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Sennheiser HD 465 angetestet

Die Tage habe ich mir den Kopfhörer Sennheiser HD 465 bestellt, ein offenes Modell aus der 50 Euro-Klasse und ich hatte aufgrund diverser guter Bewertungen auf Amazon auch gewisse Erwartungen – diese wurden aber enttäuscht.

Was das Bild nur schwer vermitteln kann, ist die Größe des Kopfhörers – er ist im Wesentlichen nicht kleiner als ein K240, aber bedeutend schwerer und klobiger. Und trotz der offenen Bauweise fand ich den Tragekomfort des Kopfhörers als sehr niedrig. Ungünstig wirkt sich nicht nur das Gewicht des Hörers aus sondern auch die Tatsache, dass der Bügel ordentlich fest sitzt – unangenehm fest. Die Ohrmuscheln werden richtig an die Lauscher gepresst, das ist natürlich unangenehm.

Der HD 465 wartet mit einem an und für sich sinnvollen Feature auf – das Kabel ist nicht mit dem Kopfhörer fest verbunden sondern gesteckt – und das mit einem 3,5mm-Standard-Klinkenstecker. Eine gute Idee, denn sollte das Kabel einmal Schaden genommen haben, kann es problemlos gewechselt werden. Allerdings ist diese gute Idee nicht besonders gut umgesetzt. Ein einfaches Klinkenkabel kann aufgrund der schmalen Einfassung der Buchse nämlich nicht verwendet werden und da die Buchse im Kopfhörer recht tief verbaut ist, dürfte auch ein „zurechtgefeilter“ Standardstecker nicht so ohne Weiteres passen. Hier wird man wohl notgedrungen ein Originalkabel verwenden müssen – ein Feature, das keines ist.

Auch der Stecker, der ins Endgerät gehört ist suboptimal. Wenn der 6,3mm- – Adapter aufgeschraubt ist, sieht der Stecker noch halbwegs vernünftig aus – aber: Der Stecker selbst ist dicker als die 30GB Version des iPod Video. Und lang . Und schwer. Und damit verbietet sich eigentlich schon der mobile Einsatz am iPod, denn bei einem so großen „Hebel“ liefe man Gefahr, die Buchse des iPods zu ruinieren.

Nun aber zum Wichtigsten: Der Klang ist enttäuschend. Hochtöne werden gar nicht oder unnatürlich dunpf wiedergegeben, damit ist die Transparenz des Klangs hinüber. Erschwerend kommt der wenig agile und schwammige Bass hinzu, der selbst bei mittlerem Pegel schnell zur Verzerrung neigt. Im Mitteltonbereich ist der Klang überraschend präsent, Sprache wird überraschend gut wiedergegeben, aber Musik kann mit diesem Kopfhörer nicht genossen werden.

Lounge, House, Jazz – eine Katastrophe. Der Bass vermatscht das Klangbild, die miserable Abbildung des Hochtons kann dem „Matsch“ nicht kompensieren, das Klangbild ist nicht dynamisch, unausgewogen, intransparent. Die Verzerrungen im Tiefenbereich stören das Klangbild stark.

Der HD 465 ist ein zu schwerer und äußerst unkomfortabler Kopfhörer mit einem selbst in der 50 Euro-Klasse inakzeptablen Klang. Ich kann ihn trotz der Stärken bei der Sprachwiedergabe und dem angenehmen Mittelton nicht empfehlen.

2 Kommentare

  • Michael

    allmächt.. ich glaub ich bring dir mal meinen kleinen süßen sennheiser vorbei. und bin dann mal gespannt ob dann da wenigstens ein gutes haar dran bleibt..

  • admin

    Michi, das ist keine Erbsenzählerei – ich bin wirklich enttäuscht von dem Kopfhörer! Ich hatte vor vielen vielen Jahren mal einen offenen Sennheiser, ich kann Dir das Modell gar nicht sagen, der war nach meiner Erinnerung um Längen besser (weiß nur noch, dass der „Made in Irland“ war.
    Klar hab´ ich da keinen K240 Monitor auf dem Kopf – das weiß ich. Aber der klingt ähnlich mies wie mein alter Behringer (sic!) den ich verschenkt habe!

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