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AKG K701

Wer das Blog hier öfter liest, dem ist sicher aufgefallen, dass ich immer wieder mal was über Kopfhörer und Kopfhörerverstärker gemacht habe. Das ist durchaus eigennützigen Motiven geschuldet, war ich doch lange auf der Suche nach einem ordentlichen HiFi-Kopfhörer für den Gebrauch an der heimischen Stereoanlage.

Die Suche dürfte zumindest in absehbarer Zeit ein Ende haben, denn seit guten zwei Wochen befindet sich der AKG K701 in meinem Besitz und ich bin äußerst zufrieden.

Der 701 kommt in einer wenig spektakulären schwarzen Pappbox, mitgeliefert ist eine Art Bedienungsanleitung, ein „Kopfhörerständer“ und ein recht edler Adapter von 6,3,mm Klinkenbuchse auf 3,5 mm Klinkenstecker. Schon beim Herausnehmen aus der Verpackung fällt auf, dass der Kopfhörer überraschend groß und überraschend leicht ist.

Die Haptik vermag zu überzeugen: Der etwa dreihundert Gramm leichte Kopfhörer ist solide aufgebaut und es finden durchaus edle Materialien Einsatz – der weiße Kunststoff ist mit einem glänzenden Finish versehen, glänzende Metallteile setzen die einzelnen Gehäusekomponenten voneinander ab, das Echtlederkopfband sieht hervorragend aus und die der Kopfform angepassten, sich nach oben verjüngenden Ohrpolster aus Velours sind hervorragend eingearbeitet. Der Materialeinsatz spricht für den Hörer, ob man das an klassisches iPod-weiß gemahnende Design mag, sei jedem selbst überlassen (wer den Kopfhörer in schwarz möchte, der kann sich ja mal den Q701 ansehen, den gibt es auch in schwarz und er ist einen guten Tacken teurer).

Der Tragekomfort korrespondiert mit der hochwertigen Haptik und dem Materialeinsatz: Der K701 trägt sich äußerst angenehm. Zuerst einmal ist der Kopfhörer leicht, das ist mir sehr wichtig, denn damit steht und fällt nach längerer Nutzung schon der gute Komfort. Weiterhin werden die Ohren von den äußerst großzügig dimensionierten Polstern voll umschlossen und nichts desto trotz hat man das Gefühl von Freiheit – nichts drückt, nichts beengt, das Design macht sich hier ausgezeichnet bemerkbar. Der Anpressdruck an den Kopf ist gering (man braucht den bei einem offenen Kopfhörer ja auch nicht wirklich) und so lässt sich der 701er auch als Brillenträger über Stunden ohne Druckgefühl tragen.

Velours ist für Ohrpolster ein überaus dankbares Material, denn es ist warm, weich, verfügt über gute akustische Eigenschaften und man schwitzt beim Tagen des Kopfhörers nicht. Aus Echtleder ist am Kopfhörer nur das sich selbst justierende Kopfband. Oben hat dieses ein schönes dunkelbraunes Finish mit AKG-Prägung, zum Kopf hin findet man gepolsterte. längliche Noppen, die auf dem Kopf aufliegen. Diese sind nicht selten Grund für Klagen über unangenehmes Drücken. Ich selbst konnte bislang kein derartiges Drücken vernehmen – ich habe aber auch reichlich Haar auf dem Schädel, vielleicht dämpft das 😉 Ich zumindest kann keine Einbußen beim Tragekomfort verzeichnen.

Größe und Design machen den AKG zu einem wirklich ausgezeichnet tragbaren Kopfhörer – man kann schon einmal vergessen, dass man einen Kopfhörer aufhat.

Ich komme zum wichtigsten: Dem Klang. Der AKG K701 ist sehr fein und neutral abgestimmt, es wird ihm gerne ein trockenes und analytisches Klangbild unterstellt – was ich nachvollziehen kann und was ich als unschätzbaren Vorteil empfinde.

