Monatsrückblick Juni 2026
Mit schwül-dunstigem Wetter im gemäßigten Temperaturbereich beginnt der Juni in Nürnberg und Fürth. Die letzte heiße Maiwoche hat gezeigt, wie sehr der Klimawandel auch die Region im Griff hält. Hitzerekorde Ende Mai haben schon eine besondere Qualität. Doch das ist noch gar nichts gegen die historische Hitzewelle, die uns seit dem 18. Juni fest in ihren Krallen hielt. In Franken war die mit unsagbarer Schwüle gekoppelte Hitze stellenweise unerträglich, Rekordhitze stellte sich vielerorts ein. Dazu ein paar Gedanken weiter unten.
- „Die AfD streicht Projekte und Jugendarbeit in Thüringen, weil die CDU mithilft. Das zeigt, wie viel Einfluss die extrem Rechten inzwischen haben.“ Nun, ich glaube der CDU und CSU das Gerede von der Brandmauer inzwischen einfach nicht mehr. Die rechte Flanke der „konservativen“ Parteien steht schon viel zu lange viel zu weit offen, und wenn es opportun ist, wird man erst mit der AfD kooperieren, ist der erste Aufschrei dann verklungen, wird man auch koalieren. Mark my words.
- Die Realität überholt die Satire gerade dermaßen, dass man gar nicht mehr hinterherkommt. „Salzburger Festspiele: Peter Thiel als Jedermann im Gespräch“ (Paywall). Ja, genau. Der Palantir-Thiel. Dass der einmal geleutert vors himmlische Gericht treten wird, darf dann doch stark in Zweifel gezogen werden.
- Update: Er macht’s doch nicht. Gut.
- https://ni-us.lol/
- Nachdem das mit NOlympia Hamburg so gut geklappt hat, gibt’s das nun auch für Berlin. Für den Fall, dass Berliner hier mitlesen…
- „Verfassungsschutz darf AfD Niedersachsen als rechtsextrem einstufen„
- „AfD-Russlandkontakte alarmieren Verfassungsschützer„
- Stibitzt ihr eigentlich auch im Wirtshaus die Pommes vom Nachbarteller, wenn ihr ein Bratengericht mit Kniedla esst? „Studie zeigt: Geklaute Pommes schmecken tatsächlich besser!„
- Für den Fall, dass jemand Teams verwendet (und das sind ja relativ viele, die das leider müssen): Microsoft Teams rollt bis Ende Juni ein weltweites Update aus, mit dem Arbeitszeit und Arbeitsort getrackt werden können. Das ist mit deutschem Arbeitsrecht zwar absolut unvereinbar – aber hey! – wayne interessiert’s?
- War irgendwie eh klar, ist jetzt aber auch höchstrichterlich festgezurrt worden: Der Verfassungsschutz darf die
FaschistenbrutAfD Bayern weiterhin beobachten. - SRF: Jagd auf alte Bücher – KI‑Firmen kaufen Antiquariate leer und vernichten die Bücher
- Keir Starmer ist zurückgetreten. Warum das eine halbwegs gute Nachricht sein könnte.
Der Kanzler der SchandeMerz schafft gerade den Sozialstaat ab, schleift Arbeitnehmerrechte und versagt auch sonst auf ganzer Linie. Bislang ist ihm buchstäblich nichts gelungen. Was wir gegenwärtig brauchen, da stimme ich Gereon Asmuth von der taz voll zu, wäre ein Hitze-Krisenstab. Der wird, das wissen wir, mit der Koalition der Totalversager freilich nicht kommen.- Deutschland ist auf extreme Hitzewellen schlecht vorbereitet. Das wissen wir, das merken wir gerade am eigenen Leib. Gut finde ich übrigens die Idee, die Hitzewellen als Naturkatastrophen zu werten und entsprechend zu handeln. Denn nichts anderes sind sie und sie werden zehntausende Menschenleben fordern. Bedankt Euch bei Friedrich.
