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19 Kommentare

  • Matthias

    Bin sehr gespannt!

  • Marcus

    Ich find´s zum kotzen, diesmal haben die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt, welches sich im Geldbeutel spürbar macht, dafür sind es halt jährlich drei Tage Mehrarbeit. Ach Gottchen, eine 39 Stundenwoche ist wohl zuviel verlangt?! Bekommen die Gewerkschaften nie den Hals voll genug?
    Ich glaube, der Streik ist nur dazu da um dem Mitgliedern zu zeigen, wofür sie ihre Beiträge eigentlich bezahlen und sich sicherlich einige Millionen auf den Streikkonten befinden, die ja auch argumentiert sein wollen.
    Ich wäre dafür jedem ÖPNV´ler zehn oder von mir aus zwanzig Prozent mehr zu geben, dafür sollte aber die Unkündbarkeit als Gegenzug fallen.
    Wo das letztenendes hinführt ist doch schon abzusehen. Der VGN etc. wird immer mehr private Unternehmen nutzen um den Nahverkehr aufrecht zu erhalten, es wird immer weniger Neueinstellungen geben und damit ein Stellenabbau einhergehen. Toll gemacht – liebe Gewerkschaft.
    *knirsch*

  • admin

    Die Aussage find´ ich grenzwertig – ich kann Deine Meinung da nicht teilen – aus einem einfachen Grund: Die VAG automatisiert für Abermillionen die U3, zieht jetzt mit der U2 nacht – ohne jede Not! Das so supersichere System hat in seiner kurzen Laufzeit eine Tote hervorgebracht, weit dieses High-Tech-Dingens nicht rechtzeitig bremsen wollte, als jemand auf die Gleise gefallen ist.
    Wie lange werden die U-Bahn-Fahrer noch einen vernünftigen Job haben??
    Für solche Kinkerlitzchen werden mal eben Millionenbeträge aufgewendet – ein Busfahrer hat sehr wenig Geld über.

    Überleg Dir auch mal was anderes: Es geht m.E. nicht um die halbe Stunde in der Woche. Es geht um die zteilweise lebensfeindlichen Schichtmodelle. Wenn sie jetzt bei der Arbeitszeit streiken, dann wird die Schraube irgendwann bei der Schicht angesetzt, dann bei der Schichtzulage …
    Und dann dauert es nur noch wenige Jahre, bis die Arbeitsrahmenbedingungen der Fahrer so schlecht sind, dass Du nicht mehr Bus fahren willst, weil Du immer im Hinterkopf hast, wie übermüdet und fertig der Fahrer ist – allein aufgrund seines Schichtplans.

    Hier machen Leute einen stressigen, verantwortungsvollen und gesellschaftlich nicht hoch angesehenen Job. Sie müssen dafuür viel in Kauf nehmen. Da ist eine angemessene Bezahlung das absolute Minimum. Und dieses Minimum ist nicht verhandelbar. Auch nicht sukzessive.

    Was hat denn ein Busfahrer auf der Hand? 13oo Euro? Vielleicht sogar weniger. Ich kenne genug Leute, die würden dafür nicht mal das Haus verlassen!

  • Und aufgrund des geringen Verdienst ist mein Vater nicht Busfahrer beim ÖPNV geworden, sondern bei einem privaten Busunternehmer geblieben. Streik ist nun mal die einzige Möglichkeit des Proletariat seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Wenn wir dieses Instrument abschaffen und alle nur verurteilen würden, hätten die Arbeitgeber die absolute Macht.
    Dann macht jeder von uns seinen Job für einen Hungerlohn und wir fallen in Zeiten der ersten Jahren der Industrialisierung zurück.
    Leider trifft einige von uns dieser Streik.
    Wenn jetzt die Mitarbeiter von z.B. Fluggesellschaften streiken würde, täte uns das kaum kratzen.
    Sicher wäre der eine oder andere von uns, der sich hier negativ äußert, mit dabei wenn er dort angestellt wäre.

  • admin

    @Thorsten:

    Du schreibst: „Sicher wäre der eine oder andere von uns, der sich hier negativ äußert, mit dabei wenn er dort angestellt wäre.“

    Glaub ich nicht. Die sind – meine Erfahrung als Gewerkschafter – zu feige. Würden gerne mitmachen, trauen sich aber nicht und suchen dan verzweifelt nach Argumenten, warum sie nicht mittun. Aus diesem Holz sind die Streikbrecher geschnitzt.

