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Wettercam tut wieder.

Nach etwas basteln und einer gut dreiwöchigen Pause tut also die Wettercam, die auf die Schoppershofstraße blickt, wieder.

Wetter-Webcam

Sollte sie nach etwa 18 Uhr ein schwarzes Bild liefern, dann ist das kein Defekt sondern einfach mangelnde Lichtstärke…

Günstig ein Home Cinema auf Röhrenbasis aufbauen – ein Konzept

Mit einem guten Freund habe ich dieser Tage eine interessante Diskussion geführt: Er will mit möglichst vorhandenen Komponenten und möglichst geringem Geldeinsatz mit Beamer ein Home Cinema errichten. Der Beamer und der DVD-Player ist vorhanden, Stereoreceiver und Boxen (aber von fragwürdiger Qualität) sind ebenso vorhanden, sollen m.E. nicht mehr zum Einsatz kommen. Nun könnte man freilichein Komplettsystem kaufen – Receiver mit Boxen, aber da hat man insbesondere bei Mittelklassegeräten hinsichtlich Leistung und Klang halt echt Kompromisse hinzunehmen. Als Effektgerät für DVDs reicht das in der Regel, ob man damit aber Musik hören will, steht auf einem anderen Blatt.

Nun gibt es aber auch eine andere, nicht ganz orthodoxe Herangehensweise an das Home-Cinema-Dolb-Digital-Problem: In der Theorie könnte man einen Dolby-DAC mit Preampfunktion kaufen und dann das verbleibende Geld in gute Endstufen und Boxen investieren.

Der Preamp

Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es hier im klassischen Rasterformat interessante Geräte, die den Job tun, von der technischen Entwicklungsstufe aber eher das End-90er-Niveau erreichen – dafür aber klanglich interessant sind. Als reines AC3-Gerät käme hier zum Beispiel der ROTEL RDA-980 in Frage – nur etwas olschool ist das schon. Es darf schon ein dts-zertifizierter Preamp sein, 5.1 sollte aber reichen. Interessanterweise gibt es sowas aber nicht nur aus der Mottenkiste sondern auch als Neugerät. Von den Specs her erfüllt die leider nicht ins Rastermaß passende Decoderstation 5 von Teufel die Anforderungen. Hier habe ich dreimal einen Analogeingsang einen 5.1-Ausgang und als digitale Eingänge jeweils 2x SPDIF und 2x Toslink. Diese kleine Box kommt mit Fernbedienung und ist füpr einen Straßenpreis von etwa 190 Euro zu haben. Der Anfang wäre also gemsacht.

Dieser DAC/Decoder/Pre ist eigentlich dafür gebaut, um ein Teufel-PC-Lautsprecherset zur Anlage zu pimpen, die Intention ist also der Anschluss von Aktivlautsprechern – aber es hindert einen ja niemand, interessante Endstufen nebst passenden Boxen damit zu betreiben. Und nun sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

Verstärker und Boxen – hier eine Budget-Variante mit Röhren

Es werden lediglich passende Verstärker und Boxen gebraucht und da kannman nun je nach Budget das Basteln anfangen oder was Fertiges kaufen oder aber auch entsprechende Gerätschaften „tunen“.

Ich beginne mal mit dem „tunen“: Etwas, was ich so realisieren ließe und out of the box nicht kaufbar ist, wäre das Tube Amp Home Theatre. In diesem Fall sprechen wir hier von einem hybriden Home-Theatre, denn das Teufels-Kistchen ist ja ne „Transe“. Dennoch – gerade kalter dts-Sound dürfte durch eine Röhrenverstärkung nur gewinnen. Um das Budget nicht zu sprengen und weil man beim Output des Teufels und dem, was da tonmäßig von Standard-DVDs nun auch nicht den High-End-Gipfel erwarten kann, tun es hier auch einfache, kleine Verstärkerchen. Wenn man 10 Watt an jedem Kanal liegen hat, dann ist für den Normalbetrieb echt mehr als ausreichend, damit kann man schon richtig Lärm machen. Ich denke, dass auch fünf Watt vollauf genügen (meine Röhrenmonos geben je 15 Watt maximal aus, die konnte ich noch NIE voll ausreizen weil ich entweder Angst um meine Lautsprecher habe und die Polizei längst vorher da ist).

Solch kleine Verstärkerchen sind überall zu haben. Der kleinste, den ich im unteren Segment gesehen habe, ist ein Marriola, der kostet pro Stück etwa 200,-, drei bräuchte man. Es geht für einen geringen Aufpreis aber auch noch einen Tacken besser – die geeigneten Gerätschaften kommen aus China. Derzeit befindet sich da ein Haufen Neuware am Markt – für Experimente scheint mir zum Beispiel der kleine Rivals interessant zu sein, weil hier zwei EL 34 ihr Werk tun. Und EL 34 bekommt man in hinreichender Qualität von JJ für knappe 15,- das Stück. Dieser Amp lädt wegen seiner Bestückung förmlich zu Experimenten ein.

RIVALS-Amp, Quelle: Luping Company

Dass man zu diesem Preis keinen anständigen Überträger etc. erwarten kann, versteht sich von selbst – aber hier geht es ja um ein kleines Home Theatre und nicht um die Hauptanlage. Diese chinesischen Röhrenverstärker werden sehr kontrovers diskutiert, mit einigen dieser Geräte durfte ich bereits Erfahrung sammeln und das Ergebnis, sofern es sich überhaupt pauschalieren lässt, fällt dahingehend aus, dass diese Geräte in der Regel vom Design her sehr klassisch und solide aufgebaut sind, die Verarbeitung sehr solide, die Röhrenbestückung aber nicht selten von zweifelhafter Qualität ist. Hier lässt sich aber – insbesondere an den Endröhren – etwa tun: Gerade die EL 34 ist in wirklich guter Qualität habbar, wird nach wie vor hergestellt und der Aufpreis fürs Matchen beträgt in der Regel nur wenige Euro und für den Techniker des Vertrauens ist die Neujustage des Ruhestroms kein Problem. Dem kann auch noch einmal dadurch entgegengewirkt werden, indem man Geräte mit Auto-Gain kauft, hier regelt der Verstärker dann auch Alterungsverluste und Schwankungen selbsttätig aus, beim vorgenannten Verstärker tut dies die Gleichrichterröhre 5Z4P, die sich als Shuguang-Fabrikat auch nachkaufen lässt (Preis um die 6 USD). Wer ein solches Chinagerät kauft, sollte es erst einmal kritisch hören, manch Chinaröhre ist erstaunlich gut, bei anderen bringt ein Tausch einen deutlichen Gewinn.

Nicht vergessen werden darf gerade bei einfachen Röhrenverstärkern, dass sie Lautsprecher mit einem guten „Wirkungsgrad“ benötigen. Man mag sich darüber streiten, aber bei einem Einfacheinsatz der EL 34 dürfen es meines Erachtens mindestens 92 dB sein. Da ist man bei der Wahl der entsprechenden Lautsprecher schon etwas eingeschränkt, aber auch nur etwas. Die DALIs (Dänemark), hier bieten auch die günstigen Modelle einem guten Klang, das Preis-Leistungsverhältnis ist hervorragend, knacken diesen Wert in der Regel und auch wer den Boxenbau mit guten Breitbändern probieren will (was für unser diskutiertes Setting gar nicht so abwegig ist) hat hier selten Probleme. Hier einfach mal beispielshalber ein „full range speaker“ von Fostex, nebst Boxenbauanleitung für einen Hornlautsprecher – wer gut mit Holz umgehen kann, kriegt auf diese Weise echt maximnalen Klang für minimales Budget – das Ding ist, wenn man gut verhandelt, für einen guten Hunderter das Stück käuflich – man muss halt Hörner mögen… Für den Woofer halte ich sowas für gut vorstellbar – hier muss man halt ein wenig tiefer in die Tasche greifen – bekommt dafür aber ein Chassis, dass man in den meisten kommerziellen Settings dieser Art in dieser Qualität kaum bekommen wird.

Wer keinen Bock auf Boxenselbstbau hat, kann sich ja nach passendem Fertiggerät umsehen. Mit dem Zensor 1 hat Dali zu einem Stückpreis von etwa 130 Euro ein attraktives Angebot am Start, der Zensor Vocal bietet einen echt wohnzimmertauglichen Center und passende Subwoofer findet man bei diesem Hersteller auch. Sollte das Budget hierfür gar nicht hinreichen, kann man sich auch einmal bei Mistral umsehen und kombinieren – Vertriebe gibt es sowohl in Deutschland wie auch Tschechien. Hier ist aber wirkungsgradtechnisch das untere Ende der Fahnenstange erreicht.

Warum schreibe ich das?

In der Diskussion behauptete ich, dass der Aufbau eines solchen Systems für 5000 Euro möglich sei – das funktioniert in der Tat – nur mit dem hier vorgeschlagenen Setting, unter Berücksichtigung aller Modifikationskosten mit drei Röhrenamps, Pre, Boxen und Verkabelung ist das mit etwas mehr als 2000 Euro möglich. Nun stellt sich die Frage ob das sinnvoll ist, denn nach diesem Vorschlag bekommt man hier selbstredend nicht „High End“ sondern gehobene Audio-Mittelkasse. Möglicherweise liefert ein sandbasiertes Set zu ähnlichem Preis „ähnliche“ Qualität. Was ist also gewonnen?

Fertig konfektionierte Sets sind mehrheitlich auf imposante Basswiedergabe und schneidende Höhen hindesigned. Das bringt grandiose Effekte, in aller Regel aber auch eine undifferenzierte Musik- und zweifelhafte Sprachwidergabe. Ich gehe davon aus, dass es immer noch Menschen mit anderen Hörgewohnheiten gibt, denen ein differenziertes Klangbild und eine transparente Darbietung wichtig sind. Ich komme nicht umhin zu sagen, dass hier auch Röhren nicht das Maß aller Dinge sind – ihre Charakteristik – auch mit einfachem Schaltungsdesign – kommen dem Wunsch nach Ausgewogenheit und Wärme dennoch sehr entgegen. Es gibt meines Wissens jedoch im Europavertrieb kein out-of-the-box „Tube Home Theatre“. Der Markt würde das per se auch nicht annehmen, denn im Prinzip ist das vorgeschlagene Konzept eine Mogelpackung: Das Böxchen von Teufel liefert zur Vorverstärkung klassischen Sand – hier ist nix mit Röhre, man fährt dieses Setting also „hybrid“. Das soll der Sache aber keinen Abbruch tun, denn der durchaus harte Digitalklang – der bei vielen DVDs sowieso eher suboptimal ist“, kann durch sanfte Röhrenbehandlung nur gewinnen. Auch die Leistungsfähigkeit wird gemeinhin unterschätzt – der EL 34-Sound hat genug Wumms, um auch beim Blockbuster made in Hollywood nicht alt auszusehen.