Bevor ich aber über die Charakteristik berichte muss ich die enorme Auflösung und die exzellente Pegelfestigkeit loben: Mit einem Übertragungsbereich von 10 Hz bis 39,8 kHz ist der Hörer in der Lage, Frequenzen abzubilden, die das menschliche Gehör an und für sich gar nicht registrieren kann. Dabei fällt auf, dass die Abstimmung neutral und sauber ist – weder der Bassbereich noch die Höhen sind angehoben (so wie man das beim ein oder anderen Beyer immer wieder erleben muss). Hier muss der Kopfhörer nichts kaschieren und wartet mit einer Transparenz und Auflösung aus, die ihresgleichen sucht: Der Detailreichtum, der hörbar wird,ist überwältigend – komplexe Musik wird vom AKG in ihrer ganzen Vielschichtigkeit abgebildet – den einen mag das überfordern, der andere kann das genießen.

Unzureichende Aufnahmen – das sollte man wissen – werden gnadenlos demaskiert. Das ist bei den Beyers und Sennheisers weniger der Fall. Nichts desto trotz fehlt es dem 701er nicht an Emotionalität – er verlangt eben nur nach guten Quellen, was sowohl die Musik wie auch die Anlage betrifft. Ob man am Kopfhörerausgang der gängigen portablen Geräte oder Mikroanlagen seine Freude haben wird, darf bezweifelt werden.

Ich will an einem kleinen Beispiel verdeutlichen, was ich meine: Vorgestern hörte ich ein Kriminalhörspiel, aufgenommen von Radio Bremen im Jahr 1962 über Satellit (DVB). Hierbei war das Bandrauschen des Originalmaterials gut hörbar, das geht auch mit simpleren Kopfhörern. Interessant aber ist, dass sich mit dem 701er nicht nur einige Schnitte des Bandmaterials eindeutig als solche identifizieren ließen sondern auch, dass Geräusche, die hinterschnitten waren, nach einem zusätzlichen Kopierprozess ins Band eingefügt wurden – die Addition des Bandrauschens und des Rauschens der Kopie war selbst hinter lauter Geräuschkulisse deutlich hörbar. Nun ist die Frage, ob eine so gnadenlose Transparenz eher anstrengt oder begeistert – ich für meinen Teil bin begeistert, denn nicht nur Fehler sind zu entdecken sondern auch Feinheiten in Stimmen und Instrumenten, die einem mit weniger wertigen Kopfhörern schlicht verborgen bleiben.

Analytisch klingenden Hörern wird gerne in einem Atemzug auch eine gewisse Kälte und Emotionslosigkeit unterstellt – das kann ich über den AKG aber nicht sagen – im Gegenteil: Die Schnelligkeit und Direktheit der Wiedergabe sind eine ausgezeichnete Basis für hohe Emotionalität (wenn das Ausgangsmaterial das hergibt). Präzise Höhen, ein fein abgestimmter und natürlicher Mittelton, der auch bei gesprochenem Wort viel Freude bereitet ist gepaart mit einer präzisen, straffen Basswiedergabe. Tiefbässe sind hervorragend hörbar und der AKG kommt verdammt weit „runter“ – ohne hierbei zu übertreiben, zu dick aufzutragen und sich zu verzeichnen. Ein straffer Bass mit höchster Agilität ist in meinen Ohren wesentlich mehr wert als eine ungeformte, dick aufgetragene Basswiedergabe mit Tendenz zum Dröhnen. Metaller und Rapper, die nur den Kick im „fetten“ Bass suchen, werden mit dem 701er wohl nicht froh – aber für diese Zielgruppe ist der Hörer weder vom Design noch vom Preis her attraktiv.

