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Ein Jahr Windows – mir geht es gut. Ein Rant auf Apple eines ehemaligen Fanboys.

Ich habe dieser Tage ein einjähriges Jubiläum zu feiern: Ich bin seit einem Jahr Apple-frei. Und zwar komplett. Ich nutze auf meinen Rechnern Windows 7, auf meinem Telefon Symbian und auf den Tablets Android. Ich habe kein Gerät mehr mit iOS oder OS X. Und ich bin froh, Apple aus meinem Leben verbannt zu haben. Das war aber nicht immer so. Ich war nämlich mal ein richtiger kleiner Fanboy. Das ist vorbei – wie es dazu gekommen ist und warum mir Windows mittlerweile Spaß macht, das erzähle ich im Folgenden.

Zuerst aber möchte ich die Quelle meiner Inspiration zu diesem Post nennen: Der Chrisu hat in seinem Blog über Apple geranted  – und er spricht mir aus dem Herzen. Etliches sehe ich ähnlich. Nur: Viele Geräte hatte ich, manche sogar gerne. Und keines würde ich wieder wollen oder heute nochmal kaufen.

Ich steige in den 1990er Jahren ein: Mein erster Mobilcomputer (Laptop traue ich mich nicht zu schreiben) war von Toshiba. Eine Nummer oder Bezeichnung weiß ich nicht mehr, das Gerät hatte eine vollwertige Tastatur und einen LCD-Bildschirm, das Netzteil war fest eingebaut und das ganze Gerät war höllisch schwer. Mein Papa hat es zu dieser Zeit von einem befreundeten Ingenieur geschenkt bekommen und wusste damit wohl auch nichts sinnvolles anzustellen – auf jeden Fall landete das Ding schnell bei mir und setzte Staub an. Diese Kiste war – wie erwähnt – unendlich schwer und staubte so über die Jahre vor sich hin, aber während meiner ersten Praktika habe ich das Ding dann aber doch mit auf Arbeit genommen, weil ich so vor Ort meine Berichte tippen konnte – auch wenn das Gerät selbst damals schon ziemlich veraltet war. Interessanterweise gab es zu genau diesem Computer einen Werbefilm und just diesen Film habe ich auf Youtube wiedergefunden und selbst wenn es mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat, binde ich hier mal ein:

Den nächsten Rechner habe ich wieder geschenkt bekommen und da sind wir dann schon beim Mac: Es war ein PowerBook 5300ce von 1995, der aber am Ende des ausgehenden Jahrtausends immer noch ein akzeptables Arbeitsgerät darstellte. Ich will jetzt gar nicht zu tief einsteigen, nur sagen, dass sich (abgesehen von den Jahren 2004 bis 2008) immer ein paar Dosen in meinem Besitz befanden, wie auch ein iMac DV 400, ein PowerMac G4 MDD, ein iBook G4, ein MacBook und ein Mac mini. Mit letzterem hatte ich übrigens wahnsinnige Probleme.

Der Umstieg von Win ME und 2000 auf OS X war eine Revolution für mich. Aber der Umstieg von Windows ME zu XP war auch eine Revolution. Eine kleinere – aber gut. OS X hatte mich schnell im Bann: Es sah chic aus und war sehr performant, die Renderingzeiten der alten Kisten mit ihren IBM- bzw. Motorola-CPUs waren zum damaligen Zeitpunkt großartig. Dazu kommt, dass das Design und die Haptik der Geräte wirklich top war.

Und dann kommt noch was dazu, ich will hier ganz ehrlich sein: Damals war ein Mac cool. Und ein Statussymbol. Und Leute, die mit ihrem Computer ernsthaft arbeiten wollten, hatten einen Mac. Sich zur damaligen Zeit nicht um Viren, Würmer und Trojaner kümmern zu müssen, war wirklich eine feine Sache. Der Mac-Besitzer war gefühlt Mitglied in einem elitären Zirkel und wer sein iBook im Kaffeehaus auspackte, erntete neidische Blicke. Ich habe mich natürlich auch ganz toll gefühlt, weil ich zur damaligen Zeit diese wirklich tollen Statussymbolrechner hatte. Und ich will weiterhin ehrlich sein: Ich hätte diese tollen Rechner seinerzeit gar nicht gebraucht, konnte bei weitem nicht das aus ihnen herausholen, was möglich gewesen wäre. Aber ich hatte einfach stylische Macs.

Mein erster iPod war der der dritten Generation. Vierzig GB Musik dabei zu haben, eine weitere Revolution. Dieser iPod war damals – wie heute immer noch alles von Apple – sündhaft teuer und nach einem Jahr kaputt. Und Apple weigerte sich freilich, den iPod zu reparieren, denn nach einem Jahr ist die Gewährleistung vorüber. Schon damals „erpresste“ Apple seine Kunden: Wer eine zweijährige Garantie haben wollte, wie sie eigentlich jeder Elektronikhersteller hierzulande gewährt, muss bei Apple einen ebenfalls sündteuren „Care Protection Plan“ kaufen – ich schüttle heute immer noch den Kopf, dass ich diesen frechen Unsinn seinerzeit kommentarlos hingenommen habe.

Mit dem iPod der dritten Generation, der im Vergleich zu den heute gelieferten Geräten noch robust verarbeitet war, komme ich gleich zum nächsten Problem, zur Hardware: Diese ist immer schlechter geworden. Jedes neue Apple-Gerät, das ich kaufte, war von de Verarbeitung her deutlich minderwertiger als sein Vorgänger. Losgegangen mit den Qualitätsproblemen ist es nach meiner Erfahrung bereits im Jahr 2005. Der Umstieg vom PowerPC-Prozessor zu Intel-Prozessoren markiert für mich ebenfalls einen Punkt, ab den Qualität und Performance der Apple-Produkte merklich nachließen.

Nicht nachgelassen hat indes der Preis. Früher war ich gerne bereit, diesen Preis zu bezahlen, waren doch z.B. die G4-Rechner sehr solide verarbeitet. Man bekam, kaufte man einen Mac, Premium-Hardware. Damit war der Preis zwar immer noch vergleichsweise hoch, es rechnete sich aber durchaus. Inzwischen habe ich MacBooks gesehen, von denen ich mit Fug und Recht behaupten darf, dass sie wesentlich schlechter verarbeitet sind, als Aldi-Laptops. Meine letzten beiden Macs, das MacBook und der Mac mini sind ob der meinen geringen Ansprüchen nicht mehr genügenden Qualität der Hardware – wie auch nicht anders zu erwarten – sang- und klanglos abgeschissen. Ich glaube inzwischen, dass man derzeit bei Apple unterdurchschnittliche Qualität zu Premiumpreisen bekommt – da mache ich nicht mehr mit.

