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Einfache Textmaschine zum Budget-Preis: SE Txt Pro.

Ein Querformat – Touch – Slider mit vollwertiger QWERTZ-Tastatur ist schon was Feines, das wissen die Besitzer von Handys wie dem E7 zu schätzen. Allerdings waren diese Geräte auch immer teurer als das Standardtelefon. Jetzt kommt Sony Ericsson (lange nichts mehr von denen gehört) mit einem Telefon um die Ecke, dass Touchscreen, Slider und QWERTZ-Tastatur verbindet und zudem ein realistisches Preisschild trägt: Um die 130 Euro soll das Teil kosten . Klar, dass man da Abstriche machen muss, die Idee aber überzeugt.

Das Handy ist als Textmaschine konzipiert und soll besonders eine jugendliche Käuferschicht ansprechen. Mit dem SE-eigenen Betriebssystem werden Clients für Facebook, twitter und Google Talk angeboten – außerdem gibts einen Mailclient und einen eigens entwickelten Browser. Natürlich ist ein MP3-Player und ein UKW-Radio mit an Bord und eben – als echtes Feature die QWERTZ-Tastatur.

400×240 Pixel werden aus Display gepackt – so richtig zeitgemäß ist das zwar nicht, bedenkt man aber, dass der Bildschirm eh nur 7,62 cm groß sein soll (3 inches), kann das aus Ergonomiegründen durchaus sinnvoll sein.

Von der Konnektivität her ist fast alles im grünen Bereich: WiFi ist ein Feature, Bluetooth mit Stereoprofil ebenfalls sinnvoll, ins Netz connectet das Txt Pro allerdings höchstens mit EDGE – UMTS soll ausdrücklich nicht gehen, was ein echtes Manko darstellt.

Fazit: Der Komfort einer echten QWWERTZ-Tastatur ist durch kein Touchdisplay mit entsprechender Software-Tastatur zu ersetzen. Dass man bei SE nun eine Textmaschine für Kids in den Ring wirft, die ein ähnliches Kundenprofil ansprechen dürfte, wie seinerzeit die ogos, ist auch gut. Lediglich das Fehlen von UMTS gibt es zu bemängeln, der Preis des Telefons allerdings ist super.

Ob die Kids das Telefon wirklich wollen, bleibt abzuwarten – aber auch etwas ältere Semester, die viele Mails versenden, könnten mit dem Txt Pro zum Budgetpreis ihre Freude haben. Gerade hier spielt ein uneingeschränkter Multimediazugriff und damit das Fehlen von UMTS oft nicht die entscheidende Rolle.

Soll demnächst herauskommen, wann genau, konnte ich nicht ausfindig machen – ich berichte aber.

Weitere Infos gibt es auf der SE-Webseite.

Zet-Phone 45 jetzt für 19 Euro

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich gestern gelesen habe, dass das DSC Zettler ZetPhone 45 jetzt bei voelkner für 19 Euro zu haben ist.

Das ZetPhone 45 ist ein nettes schnurgebundenes Telefon für ambitionierte Privatleute und auch fürs Home-Office, denn das Telefon bringt nicht nur einen digitalen Anrufbeantworter mit etwa fünfzig Minuten Aufzeichnungskapazität mit sondern auch ein dreizeiliges Display, deutsche Menüführung, Rufnummernanzeige und ein Telefonbuch für 84 Einträge. Eine Freisprechfunktion ist ebenso vorhanden wie die Möglichkeit, aus der Anrufliste zurückzurufen.

Dieses Deskphone ist also in der Mittelklasse angesiedelt – für 19 Euro gibt es das allerdings nun zum low budget-Preis.

Ich habe mein Zettler-Telefon seit 2006 und ich bin sehr zufrieden. Und lange Jahre habe ich einen Anrufbeantworter von Zettler verwendet. Deren Produkte sind zwar eher economy – aber keinesfalls schlecht – und für diesen Preis ist meiner Kenntnis nach nichts vergleichbares zu bekommen.

Nokia E7 – ein erster Erfahrungsbericht

Seit vorgestern bin ich nun stolzer Besitzer eines Nokia E7 – das ist eine Art Communicator. Und da das Ding doch eher neuer ist, mache ich mir mal die Mühe, ein wenig ausführlicher meine ersten Eindrücke zu schildern.

In den letzten Jahren hatte ich ausschließlich Nokia-Telefone: Angefangen hat alles mit dem E90 Communicator, dann kam das E71, das E72 und nun ist es also das E7.

Bei allen Geräten konnte man eine gewisse Weiterentwicklung feststellen – das E90 war eines der ersten Businesstelefone mit Symbian S60, das vermochte zu begeistern. E71 und E72 entwickelten dessen Tugenden und Performance weiter und nun gibt es sozusagen „die Krone“ – das auf das E7 angepasste Symbian ist schnell und macht Spaß. Aber der Reihe nach:

Unboxing

Geliefert wird das E7 in einer unscheinbaren kleinen Pappbox mit dem zur Zeit nokiatypischen blauen, etwas altbackenen Design. Hier betreiben die Finnen ganz offensichtlich understatement. Nokia ruft für das Telefon derzeit knappe 630,- Euro auf, bei Amazon ist es fünfzig Euro billiger – und dann wird das Handy in einer Schachtel geliefert, für die sich Pfitzmanns Edle Tropfen in Nuss zu Zweifuffzich schämen würden. Anders als mit dem Stilmittel der Untertreibung kann ich mir eine derartige Produktpräsentation nicht erklären.

In der Schachtel geht es ähnlich spartanisch zu: Das Telefon, ein Ladegerät, ein Headset, USB-Kabel, USP-Portkabel, HDMI-Kabel (WTF?) und eine rudimentäre Bedienungsanleitung finden sich dort an. Beim E72 waren da noch ein KFZ-Halterung, ein Täschchen und anderer Krimskrams zu finden.

Das alles vergessen macht der erste Griff zum Handy: Da liegt das gute Stück nun in der Hand, hochedel. 176 Gramm wiegt es, aus eloxiertem Aluminium gefertigt, nichts wackelt, nichts ist gratig. Weitere Begeisterung kommt beim Aufschieben des Touchscreens auf: Der Mechanismus gleitet sanft, stellt das Display auf und gibt die Tastatur frei. Nun hat man eine ausreichend dimensionierte Tastatur und ein Touchscreen und das Ganze schmeichelt der Hand.

