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Bedienungsanleitung LOMO LC-A

Dieser Tage ist mir die Bedienungsanleitung meiner alten LC-A, die noch in irgendeiner Kiste im Keller liegt, durch die Hände gegangen, und zwar nicht nur die englischsprachige, die man seitens der Petersburger Fabrik Mitte der 1990er-Jahre den Kameras beilegte, sondern auch die frühe deutschsprachige Anleitung der Lomographischen Gesellschaft Wien. Die finde ich ja noch interessanter und lesenswerter, als die Originalanleitung.

Beide, die englische und die österreichische (dürfte von 1995 oder 1996 sein, so alt ist auch die Kamera) sind in einer PDF-Datei vereinigt, die ich Euch freilich nicht vorenthalten möchte. Vielleicht kann sie dem ein oder anderen noch dienlich sein …

Mein Scanner ist nun nicht der beste, aber wenn man die Datei ein wenig vergrößert, ist die Anleitung (die im Original ziemlich winzig ist) durchaus lesbar.

Angetestet: Die Chuzhao Retro-Digitalkamera

Der Zufall spielte mir in diesen Tagen ein Gadget in die Hände, das vor einem guten halben Jahr auf Insta richtig “viral” gegangen ist, aber auch gegenwärtig immer wieder auftaucht: eine kleine, als „Chuzhao“ gebrandete Digitalkamera in der Optik einer alten Rolleiflex-Spiegelreflexkamera. Sie ist richtig retro und auf jeden Fall ein Hingucker – und auch die mit ihr geknipsten Bilder versprühen einen echten Vintage-Charme. Doch schon an dieser frühen Stelle muss darauf hingewiesen sein: Mehr als ein Spielzeug ist diese Kamera nicht, selbst dann nicht, wenn man an eine Digitalkamera keine hohen Ansprüche hat.

Chuzhao Retro-Digitalkamera

Bevor ich mich der Technik widme, möchte ich auf die „besondere“ Optik dieser Gadget-Knipse zu sprechen kommen: Sie ähnelt in der Tat sehr der zweiäugigen Mittelformat-Spiegelreflexkamera, die man bei Rollei in dieser quasi prototypischen Form wenigstens fünf Jahrzehnte so produziert hat. Manche Details sind hier recht präzise und charmant ausgeführt, so etwa der etwas herausstehende Auslöser, die Menübuttons zwischen den Kameralinsen (die obere Linse ist bei dieser Digitalkamera selbstredend eine funktionslose Attrappe) oder die kleine Kurbel an der rechten Gehäuseseite. Wenig überraschend ist diese Kamera bedeutend kleiner als das Rollei-Original und somit auf den ersten Blick für jedermann als Gadget erkennbar.

Ein kurzer Blick auf den Lieferumfang: Neben dem Fotoapparat mit seiner vorinstallierten 16-GB-micro-SD-Karte, einer Bedienungsanleitung, einem im Gegensatz zur Digicam nicht wirklich retro erscheinenden Schultergurt wird in der recht stylishen Produktverpackung, die sich auch als Geschenkbox eignet, ein USB-A-zu-C-Kabel geliefert. Die Kamera kann per USB-C sowohl aufgeladen werden, als auch mit dem Computer verbunden werden. Nominell steht eine Akkukapazität von 1000 mAh zur Verfügung (der Akku ist nicht wechselbar), das Laden funktioniert auch mit potenteren Ladegeräten mit 2 A Ladepannung, ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang, aber so etwas hat man ja gemeinhin zur Hand.

Technisch gesehen liefert diese Kamera sehr einfache Hausmannskost – mit einer Ausnahme: Sie macht quadratische Bilder im Format 1:1 – das ist dasselbe Format wie seinerzeit beim Mittelformat. Gewählt werden kann zwischen Farbe und Schwarz/Weiß, das Bildformat ist vom Nutzer nicht änder- bzw. anpassbar. Der Sensor soll 12 Megapixel auflösen, allerdings kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese 12 MPix interpoliert sind, denn die Auflösung ist nur mäßig und der Chip hat, wie man an den Filmclips sieht, ein normales Format, die Fotos werden intern also mindestens beschnitten. Weiterhin verfügt dieser Fotoapparat über einen recht vernünftig arbeitenden Autofokus, der allerdings nicht abgestellt werden kann. Man kann also kaum „künstlerische“ Aufnahmen mit Unschärfe machen, ein manueller Fokus ist nicht vorhanden.