Das vorgenannte Konzept hat zudem noch Optimierungspotenzial: Ich gehe davon aus, dass die Kanaltrennung der Rivals nicht zu 100% optimal ist. Das Spiel bei den Front- und Rear-Kanälen praktisch keine Rolle, der Subwoofer und der Center teilen sich aber einen Verstärker und hier kann theoretisch eine Kanalübersprechung richtig stressen. Um hier richtig sauber zu arbeiten, können hier jeweils zwei Monoblöcke Einsatz finden, das würde das Budget aber zusätzlich nicht unerheblich belasten.

In beiden Varianten gilt es, Kompromisse hinzunehmen. Soll es wirklich Mehrkanal sein und soll dieser Mehrkanalton nicht von der Stange kommen, ließe sich vorgenanntes Konzept aber durchaus einmal überdenken.

Ob sich HD+ wirklich durchsetzt?

Nach der Lektüre dieser Heise-News musste ich hart lachen: Es scheint, dass sich HD+ nicht so recht durchsetzt und die Kunden mehrheitlich nicht gewillt sind, die „Infrastrukturabgabe“ zu blechen – warum auch?

Die Argumentation der Heise-Redaktion scheint mir durchaus schlüssig: Wer sich im letzten Jahr zu Beginn von HD+ einen entsprechenden Receiver kaufte, hatte nicht die große Auswahl und dürfte das aller Erfahrung nach erst nach reiflicher Überlegung getan haben, denn schon damals sprachen gute Gründe gegen so eine Anschaffung.

Inzwischen aber dürften etliche Receiverbesitzer nach Ablauf der einjährigen „kostenlosen“ HD+-Nutzung nicht mehr „zurückkehren“, denn der Mehrwert ist zweifelhaft, sind die HD-Sender doch in normaler Auflösung alle noch zu sehen. Und ohne Not geben nur wenige den Fuffie aus für RTL, SAT 1, Pro 7 und Konsorten.

Wer in der letzten Zeit Privatsender gesehen hat, dem dürfte die aufwändige Werbekampagne für HD+ kaum entgangen sein. Wer sich HD+ holt, der erkauft, der Link zum alten Beitag zeigt es ja, dies mit erheblichen Nachteilen. Ich bin kein Fan von HD+ und ich würde es mir auch nicht anschaffen. Gegen HD+ spricht eine Reihe von Argumenten:

  • Auch wenn die HD+-Smartcard im Bundle mit einemneuen Receiver angeboten wird, ist dies mitnichten kostenlos, denn die Nutzung gilt nur für ein Jahr, dann muss eine neue HD+-Karte angeschafft werden
  • Selbst wenn die Smartcard im ersten Jahr subventioniert wird, ist ein HD+-Receiver immer noch das teurere Gerät, denn der Receiver braucht mit dem Smartcard-Reader ja entsprechend aufwändigere Hardware
  • Die HD+-Sender werden kostenlos auch in normaler Auflösung gezeigt. Diese ist i.d.R hinreichend gut. Man sollte sehr kritisch prüfen, ob Privatfernsehen in HD einen echten Mehrwert bietet. Bei der durchschnittlichen technischen Ausstattung im Speziellen und der Programmqualität im Allgemeinen dürfen hieran durchaus Zweifel angemeldet werden
  • Jeder sollte freien Zugang zu frei empfangbaren Programmen haben. HD+ ist politisch betrachtet hier kontraproduktiv. Werden die SD-Sender irgendwann einmal abgeschaltet, hat sich hier ein „quasi-Pay-TV“ etabliert. Maßgabe der Lizenzierung war seinerzeit ja die Finanzierung des Sendebetriebs durch Werbung. Das könnte durch die HD+-Bestrebungen aufgeweicht werden (allerdings: Solange es nur so wenige Abonnenten von HD+ gibt wie derzeit, wird es die beteiligten Privatsender auch in SD geben, denn sonst wäre die Verbreitung ja unrentabel gering)
  • HD+ lässt sich technisch nur schwer und unkomfortabel mit anderen Pay-TV-Angeboten parallel betreiben

Warum HD+ weiter nicht taugt, zeigt auch ein guter Kommentar bei Sat & Kabel, den ich ob seines Wahrheitsgehaltes und seiner Pointiertheit hier verlinke. HD+ kann nur dann ein Erfolg werden, wenn RTL und Co. ohne HD+-Receiver gar nicht mehr frei empfangen werden können – vorher braucht das doch keiner so richtig. Und dann, so kann ichmir vorstellen, segmentiert sich der Markt in mindestens zwei Teile: Die Unterschicht holt sich HD+, der Rest verzichtet auf die großen Privatsender. Ich selbst sehe nur selten privat und hätte mit einem Verschwinden von RTL… von meinem Fernsehschirm genau gar kein Leiden. Ob man seitens der privaten dieses Risiko eingeht, ist auch fraglich. Wenn ich diese Art von Programm wollte, würde ich mir schon die Frage stellen, ob ich dann nicht lieber gleich zu Sky gehe, wenn es denn schon Pay-TV sein muss. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass man seine Werbebasis so gefährdet. Der Rest passiert ja sowieso im Internet.

Test: Urbanears Plattan.

Ein glücklicher Umstand brachte mich in Besitz eines spannenden Kopfhörers, der – so man dem Marketing traut – nicht nur als solcher zu fungieren weiß sondern auch als Kopfschmuck des jeweiligen Trägers: Der Plattan – das Spitzenmodell der Serie URBANEARS vom mir bislang noch unbekannten Hersteller Zound Industries saß in den letzten Tagen oft auf meinen Ohren und nun will ich Euch an den mit diesem Stylerprodukt gesammelten Erfahrungen teilhaben lassen.

Das Konzept ist bekannt: Ein Kopfhörer ist heute nicht mehr nur ein profaner Kopfhörer sondern ein – wie soll ich sagen? – „Accessoire“, also etwas mit Nutzwert, was den oder die TrägerIn schmücken und gleichzeitig von der „Masse“ (was oder wer auch immer damit gemeint ist) abheben soll. Solche Accessoire-Kopfhörer gibt es viele, in Kooperation mit Adidas oder Nike wurden schon welche hergestellt, ganz vorn dabei unter den Style-Lauschern ist wesc (so einen hatte ich auch mal) und für die Proleten gibt es dann noch an Ed Hardy gemahnende Kopfhörer von „Scullcandy“ – quasi die über die Ohren ziehbare Unterschichtsidentität. Urbanears geht dabei einen erfrischend anderen Weg: Man gestaltet dort Kopfhörer so auffallend unprätentiös, dass ich ihm das Attribut puristisch schon gar nicht mehr zubilligen mag. Auffallend unprätentiös – geht das? Ja, das geht, wie der Plattan beweist, denn hier ist auf alles aufmerksamkeitsschindende Gedönz, Bling etc. verzichtet – und das fällt auf.

Der Plattan ist ein Faltkopfhörer, dessen Abmaße sich durch Einklappen der Hörer durchaus reduzieren lassen. Und der Plattan ist ein Headset, denn ein Mikrofon und eine Einknopfsteuerung fürs Handy sind ebenfalls mit an Bord.

Die Haptik ist auch deshalb spannend, weil hier Details sehr fein ausgearbeitet sind: Der Kunststoff der Hörmuscheln ist nicht etwa auf Hochglanz poliert sondern mit einem matten Finish überzogen, das an das Nextel der alten Revox-Geräte erinnert. Das Kopfband aus Textil fühlt sich weich und wertig an, die Ohrpolster aus weichem, gummiartigem Kunststoff schmiegen sich ans Ohr, das textilummantelte Kabel vermittelt einen wertigen Eindruck. Wenige gebürstete Metalleinlagen unterstreichen das Gefühl von Wertigkeit.

Mit einem im Detail so fein gearbeiteten und dennoch so überraschend schlichten Kopfhörer wird man definitiv auffallen.

Obschon der Plattan eine sehr gefällige Optik hat, ist natürlich der Klang das ausschlaggebende Merkmal. Der Plattan soll – so weiß die Internetseite zu berichten – 40mm Driver haben, handgearbeitete. Und ja, der Plattan klingt schon gut, aber eher auf seine eigene Weise: Bass ist das Zauberwort. Der Plattan hat ein hervorragend nasses Bassfundament, tief, gut zeichnend, groovend. Und so macht der Plattan bei elektronischer Musik richtig Spaß – die Bassline wird sauber und druckvoll ans Ohr gebracht. Doch leiden die Mitten und Höhen an dieser Überzeichnung, besonders die Mitten, sie setzen sich kaum gegen die Bassbetonung durch und so klingt der Hörer keineswegs natürlich. Die Gesamtauflösung sackt deutlich ab, feinzeichnend ist da nix und so strengt der Kopfhörer sowohl bei Jazz wie auch Hörbüchern schnell an. Man kann mit Techno, Deep House und Trommelbass dann mit dem Hörer richtig Spaß haben, wenn man sich auf dem Weg zum nächsten Club mit Tanzakustik einschwingen will. Man wird den engen Sitz im Nahverkehr schätzen. Man will den Plattan zuhause aber aus der Hand legen, wenn eine Hank Mobley auf dem Teller dreht oder ein Hörbuch im Schacht des CD-Players seine Kreise zieht.

Insofern sind mir persönlich viele klangliche Bewertungen im Netz dahingehend fremd, dass hier der gute Klang über das gesamte Spektrum gelobt wird. Meines Erachtens ist dem nicht so. Ich begreife den Plattan als Musikkopfhörer, der stark färbt und sich damit für Stile wie Techno, Deephouse, Trommelbass… empfiehlt. Schon im Bereich experimenteller Electronica, im Bereich der klaren Sprachwiedergabe und des Jazz zeigen sich hier aber Grenzen. Mir ist bewusst, dass solche Färbungen Geschmackssache sind und dass sich der Plattan schon rein preislich mit einem K701 nicht vergleichen lässt – nur wissen muss man das eben.