Hardware

Und dann fällt beim ersten Einschalten zuerst einmal das Display auf – es handelt sich um ein Aktivmatrix-OLED-Display mit einer sog. „ClearBlack“-Technologie; das mit dem Clearblack haut auch hin, die Schwarzwerte sind so gut, dass man damit jedem guten LED-TV das Fürchten lehren kann. Auch die Auflösung (460×360) ist ordentlich – das Ganze findet also im 16:9-Format statt. Die Schrift ist kontrastreich, ausreichend groß und sehr scharf wiedergegeben, man kann alles gut erkennen. Auch das Touchscreen funktioniert ausgezeichnet (und das Aufziehen und Zusammenschieben mit zwei Fingern ist auch kein Problem).

Quelle: Nokia Blogpack

Es gibt zwei Kameras, eine frontseitige (für Videotelefonie oder was auch immer, habe ich noch nie benutzt) und die Hauptkamera. Diese liefert zwar acht Megapixel, dafür aber keinen Autofokus und außerdem rauscht das Bild bei Dunkelheit merklich. Aber: Die Adaption bei geringen Lichtstärken ist echt ok, nur mit dem Weißabgleich hat die Kamera so ihre Schwierigkeiten. Man kann die mit dem E7 gemachten Bilder zwar geotaggen – aber so richtig gut sind die Bilder einfach nicht. Da gibt es bessere Handykameras. Mir ist das egal, ich nutze die Handykamera ganz selten – ich brauche hier keine Kompaktkameraqualität – aber wer wirklich mit dem Handy fotografieren will, der sollte sich das nochmal überlegen.

Dieses Touchscreen-Display lässt sich ganz elegant wegklappen – in „aufgeklappter“ Position steht es – günstig abzulesen – schräg und gibt dann die Communicator-typische Tastatur frei. Diese ist nicht schlecht – leider aber auch nicht so gut wie beim E90. Der Druckpunkt ist schon ok, auch der Abstand der Tasten erlaubt es, mit Wurstfingern gesegneten Menschen halbwegs bequem zu tippen. Nur hat man, verglichen mit dem E90, auf eine Tastenreihe verzichtet und so lassen sich Zahlen nurmehr wie Sonderzeichen eintippen. Daran kann man sich wohl gewöhnen, aber ein bisschen mies ist das für ein Telefon der Businessklasse schon. Seit dem E72 hat man sich bei Nokia in Bezug auf die Tastatur eine weitere Unsitte angewöhnt, die mir extrem auf den Zeiger geht: Die Umschalttaste für Sonderzeichen befindet ganz links unten, danach folgt die Shifttaste. Da haut man schon mal gerne daneben. Das ist zwar nur ein Detail – aber ein nerviges.

Mit Schnittstellen ist das E7 ganz gut ausgestattet: Laden, synchronisieren und um einen USB-Port erweitern kann man das Telefon via Mini-USB-Buchse, dann ist da noch dieser HDMI-Ausgang und der Kopfhörer bzw. das Headset wird über eine Standard 3,5er Klinkenbuchse angestöpselt. „Luftschnittstelle“: WLAN und Bluetooth sind selbstverständlich mit an Bord. Das Ding mit dem USB-Port verdient in zweierlei Hinsicht Erwähnung: Hier kann man prima einen USB-Stick mounten, das ist echt was wert. Dumm nur, dass auf einen Speicherkartenslot komplett verzichtet wurde. Wer mit den intern verbauten 16 GB Speicher klarkommt, der freut sich über das Fehlen eines Schlitzes, in den Staub eindringen kann, wer gerne mehr Speicher will, der darf sich über das USB-Stick-via-Adapterkabel-am-Mini-USB-Port-Gebammel ärgern.

Was viel schlimmer ist: Kein austauschbarer Akku! Hey Nokia, ich habe hier einen Communicator in der Pfote und kein fucking iPhone. Was soll der shice? Klar, das E7 ist schmal und leicht und chic und ein wechselbarer Akku ist, will man diese Design-Pluspunkte nicht zunichte machen, eine echte challenge für die Konstrukteure – aber trotzdem: Einen auf Umweltschutz machen und dann den Akku nicht austauschbar haben ist kein guter Stil. Im Moment ist das noch kein Problem – das Gerät ist neu und die Akkuperformance ist gut – aber jeder weiß, das sich sowas schnell mal ändern kann. An dieser Stelle sollte Nokia echt noch mal sein Design überdenken – ein Akku muss austauschbar sein! Das ist nicht verhandelbar.

Sonst aber ist die Hardware topgeil – die Haptik ist mit die Beste, die derzeit ein Telefon haben kann. Hier reichen die Geräte von HTC nicht hin (und die iPhones mal überhaupt gar nicht).

Software

Das neue Symbian macht Freude. Alles läuft flüssig, sieht gut aus und bislang ist auch alles stabil. Auch wenn das Telefon auf dem Papier keine Gigahertz-CPU mitbringt, so fühlt es sich doch flüssig an. Zu den aktuellen Android-Telefonen ist kein wesentlicher Unterschied feststellbar.

Der aktuelle Mailclient wirkt ein wenig aufgeräumter – das mag aber auch am Display im Querformat liegen – EMail gefällt mir auf dem E7 gut, auch dann, wenn man kein Pushmail via OVI verwendet. Der Client ist insgesamt tauglich.

Der Webbrowser war bei meinen vorherigen Nokia-Telefonen immer ein Ärgernis, war er doch langsam und lud beim stepback auf eine vorhergehende Seite diese immer neu. Das ist nun deutlich besser geworden, der Browser fühlt sich flott an und stellt alles gut dar.