Im Sommer letzten Jahres gingen mir hinsichtlich der Apple-Hardware die Augen auf. Wie es dazu kam, will ich kurz erzählen: Mein Ende 2009 gekaufter Mac mini ging in die Knie – eine Reparatur wäre trotz des an der Performance gemessenen durchaus knackigen Anschaffungspreises unwirtschaftlich gewesen. Da der Mac mini sehr gedrungen mit viel Notebooktechnik gebaut ist (was ebenso für die iMacs gilt), ist eine Selbstreparatur auch nicht jedermanns Sache. Meine Idee war also, mir wieder einen großen PowerMac zu kaufen – sollte da etwas kaputt gehen, dann könnte ich in vielen Fällen immerhin selbst Hand anlegen. Der Preis war schnell ermittelt – 2100,- hätte der Rechner in halbwegs vernünftiger Ausstattung gekostet (mit viiiiieeeeeeel Luft nach oben). Dass es aber keinen PowerMac diesseits der 1500-Euro-Marke gibt, hat mich dann doch erstaunt. Nur zum Spaß guckte ich, was ein ähnlich ausgestatteter Windwos-PC kosten sollte – wirklich nur zum Spaß. Was ich da sehen musste, ließ mir quasi das Blut in den Adern gefrieren: Für einen nahezu gleichwertigen Rechner inklusive Windows 7 Professional von Lenovo wurden von einem Onlinehändler weniger als 500,- Euro aufgerufen. Ihr könnt mein Erstaunen mit Sicherheit teilen: Ein Rechner mit mindestens gleichwertiger Performance von einem namhaften Hersteller sollte deutlich weniger als ein Drittel des Apple-Preises kosten? Ich habe ausführlich nach dem Haken gesucht und keinen gefunden. Ich habe dann dieses „ThinkCentre“ bestellt – abends um 17 Uhr, tags darauf stand der Computer um 9 Uhr unter meinem Schreibtisch – bei Apple hätte ich seinerzeit 8 Werktage gewartet.

Das Ding tut für kleines Geld bis heute, was ich will. Warum ich nicht früher zu Windows zurückgefunden habe, liegt an Vista. Ich war auf Arbeit mit dem im Grunde stabilen aber eben auch angestaubten XP recht zufrieden. Auf Vista habe ich mich aus reiner Neugier gefreut, war dann aber, als ich das erste Mal an einem solchen Gerät saß, so enttäuscht, dass ich Windows nicht als Alternative auf dem Schirm behielt und kurzerhand wieder einen Mac kaufte.

Nun habe ich Windows 7, auf einem Rechner Home, auf dem anderen Professional. Mir wurde auch schon zu Ultimate geraten, ich wüsste aber den Mehrwert für mich nicht zu benennen.

Als ich von OS 10.4.x auf Win 7 umgestiegen bin, hatte ich arge Vorbehalte – zu Unrecht. Windows ist heute performanter denn je. Windows präsentiert sich logisch und ist bedienbar. Man kann Windows sogar sehen. Für das Geld, das der langsamste Einsteiger-Mac kostet, bekommt der Windows-Nutzer einen i7-Rechner mit allen Features. Nach einem Jahr kann ich sagen: Ich vermisse Apple nicht. Ich habe schnellere Rechner mit besserer Hardware. Ich stehe nicht mehr unter der Knute eines Konzerns, der immer dreckiger mit seinen Kunden umgeht – ich werde nicht mehr von Apple verarscht.

Das Ganze hat natürlich seinen Preis: Ich bin mit einem Windows-PC freilich tierisch uncool. Hipster, SEO-Berater oder „was mit Medien“-Fuzzi wird man mit so einer Dose freilich nicht. Die richtige Sexiness hat nur der Mac-Besitzer, schon klar. Wider Erwarten ist mein Ego noch ok – aber wer weiß, wie lange das ohne Apple-Karma noch geht.

Obwohl: Manchmal erwische ich mich, wie ich fast etwas spöttisch auf Mac-Fanboys herabblicke. Dabei war ich doch selber mal einer. Klar kann man mit jetzt Arroganz vorwerfen. I used Macs before it was cool. Aber diese kognitive Dissonanz hält selbst der härteste Fanboy nicht aus. Auf der einen Seite bietet OS X gegen Windows 7 in Bestfall noch einen Designvorteil, auf der anderen Seite ist Apple als Konzern eigentlich nicht mehr akzeptabel: Auf der einen Seite steht da diese hochgradig lächerliche Patenttrollerei. Diese Nummer mit Samsung ist nicht mehr lächerlich sondern absurd. Richtig übel ist zudem, dass man mit iPhone und iPad nur Software benutrzen darf, die auch Apple gefällt. Wer heute sein iPhone aus der Tasche zieht, zeigt also, dass er sich gerne bevormunden lässt – herzlichen Glückwunsch. Interessant ist im Kontext dessen besonders, dass diese App-Nummer mehr und mehr auch auf dem Desktop raumgreift. Dafür bin ich mir wirklich zu schade.

Die Hardware von Apple ist billige Massenware, die Software im Kern schon gut abgehangen und den Service darf man wohl getrost als nicht so besonders bezeichnen – da fragt man sich, warum Apple-Produkte so teuer sind. Ich nehme an, dass man hier das Marketing blecht. Das ist für den Hipster schon in Ordnung so. Für mich nicht.

Wende ich also den Blick von meinen vergangenen Fehltritten und dem Fallobst hin zu Windows. Microsoft war ja dereinst unser innig gehassliebter Gegner, den es bis aufs Messer zu „bekämpfen“ galt. Gates, der reichste Mann der Welt, unantastbar und unsympathisch – ein Milchbubi. Steve Ballmer war so eine Art Reiner Callmund der Ammi-IT und machte eine nicht immer so gute Figur… Mit dem virtuellen Holzhammer versuchte Microsoft uns seinerzeit den Internet Explorer, ein Einfallstor für allerhand digitales Ungeziefer, zu verplätten. Und was auf unseren Rechnern lief, wurde fleißig nach Redmont, CA „heimtelefoniert“, es sei denn, man stopfte mit Software von Schlage eines „XP AntiSpy“ seinem eigenen Rechner in dieser Hinsicht das Maul. Und bei meinen Windowskisten hatte ich immer eine Aufwand: Zone Alarm aktualisieren, Virenscanner aktualisieren, immer wieder Treiber aktualisieren und trotzdem wurde der Rechner immer langsamer und langsamer. Wer Software öfter mal in der Demoversion ausprobierte, war halbjährlich gezwungen, die Kiste neu aufzusetzen, wollte er nicht davor verschimmeln.

