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AccuPower IQ-328. Ich bin begeistert.

Nachdem ich nun eine Bridge-Kamera habe, die mit handelsüblichen AA-Batterien betrieben werden will, musste ich mir Gedanken machen, welche Akkus ich nehmen möchte und welches Ladegerät sich anbietet. Das mit den Akkus war schnell geregelt, ich habe mir einmal von Ansmann Akkus mit hoher Kapazität gekauft und auf Reserve dann noch einen Satz von Golden Peak mit geringer Selbstentladung. Viel schwieriger ist die Entscheidung, welches Ladegerät man haben will. Klar ist das Voltcraft CM2020 vom Elektro-Conrad die unbestrittene Referenz, wenn es um Laden und Pflege von Standard-Akkus geht, aber für die 170 Euro, die für dieses Gerät aufgerufen werden, kann ich mir gleich ´ne neue Kamera kaufen.

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Für meine C- und D-Akkus habe ich bereits seit bald drei Jahren ein Powerline 5 LCD-Ladegerät in Gebrauch. Das ist zwar nicht richtig gut, aber zumindest hinreichend gut. C- und D-Batterien brauche ich verhältnismäßig selten und so habe ich mich entschlossen, wirklich nicht die hundert bis hundertsiebzig Euro für einen Profilader auszugeben, das Ladegerät zu behalten und mir eines der vielen prozessorgesteuerten Kleingeräte für AAA und AA-Akkus zu besorgen. Nach ausgiebigem Herumklicken ist meine Wahl auf das schon seit einigen Jahren auf dem Markt befindliche IQ-328 des österreichischen Herstellers AccuPower gefallen, das kostet 30,- Euro.

Warum habe ich mich genau für dieses Gerät entschieden? In dieser Geräteklasse gibt es eine Preisspanne von 25-50 Euro. Das Gerät von AccuPower bringt im Wesentlichen alle Features der Geräteklasse mit und verfügt über einen üppigen Ladestrom von 200 bis 1000 mA und als Feature einen Ladestrom von 1800 mA, wenn nur zwei Akkus eingelegt sind. Das es eine Einzelschachtüberwachung gibt, ist ein weiteres Feature. Dafür müsste man bei den Mitbewerben einen Fuffie abdrücken, das AccuPower kostet inklusive des Versands knappe 30,- Euro, ich betrachte das Gerät zwar nicht als Klassenprimus aber als Preis-Leiustungs-Gewinner bei meinem Vergleich.

Aus der Praxis: Das erste gelieferte Gerät war kaputt. Es tat sich gar nichts. Die Rückabwicklung lief problemlos, ich bestellte ein Ersatzgerät. Ist halt alles „Made in China“. Das zweite Gerät kam flott und funktioniert. Die Haptik von Gerät und Steckernetzteil ist gut. Was mir zudem gefällt ist das Display: Logisch aufgebaut und nicht hinterleuchtet. Ich schätze sehr, wenn solche Geräte kein Licht abgeben. Die Akkus sitzen fest, das Gerät selbst steht sicher – alles ist gut und sauber verarbeitet, man kann nicht meckern.

Das Display zeigt neben dem Betriebsmodus auch den (Ent)Ladestrom, die Kapazität und die Spannung des jeweiligen Akkus an – separat für jeden Ladeschacht. Das mag ich inzwischen sehr. Bei meinen anderen Ladegeräten hatte ich manchmal das Gefühl, dass eine Zelle etwas schlechter lädt, weniger lange durchhält,… – jetzt weiß ich das (und kann ggf. einen Refresh durchführen). Zudem wird auch die Ladezeit angezeigt.

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Im wesentlichen gibt es drei für mich interessante Betriebsmodi:

1. Laden: Man kann einen Ladestrom von bis 1 A vorwählen, das macht aus dem IQ-328 ein gutes Schnellladegerät. Wenn es drauf ankommt, dann lassen sich einige weitere Minuten sparen, indem man (allerdings nur zwei) Akkus mit 1,8 A lädt. Das wollte ich aber dem 2100er-Durschschnittsakku nicht dauerhaft antun. Trotzdem ist es gut, dass man sehr schell laden kann, wenn es darauf ankommt.