Die Bedienung ist für sich genommen einfach und auch in sich logisch, man muss sich an die menülose Art der Kamera gewöhnen, das gelingt aber schnell, denn die Kamerafunktionen sind aufs absolut nötige Minimum reduziert und erlauben, außer der Umstellung von schwarz/weiß und Farbe keine Eingriffe seitens des Fotografen. Der Sucher ist, wie beim Original, oberseitig angebracht und verfügt, wie das Vorbild von Rolleiflex auch, über eine Klappe und einen ausklappbaren „Blendschutz“. Es ist quadratisch, die Auflösung ist jetzt nicht übertrieben hoch, zur Orientierung reicht der Bildschirm aber bestens aus, zudem bildet er hell und klar ab.

Chuzhao Retro-Digitalkamera

Zur Ästhetik der Bilder: Die Kamealinse ist aus Kunststoff und ist in Qualität und Ausführung mit dem optischen System einer Einwegkamera vergleichbar. Der Retro-Effekt der Digitalaufnahmen mag auch daher rühren, wobei durch den Beschnitt des Bilds auf das quadratische Format Verzeichnungen und Farbaberrationen an den Bildrändern minimal ausfallen. Wenn wir uns hingegen gute analoge Mittelformataufnahmen ansehen, die mit der Rolleiflex, die dieser Kamera Pate stand, gemacht wurden, werden wir feststellen, dass diese nichts mit der Qualität der Digitalbilder gemein haben. Die Mittelformataufnahmen waren von einer Exzellenz, die einem manchmal den Atem raubt und noch heute Respekt abnötigt, die Bilder der Chuzhao-Knipse indes repräsentieren das Niveau einfacher Digitalfotografie aus den frühen 2000er-Jahren oder sehr früher Handykameras. Nun muss man selbst entscheiden, ob man das als Manko begreift, oder die Ästhetik dieser Aufnahmen schätzt. Ich persönlich mag sie sehr. Jedes Handy macht heute annähernd perfekte Bilder, indes mit den Limitationen dieser Kamera zu arbeiten, ist im Jahr 2025 wieder eine spannende Sache. Gerade mit der s/w-Funktion, aber auch im Gegenlicht entstehen so wirklich interessante Fotos mit einem ganz eigenen Charme.

Chuzhao Retro-Digitalkamera

Das Besondere der mit dieser Kamera aufgenommenen Fotos liegt nicht nur im quadratischen Format, der etwas reduzierten Farbabbildung, der situationsabhängigen Neigung der Kamera zur Über- und manchmal auch Unterbelichtung, sondern auch in der Perspektive, aus der sie gemacht werden. Da man ja von oben in den auf der Oberseite des Kameragehäuses angebrachten Sucher blickt, verändert sich automatisch die Perspektive der Aufnahmen („Bauchperspektive“). Das kann sehr spannende Bilder erzeugen – und macht echt Spaß. Ein paar Demofotos lasse ich Euch hier exemplarisch da, alle nicht weiter bearbeitet. Ein Klick auf das jeweilige Vorschaubild vergrößert es.

Unbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in NürnbergUnbearbeitetes Demobild der Chuzhao-Retro-Digitalkamera, aufgenommen in Nürnberg

Nun bleibt noch ein kurzes Fazit zu ziehen: Wohl niemand wird erwartet haben, dass wir es hier mit einer ernst zu nehmenden Kamera zu tun haben, niemand wird den Eindruck haben, man könnte hier Bilder in einer Qualität derer der alten zweiäugigen Spiegelreflexkameras erzeugen. Diese Kamera ist ein Gadget, ein Spielzeug, das sehr partymäßig aussieht und auch retromäßige Fotos liefert. Für das ein oder andere Experiment ist diese Kamera sicher gut, die Bilder, die nicht besonders hoch auflösen, weisen eine ganz eigene und durchaus spannende Ästhetik auf.

Mit dem Alt Bot mehr Inklusion bei Mastodon

Erst gestern berichtete ich über ein wertvolles Tool im Fediverse, die Fedikarte, heute widme ich mich erneut diesem dezentralen sozialen Netzwerk und beleuchte ein Tool, das ich fast noch wertvoller finde – den Alt Bot, den ich über Karlimann kennengelernt habe.

