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Warum ich heute keine lonography fisheye mehr kaufen würde.

Mitunter ist es ja ganz interessant, das Innenleben diverser Analogkameras zu studieren. Allzu oft bekommt man diese Einblicke ja nicht und die Reparatur solcher Kameras kann sich sowohl sehr einfach als auch äußerst kompliziert gestalten.

Die Fisheye und die Fisheye 2 von Lomography, letztere ist nach wie vor erhältlich, sind beliebte Fisheye-Kameras, die es zu einiger Verbreitung schafften. Sie waren bzw. sind nicht allzu teuer und liefern eine sehr unique Ästhetik. Aber sie sind nun mal krasse Plastikbomber und nur mäßig gut bis gar nicht reparabel.
Ich habe mir vor ein paar Wochen die Ur-Fisheye auf einem Flohmarkt gekauft. Viel Geld verloren habe ich nicht, die Kamera kostete 2,- Euro und da kann man einen Reparaturversuch wagen.

lomography fisheye (Version 1)

Meine Fisheye hatte gleich zwei Defekte: einen Blitz, der nicht vollständig lädt und damit nicht auslöst. Das lässt sich durch einen Tausch des Kondensators sehr einfach beheben, der Kondensator ist zudem nach dem Aufschrauben auf der leicht Unterseite zugänglich, einfach entlötbar und im Handumdrehen getauscht. Bevor man ihn tauscht, will man die Batteriekontakte überprüfen und nachbiegen und auch mal schauen, ob auf der Platine eventuell einige Kontakte nachzulöten sind (sind alles Durchsteckkontakte). Das sind nämlich ebenfalls bekannte Fehler, wenn der Blitz nicht auslösen mag. Schwieriger ist der hängende Verschluss, den habe ich, um das vorwegzunehmen, auch nicht repariert bekommen.

Orientiert habe ich mich an der Reparaturanleitung der Fisheye 2, denn das Innenleben ist bis auf den externen Blitzschuh und die schaltbare „bulb“-Belichtung (und den Umstand, dass der Sucher halt einfach nicht mit einer Linse bestückt wurde und als separates Plastikteil auf den Blitzschuh gewandert ist) quasi identisch. Mit vier Schrauben ist die Kamera zerlegt, das Innenleben wird einfach nach hinten gezogen und der vorderen Schale entnommen. Dann kullern einem ein paar Teile entgegen: die Federverriegelung des hinteren Deckels, der Batteriefachdeckel und der hintere Deckel sowie der Schalterschlitten nebst Kontakt für den Blitz. Das ist alles kein Problem, diese Teile legt man beim Zusammenbau easy an Ort und Stelle und schiebt die Mechanik wieder in den vorderen Gehäuseteil der Kamera. Warum hatte ich mit dem Shutter keinen Erfolg?

Bei der Kamera verhält es sich nach meinem Verständnis so, dass das Rückschnappen des Verschlusses über eine Feder erfolgt, die mit dem Weiterspulen des Filmes und dem Drehen des in die Filmperforation greifenden Rädchens gespannt wird. Dieses Rädchen scheint der Schwachpunkt der Kamera zu sein. Es ist mir nach Entfernen des Zahnrades nicht gelungen, den Verschluss wieder gängig zu machen. Wenn ich ihn mit dem Schraubenzieher spanne, löst er sauber aus. Setze ich alles wieder zusammen und spanne über das in die Perforation greifende Zahnrad, genügt die Spannung nicht und der Verschluss hängt leider wieder. Mist, da ist nichts zu machen.

Auf dem Foto könnt ihr das Innenleben der Kamera sehen. Sowohl die Verschlusseinheit, als auch alle Zahnräder sind aus Kunststoff – und selbstredend sehr filigran. Es ist also einfach nur eine Frage der Zeit, bis da etwas abbricht, ja, abbrechen muss! Das hat aus meiner Sicht auch etwas mit einigen Filmen zu tun, die einfach nicht mehr so leichtgängig aus den Patronen gleiten, wie das früher einmal der Fall war. Ich hatte mal eine Charge Wolfen NC-500, da war die Filmpatrone aus Kunststoff, da sind sogar Motorwinder dran krepiert. Andere Filme lassen sich ebenfalls nicht mehr so leichtgängig aus den Patronen entnehmen, da diese gerne auch mal recycled werden und einfach nicht mehr so glatt laufen. Hatte ich nicht nur bei kleinen, handkonfektionierten Filmen so, sondern z. B. auch bei Wolfen. Damit sind die filigranen Räder aber auch einer höheren mechanischen Belastung ausgesetzt und verschleißen schneller.

Ich will jetzt nicht geplante Obsoleszenz unterstellen, für meinen Teil lasse ich aber die Finger von dieser Art Kamera, ganz einfach, weil hier eine deutliche Schwachstelle einfach augenfällig ist.

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