Microsoft zu bashen war einfach in, der Fairness halber muss aber auch gesagt sein, dass Microsoft es einem nicht besonders schwer gemacht hat. Kurz nach dem Umstieg habe ich Windows auch nicht vermisst, das spricht bei genauerer Betrachtung auch für OS X – aber hin und wieder sind mir dann doch die ein oder anderen Unzulänglichkeiten aufgefallen. Mit dem Umstieg auf die Intel-Architektur ging eine Gefühl der Stabilität verloren, in der ganzen langen Zeit, in der ich Macs nutzte, schlug ich mich mit üsseligen Audioeditoren herum, weil es z.B. Sound Forge nicht für den Mac gab und Digas auch nicht. Vom Mac zu streamen war dann auch eine ziemliche Scheiße. Eine vernünftige Playout-Software am Mac? Zumindest damals nicht vorhanden. Irgendwann kaufte ich mir ein Vista-Gerät – und zwar sofort, als Vista herauskam. Ich wollte so den Mac-Frust hinsichtlich fehlender vernünftiger Enterprise-Software entgehen. Das klappte aber nicht, denn Vista war noch übler als der Mac. In meiner Erinnerung ist von Vista eigentlich nur geblieben, dass dieses OS Ressourcen gefressen hat wie Sau und ziemlich oft wegschmierte. Allerdings: Das war halt bei mir so, möglicherweise war mein System auch gehörig misskonfiguriert (wozu Vista ebenfalls einlud).

Wie vorhin schon gesagt: Ich habe mir von Windows 7 nicht viel erwartet – bin aber über einige Punkte echt begeistert: Zuerst muss ich hier die gute Abwärtskompatibilität nenen: Ich habe noch einige Software aus alten Tagen, die tut, was ich will. Bis zu XP ist das alles abwärtskompatibel und zwar performant! Da mag im Hintergrund eine Kompatibilitätsmaschinerie anspringen – der User kriegt davon nichts mit. Das ist schon extrem gut. Zum Vergleich: Ich konnte meine Macs nie auf Lion updaten, weil ich sonst meine alten universal binary-Programme nicht mehr hätte nutzen können. Desweiteren gefällt mir das Prinzip der Bibliotheken gut, die Suche bei Windows hat inzwischen eine akzeptable Geschwindigkeit (hier war der Mac immer besser!) und auch die Vorschaufunktionen im Explorer sind inzwischen richtig gut. Ich hatte früher Windows als ein System in Erinnerung, das schon bei der Erstinstallation mit Zeug wie Windows Mail, dem Movie Maker und anderem Krempel überfrachtet war. Hier nimmt sich Win 7 schlanker aus, das honoriere ich.

Was weiterhin sehr sehr gut ist: Ältere Hardware läuft flott mit 7, 64-Bit-Geräte rocken geschwindigkeitsmäßig die Sau. Ich bekomme also für einen älteren Rechner, der seinen Job durchaus noch tut, ein modernes System und nutze mit dem selben System die Leistung neuer Geräte voll aus. Und so kann ich dank 7 auch mit eher spärlicher Neu-Hardware gut arbeiten. Beispiel gefällig? Netbooks – sofern sie kein Vermögen kosten sollen, sind mit ihren kleinen Atom-Prozessorchen unter Vista nie sinnvoll benutzbar gewesen und selbst bei XP war der Spaß begrenzt. Wer sauber mit einem solchen 1,6 GHz-Atom-Dingli arbeiten will, braucht entweder Linux – oder 7. Ich sag jetzt mal ganz frech: Netbooks machen erst seit 7 Spaß und man ist damit um Welten produktiver als mit einem Tablet.

Freilich gibts auch Sachen die nicht so schön sind – zuerst einmal gehört dazu, dass im Schnitt 30 Euro im Jahr für die Lizenz des Virenscanners ausgebe. Der von Windows selbst soll gar nicht mal so übel sein, aber irgendwie will ich doch dem All-inclusive-Schutzpaket mehr vertrauen und das Gepopuppe der Freewarescanner würde mir zu sehr auf den Zeiger gehen. Auch das Java, Flash und besonders Acrobat gefühlt im Stundentakt um Updates betteln, nervt. Über Adobe Air habe ich mir schon die Platze geärgert. Aber da kann im engeren Sinne Windows nichts dafür.

Gewonnen habe ich aber für wenig Geld eine schnelle Maschine die tut, was sie soll. Ich bin also mit Windows zufrieden. Und zwar wider Erwarten.

Zum Schluss dieser sehr subjektiven Betrachtung, die sich dann irgendwie doch zu einem Rant gegen die Fallobstfabrik ausgewachsen hat, will ich auf das Thema noch ein wenig globaler schauen: Zuerst einmal finde ich diese Patentnummer – besonders die Causa Apple vs. Samsung hochgradig peinlich. Mich wundert nun nicht, dass Apple in Ammiland den Prozess gegen Samsung gewonnen hat – wer sich daüber ernsthaft gewundert hat, der möchte jetzt einfach mal das Wort „Protektionismus“ googeln und weiß dann im Groben Bescheid. Und mit der Realität hat das Urteil auch nichts zu tun, denn wer das zweier Galaxy von einem iPhone 4 nicht unterschieden kriegt, merkt auch den Unterschied zwischen einem Cheseburger und einem Mauerziegel nimmer.

Nebenefekt ist, dass Apple bei mir im Ansehen noch tiefer gesunken ist. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Innovationen irgendwann Modifikationen erfahren und durch Mitbewerber in der Fläche verfügbar werden. Und dann kommen eben neue Innovationen. So funktioniert Fortschritt eben. Aus meiner Perspektibe wurde hier auch nicht nachgefeilt sondern sich an gängig gewordener Technologie orientiert. Dagegen zu klagen wird auf Dauer nichts bringen – zumal Apple sich ja durch unterschiedliche Märkte klagt. Klar ist auch: Mit Samsung ist ein Hardwarehersteller ins Fadenkreuz geraten, der zeigen konnte, dass sich mit Andoid massenkompatible Geräte bauen lassen. Ziel ist m.E. nicht Samsung sondern Google. Nur derzeit kommt Apple gegen Google nicht an. Und selbst wenn – das wirkliche Geschäft wird ja doch in China gemacht. Was bedeutet das? In meinen Augen muss Apple jetzt mit iPhone und iPad verdienen, was verdienbar ist, denn in wenigen Jahren ist das iPhone und iPad nicht mehr interessant. Android hat das Rennen ja schon jetzt gemacht – in extrem kurzer Zeit! Erinnert ihr Euch noch an das erste Google-Telefon? Das kam am 2. Februar 2009! Das sind ziemlich genau dreieinhalb Jahre, die Android gebraucht hat, um iOS haushoch zu knacken. Berücksichtigt man im diesem Zusammenhang noch die Lebensdauer der Produkte und die Marktsättigung und bezieht in die Betrachtung mit ein, dass das iPhone wegen seiner massenhaften Verbreitung auch als Statussymbol nicht mehr so recht taugt, bekommt man schnell das Gefühl, dass Apple jetzt – gegenwärtig – das Geld verdienen muss. Über Bande hat das freilich auch Auswirkungen auf Microsoft – die verdienen nämlich pro Android-Lizenz etwa 5 Dollar (Quelle: DRadio Wissen). Mit jedem verlorenen Prozent Marktanteil nährt Apple seine zwei wichtigsten Konkurrenten.