- „Geas wird nicht verhindern, dass weiterhin Menschen fliegen müssen – es wird dafür sorgen, dass mehr Menschen auf der Flucht sterben.“
- Mehr als ein richtiges Zeichen: Die Linke deckelt die Diäten ihrer Bundestagsabgeordneten. Im EU-Parlament übrigens auch.
- Neues von der Infrastrukturapokalypse: Bundesweite Einstellung des Zugverkehrs.
- Über dieses „W“ als europäische Alternative zu „X“ schreibe ich anderweitig noch ein paar Zeilen. Man soll sich nur per Ausweis verifizieren, dann sind auch Rechtsradikale willkommen. Such a fuck.
- Hitze, Hitze, Hitze – auch in Franken. Der bayerische Hitzerekord wurde zwei Mal in Kitzingen gebrochen, mit Temperaturen über 40 Grad und Nächten um die 30 Grad balancierten viele Städte in Bayern am Rande der Unbewohnbarkeit. Teilweise bricht die öffentliche Infrastruktur ein oder steht kurz vor dem Kollaps: Blow-ups auf den Autobahnen und Staus, die die „Letzte Generation“ nie hätte provozieren können, die Straßenbahnen in Würzburg und in Nürnberg fahren tagelang nicht, weil der Asphalt im Schienenbett weichgeschmolzen ist. Die Notaufnahmen der Kliniken sind voll, mitunter fühlt sich die Situation apokalyptisch an.
- Hier noch eine etwas ausführlichere Perspektive eines Rettungssanitäters.
- „Das Katastrophenwetter ist direkte Folge eines Wirtschaftssystems, das ewig wachsen soll. Ein lebenswertes Morgen für alle geht nur mit Systemwandel“
- Mitten in diese schwere Hitzekrise kommt die Nachricht, dass der Bürgerentscheid um den Frankenschnellweg entschieden ist: Das Wahnsinnsprojekt kann gebaut werden, die Stadt ist gespalten. Der Sieg von CSU, SPD, AfD und FDP war denkbar knapp, 46,7% der Wähler, die ihre Stimme abgaben, stimmten für den Stopp des Ausbaus, 53,3% für den Ausbau nach den gegenwärtigen Plänen.
Die Lebensqualität in Nürnberg wird besonders dank CSU und SPD deutlich sinken. Freut Euch auf mehr Beton, mehr Autoverkehr, mehr Hitze und Lärm. Und auf Jahrzehnte leerer Stadtkassen, kommunale Überschuldung, kaputte Schulen, sozialen und kulturellen Kahlschlag. Denn das sind nun die unausweichlichen Konsequenzen dieser Fehlentscheidung. - Interessant ist dabei das Abstimmverhalten in den Stadtteilen: Quasi alle vom Frankenschnellweg betroffenen Stadtteile der Innenstadt und Altstadt haben gegen den Ausbau gestimmt, die entfernteren Stadtteile alle für den Ausbau. Damit ist klar: Die Leute in den Vororten haben mit knappster Stimme ihr vermeintliches Recht, mit dem Auto vermeintlich ungehindert in und durch die Stadt fahren zu dürfen, durchgesetzt. Auch diese Petrokultur (ich sollte wohl besser „Unkultur“) wird nicht unerheblich Schuld daran tragen, dass die Städte in Zukunft immer unbewohnbarer werden. Mark my words.
- Neue Analyse: Europas Juni-Hitze wäre ohne Klimawandel früher fast unmöglich gewesen
- „Ein Cookie-Banner braucht nur, wer mehr Daten als nötig erheben will. Weil Google mit dem Datensammeln extrem reich geworden ist, wehren sich die Lobbyisten in Brüssel mächtig gegen die Pläne der EU, das Leben von uns einfacher zu machen: Eigentlich sollten wir im Browser einstellen können, ob wir von kommerziellen Datenhändlern aller Art getrackt werden wollen oder nicht. Das aber wäre das Ende des Cookie-Banners – und vermutlich des Geschäftsmodells von Google.„
- Dieter Nuhr fällt mal wieder unangenehm auf.