Ein heikles Thema: Die Bühne. Ich bin ja der Meinung, dass man von Kopfhörern generell keine Abbildung der Bühne erwarten kann wie bei Lautsprechern und ich habe auch noch keinen gehört, bei dem dies vernünftig gelungen wäre. Aber selbst hier vermag der AKG was „draus zu machen“: Der Ton löst sich von den Kapseln und vermittelt den Eindruck einer freien Ortbarkeit. Nur, das ist eben so begrenzt, wie ein Kopfhörer eben begrenzt. Aber auch das vermeintliche Loslösen des Tons von der Membran gelingt – und dies findet man bei Kopfhörern – auch dieser Preisklasse – eher selten.

Der AKG K701 stellt schon Ansprüche an die Anlage …

… aber das fällt erst auf den zweiten Blick auf. Zuerst einmal mag man seitens der technischen Daten den Eindruck vermittelt bekommen, dass der Hörer sehr universell betreibbar ist. Mit einer Impedanz von niedrigen 62 Ohm ist er auch an schwachbrüstig ausgelegten Buchsen oder gut dimensionierten Mobilgeräten willkommen und bei einer Empfindlichkeit von 105 dB per Milliwatt bekommt man ihn auch mit suboptimalem Equipment halbwegs ordentlich getrieben. Nur: Klanglich wird das nicht verziehen. Der 701er will am iPod keine Freude machen – der iPod ist dafür einfach zu schlecht (auch wenn unkomprimiertes Material gehört wird). Rauschende Kopfhörerbuchsen an einfachem Gerät nerven schnell – ein schlecht justierter Tonabnehmer am Plattenspieler fällt sofort auf und wenn das Signal vom Tuner nicht ganz optimal ist hört man das deutlich. An halbkaputten Plastikanlagen ist mit diesem Hörer nichts gewonnen.

An einer soliden Anlage aber macht der 701er eine gute Figur und es gibt Potenzial, alles rauszuholen:

Mit einem mit Bedacht modifizierten Röhrenkopfhörerverstärker macht die Sache gleich doppelt Spaß: Die Wärme der Röhrenverstärkung und die ausgewiesene Transparenz des AKG ergänzen sich vortrefflich.

Fazit: In der Preisklasse unerreichter Klang, hohe Transparenz, gutes Auflösungsvermögen und hohe Agilität. Der Kopfhörer will gut befeuert sein. Optisch, haptisch und klanglich ein Genuss.

Kurzreviev der stereoplay.

Good Bye, White Stripes

Eigentlich schade: Die White Stripes werfen das Handtuch, getreu dem Motto Man möge aufhören, wenn es am schönsten ist. Nun, vielleicht haben sie genug Geld verdient, vielleicht stürzt sich Jack White demnächst wieder in andere Projekte – wer weiß.

Schön war es schon und der Erfolg gab ihnen Recht: Mit dem Album White Blood Cells und dem Folgealbum Elephant gelangen ihnen Meisterstücke – und mit Seven Nation Army waren die Stripes in aller Fußballmunde.

Ich erinnere mich noch gut an ein Konzert, es muss 2000 oder 2001 gewesen sein im KOMM – da rockten sie den Saal. Heute würden sie wohl die Arena stressfrei ausverkaufen und vielleicht ist der Abschied derzeit das Beste, was sie tun konnten.

Die große Welle der Retro-Bands ist verebbt. Warten wir auf ein Reunion – vielleicht in 2015?

Monster Cable: Beats by Dr. Dre.

Heute hatte ich Freizeit und nutzte diese, um mich mal wieder etwas in der Stadt umzuschauen. Ich war interessehalber mal bei Saturn und wollte eigentlich nur den K601 gegen den 701er hören (aber Kopfhörer auf diesem Niveau bietet der Nürnberger Saturn leider nicht an). Im Gespräch sagte ich der etwas ahnungslos wirkenden und offensichtlich überforderten Verkäuferin, dass ich mir gerne vernünftige Kopfhörer zulegen wolle. Als ihr bestes Modell präsentierte sie mir – nicht ohne Stolz – den „Kopfhörer“ beats by Dr. Dre in der Variante Studio des US-Herstellers Monster Cable.

