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Artikel der Kategorie ‘Allgemein’

Mohr SV-50 – ein Vollverstärker für 59,- im Test.

Mai 17, 2013 Von: admin Kategorie: Allgemein, Gadgets, musik Noch keine Kommentare →

Vor einiger Zeit war ich auf der Suche nach einem neuen Verstärker für die Zweit-Stereoanlage, die unseren Essplatz beschallen möge. So etwas lässt sich freilich gebraucht kaufen, da ich mit meinem letzten Gebrauchtkauf aber so meine Probleme hatte, haben wir uns dann doch entschieden, einen neuen Verstärker zu kaufen. Allzu teuer darf er nicht sein, denn es geht hier um die Beschallung des Esszimmers und auch die vorhandenen Boxen (Grundig Audiorama 4000 oder 5000 – so genau weiß ich das nicht) sind zwar für ihr Alter klanglich recht ordentlich, High-Endige Qualität sagt man diesen Kugellautsprechern aber gemeinhin nicht nach. Tuner und CD-Player sind ebenfalls vorhanden – es fehlt ein Verstärker.

Solche Verstärker kann man ab 45,- Euro kaufen, hierbei handelt es sich um voll ausgebaute 5.1-Geräte mit zwei Mikroanschlüssen fürs Karaokesingen und verspiegeltem Display. Bis 120,- Euro reicht der Preis dieser Billig-Surround-Verstärker, 2004 hatte ich bereits so ein Gerät zum Testen auf dem Tisch und es fiel seinerzeit gnadenlos durch – denn es rauschte wie ein Wasserfall und vermochte selbst wirkungsgradstarke Lautsprecher kaum zum Klingen zu bringen. Nun, so etwas soll es unter keinen Umständen mehr werden – aber was dann? Nach einiger Recherche stieß ich auf ein Gerät des Typs “SV-50″ einer mir bis dahin unbekannten Firma: HiFi Mohr – zu einem Preis, der mich stutzig werden ließ: 59,- Euro werden derzeit auf Ebay und Amazon für den Verstärker aufgerufen.

Mohr_SV-50_Front

Ein Verstärker zu diesem Preis – kann das was sein? Mich packte die Neugier und ich rief bei der Fa. Mohr an und hatte gleich den Chef selbst am Rohr. Oliver Mohr ist ein ruhiger und auskunftsfreudiger Zeitgenosse, der das Prinzip des Verstärkers in etwa wie folgt erklärt: Der Verstärker wurde von Mohr HiFi in Deutschland konstruiert und wird in China hergestellt. Man konzentriert sich auf das Wesentliche und lässt alles unnötige weg, verwendet im Gegensatz billigen Konkurrenz aber bessere Bauteile. Während die billigen Verstärker also mit sechs Surroundkanälen daherkommen, bietet der SV-50 zwei – Stereo eben. Mikrofoneingänge sucht man ebenso vergeblich wie Klang-Presets á la “Rock, Pop, Classic, Jazz” oder eine Loudness-Schaltung. Es gibt keine Fernbedienung, kein Record-Out, kein Pre-Out, keine Farbvarianten…

…der SV-50 ist ein aufs nötige reduzierter Verstärker  – einfach, ehrlich und klar. Die technischen Daten nehmen sich dementsprechend überschaubar aus: Zwei mal 50 Watt Ausgangsleistung für Lautsprecher mit einer Impedanz von 4-8 Ohm, drei Quellen sind via Cinch anschließbar, außerdem gibt es einen frontseitigen 3,5mm-Klinkeneingang. Balanceregler, Bass- und Höhenregler. Und es gibt eine Kopfhörerbuchse. Was will man von einem Verstärker mehr erwarten?

Ich bestelle den Verstärker bei Amazon, Tags darauf ist er geliefert. Im Karton befindet sich neben dem Gerät eine Bedienungsanleitung (englisch), ein Cinchkabel, ein 3,5mm-Klinke-zu-Cinch-Kabel. Der Verstärker ist robust ausgeführt – ein Vollmetallgehäuse mit gebürsteter, schwarz lackierter massiver Front. Die Anschlüsse für das Lautsprecherkabel sind nicht (wie zu erwarten) einfache Klemmen sondern ordentliche Schraubanschlüsse, in die man auch seine Bananas stecken kann. Dieses Detail bezeugt das Mohrsche Konzept: Alles, was nicht zwingend gebraucht wird, wird weggelassen, alles was gebraucht wird, ist so gut wie möglich ausgeführt.

