blog.fohrn.com

Wirtshaus-Explorer: Kathi´s Küche, Stabiusstr., Nürnberg

Heute waren wir mal wieder essen – in einem Restaurant, das (noch) als Geheimtipp unter den gutbürgerlichen fränkischen Wirtshäusern gerechnet werden kann. Die Gaststätte „Kathi´s Küche“ in der Stabiusstraße in Schoppershof war unser Ziel – wir sind auf Empfehlung dort hingegangen und wurden nicht enttäuscht.

Wie man auf dem Bild sieht, handelt es sich bei „Kathi´s Küche“ um eine dieser typischen Nürnberger Eckwirtschaften, die „Küche“ ist allerdings mehr: Eine Speisegaststätte, die in der Präsentation sehr bürgerlich und konventionell arbeitet, sehr sauber und gepflegt ist und ordentliches Essen zu üblichen Preisen und zudem recht günstige Getränke bietet. Das Schnitzel ist groß, kross, die Panade wirft die typischen Blasen, das Fleisch ist zart, der selbstgemachte Kartoffelsalat ist schmackhaft. Gleiches gilt für das Cordon bleu – sehr saftig mit wirklich würzigem Käse (alles natürlich in der Pfanne im Schmalz herausgebacken). Das Salatarrangement entspricht dem Standard.

Die Wirtsleute waren sehr nett und zuvorkommend, das Ambiente ist sehr bürgerlich und typisch und korrespondiert mit der gespielten Musik – wir hörten von roten Rosen, blauem Enzian, Mexiko und ähnlichen Erscheinungen

Das Cordon bleu kostet 10,50 EUR, das Spezi (0,4l) kostet 2,30 EUR und somit liegen die Preise im Rahmen dessen, was man im Nürnberger Norden bezahlt. Wer keine hohen Ansprüche an das Ambiente stellt und lecker essen möchte, der ist in der „Küche“ nicht verkehrt.

Kathi´s Küche, Stabiusstr. 1, 90489 Nürnberg, Telefon: 8157800

Missachtung, Misshandlung, Einzelhaft und Zwangsarbeit: Über die Fürsorgeerziehung der 1950er bis 1970er Jahre (und die Kirchen waren ganz vorn mit dabei)

In den letzten Tagen und Wochen stand es wiederholt in den Nürnberger Nachrichten: Misshandlung von Schutzbefohlenen in sog. Fürsorgeheimen waren in den 1950er bis 1970er-Jahren (und aller Wahrscheinlichkeit noch darüber hinaus) nicht nur „bedauerliche Einzelfälle“ – sie traten flächendeckend auf.

Im Zentrum der Kritik steht in Franken das Jugendheim „Stapf“ eine Einrichtung der Nürnberger Caritas. Dort sollen, will man der Zeitung Glauben schenken, über Jahre hinweg Kinder und Jugendliche schwerst misshandelt. Der Sozialpädagoge Franz Ochs, ich habe ihn eigentlich als integren Mann kennengelernt, gibt am 4. April in den NN den Überraschten.

Die Zeitung zitiert ihn in einem Interview wie folgt: „Ich war wirklich überrascht von all dem. Man muss das sehr ernst nehmen, die schlechten Erlebnisse wie die guten, von denen in Leserbriefen in Ihrer Zeitung auch die Rede war. Das alles liegt 50 Jahre zurück und es geht sicher nicht darum, heute Rechenschaft von uns zu verlangen. Dass die Menschen ihre Zeit im Heim ganz unterschiedlich wahrgenommen haben, ist ganz normal.“

Ich will noch nicht einmal behaupten, dass Her Ochs gewusst hat, was sich in der Vergangenheit in seiner Einrichtung abspielte (es fällt mir aber schwer, das zu glauben). Schlimm und bedrückend ist dieses Zitat aber, weil er sofort ins Relativieren kommt und in Anbetracht der Schwere der Vorwürde von der unterschiedlichen Wahrnehmung der ehem. Heimkinder spricht und auch „guten Erlebnissen“. Kann man die Opfer dieses Heimes eigentlich subtiler verhöhnen? – Ja, man kann, denn es geht durchaus um Rechenschaft. Und noch um viel mehr: Um Entschuldigung und um Entschädigung. Und am wichtigsten: Um Rehabilitation der Opfer.

Weiterhin ist in einem NN-Artikel zu lesen: „Erbrochenes sei ihr von einer der betreuenden Nonnen wieder in den Mund gestopft worden, berichtet Petra Stettner (alle Namen geändert), eine 54-jährige Frührentnerin. Während der Jahre, die sie von 1956 bis 1962 in der Leopoldstraße verbracht hat, seien ihre Hände oft zur Strafe auf heiße Ofenplatten gepresst worden.
Sie sei in einem dunklen Keller gesperrt, geschlagen, an den Haaren gerissen und regelmäßig mit eiskaltem Wasser aus dem Duschschlauch ins Gesicht gespritzt worden. Kleinere Kinder seien regelmäßig mit Füßen und Händen in ihren Gitterbettchen festgebunden worden, das habe sie mit eigenen Augen gesehen.