Nun zum Medienplayer: Auch hier hat sich Nokia in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert und auch hier wurde nachgebessert. Der aktuelle Player tut, was er soll, erkennt auch manuell heruntergeladene Podcasts automatisch und legt diese separat ab (was mich am Anfang etwas verwirrte). Nett ist, dass Dateien, die sich im Downloadprozess befinden, gleich abgespielt werden, so muss man nicht warten, bis der Download abgeschlossen ist, wenn man hören möchte. Der Player unterstützt formattechnisch so ziemlich alles, was man sich vorstellen könnte, auch AAC-Formate, die ich noch nie in freier Wildbahn gesehen habe. Nur: Natürlich wird kein ogg unterstützt (wann lernen die das eigentlich mal?). Auch so AC-3-Dolby-Sachen macht der Player. Ich wüsste nicht, wozu man sowas braucht, aber es gibt ja auch HDMI…

Dann gibts zu allem, was man von einem Nokia-Telefon erwartet, noch drei Schmankerln: Das erste ist eine Vollversion von einem F-Secure Diebstahlschutzprogramm. Ich habe das mal konfiguriert, was das Ding genau tut, entzieht sich aber bislang meiner Kenntnis. Dann ist da noch eine Version von Quickoffice dabei in der Provenienz „Dynamic Premium“ – womit man Dokumente endlich nicht nur ansehen sondern auch bearbeiten kann. Nur: Man muss sich natürlich mal wieder mit seiner Mailadresse registrieren. Und dann hat man natürlich noch die Nokia-Navigation mit den kostenlosen Karten mit im Bundle. Diese ist – soweit ich das versucht habe, durchaus brauchbar. Einen PDF-Reader von Adobe gibts auch und weiterhin ist die MS-Exchange-Integration ganz hervorragend.

Über OVI kann man auch recht bequem auf seinen twitter-Account zugreifen (und sich die tweets als Widget auf den Startbildschirm packen – das ist toll).

Natürlich gibt es auch hier wieder was zu vermissen: Während das eingebaute UKW-Radio tut, was es soll und ganz nett ist, hat Nokia es diesmal verpeilt, auch die hauseigene Internetradiosuite mit draufzuwerfen – dabei ist die seit dem E72 echt ordentlich. Ich hab bislang noch nicht bei ovi geguckt, ob man die nachinstallieren kann, ich hoffe es aber.

Telefonieren

Das Wichtigste: Die Sprachqualität des E7 ist gut. Sie ist nicht brillant und sie ist nicht unterirdisch schlecht – sie ist rundum gut. Ich habe das Gefühl, dass sie beim E72 einen Hauch besser war, aber ich mag mich irren. Die Anruferlisten und das Telefonbuch ist Nokia-typisch genial, hier hat sich nichts Wesentliches verändert.

Fazit

Das E7 ist ein tolles Telefon. Es kann, was man braucht, es ist für einen Communicator erstaunlich schlank. Die gute Verarbeitung lässt über manches Detail hinwegsehen. Ich bin zufrieden.

Pro

Contra

-elegantes Design

-tolle Haptik und hervorragende Verarbeitung

-gutes Display

-das neue Symbian

-schnell und stabil

-Softwareausstattung

-keine Speichererweiterung im Gerät möglich

-Akku nicht wechselbar

-arg durchschnittliche Kamera

Kaufen?

Nokia ist ja vor kurzem einen Deal mit Microsoft eingegangen und so wird im Netz fleißig diskutiert, ob man sich noch ein Symbian-Telefon anschaffen sollte oder lieber auf die Nokia-Windows-Phones wartet. Nach meiner bisherigen Erfahrung mit Windows auf Mobiltelefonen wird umgedreht ein Schuh daraus: Sollte das E7 der letzte Communicator auf Symbian-Basis sein, dann rate ich dringend zum Kauf: Im Vergleich zum iPhone und zu Android vermisst man nichts – einen Commie mit Windows will man schlichtweg nicht – und Symbian ist noch lange nicht outdated: Laut Wikipedia war Symbian 2010 das weitestverbreitetste OS auf Mobiltelefonen. So kann ich mir nur schwer vorstellen, dass Entwicklung und Support von Symbian Knall auf Fall eingestellt wird. Symbian ist ein stabiles und im Prinzip gut abgehangenes System. Auf die ein- oder andere Innovation musste man warten – klar. Aber Stabilität und Performance machen das wieder wett.

Ist das E7 ein iPhone-Killer?

Die Frage des Benchmarks mit dem iPhone wird allerorts gestellt, daher auch hier ein paar Zeilen dazu: Über die Kategorie „iPhone-Killer“ braucht man sich beim E7 keine Gedanken mehr zu machen. Das iPhone 4 ist nicht in der Lage, in nur igrendeiner Kategorie an das E7 heranzureichen. Das beginnt bei den Brot-und-Butter-Funktionen, der Sprachqualität und dem Display, setzt sich über Interoperabilität und Konnektivität fort – und endet überraschenderweise beim Design: Das E7 ist schmaler, schlanker, stabiler und leichter, es ist dezenter gestaltet und präsentiert sich zeitlos elegant. Und dann kommt auch der Image-Faktor dazu: Das E7 ist ein Individualisten-Telefon. Während das iPhone nun im Kundenkreis der Unterschicht auf breite Akzeptanz stößt, bleibt der Commie, was der Commi ist – ein Teleon für individualistische Prosumer mit Qualitätsanspruch. Diesen Erwartungen und diesem Image wird das E7 gerecht. Nokia hat hier ein schönes Stück Technik mit leichten Schwächen abgeliefert. Kurz: Spätestens mit dem E7 ist das iPhone deklassiert.

Blackberry Bold 9700: Nette Idee, miese Umsetzung

Seit drei Tagen bin ich wenig stolzer Besitzer eines Blackberry Bold 9700 – und dank einer recht kulanten Rückgaberegelung werde ich das Ding wohl hoffentlich recht schnell wieder los. Es ist mein erster Blackberry und es wird wohl auch mein letzter sein. Eigentlich hoffte ich, im Vergleich zum Nokia E72 ein noch innovativeres Gerät zu bekommen, aber Pfeiferdeckel, wie man in Franken so schön sagt.

Ein bisschen arg lumpig fühlt sich dieses Bold schon an, das Handy ist komplett auf Plastik, nur auf dem Akkudeckel findet sich eine Lederapplikation. Ein bisschen windig liegt das 9700 in der Hand – aber das Design ist schön. Als ich das Bold 9700 zum ersten Mal einschalte, kommt spontan Begeisterung auf: Das Display ist gestochen scharf, die Schrift quasi frei skalierbar. Die Tastatur ist am ersten Tag noch etwas gewöhnungsbedürftig, dann allerdings macht sie (bedingt) Spaß. Und an der Sprachqualität gibt es auch nichts zu nörgeln – prima.