  • Markus

    39 STD Woche da lache ich ja hahahahah… so wenig….hahahaha… Die Busfahrer sollten erstmal auf Freundlichkeit fleiß getrimmt werden. Und die Preis für den Nahverkehr und das Streckennetz ist eh ein Witz….

    Der Nachbar meiner Eltern ist Busfahrer der reißt sich kein Bein aus.

    Ist wegen Rücken die meiste Zeit auf Reha ….

    Es ist was faul im Staate Deutschland…

    Die einen sollen rund um die Uhr arbeiten und andere kriegen den Kragen nicht voll.

    Der gesamte Nahverkehr ist einfach nur ein gewaltiger Mist in Nürnberg.

  • Markus

    Industiezeitalter da sind wir doch schon längst.

    Man arbeitet und bekommt nix.

    Streik gut und schön , die Herren sollten aber mal die Gesamtsituation sehen.

    Das gesamte System ist krank.

  • Marcus

    Du hast Recht, was die Verantwortung und den Streß, v.A. wg. Schichtdienst und gesplitteten Arbeitszeiten angeht, dafür arbeiten die Fahrer ja aber auch weniger als ein Normalangestellter. Ich möchte auch mal einen unkündbaren Job haben (ist nämlich auch ein geldwerter Vorteil, v.A. im Alter), ach ja. Frühpensionierung ist ja da auch noch so ein Stichwort….und und und. Wenn man als (ehemals städtischer) Angestellter tätig ist, genießt man immernoch reichlich Vorzüge gegenüber jedem anderen steuerpflichtigen Arbeitnehmer. Wo ist da dann die Gerechtigkeit, wenn diese anderen NICHT arbeiten können, weil sie NICHT in die Arbeit kommen, weil gestreikt wird?!
    Die U-3-Technik ist ein zweischneidiges Schwert, doch kann ich die Beweggründe der VAG – gerade aus streikrelevanter Sicht – sehr gut verstehen. Noch traut sich der Verein nicht, das Personal der Leitzentrale durch eine externe Firma zu ersetzen, aber das kommt schon noch früher oder später, wenn sich das Personal selbst weggestreikt hat.
    Tote gab es schon immer im U-Bahnverkehr. Wer sagt denn, dass diese Person nicht selbst für sein/ihr sozialverträgliches Frühableben gesorgt hat? Ist doch v.A. garnicht schlecht, sich vor eine führerlose U-Bahn zu werfen, als eine fahrerbesetzte. DAS ist echt scheiße, weil der arme Fahrer dann meißt ein psychisches Problem hat, was leider sehr lange nachwirkt. – Also wieder ein Pluspunkt für die neue U-Bahn.

  • admin

    @Markus: Stimmt. Und was tut man dagegen? Man stärkt die inländische Konjunktur. Durch Konjunkturpakete? Nein, durch gerechteren Lohn.

    @Marcus: Nicht rumtrollen! Allen Erkenntnissen nach war das ein Unfall und nicht in suizidaler Absicht geschehen. Dieses Sprücheklopferei mit dem „sozialverträglichen Frühabvleben“ ist was für Sozialdarvinistenfaschos. Das hat zudem mit dem Strek nur insofern zu tun, dass ich an diesem automatisierten System zweifle. Ich wäre ja noch bereit, zu akzeptieren, dass man auf der neuen Linie U3 automatisiert. Neue Linie, neue Technik – ok.Nun aber wird die U2 rationalisiert – hier soll auch der DTM3 fahren.

    Das Kundenbüro am Plärrer wurde geschlossen. Dafür stehen jetzt chice Fahrkartenautomaten mit Touchscreen herum. Ich helfe am Plärrer, am Rathenauplatz und in Herrnhütte regelmäßig Omis, die mit der Technik nicht rumkommen, dass sie sich einen lumpigen Einzelfahrschein ziehen. Früher gab´s da mal Verkaufsstellen…

    Noch ein anderes Beispiel: Meine Traffik hat ein ec-Karten-Terminal. Wenn ich mir Zigaretten kaufe und kein Geld einstecken habe, zahle ich mit Karte.
    Einmal wollte ich dort eine MobiCard mit ec-Karte bezahlen. Das hat die Verkäuferin rundheraus abgelehnt, denn die Marge der MobiCard ist so gering, dass die Transaktionsgebühr des ec-Kartenterminals diese Marge nicht nur auffrisst sondern die Traffikbesitzerin sogar draufzahlen müsste, wenn sie die MobiCard mit ec-Bezahlung hergeben wollte. Beim Verkauf eines Päckchens Zigaretten verdient sie mehr als beim Verkauf einer MobiCard (Preis: rd. 60 Euro)!!

