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Kurz angetestet: Das Fußgängernavi Kapten von Kapsys

Gestern Abend hatte ich kurz Gelegenheit, das Fußgängernavigationsgerät „Kapten“ des französischen Herstellers Kapsys anzutesten – der erste Eindruck hat mich begeistert!

Das das „Kapten“ ein Navigationssystem ist, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar – es sieht eigentlich aus, wie ein MP3-Player (diese Funktion hat es unter anderem auch). Es kommt ganz ohne Display aus und verfügt nur über wenige Tasten. Das kleine Gerät (es ist wesentlich kleiner als eine Zigarettenschachtel) wir nämlich mit Sprachbefehlen, die das Gerät über ein Headset erhält, gesteuert (und das geht überraschend gut). Die Richtung dirigiert das Gerät vermittels Sprache.

Das gewünschte Ziel lässt sich per Sprachbefehl konfigurieren. Zuerst wird abgefragt, ob man zu Fuß, mit dem Rad, Motorrad oder Auto unterwegs ist, dann wird der Zielort abgefragt und schlussendlich fragt das System ab, ob man den öffentlichen Nahverkehr nutzen möchte. Das Kapten lotst mich also zur nächsten U-Bahnhaltestelle und wenn ich aus der U-Bahn aussteige, dann sagt es mir, wie ich zum Ziel komme. Das funktioniert. Überdies findet es schnell ein GPS-Signal (nur in die Manteltasche darf man es nicht stecken, es wird an einem Neckholder um den Hals getragen).

Quelle: Kapsys France/Agence One

Man kann dem Kapten auch Fragen stellen. Auf die Frage „Wo bin ich?“ antwortet das Kapten mit dem Namen der Stadt, der Straße und der Hausnummer. Die Sprachausgabe ist hierbei überraschend klar und verständlich. Und wenn man „Wie spät ist es?“ ins Headset spricht, wird die Uhrzeit angesagt.

Per Tastendruck speichert das Navi bestimmte Positionen an denen man sich aufhält – und man kann sich auf dem Rückweg oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu diesem Punkt navigieren lassen. Außerdem hat es vorprogrammierte „POI“ – points of interest, wie Restaurants, Supermärkte oder Krankenhäuser gespeichert – es ist ein vollwertige Navi.

Um unterwegs nicht auf Musik und Informationen verzichten zu müssen, bringt das Kapten einen MP3-Player und ein Radio mit – ebenfalls sprachgesteuert. Und damit man unterwegs auch keinen Anruf verpasst, lässt sich das Handy per Bluetooth an das Kapten ankoppeln – das ist wirklich durchdacht.

Für wen eignet sich das Kapten? Zuerst einmal für Fußgänger und Radfahrer, die viel in Städten unterwegs sind (dass das Gerät die Struktur des ÖPNV kennt, macht es sehr wertvoll). Die Abfrage „Wo bin ich“ macht es zudem zu einem wertvollen Begleiter für Blinde und Sehbehinderte (obwohl sich der Webseite nicht entnehmen lässt, dass das Gerät speziell für sie hergestellt wurde). Diese können das Gerät prima bedienen, es hat ja kein Display.

Und es sieht auch noch stylish aus. Das Kapsten ist ein netter urbaner Begleiter. Zur Zeit ist es in Frankreich für etwa 140 Euro zu haben. So richtig offiziell wird es in Deutschland wohl noch nicht verkauft, im Webshop des Hilfsmittelanbieters pabs-online.de ist es für 209 Euro zu haben.

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