Mit einem Tastendruck sperre ich die Tastatur. Wen ich dann das Handy in die mitgelieferte Ledertasche stecke und es aus dieser wieder herausnehme, ist die Tastatur wieder entsperrt – ein nicht nur chices sondern auch nützliches Feature.

Die Blackberrys sind ja besonders für Ihren Mail-Push-Service bekannt. Das klappt auch ganz hervorragend: Ich richte mir im Blackberry-Portal meine Mails ein und immer, wenn ich welche bekomme, habe ich sie auf dem Handy. In Sekundenschnelle. Und zuverlässig. Das mit dem Push ist eine sehr feine Sache und in der Konfiguration idiotensicher.

Das war es dann auch schon mit der Freude – das Bold entpuppte sich in meinen Händen als ein zutiefst unbrauchbarer Klotz – und das liegt an der teilweise verdammt halbherzig umgesetzten Hardware und besonders an den unsinnigen Limitationen, die RIM dem Kunden bei der Zwangsnutzung des Blackberry-Servers aufbürdet.

Ich fange mal bei Gerät selbst an: Das 9700 hat eine Art Steuertaste, die auf Berührungen reagiert. Das ist im Grunde genommen auch ganz nett, nur leider ist diese Taste ein wenig zu klein geraten. So wird insbesondere das Scrollen damit zur täglichen Feinmotorikübung und damit zur Qual. Und man muss eigentlich immer was scrollen, denn ein Steuerkreuz gibt es am Bold leider nicht. An diesen Unsinn wäre ich noch bereit gewesen, mich zu gewöhnen, an anderen Unsinn gewöhne ich mich aber nicht.

Die Tastatur des 9700 ist zwar nett, hält aber keine Umlaute bereit. Wer einen Umlaut schreiben will, der muss (und da sind wir wieder bei dieser Touch-Taste) die gewünschte Vokaltaste festhalten und gleichzeitig mit dem Finger über diese Touchtaste von unten nach oben leicht wischen. Das ist jetzt kein Scheiß, das ist wirklich so! Es ist mir ein Rätsel, wie man sich nur so einen Blödsinn ausdenken kann.

Zu nennen wäre beim Unsinn auch die wirklich miserable Kamera, die unscharfe und farblich überzeichnete Bilder macht. Ich bin kein Handykamerapoweruser, aber ab und an benutze ich sie schon.

So richtig dreckig ist aber der hinter dem Endgerät werkelnde Server. Er tut gute Dinge, wie beispielsweise meine Mails zu pushen. Er tut zweifelhafte Dinge, wie zum Beispiel Tweets zu pushen (wozu braucht man sowas?). Und er tut Unsinn:

Mit einem Blackberry Bold 9700 ist es generell nicht möglich, Dateien herunterzuladen, die größer als 2 MB (in Worten: Zwei Megabyte) sind. Das bestätigte man mir heute auch an der Hotline. Zwei MB!! Im Jahre des Herren 2011 zwei MB!! Da fällt einem doch ein Ei aus der Hose! Dann kann ich mir auch ein Alphorn kaufen.

Wenn ich mir jetzt zum Beispiel unterwegs schnell mal die neue Alternativlos-Folge reinziehen möchte, dann geht das nicht, weil ich kann ja nur zwei MB (!!) am Stück herunterladen. 1999 hätte ich so ein Limit vielleicht noch ganz nett gefunden, um nicht eine Hypothek für Traffickosten aufnehmen zu müssen, aber was nutzt mir eine Internetflatrate, wenn Dateien, die größer als zwei MB sind, nicht geladen werden? Und nun kommt der Oberhammer: Auch wenn ich mich per WLAN mit dem Blackberry verbinde, bekomme ich keine Datei, die größer ist als zwei MB.

Stellt Euch das mal vor: Ihr habt ein halbwegs aktuelles Smartphone in der Tasche und könnt keine Podcasts, großen Bilder, Dokumente… herunterladen. Was will man denn dann mit so einem Gerät machen?

Und es kommt noch besser: Nicht nur große Dateien verweigert die Brombeere wie ein störrischer Gaul, auch Streams kommen einfach nicht durch. Wenn irgend ein Billig-China-Device mt handgeknüpfter Software da irgendwann mal in die Knie geht, könnte ich es ja noch nachvollziehen. Aber ein Business-Smartphone, dass keine vernünftigen Downloads unterstützt, dass ist echt arg!

Nun könnte ich auch über die Blackberry App-World herziehen, aber das spare ich mir, denn wenn selbst die Grundfunktionen eines solchen Telefons nicht tun, dann ist es müßig, sich mit den „Features“ auseinanderzusetzen.

Das 9700 kommt mit dem Killerfeature, mit dem alle Blackberrys daherkommen: Das Push-Mail ist absolut genial. Der Rest des Telefons, sieht man mal von der ordentlichen Konnektivität und dem guten Display ab, befindet sich auf einem soliden 2005er Standard. Ich bin immer noch empört, dass man in Zeiten des sich antizipierenden LTE den Kunden mit dieser räudigen 2-MB-Limitation abzuspeisen versucht (ich hab an der Hotline ja erst gedacht, die wollen mich verarschen!).

Und so fällt das Fazit dann auch ernüchternd aus: Wer nur telefonieren und Mails gepushed bekommen will (und dafür bereit ist, ordentlich Geld auf den Tisch zu legen), der kann sich so eine Brombeere durchaus holen. Für den Rest der Welt gilt: Finger weg von diesen Telefonen – man hat nur Frust damit. Wieder was gelernt.

Kleiner Technik-Abverkauf

Nachdem es durchaus legitim ist, überzählige Dinge nicht nur in der elektronischen Bucht zu verkaufen sondern auch dafür in kleinem Rahmen die Werbetrommel zu rühren, tue ich es Bloggerkollegen Ralph Stenzel gleich und weise heute, hier und jetzt auf einige meiner aktuellen eBay-Auktionen hin.

Im Lauf der Jahre sammelt sich ja so manches an, um einiges wurde ich durch Reibungsverluste beim letzten Umzug erleichtert, manches habe ich im Zuge dessen auch der Stadtreinigung übereignet aber es gibt da auch immer wieder Dinge, die mir erst später durch die Hand gehen (und von einigen, von denen ich mich trenne, will ich hier berichten).