Schnell ist der Verstärker angeschlossen und ein erster Test ist durchgeführt. Das, was ich nun schreibe, möge aber bitte unter folgenden Gesichtspunkten verstanden werden: Wenn ich dem Verstärker einen ordentlichen Klang bescheinige, so darf nicht von einer High-End-Kategorie ausgegangen werden. Die Grundig-Boxen, hergestellt wohl Mitte/Ende der 1970er Jahre sind grundsolide Lautsprecher, die sich klanglich keiner Mode unterordnen. Kugellautsprecher vermitteln auch nicht den Eindruck einer Bühne – wer eine Bewertung nach den klassischen audiophilen Kategorien sucht, der wird eventuell enttäuscht sein. Ein solches Herangehen würde aber einem Verstärker für unter hundert Euro auch keinesfalls gerecht!

Der erste Eindruck fällt positiv aus: Es ist weder Rauschen noch Brummen zu hören, der Verstärker hält im Leerlauf still. Das unterscheidet ihn schon mal angenehm von seiner mit Features überfrachteten Konkurrenz im unteren Preissegment. Der Klang ist gut, die  Bässe nicht abgrundtief aber deutlich, die Höhen klar, nicht schneidend, deutlich präsent. Einen Hauch zu dezent die Mitten, diese hätten etwas mehr Präsenz vertragen. Der Verstärker färbt kaum, könnte bei den Mitten aber ein wenig mehr vertragen und in den Höhen etwas neutraler abgestimmt sein. Das ist aber wirklich Jaulen auf hohem Niveau, zumal die Audioramas nun auch nicht Meister der Neutralität sind. Ich wundere mich selbst, das zu schreiben – aber ich muss festhalten: Man kann mit einem Invest von 59,- Euro recht ordentlich Musik hören!

Mohr_SV-50_rear

Ein wenig aus der Praxis: Der Verstärker hat für die Audioramas ausreichend Leistung. Wenn man die Werte dieser betrachtet (4 Ohm, 50 Watt Musikleistung, 45 – 26000 Hz), so ist klar , dass dieser Verstärker auch aktuelle Bookshelf-Boxen der 50-Watt-Klasse (8 Ohm) stressfrei befeuern dürfte. Ich hatte ja Sorge ob der Leistung eines modernen Verstärkers an den 4-Ohm-Boxen, aber bei mittlerer Lautstärke wird der SV-50 nicht mal handwarm. Leistungsreserven nach oben sind also da. Die Bedienung des Verstärkers ist einfach und selbsterklärend. Auch wenn die Knöpfe und Schalter aus Kunststoff sind – alles rastet präzise und lässt sich ohne merkliches Spiel bewegen. Zwei Features sollen aber nicht unangesprochen bleiben: Die frontseitige 3,5mm-Buchse ist echt angenehm. Mit einem passenden Kabel ist der MP3-Player oder das Handy schnell mit dem Verstärker verbunden – das ist einfach praktisch! In dieser Preisklasse auch nicht üblich ist der Kopfhörerausgang – den zu loben mir allerdings schwer fällt. Trotz der vergoldeten 6,3mm-Buchse und deren präziser Rastung kommt hier gerade für hochohmigere Kopfhörer einfach zu wenig Leistung raus. Die große Buchse lässt den Schluss zu, dass hier gute HiFi-Kophörer Anschluss finden – nun – der Anschluss funktioniert, aber man sollte schon wissen, dass hier ein 32-Ohm-Hörer ganz gut aufgehoben ist, der K701 mit seinen 2X60 Ohm ist schon rein leistungsmäßig hoffnungslos unterfordert. Auch hier wieder ein Switch durch die Klassen – aber wenn man bedenkt, dass Superlux für einen geringen zweistelligen Betrag schon mit 150-Ohm-Hörern aufwartet (“high preassure level” als geschlossener Kopfhörer – z.B. sowas), dann muss diese Bemerkung schon erlaubt sein.

