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Antrag auf ständige Ausreise

Das Dieter Hildebrandt einer der ganz Großen ist, brauche ich niemandem zu sagen. Mit diesem Hörbuch hat er durch seine Lesung „Antrag auf ständige Ausreise“ des Buchs des Dresdner Autors Jakob Hein ein weiteres Meisterstück hingelegt. Mit Recht schreibt der Verlag „Jakob Heins ganz persönliche Mythen der DDR sind so frech, so unglaublich, dass nur Dieter Hildebrandt sie vortragen kann“.

Wer knappe dreizehn Euro für 70 Minuten wunderbarer Unterhaltung übrig hat, wird erfahren, warum die Entwicklung eines DDR-Walkman für Langspielplatten so gänzlich in die Hose ging (und vom Konzept bis zum Serienprodukt sechs Jahre vergingen), warum und unter welchen Bedingungen Grills selbst zusammengeschweißt wurden, warum die innerdeutsche Grenze täglich 85 Minuten geöffnet wurde und wieso eine ehemaliger Stasi-Mitarbeiter ohne zu arbeiten bis in das Jahr 1998 entlohnt wurde, nur weil ihm der „Antrag auf ständige Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland“ von Erich Honnecker zugestellt wurde.

Es ist wunderbar. Es ist wirklich wunderbar. Nicht nur die Texte – im Besonderen auch die ironische Rezitation des Herrn Hildebrand. Klare Empfehlung!

Jakob Hein: Antrag auf ständige Ausreise, Hörbuch Hamburg (Bildnachweis), 1 CD, 12,95 Euro.

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