    Der ÖPNV ist für die Bürger da! Die VAG gehört über Umwege immer noch der Stadt. Damit ist die VAG keine Bude mit Profitmaximierungsziel – sie hat einen Grundversorgungsauftrag zu erfüllen.
    Dazu gehört a) Fahrpreise zu ermöglichen, die sich der Bürger auf Dauer auch leisten kann und b) seine Bediensteten anständig zu entlohnen.

  • Marcus

    eine Automatisierung ist nunmal leider der Preis für den Fortschritt, glaube mir, ich seh die Lobpreisungen des Fortschritts auch sehr kritisch und würde am liebsten wieder zu Pferde durch die Landschaft reiten, anstatt mich in Benzin- oder Stromkisten rumkutschieren zu lassen, aber keiner sagt heute mehr was gegen Autos, Busse usw. (Ist noch garnicht sooo lange her, dass man auch diese Gefährte verteufelt hat).
    Deswegen schrieb ich vorhin ja, dass dies ein zweischneidiges Schwert ist. Die Problematik ist aber, stämme man sich gegen den Fortschritt, kann man sich gleich Don Quichote nennen.
    Ich verwette meinen rechten Arm, dass ich 50 Jahren keiner mehr in einer führerbesetzten U-Bahn unterwegs ist und es alle für normal halten. Dann werden wir in gleichem Teil – als alte Leute – sitzen und sagen: „weißt Du noch…früher….da waren da noch Fahrer drin…usw usw.“
    Das ist der Lauf der Geschichte, die Welt entwickelt sich weiter und wer nicht schritthält kommt unter die Räder.

    Grundversorgungsauftrag – stimmt! und die Fahrer die einen Vertrag mit dem Verein haben, sollten sich gefälligst auch daran halten.
    a) die Fahrpreise sind in schwindelnde Höhen gestiegen
    b) korrekt – Mitarbeiter leistungsgerecht entlohnen
    c) den Gewerkschaften endlich mal ´nen Arschtritt geben um diese oberen Herren, die mit Sicherheit NIE mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, von ihrem Ross runterzuholen

  • admin

    Wohl wahr Marcus, den Fortschritt hältst Du nicht auf. Das will ich auch gar nicht. Ich freu mich z.B. an meinem HSDPA – Phone, das doppelt soviel Rechnerleistung hat wie die Blechbüchse vor acht Jahren unter meinem Tisch…
    Das Problem, auf das ich aufmerksam machen möchte ist eng betrachtet eine Problemkette: Nach der Automatisierung (irgendwann war alles, was Maschinen erledigen konnten, von Maschinen erledigt) kam die Rationalisierung (zwei Arbeiter machen die Arbeit von dreien oder vieren) und als die menschliche Arbeitskraft sich auf Grund biologischer Grenzen nicht weiter auspressen ließ kam die Globalisierung. Und weil in Ammiland ein paar Häuslebauer pleite gegangen sind, haben wir jetzt eine lustige Wirtschaftskrise und verschulden unseren Staat für die nächsten dreihundert Jahre.

    Jetzt übersetz´ das mal auf die VAG: Jetzt wird die U2 automatisiert, dann die U1, irgendwan wird im Leitstand rationalisiert, dann wird der Leitstand outgesourced. Busse werden in Tschechien gewartet werden. Unsere tollen High-Tech-Fahrkartenautomaten verschwinden, das Ticket ziehst Du Dir am Handy (gibts schon)…

    Alles Orakelei – ganz klar – aber Du erkennst die Tendenz.
    Was würde daraus folgen? Den zukünftigen verbleibenden übermüdeten Billiglöhnern mag es dann wurscht sein, ob Du im U-Bahnschacht verdroschen wirst, aufs Gleis fällst oder seit zwei Wochen die Kontrollampe für die Wagenbremse rot leuchtet. Willst Du solche Verkehrsmittel?
    Der Streik ist m.E. der erste Ansatzpunkt, hier dagegenzuhalten. Höhere Wochenarbeitszeit = weniger Arbeitsplätze (die VAG ist ja keine Dreißigmannbude). Keine Lohnerhöhung seit 2005 – wenn Du das ok findest, sei es Dir unbenommen. Und: Was die Faher bekommen – ich wiederhole mich nur ungern – ist nicht viel. Nicht für diesen Job.

    zu a) Was kann denn der Fahrer für die Ticketpreise? Ich würde mal sagen: Nix.
    zu c) das ist mir zu platt. Du kannst nicht die Obersten mit den Sekretären vor Ort, den Funktionären, den Ehrenamtlichen … in einen Topf werfen.
    Und: In den Arsch treten – wofür??

