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Blast from the past: Apollo-Kino, Nürnberg

Apollo-Kino, Vordere Sterngasse, Nürnberg (LOMO LC-A, Wolfen NC500, August 2026)

Apollo-Kino, Vordere Sterngasse, Nürnberg (LOMO LC-A, Wolfen NC500, August 2026)

Schon seit dem Jahr 1896 ist ein „Apollo-Theater“ in der Pfannenschmidsgasse in Nürnberg belegt, das, durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, Mitte der 1950er-Jahre abgerissen wurde und einem Kaufhausneubau wich. Das neue „Apollo“ entstand unweit in der Vorderen Sterngasse 25-27, der Spielbetrieb begann 1961 und endete irgendwann Mitte/Ende der 1990er-Jahre. Ihm war, wie so vielen anderen Nürnberger Kinos, eine Genese beschieden, die stark von der Entwicklung des Fernsehens als Massenmedium beeinflusst wurde. Die einstmals großen, mehrere hundert Zuschauer fassenden Kinosäle wurden recht häufig in den 1970er-Jahren in mehrere kleine Säle („Schachtelkino“) abgeteilt, das Apollo hatte meines Wissens am Ende aber nur zwei Säle. Ob es seinerzeit dann irgendwann in ein Pornokino umgewandelt wurde, wie sonst alle anderen Lichtspielhäuser in direkter Bahnhofsnähe auch, weiß ich nicht sicher zu sagen. Wer sich hier noch genauer erinnert – lasst mir gerne einen Kommentar da.

Später war in einem Teil des Foyers eine Institution, das „Little Rock“. Wer keine Berührungsängste hatte und wem der Sinn nach Absturz stand, der fand hier einen nächtlichen Zufluchtsort. Das Bier, das man an den Tischen (die Tischplatten zierten in klares Epoxid eingegossene Konzertkarten altvorderer Musikgrößen) konsumierte, war billig, Sandwiches und Pizza ordentlich, der Sound heavy. Wenn dann erst einmal mit Büchsenstechen begonnen wurde, senkte sich schnell der Schleier der Finsternis über die Beteiligten. Anfang der Zehnerjahre war dann auch für das „Little Rock“ Schluss. Engagierte Musiker versuchten, das Kino mit Konzertreihen wiederzubeleben. Später zogen im Foyer ein veganes Dönerrestaurant, dann eine Kaffeebar ein.

Die erhaltengebliebene, nüchterne Fassade und der Neonschriftzug des Apollo sind für mich in ihrer unverbastelten Ästhetik eine Perle postmoderner Architektur in Nürnberg.

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