Apple-Chef Steve Jobs hat vor seinem Tod alles daran gesetzt, das konkurrierende Smartphone-Betriebssystem Android von Google zu „vernichten“. Er wollte einen „Atomkrieg“ dagegen führen. (Quelle)

Mich wundert das nicht. Nur: Mit der Politik, die Jobs fuhr und die jetzt noch gefahren wird, kann seitens Apple nicht mehr gewonnen werden. Ich bin überzeugt, dass man das weiß und daher im Endeffekt nur versucht, Verkaufsverbote zu erwirken um ad hoc das Geld zu machen, das (noch) zu machen ist. Eine langfristige Stategie kann ich nicht erkennen. Die Apple-Patenttrollerei könnte aber auch einen Imageschaden bedeuten, denn wenn Samsug-Telefone dem iPhone in der Tat so ähnlich seien wie behauptet, dann müsste ich ja bescheuert sein, um bei Apple für ein ähnliches Telefon viel Geld auszugeben – die Katze beißt sich in den eigenen Schwanz.

Wer also sein Geld mit Apple-Aktien verbrennen will – nur zu. Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn Apple das zweite Facebook wird.

Neben iOS und Android ist ja Win 7 Mobile das dritte große System auf dem Handy – aber auch hier will ich mich nicht zu Jubelstürmen hinreißen lassen. Der Kardinalsfehler im Mobilfunkmarkt wurde in meinen Augen von Nokia begangen – indem man sich entschied, sowohl Symbian wie auch Meego nicht mehr weiterzuentwickeln.

Zum Thema Tablet nur einige wenige Gedanken:  Die Funktionen, die sich auf so einem Gerät sinnvoll nutzen lassen, sind limitiert. Es bedarf schon heute kaum noch schnellerer Hardware, surfen und Video schauen funktioniert ja. Vielleich werden in Zukunft die Grafikchips dieser Geräteklasse noch besser, das würden die Gamer sicherlich dankbar annehmen. Vielleicht kommt in den nächsten Jahren 3D aufs Tablet (obwohl aufgrund der Größe da der Spaßfaktor übersichtlich bleiben dürfte). Das war es dann aber auch. Insofern ist man auch hier weder auf „Innovationen“ von Apple oder Microsoft angewiesen – Android wird auch hier das Rennen machen.

Nicht dass jetzt der Eindruck entstünde, ich wäre ein Android-Fanboy – wirklich nicht. Ich finde Android per se ganz chic und gut benutzbar – sehe die tiefe Verquickung mit Google jedoch als ein wesentliches Argument, um um Android einen Bogen zu machen. Einige Kompromisse wird es aber geben müssen, denn recht viel mehr Auswahl gibt es nicht. Ich bin zwar sehr auf bada 3.0 gespannt – aber ich rechne mir da keine großen Chancen aus – zuviele App-Entwickler unterstützen bada nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich bada in der Nische der Einsteigersmartphones hält – nur da will ich persönlich halt nicht hin, eher würde ich mir ein gebrauchtes Telefon kaufen.

Sollte ich diesen Rant jetzt mit dem Rat beschließen, sich Microsoft zuzuwenden? Nein, pauschal kann man das nicht sagen und hinsichtlich der derzeitigen Entwicklung sollte jeder die hier viel zu kurz gekommene Alternative Linux in seinen uunterschiedlichen Ausführungen und Distributionen ansehen. Microsoft ist mit seiner „Heimtelefonierpolitik“ nämlich auch nicht so zivil unterwegs, wie man annehmen möchte. Trotzdem: Wer sich zu Linux nicht durchringen kann (was ich verstehe), der bekommt das „Fehlverhalten“ von Wndows immerhin noch regelhaft in den Griff. Bei den Apple-Geräten ist man da eher verloren.

SIII gewinnen.

*bing. Reklame* androidnext wird ein Jahr alt und verlost zu diesen Anlass unter anderem drei Galaxy S III, ein Gerät, auf das ich ja schon seit Erscheinen scharf bin. Um teilzunehmen, muss man Namen und Mailadresse hinterlassen, weiterhin kann man virtuelle Lose sammeln, indem man über die Aktion bloggt – was ich hiermit mal eben gemacht habe.

Auch wenn es meine statistischen Chancen schmälert, ein SIII zu gewinnen – bekommen kann man es mit Glück auf http://www.androidnext.de/gewinnspiel. Mitmachen.

Offline oder 120,-

So, ich bin dann mal offline. Ich will gar nicht offline sein – aber wenn M-Net meinen Anschluss am Wochenende entstört, muss ich 120,- Euro blechen, obwohl es der Fehler von M-Net ist. Fein – oder?

Nun, wenn Ihr ebebnfalls Probleme mit dem Internet oder M-Net habt, dürft Ihr gerne kommentieren, ich wähle mich dann mal per Handy ein…

Piraten = FDP.

Ich bin stinksauer. Diese Piratenpartei ist doch genau die gleiche rechtslibertäre Scheiße wie die FDP. Mit einem Unterschied: Während sich in der FDP die wirklichen Besserverdiener versammeln, hocken bei den Piraten diese ganzen selbstständigen „Entrepreneur des Jahres 2011 Kleinkuhkackersdorf“-Sprallos; Leute also, die die Stirn haben, mit ihrer Ein-Mann-SEO-Marketingbutze einen auf Unternehmen zu machen und sich auf ihre Visitenkarten dann „Geschäftsführer“ drucken zu lassen. Und was machen diese low performer? Anstatt gewahr zu werden, dass sie die Verlierer dieses Systems sind und es ihnen unter dem Strich noch viel dreckiger geht als dem durchschnittlichen Angestellten, denken die, sie wären die Elite Deutschlands und klagen in  NRW mal gegen den Zukauf der Schweizer Steuer-CDs. Oder richtig: Sie zeigen den NRW-Finanzminister Walter-Borjans an.