Zuerst einmal will ich Euch mein „weißes Telefon“ vorstellen, es handelt sich hierbei um ein W48 aus ehemaliger Vermietung der Deutschen Bundespost.

Gut, dieser historische Apparat ist nicht wirklich weiß (das war er auch nie) – die korrekte Farbbezeichnung, damals wie heute lautet „elfenbein“, obschon kein Elefant für dieses Telefon seine Zähne und damit sein Leben lassen musste. Ich schätze, dass es sich beim Material des Telefons um etwas ähnliches wie Duroplast handelt. Zu diesem Telefon muss gesagt werden, dass diese Apparate seinerzeit von der Kundschaft nicht gekauft werden konnten sondern durch die Post vermietet wurden. Die weißen Apparate waren in der Miete teurer als die schwarzen und sind daher seltener (sie waren schon früher seltener und fanden sich eher in Arztpraxen oder Kanzleien wieder). „Gehobener Bedarf“ also, der noch heute einwandfrei funktioniert. Zum Telefon gehört auch noch das entsprechende Kabel, die Original Aufputz-Telefondose der Post (ebenfalls in „elfenbein“ und laut Stempel von 1960) und aus dieser ist ein heute gebräuchliches TAE-Kabel herausgeführt. Also: An die impulswahlfähige ISDN-Anlage oder den Telekom-Basisanschluss stöpseln und lostelefonieren.

Ist noch was? Ja, ich denke, dass es sich bei diesem Telefon, das von der Fa. Krone hergestellt wurde, um eines der letzten produzierten Geräte handelt, es ist nämlich auf „6.63“ gestempelt und 1963 wurde durch die Post schon vielfach der FeTAp61 eingesetzt. Daher rührt wohl auch der gute Erhaltungszustand – bei den früheren elfenbeinfarbenen W48ern wurde oft ein Kunststoff verwendet, der bis zum Reinweiß ausblich und mit der Zeit auch spröde wurde).

Nettes weißes Telefon gefällig? Dann hier klicken!

Und weil es so schön ist, bleibe ich gleich mal bei historischer Telefontechnik:

Was hier unter den Hammer kommt, ist kein Telefon im engeren Sinne sondern ein Prüfhandapparat – auch Prüfhörer genannt – mit der wohlklingenden Postbezeichnung PrHAp 90 der Münchener Firma Widmaier. Mit so einem Ding kann man telefonieren, aber eigentlich ist es dazu gedacht, Telefonleitungen auf ihre Funktion hin zu überprüfen. Der Post/Telekomtechniker hat so etwas dabei. Aber auch der geneigte Privatmann, der ab und an mal an der heimischen Telefonanlage bastelt (nicht an der ersten Dose!) freut sich über so ein Teil. Bei diesem Prüfhörer handelt es sich um ein Modell für analoge Leitungen, es wurde 1993 hergestellt und fand nach zehnjährigem treuen Dienst in der Hand eines Fachmanns seinen Weg zu mir. Er geht immer noch (und wird wohl auch noch viele weitere Jahre funktionieren, denn sowas ist praktisch nicht kaputtmachbar).

Du bastelst gerne an der Telefonanlage? Klick Dir das Teil.

Eine mobile Schreibmaschine der besonderen Art (die obendrein auch noch ein wenig internetfähig ist), verkaufe ich auch.

Dieses unter Windows CE embedded 6.0 laufende Netbook hat ein 7-Zoll-Display und wiegt knappe 600 Gramm. Außerdem hat es nur einstellige Betriebsstunden auf der Uhr, ist also mit Fug und Recht als neuwertig zu bezeichnen. Was das Teil kann und was es nicht kann, erfährt man hier in Übersicht und hier (in den Kommentaren) im Detail.

Wer billig einen Unterboden für sein Linux oder Android sucht, hat damit sicher Spaß. Und kauft das Teil durch Klick auf den Link.

Und zu guter Letzt habe ich hier noch ein NAS Netzwerk- und USB-Festplattengehäuse.

In dieses Ding baut man eine ganz normale Festplatte ein, bespielt diese mit Daten nach Wahl und dann kann man diese Daten im Netzwerk nutzen. Und mit einem DynDNS-sprechenden Router hat man so für ganz kleines Geld einen riesen FTP- oder Samba-Server. Nett am Gehäuse: Es ist komplett aus Alu, auch der Fuß und hat ein externes Netzteil. Es wird im Höchstfall handwarm (wenn überhaupt) und kann daher den Dauerbetrieb richtig gut ab.

Benutzt habe ich das Ding eigentlich nie – höchstens damit gespielt. Denn kurz nach dem Kauf war es nötig, einen „richtigen“ Server im Rack zu mieten und so lag das gute Teil hier drei Jahre rum. Da es keine Miete zahlt, kommt es nun hartherzigerweise in neue Bastlerhände.

Will wer einen Server hinter sein DSL basteln? Dann los! Das Starter-Kit gibts unter diesem Link.

So, nun kauft all die schönen Dingli und macht mich reich 😉

palm pre ab 150 Euro ohne Vertrag!

Heute erreichte mich per Post der aktuelle Pearl-Katalog – verbunden mit einem wirklich unschlagbaren Angebot:

Der Bugginger Anbieter Pearl verkauft seit heute über die Webseite das palm pre für 199,90 Euro – allerdings können „Stammkunden“ einen satten Rabatt von 50 Euro erhalten:

Mal eben den Katalog abfotografiert – 149,90 Euro ist ein Hammer-Preis…

Was bekommt man für das Geld? Das palm pre ist zwar kein ganz „taufrisches“ Gerät – schließlich gibt es schon seit längerem einen Nachfolger mit gleichem look´n´feel (aber schnellerer Prozessorleistung), aber es gehört zweifelsohne mit zu den besten Smartphones, die man derzeit kaufen kann. Neben dem wirklich gigantisch scharfen Display wartet das Telefon mit einer kleinen ausfahrbaren Tastatur auf (ja, dieses Telefon ist im engeren Sinne ein Slider). Es liegt super in der Hand und ist nicht nur softwareseitig up to date sondern bietet auch Multitasking in akzeptabler Geschwindigkeit. Auch die weiteren Features bekommt man so nicht für diesen Preis: Die Konnektivität ist mit  UMTS/HSDPA und Quadband-GSM sehr ordentlich, der interne Speicher von 8GB ist ebenfalls ausreichend bemessen und selbstverständlich ist Bluetooth (A2DP) und ein GPS mit an Bord.

