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Neu: Einbindung der Wetterstation Nürnberg-Rennweg ins Blog

Es ist nicht nur eine spannende Sache, selbst vor Ort erzeugte Wetterdaten einsehen zu können, auch den Einfluss des Klimawandels auf das lokale Wetter mit entsprechenden Daten nachzuvollziehen, scheint mir eine lohnenswerte Beschäftigung. Dazu allerdings bedarf es freilich eines gewissen Equipments – ein quasi unendliches Feld, ein Fass ohne Boden.

Kleine Wetterstationen, die Temperatur, Luftfeuchte, Zeit und Datum zeigen, betreibe ich bereits seit 2004. Es handelte sich hierbei immer um sehr einfache Geräte. Sie waren zudem nie in der Lage, die Daten zu loggen oder digital auszuspielen.

Dieser Tage aber packte mich mal wieder die Bastelwut und so setzte ich einen langgehegten Wunsch in die Tat um und besorgte mir eine kleine und günstige IP-Wetterstation. Meine Wahl fiel auf das Modell WLAN WSC 5-in-1 des Herstellers Bresser. Diese Station gibt es in geringer Varianz auch von anderen Herstellern, die Bresser-Station wählte ich wegen des günstigen Preises von nicht einmal 80,- Euro aus.

Das Funktionsprinzip der kleinen Wetterstation ist recht simpel: Es gibt einen Außensensor, der Temperatur, Luftfeuchte, Regenmenge, Windrichtung und Windgeschwindigkeit erfassen und an eine kleine Basisstation senden kann. Diese Basisstation wiederum ist im lokalen WLAN eingebunden und sendet ihre Daten wahlweise an WeatherUnderground, Cloudweather oder AWEKAS. Prinzipiell lassen sich auch andere Dienste einbinden. Die Verarbeitung und Speicherung der Wetterdaten geschieht dann bei den Diensten.

Bei der Installation dieser Wetterstation gibt es im Wesentlichen nur eine Herausforderung: das sinnstiftende Platzieren der Außeneinheit. Diese sollte möglichst hoch, möglichst frei gen Himmel, möglichst weit weg von wärmeabstrahlenden Gebäuden, betonierten oder anderweitig versiegelten Flächen aufgestellt werden. Dann ist sie nach Norden auszurichten, damit die Windrichtung korrekt angezeigt wird. Diese Aufgabe ist in einer Mietwohnung in der Stadt nicht ganz so einfach zu lösen, aber nach einiger Überlegung war an einem Balkon im obersten Stockwerk des Hauses am Träger eines Vordachs der bestmögliche Standort für die Außeneinheit ermittelt. Da der Träger allerdings vertikal verläuft, musste noch etwas Installationsmaterial besorgt werden. Zur Behebung dieses Problems entschied ich mich für eine große Lösung, einen sogenannten „Z‑Ausleger“ mit einem Rohrdurchmesser von 40 Millimetern und einer Auslegerlänge von 50 Zentimetern (so ist die Außeneinheit von Hauswand und Ziegeldach etwa drei Meter entfernt). Diese Ausleger sind genau genommen Installationsmaterial aus der Antennentechnik und dienen normalerweise zur Anbringung von Satellitenspiegeln an vorhandenen Antennenmasten. Aber das soll ja kein Schaden sein, denn wenn das Installationsmaterial in der Lage ist, der Windlast eines Sat-Spiegels standzuhalten, ist es für die sichere Montage der relativ leichten Kunststoffaußeneinheit gerade gut.

Außeneinheit der BRESSER WLAN-Wetterstation WSC mit 5-in-1-Multi-Sensor

Ist diese Hürde genommen, muss die Außeneinheit die Verbindung zur Basisstation finden. Steht die Verbindung, muss die Firmware der Basis upgedatet und sie dann via WLAN am Netz angemeldet werden – das alles klappt per App und ohne besondere technische Kenntnisse. Nun können die gewonnenen Daten, die auch auf dem Display der Basisstation angezeigt werden, schon in die jeweiligen Wetterdienste eingebunden werden.

Als hauptsächlich verwendeten Dienst nutze ich AWEKAS aus Österreich. Dieses „automatische Wetterkartensystem“ gibt es seit über 20 Jahren und es bietet den Stationsbetreibern und allen Interessierten nicht nur eine sehr umfangreiche Einsichtnahme in alle gewonnenen Wetterdaten, sondern erstellt auch Archive dieser Daten – bis zu zwei Jahre in die Vergangenheit. Zudem ist der gut strukturierte, übersichtliche Dienst für alle Nutzer weitestgehend kostenlos. AWEKAS verfügt über mehr als 14.000 aktive, eingebundene Stationen und ist für Deutschland und Österreich sicher die erste Wahl.

Wesentlich bekannter, allerdings sehr auf die Bedürfnisse des US-amerikanischen Marktes angepasst und leider auch recht unübersichtlich ist Wunderground, also WeatherUnderground mit der bekannten WunderMap. Wunderground ist nicht mein bevorzugter Dienst, dennoch lasse ich die erzeugten Daten auch in diesen Dienst ausspielen. Wunderground verfügt über wesentlich mehr Stationen, als AWEKAS, bei AWEKAS allerdings gibt es eine manuelle, also durch Mitarbeiter durchgeführte Qualitäts- und Plausibilitätskontrolle der Stationen und der von ihnen generierten Daten.

Welche Daten ausgespielt werden, sieht man auf den jeweiligen Unterseiten der Station:

Stationsseite bei AWEKAS

Stationsseite bei Wunderground

Ob ich noch andere Dienste einbinde, muss ich mir zeitnah noch einmal genauer ansehen und überlegen, einfach bespielen ließe sich beispielshalber auch CloudWeather.

Gerade läuft die Station nur eine Woche und damit ist es freilich auch zu früh, ein Fazit zu ziehen. Fürs Erste sehen sowohl die Messergebnisse als auch die Zuverlässigkeit der Datenerhebung und Ausspielung sowie die Aktualisierungsintervalle für ein so einfaches Gerät einwandfrei aus.
Die Zeit wird freilich weisen, wie stabil diese Installation in den nächsten Monaten arbeitet und welche zusätzliche Maintenance noch nötig sein wird.

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