getränkekarte überzeugt durch eine qualitätsvolle Auswahl und moderate Preise. Der Canonita-Spritz kostet 7,- Euro, ein Seidla Kupfer-Spezial aus Lengenfeld 4,50 Euro, ein Glas Wein (zur Auswahl stehen fünf Rotweine, vier Weißweine und zwei Rosés) kostet zwischen 6,- und 8,- Euro.

Und so verbringt man angenehme Abende in der „Finca“, im Sommer auch im kleinen Gastgarten.

La Finca - Nürnberg

So unscheinbar sich „La Finca“ von außen präsentiert, so sehr konnten uns der liebevolle und persönliche Service, die hervorragenden Speisen, die konstant hohe Qualität der Küche und die Gastlichkeit überzeugen. Eine klare Empfehlung!

La Finca von Garcia Paellas, Nicolaistraße 18, 90429 Nürnberg. Telefon 919 43 116.

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