Das Betriebssystem webOS macht dieses Telefon rund – es reagiert schnell und biete nicht nur volle Google-Integration sondern auch zeitgemäße Apps fürs social networking (Facebook, twitter und Co.). Alles in allem ein feines Telefon.

Das Angebot von PEARL ist übrigens ohne Simlock und ohne Vertrag.

Wer bei Pearl Kunde ist, der sollte irgendwann diesen Katalog bekommen und erhält hoffentlich auch diesen Rabatt. Ob es nutzt, an der Hotline als Neukunde über den Preis zu verhandeln, kann ich nicht sagen. Vielleicht habt Ihr ja im Freundes- oder Bekanntenkreis ja jemanden, der den Katalog hat und Euch das Telefon bestellt.

Im o2-nlinestore ist das pre mit 240,- Euro gelistet, einen Preis von 199,- Euro bekommt man selten, die knppen 150,- Euro sind aber mehr als fair.

Update: Mir ist gerade aufgefallen, dass das Ding eine QWERTY-Tastatur hat. Manch einer mag das, aber eigentlich ist es ein FAIL, das so in D anzubieten.

Meine Hardware gehört mir!

Eigentlich ist es unglaublich und eines Rechtsstaats nicht würdig: In Göttingen wird gegen 600 (sic!) Privatpersonen ermittelt, die sich gegen Geld von einer Handybude den SIM-Lock von ihren Phones entfernen haben lassen. Der SPON-Artikel weist in aller Deutlichkeit darauf hin, dass so ein Vorgehen möglicherweise gar nicht strafbar ist.

Es ist schon strange: Da kauft man sich ein Handy – gerne auch mit (Knebel)Vertrag und entfernt dann das Branding oder den SIM-Lock. Damit, das dürfte den meisten bewusst sein, verliert man seine Garantie. Was daran aber strafbar sein soll, ist nicht nur ein Rätsel – wäre es strafbar, wäre dies allerdings auch dämlich ohne Ende.

Der SIM-Lock, manchmal auch ein Softwarebranding, soll bei Handys verhindern, dass Funktionen eines Telefons genutzt werden können, von denen der Netzbetreiber nicht gerne sieht, dass sie genutzt werden. Oder aber es soll verhindert werden, dass ein Handy mit einer anderen SIM-Karte genutzt wird, als der, die der Mobilfunkanbieter dafür vorgesehen hat. Beides ist, genauer betrachtet, Unfug:

Das in der letzten Zeit die Handysubventionen recht unattraktiv geworden sind, ja in vielen Vertragsmodellen gar fallen gelassen wurden, verwirken die Anbieter auch das Recht auf einen SIM-Lock (wenn sie denn je eines hatten). Ein solcher SIM-Lock wäre auch gar nicht notwendig, wenn die Vertragskonditionen so attraktiv wären, dass der Kunde gar nicht erst auf die Idee käme, eine andere SIM-Karte nutzen zu wollen. Und das Softwarebranding zeigt in der Praxis auch wesentliche Nachteile für den Nutzer: Legale Softwareupdates können in der Regel auf gebrandeten Handys erst dann installiert werden, wenn diese vom brandenden Telco freigegeben und die das Branding ausmachenden Teile der Software implementiert sind. In der Praxis bedeutet das, dass ich ein ungebrandetes Handy sofort updaten kann, wenn der Hersteller das Uptdate zur Verfügung stellt. Bei den gebrandeten Geräten muss man warten, bis der Telco das getan hat (und nicht selten lassen sich die Telcos Zeit damit).

Gebrandete Handys ohne SIM-Lock machen auch gerne Ärger mit Karten anderer Netzbetreiber, sind sie nicht selten so vorkonfiguriert, dass es einiger Frickelarbeit bedarf, bis man die passenden Settings nachgetragen hat. Wenn ich von meinem Telco aber ein gebrandetes Handy bekomme, so ist es mein gutes Recht, dieses weiterzuverkaufen – der Käufer will aber mit dem Anbieter seiner Wahl und nicht mit dem Anbieter meines Brandings telefonieren und surfen…

Vor vielen Jahren hatte ich mal eine UR-XBOX. Damals wurde mir per AGB untersagt, an der Konsole Veränderungen vorzunehmen. Das war mir aber wurscht und hätte ich so ein Ding noch, wäre es mir immer noch wurscht – meine Hardware gehört mir und so muss es selbstverständlich sein, dass ich darauf die Modifikationen vornehme, die ich möchte. Ob ich mir aus meiner X-Box nun einen Mediaserver bastle oder ein lustiges Vogelhäuschen zimmere ist einzig und allein meine Sache.

Mir riecht die ganze Aktion schon wieder nach so einem Lobbyding von Softwareherstellern, Hardwareherstellern und Telcos, die über den Gesetzesweg versuchen, mich in meinen Rechten als Verbraucher zu beschneiden. Es ist ein Unding!
Btw – ist es schon ein illegaler Hack, wenn ich mir im Ausland ein IPhone kaufe, das dort zum einen billiger ist, nicht gebrandet ist und nicht mit irgendwelchen Magentaknebelverträgen um die Ecke kommt?

Die Telcos hätten mit der ganzen Unlock- und Debrandingkiste genau dann keinen Stress, wenn sie transparente Kosten und attraktive Preise für Mobilkommunikation und weiterhin marktgerechte Hardwarekosten verlangen würden. Da der Markt in diesem Bereich aber übersättigt ist und man seine Pfründe sichern will, nun also so eine Schwachsinnsaktion.

Wohin soll das noch führen? Soll ich mir vom Hersteller meines Rechners zukünftig vorschreiben lassen, welche Programme – oder welches OS ich installieren darf? Entscheidet der Hersteller meines Sat-Receivers in Zukunft, welche Sender ich sehen bzw. nicht sehen kann?

Wer verbietet, dass der Kunde bei seiner Hardware die Software seiner Wahl einspielen und benutzen darf, der legt den Verbraucher und Bürger an ein unzulässiges Gängelband – und stärkt die Technikoligopole. Das darf nicht sein!