Fazit: Der Mohr SV-50 ist ein  pfiffig designedter und solide gebauter einfacher Verstärker, der am Preis gemessen klanglich Seinesgleichen sucht. Die Leistung stimmt, die Haptik ist einwandfrei. Mit einem 250-Euro-Verstärker von Yamaha kann er es nun nicht ganz aufnehmen, mit seinen Konkurrenten bis 120,- auf jeden Fall. Die Konzentration auf das Wesentliche ist gelungen. Der Verstärker ist für die Zweitanlage in Küche, Essecke, Schlafzimmer oder im Kinder/Jugendzimmer prima und er kommt gut mit älteren 4-Ohm-Boxen klar, wenn die Leistung halbwegs harmoniert. Wer sehr viel mit Kopfhörern arbeitet, wird nur bedingt zufrieden gestellt. Auch ein Kopfhörerverstärker lässt sich nicht sinnvoll anschlieߟen. Ich halte den Mohr SV-50 im unteren Preissegment für den Geheimtipp. Eine Alternative auf dem Neugerätemarkt ist höchstens der X4-Tech A-1000, der aber selten für unter 100,- zu bekommen ist. Mehr Leistung und Klang für das Geld kann nur ein gutes Gebrauchtgerät bieten -  mit den bekannten Risiken. Wer mit seiner Anlage Aufnahmen machen will, kann mit dem SV-50 wenig anfangen, da ein Rec-Out-Zweig fehlt.

DVB-T wird weiter geschwächt.

April 19, 2013 Von: admin Kategorie: Allgemein, Telekommunikation 5 Kommentare →

Im Januar habe ich ja noch spekuliert, dass der Ausstieg der RTL-Gruppe aus der Verbreitungsart DVB-T eine echte Schwächung dieser Technik mit sich ziehen könnte. Genau das deutet sich jetzt an. Ich will auch ein paar Sätze darüber verlieren, welche Probleme das grundsätzlich nach sich zieht.

Teltarif berichtet, dass der RTL-Ausstieg aus der Verbreitungsform DVB-T nun einen “Dominoeffekt” nach sich zieht – der auch die Region Nürnberg treffen wird, denn der Meldung zufolge sollen hier nun auch die Sender Euronews, Channel 21 und Bibel TV die Segel streichen und die Verbreitung über Antenne einstellen. Am 1. August wird die Verbreitung der Sender der RTL-Gruppe via DVB-T auch im Ballungsraum München eingestellt, einen Zustand, den wir in Nürnberg bereits seit Ende 2010 kennen.

Ich mache jetzt, damit meine Bewertung dessen verständlicher wird, mal einen kleinen Exkurs zum Thema Digitalradio: Bevor es DAB+ gegeben hat, hatten wir seit Ende der 1990er Jahre schon den einfachen DAB-Radiostandard. Da von hat aber keiner Notiz genommen, denn DAB war zur damaligen Zeit echt suboptimal: Der Empfang war schlecht, meines Erachtens konnte sich DAB aber niegegen UKW behaupten, weil es nur wenige und unattraktive Sender im DAB gab. Das hat sich nun mit DAB+ deutlich geändert, damals aber brachte Digitalradio kein Bein auf den Boden. Nun zum digitalen Fernsehen: Das DVB-T überhaupt eine nennenswerte Verbreitung erfuhr, ist nach meinem Dafürhalten dem Umstand geschuldet, dass es nach einer zeitlich sehr engen Übergangsphase einen kalten switch off der analogen Programme über Antenne gab. Wer Terrestrik wollte, der musste sich eine Set-Top-Box kaufen – oder 24/7 Schneegestöber im Fernsehen gucken. Die Attraktivität von DVB-T war auch durch zusätzlich zu empfangende Programme gegeben. Bei uns gab es früher acht oder neun Sender über Antenne, mit DVB-T waren es zu Beginn weitüber 20 Sender. Ob die alle nun tolles Programm bringen oder nicht, ist erstmal egal – man hat die Auswahl. In den ländlichen Regionen, wo es nur drei Programme über Antenne zu sehen gab, brachte DVB-T immerhin ein Programmangebot von 12 öffentlich-rechtlichen Sendern mit sich.

Andersrum funktioniert das freilich auch: Je weniger Sender über eine Verbreitungsart empfangbar sind, desto unattraktiver ist diese, selbst wenn sie technisch ordentlich skaliert. Und wenn es dann auch noch Alternativen gibt, dann wankt irgendwann die ganze Plattform. Mit dem Weggang der RTL-Gruppe und dem Verschwinden der kleinen Sender – also dem, was Teltarif zu Recht als “Dominoeffekt” beschreibt, dünnt sich die Senderliste der Antennenversorgten schon deutlich aus. Und mit jedemweiteren Ausdünnen springen Zuschauer von der Plattform ab. Und so muss gefragt werden: Gibt es Kreise, die an einer Schwächung von DVB-T interessiert sind?  Wird DVB-T gerade “de-facto” demontiert (je weniger Nutzer, je weniger Sender, je weniger Geräte im Handel, je weniger Innovation, je weniger Nutzer, je weniger Sender…)?

