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Marshall baut jetzt auch Kopfhörer

Der Markt für Kopfhörer in „Style-Segmenten“ scheint gerade ordentlich zu boomen. Urbanears setzt gute Stückzahlen ab – die Dinger sind wohl für Leute gebaut, die ein klassisch-minimalistisches Design schätzen, die Hip-Hopper unter uns finden mit den Modellen Oboe und Bongo auch einen Kopfhörer mit Style-Statement – nur unsere Rocker und Metaller waren bislang außen vor.

In die Marktlücke der Designkopfhörer für die Rockzielgruppe springt nun der für seine Gitarrenamps berühmt Hersteller Marshall – und launcht rechtzeitig zu Weihnachten zwei Modelle: Einen Schmalzbohrer In-Erarer, der sich da Minor nennt und einen ohraufliegenden Bügelkopfhörer, der auf den Namen Major hört.

Major, Quelle: Marshall Headphones, Stockholm

Nun haben auch die Rocker und Roller „ihren“ Kopfhörer – ohraufliegend soll er sein, mit 32 Ohm Impedanz für Mobilgeräte tauglich und natürlich – das ist heute quasi Pflicht in dieser Produktgattung – faltbar.

20 – 20.000 Hz will der Major hörbar machen, das ist – na ja – sagen wir mal „unteres Mittelfeld“ in der 100-Euro-Preisklasse. Der Schalldruck von 121 dB, wenn er denn stimmt, rangiert aber schon in der Kategorie high pressure. Ob´s hier nur um den Headbanger-Style oder vielleicht sogar um Hifi geht, weiß ich nicht. Die Konzeption des Majors scheint aber deutlich für einen „Unterwegs-Hörer“ ausgelegt zu sein – hierfür spricht nicht nur der Faltmechanismus sondern auch das ohraufliegende Design.

Und natürlich kommt so ein Kopfhörer mit viel Bling – kein klassisches Bling, sondern Rocker-Bling: Ein Teil des Kabels ist gewendelt, der Stecker ist nicht aus profanem Plastik gefertigt sondern ruht in einer Messinghülse und auf der Kopfbügelinnenseite befindet sich die – fast schon obligatorische – Unterschrift von Jim Marshall eingedruckt – in Gold, wie immer. Rocker-Bling eben.

Sonst ist das Kopfhörerdesign teils retro, teils bieder. Echtleder wird natürlich nicht verwendet – Kopfband und Ohrpolster sind aus weichem PVC Vinyl.

Ihr merkt schon: Ich bin von dieser Art Kopfhörer nicht so sehr Fan. Es mag darunter vielleicht auch gute geben – aber mir ist noch keiner begegnet. Solche Hörer werden eher von Designern und Marketingleuten gestaltet als von Technikern. Und so verkommen nicht wenige dieser Hörer zum Accessoire (was wörtlich übersetzt ja nichts anderes als „nebensächlich“ heißt). Das ist aber nicht meine Erwartung an Kopfhörer.

Aber sei´s drum: Für halbtaube Metal-Freaks mag so ein Ding vielleicht sogar das passende Weihnachtsgeschenk sein. 99 bucks, Sir.

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