Ihr wisst, dass ich AI generell recht kritisch sehe – gerade, weil die Large Language Models mittlerweile zwar sehr süffige und kompakte, gut lesbare Inhalte liefern, es damit aber immer schwieriger wird, Fehlschlüsse und Falschinformationen zu erkennen. Solche Falschinformationen tradieren sich dann weiter, gerade wenn die Ergebnisse der AIs unkritisch in Webseiten übernommen werden.

Gleichwohl liefert die künstliche Intelligenz auch richtig coole Use Cases ab. Der Alt Bot analysiert Fotos, die Nutzer auf Mastodon posten, mithilfe von Googles AI Gemini und erstellt auf Grundlage dieser Ergebnisse Bildbeschreibungen als Reply auf den ursprünglichen Bilder-Post mit dem Ziel, die Bildinhalte für blinde oder sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen.

Screenshot https://fuzzies.wtf/@altbot

Den Alt Bot benutze ich seit nunmehr drei Wochen und ich bin positiv überrascht und gleichzeitig auch ein wenig beunruhigt ob der Treffsicherheit, Präzision und Fokussierung aufs Wesentliche bei den durch Gemini generierten Bildbeschreibungen. Ich habe kaum Anlass zur Kritik, im Gegenteil: Der Bot arbeitet aus den Fotos wissenswerte Details heraus, die ich so schlicht übersehen hätte. Mitunter gibt die AI auch eine Kontextualisierung oder vorsichtige Szenenbewertung ab, das eine halte ich für sehr gelungen, das andere betrachte ich freilich, ihr kennt meine Haltung dazu, nicht unkritisch.

Dennoch ist der Bot ein Tool, welches Mastodon zu einem wesentlich zugänglicheren Ort für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung macht.

Die Nutzung ist übrigens sehr einfach – übersetzt heißt es in der Anleitung für den Bot:

So benutzt du den Alt Bot:

  • Erwähne mich: Erwähne einfach @altbot in einer Antwort auf einen Beitrag, der ein Bild enthält, und ich werde eine Alt-Text-Beschreibung dafür generieren.
  • Folge mir: Folge @altbot, und ich folge dir zurück, um auf deine Beiträge zu achten. Wenn du ein Bild ohne Alt-Text postest, werde ich automatisch einen generieren, um das Fediverse zugänglich zu halten!

Wegen der Funktionsweise der Mastodon-API kann Alt Bot dir NICHT automatisch entfolgen, wenn du deine Meinung änderst. Bitte führe das Entfolgen manuell durch.

Hinweis zum Datenschutz: Der Inhalt deiner Beiträge wird nicht ausgewertet. Nur Bilder ohne bestehenden Alt-Text werden verarbeitet.

Der Alt Bot ist unter @altbot@fuzzies.wtf zu finden.

Webcams aus Nürnberg

Ein bisschen aus der Zeit gefallen sind sie ja schon: die Webcams. Ende der 1990er Jahre bis in die 2010er Jahre hinein gehörte es quasi zum guten Ton, im „WWW“ eine Webcam zu betreiben, um der großen weiten Welt sein Unternehmen, seine Umgegend oder das örtliche Wetter im Livebild präsentieren zu können. Und so erfreut sich die Webcam unter den Ureinwohnern dieses weltweiten Netzes ungebrochener Beliebtheit (auch wenn es immer weniger solcher Webcams im öffentlichen Raum werden).

Auch in Nürnberg gab es mal eine Vielzahl solcher Kameras – und einige haben sich bis heute gehalten. Im Folgenden möchte ich einen aktuellen Überblick über noch aktive Webcams in der Frankenmetropole geben:

Nicht mehr verfügbar ist leider die Cam auf die Kaiserburg, die von einem ortsansässigen Versicherer angeboten wurde. Du hast eine Webcam gefunden, die ich vergessen habe? Lass´ mir einfach einen Kommentar da. Viel Spaß beim Cam-Spotten!

AccuPower IQ-328. Ich bin begeistert.