Freilich, so mag man sagen, gibt es Alternativen: Der Kabelanschluss ist der letzte analoge Verbreitungsweg (es gibt noch viele Leute, denen es wurscht ist, ob das Bildsignal analog oder digital übertragen wird). Und ein Satellitenempfänger übertrumpft das Breitbandkabel hinsichtlich der Auswahl, Qualität und technischer Möglichkeiten um Welten. In Verbindung mit einem schnellen Internetanschluss bleiben hier keine Lücken. IP-TV ist technisch gesehen auch nicht unattraktiv – aber sauteuer! Und DVB-T hat andere Qualitäten: Die erste ist, dass DVB-T der einzige Standard ist, der Fernsehen ohne Bindung an irgendein Kabel zulässt – theoretisch ist Zimmerantennenempfang grundsätzlich möglich und praktisch wird das auch in besser versorgten Gebieten genutzt – zum Beispiel für Zweitgeräte in Hobbyraum, Schlafzimmer oder Jugendzimmer. DVB-T ist eine für den Zuschauer günstige Technik, die Anschaffungskosten für den Empfänger sind überschaubar, die Wartungskosten für die Antenne sehr gering. Vorhandene Antennenanlagen lassen sich oftmals mit geringen Modifikationen (wenn überhaupt) weiternutzen. Damit steht DVB-T auch Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung. Terrestrik ist für die Radio- und Fernsehgrundversorgung die Technik der Wahl. Mehr als 8 Prozent der Haushalte sehen in Bayern terrestrisch fern. Das sind – heruntergebrochen bei der für Bayern angenommenen Einwohnerzahl von 12,6 Millionen immer noch mindestens eine Million Zuschauer, die auf diesem Weg versorgt werden. Das in Zeiten dahinbröckelnder Werbebudgets RTL und Co. auf einen Gutteil dieser Zuschauer zu verzichten bereit ist, wundert mich sowieso; mir drängt sich sogar der Verdacht auf, dass es sich hier um ein Muskelspiel handelt – dumm nur, dass das auf dem Buckel der Zuschauer passiert.

Kurz – wir brauchen DVB-T…

  • für echten und unlimitierten Fernsehempfang
  • für Fernsehen an Orten, an denen aufwändige Installationen nicht möglich oder unwirtschaftlich sind.
  • zur Sicherung der Grundversorgung.
  • als low-cost Technik für Menschen mit wenig Geld.

Es ist eigentlich nicht hinnehmbar, dass Privatsender dieses wirklich wichtige Stück Infrastruktur in Gefahr bringen. Cui bono? Klar: Einigen Privaten mag ich durchaus das Interesse unterstellen, Zuschauer zum Wechsel auf Übertragungsarten zu “überreden”, auf denen niederschwellig auch Pay-TV realisierbar ist (und das ist hier halt IP-TV, Kabel und Sat). Das Spannende ist auch, dass sich damit freilich ein Wechsel vom maßgeblich werbefinanzierten Privat-TV hin zum Pay-TV andeutet – mit der Gefahr, dass auf diesem Pay TV dann doch Werbung gesendet werden wird (wenn die Gier mal wieder gar keine Grenzen kennt). Das “Opfer” könnte irgendwann DVB-T sein, denn derzeit ist Pay-TV der RTL-Gruppe via DVB-T nur in Stuttgart und Leipzig vorhanden, in der Fläche ist Pay-TV via DVB-T aber ohne jede Bedeutung. Die meisten Geräte sind auch gar nicht für die sog. Smartcards (die sich bei genauer Betrachtung als ziemlich dumme Karten erweisen – ich kann da nix smartes finden) vorbereitet und nur wegen der RTL-Gruppe wird kaum jemand sein Gerät tauschen. Insofern ist das bewusste Riskieren des “Dominoeffekts” schon einefreche Aktion.

Nun fallen in Nürnberg also drei weitere Sender unter den Tisch. Beim Shoppingkanal Channel 21 und dem evangelikalen Bibel TV kann ich das noch verschmerzen, Euronews ist ein von mir zwar selten gesehener aber guter und wertvoller Sender. Ich selber hätte mit dem Wegfall von RTL und Co. und den kleinen Sendern gar nicht das große Problem, weil sich auch bei uns der DVB-T-Empfang aufs Schlafzimmer beschränkt und ich diese Sender ohnehin nur selten gucke. Ich bin mir aber völlig bewusst, dass der Wegfall von RTL für viele einen Verlust darstellt. Das könnte den Dominoeffekt weiter verstärken – zumindest mittelfristig. Und selbst die öffentlich-rechtlichen Sender werden sich irgendwann fragen müssen, ob eine Verbreitungsart unter faktischem Ausschluss der Öffentlichkeit noch von Rundfunkgebühren finanziert werden kann.