Damit entblöden sich die Piraten, sich mit der Partei der besserverdienenden Steuerhinterzieher, der FDP, auf eine Stufe (die unterste Stufe der Kellertreppe, wohlgemerkt) zu stellen.

Liebe Piraten – ihr seid so hummeldumm! Einige Eurer Mitglieder haben ein Business auf dem Niveau einer Schülerfirma aufgezogen. Ist ok für mich, wenn das die Leasingrate für den 1er BMW abwirft, macht nur weiter so. Sich dann aber wie Herr Krupp persönlich zu fühlen und gegen den Ankauf der Steuer-CDs zu Felde zu ziehen, das ist schändlich! Ihr merkt das aber noch nicht einmal. Warum? Weil ihr prekären Kleinunternehmer einfach libertäre Deppen seid, denen nicht mehr zu helfen ist.

Ich versuche Euch trotzdem mal zu erklären, was da läuft, vielleiht hat der Ein- oder Andere gerade einen lichten Moment und versteht den ein- oder anderen Brocken: Das Geschäftsmodell der Schweiz ist in Gefahr. Früher konnte man dort seine Kohle, die man nicht versteuern wollte – im Zweifelsfall teilanonym – parken. Auch wenn es diese klassischen Nummernkonten so nicht mehr gibt – das Geschäftsmodell funktioniert immer noch – es basiert auf strikter Diskretion. Die wird aber dadurch unterlaufen, dass einige Schweizer Datensätze von deutschen Steuerhinterziehern auf eine CD packen und sie unseren Behörden verkaufen. Das sorgt für Unbill bei schweizer Politikern – insbesondere bei den konservativen – denn die sehen gerade ihr Geschäftsmodell einbrechen. Wenn Geschäftsmodelle der Contentmafia einbrechen, dann haben die Piraten damit kein Leiden, wenn Geschäftsmodelle schweizerischer Großbanken leicht gelupft werden, pissen sich Piraten als Gralshüter auf. Merkt ihr was?

Wenn solche Steuer-CDs von deutschen Behörden gekauft werden, passiert folgendes: Den Steuerhinterziehern geht die Düse, denn keiner weiß, ob seine Daten auf der CD sind oder nicht. Manche haben auf eine dauerhafte Hypertonie keinen Bock und zeigen sich selbst an. Ok. Andere meinen, weiterzocken zu müssen.Das geht schon, nur sie könnten wegen Steuerhinterziehung irgendwann geschnappt werden. Ihnen geht also weiterhin die Düse. Ein Reicher, der seinen Reichtum nicht genießen kann – selbstverschuldet, weil er das Gemeinwesen, dass seinen Reichtum erst ermöglicht hat, um seinen existenzbegründenden Anteil betrügt und bestiehlt – muss in ständiger, latenter Angst leben. Das ist richtig so und gerecht. Das muss gefördert werden. Was aber machen die Piraten? Sie machen sich zum Büttel einer reichen Betrügerbande, die unser Gemeinwesen schädigt, wo es nur geht. Merkt ihr was??

Merkel und die echte FDP wollen mit der Schweiz so eine Art „Schonsteuer“ vereinbaren, der reiche Verbrecher müsste also eine Kleingkeit zahlen. Das kann natürlich nicht ohne Gegenleistung bleiben und der Verbrecher erhält einen Persilschein, weil er ja „Steuern“ bezahlt hat – auf Vermögen, die illegalerweise am deutschen Fiskus vorbei in die Schweiz geschafft wurden. Diese Verbrecher nennt man gegenwärtig euphemistisch „Steuersünder“. „Sünder“, das ist so ein Wort, mit dem man lässliche Sünden assoziiert – einen Puffbesuch zum Beispiel. Steuerhinterziehung ist aber keine Sündem, ondern ein Verbrechen. Aber erklärt das mal Unionsleuten, FDPlern und neuerdings auch Piraten, Leuten also, deren einziger Lebenszweck es zu sein scheint, unser Gemeinwesen zu ihren Gunsten zu zerstören – Dieben also. Merkt ihr was???

Ist so eine eidgenössische Steuer-CD wirklich Hehlerware? Nun, im Grunde verhält es sich hier ja wie bei Musik-CDs. Hier werden keine Tobleroneriegel geklaut und auch keine Ovomaltine sondern Daten kopiert. Hier handelt es sich nach der den Piraten mindestens zu unterstellenden Lesart also um eine Kopie und – wenn man so möchte – um einen Leak. Wobei, so genau stimmt das mit dem Leak dann auch wieder nicht, denn ein Whistleblower lässt sich in der Regel für das Blasen nicht bezahlen. Die Anschaffung dieser Steuer-CDs darf als, wenn man es wohlwollend betrachtet, als Ermittlungsgeschehen mit Anschubfinanzierung und großzügiger Aufwandsentschädigung betrachtet werden. Man muss aber auch sagen, dass diejenigen, die die CDs anbieten, einiges riskieren. Set 2008 hat sich im Wesentlichen am Dilemma der Bewertung dieser Aktion nichts geändert. Vor über zwei Jahren habe ich es mal versucht.

Warum gerade Udo Vetter mit von der Partie ist, habe ich nicht verstanden, warum er aber (und dann noch so spät) Mitglied der Piratenpartei geworden ist, auch nicht. Ich habe auch gerade nochmal sein law blog durchgesehen und muss feststellen, dass er zumindest bis jetzt (18. August 2012, 13:30 Uhr) nichts dazu schreibt, was ich schade finde, denn mich hätte das wirklich interessiert.

Zusammengefasst: Diese Piratenpartei ist keinen Schuss Pulver wert. Niemand braucht die FDP und eine zweite FDP brauchen wir auch nicht. Orange lackierte Rechtslibertäre – was soll das? Fefe hat mit einem trefflichen „WTF?“ schon festgestellt, aus welchem Holz diese Piraten wirklich sind. Das mit der Steuer-CD ist, gemessen an dem Mist, den die Piraten bereits in der Vergangenheit verzapft haben, nur konsistent. Bei SPON tut man nun zwar so,. als ob das Vorgehen in der Partei für ordentlich Wirbel gesorgt hätte, aber so richtig Substanz ist an der Meldung nicht, es wird ja lediglich darauf verwiesen, dass die NRW-Parteivize (Landesverband) mit der Aktion nicht einverstanden ist. Hier von „Furore“ zu sprechen, ist ein typischer Spon.

Im Frühling habe ich den Piraten noch indirekt zum Vorwurf gemacht, sich zwischen links und rechts nicht so recht entscheiden zu wollen und einen Kurs der Beliebigkeit zu fahren, inzwischen driftet man deutlich steuerbord. Traurig.

Die Biergarten-Tester.

