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All the Beauty and the Bloodshed in der arte-Mediathek und auf Youtube

Nan Goldins fotografisches Werk war immer ein politisches. Eines, das einen feministischen Blick auf Amerika im Kleinen, aber auch die Welt im Ganzen warf, eines, das sich für queere Belange einsetzt, eines, das gegen die Diskriminierung an AIDS Erkrankter kämpft. Goldin ist aber nicht nur Fotografin, Künstlerin, sie ist auch Aktivistin. Zusammen mit von der Opioidkrise Betroffenen kämpft sie, ehemals selbst abhängig vom „Medikament“ Oxycontin, mit der von ihr gegründeten Organisation P.A.I.N. unter anderem für die Tilgung des Namens der Familie Sackler aus internationalen Museen.

Der Dokumentarfilm All the Beauty and the Bloodshed (dt. Titel „All die Schönheit und das Blutvergießen“) verwebt dabei zwei Erzählstränge: den biografischen, in dem wir Nan Goldin von frühester Kindheit an begleiten, über den Suizid ihrer Schwester und seine einschneidende Wirkung auf Goldins Leben erfahren, ihren frühen Ausbruch aus der Familie, Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen, aber auch ihren individuellen Kampf um Freiheit und ihre Entwickling als Fotografin, Künstlerin und Aktivistin. Und den, in dem die Kamera ihren Kampf für die Opfer der Familie Sackler, dem Oxycontin, für die Tilgung des Familiennamens aus internationalen Museen und Kulturstiftungen begleitet. Ein eindrücklicher, ein harter, ein bewegender Film. Goldin berichtet in Interviews über ihr Leben, mit ihren Fotos sind viele Teile des Interviews unterfüttert.

Gerade kann man den Film in der arte-Mediathek sehen (er bleibt bis zum 15. Juni 2026 verfügbar), zudem ist er unter dem etwas sperrigen Titel „Nan Goldins Kampf gegen die Sacklers“ bei Youtube verfügbar.

2022 gewann der Film den Goldenen Löwen der Filmfestspiele Venedig, ein Jahr später war er für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. Zweifelsfrei ist All the Beauty and the Bloodshed einer der wichtigsten Dokumentarfilme der Gegenwart.

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