Der Kopfhörer ist für die Verwendung am Handy angepasst – er bringt nämlich auch ein Mikrofon und eine Steuertaste mit und kann so als Headset verwendet werden. Das klappt auch ganz gut – leider ist der Plattan vom Stecker her für das iPhone vorbereitet, wer ihn mit einem richtigen Telefon (z.B. E7, Blackberry) nutzen will, braucht einen Adapter, der ist beigelegt – aber an den Anschlüssen etwas klobig ausgefallen. Das mit dem Telefonieren klappt auch ganz gut, es fühlt sich nur etwas strange an, denn der recht stramm ohraufliegende Kopfhörer dämpft auch das eigene gesprochene Wort recht gut. Und damit bin ich schon beim Sitz des Hörers – das ist ja auch nicht unwesentlich:

Nach meinem persönlichen Empfinden sitzt der Kopfhörer etwas zu straff. Er hat für einen Hörer dieser Größe recht gute Dämpfungseigenschaften. Das klappt natürlich bei einem ohraufliegenen Hörer nur mit Anpressdruck. Nun ist mein Plattan auch recht neu – vielleicht gibt sich das mit der Zeit – aber für einen Brillenträger ist das ein wenig zu heftig. Mit dem Headset ist der Hörer ja besonders für den mobilen Bereich ausgelegt – für so richtig straßenverkehrstauglich halte ich ihn aber nicht, denn man bekommt von den Umgebungsgeräuschen quasi nix mit. In der U- oder S-Bahn ist das ganz nett, auf der Straße aber nicht empfehlenswert.

Last but not least muss ich noch über ein weiteres interessantes Feature sprechen – der ZoudPlug ist ein weiterer 3,5mm Kopfhörereingang im Plattan, mit dem der Sound an einen anderen Kopfhörer durchgereicht werden kann. So können zwei Personen an einem Handy hören. Das ist für Paare ein nettes Feature – die Zeiten, in denen man sich zwei Schmalzbohrer teilen musste, sind vorbei.

Der Plattan sieht super aus und ist wertig verarbeitet. Er lässt sich unterwegs am Telefon ausgezeichnet verwenden. Er ist ein Bassbrecher und färbt den Ton, eignet sich damit besonders für elektronischen Sound. Für einen ohraufliegenden Kopfhörer schirmt er Umgebungsgeräusche sehr gut ab, sitzt dabei aber ein wenig zu straff. Für Brillenträger nur bedingt geeignet. Kostet zwischen 60 und 70 Euro. Gibts in fast allen Farben.

Im Test: Android-Tablet-PC smartbook SURFER 360 MT7

Wenn heute von Tablet-PCs gesprochen wird, wird mancher ganz automatisch das iPad von Apple mit dieser Computergatung assoziieren. Doch für viele ist dieses iPad nicht die richtige Wahl, ist es auf der einen Seite sehr teuer, auf der anderen Seite zu sehr an die Produktpolitik ebendieser Firma gebunden. Inzwischen aber gibt es echte Alternativen – wer auf den Bedienkomfort nicht verzichten und gleichzeitig preisgünstig kaufen möchte, hat die Möglichkeit, Tablets mit dem Betriebssystem Android zu benutzen.

Im heutigen Test befindet sich das SURFER 360 MT7, ein 7-Zoll-Android-Tablet des Offenburger Herstellers smartbook AG. Dieses Tablet ist besonders spannend, bietet es neben seinem gefälligen Formfaktor und dem dezenten wie exklusiven Design einen wirklich erstaunlichen Preis: Mit 199,- Euro ist der UVP angegeben, der Straßenpreis hat sich bei etwa 180 Euro eingependelt.

Was ein so günstiges Tablet taugt und was man damit machen kann, zeigt der folgende Artikel.

Unboxing

Kleiner als ein Schuhkartin ist die Verpackung des SURFER 360 MT7, der dickwandige und aufwändig gestaltete Karton enthält neben dem Tablet-PC selbst das Netzteil, einen Ohrhörer, einen Mini-USB auf USB (female)-Adapter, um USB-Sticks u.ä. an das Tablet anschließen zu können und einen USB-Adapter für die Verbindung mit dem PC. Und dann findet sich im Karton – und das verdient dieser Tage besonders Erwähnung – eine gut verständliche, ausführliche Bedienungsanleitung in Farbdruck. Das die USB-Verbinder mitgeliefert sind, ist dahingehend zu würdigen, dass diese bei wesentlich teureren oft fehlen. Der Lieferumfang versetzt den Nutzer sofort in die Lage, sofort loszulegen. Weiterhin liegt ein metallener Ständer für das Tablet bei – so lässt es sich zum einen als digitaler Fotoframe verwenden und ist zum anderen bei Nichtgebrauch gut und sylish verstaut.

Das Tablet

Das SUPER 360 MT7 präsentiert sich haptisch ganz hervorragend: Frontseituig ist das sieben Zoll große Display in einem mattschwarzen Kunststoffrahmen eingefasst, rückseitig sorgt eine weinrot-metallic-schimmernde Anti-Rutsch-Beschichtung für Extravaganz und einen guten Griff. Mit lediglich drei Tasten kommt das Tablet aus – der Zurück-Button ist aus Metall gefertigt und sitzt auf der Front des Geräts, seitlich findet sich die Tastenwippe mit dem Home- und Menü-Button.

Auf der Unterseite befinden sich die Anschlüsse: Es stehen ein MIni-USB-Anschluss, ein Mini -HDMI-Video Out, eine 3,5 mm-Kopfhörerbuchse, ein Slot für microSC(HC)-Speicherkarten (unterstützt werden bis zu 32 GB) und der Netzanschluss nebst Ladeanzeige zur Verfügung. Außerdem ist hier das eingebaute MIkrofon untergebracht, die Kamera mit einer Auflösung von zwei Megapixeln befindet sich auf der Front.

Inbetriebnahme

Wie jedes mobile Gerät ist auch beim SUPER 360 MT7 der Akku vor der ersten Benutzung vollständig zu laden – hier sollte dieses erste Laden mindestens vier Stunden lang geschehen. Mit einem langen Druck auf den Powerknopf fährt das Tablet hoch, ein kurzer Druck versetzt es in den Standby-Modus.

Beim ersten Einschalten fällt schon das Kontrastreiche und gestochen scharfe Display ins Auge. Es handelt sich um ein Multitouch-Display das selbstverständlich auch die typischen Zwei-Finger-Gesten verarbeitet – so ist das Aufzoomen mit den Fingern oder schnelles scrollen kein Problen. Auch der mögliche Betrachtungswinkel des Displays stellt sich in der Praxis als ausreichend groß heraus – das Display kann auch gekippt noch gut abgelesen werden und auch wen man zu zweit etwas lesen will, hat man keine Probleme. Über den Startbildschirm oder die Menütaste wird der Bildschirm „entriegelt“, diese Art der Tastensperre zeigt sich gerade unterwegs als sehr wertvolles Feature. Innerhalb weniger Sekunden begrüßt der Startbildschirm den Nutzer, hier finden sich die wesentlichen Navigationsmenüpunkte, der Browser, ein Icon für die Einstellungen aber auch die Bildergalerie und der Audioplayer. Außerdem hat smartbook bereits zwei App-Stores vorinstalliert – einmal einen eigenen, der zudem ein lesenswertes Blog zum Betriebssystem Android mitbringt und zum anderen den Store von Pdassi, einem deutschsprachigen Webportal, das sich seit guten zehn Jahren mit mobile computing beschäftigt und das mit einer eigenen Android-Section einen echten Mehrwert bietet. Beide Stores bieten nicht nur die bekannten kostenpflichtigen Apps – für quasi jeden Bedarf findet man auch eine kostenlose App. Nach der gut zweiwöchigen, intensiven Testphase kann ich sagen, dass ich bislang noch keinen Bedarf an kostenpflichtigen Apps hatte – mit ein wenig Suchen findet man in der Regel ohne Probleme kostenlose Apps, die genau das tun, was man will. Die kostenlosen Apps lassen sich im Übrigen anonym herunterladen, wer nur Freeware verwenden will, muss sich in den jeweiligen Stores nicht anmelden. Wenn ich an dieser Stelle von Appstores spreche, dann muss auch von der Königsdisziplin gesprochen werden – das MT7 beherrscht ohne Schwierigkeiten den Android Market – hierzu muss noch nicht mal etwas installiert werden, die Benutzung erfolgt ohne Schwierigkeiten aus dem Browser heraus.

Doch zu Beginn wird man die unterschiedlichen AppStores nicht benötigen, das MT7 bringt etliche Funktionen von Haus aus mit: Neben dem eBook-Reader ‚Aldiko‘ findet man auch einen hervorragenden Mailclient (der die wichtigsten Freemailer out of the box identifiziert, dessen Konfiguration aber auch sonst keinerlei Probleme aufwirft), ein Browser, Download-Manager und Dateiexplorer, einen Kalender, ein Kameratool, Musik- und Medienplayer, Suche, Weltzeituhr, Rechner und Wecker – um nur einige zu nennen. Man kann auf dem Tablet also sofort loslegen.

Für alles andere gibt es Apps, ‚rtv‘ liefert eine kostenlose Fernsehzeitung, „Deutsche Zeitungen“ bietet einen Überblick über die Mobilportale der wichtigsten deutschen Presseerzeugnisse, die ‚Wapedia-App‘ bereitet die Wikipedia für Tablet-PCs angenehm auf, ‚Dark Pebble‘ ist ein kostenloser Podcatcher… Mit ‚Seesmic‘ gibt es ein hervorragendes App-Portfolio, im Consumerbereich hat man hier eine gute Integration sozialer Netzwerke, der Profianwender findet über ‚Seesmic‘ sogar eine Salesforce-CRM-Integration – es gibt nichts, was es nicht gibt….

Man wird unterwegs oder auf dem Sofa nichts vermissen, was auch am heimischen PC möglich ist. Das gilt auch und im Besonderen für die Entertainmentfunktionen: Nativ beherrscht das SURFER 360 MT7 Flash 10 – Flash-Webseiten können bequem angesehen werden und auch YouTube- oder Vimeo-Videos werden bei höchster darstellbarer Auflösung im Vollbildmodus unterstützt. Auch mit anderen, teils monothematischen und technisch weniger aufwändigen Video- und Portalseiten hatte ich keine Probleme, wird ein Flash-Film angeklickt, wird dieser im Vollbildmodus wiedergegeben. Wenn am HDMI-Port ein entsprechender Monitor, Fernseher oder Beamer angeschlossen ist, lässt sich das Videomaterial sogar in HD ausgeben – ein Feature, dass das MT7 ganz unpretentiös umsetzt (das bei wesentlich teureren Tablets aber teilweise nur mit teurem Zubehör und ordentlich Gefrickel umsetzbar war). Genau so reibungslos ist im Übrigen die Audiowiedergabe integriert – man klickt hier einfach auf das Soundfile und schon wird es im Medienplayer wiedergegeben.