  • Markus

    Was bekommen die Fahrer ?

  • admin

    Brutto: 2135 Euro im Durchschnitt (lt. VAG-Infoheftchen)

  • Markus

    Für wieviel Std? Urlaubstage? Sonderleistungen? Wirklich unkündbar?

  • admin

    Das googelst Du Dir bitte selbst!

  • Markus

    Man wird ja mal fragen dürfen? Sorry

  • Marcus

    Das meine ich doch…wer nicht flexibel auf den Fortschritt eingeht, bricht sich folglich früher oder später das Rückgrat und da denke ich sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Diskussion.
    Für mich sind die Gewerkschaften zu unflexibel, weil diesmal ein gutes Angebot vorliegt und man engstirnigerweiße noch eins draufsetzen will, einfach nur um des streit(k)es Willen. Wie herum man es nun argumentiert, tut nichts zur Sache, es werden so oder so Arbeitsplätze abgebaut, da kann auch eine Gewerkschaft mittelfristig nichts dran ändern und eine Erhöhung der Arbeitszeit um sechs Minuten reißt´s ja wohl echt nicht raus.
    zu a) ganz klar, dem armen Würsten hintern Steuer steht mehr Geld zu – ist halt die Frage wie viel, die VAG holt sich´s doch eh wieder von den Fahrgästen bei der nächsten Erhöhung wieder zurück, was wiederum nen dicken Hals auf die Fahrer bewirkt, weil die ja sichtbar ne VAG-Uniform tragen.
    zu c) ähm, die Frage beantworte ich lieber nicht hier, du kennst meine Einstellung

  • admin

    Wer sagt, dsass das Angebot gut ist? Wie kommst Du auf diese absurde Idee?

    Zitat: „Dies ist das „Angebot“ der Arbeitgeber, das bis zum 09.März 2009 um 14.00 Uhr galt:
    1. Lineare Erhöhung: Keine Lohnerhöhung für Januar bis März 2009, Ab 01.04.2009: + 4,55 % und Erhöhung der Schicht- und Wechselschichtzulage auf 130 bzw. 200 €, Ab 01.07.2010: + 2,4 % und die Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 39 Stunden.
    2. Einmalzahlung: Im Januar 2011: Einmalzahlung 120 €
    3. Arbeitszeit: Die durchschnittliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit wird ab 1. Juli 2010 auf 39 Stunden erhöht.
    4. Laufzeit: Mindestlaufzeit bis 31.03.2011
    Eine Arbeitszeitverlängerung nicht zu akzeptieren. Rechnerisch würde das, wegen der mehr geleisteten Arbeitsstunden einen Arbeitsplatzabbau von abgerundet 20 Stellen in der VAG bedeuten. Die Lohnerhöhung für 2009 fällt bei drei Null-Monaten zu niedrig aus. (Letztes Jahr wurde eine Einmalzahlung von 800 € geleistet. Die macht alleine schon ca. 2,5% Lohnerhöhung aus, ohne dass dadurch der Jahreslohn im Vergleich zum Vorjahr steigt.) Die Arbeitszeitverlängerung von 30 Minuten ist mit 1,3% mehr Lohn aufzurechnen. Dann bleibt an Lohnerhöhung für 2010/2011 nur noch 1,1% übrig. Das gleicht noch nicht einmal die zu erwartende Inflationsrate für 2010 aus.“ (ver.di Aktionsflyer)

    1,1 % findest Du ein gutes Angebot? Ernsthaft? Meinst Du das wirklich ernst? 20 Arbeitsplätze abbauen und nicht mal die Inflation ausgeglichen bekommen?
    Ein Reallohnverlust ist bei Dir ein gutes Angebot? Da kann ich Dir dann auch nicht mehr helfen…

  • Marcus

    ähm. Lohnerhähung erfolgt doch jetzt um einige Prozente und die Arbeitszeiterhöhung erst 15 Monate, mit einhergender weiterer Lohnerhöhung, später. Weiterhin erfolgt eine Erhöhung der Zuschläge um monatlich 70,-€, sowie Einmalzahlungen. Nicht zu vergessen sind ja die mit Sicherheit gezahlten Urlaubs- & Weihnachtgelder, also faktisch ein 13. (oder gar 14.) Monatsgehalt
    Die Inflationsrate wird übrigens auch durchs Lohnsteigerungen mitgetragen.

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