Was kann man dagegen tun?`Einfach weiter DVB-T nutzen und sich nicht erpressen lassen.

Doch. Man braucht Digitalradio.

April 06, 2013 Von: admin Kategorie: Allgemein, Digitalradio Noch keine Kommentare →

Lieber Thomas Gerlach,

gerne folge ich Ihnen auf Twitter, gerne schaue ich in Ihr Blog. Die NN lese ich sowieso. Ich finde das, was Sie da machen gut – aber ich glaube fest, dass Sie sich mit Ihrem Blogpost “DAB-Radio? Braucht kein Mensch.” irren.

Lassen Sie mich zuerst mal zusammenfassen, was ich verstanden habe: DAB+ sei Ihrer Meinung nach obsolet, weil sich Audiostreaming auch über die Mobilfunknetze erledigen ließe, Flatrates und LTE sei es gedankt (oder stationär eben mit dem DSL). Weiterhin sei diese Technik auch im Auto verfügbar – und  dankt Streaming Media empfängt man zigtausende Sender aus aller Welt.

Das ist richtig – aber eben nur im Prinzip. Jetzt, da nur ein verschwindend geringer Teil der Radiohörer Streaming Audio nutzt, haben weder die Sender noch die Provider Bandbreitenprobleme. Wollte jeder , der heute UKW hört, das Programm via Streaming Audio “empfangen” — wir könnten weder telefonieren oder anständig im Internet surfen und ganz viele Interessierte Hörer empfingen Schweigen statt Programm.

Warum ist das so? Jeder Stream kostet dem Sender Bandbreite in Höhe der Bitrate und dem Provider ebenfalls. Daher haben Radiosender sog. Slots auf ihren Streamservern, wenn diese belegt sind, dann geht einfach nix mehr. Wenn man sich beliebte Programme wie z.B. Antenne Bayern oder Bayern 1 ansieht, dann haben diese nicht selten viele hunderttausend Hörer gleichzeitig. Das würde bedeuten, dass für jeden dieser Sender eben mal eine Million Slots geschaffen werden müsste. Das stemmen die Sender rein technisch kaum.

Nun aber zu den Providern: OMFG!! Ich gucke nur mal auf LTE. Hier ist eine Bandbreite von 100 MBit per Basisstation spezifiziert. In der Stadt mag das noch angehen, auf dem Land allerdings versorgt so eine Basestation oft Radien mehrerer Kilometer – und das in Gebieten, in denen DSL via Kupferkabel nicht verfügbar ist. Mit diesen 100 MBit soll dann aber auch noch telefoniert werden und im Internet will man damit surfen und am besten auch noch HD-Videos streamen. Kurz: Das wird nix. Wohlgemerkt: Die 100 MBit teilen sich alle – die hat nicht jeder für sich allein. Bei 3G sieht es noch dunkler aus. Nun gut, so könnte man sagen, das Problem entschärft sich, weil LTE ausdrücklich Multicast spezifiziert – aber bei Multicast kaskadieren im Zweifel auch Fehler. Ich persönlich schätze die Stabilität von Multicast auf terrestrischer Infrastruktur als nicht hinreichend stabil ein, um damit z.B. im Katastrophenfall die Bevölkerung zu warnen. Weiterhin werden die Provider kein gesteigertes Interesse an der Verbreitung von Streaming Audio haben, denn LTE spezifiziert nicht nur Multicast sondern auch unterschiedliche Hierarchieebenen – die via deep packet inspection realisiert wird. Streaming Audio ist heute eine eher unattraktive und trotzdem QoS-intensive Sache – will heißen: Die Provider müssen eine gute Infrastruktur vorhalten und bekommen dafür nicht viel Geld – selbst wenn die Netzneutralität kippt. 2010 hab ich mich schon mal mit Netzneutralität und LTE befasst, im Rahmen eines Podcasts. Wer das vertiefen will, kann sich den Ausschnitt ja mal anhören.

Radio wird immer noch gut genutzt: Man stelle sich vor, was mit unseren Netzen passieren würde, wenn wi alle Hörer von Bayern 1, Antenne, WDR2, Radio 88,8, Energy, KISS und wie sie alle heißen auf Streaming Audio umlegen wollten. Hinzu kommt, dass ich Ihrer Kostenargumentation nicht folgen kann. Für eine DSL-Flat zahle ich mindestens 20,- und für eine Mobilfunkflat, die gut genug ist, dass ich damit auch ausreichend Streaming Audio nutzen kann, mindestens nochmal einen Zwanni. Dazu kommt dann die GEZ-Zwangsabgabe der Rundfunkbeitrag. Ok, ich habe diese Flatrates – aber erklären Sie doch mal ihrer Oma, dass sie nun 40,- extra per Monat zahlen soll — um Radio hören zu können. Wollte man Ihre Idee nun auch noch aufs Fernsehen hochskalieren – wir bekämen ein Problem.