See also: netzpolitik.org

Angetestet: Sat-Receiver Opticum 7300V PVR CI2CX Plus

Da ich nach meinem Umzug weg von KDG und NefTV bin und nun über Satelliten-Direktempfang verfüge, mussten auf die Schnelle zwei Satellitenreceiver her. Und da mich meine bessere Hälfte dringend ermahnte, doch nicht so viel Geld auszugeben, entschied ich mich nach intensiver Netzrecherche dazu, einen OPTICUM 7300V PVR – Receiver zu kaufen. Weil ich nicht so recht zufrieden bin mit dem kleinen Kasten, will ich hier einmal ein paar Worte zum Gerät verlieren.

OPTICUM 7300V PVR CI2CX PLUS

OPTICUM 7300V PVR CI2CX PLUS

Bevor ich lästere, muss eines gesagt sein: Das Preis-Leistungsverhältnis des OPTICUM ist ganz hervorragend – für um die 60 Euro geht der Receiver in diversen Online-Shops raus und für dieses Geld kann man nur wenig meckern. Aber jeder, der die Neuanschaffung eines Receivers plant, sollte sich durchaus überlegen, ob er nicht etwas mehr Geld einsetzen will.

Der Receiver wird in einer kleinen Packung geliefert, die neben dem Gerät selbst eine Fernbedienung und zwei Batterien für selbige sowie eine Bedienungsanleitung enthält. Die Fernbedienung ist etwas billig und klein geraten, auch die Tasten sind nicht besonders ergonomisch und etwas wabbelig. Der Receiver selbst ist mittelmäßig verarbeitet. Es wackelt und klappert nichts, die Front wirkt nicht so edel, na gut, man muss den Preis im Auge behalten. Überraschend gut ist die Bedienungsanleitung – sie ist knapp gehalten und für Menschen mit einem gewissen technischen Background auch ganz gut verständlich.

Knappe 60 Euro hat der Satempfänger gekostet und für dieses Geld wartet der OPTICUM mit allerhand Features auf – die wichtigsten seien hier einmal genannt:

  • der HDMI-Ausgang ist ein echtes Feature. Das Bild wird aber nur in normaler Auflösung übertragen – denn es handelt sich beim OPTICUM 7300V ausdrücklich um kein HD-fähiges Gerät. Dennoch ist der HDMI-Anschluss eine feine Sache – liefert er doch das bestmögliche digitale Bildsignal an den Fernseher
  • Kartenvielfalt: Wer gerne PayTV-Angebote nutzen möchte, ist mit dem OPTICUM gut dran – es besteht eine Aufnahme für ein CAM-Modul und zwei Slots für Conax-Smartcards. Das ist in dieser Preisklasse unerreicht!
  • Es gibt zwei USB-Schnittstellen. Eine dient nur der Stromversorgung und ist sonst ohne Funktion, die zweite Schnittstelle erlaubt den Anschluss eines USB-Sticks oder einer externen Festplatte, so wird der Receiver zum Videorecorder
  • Die Reaktionszeit des OPTICUM ist sehr gut – schnell ud flüssig lassen sich die Programme umschalten, auch die Reaktionszeit im Menü ist gut. Das ist der verbauten MIPS-CPU geschuldet
  • DiSEq 1.0 und 1.2: Rotorantennen und Multifeedantennen können angesprochen werden

Schnell verlief die Installation – für Astra und Hotbird ist der Receiver vorprogrammiert – nur: So richtig aktuell ist die Senderliste nicht. Daher ist ein Suchlauf eigentlich notwendig, will man nicht nur die „Hauptsender“ sehen. Das Sortieren der Senderliste ist ganz angenehm – das Menü erinnert mich irgendwie an das der kleinen Edision-Geräte. Es ist weder besonders schlecht noch besonders übersichtlich  – man kommt ganz passabel klar. In HD ist da natürlich nichts – selbst auf einem Plasma-TV wirkt die Schrift pixelig.

Pixelig ist auch das Bild, selbst auf den mit ausreichender Bandbreite abstrahlenden Hauptsendern fällt das – auch im Vergleich mit anderen Receivern – deutlich auf. Selbst bei einer Signalstärke von 98 Prozent neigt das Fernsehbild zur Klötzchenbildung – und erinnert so an die ersten Digitalreceiver, die um das Jahr 2000 ins Land schwappten. Das Bild ist akzeptabel – nicht schlecht aber auch nicht gut. Das gilt auch für den Ton. Der ist ok, in den Höhen etwas zu spitz, im Bassbereich ist er etwas dünn. Hier wäre – dem günstigen Preis zum Trotz – mehr drin gewesen.

Über die PVR-Funktion kann ich nichts sagen. Nach einigen Tagen im Test habe ich mich entschlossen, den OPTICUM zurückzugeben und mehr Geld für einen besseren Receiver in die Hand zu nehmen. Das gilt auch für das EPG – ein zwar wichtiges Element, nach der Bild- und Tonerfahrung ist das kein Bewertungskriterium mehr für mich.

Den Videotext habe ich getestet: Der interne Decoder baut die Seiten schnell und zuverlässig auf.

Die Bedienung des Receivers ist im Groben und Ganzen ok – die wesentlichen Funktionen lassen sich auch ohne Fernbedienung am Gerät steuern, das Menü ist in Ordnung. Das Display des OPTICUM ist sehr hell, zeigt im Standby die Uhrzeit und beim Umschalten auf einer Länge von acht Zeichen auch kurz den Sendernamen. Gut lesbar ist es zweifelsohne – ins Schlafzimmer würde ich den Receiver aber nicht stellen – leuchtet das Displaydoch sehr hell.

Wer die bei der Auslieferung aufgespielte Softwareversion verwendet, wird sich früher oder später über einen recht skurrilen Bug freuen oder ärgern:

Glückskeks-Bug

Glückskeks-Bug

Einmal täglich überrascht der Receiver durch Einblendung eines kurzen, völlig sinnfreien Satzes. Was das soll? Ich habe keine Ahnung. Wozu das gut ist? Zu nichts. Der Satz bleibt einfach am unteren Bildrand stehen – auch beim Umschalten. Erst ein Neustart lässt die Weisheit verschwinden – am nächsten Tag kehrt eine neue, dämliche wieder. Woher kommt das? Ich kann nur spekulieren: Vielleicht ist der Receiver aus chinesischer Produktion, vielleicht sind das Glückskeks-Sprüche und wenn dem so wäre, dann sind sie einfach schlecht übersetzt. In diesem Sinne: Zur Sicherheit wegen Wiebke.