Nachdem ich nun eine Bridge-Kamera habe, die mit handelsüblichen AA-Batterien betrieben werden will, musste ich mir Gedanken machen, welche Akkus ich nehmen möchte und welches Ladegerät sich anbietet. Das mit den Akkus war schnell geregelt, ich habe mir einmal von Ansmann Akkus mit hoher Kapazität gekauft und auf Reserve dann noch einen Satz von Golden Peak mit geringer Selbstentladung. Viel schwieriger ist die Entscheidung, welches Ladegerät man haben will. Klar ist das Voltcraft CM2020 vom Elektro-Conrad die unbestrittene Referenz, wenn es um Laden und Pflege von Standard-Akkus geht, aber für die 170 Euro, die für dieses Gerät aufgerufen werden, kann ich mir gleich ´ne neue Kamera kaufen.

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Für meine C- und D-Akkus habe ich bereits seit bald drei Jahren ein Powerline 5 LCD-Ladegerät in Gebrauch. Das ist zwar nicht richtig gut, aber zumindest hinreichend gut. C- und D-Batterien brauche ich verhältnismäßig selten und so habe ich mich entschlossen, wirklich nicht die hundert bis hundertsiebzig Euro für einen Profilader auszugeben, das Ladegerät zu behalten und mir eines der vielen prozessorgesteuerten Kleingeräte für AAA und AA-Akkus zu besorgen. Nach ausgiebigem Herumklicken ist meine Wahl auf das schon seit einigen Jahren auf dem Markt befindliche IQ-328 des österreichischen Herstellers AccuPower gefallen, das kostet 30,- Euro.

Warum habe ich mich genau für dieses Gerät entschieden? In dieser Geräteklasse gibt es eine Preisspanne von 25-50 Euro. Das Gerät von AccuPower bringt im Wesentlichen alle Features der Geräteklasse mit und verfügt über einen üppigen Ladestrom von 200 bis 1000 mA und als Feature einen Ladestrom von 1800 mA, wenn nur zwei Akkus eingelegt sind. Das es eine Einzelschachtüberwachung gibt, ist ein weiteres Feature. Dafür müsste man bei den Mitbewerben einen Fuffie abdrücken, das AccuPower kostet inklusive des Versands knappe 30,- Euro, ich betrachte das Gerät zwar nicht als Klassenprimus aber als Preis-Leiustungs-Gewinner bei meinem Vergleich.

Aus der Praxis: Das erste gelieferte Gerät war kaputt. Es tat sich gar nichts. Die Rückabwicklung lief problemlos, ich bestellte ein Ersatzgerät. Ist halt alles „Made in China“. Das zweite Gerät kam flott und funktioniert. Die Haptik von Gerät und Steckernetzteil ist gut. Was mir zudem gefällt ist das Display: Logisch aufgebaut und nicht hinterleuchtet. Ich schätze sehr, wenn solche Geräte kein Licht abgeben. Die Akkus sitzen fest, das Gerät selbst steht sicher – alles ist gut und sauber verarbeitet, man kann nicht meckern.

Das Display zeigt neben dem Betriebsmodus auch den (Ent)Ladestrom, die Kapazität und die Spannung des jeweiligen Akkus an – separat für jeden Ladeschacht. Das mag ich inzwischen sehr. Bei meinen anderen Ladegeräten hatte ich manchmal das Gefühl, dass eine Zelle etwas schlechter lädt, weniger lange durchhält,… – jetzt weiß ich das (und kann ggf. einen Refresh durchführen). Zudem wird auch die Ladezeit angezeigt.

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Im wesentlichen gibt es drei für mich interessante Betriebsmodi:

1. Laden: Man kann einen Ladestrom von bis 1 A vorwählen, das macht aus dem IQ-328 ein gutes Schnellladegerät. Wenn es drauf ankommt, dann lassen sich einige weitere Minuten sparen, indem man (allerdings nur zwei) Akkus mit 1,8 A lädt. Das wollte ich aber dem 2100er-Durschschnittsakku nicht dauerhaft antun. Trotzdem ist es gut, dass man sehr schell laden kann, wenn es darauf ankommt.