Die Vorteile von DAB+ kurz gefasst: Derzeit gibt es hier in Nürnberg eine Auswahl von über 40 Sendern in sehr guter Qualität terrestrisch – darunter sind auch die kleinen regionalen Privatsender wie N1 oder Radio Z. Die Empfänger werden immer billiger und der Empfang auch immer besser. Die Bedienung der Geräte ist oft einfacher als bei analogen Apparaten. Nicht zuletzt benötigt man keine Netzzugangstechnologien. Da DAB mit geringeren Sendeleistungen hinkommt als UKW oder gar Mittelwelle, ist die technische Verbreitung bei besserer Qualität oft billiger. Der “Bundesmuxx” ermöglicht Autofahrern das kontinuierliche Durchhören eines Senders – von Flensburg nach Garmisch.

Der Pferdefuß von DAB? Geschätzte 300 Millionen Empfänger wollen in Deutschland sukzessive getauscht werden. Das wird mit DAB schon schwer, wenn dann die Geräte über WLAN- Bluetooth oder andere Schnittstellen verfügen müssen, wird das echt kostspielig!

Herr Gerlach, ich in in der Tat der Meinung, dass Streaming Media noch keine Alternative ist.

Herzliche Grüße,

Michi

 

Frohe Ostern!

März 31, 2013 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Frohe Ostern

Die Kommentarfunktion sollte wieder funktionieren…

März 27, 2013 Von: admin Kategorie: Allgemein 2 Kommentare →

Da war hier im Blog doch glatt die Kommentarfunktion kaputt und ich habs nicht mal gemerkt!!

Danke Marco fürs Informieren. Nun sollte alles wieder funktionieren…

Kleine Rückschau.

März 22, 2013 Von: admin Kategorie: Allgemein 1 Kommentar →

So. Wie immer, wenn es mir an Zeit fehlt, schreibe ich über die letzten Tage in Stichpunkten.

  • Simon & Garfunkel sind mir ja ein Graus. Deren halbsteifes Geplätscher ist nicht nur wegen der mangelnden kompositorischen Schöpfungshöhe unerträglich sondern auch wegen ihrem grausigen Vortag. Musik für Tunten und Haschbrüder. Darum finde ich dieses Handfurz-Video mehr als treffend. Drüben bei Ronny.
  • Zypern. Mal kurz gefasst.
  • Zu Zypern: Jetzt ist wohl auch dem Dümmsten klar, wer die Zeche zahlt, wa? Aber weder Privatleute, Politik oder Unternehmen haben das wirklich begriffen und wursteln weiter wie bisher. Herzlichen Glückwunsch.
  • Pensionsfonds deutscher Beamter sind in zypriotischen Staatsanleihen angelegt? Meldet gerade der rbb im Fernsehen. Mich wundert gerade gar nix mehr.
  • soup.io ist igendwie schon den ganzen Abend down. Ist das gerade normal. Don´t panic? Don´t prokastinier.
  • Ey, die Telekom mal wieder! Das ist so ein Dammbruch!! Da reicht shitstormen nicht mehr, da hilft nur noch kündigen.
  • Ich hatte mal ernsthaft erwogen, mir eine D7000 zu kaufen. Ich hab es dann aber gelassen, weil mir zum einen das Geld fehlte und zum anderen, weil ich für die aufgerufenen Euronen gute 16 Megapixel dann doch etwas mager fand. Mir ist schon klar, dass viele Pixel nicht gleichbedeutend sind mit guter Bildqualität. Aber der Body kostet immer noch jenseits der 700er-Marke und da gehen 16 MPix nun wirklich nicht mehr. Das hat man wohl auch im Hause Nikon kapiert und legt nun mit der D7100er nach. 24 MPix ohne Tiefpassfilter. Kauf ich jetzt freilich noch nicht, zahle keine erly adoptors punishment fee. Aber gut zu wissen, dass die Lücke geschlossen wurde. Mal die nächste Photokina abwarten.
  • Oh, das S4 von Samsung wurde vorgestellt. Zahlreiche neue Funktionen, absolutes Luxus-Display, alles richtig chic. Nur: Wer braucht das? Wer ein S3 hat, kauft der dann sein S4? Vor einigen Monaten hab ich noch über die fehlenden echten Innovationen beim nun nicht mehr ganz so neuen iPhone geranted. Irgendwie bin ich versucht, das auch beim One und beim S4 zu tun. Ich habe ein altes One X, das hat einen Vierkernprozessor (!). Sowas hat mein Rechner unter dem Schreibtisch nicht! Wer soll das kaufen? Was hat man davon?
  • Ich will im Übrigen ein echtes Open-Source-Phone. Mit Performance. Dieses Android ist schon eine echte Taschenstasi. Ich zähle da sehr auf das Firefox OS.
  • Ich höre eigentlich kein Radio F, weil ich mit Oldies und Schlager recht wenig anfangen kann. Aber diese Woche habe ich eine Ausnahme gemacht – und wenn ich dran denke, mache ich die gerne nächste Woche wieder: Auf Radio F gibt es mittwochs von 19 Uhr bis 20 Uhr die Sendung “Vor Ort Spezial” – die Stadtratfraktionsvorsitzenden geben sich im BZ die Ehre, um aktuelle Themen zu diskutieren und F überträgt das. Der Moderator, Herr Moosberger, hat einen recht “eigenen” Stil, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Das ist mal wirklich Radio für Nürnberg! Auch über DAB+. Mehr Infos hier.