Update: Der Fehler scheint sich durch eine krude programmierte Subtitle-Funktion eingeschlichen zu haben. Wenn eine Sendung Untertitel mit ausstrahlt, kann der Receiver die problemlos umsetzen, wenn es keinen gibt und man hat die Subtitlefunktion versehentlich gewählt, bringt der Receiver irgendwann irgendwelche Sätze oder Satzfetzen. Keine Glückskekse. Eigentlich schade.

Für wen eignet sich der Receiver und wer sollte über etwas anderes nachdenken? Der HDMI-Anschluss verleitet zu der Annahme, dass mit dem OPTICUM HD-Sender empfangen werden können. Das ist nicht so. Wer einen HD-fähigen Receiver sucht, braucht ein anderes Gerät. Auch große LCD/Plasmafernseher harmonieren nicht so recht mit dem Receiver, denn hier fällt das nicht immer perfekte Bild zu deutlich ins Gewicht.

Geeignet ist der Receiver aber als Zweitgerät für das Arbeitszimmer oder Wochenendhaus. Wer kein HD braucht, ab und an gerne etwas aufzeichnen will und (so wird ihm in einschlägigen Foren beschieden) bei mittlerer Signalstärke noch guten Empfang wünscht, der kann den OPTICUM durchaus gebrauchen. Der Preis des Receivers ist für das, was er an Features mitbringt, günstig.

Letztlich bleib noch zu klären, was OPTICUM für ein Hersteller ist. So ganz schlau werde ich daraus nicht. In Polen werden unter dem Label Router vertrieben, die OPTICUM-Receiver sind bei Globo Polska gelistet. Der Deutschlandvertrieb sitzt in der Nähe von Berlin. Wo die Geräte hergestellt werden, weiß ich nicht.

Sehr schlechtes E71 Plagiat

Das ist jetzt nicht rassistisch gemeint – gar nicht. Nichts desto trotz: Ich habe das Gefühl, dass die Chinesen alles fälschen, was ihnen in die Hände fällt. Heute: Das Nokia E71.

Das E71 ist ein super Phone. Und es ist derzeit (es ist nicht mehr das neueste Modell) für etwas unter dreihundert Euro zu haben – das ist der Straßenpreis, ohne Vertrag.

Beim Chinesen um die Ecke gibt es zwar kein Nokia E71, aber ein CEC E71 Knappe 150 Dollar inkl. Versand nach Deutschland. Hammer!

Ein Klick auf das jeweilige Bild vergrößert es – schaut Euch die Tastatur an!!

Links ist die Fälschung aus China, rechts das Original (mit QUERTY-Tastatur – damit der Vergleich besser möglich ist). Da fällt einem doch echt ein Ei aus der Hose!

Weitere hochauflösende Bilder der sehr dreisten Fälschung hätte ich gerne verlinkt, aber das ist rechtlich nicht so ohne weiteres in Ordnung. Aber diese Chinabude bietet auch „iPhones“, „Blackberrys“ und „Sony Ercicsons“ an- fürchterlich…

Moodio – Webradio auf (fast) jedem Handy

Michael hat mich auf etwas sehr cooles aufmerksam gemacht: MOODIO. Das ist mal ein richtig brauchbarer und performanter Dienst.

MOODIO nimmt „normale“ (Web)radiostreams aus dem Internet entgegen (meines Wissens Real Audio, Windows Media und MP3) und konvertiert diese Streams in ein handykompatibles AAC+-Streamingformat. Das hat im wesentlichen zwei Vorteile:

  1. AAC+ ist ein recht ressourcenschonender Codec. Wenn man dann noch die Bitrate etwas herunterschraubt und eine Art Joint-Stereo-Modus fährt, dann lässt sich nicht nur mit UMTS sondern auch der langsameren EDGE-Verbindung Webradio hören. Theoretisch sollte das auch mit GPRS gehen, probiert habe ich das noch nicht. Im Mittel braucht ein Stunde Webradio hören über den umkonvertierten Stream von MOODIO rd. 20 bis 30 MB Datenvolumen. Eine Stunde Webradio hören mit einem konventionellen 128k MP3-Stream braucht ein Datenvolumen von über 100 MB. Aber auch 40 MB sind genug, dass man sich das ohne Flatrate nicht antun möchte.
  2. Viele Handys kommen im Besonderen mit WMV- oder Real-Streams nicht zurecht. So codierte Stationen können über die integrierten Player oft nicht gehört werden. Hier schafft MOODIO Abhilfe

MOODIO funktioniert im Prinzip auf jedem Handy, das über einen Browser und einen Mediaplayer verfügt (und diese Features sind bei fast allen aktuellen Telefonen Standard). Bevor man MOODIO einsetzen kann, muss man sich auf der Webseite registrieren und definieren, welche Sender man hören möchte (also eine Favoritenliste anlegen). Über die mobile Webseite des Dienstes kann dann auf dem Handy der entsprechende Favorit gewählt werden und öffnet den Stream im Standardplayer des Telefons: Mit überraschend guter Tonqualität und guter bis hervorragender Stabilität des Streams.

Ich hatte zuerst meine Schwierigkeiten, den Stream auf dem E90 Communicator zum Laufen zu bringen, weil der vorinstallierte Realplayer, auf den sowohl der Nokia-Browser als auch Opera Mini zugreifen, einfach nicht connecten wollte. Das Problem lässt sich indes ganz einfach lösen: Der Realplayer verfügt über separate Streamingeinstellungen, die über das „Optionen“-Menü angewählt werden können. Hier ist die gewünschte Verbindungsart vorher zu definieren – und dann geht es problemlos.

Ich kann MOODIO nach einem ausgiebigen Test sehr empfehlen: Der Dienst kennt nahezu alle deutschen Radiostationen und unglaublich viele Webradios, ist werbefrei, stabil und performant. Auch wenn das Design des Portals etwas einfach wirkt – was unter der Haube steckt, zählt. Und das ist bei MOODIO eine Menge.

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