Das Wetter ist sonnig und warm und der anbrechende August bringt nicht selten freie Zeit in Form von Urlaub mit sich: Den „Daheimgebliebenen“ zieht es ins Freie und wenn sich der Zug ins Freie dann auch noch mit Schäuferla, einem Braten – auf jeden Fall aber einem Kristallweizen – krönen lässt: Dann ist alles perfekt. Vielleicht.

Damit ein Abend beschaulich im Biergarten ausklingen darf und alles perfekt wird,. gibt es die Biergarten-Tester aus Fürth. Die Biergartentester sind der bekennende Kristallweizenfan Michael und Andy. Und Ihre Mission ist einfach auf den Punkt zu bringen: Geh in einen Biergarten und berichte darüber.

Und so findet der Biergarten-interessierte Franke (und welcher Franke ist das nicht?) im Blog Biergarten-Tester, wonach es ihn wirklich sehnt – Besprechungen der bekannten Gärten und die Preisgabe des ein-oder-anderen Geheimtipps. Das aber ist längst nicht alles. Welche Brauerei noch das immer seltener werdende Kristallweizen bereit hält, wissen die Biergarten-Tester ebenso wie die die besten Brunch-Locations. Und damit man auch garantiert zum gewünschten Gastgarten findet, halten die Autoren auch eine auf Google-Maps basierende Biergarten-Landkarte bereit.

Mein Rat: Immer feste klicken, in den Reader stopfen oder hier aus der Blogroll fischen!

Nur ein paar Links zu Sachen, die mich gerade beschäftigen…

Ihr kennt das: Wenn die Zeit nicht für ein „richtiges“ Post reicht, dann gibts das Wichtigste in Kürze:

 

Leistungsschutzrecht, nachgefasst.

Ich mach es kurz: Ich finde dieses „Verleger versus Google“-Ding im Mindesten so lächerlich wie dieses „Verleger versus öffentlich-rechtliche-Rundfunkanstalten“. Letzteres – und das ärgert mich bis heute – zwingt mich, Sachen, die mich interessieren, auf einen physikalischen Träger aufzuzeichnen, wie man das in den 1980er Jahren mit diesen Video-2000-Geräten zu tun pflegte. Dafür gebührt den Schuldigen eigentlich noch heute ein kräftiger Tritt ans Schienbein und ich werde es den Verlegern nicht vergessen, so wie ich den Grünen bis heute dieses verschissene Büchsenpfand nicht vergessen habe! Ich schweife ab.

Ich hab´ über das Leistungsschutzrecht nur deshalb nichts geschrieben, weil ich nicht davon ausgegangen bin, dass das kommt. Sorry – so stulle können doch nicht mal die Verleger sein – wenn die aus den Google-Ergebnissen rausfliegen sind die mausetot!! Aber scheinbar sind die wirklich so stulle. Unglaublich, eigentlich.

Nun wird es aber extrem lustig: „Aus einer Position der Stärke“ fordert nun Google nach einem runden Tisch bei Merkel. Wie meinen? Wenn ich Google wäre, hätte ich die einfach mal nach Ansage 24 Stunden aus den Suchergebnissen gekickt und hätte mich dann – in einer genüsslich zurückgelehnten Haltung – das Gejammer angehört. Google tut das nicht, Google will bei der Merkel einen runden Tisch. Das ist angenehm konziliant und unangenehm dämlich zugleich.

Ich habe die Sache weiterhin an mir vorbeiziehen lassen, weil irgendwann postuliert wurde, dass es den kleinen Privatblogger eh nicht berührt. Dem scheint – bei entsprechend enger Auslegung – aber nicht wirklich so zu sein:

Google müsste auch Blogs aus dem Index entfernen, wenn sie verlagsähnlich sind und unter die Definition Presseerzeugnis im Referentenentwurf fallen. Dort heißt es weiterhin: „Wenn ein Blog sich als eine redaktionell ausgewählte Sammlung journalistischer Beiträge darstellt, die fortlaufend unter einem Titel erscheint, wird auch ein Blogger durch das neue Leistungsschutzrecht geschützt und ist damit vergütungsberechtigt, wenn andere seinen Blog nutzen.“ (Quelle)

Das wäre freilich ein Fressen für die Zeitungsverlage, denn die Blogs, die wirklich journalistisch arbeiten (ich tus ja auch nicht), sind freilich eine Konkurrenz und wer Radio hat und die wichtigsten Onlinemedien „zusammenschaut“, der spart sich die Zeitung (was bei mir nichts daran ändert, dass ich Zeitung lese).

Mich wundert sowieso, warum den Verlagen eine so große Macht zugebilligt wird. Es steht doch nirgends geschrieben, dass die „vierte Gewalt“ durch Verlage wahrgenommen und ausgeführt werden muss.

Heise (der Verlag) hat auch was dazu. Mich würde mal interessieren, was eigentlich heise als Verlag zu dieser Nummer sagt. Die müssten nach menschlichem Ermessen durch ein Leistungsschutzrecht, wie es jetzt angedacht ist, bitter verlieren.

Also, hier meine Bitte: Lasst das mit dem LSR einfach weg. Ist wohl besser so. Und die Verlage täten btw. auch besser daran, sich mal ein zeitgemäßes Geschäftsmodell zuzulegen. Lenin wurde durch das viele Balsamieren auch nicht wieder lebendig.

DJing oder Filegeschubse?

Ja, der Titel dieses Posts ist durchaus provokativ und natürlich nicht ganz ernst gemeint – wie aber quasi immer läuft der Ernst mit. Und weil man sich hier ja hin und wieder was wünschen darf und Thorsten mir den Hinweis auf diesen Artikel bei egoFM gegeben hat, steuere ich gerne mal meinen Senf bei.

Ich liebe Vinyl, kaufe eigentlich gar keine CDs mehr, gebe mir auch mit meiner Technik durchaus Mühe. Ich mag also auch die Kunst des „klassischen“ DJings. Ich käme andererseits nie auf die Idee, zu verurteilen, wenn ein DJ mit seinem Notebook anrückt und dort mit Files mixt.

Es wird erst dann inakzeptabel, wenn gar nicht mehr gemixt wird. Die Versuchung, Teile oder gar ganze Mixe quasi vorzuproduziren und sie dann vom Rechner laufen zu lassen, ist freilich groß und ich habe das auch schon gesehen – aber es ist doch die Ausnahme. Denn: Der DJ reagiert auf die Stimmung der Leute – auf die Tanzfläche. Logisch, der DJ führt die Leute, er hat allerdings auch ein sehr sensibles Sensorium für die musikalischen Bedürfnisse seines Publikums und reagiert prompt und angemessen. Das gilt für den Gaudi-DJ, der die besten Nummern der 80er anlässlich von Polterabenden präsentiert genau so wie für die „TOP-Acts“.