2. Entladen-Laden: Hier wird der Akku entladen und dann wieder vollständig aufgeladen. Das ist für mich ein must-have bei einem Ladegerät. Teilentladene Kameraakkus sollen für den nächsten Tag wieder die volle Leistung bringen, aber einfach „draufladen“ soll den Zellen nicht gut tun. Daher ist dieser Modus bei mir der meistgenutzte. Klappt prima und mit einem einstellbaren Entladestrom von 100 bis 500 mA ist das auch über Nacht erledigt. Der Clou kommt aber noch…

3. Refresh: Diese Funktion ist genial, braucht aber viel Zeit. Die eingelegten Akkus werden geladen und entladen, zwischendurch wird immer wieder die Kapazität gemessen. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Kapazität nicht mehr steigt. Man mag schon hinterfragen, was das mit der Haltbarkeit der Akkus auf Dauer tut, aber es funktioniert kurzfristig auf jeden Fall. Die Golden Peaks (geringe Selbstentladung, etwa ein Jahr alt, ca. 20 Zyklen) – und das ist das wirklich interessante – haben nach dem Treatment eine Kapazität von 2150mAh, die maximale vom Hersteller angegebene Kapazität beträgt nur 2050 mAh. Das hat mich dann schon beeindruckt. Um das zu erreichen, hat das IQ-328 aber auch satte zweieinhalb Tage an den Akkus herumgerödelt. Dennoch: So ein Refresh von Jahr zu Jahr rentiert sich. In meinem alten Funktelefon sind drei Panasonic NiCd-Akkus mit einer Kapazität von 800 mAh, die sind nicht mehr so richtig frisch. Ich will die nur ungern hergeben, weil sie erstaunlich lange durchgehalten haben und die Ladeelektronik des Telefons auf höhere Kapazitäten nicht ausgelegt zu sein scheint. Derzeit läuft der Refresh noch, ich bin auf das Ergebnis echt gespannt*. Die Refresh-Funktion ist toll, denn hier lässt sich Geld sparen und was für die Umwelt tun – die Akkus können einfach länger benutzt werden.

Dann gibt es noch eine Test-Betriebsart, bei der der Akku jeweils zweimal ent- und wieder geladen und am Ende die Kapazität ermittelt wird. Das habe ich bislang aber nur einmal gemacht, denn wenn ein Akku nicht ganz ok ist, merkt man das schon beim normalen Laden und dann ist eben entweder der Refresh fällig oder der Akku ist halt kaputt.

Und dann gibt es noch ein paar Besonderheiten „unter der Motorhaube“ – so sind die Akkus temperaturüberwacht – bei Überhitzung wird pausiert, bei wiederholter Überhitzung der betroffene Schacht abgeschaltet. Einzelschacht ist sowieso toll, denn ein Akku hat ja einen Eigenwiderstand, der bei Reihenschaltung selten sinnvoll berücksichtigt ist. Defekterkennung und Erhaltungsladung nach Beendigung des Ladevorgangs sind ebenfalls mit an Bord.

Für mich ist das IQ-328 das perfekte Ladegerät für AAA und AA-Akkus. Man möge dazu auch den Preis berücksichtigen, sind viele prozessorgesteuerte Ladegeräte doch erheblich teurer. Allerdings braucht man für seine C- und D-Akkus sowie seine Blockakkus immer noch ein zweites Ladegerät. Ich hätte mir das AccuPower-Gerät nicht gekauft, wenn ich nicht schon ein entsprechendes anderes Ladegerät besitzen würde.

* Die NiCd-Akkus haben nichts an Kapazität gewonnen, halten aber „gefühlt“ besser durch. Die LSDs (low self discharge) profitieren alle.

Must see: Gesichter der Stadt.

Ich bin gerade über ein Blog gestolpert, das mich sofort in seinen Bann zog: Gesichter der Stadt ist ein abandoned places – Blog, dass verlassene Gebäude und Industrieanlagen aus Nürnberg und Fürth zeigt. Nicht nur die Artikel sind sauber recherchiert, auch die Fotos sind wunderbar und dahinter liegen mehrere mehr als sehenswerte flickr-Accounts.

Jetzt nicht zaudern – auf zu Gesichter der Stadt!

Was ich an diesem Regenwetter gut leiden mag…

… sind nicht nur die moderaten Temperaturen sondern auch der herrliche Blick aus dem vierten Stock:

Diese Bilder für Euch zur freien Verfügung (public domain) und per Klick in Originalgöße (mache ich sonst nicht, aber weils so schön ist, trotz fieser Ladezeiten in voller Auflösung).

Über die Webcam sieht das auch nicht übel aus…

Regenwetter ist was tolles!