Vergangenen Donnerstag las man in den NN dann die Zuschrift einer Leserin, die in bewundernswerter Weise mutig ihre Erlebnisse schilderte und auch nicht darauf verzichtete, ihren Namen und Wohnort in der Zeitung abdrucken zu lassen – Respekt!

Sie schreibt u.a.: Nicht nur im Kinderheim Stapf wurden kleine Kinder an die Gitter­stäbe des Bettes festgezurrt. Auch im Caritas-Kinderheim, in der Pirckheimer Straße, mussten Kin­der Erbrochenes essen.“, Die Kinder wurden an den Füßen und unter den Schultern mit schma­len Stoffbändern an die Gitterstäbe ihres Bettchens wirklich richtig fest­gezurrt. Nachts schlugen sie mit den Köpfen an die Gitterstäbe, dass man es bis in das obere Stockwerk hören konnte“ und Ich könnte ewig so weiter schrei­ben. Ich sitze hier, und mir kommen die Tränen. Ich war von 1953 bis 1956 im Caritas-Säuglingsheim und anschließend kurze Zeit im Stapf“.

Auch andere Medien gaben und geben Zeugnis von den flächendeckenden Misshandlunge n von Kindern und Jugendliche n, die in Heimen untergebracht waren, so zum Beispiel der Beitrag „Einzelhaft und Zwangsarbeit“ (2005) des WDR oder die Tag 7 – Reportage „Ich bin ein Heimkind“ (2006) ebenfalls WDR. Aber damit nicht genug – schon in den 1970er Jahren machte Ulrike Meinhof mit dem Drehbuch zum Fernsehspiel „Bambule“ (erschienen im Berliner Wagenbach-Verlag, mehrere Auflagen, die letzte mir bekannte Anfang dieses Jahrzehnts)* auf die gravierenden Misstände in deutschen Fürsorgeheimen aufmerksam. Es kann also niemand – wirklich niemand, auch nicht Herr Ochs behaupten, von nichts gewusst zu haben.

Nicht nur die katholische Kirche hat in diesem Kontext zu Hauf schwere Schuld auf sich geladen, auch die Evangelische Kirche war nicht besser (wie hier ausführlich dokumentiert, Bildnachweis). Eine weitere gute und weniger gefärbte Dokumentation findet sich auch auf den HEIMseiten.

Man kann argumentieren, dass die Zeiten damals andere waren, Gewalt in der Erziehung einen anderen Stellenwert hatte und größere Akzeptanz erfuhr. Aber wer will so argumentieren? Besonders Christen steht das nicht an! Es ist keine Entschuldigung für exzessive Misshandlungen. Und: Nicht nur das Verhalten von Erziehern, Diakonen und Nonnen ist verachtungswürdig, auch ist der Umgang der Kirchen mit diesem Thema zutiefst beschämend.

Ich frage mich: Was hindert die Kirchen daran, diesen institutionalisierten Missbrauch zuzugeben, sich bei den Opfern umfassend und persönlich zu entschuldigen und sie auch angemessen für das Erlitene zu entschädigen?

———-

* Auszüge und Kommentar auch auf den Webseiten von Hypies.com hier

Tessa Kober: Toter Winkel

Ostern heißt Freizeit und Freizeit heißt Hörbuchzeit. Gestern auf dem Plattenteller im DVD-Player: Tessa Korbers erster Nürnberg-Krimi mit dem Titel „Toter Winkel“.

Jeanette Dürer, die gutaussehende Kriminalkommissarin hadert. Mit dem Schicksal, denn noch immer hat sie nicht den Mann fürs Leben gefunden. Sie muss einen seltsamen Mord – oder war es Selbstmord – im Nürnberger Frankenstadion bearbeiten und sich dabei gegen ihre ignoranten Kollegen im Kommissariat durchsetzen. Und manchmal zweifelt sie an ihrem Verstand (und läuft dann in voller Deckung mit gezogener Dienstwaffe durch ihre Küche um im Nachgang den halben Hausstand wegzuwerfen).

Es bleibt nicht bei eine m Mord. Scheinbar will jemand die gesamte Führungsrige der Nürnberger und Fürther Freimaurer ausrotten. Nur scheinbar? Das stellt sich spätestens beim Nürnberger Friedensmahl heraus.

Für ein Technisat-Hörbuch ist diese Krimi exzellent gelesen (wenn man großzügig davon absieht, dass es der Sprecherin, Karen Schulz-Vobach, äußerst schwerfällt, den fränkischen Dialekt halbwegs authentisch wiederzugeben. Eine unbedingte Empfehlung für alle Nürnberg-Fans. Eine unbedingte Empfehlung für alle Krimifans. Für alle Nürnberg-Krimi-Fans ein Muss.

Tessa Korber: Toter Winkel. ca. 6 Stunden. TechniSat Hörbuch 2006, 9,80 Euro.

Beschlossene Sache: VAG am Montag und Dienstag dicht.

Nur damit sich niemand wundert: Die VAG wird am Montag und Dienstag komplett bestreikt. Das berichten die NN auf ihrem Online-Portal.

Update: Na bitte, geht doch! Montag fährt die VAG. Link. Danke, Nadine und Thorsten.