Das MT7, verbunden via HDMI an einem 42-Zoll-Plasma-TV

Mit dem MT7 ist also vieles möglich, sei es nun Video- oder Audiowiedergabe, das Abrufen von Mails, surfen oder spielen. Die riesige Zahl verfügbarer Apps macht das Tablet zum Multitalent, die Installation ist sehr sehr einfach und erfordert keine tiefgreifende technische Kenntnis. Somit bietet sich das MT7 auch weniger IT-affinen Menschen an.

Usability

Die Bedienbarkeit ist, dafür ist Android bekannt, sehr gut. Das Tablet wird überwiegend mit den Fingern bedient und damit erschließt sich die Bedienung jedem – besondere feinmotorische Fähigkeiten braucht es dafür nicht. Auch die Steuerung mit bestimmten Gesten, wie zum Beispiel das aufzoomen, klappt auf Anhieb. Die Schrift ist auf dem 7-Zoll-Display gut lesbar, auch in den Anwendungen skaliert diese gut. So lässt sich mit dem Tablet angenehm arbeiten und surfen. Nur die Android-eigene Touchtastatur reagiert mitunter softwareseitig etwas verzögert. Das ist aber dahingehend zu verschmerzen, dass eine Eingabe jederzeit kontrolliert werden kann und die gedrückten Zeichen nicht verloren gehen. Darüber hinaus ist die Integration des Betriebssystems auf dem Tablet gut gelungen. Das beginnt bei einer exakten Abstimmung des Displays und endet nicht erst bei den gekonnten Übersetzungen und dem klaren Schriftbild. Das MT7 bietet weiterhin einen sog. „G-Sensor“ – egal, wie das Gerät gehalten wird – jederzeit stellt das Display seinen Inhalt richtig dar. Dies ist auch für Linkshänder günstig, denn es spielt keine Rolle, ob das Gerät im Vertikalbetrieb den Return-Knopf links oder rechts hat, die Ausrichtung geschieht automatisch.

Android und die Hardware des SURFER 360 MT7

Vorab ein paar tiefergreifende Worte zum verwendeten Betriebssystem: Bei den Tabletcomputern haben sich zwei Systeme durchgesetzt- iOS von Apple und das Open Source-System Android. iOS ist, das hat sich mittlerweise heumgesprochen, sicher die schlechtere Wahl, ist man hier auf die Apple-Hardware angewiesen und der Produktpolitik einer einzelnen Firma unterworfen – auch softwareseitig. Im Bereich der Mobiltelefone hat Android dem Apple-System längst den Rang abgelaufen, der Android-Nutzer profitiert von einer regen Entwicklerszene und abertausenden Apps, schnellen Bug-Fixes und den offenen Standards. So ist es nur konsequent, dass smartbook bei seinen Tablets auf das quelloffene Android setzt. Das MT7 ist mit Android 2.3.4 ausgestattet, einer Gingerbread-Variante mit dem ersten Release im April 2011. Bei Gingerbread in dieser Version handelt es sich um ein gebräuchliches, aktuelles Android, das viele Bug-Fixes enthält und als Besonderheit der Version mit der Video-und Voicechatfunktion via Google-Talk und der verschlüsselten Datenübertragung im Kalender aufwartet. Die Wahl dieser Gingerbread-Variante kann ich gut nachvollziehen, hier liegt ein mächtiges Betriebssystem vor, das gut auf den verwendeten Telechips TTC8902 abgestimmt ist. Dieser Prozessor ist im Kern ein ARM (genauer: ARM1176JZF-S), der nebenbei einen Grafikprozessor, einen Videoprozessor und das Systemmanagement angeflanscht hat. Neben den bewährten Qualitäten des ARM unterstützt der TTC8902 nativ das Encoding von JPEG, MPEG1, MPEG2, MPEG4, H.264, VC-1 bis zu Full HD (1080p) sowie MP3, WMA, (E)AAC+, AC3… Das ist auch der Grund, warum man den mit 720 MHz nominell angegebenen Prozessortakt nicht mit dem einer PC-CPU vergleichen kann bzw. „auf die Goldwaage“ legen darf – die CPU performt im Tablet sehr gut und da das Encoding bis hin zum 3D-Rendering (sic!) hier hardwareseitig erledigt wird – stehen weitere Ressourcen für andere Anwendungen zur Verfügung. Betrachtet man die sehr umfangreichen Encodingmöglichkeiten, die allein prozessorseitig vorhanden sind, stellt man schnell fest, wie tief integriert gerade die Multimedialität des MT7 ist.

Aus der Verwendung von Gingerbread und der Telechips TTC8902-CPU ist das Konzept des SURFER 360 MT7 ersichtlich: smartbook hat hier den ambitionierten Privatanwender fest im Blick, der Interaktivität und Mobilität genießen will.

Konnektivität

Eine weitläufige Verwandschaft zum Mobiltelefon – dies ist dem Betriebssystenm geschuldet – kann das MT7 nicht verleugnen. So ist die gute Konnektivität des Tablets auch nicht verwunderlich: Via WLAN ist das MT7 schnell nach den Standards 802.11 b und g verbunden, WPA und WPA2 sind selbstverständlich. Auch ein UMTS-Betrieb ist über einen entsprechenden Surfstick möglich – untzerstützt werden hier die gängigen Huawei-Modelle. Eine Bluetooth-Unterstützung sucht man leider vergeblich, Tethering über das Mobiltelefon und WLAN löst jedoch dieses Problem.

Hardware

Für ein Einsteigertablet ist das MT7 recht ordentlich ausgestattet. Neben dem erwähnten Display und dem Prozessor verfügt es über ein Mikrofon und eine 2-Megapixel-Webcam. Intern sind 4GB NAND-Flashspeicher und 256 MB DDR2-RAM verbaut, der Speicher kann mit einer microSD(HC)-Karte um maximal 32 GB erweitert werden. Unterwegs bezieht das MT7 seinen Strom von einem Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 1400 mAh. Das Tablet wiegt nur knapp 300 Gramm.

Fazit

Unter den Einsteigertablets ist das SURFER 360 MT7 eine Perle – haptisch ohne Fehl und Tadel. Das Gehäuse ist präzise verarbeitet, die satinierte Rückseite garantiert nicht nur einen guten Griff sondern sieht auch stylish aus. Gingerbread läuft schnell, flüssig und zuverlässig, das gestochen scharfe Display, das Multitouch-Gestensteuerung unterstützt, kann besonders bei der Videowiedergabe seine Qualitäten voll ausspielen. Die Wiedergabe multimedialer Inhalte ist die Stärke des MT7. Die Tastatureingabe könnte etwas flüssiger sein, eine Bluetooth-Schnittstelle fehlt leider.

Duch zahllose Apps, viele sind aus den vorinstallierten Stores kostenlos zu beziehen, lässt sich der Funktionsumgfang fast unbegrenzt erweitern.

Mit geringem Aufwand lässt sich der interne 4GB-Speicher um zusätzliche 32GB erweitern, das sind Werte von wesentlich teureren Geräten. Schnell ist das MT7 mit TV-Gerät oder Beamer verbunden, bei voller HD-Unterstützung. Flash 10 wird nativ unterstützt, damit wird nicht nur Video sondern auch das surfen mit dem modernen Browser zum Vergnügen. Auch ein eBook-Reader ist vorinstalliert. Out of the Box sind die wesentlichen Funktionen eines Tablets sofort nutzbar. Die Akkulaufzeit ist gut, der Lieferumfang fällt großzügig aus.

Damit bietet das MT7 ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei einem Straßenpreis um 180,- Euro steht das Tablet selbst wesentlich teureren Modellen nur in wenig nach – der Funktionsumfang lässt sich gar mit den wesentlich teureren Apple-Produkten vergleichen. Nach einer zweiwöchigen Testphase kann ich die Alltagstauglichkeit nur bestätigen: Surfen im Café, YouTube auf dem Sofa, MP3s in der Bahn – alles kein Problem.

Test: Dual DAB 4 – Einsteigerradio mit hervorragendem Empfang

Pünktlich zum Start des Digitalradios DAB+ am 1. August  lag ein besonders günstiges Digitalradio des Herstellers DUAL, das Modell DAB 4, bei den Händlern – zu einem erstaulich günstigen Preis. Der Hersteller, der traditionsbewusst bis heute Plattenspieler im Programm führt, wartet mit einem erstaunlich großen DAB+-Radioportfolio auf. Eines der günstigsten Geräte, das DAB 4 wird in diesem detaillierten Test zeigen, was es kann.

Noch ist der Markt für Digitalradios eher überschaubar. Eine Hand voll Hersteller hält Geräte für den neuen Radiostandard bereit, gerne kosten diese Empfänger der neusten Generation im unteren Bereich angesiedelte dreistellige Summen. Dual geht einen anderen Weg: Mit dem DAB 4 bietet der heute im bayerischen Landsberg am Lech ansässige Hersteller ein Radio an, das teilweise für unter 50,- Euro zu haben ist. Was kann ein so günstiges Radio taugen?

Obwohl ich am Anfang skeptisch war, sei die Antwort vorweg genommen: Es taugt viel. Aber der Reihe nach, zuerst will ich einmal „unboxen“: In einer kleinen Schachtel befindet sich das Radio, ein Gerät mit dem Formfaktor des typischen Transistorradios. Weiterhin finden sich das Netzteil und die Bedienungsanleitung in deutsch, italienisch und französisch. Das Radio selbst ist in Kunststoff ausgefertigt, überraschend leicht und wegen des sich nach oben hin leicht vergüngenden Gehäuses angenehm zu greifen und zu tragen. Auf den ersten Blick fällt das große Display und die überraschend stabile Antenne sofort ins Auge. Hier ist es also, das digitale „Transistor“radio. Und beim Auspacken des Radios fällt zudem erst einmal auf, das nichts auffällt – das Radio stinkt nicht und man muss schon direkt mit der Nase ans Gerät, um zu riechen, das das DAB 4 neu ist. Es kann, und ich übertreibe hier nicht, sofort mit ins Schlafzimmer genommen werden.