Bei Saturn für 99 Euro – hier im Test: Die Kamera General Electric GE X5

Vergangene Woche wurde von der Elektromarkt-Kette Saturn massiv eine Digitalkamera von GE mit der Typenbezeichnung „X5“ beworben (und zumindest hier in Nürnberg wurden sehr viele bereitgestellt – ein ganzer Schüttcontainer voll). Und so bin ich gleich losgezogen und habe eine davon gekauft (und es steht zu hoffen, dass die Saturnmärkte in der Region immer noch ordentlich davon in Stock haben – auch nächste Woche). Am Barcamp dieses Wochenende hatte die Cam ihren ersten Härtetest zu bestehen und nun will ich darüber berichten, wie das Ding so ist.

GE – so fragt man sich – General Electric, bekannt für Glühbirnen, Heizlüfter, Kraftwerke und Kernspintomographen, die bauen Kameras? Ja, die bauen Kameras, besser gesagt deren Tochterfirma General Imaging baut Kameras – und zwar ordentlich ausgestattete im unteren Preissegment (hier ein Link zur X5 auf der General Imaging-Seite).

Wie aber ist diese X5-Kamera ausgestattet?

Zuerst einmal fallen drei Features ins Auge: Die Kamera liefert Bilder mit einer Auflösung von 14,1 Megapixel ab, hat einen 15 fachen optischen Zoom (sic!) und einen optischen Bildstabilisator. Und das für den derzeitigen Saturn-Kampfpreis von 99 Euro.

Das Objektiv ist natürlich nicht wechselbar, auch ein Gewinde für Filter o.ä. sucht man vergeblich, zur Verwendung kommt irgendein Objektiv, das sich „GE 15x Wide Aspheric ED Lens“ nennt und eine Tele/Weitwinkel-Kombi ist. Grund zur Sorge? Mit nichten! Zumindest dann, wenn man im Hinterkopf behält, dass für die Kamera derzeit ein Hunderter aufgerufen ist. Übersetzt man die Brennweite in die beim 35mm-Kleinbildformat gängigen Daten, erhält man eine sagenhafte Brennweite von 27 bis 405 mm – man bedenke, dass das Ding eine Kompaktkamera ist – das ist sagenhaft!

Im Weitwinkel beginnt der Schärfenbereich ab 60 cm, im Tele bei 2 Metern, auch für die Makroaufnahme erzielt das Objektiv gute, praxisnahe Werte, im Weitwinkel bedarf es eines Abstandes von 5cm zum Objekt (2 Meter bei Tele). Zum 15-fache Zoom gibt es noch einen Digitalzoom, den ich aber erst mal deaktiviert habe.

Besondere Erwähnung verdient auch der optische Bildstabilisator – ohne den wäre das Handling mit dem Tele auch ziemlich ätzend. Ja, diese Bildstabilisierung funktioniert – da gibt es gar nichts zu meckern, aber klar gesagt werden muss an dieser Stelle auch, dass mindestens ein Stockstativ benutzt werden sollte, um ordentliche Ergebnisse zu erzielen. Am Rande: Das Stativgewinde ist halt aus Plastik, Johannes ist das sofort aufgefallen…

Ein paar Worte zur Technik: Über die 14,1 Megapixel Auflösung habe ich schon gesprochen – das Bildrauschen ist sehr gering und macht sich überhaupt erst bei sehr dunklen Bildern ein wenig bemerkbar. Ich kann damit leben. Der eingebaute Blitz ist ausklappbar und überraschend stark – eine Reichweite von bis zu 7 Metern soll er haben (ich habe nicht nachgemessen, aber das dürfte schon hinkommen).

Wie groß der interne Speicher ist, kann ich nicht sagen, arbeiten kann man damit nicht, denn er ist nach zwei oder drei Bildern voll. Die Kamera schluckt SDHC-Speicherkarten, ich habe eine 8GB SDHC-Karte reingesteckt und das reicht mir satt.

USB 2.0 ist natürlich vorhanden, die Übertragung der Bilder auf den Rechner ist schnell geschehen.

Die Bilder werden im JPEG-Format abgelegt, RAW geht nicht!