Gestern Abend ging ja die Meldung über B5, dass die Verhandlungen gescheitert sind, heute geht in Augsburg nichts mehr und am Montag und Dienstag erwischt es uns Franken.

Nachtrag: Die VAG hat wohl noch nicht so viel gemerkt. Aktuell steht auf der Webseite:

Dabei haben sich die Anzeichen verdichtet, dass der öffentliche Personennahverkehr in Nürnberg, Fürth und Erlangen zum Beginn der kommenden Woche bestreikt wird, sofern die heute ebenfalls laufenden Sondierungsgespräche zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern und den Gewerkschaften, die aktuell noch in München laufen, keine Wende bringen.

Nach unserer Einschätzung könnte der Streik zwei Tage dauern, also Montag, 23. März mit Beginn der Frühschicht um 4.00 Uhr starten und erst am Mittwoch, 25. März, ebenfalls mit Beginn der Frühschicht wieder beendet sein. Es spricht zudem vieles dafür, dass die VAG komplett bestreikt wird, dass also alle U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse in den Depots bleiben.

Gut, dass wir Radio hören und Zeitung lesen …

Fundstück des Tages: UN94

Man kann über die Kids der Nürnberger Ultras denken, was man will. Kreativ sind sie wenigstens.

Wärend die Ultras die halbe Innenstadt mit gedruckten Aufklebern zuballern, malt die Jugend noch (auch wenn´s ein wenig pubertär aussieht).

Kann mich alten Opa mal jemand aufklären, was es mit diesen selbstgestalteten Paketlabels im öffentlichen Raum auf sich hat?

Gesehen heute auf einem Zigarettenautomaten in Ziegelstein.

VAG-Streik: Diesen Freitag

Wie auf den Seiten des VGN zu lesen ist, streikt ver.di am Freitag, den 27. Februar wieder im Öffentlichen Dienst und davon betroffen ist auch der VAG, der ÖPNV-Anbieter in Nürnberg, Fürth und Erlangen. Gut, dass man sich schon mal darauf einstellen kann.

Der Streik findet m.E. mit Recht statt, denn das letzte Angebot der Arbeitgeber war eine Frechheit. ver.di informiert auf zwei Flyern: in einem zum Streikaufruf und einem, der die Bevölkerung informiert (jeweils als pdf).

Deutsch-Fränkisch? Fränkisch-Deutsch!

Wörterbücher dieser Art gibt es mehrere und es ist auch immer wieder nett, so etwas zu lesen.

Hier findet sich eine nette kleine Aufstellung wichtiger fränkischer Begriffe und Redewendungen. Wer also seinen Dialekt etwas updaten möchte – nur zu. Danke Thorste, danke Olli.

3G in Nürnberg-Johannis

So, seit kurzem hab ich ein tolles UMTS-Handy (ihr werdet es nicht glauben, aber bis vor wenigen Tagen habe ich mobil noch mit GPRS ins Internet verbunden). Das mit dem Internet geht schnell, es passt alles, das HSDPA performt wirklich ganz ausgezeichnet – nur habe ich als e-plus-Kunde nichts davon (mit T-Mobil ist das alles kein Stress). Aber: Wenn dieses mistige 3G-Gedönz mal ausfällt, dann ist Schicht – und vielleicht bekommt man gar nicht mit, dass man nicht erreichbar ist.

So ging es mir am Samstag (den ganzen Nachmittag und Abend). Ich konnte ohne Stress anrufen – aber ich war am Handy nicht erreichbar und Internet ging auch nicht. Also bei der e-plus-Hotline angerufen. Die Dame mit der ich gesprochen habe, etwas älter, starke Berliner Färbung konnte da auch nicht helfen. Mit einem Kollegen hat sie dann ein Ticket aufbekommen und nun will man 3G reparieren …

… ich bin gespannt. Man kann beim E71 zwar auch auf GSM umschalten, dann ist das kein Stress mehr mit der Telefonie, aber das Internet ist so langsam wie früher. Wie ganz früher. Der Dualmode btw. ist nicht in der Lage, zu erkennen, ob UMTS nun korrekt funktioniert oder nicht. Sobald er eine UMTS-Zelle findet, schaltet er auf 3G. Ob man erreichbar ist, bleibt, wenn hier ein Fehler passiert, Glückssache.

Bollywood-Pizza in der Johannisstraße

Heute Mittag stellte sich Kohldampf ein. Da ich kein Glutamat vom Chinaimbiss mag, haben wir zum ersten Mal beim Pizzaservice Bollywood in der Johannisstraße bestellt. War für ´ne Pizzabude sogar recht ordentlich. Meine Salami war etwas eingedämpft – aber der Käse war super würzig.

Bei Thorstens Nudeln wollte er das nicht behaupten, denn der Käse war zu fad, dafür etwas zu viel Sahne in den Rigatoni al forno. Und Bollywood bekommt einen Bonuspunkt, weil sie es geschafft habe, Coke bei drei Grad (zumindest gefühlt) zu liefern. Das ist gut.

Pizza online klicken bei pizza-bollywood.de.

1 12 13 14 15