Streckt der SÖR die Waffen vor 5cm Neuschnee?

Januar 17, 2013 Von: admin Kategorie: Allgemein 1 Kommentar →

Ein Rant auf den SÖR? Wie originell. Das weiß ich selber, aber der Zorn muss raus. Und warum sollte so ein Blog nicht auch einmal der Seelenhygiene dienen.

Irgendwie rante ich jedes Jahr, hier habe es es mal mit einem Interview versucht, hier war ich gefrustet.

Der heutige Wintereinbruch kam nun wirklich nicht überraschend. Am Montag Abend fiel im Nürnberger Norden der erste leichte Eisregen, am Mittwoch Abend begann es schon ein wenig zu schneiden und auch der Wetterbericht von BR, NN und Wetterochs wussten von 5-10cm Neuschnee zu künden. Wir dürfen also nicht überrascht tun, auch der SÖR nicht. Was wir dafür heute frtüh auf den Straßen erleben mussten, war schlicht unmöglich. Um 8.30 Uhr war weder die Welserstraße noch die Äußere Bayreuther Straße geräumt oder gestreut. Die Oedenberger Str. und der Nordostbahnhof – eine Eisplatte.

Das inzwischen das Geld fehlt, während einer Winterperiode Nebenstraßen auch nur ein einziges Mal zu räumen, daran haben wir uns über die Jahre gewöhnt – in Johannis gleichermaßen wie in Schoppershof, Ziegelstein oder Rennweg. Das mittelgroße Straßen wie die Bessemerstraße oder am Klingenhof nicht mehr geräumt werden – wir sind ja leider bereits darauf eingestellt. Nun aber muss ich feststellen, dass selbst die Nürnberger Hauptverkehrsstraßen nicht mehr geräumt werden.

Heute morgen habe ich Radio Energy Nürnberg gehört – dort Warnungen vor Glätte überall. Überal? Nein, ein kleines gallisches Dorf namens Fürth hat schneefreie Straßen.

Warum kriegt es der SÖR inzwischen nicht mal mehr gebacken, die Nürnberger Hauptverkehrsstraßen bis um halb Neun zu räumen? Gut, Nürnberg hat – Delfinlagune, fahrerloser U-Bahn und einigem anderen Blödsinn mehr – über eine Milliarde Euro Schulden (Pro-Kopf-Verschuldung aus 2009 zum Vergleich – interessante Grafik, die ebenfalls Bände spricht), aber steuern wir nun wirklich auf britische Verhältnisse zu?

So geht es jedenfalls nicht weiter: Sanker, die sich vor dem Theresienkrankenhaus nicht gebremst kriegen, Auffahrunfälle, Schneckentempo auf den Hauptstraßen. 5cm Neuschnee und eine Stadt kriecht. Das kann doch nicht sein.

Rösler und GM.

Dezember 11, 2012 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Fipsi Rösler wirft GM “massive Managementfehler” vor.

Die scheißen sich in Detroit vor Angst gerade in die Hose. m(.

Welcher Blogger hat Lust auf Weiterbildung – Teil II

Dezember 11, 2012 Von: admin Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Vor guten drei Monaten rief ich hier im Blog auf, mich bei meiner Arbeit zu unterstützen: Ich lobte die Teilnahe an einem Seminar aus – gegen einen Bericht auf einem Blog. Wer sich für die Modalitäten der Aktion interessiert, der kann sie hier nachlesen.