Und über die Stromversorgung der X5 muss ich an dieser Stelle noch sprechen: Man hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Digitalkameras ihren Strom aus eigens angepassten Akkus beziehen – bei der X5 ist das nicht der Fall. Sie verlangt nach vier AA-Batterien bzw. Akkus, kommt mit den 1,5 Volt der Batterien wie auch mit den 1,2 Volt der Akkus bestens zurecht. Ein Laden der Akkus in der Kamera funktioniert nicht, man muss schon Akkus und ein separates Ladegerät dabeihaben. Was vielen etwas sauer aufstoßen mag, ist für mich eine quasi optimale Lösung. Ich bin bei der X5 nicht auf teures Sonderzubehör angewiesen, sondern kann meine guten Akkus einfach weiterverwenden. 2500 mAh Kapazität sollten sie zwar haben, aber das ist ja heute auch eher Standard unter den besseren Akkus. Und: Einen leeren Spezialakku bekomme ich nicht überall geladen, vier Mignonzellen bekomme ich in jedem Supermarkt und des Nachts an jeder Tanke.

Das verbaute Display ist kontrastreich und ordentlich, zudem gibt es noch eine Art Displaysucher, den finde ich nicht so besonders (er ist erschreckend klein und löst nicht sonderlich gut auf). Wenn in prallster Sonne auf dem Display aber gar nichts mehr zu sehen ist, mag er durchaus helfen.

Die Bedienung der Kamera ist logisch und durchdacht – das Menü ist leicht bedienbar und bietet allerhand Einstellungsmöglichkeiten. Im Automatikmodus macht die X5 einwandfreie Bilder, wer es gerne manuell mag, der findet so zahlreiche Einstellmöglichkeiten, dass es mir bislang nicht geglückt ist, diese alle zu überblicken. Auf die wesentlichsten Funktionen wie den Bildstabilisator, den Portraitmodus, Blitzmodi, Makro, Belichtung und Selbstauslöser kann sofort zugegriffen werden. Das mit dem Direktzugriff auf den Selbstauslöser (2 Sekunden oder 10 Sekunden) mag ein bisschen übertrieben klingen, ist aber irre praktisch, wenn ich mit vollem Tele arbeite und die Kamera irgendwo sicher abstellen bzw. einklemmen kann. Denn dann kann ich beim Auslösen nichts verwackeln.

Für 99 Euro vermisst man kein Feature – Serienbildfunktion, Panorama, zahlreiche Szenenvoreinstellungen (durchs Fenster, Strand/Schnee, Museum), Lächelerkennung, Blinzelerkennung… Einstellbare Belichtung, Weißabgleich, Spezialmodi für Leuchtstoffröhrenlicht – was auch immer, das Teil hat etliches an Bord, womit man sich beschäftigen kann.

Die Kamera kann man Anfängern im Automatikmodus gut in die Hand geben – sie bietet aber auch eine Menge individueller Einstellungsmöglichkeiten, um die Bilder selbst zu gestalten.

Der Lieferumfang geht für 99 Euro auch in Ordnung – ein Schultergurt, Objektivdeckel, eine CD-ROM mit Anleitung und ein Satz erstaunlich guter Batterien liegen bei, ebenso wie ein USB-Kabel. Eine Kameratasche muss man sich selbst kaufen.

Video mit der Kamera kann man allerdings vergessen – wer Videos machen will, muss sich nach etwas anderem umsehen: Mit einer Auflösung von 640 × 480 und Monoton im Quicktime-Format bewegen wir uns hier auf Webcam-Niveau.

Heute Abend werde ich ein paar Bilder in Originalauflösung hochladen – heute ist das Wetter ja herrlich zum Fotografieren und wir werden einen Muttertagsausfllug machen (also bitte noch ein paar Stunden Geduld).

Fazit: Klar hat diese Kamera Schwächen – aber ich kenne für 99 Euro keine Alternative mit dieser Qualität und diesem Funktionsumfang. Derzeit ist diese Kamera für mich die perfekte Wochenendknipse. Sie ist klein genug, um sie mitzunehmen und bietet genug Möglichkeiten, um interessante Fotos zu machen. Auch für Abendveranstaltungen, Konferenzen und zur Dokumentation von Prozessen ist diese Kamera gut geeignet. Und für den Preis von 99 Euro nimmt man die auch gerne außer Haus.

Technische Daten kann man hier einsehen.

Update: Nach dem Break kommen ein paar Testbilder. Achtung: Große Dateien werden geladen – längere Ladezeiten sind möglich!

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