Mir ist bewusst , dass die Autoren bei egoFM eher auf das Verschwimmen der Grenze von einem Set, zu dem ganz selbstverständlich getanzt wird und einer Performance hinauswollen. Diese Diskussion ist mir aber zu akademisch: Großartige Performances in alterweürdigen Opernhäusern oder Konzertsälen sorgen selbst bei Rezepotion von der Konserve bei mir für das Bedürfnis, mich sensomotorisch voll auszuagieren – geht im Opernhaus nur recht schlecht. Und jeder kennt midestens ein geniales Set, das bei genauerer Betrachtung nicht tanzbar ist.

Es ist möglicherweise der Geist unserer Tage, dass alles nach dem großen Entertainment, dem finalen Klimax (und ich will bei der bewussten Wahl des Wortes Klimax sowohl auf den sprachlichen wie musikalischen Kontext abheben als auch ebenaso auf den metaphorischen Orgasmus verweisen) lechzt und die Unterhaltungsindustrie tut, was Industrie in aller Regel zu tun pflegt – sie liefert. Ein Streben nach dem Superlativ der Superlative, der bomastischsten Show – das muss irgendwann in aller Übersteigerung und Überzeichnung skurril werden. Wen nimmt da Wunder, dass der Autor bei egoFM hier auch gleich den kommerziellenm Brostep von Skrillex mitsamt seiner Performance als Beispiel ins Feld führt?

Der Deal ist im Prinzip ganz einfach: Die gepushten Acts sind die Speerspitze der Contentmafia Musikindustrie und werden effekthaschend vermarktet. In diesen Effekten manifestiert sich für mich eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Agressivität. Dies und der Umstand, dass die Programme mindestens mehrheitlich massenkompatibel sein müssen, reduziert die Qualität. Die Debatte, ob der Act nun DJ oder Produzent ist, ist für mich Spiegelfechterei, die vom Umstand ablenken möchte, dass der Künstler eben nicht mehr frei ist,  zu tun, was ihm vorliebt – er muss antizipieren, was sich verkauft und das dann umsetzen.

Man kennt aber seine regionale Clublandschaft – wenn nicht, hilft das Netz aus. Wer sich von Pyro-Acts überfordert oder verarscht fühlt, der geht in einen Club, in dem Pyros schon aus feuerpolizeilichen Grümden nicht gezündet werden. So einfach ist die Sache.

Zwei Randbemerkungen noch: Thorsten und zu einem gewissen Teil auch ich sind an diese Musik zu einer Zeit gekommen, zu der es üblich war, das Produzenten ihren Künstlernamen mit quasi jedem Release wechselten – dies war ein Gegenentwurf zum teilweise absurden Personenkult der Rock- und Metalszene der ausgehenden 80er Jahre. Ein echt nötiger Gegenentwurf. Mit dieser freien und freizügigen Kultur sind wir im besten Sinne groß geworden. Wenn wir „Tekkno-Opis“ auf den heutigen Musikmarkt gucken und feststellen, dass genau dieser Personenkult, den die „Szene“ seinerzeit mit gutem Grund ablehnte heute nach Kräften zelebriert wird, weicht die Irritation der Wehmut. Aber wir müssen uns eingestehen, dass die geliebte Subkultur bereits mit den Jahren 1994/95 kommerziellen Interessen dreingegeben wurde. Das war aber in der Romantik ähnlich, der Blues und Jazz erlebte dies ebenso wie Grunge und viele andere Stile auch. Da macht man nix dagegen.

Weiterhin: Hört auf, bei jeder sich bietenden Gelegenheit dem 1210er hinterherzutrauern. Klar war der robust und der Direktantrieb war kräftig und schnell – aber sobald diese Kisten ein Jahr auf dem Buckel hatten, war das Lagerspiel schon leicht scheiße. Und es gab schon in den 90ern mit den Numarks/PPD adäquaten Ersatz. Und den gibt es heute auch noch. Für realistisch Geld bietet z.B. Vestax und auch Stanton Ersatzdrogen an. Und vor nicht allzu langer Zeit hatte ich den neue Audio Technica Zwölfzehner-Nachfeil in den Fingern (mit USB) und selbst der war nicht mal fies. KLar, 1210 gilt als Kult – aber es gibt mindestens ebensogute Dreher!! Heute noch. Für die Hälfte der Kohle. Neu. Hört auf zu spinnen!

Die Schufa und SNs

Das Ding mit der Schufa vor etwa einem Monat fand ich richtig niedlich: Wenn eine Datenkrake auf die Idee kommt, den Bestand einer anderen Datenkrake zu nutzen, geht in Berlin das große Geweine los. Laut Reuters warne also die Bundesregierung die Schufa, doch bitte bitte nicht so böse zu sein und die Daten von Facebook oder andere sozialen Netzwerken zu nutzen. Da wird die Schufa nun aber zittern, liebe Bundesregierung.

Meine erstes Gefühl, als ich die Meldung im Radio hörte, war Häme. Ich predige ja gerne und ausführlich, dass gerade das Innehaben eines Facebook-Profils, dass irgendwie mit der eigenen Person verknüpft werden kann, ein Riesenfehler ist, den man möglichst schnell korrigieren sollte (hier übrigens eine Anleitung, wie man sein Facebook-Profil löscht – TUT DAS BITTE JETZT). Aber nicht allein bei Facebook will die Schufa schnüffeln gehen – auch XING und LinkedIn sollen herhalten, Twitter ebenso.

Mit Facebook, Xing und LinkedIn lässt sich schon etliches anstellen. Ich überlege mir gerade ernsthaft, meinen Xing-Account stillzulegen – nicht nur wegen der Schufa. Und dann wäre da Twitter – was bitte will man da herauslesen?

Ich denke, dass es in einem ersten möglichen Analyseschritt der Auskunfteien gar nicht um hinterlegte Inhalte geht sondern um eine Auswertung, mit wie vielen mehr oder weniger kreditwürdigen Personen ich befreundet bin – denn das mit den Statusdingen könnte ich lässig manipulieren. Aber selbst wenn ich die von mir hinterlegten Infos im Netz nicht selbst Schufa-kompatibel aufhübsche, so sind Informationen im Netz ja doch immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen: Etliche Infos sind sogar falsch oder veraltet, lassen sich aber nicht mehr aus dem Netz tilgen.