Die Inbetriebname

Bei einem digitalen Radio erwartet man an und für sich eine gerüttelt komplizierte Inbetriebnahme. Das DAB 4 bildet hier abner eine angenehme Ausnahme – beim ersten Einschalten führt das Gerät einen Scan der verfügbaren digitalen Radioprogramme durch, dieser ist in unter zwei Minuten erledigt. Weiterhin aufs angenehmste überraschend: Mit lediglich halb ausgezogener Antenne findet das DAB 4 alle (sic!) in Nünberg zu empfangenden DAB/DAB+-Sender. Bereits hier antizipieren sich die ausnehmend guten Empfangseigenschaften des Dual-Radios. Nach dem Scan verfügbarer Sender hört man Radio – ich bin überrascht, wie einfach das ist (und dies zeigt, dass sich das Radio auch technisch wenig versierten Menschen erschließt).

Mit der großen „Tuning“-Wipptaste kann man schnell durch die gefundenen Sender navigieren und hat man den Sender gefunden, den man hören will, genügt ein Druck auf die benachbarte, große „Enter-Taste“, in Sekundenschnelle spielt das Programm. Ähnlich komfortabel funktioniert das übrigens auch für UKW – hier werden alle Sender gefunden und mit RDS sieht man auch gleich den Sendername im Display.

Für DAB/DAB+ und UKW stehen je zehn Festspeicherplätze auf fünf doppelt belegten Tasten zur Direktanwahl zur Verfügung. Die zehn Speicher pro Band sind ein praxisnaher Wert – nur wenige Radiohörer werden mehr benötigen, denen ist aber mit der Tuningwippe sehr geholfen. Besonders angenehm ist, dass man sich hier durch die Sender navigiert, aber nicht „zappt“ sondern erst beim gewünschten Sender mit „Enter“ den Empfang herstellt. So lässt sich der gerade eingestellte Sender beim scrollen durch dier hier in Nürnberg empfangbaren 40 Sendern (Datenkanäle nicht mitgerechnet, das Radio findet insgesamt 52 Services) weiterhören.

Das „Abspeichern“ eines Senders auf eine der Stationstasten ist ebenso einfach – man wählt ein Lieblingsprogramm, bestätigt mit „Enter“ den Empfang und hält dann die gewünschte Stationstaste für einige Sekunden gedrückt – der Sender ist programmiert. Das alles geht, ohne sich durch komplizierte Menüs wühlen zu müssen, angenehm einfach.

Radio hören

Die Inbetriebnahme ist in Minuten geschehen, dem Radiovergnügen steht nichts im Weg. Trotz etwas schwieriger Empfangsbvedingungen hier ist selbst in fensterlosen Räumen immer Empfang gegeben, Empfangsstörungen musste ich provozieren. Sie treten im normalen Betrieb nicht auf. Obwohl ein derartig günstiges Radio es nicht vermuten lässt, ist verglichen zu anderen Digitalradios die Empfangsleistung des DAB 4 als sehr gut zu bewerten. Damit punktet das DAB 4 in der wichtigsten Disziplin nicht nur voll sondern reicht auch wesentlich teureren Digitaltunern das Wasser. Um dies zu illustrieren, weise ich darauf hin, dass ich bislang bei keinem der empfangenen Sender die Antenne ausziehen musste.

Mit einem Druck auf den sehr sanft rastenden Einschaltknopf, der sich frontseitig am Radio befindet und im ausgeschalteten Zustand ein weig erhaben vorsteht (und damit auch im Dunklen problemlos ertastet werden kann) wird das DAB 4 angestellt. Der Lautstärkeregler befindet sich an der Seite des Geräts und birgt als Besonderheit, dass er sich stufenlos regeln lässt. Der Drehregler sitzt straff und ist deshalb sicher einstellbar. So ein Drehregler ist – gerade beim Kopfhörerbetrieb – ein unschätzbarer Vorteil, lässt sich hier doch die gewünschte Lautstärke exakt definieren (leider habe viele Digitalradios hier nur einen Lautsatärke-Tipptaster, die optimale Lautstärke liegt dann nicht selten zwischen einem der beien Rasterpunkte – hier kann der Mitbewerb von Dual lernen!).

Alle wesentlichen Informationen lassen sich über das Display ablesen. Hier arbeitet Dual regelrecht klassisch. Das Display fasst zwei Zeilen, je Zeile werden 16 Zeichen abgebildet, das Display ist nicht grafikfähig. Am Netzteil betrieben, ist das Display im Betrieb permanent hinterleuchtet, im Batteriebetrieb schaltet sich die Hintergrundbeleuchtung nach einigen Sekunden ab, um Energie zu sparen.

Welche Informationen lassen sich vom Display ablesen? Exemplarisch wähle ich den Sender DRadio Wissen. In der ersten Zeile ist immer der Name des gerade laufenden Senders abzulesen, die zweite Zeile teilt bei Druck auf die „Info“-Taste folende Informationen mit: Info zur laufenden Sendung/Lied bzw. Radiotext (nicht zu verwechseln mit Journaline), Signalstärke als „Balkengrafik“, Sendergenre, Name des Sendermultiplex,  Frequenz mit drei Nachkommastellen (aber nicht die Bezeichnung des Blocks), Signalfehlerrate, Bitrate und Codierungsverfahren (MP2 für DAB, AAC für DAB+), Uhrzeit (vom Sender) in Stunden, Minuten und Sekunden, Datum (vom Sender).

Generell kann über das Display gesagt werden, dass es mit seier hellblauen Beleuchtung und den schwarzen Zeichen einen hervorragenden Kontrast hat und auch aus einiger Entfernung oder mit wechselndem Betrachtungswinkel noch gut abzulesen ist. Diese Displaygattung ist unter den Digitalradios weit verbreitet und darf als Standard angenommen werden. Die gerade bei DAB+ mögliche Diashow und der programmbegleitende Service Journaline können darüber natürlich nicht wiedergegeben werden, dies darf man aber von einem Gerät dieser Preisklasse auch nicht erwarten.

Der Klang geht für ein tragbares kleines Radio durchaus in Ordnung. Mit dem etwa 6 cm durchmessenden Lautsprecher lassen sich ganz ordentliche Lautstärken erzielen, selbst bei hoher Lautstärke verzerrt nichts und das Gehäuse resoniert auch nicht mit. Andererseits ist der Lautsprecher für den Musikgenuss nur bedingt geeignet, denn es fehlt – wen nimmt es bei den Abmessungen des Radios Wunder – hier einfach an Bass. Für Sprachwiedergabe ist das Radio aber bestens geeignet, denn der Ton ist im Mittenbereich klar und transparent, mit leichter Tendenz zur Höhe. Das macht sich bei einem Fußballspiel, einer Reportage oder Nachrichten ganz gut, die Präsenz der Stimmen hebt sich gegen die Umgebungsgeräusche gut ab. Wer Musik hören oder das Programm in stereo verfolgen will (mit einem Lautsprecher ist mit dem DAB 4 ohne Kopfhörer nur Mono möglich), kann einen Kopfhörer verwenden. Der seitlich angebrachte Anschluss ist als 3,5 mm Klinkenbuchse ausgeführt, der Sound über den Kopfhörer ist ausgewogen, hier ist keine Überzeichnung eines Frequenzbereichs feststellbar. Bezeichnend, dass das kleine Radio nicht nur die üblichen 32-Ohm-Ohrstöpsel zu befeuern vermag sondern selbst am AKG 701, einem großen HiFi-Kopfhhörer, ungleich teurer als das Radio, noch ordentlichen Sound ankommen lässt. Lediglich bei einem großen Beyer mit einer Impedanz von 600 Ohm bleibt nach oben doch die Luft weg – aber man kommt in der Regel nicht auf den Gedanken, Kopfhörer jenseits der 300-Euro-Klasse an einem Kofferradio zu betreiben. Dieser Test zeigt aber die Leistungsreserven am Kopfhörerausgang – ebenfalls verzerrungsfrei; und das ist für ein so kleines Radio im unteren Preissegment nicht selbstverständlich. Ich will an dieser Stelle aber auch nicht verschweigen, dass der Musikgenuss mit einem Kopfhörer mittlerer Empfindlichkeit (hier getestet mit eine Urbanears, Typ Plattan) nicht ganz ungetrübt ist. Wird das Radio mit dem mitgelieferten Netzteil betrieben, ist das Musiksignal von einem leichten, aber permanenten Brummen unterzogen, beim Empfang von DAB-Sendern addieren sich hier geringe, aber dennoch hörbare Störgeräusche vom Prozessor hinzu. Bei DAB+-Sendern ist dieses Problem nur marginal, es bedarf hochauflösender Hörer um das auszumachen, da ist es aber trotzdem.

Menü und besondere Funktionen

Im DAB/DAB+-Modus bietet das Radio einige Besonderheiten. Zuerst einmal will ich auf die Möglichkeit der Dynamikkompression zu sprechen kommen. Dieses in zwei Stufen schaltbare Feature ermöglicht in erster Linie, dass die unterschiedlich laut hereinkommenden Radiostationen auf ein ähnliches Lautstärkeniveau gebracht werden. Wer das aber nicht möchte, kann die Kompression auch komplett ausstellen. Ein weiteres wichtiges Feature ist die Möglichkeit der manuellen Frequenzeinstellung. Hier kann man ganz einfach jede/n der Frequenzen/Blöcke händisch abgleichen, auf Reisen oder bei unterschiedlich stark einfallenden Multiplexen über Landesgrenzen hinweg eine sinnvolle Erweiterung. Die Senderliste lässt sich zwar im engeren Sinne nicht editieren, allerdings kann im Menü gewählt werden, ob die Sender alphabetisch oder nach Multiplexen sortiert werden sollen. Die Sortierung nach Multiplexen scheint mir sehr sinnvoll, weil sich hier das gesamtdeutsche Ensemble und das regionale sortieren lässt. Und dann gibt es mit der Funktion „local scan“ die Möglichkeit, nur die regionale Senderliste zu aktualisieren. Alles in allem ist der Sonderfunktionsumfang für ein so günstiges Gerät mehr als ordentlich.

Batteriebetrieb

Das Dual DAB 4 kann nicht allein mit dem mitgelieferten Netzteil sondern auch mit Batterien betrieben werden. Sechs Batterien vom Typ AA werden benötigt. Anstelle von Batterien können auch Akkus verwendet werden. Das Radio verzeiht im Übrigen, dass Akkus im Gegensatz zu Einwegbatterien anstelle von 1,5 Volt nur eine Spannung von etwa 1,2 Volt liefern, klaglos. Den Batteriebetrieb habe ich mit sechs geladenen Mittelklasseakkus getestet (Golden Peak ReCyko 2500 mAh, Akkus mit geringer Selbstentladung). Damit lassen sich gute 8 Stunden Radio im DAB+-Modus bei mittlerer Lautstärke hören. Das Einlegen von Akkus oder Batterien gestaltet sich etwas fummelig, es geht mit ein bisschen Geduld aber.