Ich hörte mir diesen Kopfhörer am iPod an – ich weiß, dass das keine Referenz ist – aber immerhin habe ich einiges unkomprimierte Material auf dem Speicher und kann den Klang gegen Erfahrungen mit größeren Sennheiser und AKGs vergleichen. Auch, so sagte man mir, könne der „beats Studio“ hervorrangend am iPod verwendet werden. Ich habe mir wirklich Zeit genommen, diesen Kopfhörer auf mich wirken zu lassen und unterschiedlichstes Material gehört.

Quelle: flickr, Nuon Dantas, CC-BY-NC-SA

Mein Fazit: Klanglich ist dieser Kopfhörer Vollschrott. Es war mir nicht bewusst, dass es möglich ist, so extrem schlechte Kopfhörer zu einem Preis von knappen 300 Euro (Saturn-Preis) zu verkaufen. Ich will ehrlich sein: Hätte dieser Kopfhörer 30 Euro gekostet, hätte ich ihn liegen lassen.

Im Bassbereich macht der Hörer sogar eine durchschnittliche Figur: Die Bässe sind tief – nicht etwa abgrundtief aber immerhin tief. Im Bereich der Mitten, insbesondere der höheren Mitten (die sind durchaus wichtig für die Darstellung der Räumlichkeit) tut sich so gut wie nichts – man möchte meinen, dass der Hörer auf Bass und Hochton abgestimmt ist. Dem widerspricht aber der unumstößliche Fakt, dass selbst die Höhen unglaublich dünn, unterbetont sind. In Summe liefert der Kopfhörer undifferenzierten, bassbetonten Tonmatsch ans Ohr (von Klang darf hier nicht die Rede sein).

Der klobige, etwas zu schwere Hörer trägt sich scheiße und ist aus Vollplastik. Das Ohr passt gerade so in die Muscheln, nach zehn Minuten wird einem unter dem Hörer unangenehm warm. Der Kunststoff knarzt. Kurz, das Ding ist nicht nur klanglich unterirdisch sondern auch haptisch mies.

Das einizige, was man diesem Kopfhörer zugestehen kann, ist, dass er halbwegs anzusehen ist – das ist aber auch schon alles.

Liebe Leute, ich bin von der 50-Euro-Sennheiser.Klasse nicht unbdingt begeistert, aber wer sich einen beats by Dr. Dre anschaffen will, der höre sich nur zum Vergleich die AKGs oder Sennheisers in der 50-150-Euro-Klasse an. Das ist immer noch mindestens weniger als die Hälfte des Geldes für einen Monster Cable und ist klanglich nicht nur um Welten sondern ganze Universen besser.

Man zahlt bei diesen „Style-Produkten“ für die Optik und den Namen des Künstlers, der das Testimonial dafür abgibt – das ist bei der Quincy Jones-Edition bei AKG ähnlich. Man zahlt hier den Namen Dr. Dre und einen zweifelhaften „Style“. Wer das will, dem sei das unbenommen. Das ein Dreihunderteuroprodukt vom Klang her aber so unsagbar schlecht ist, bewegte sich bis heute außerhalb meiner Vorstellungskraft. Unglaublich.

90s Techno. Zum revuepassierenlassen.

Farbschock zwar, aber guter Sound!

Darauf hat mich Thorsten die Tage hingewiesen. Geiler Tune – hab´ ich bestimmt 15 Jahre nicht mehr gehört!!
Das Video wurde leider von YouTube entfernt (Edit: 2. Juni 2017)

Ist zwar Marusha – fand ich damals aber extrem geil!

Und noch einer – The Grid waren imho mit seeehr edlem Sound unterwegs!

Und zu guter letzt noch die Nightcrawlers – dürfen hier keinesfalls fehlen:

Waren die 90s wirklich so extrem bunt-grell-bunt? Kann ich mich nicht mehr erinnern? Habe ich das verdrängt? Zuviel Sonnenbrille?

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