Interessanterweise – und darum mache ich mir die Mühe überhaupt – dieses abgehangene Thema nochmal aufzugreifen, gibt es inzwischen Leute, die die Idee mit dem Schufa-Score und den sozialen Netzwerken zumindest reizvoll finden. Deren nicht ganz von der Hand zu weisendes Argument lautet im wesentlichen etwa: Die Schufa und andere Auskunfsteien errechnen den Score-Wert, der die Kreditwürdigkeit repräsentieren soll, aus irgendwelchen statistischen Mitteln. Dazu gehören Geodaten. Hier heißt es: Wer in der XY-Straße wohnt, zahlt seine Rechnungen oder Verpflichtungen mit der Wahrscheinlichkeit von Z%, wer im Alter von V als Friseur arbeitet, der zahlt mit der Wahrscheinlichkeit von U,… und dann wird der Wert von Z, U und möglicherweise andere Werte betrachtet und ggf. auf Plausibilität gecheckt und dann wird aus dem Mittelwert dann ein Score gebildet. Möglicherweise werden auch bestimmte der Person direkt zuordenbare Parameter erhoben – so ist von Interesse, wie viele Konten vorhanden sind, ob der jeweilige Mensch eine Kreditkarte oder mehrere Handyverträge hat… Und aus Grundlage dessen wird dann ebenfalls berechnet. Das aber diese persönlichen Faktoren einen besonderen Einfluss haben, kann ich nicht feststellen. Weil ich meine Bankmenschen gut kenne, kenne ich auch meinen Scorewert und weiß, was für Banken einsehbar über mich bei der Schufa an Daten hinterlegt ist: Überraschend wenig und erschreckend altes Zeug. Mich soll es nicht stören, das gereicht mir mutmaßlich erst einmal nicht zum Nachteil – aber hieran kann ich ermessen, dass mein Scoringwert ein Schätzwert ist.

Das Interessante: Diesen Schätzwert kann ich nicht beeinflussen und er hat in der Regel mit mir auch nix zu tun. Wer in guter Gegend ein möbliertes Zimmer bewohnt, hat – selbst wenn er ein Hallodri ist – im Zweifel einen guten Score. Wer in nicht so guter Nachbarschaft wohnt, ein regelmäßiges Einkommen hat und gut wirtschaftet, kann demnach einen deutlich schlechteren Score haben.

Nun fragt man sich an dieser Stelle freilich: Tue ich der Schufa und deren ausgeklügelter Mathematik nicht unrecht – unterstelle ich doch zwischen den Zeilen eine zweifelhafte Aussagekraft des Scores? Für meine Person kann ich mit Sicherheit sagen: Der Score ist Schrott und wer für meinen Scorewert Geld ausgibt, ist ein ausgemachter Idiot. Ich habe mit datenschutzsensiblen Menschen, die eine Selbstauskunft eingeholt haben, schon öfter gesprochen. Gerade die, die gut auf Ihre Daten achtgeben und sich mit der Wohnungssuche ein wenig Mühe machten, hätten an Hand ihres Scores Schulden für einen ganzen Stadtteil machen können – bei einem Leben in recht einfachen Verhältnissen (siehe auch).

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Scorewerte der Auskunfteien – nicht nur der Schufa – in aller Regel über Kreditwürdigkeit nichts aussagen. Wer einen guten Scorewert hat, der freue sich, wer unverschuldet einen schlechten hat, kann nix dagegen tun. Das ist recht bitter. Und nun kommt das interessante vorgenannte Argument ins Spiel: Befürworter sagen, dass es seitens der Schufa gar keine schlechte Idee ist, Daten aus sozialen Netzwerken für den Score mitheranzuziehen, denn – ich karikiere ein wenig – das wäre das erste Mal, dass der Score etwas mit lebenden Menschen zu tun hätte. Ob die „Bemessungsgrundlage“ einwandfrei ist, steht auf einem anderen Blatt – aber hier würde tatsächlich nicht ein Durchschnittswert einer Personengruppe, der ich zugeschlagen werde zur Bildung des Scores herangezogen sondern mehr oder weniger realistische Verhältnisse – im besten Wortsinn.

Ich mache mir diese Argumentation dennoch nicht zu Eigen, denn ich vertraue den Auskunfteien nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in der Lage sind, über Daten, die ich in sozialen Netzwerken preisgebe, auch nur ein halbwegs realistisches Bild über meine Bildung, mein Einkommen, meine Lebensverhältnisse zu zeichnen. Mit wem ich mich in sozialen Netzwerken verbandle muss auch nichts mit meinem realen Freundes- oder Bekanntenkreis zu tun haben, denn viele verbinden sich mit Menschen, die sie von Angesicht zu Angesicht noch nie gesehen haben. Vielleicht, weil man ein gemeinsames Hobby hat oder ähnliche Musik hört? Das Gegenüber kann Offenbarungseide geleistet haben, in der Privatinsolvenz stecken, kann Millionär sein mit eigenem Haus und eigenem Jet – es interessiert für viele Arten der „Online-Beziehung“ schlicht nicht. Es darf bezweifelt werden, dass allein dieses Missverhältnis von Auskunfteien sinnvoll in entsprechenden Algorithmen sinnvoll abgebildet werden kann.

Nichts desto trotz wird es versucht – Daten, welcher Art auch immer, wecken eben Begehrlichkeiten. Und weil man bei der Schufa möglicherweise schon weiß, dass das mit eigenen Ressourcen nichts wird, hat man gleich mal das wirtschaftsfreundliches Hasse-Plattner-Institut vor den Karren gespannt. Und das hat den umstrittenen Vertrag erst aus öffentlichen Ruck gekündigt.

Es gibt aber noch ein wesentlicheres Argument, dass gegen unsere Post-Privacy-Spacken steht: Das flächendeckende Abschnüffeln von in SNs hinterlegten Daten ist ein echt massiver Eingriff in die Intimsphäre. Ich könnte jetzt freilich die alte Leier anstimmen und sagen, dass diejenigen, die ihre Daten den SNs bereitwilligst in den Hals schütten, selber schuld seien und es nicht anders verdient hätten – aber das will ich gar nicht. Egal, wo solche Daten anfallen, unterliegen sie einem bestimmten Schutz, der sich einmal anständig formuliert und dann auch durchgesetzt gehört. Ich selbst würde gerade Auskunfteien per Gesetz etliche Riegel vorschieben.

Die Lehre, die es aber nun zu ziehen gilt, geht halt mal wieder in eine Richtung, in der der erhobene pädagogische Zeigefinger implizit immer zugegen ist: Leute, passt auf Eure Daten auf. Das es unter dieser Bundesregierung keinen anständigen Datenschutz von Seiten der Politik und des Gesetzgebers geben wird, ist eh klar – da muss man sich selbst zu helfen wissen. Derzeit würde ich gerade Facebook und Google+ als besonders gefährlich einstufen wollen. Mein Rat ist altbekannt: Wer es irgendwie vermeiden kann, der sollte sich nicht dort herumtreiben.

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