Verarbeitung

Um es kurz zu machen: Tadellos. Für die aufgerufenen 50 Euro gibt es hier nichts zu meckern. Das Gehäuse ist spaltfrei, knarzt nicht und trotz seines gefühlten gringen Gewichts vermittelt es einen robusten Eindruck. Die Tasten und das Display sind – wie das Lautsprechergitter – präzise eingefasst. Es klappert nichts. Das mechanische Feedback der Tasten ist mittelstark, der Druckpunkt definiert. Die Antenne ist straff und bleibt in der ausgerichteten Position, der Lautstärkeregler (Drehregler) ist nicht zu leichtgängig und erlaubt eine präzise Einstellung. Auch Netzanschluss und Kopfhörer sitzen in ihren Buchsen fest und sicher. Von der Verarbeitung her gesehen ist das Radio optisch mehr auf understatement getrimmt – ein Empfänger ohne Fehl und Tadel. Auch der etwa einen Millimeter dicke Aufsteller, mit dem das Radio im Winkel abgestellt werden kann, verrichtet seinen Dienst zuverlässig.

Ich habe das Dual DAB 4 selbstverständlich auch dem obligatorischem 48-Stunden-Dauertest unterzogen – ohne jeden Befund. Das Radio spielt kontinuierlich durch, zu jeder Zeit werden Senderwechsel etc. schnell ausgeführt, auch unter ständiger Belastung wird das Radio nur leicht warm, das Netzteil bleibt ebenso quasi kühl. Die Software läuft stabil, im Dauertest waren keine Abstürze oder Fehldarstellungen im Display bemerkbar.

Die Bedinungsanleitung habe ich für diesen Test nicht wirklich gebraucht, sie gibt aber doch Aufschluss über die Funktionen des Geräts. Sie ist klar strukturiert und in gutem, verständlichem Deutsch abgefasst.

Konzept

Mit dem DAB 4 legt Dual ein einfaches und günstiges Radio vor, das konsequent auf die wesentlichen Funktionen reduziert eine sehr gute Figur macht. Auf viel „Schnickschnack“ wurde verzichtet, dafür erhält man ein gutes, leicht bedienbares Radio mit ordentlichem Klang. Die vorhandenen Funktionen sind sehr gut durchdacht implementiert, die technische Umsetzung ist gelungen. Besonders sticht der ausgezeichnete Empfang hervor, der ungetrübten Radiogenuss gewährleistet. Der Nutzer hat im Umgang mit dem Radio keine Hürden zu nehmen, das Gerät lässt sich auch von technisch weniger kundigen Menschen gut bedienen.

Fazit

Im Wesentlichen braucht ein Radio zwei Eigenschaften: Einen guten Empfang und einen guten Klang. Der Empfang des Dual DAB 4 sucht seinesgleichen. Der Klang geht in Ordnung, ist einem typischen Transistorradio angenmessen, Wunder darf man hier keine erwarten. Die Bedienung des Radios ist einfach, auch Ungeübte können das Gerät einrichten und die zusätzlichen Features von DAB und DAB+ nutzen.

Dieses Radio ist gut geeignet für Küche, Bad, Werkstatt und Büro. Da es auch mit Batterien spielt, leistet es auch auf dem Balkon oder der Terrasse gute Dienste. Für den Gebrauch im Schlafzimmer ist es nicht so optimal, denn am Netz angeschlossen leuchtet im Betrieb das Display hell und dauerhaft. Zudem zeigt das Display die aktuelle Uhrzeit, eine Weckfunktion ist aber nicht vorhanden.

Als tragbares Radio in der Wohnung ist das DAB 4 ein Gewinn. Regionale UKW-Sender, die (noch) nicht digital senden, können über UKW einwandfrei empfangen werden. DAB und DAB+ bieten aber eine sinnvolle Ergänzung und beinhalten Programme abseits vom Mainstream des „Besten aus den 80ern, 90ern und von heute“-Dudelfunks. Selbst in zwar versorgten aber schwierigen Empfangslagen hört man digital störungsfrei Radio. Der Preis hat sich bei etwa 50,- Euro eingependelt. Beim Supermarkt real habe ich das DAB4 für knappe 45 Euro gesehen, anderenortes werden etwa 55 – 60 Euro aufgerufen. Damit gehört das Radio nicht nur zu den billigsten Digitalgeräten sondern ist auch ein echter Preisbrecher.

Sieht nicht wirklich alt aus.

Gerade gesehen via Neuerdings: Ein Internetradio, das einen gewissen Retro-Charme versprühen soll, aber mit gewöhnlicher Technik und vor allem etwas liebloser Optik daherkommt. Gace Audio Victoria heißt der in Holz gekleidete Empfänger, der erst einmal nichts anderes als einen Internet/Streaming-Media-Standard-Tuner birgt und einen vierzölligen Breitbandlautsprecher (das klingt erst mal ordentlich, sollte aber nicht als Feature sondern eher als absolutes Minimum betrachtet werden).

Bildnachweis: Max Borges Agency

Nachdem technisch hier nichts Besonderes versteckt ist, beschränke ich mich an dieser Stelle mal ein wenig auf die Designkritik: Als ich das Announcement gelesen und die zugehörigen Bilder gesehen habe, kam mir zuerst einmal der Impuls, dass das Ding nicht besonders gut gemacht ist. Auch im Bereich der Analogempfänger findet man einen Haufen Retro- bzw. Noveltyradios, deren kleinster gemeinsamer Nenner nicht allein die Verwendung eines Holzgehäuses ist sondern auch der, dass man auf den ersten Blick erkennt, dass es sich nicht um ein echtes altes Radio handelt. Hier ist das ebenfalls der Fall – und das ist nicht dem Digitaldisplay zu verdanken sondern der lieblosen Gestaltung des Korpus: Man hätte in den referenzierten 1940er Jahren den „Lautsprechergrill“ wesentlich aufwändiger gestaltet – und die Stoffhinterlegung sollte stilecht dann auch beige ausgeführt werden. Eine Typenschildplakette ist ein Cent-Artikel, einfach den Schriftzug in Gold draufdrucken – und das noch nicht einmal in historisierenden Lettern, ist auch nicht der große Wurf. Und: Die Verwendung von Kunststoffteilen ist etwas, was sich bei einem Gerät dieser Optikschiene (und Preisklasse) eigentlich von selbst verbietet. Und wenn Kunststoff, dann in Anlehnung an Bakelit bitte im dunkelst verfügbaren Braun.

Und nun zum Display: Hier ist es möglich einen guten Gag zu landen und mittels hinterleuchtetem Dot-Matrix-Display den Look einer Skala mit Nadel zum Anwählen der Sender zu simulieren. Hier aber wird halt einfach vorhandene Allerweltstechnik in ein Allerweltsgehäuse gestopft. Für über 200 US-Dollar.

DAB+/Internetradio für unter 100,-

Via twitter bot (gegen Selbstabholung) @holgi sein defektes DAB+/FM/WLAN-Internetradio feil. Ein Modell, das ich, sowie ich den Tweet las, sofort googlen musste, denn vom dänischen Hersteller Clint hatte ich bislang nichts gehört. Das Clint E1 sieht dem hierzulande nicht unverbreiteten VR Radio IRS620.WLAN extrem ähnlich, auch die Specs sind identisch – nur mit dem feinen Unterschied, dass das E1 über einen zusätzlichen DAB+-Tuner verfügt (was das Gerät erst interessant macht).

Mit scheint allerdings, dass das E1 nicht mehr hergestellt wird – ich konnte es in keinem deutschen Shop mehr finden. Holgi versicherte mir, dass sich der Preis des E1 bei 99,- eingependelt hatte. Dies ist ein ganz hervorragender Preis, wenn man bedenkt, dass das E1 nicht allein ein Internetradio ist sondern auch über einen FM-Tuner verfügt und zudem DAB/BAB+-Empfang bietet. Damit qualifiziert sich das E1 als ein zukunftssicheres Multitalent zu einem attraktiven Preis.

Wie von selbst stellte sich mir die Herausforderung, ein Radio zu finden, dass den Spezifikationen des E1 mindestens ähnlich ist, das über DAB+ verfügt und das unter 100,- zu haben ist. Und ich darf Euch sagen, dass das extrem schwierig ist. Es gibt von Sangean interessante Empfänger, die die Wunschspezifikationen erfüllen und noch dazu hervorragend verarbeitet sind. Nur: Unter 300 Euro ist da nichts zu machen. Auch Grundig hat ein WLAN/DAB+-Radio im Angebot, dass vom Formfaktor aber eher an ein Küchenradio gemahnt und preislich auch weit jenseits des angepeilten Hunderters liegt.

Aber: Wenn man in die Betrachtung mit einbezieht, dass das Radio auch ein Modell mit dem Status „discontinued“ sein darf, also ein „Restpostengerät“, dann lässt es sich finden: Das Gerät, das Internetradio, FM, DAB/DAB+ vereint und als Schmankerl noch ein iPod-Dock mitbringt.

Wen nimmt es Wunder, dass das Gerät auf dem britischen Markt gelauncht wurde? Es hört auf den Namen orbitsound T4 radiopod und kann, was wir suchen.

Quelle: The Sound House, Torquay

Ich staune nicht schlecht: Das Design des kleinen Kastens wirkt – im Gegensatz zu all den balkenartigen Geräten, die im entferntesten an ein Tivoli Model One gemahnen, frisch und aufgeräumt. Ich finde, dass es nivcht mal übel aussieht. Der Trend, das alles in schwarzem Klavierlack ausgefertigt sein muss, was auch nur im entferntesten mit Unterhaltungselektronik zu tun hat, scheint abzuflauen und findet sich auch hier zum Glück nicht wieder.

Für das Internetradio, DAB/DAB+ und UKW gibt es je zehn Stationsspeicher, das Radio hat WLAN mit an Bord und ein Dock für den iPod (ob das mit dem iPhone funktioniert, weiß ich nicht, hierüber sind die Angaben widersprüchlich). Und dann hat es einen Lautsprecher, wie das Clint E1 auch – mit dem Unterschied, dass hier eine Klangverbesserungstechnologie zum Einsatz kommen soll, mit der Argumentation,. dass ein guter Mono-Lautsprecher mit Klangverbesserung die bessere Wahl sei als zwei kleine, nicht so gute Lautsprecher.

