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Hildegard Knef: The Reform Sessions (Vinyl)

Heute habe ich mir wieder einmal eine Platte zu Gemüte geführt, die ich vor noch nicht allzu langer Zeit kaufte, obwohl sie bereits im Jahr 2002 herauskam und (wie ein kurzer Blick ins Netz verrät) heute noch auf Vinyl verfügbar ist: The Reform Sessions – eine Compilation mit Remixes weniger bekannter Knef-Songs.

Das ist schon ein großartiges Stück Musik: Mein absoluter Favorite ist der Titel „Lass das Vergang´ne vergangen sein“ im Hofuku Sochi Remix. Danceflor Jazz, House, Electro – das ist die Unterlage – und die fügt sich wirklich bemerkenswert an die Basis – die charakteristische, unvergessene Stimme Hildegard Knefs an. Samt und sonders (will man mal von Herrn Koze absehen) unbekannte Remixer tun auf dieser Platte ihr Werk zu vielen mindestens weniger bekannten Songs der Knef. Ausflüge in das Genre Drum´n´Bass werden da genauso unternommen wie Anleihen an Lounge und Ambient. Und dennoch: Diese Platte ist nicht „angenehm unaufgeregt“ (wie die Zündfunk-Zausel immer zu sagen pflegen, wenn Musik derartig lahm ist, dass einem der Schließmuskel einzuschlafen droht – wie ich dieses selbstgefällige Münchener Format doch hasse!) – vielmehr hat sie den zu der Vorlage Knefs adäquaten Beat – flächig, präsent und dennoch nicht die Intention der Originalstücke erdrückend. Die Platte ist eben mehr als eine Sammlung unterschiedlicher Remixe – diese überzeugen durch eigenes künstlerisches Profil, durch eigene Ideen – und das ist nun mal weit mehr als nur ein handwerklich sauberes Arrangement. Wunderbar.

Warum hier unbedingt Platte? Weil Platte zum einen immer besser ist und zum anderen zwei „Vinyl-only“-Boni drauf sind: „Ich liebe Euch“ und „Meine Lieder sind anders“.

Hildegard Knef: The Reform Sessions, popup-records, 2002

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