2. Entladen-Laden: Hier wird der Akku entladen und dann wieder vollständig aufgeladen. Das ist für mich ein must-have bei einem Ladegerät. Teilentladene Kameraakkus sollen für den nächsten Tag wieder die volle Leistung bringen, aber einfach „draufladen“ soll den Zellen nicht gut tun. Daher ist dieser Modus bei mir der meistgenutzte. Klappt prima und mit einem einstellbaren Entladestrom von 100 bis 500 mA ist das auch über Nacht erledigt. Der Clou kommt aber noch…

3. Refresh: Diese Funktion ist genial, braucht aber viel Zeit. Die eingelegten Akkus werden geladen und entladen, zwischendurch wird immer wieder die Kapazität gemessen. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Kapazität nicht mehr steigt. Man mag schon hinterfragen, was das mit der Haltbarkeit der Akkus auf Dauer tut, aber es funktioniert kurzfristig auf jeden Fall. Die Golden Peaks (geringe Selbstentladung, etwa ein Jahr alt, ca. 20 Zyklen) – und das ist das wirklich interessante – haben nach dem Treatment eine Kapazität von 2150mAh, die maximale vom Hersteller angegebene Kapazität beträgt nur 2050 mAh. Das hat mich dann schon beeindruckt. Um das zu erreichen, hat das IQ-328 aber auch satte zweieinhalb Tage an den Akkus herumgerödelt. Dennoch: So ein Refresh von Jahr zu Jahr rentiert sich. In meinem alten Funktelefon sind drei Panasonic NiCd-Akkus mit einer Kapazität von 800 mAh, die sind nicht mehr so richtig frisch. Ich will die nur ungern hergeben, weil sie erstaunlich lange durchgehalten haben und die Ladeelektronik des Telefons auf höhere Kapazitäten nicht ausgelegt zu sein scheint. Derzeit läuft der Refresh noch, ich bin auf das Ergebnis echt gespannt*. Die Refresh-Funktion ist toll, denn hier lässt sich Geld sparen und was für die Umwelt tun – die Akkus können einfach länger benutzt werden.

Dann gibt es noch eine Test-Betriebsart, bei der der Akku jeweils zweimal ent- und wieder geladen und am Ende die Kapazität ermittelt wird. Das habe ich bislang aber nur einmal gemacht, denn wenn ein Akku nicht ganz ok ist, merkt man das schon beim normalen Laden und dann ist eben entweder der Refresh fällig oder der Akku ist halt kaputt.

Und dann gibt es noch ein paar Besonderheiten „unter der Motorhaube“ – so sind die Akkus temperaturüberwacht – bei Überhitzung wird pausiert, bei wiederholter Überhitzung der betroffene Schacht abgeschaltet. Einzelschacht ist sowieso toll, denn ein Akku hat ja einen Eigenwiderstand, der bei Reihenschaltung selten sinnvoll berücksichtigt ist. Defekterkennung und Erhaltungsladung nach Beendigung des Ladevorgangs sind ebenfalls mit an Bord.

Für mich ist das IQ-328 das perfekte Ladegerät für AAA und AA-Akkus. Man möge dazu auch den Preis berücksichtigen, sind viele prozessorgesteuerte Ladegeräte doch erheblich teurer. Allerdings braucht man für seine C- und D-Akkus sowie seine Blockakkus immer noch ein zweites Ladegerät. Ich hätte mir das AccuPower-Gerät nicht gekauft, wenn ich nicht schon ein entsprechendes anderes Ladegerät besitzen würde.

* Die NiCd-Akkus haben nichts an Kapazität gewonnen, halten aber „gefühlt“ besser durch. Die LSDs (low self discharge) profitieren alle.

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