Ich habe das Radio nicht live gesehen, kann also nicht beurteilen, ob es generell was taugt und wie es klingt – ich orientiere mich hier rein an den Specs. Der Trafo ist wohl als externes Steckernetzteil ausgeführt.

Was gefällt: Das große Display ist, wenn es auch nur annähernd so gut ist, wie auf den Fotos, schon was tolles, was nicht gefällt, ist der Umstand, das es mit externem Steckernetzteil daherkommt. Weit kritischer sehe ich aber, dass die Antenne als Wurfantenne ausgeführt ist, das Clint hat eine Stabantenne, die an eine F-Buchse angekoppelt ist. Der Vorteil hier liegt auf der Hand: Sollte in kritischen Empfangslagen hier die Stabantenne nicht ausreichen, so lässt sich vermittels eines F/IEC-Adapters z.B. eine DVB-T-Antenne mit höherem Gewinn anschließen. Das lässt sich ohne umkehrbare Modifikationen mit einer Wurfantenne nicht machen. Mein Credo in Sachen DAB+ und Antenne ist eigentlich, dass ein Radio über einen Antennenanschluss verfügen muss, weil ein guter Empfang in der Fläche noch nicht gewährleistet ist und die Erfahrung mit dem alten DAB zeigt, dass eine gute Antenne – mehr noch als beim UKW-Empfang – essentiell ist. Daher will ich zu diesem Radio – wenn überhaupt – nur dann raten, wenn man in einem gut versorgen Ballungsraum wohnt.

Kommen wir nun zum eigentlichen Argument: Dem Preis. Das Radio ist bei Pearl für 89,90 Euro zu haben – ein Kampfpreis zweifelsohne!

Der NOXON DAB-Stick im Test

Schon einige Wochen vor Einführung des „neuen“ Digitalradios DAB+ wurde von Terratec ein günstiger, an den PC gebundener Empfänger angekündigt – der NOXON DAB-Stick. Neugierig, wie ich bin, habe ich den gleich zum Einführungspreis geordert und diese Woche Dienstag lag das kleine Stück USB-Hardware dann – sehnlich erwartet – in der Post. Nun geht es also los mit dem DAB+-Empfang. Was der USB-Digitalradiostick taugt, lest ihr hier.

Der NOXON DAB-Stick ist ein verhältnismäßig günstiges Device – wird er doch zu Preisen zwischen 20 und 30 Euro angeboten. Damit schlägt er preislich jedes hierzulande verfügbares Digitalradio preislich. Doch nicht allein der Preis ist ein gutes Argument für das PC-Radio, auch die auf einem Rechner natürlich hervorragend nutzbaren Zusatzdienste des Digitalradios machen den Stick attraktiv.

In einer Pappschachtel wird das kleine Teil geliefert, der Stick sieht aus wie einer dieser typischen DVB-T-Sticks, nur ein wenig kleiner und leichter. Auf der einen Seite befindet sich der USB-Anschluss, auf der anderen Seite die typische Belling-Lee-Buches (wir kennen die von den analogen Radiotunern und Fernsehern). Wer sich daran erinnert, dass die ersten DAB-Radios mit einem als F-Buchse ausgeführtem externen Antennenanschluss daherkamen, für den wird diese IEC-Buchse ein Fortschritt darstellen, weil man so ohne großen Adaptereinsatz nach einer passenden Antenne fahnden kann. Eine kleine Antenne ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten, für gut versorgte Empfangslagen reicht diese auch, in kritischen Empfangssituationen sollte man sich nach etwas Anderem umsehen. Um hier auch flexibel zu sein und im Zweifel out of the box an eine ggf. vorhandene Dachantenne zu kommen, liegt auch ein IEC-Stecker-auf-Stecker-Adapter mit bei, das ist sehr löblich. Der Radioamateur besitzt in der Regel solche Adapter, hat sie aber selten zur Hand.

Als ebenfalls sinnvolles Zubehör erweist sich die beigelegte kleine USB-Verlängerung. Da der Stick zwangsäufig etwas dicker als ein üblicher USB-Stecker ist und die USB-Ports bei vielen Rechnern gerne dicht beineinander liegen, nutzt das Teil viel. Das Paket wird mit der Software-CD, einer Installationsanleitung und einer Servicekarte abgerundet, für die aufgerufenen zwanzig Euro ist das ordentlich.

Die Einrichtung geht erstaunlich unprätentiös vonstatten: Man legt die mitgelieferte CD in den Rechner ein und installiert den Treiber und die Software. Dann wird der Stick an einen freie USB-Port gesteckt, man macht einen Sendersuchlauf und schon hört man Radio, vorausgesetzt, man ist empfangstechnisch ausreichend versorgt und hat eine passende Antenne.

Das der Lieferung beigefügte Stummelantennchen ist bei sehr guter Versorgung gut geeignet, ein kleiner sich im Fuß befindlicher Magnet lässt den Stummel auf metallenen Oberflächen sicher haften. Doch schon in etwas schwierigeren Empfangslagen genügt das beigelegte Teil nicht mehr. Ich habe mir zum Empfang im Innenraum eine alte passive Stabantenne vom DVB-T-Receiver gegriffen, das Ergebnis im Nürnberger Norden: Perfekt! Lesson Learned: DAB und DAB+ bedürfen auch nach der Umstellung und entgegen anderslautendem Bekunden der Digitalradio-Initiative immer noch einer sehr guten und passenden Antenne. Dabei ist auch in der Praxis zu beobachten, was wir in der Theorie schon vorher wussten: DAB+ mit seiner AAC-Kodierung verhält sich aufgrund der verbesserten Fehlerkorrektur merklich unempfindlicher gegen suboptimale Empfangsbedingungen und Störungen als konventionelles DAB. Ohne passende Antenne aber geht es nicht.*)

Wenn also die richtige Antenne **) und die richtige Antennenposition gefunden ist, dann kann es mit dem Radioempfang via Software schon losgehen! Die Software – Terratec gibt hier stolz die Mitautorenschaft des renommierten Instituts für integrierte Schaltungen der Fraunhofer-Gesellschaft bekannt – funktioniert und präsentiert sich aufgeräumt:

Beim ersten Start fordert die Software zum Update und zum Sendersuchlauf auf – beides dauert ein paar Minuten. Schon hier ist die gute Antenne wichtig, sonst werden beim Suchlauf nicht alle Sender erfasst. Nun wählt man den gewünschten Sender und wenn begleitende Bildinformationen oder auch Journaline-Textinfos vorhanden sind, kann man sich diese anzeigen lassen. Hier wurde bei der Programmierung aber offensichtlich geschlampt: Während unter Windows XP mit SP3 alles ordnungsgemäß zu funktionieren scheint, hakelt es bei Win 7 Professional auf der 64 Bit-Architektur noch ordentlich: Wenn ich hier auf Journaline springe und dann wieder zur Übersicht zurückkehre, bleibt das Programm zwar funktionsfähig, das Fenster bleibt aber weiß. Unkontrolliertes Auf- und Wegblenden hilft (oft, nicht immer). Hier besteht also noch Tuningbedarf.

Geworben wird auch mit einem EPG, einem elektronischen Programmführer. Dieses Feature habe ich entweder noch nicht gefunden oder es ist noch nicht implementiert.

Alles in allem funktioniert die Software, etwas komfortabler hätte sie aber schon sein dürfen. Konnte jedes olle DAB-Radio mit einer Anzeige der Empfangsstärke bzw. Signalq3ualität punkten, gibt es im „NOXON DAB Mediaplayer“ ´lediglich den Status „Kein“, „schwacher“ oder „guter Empfang“. Metadaten wie Frequenz oder Blöcke sind nicht auf Anhieb ersichtlich. Und dann blendert das Programm auch noch Werbung für weitere NOXON-Radios ein. Eine Aufnahmefunktion fehlt, somit sucht man auch einen Timer vergeblich. Eine „Fernbedienung“ mit Grundfunktionen als Widget wäre nett gewesen, existiert aber ebensowenig wie eine Preset-Bank. Die Software betrachte ich daher eher als mit Grundfunktionen ausgestattetes Rudiment, hier sehe ich doch deutlichen Nachbesserungsbedarf.

Nach mehrtägigem Testen kann ich trotz der suboptimalen Software für den Stick im Speziellen sowie für DAB/DAB+ im Allgemeinen eine Kaufempfehlung abgeben: Hier in Nürnberg ist der Nutzen des Geräts groß: Neben dem Fußballsender 90elf werden fünf Slots für Liveübertragungen angeboten, der Bayerische Rundfunk hat neben den fünf bekannten Hörfunkprogrammen noch Regionalableger von Bayern 1, Bayern 2 plus, B5 plus, Bayern plus, BR News, BR Verkehr, einen Testkanal und das etwas misslungene on3 auf Sendung, Religion wird vom ERF für Protestanten und via Radio Horeb für Katholiken feilgeboten, das DRadio ist nicht nur mit Deutschlandfunk und DKultur vertreten sondern sendet auch noch den wirklich uneingesränkt empfehlenswerten Kanal DRadio Wissen, zudem noch den Kanal Dokumente und Debatten. Der klassische Dudelfunk wird mit Sendern wie absolut, ENERGY, KISS FM, Radio Bob, Fantasy Bayern, Radio Galaxy , RT1 in the mix, Rock Antenne und Magic Star+ abgebildet. Leichte Musik versprechen die Sender Klassik Radio, vil Radio und lounge fm, wobei besonders lounge fm durch eine sehr niveauvolle und ausgesuchte Musik unter den privaten Radios angenehm hervorsticht.

Damit bietet der Stick während der Arbeit und des Surfens am Rechner ein interessantes zusätzliches Radioprogramm – das ist wertvoll, insbesondere dann, wenn die Webradio-Streamingslots der Anbieter voll sind. Die Perspektive für DAB+ ist ordentlich, denn der Mehrwert ist schon jetzt erkennbar, auch wenn noch längst nicht alle Sender, die über UKW gehört werden können, auf DAB/DAB+ empfangen werden können.

Wenn der Empfang gut ist, ist die Tonqualität überdie recht gut. Nicht alle sender klingen optimal, die wichtigsten allerdings klingen ordentlich, man kann unangestrengt zuhören.

Ein Datenblatt zum Stick kann hier heruntergreladen werden.

