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Kleiner LC-A-Fix: Wenn die linke LED im Sucher dauernd leuchtet (oder trotz frischer Batterien gar keine LED im Sucher leuchtet)

Wer heute eine LC-A kauft, der muss in aller Regel auf ein Gebrauchtgerät zurückgreifen. Möglicherweise wird man noch hie und da eine LC-A+ neu angeboten bekommen, die Preise dafür sind allerdings absurd. Die gebrauchten Lomos sind hingegen recht günstig zu bekommen, haben aber auch ihre Tücken. Da die Lomo aber eine robuste und im Kern auch technisch einfache Kamera ist, ist eine Reparatur in Abhängigkeit vom Fehler oft möglich und selbst für Laien machbar.

Für einen Appel und ein Ei habe ich mir eine ziemlich genau dreißig Jahre alte LC-A gekauft. Der Fehler dieser Kamera war, dass die LEDs – trotz frischer Batterien – nicht funktionierten. Ein anderer, bekannter Fehler ist, dass die linke LED, die den Batteriestatus anzeigt, kontinuierlich leuchtet und so die Knopfzellen in kurzer Zeit leersaugt. Beiden Fehlern ist recht einfach beizukommen, doch beginnen wir von Anfang an…

Lomo LC-A, LEDs im Sucher in Betrieb

Die LC-A verfügt im Sucher über zwei rote LEDs auf der Oberseite, eine links, eine rechts. Das Bild, das ich zur Illustration mit dem Handy gemacht habe, ist nicht ganz realistisch. Mein Sucher ist etwas schmutzig und in natura leuchten die LEDs natürlich nicht so hell.

Wichtig ist Folgendes: Bei offenem Objektivdeckel und halb heruntergedrücktem Auslöser indiziert die linke LED den Batteriestatus. Leuchtet sie, ist alles okay. Leuchtet sie nicht, sind die Batterien verbraucht und müssen gewechselt werden. Ohne Batterien funktioniert die LC-A nicht, weil dann die Belichtungsautomatik nicht arbeitet. Man bekommt dann aus dem Labor völlig unterbelichtete Bilder oder schwarze Negativstreifen zurück.

Die rechte LED warnt vor schlechten Lichtverhältnissen. Leuchtet sie bei halb gedrücktem Auslöser, bedeutet das, dass die Verschlusszeit 1/30s oder länger beträgt und damit die Gefahr besteht, das Bild zu verwackeln.

Wenn beide oder die linke LED nicht leuchten, sollte man zuerst einmal überprüfen, ob die Batterien (Knopfzellen des Typs LR44/A76, drei Stück) leer sind, und sie ggf. wechseln.

Nun kann es aber passieren, dass trotz frischer Batterien die LEDs nicht leuchten. Auch kommt es gelegentlich vor, dass bei der LC-A die linke LED, die den Batteriestatus anzeigt, immer leuchtet und so die Batterien leerlaufen. Diese beiden Fehler liegen häufig am Auslöser und sind recht einfach behebbar. Neben dem mechanischen Auslöser befinden sich drei Federkontakte, die die Batteriekontrolle und die Verschlusszeitautomatik aktivieren. Werden diese Kontakte beim Auslösen nicht vollständig geschlossen, bleiben die LEDs aus. Ist der Auslöser zu straff eingestellt, wird der obere Federkontakt, der die Batteriekontrolle aktiviert, dauerhaft geschlossen und die Batterie läuft leer.

Der Auslöseknopf besteht aus drei Teilen: Eine Kunststoffhülse mit einer Nase ist der eigentliche Knopf, in ihm steckt eine Sechskantmetallhülse mit feinem Innengewinde und eine Messingschraube, mit der sich der Hub des Auslöseknopfes justieren lässt. Und da kann ein halber Millimeter einen beträchtlichen Unterschied machen. Um den Fehler zu beheben, muss man also an den Auslöseknopf herankommen und mit der Schraube die Länge des Knopfes nachjustieren. Leuchten die LEDs beim halb gedrückten Auslöser nicht, dreht man die Messingschraube eine halbe bis eine Umdrehung heraus, leuchtet die linke Batterie-LED durchgängig, dreht man die Schraube ein wenig tiefer herein.

Um an den Auslöser heranzukommen, müssen eigentlich nur der obere Deckel und der aus der Kamera herausstehende Schutz vor Objektiv und Sucher entfernt werden. Lomography selbst hält eine gut bebilderte Anleitung zum Tausch des Deckels bereit. Wir wollen den Deckel nicht tauschen, sondern nur an den Auslöseknopf heran. Ein paar Hinweise zum Vorgang: Vor der Demontage ist, wie gesagt, sicherzustellen, dass die Batterien ausreichend Spannung und Kontakt haben. Zudem darf sich kein Film mehr in der Kamera befinden. Der Sucher- und Objektivschutz wird mit vier kleinen Schrauben gelöst, die sind sofort zugänglich. Bei der Demontage sollte der Schutz offen und die Kamera damit im Bereitschaftsmodus sein, damit man später testen kann, ob die neu justierte Länge des Auslöseknopfes auch passt. Um den oberen Deckel abzunehmen, muss man auf der (von vorn betrachtet) linken oberen Seite, ziemlich genau unterhalb des Auslöseknopfes, das Kunstleder der Kamera etwas abheben, um an die vordere Deckelschraube zu gelangen. Das geht am besten mit einem Taschenmesser. Diese Schraube ist dann zu lösen. Die hinteren beiden Schrauben des Deckels links und rechts des Suchers sind wieder frei zugänglich. Auch auf der oberen Seite ist der Deckel der Kamera verschraubt, die Schrauben sitzen im Rückspulhebel. Den kann man herausziehen und den Filmdeckel auf der Rückseite öffnen. Dann wird der untere Teil des Rückspulers mit einem Schraubenzieher gehalten, die Kurbel lässt sich dann mit der Hand einfach gegen den Uhrzeigersinn abdrehen und man kommt an die Schrauben heran. Der Deckel kann nun komplett nach oben abgezogen werden.

Lomo LC-A ohne Objektivschutz und oberem Deckel

Und schon kommt einem der Auslöseknopf entgegen, dessen Länge in der Innenhülse justiert werden kann. Auf dem Bild sind links vom Sucher  die Federkontakte gut zu erkennen. Sie müssen in aller Regel nicht nachgebogen werden, auch eine Reinigung ist nur in seltenen Fällen nötig, weil sie von sich aus kaum korrodieren. Ob der Auslöser jetzt wieder funktioniert, lässt sich sehr einfach kontrollieren, indem man den Deckel mit dem eingesetzten Auslöseknopf provisorisch auf die Kamera setzt, ihn etwas nach unten drückt und den Auslöser betätigt. Nun sollte die linke LED im Sucher wieder leuchten. Man testet die rechte LED, indem man den Finger vor die Fotozelle (im Bild rechts vom Sucher zu erkennen) hält. Funktioniert alles wieder, wird der abgelöste Teil des Kunstleders mit einem Tropfen Uhu wieder angeklebt und die Kamera zusammengesetzt und verschraubt. Funktionieren die LEDs wider Erwarten weiterhin nicht, dann muss man ein wenig mit der Justage experimentieren.

Und das war es eigentlich auch schon. Jetzt kann mit der Kamera wieder fotografiert werden.

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