Es dauerte nicht lange und schon hatte ich einige Anfragen, darunter die von meinem bloggenden Kollegen Ralph Stenzel aus der Nachbarschaft Fürth. Ralph hat am Seminar teilgenommen und einen detaillierten, erfrischend ehrlichen Bericht abgefasst und Ralph hat uns wertvolle Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Und so will ich Euch sein Werk nicht vorenthalten und fordere Euch auf, drüben beim zonebattler über den

Rollentausch

nachzulesen.

Für die GA hat sich die Aktion in zweifacher Hinsicht gelohnt – wir haben einen ehrlichen Bericht über einen Ausschnitt unserer Arbeit erhalten und das es sich bei diesem Artikel nicht um ein Gefälligkeitspost handelt, merkt man schnell. Ich hoffe für Ralph, dass auch er vom Seminar profitiert hat.  Und weil alles so gut gelaufen ist, gehen wir in die zweite Runde: Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Weiterbildung im ersten Quartal 2013? Dann, liebe Bloggerkollegen, haut in die Tasten (Kontaktdaten hier und im Post zur Aktion).

Zu verschenken: Canon LiDE 30-Scanner

November 16, 2012 Von: admin Kategorie: Allgemein 2 Kommentare →

Vor einigen Tagen habe ich diesen wunderbaren Scanner von einem Freund geschenkt bekommen – es handelt sich um einen A4-Flachbettscanner LiDE 30 von Canon. Ich hatte viele Jahre einen LiDE 20 im Einsatz, den ich innerhalb der Familie weitergegeben habe und so freute ich mich sehr über den “30er”-Zuwachs.

Die LiDEs sind eine vielverkaufte Scannerserie von Canon, waren sie doch mit die ersten, die LED-Beleuchtungstechnik bei Scannern in den Markt für Heimanwender brachten. Und der LIDE wird über USB nicht nur angeschlossen sondern auch mit Strom versorgt. Und das ist schon chic – denn hier spart man sich ein weiteres Netzteilund zusätzliches Kabekgebammel…

Zum Scanner selbst: 48 Bit Farbtiefe, 1200 X 2400 dpi, das ist auch heute für den Hausgebrauch noch echt in Ordnung. Seinerzeit (er wurde 2003/2004 gehandelt) waren für das Gerät 120,- Euro aufgerufen. Der Zustand ist gebraucht aber ok, auf der Aluverkleidung des Deckels sind zwei Dellen – keine Zierde aber das tut der Funktion keinen Abbruch.

Ich verschenke den Scanner an jemanden, der ihn gebrauchen kann (wenn ich ihn versenden muss, dann bitte ich um Portoersatz).

Hat die Sache einen Haken? Ja, hat sie: Der Scanner ist bei 64-Bit Systemen (Win 7 und Win 8) und mit dem aktuellen OS X Lion nicht benutzbar. Das liegt an der Treiberversorgung: Canon hat für diesen Scanner keine 64-Bit-Treiber. Nativ gibt es Treiber für XP und Vista, die sollten unter 32 Bit auch bei Win 7 ihren Dienst tun (was ich aber nicht getestet habe). Auch unter Win 7 Professional lässt sich mit der XP-Kompatibilitätskiste nichts machen, es hängt einfach mal an diesen verflixten 64 Bit… Wer den Scanner also haben will und ein 32-Bit-System fährt – sehr gerne! Wer ein 64-Bit-System hat, wird mit dem Teil nicht froh.

Nun noch ein paar Zeilen zum Thema Nachhaltigkeit: Ich bin ja stinksauer auf Canon! Der LiDE 100 oder 120 hat entsprechende Treiber, nur für diese alten 20er und 30er werden keine neuen Treiber zur Verfügung gestellt. Das ist schon echt armselig – man möge sich einfach einmal vor Augen halten, wie viele von diesen Dingern verkauft wurden… An jedem zweiten Uni-Arbeitsplatz und in jeder dritten Studentenbude verrichtete so ein Ding seinen Dienst. Und die sollen jetzt alle auf den Müll, obwohl die Auflösung dieser Geräte echt noch gut reicht? Das kann es ja nicht sein! Daher auch das Angebot hier: Der Scanner ist viel zu schade zum Wegschmeißen, diese LiDEs sind flott und liefern richtig gute Bilder. Es ist echt übel, dass wegen eingestellter Unterstützung solche Geräte unbrauchbar werden.