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*) Nach dieser Erfahrung leite ich mal einen Ratschlag ab: Ich würde mir – komplett unabhängig vom NOXON-Stick – kein Digitalradio kaufen, dass nicht mindestens mit einem externen Antennenanschluss ausgerüstet ist. Und wenn doch: Dann nur im Internet mit 14 tägiger Rückgabemöglichkeit kaufen oder im Fachhandel entsprechendes aushandeln und dann ausprobieren! DAB+ zeigt sich nach ersten praktischen Tests um einiges anspruchsvoller als UKW.

**) Pro-Tipp: Das mit der richtigen Antenne ist gar icht so schwer. Der Handel hält kaum spezielle DAB/DAB+-Antennen bereit, eine ordentliche DVB-T-Antenne tut den Job aber mindestens ähnlich gut! Das ist auch dem Umstand geschüttet, dass sich DAB und DAB+ in ähnlichen Frequenzbändern abspielt wie analoges und/oder digitales terrestrisches Antennenfernsehen. Die DVB-T-Antennen sind sowohl passiv wie auch aktiv ausgeführt zu kaufen und wegen der Verbreitung auch durchaus günstig, weil Massenware.

Bildquelle: Terratec-Presseinfo/eigener Screenshot

Goodbye, my Mac, goodbye!

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Angefangen hat alles mit einem Geschenk eines sehr guten Freundes, einem PowerBook 3400 – ich war Mac-infiziert. Und dann nahm die Geschichte ihren Lauf. In guten zehn Jahren habe ich neben dem vorgenannten PowerBook auch ein iBook G4 und ein MacBook besessen, außerdem einen iMac DV, einen PowerMac Dual (MDD-Edition) und nun einen Mac mini. Außerdem einen iPod der 3. Generation mit Firewire-Anschluss 40GB und einen iPod Video der 5. Generation 30GB. Und nun ist Schluss! Ich habe keinen Bock mehr!

Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mir einen Windows-PC kaufen werde, hätte ich ihn ausgelacht. Schallend. Mir war immer klar: Macs sind die besseren, schöneren Rechner. Bessere Rechner für bessere Menschen. Ein fataler Irrtum.

Damals mag da vielleicht sogar etwas drangewesen sein – ein G4 war verdammt gut gebaut, performte zu seiner Zeit unglaublich gut und hatte das hübschere und technisch gesehen auch bessere OS. Es war nicht nur was besonderes, einen Mac zu haben, es war auch etwas besonderes, einen Mac zu nutzen. An die Zeit des Umstiegs von Windows 2000 zu Mac OS erinnere ich mich noch recht gut, der erste Rechner mit OS X war eine Offenbarung. Ich hatte das Gefühl, mit einem Rechner noch nie so produktiv gearbeitet zu haben.

In dieser Zeit lernte ich viel: Wie man mit so einem Mac einen P-RAM resettet und wie man nicht-zertifizierte Hardware (ich hätte es schon früher merken müssen!) trotzdem funktionsfähig ins eigene System einbindet. Und dergleichen mehr.

Heute steht mir der angefressene Apfel bis zum Hals. Ich bin es leid! Sowas von.

Zu Zeiten des PowerPCs waren meine Zeiten mit dem Mac noch ungetrübt: Die Verarbeitung der Hardware war grandios gut, bei jedem noch so kleinen Teil spürte man die Qualität, alles schien wie für ewige Zeiten gebaut und lief und lief und lief. Mit dem Switch von der PowerPC-Architektur hin zu Intel wurde vieles schlechter. Zuerst habe ich davon nichts bemerkt, der G4 und das iBook funktionierten ja prima. Nur: Irgendwann war auch ich zum Umstieg gezwungen, gab es längst nicht mehr alle Software als universal binary. Und so kaufte ich den damals günstigsten Rechner der Apple-Linie, einen Mac mini. Mit dem war ich, trotz der geringen Performance, ein Jahr zufrieden, dann fingen leichte Zicken an, ich installierte das System neu, ließ Hardware-Diagnose-CDs durchlaufen (ohne Befund) und mit der Zeit wurden die Kernel Panics, die zum sofortigen Shutdown zwingen – das System steht dann – immer häufiger. In den letzten Tagen war das dann der Regelzustand, der mini war nicht mehr startbar.

Auch wenn ich es selbst nicht geglaubt hätte (und auch wenn ich mich nach jahrelanger Abstinenz echt noch etwas unsicher in der neuen Welt fühle): Ich habe mir einen PC gekauft, genauer gesagt: Ein lenovo ThinkCentre mit Win 7 Professional. Und so mach einer, der mich kennt, wird sich nun am Kopf kratzen und fragen, was in mich gefahren sei.

Ich will es kurz in wenigen Stichworten erklären: Ich bin mit Macs nicht mehr zufrieden, weil…

  • … die Hardware inzwischen nicht mehr „Premium“ ist sondern vergleichsweise lausig in der Qualität. Die Geräte, die seinerzeit in California hergestellt oder assembled wurden, waren wirklich solide und als qualitative Premiumprodukte anzusehen. Die Rechner, die heute bei Apple vom Band laufen, halte ich persönlich allein von der Verarbeitung her für Ramsch. Zwar werden hie und da etwas edlere Werkstoffe eingesetzt – das Innenleben, besonders das der einfacheren Maschinen, besteht aber wirklich aus veralteter und windiger Technik. Das ist keine Freude.
  • … die Hardware ist im Vergleich zu qualitätvoller PC-Hardware mindestens doppelt so teuer, vergleicht man den einfachsten PowerMac mit einem mindestens so performanten PC, dann ist das Gerät sogar dreimal so teuer. Im Mac steckt aber ein Standard-Prozessor und viele Standardbauteile. Der Preis für die Apple-Hardware ist durch nichts mehr zu rechtfertigen. Auch nicht durchs Design.
  • … der Support beschissen war und die Garantiebedingungen und Leistungen von Apple mit Fug und Recht als beschissen bezeichnet werden dürfen. Der Support von Apple war zu mir ausnahmslos muffig, arrogant und leider auch völlig inkompetent. Wer einen Mac kauft, der hat nur ein Jahr Garantie – es sei denn, man kauft sich zu Mondpreisen einen CareProtection Plan. Das ist in meinen Augen ziemlich dreckig. Bei jedem anderen Rechner habe ich zwei Jahre Gewährleistung, oft erweitern die die Hersteller oder Händler auf drei Jahre.
  • Apple wird langsam echt dreckig. Heute geisterte durch die Ticker, dass Apple in Europa den Verkauf unterschiedlicher Tablets zu unterbinden sucht. Tablets sind aber mitnichten eine Erfindung von Apple, die gab es schon um das Jahr 2000 – nur damals wollte die kaum jemand.
  • Ich brauche einen Computer, klein Lifestyle-Produkt. Apple liefert in meinen Augen mehr und mehr Lifestyle und immer weniger Computer. Das zeigt das iPhone – eigentlich ist das kein gutes Telefon, es enthält unsinnige Limitationen und ist geschlossen wie ein Keuschheitsgürtel. Und so wundert es wenig, dass das iPhone mehrheitlich von Hipstern in den Pfoten gehalten wird. Oder von Unterschichtlern, die gerne Hipster wären. Das ist nix für mich. Ähnliches darf für die iPads gelten, ein Device, das im Jahr 2011 nicht in der Lage ist, mit Flash umzugehen. Und das nicht, weil es technisch nicht ginge, sondern weil Apple Inhalte über seine Plattformen vertricken will. Mit DRM. Sorry, bei dem Blödsinn mache ich nicht mit. Ich bin ach kein Unterschichtler und auch kein Hipster, gehöre also nicht zur Zielgruppe.
  • PC-Software ist in aller Regel billiger und wenn ich mal wieder einen Kaffee oder ein Spezi in die Tastatur fließen lasse, bekomme ich für ein paar Euro Ersatz – und ich muss mich nicht um eine teure Spezialtastatur bemühen, die nur in Shops mit vergeistigten Mitarbeitern geführt wird, in deren Gegenward man sich um sein Karma fürchten muss.

Ja, OS X ist ein schönes Betriebssystem und ich hatte in all den Jahren nicht ein einziges Mal Probleme mit Viren oder Trojanern. Aber ich musste ob der mangelhaften Hardwarequalität viel Geld in neue Apple-Hardware stecken. Möge jeder befinden, was besser ist. Für den PC habe ich nun mal eine russische Antivirensoftware geordert – ich bin guter Hoffnung, dass das klappt.

Bisher vermisse ich am PC nichts. Win 7 ist nicht annähernd so usable und hübsch wie OS X – aber es läuft – sehr zu meiner Verwunderung – auf einer Paarhunderteuromaschine nich langsamer. Und ich gewöhne mich an das neue Feeling, obschon es mir lieber gewesen wäre, wenn meine Macs einfach weiterfunktioniert hätten. Der Umstieg gestaltet sich noch nicht ganz reibungslos, denn Windows ist hier und da echt tricky. Aber auch damit werde ich umgehen lernen.

Zum Schluss dieses Posts noch eine kleine Anekdote: Als der Mini kaputt ging, habe ich zuerst einmal im MacStore geguckt, was nun ein Rechner ohne Notebooktechnologie kostet. Mir kamen die aufgerufenen 2100,- Euro für den kleinsten MacPro zuerst auch ziemlich normal vor. Erst als ich nach unterschiedlichen Prozessoren googelte und immer wieder über Angebote von Desktop-PCs stieß, wurde mir klar, dass die Preise der Macs – gemessen an ihrer Leistung – wirklich jenseits von gut und böse sind. Und ich kann auch sagen: Das lenovo-Ding, das ich bestellt habe, war bei weitem nicht der billigste Rechner, der zu haben war und nichts desto trotz kostet er nur einen Bruchteil vom MacPro. Auch wenn es mir schwerfällt, mir das selbst einzugestehen: Ich habe mich mehrere Jahre ziemlich verarschen lassen. Warum eigentlich? Wie konnte ich beim Thema Computer, einem Thema, dem ich doch recht nahe bin, mein Hirn so aushängen? Ich hatte mir immer PCs angeschaut – ich wusste über die Jahre eigentlich auch immer so ungefähr, was die Dinger leisten und können. Aber auf den Preis habe ich nie geachtet – ich musste das auch nicht, weil ich mir immer einredete „Das ist eh nichts für Dich.“. Und nun habe ich einen PC. Und einen DAB+-Empfänger für den Rechner, der nicht unter OS X tut, obendrauf. Mit Windows (7) habe ich am Netbook schon erste Erfahrungen gesammelt. Nun ist das Wiedergewinnen von Souveränität als Nutzer das Challenge der nächsten Wochen. Und in Demut und auch ein wenig überrascht muss ich feststellen, dass das Spaß machen kann.

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