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Jahresrückblick 2011

Nun, es nähert sich das Jahresende mit Saufen und Knallen und ich will kurz und unprätentiös Rückschau auf das vergangene Jahr halten, hier und da auch ein paar persönliche Gedanken einstreuen und das Ganze soll in Stichpunkten passieren. Here we go:

  • Gerry Rafferty ist gestorben – einige gute Musiker werden ebenfalls in 2011 gehen, darunter der wunderbare Franz-Josef Degenhardt, Georg Kreisler oder Ludwig Hirsch.
  • Zu Beginn des Jahres gab es einige Revolutionen, unter anderem in Tunseien und Ägypten. Mit den Ausläufern der politischen Geschehnisse in Ägypten beschäftigen wir uns ja heute noch. Im Nachhinein konnten wir gerade am Beispiel Ägypten zweierlei lernen: Zum einen: Es war keine Facebook-Revolution, das wissen wir heute. Weiterhin versuchte die Regierung, die Proteste durch das Abstellen des Internets einzudämmen. Das hat nicht geklappt, denn wer online seinen Infornmationsbedarf nicht stillen kann, geht auf die Straße. Einige Aktivisten rund um Telecomix haben zur Sicherung des Informationsflusses ins Ausland weiterhin Modem-Telefoneinwahlknoten gebastelt und die Nummer per Telefax nach Ägypten kommuniziert. Hieraus ist ersichtlich, dass es in jedem Fall sinnvoll ist, alte Technik nicht wegzuschmeißen sondern sauber einzulagern.
  • Noch bevor uns Guttenberg mit seiner Doktorarbeitsposse belästigte, hatte er einern Skandal am Hacken, den er einfach weglächelte: Feldpost deutscher Soldaten aus Afghanistan wurde systematisch geöffnet, Datenträger wie SD-Karten oder USB-Sticks entnommen, damit auch ja niemand mitbekommt, was dort wirklich passiert. Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundesregierung auf die Grundrechte scheißt und es wird auch nicht das letzte Mal sein. Und dann hat der Guttenberg herumgelogen, dass sich die Balken biegen. Er habe nicht abgeschriebvebn, nein, dann ein bisschen doch… Guttenberg ist ein widerlicher Lügner, der bei seiner Dissertationsschrift gefälscht und betrogen hat, dass es dreister nicht mehr geht. In meinen Augen ist zu Guttenberg ein Verbrecher. Ein widerlicher, vermaledeiter Verbrecher, ein Lügner obendrein. Und erst gestern musste man von Seehofer hören, dass er ihm den Steigbügel für ein politisches Comeback hält. Ich halte fest: Seehofer und seine CSU schicken sich an, den Verbrecher wieder ins Amt zu hieven. Mittäter! Über den Witz, dass zu Guttenberg nun die EU hinsichtlich eines freien Internets beraten soll, äußere ich mich an dieser Stelle nicht.
  • Schon zu Beginn des Jahres hat sich der rbb-Sender Fritz nicht mit Ruhm beckleckert. Zum Jahresauskang ebenfalls nicht – sie haben KenFM abgesetzt, die Pfeifen. Jebsen verklagt nun den rbb, ich musste vor Schadenfreude hart lachen.
  • Seltsame Allianz: Nokia und Microsoft geben eine weitreichende Kooperation im Februar bekannt. Nokia kann gute Hardware, keine Frage. Symbian hat sich inzwischen zu einem echt guten System gemausert, lange genug hat es gedauert. Nun kommt Nokia und haut das auf dem Kopf, investiert in rottiges Windows-Phone. Gruselig. Zum Thema Handy kann weiterhin nur gesagt werden, dass das versprochene iPhone 5 ein leicht verbessertes iPhone 4 ist und auf den wenig spekakulären Namen „4S“ hört. Ein Umstig von 4 auf 4S rentiert eigentlich nicht, dennoch sind mir genug Leute bekannt, die für teuer Geld genau dies gemacht haben. Da hält sich mein Mitleid echt in Grenzen. Android läuft iOS den Rang ab. Gingerbread hakelt zwar ab und an noch, aber schon Honeycomb präsentiert sich als echt sinnvolles Betriebssystem. Ich bekomme mein erstes Android-Tablet und stelle fest, dass Android auch das iPad obsolot macht. Ich sehe harte Zeiten auf Apple zukommen.
  • Und wo ich es gerade von Apple habe: 2011 war mein „Befreiungsjahr“ – ich bin Apple-frei. Nach vielen, vielen Jahren. Das liegt noch nicht mal am im Kern mittlerweile zehn Jahre alten OS X (mit knapp vierzigjährigem UNIX drunter) sondern an der schwindenden Hardwarequalität der Macs. Ich habe an Computerhardware eigentlich keine hohen Ansprüche, bin ich mir doch bewusst, dass man so einen Computer nicht ewig hat, aber die Apple-Hardware ist inzwischen nicht mehr in der Lage, selbst meine geringen Ansprüchen an Qualität auch nur annähernd zu befriedigen. So habe ich mich im Jahre 2011 aller angenagter Äpfel entledigt. Gemessen am Preis der Macs habe ich mir zum Spottpreis ein Lenovo ThinkCentre gekauft. Das ist performanter als jeder Mac und kostet nicht einmal die Hälfte. Windows 7 ist zwar ein hässliches, aber auch stabiles Betriebssystem, das auch dem kleinen Rechnerchen richtig rennt. Ich muss mir in der Tat die Frage gefallen lassen, warum ich da nicht schon früher draufgekommen bin.
  • Von dem nationalen Cyberattackenabwehrzentrum hat man auch nix mehr gehört, wa?
  • Nochmal Handy: Das Blackberry-Experiment habe ich sofort abgebrochen, weil das Ding mir keine Dateinen jenseits der 2MB-Marke laden wollte. Eine Woche hatte ich das Ding, dann flog das fort, damit kann man ja nicht arbeiten. Als Ersatz kam dann im März ein E7. Das ist für meine Begriffe ein gutes Telefon mit sehr guter Hardware. Ich habe lange mit dem Update auf Symbian Anna gezögert, aber es hat sich rentiert.
  • März 2011: Der Super-GAU in Fukushima ereignet sich. Ich bin überzeugt, dass wir von dieser schweren Katastrophe immer noch nicht alles wissen. Was wir nun wissen, ist, dass sich im Katastrophenfall sog. Demokratien, hier Japan, nicht besser verhalten, als kommunistische Diktaturen. Wer die Lage ein wenig tiefer verstehen will und es nicht sowieso schon getan hat, der höre sich das Interview mit Dr. Pflugbeil an. Der Bundesregierung ist dann auch noch der nackte Arsch awuf Grundeis gegangen – der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg wurde beschlossen. Billiges wendehalsiges Manöver von der FDJ-Trulla Bundeskanzlerin. Nur billig. Gut, 2013 ist die FDJ-Trulla Kanzlerin abgewählt, solange schadet sie halt noch Deutschland und Europa.
  • Seiner Zeit eine sinnvolle Aktion, heute immer noch: Bust all Major Labels. Du hast Deine Webseite noch nicht Major-Proof gemacht? Hopp! Hopp! Ist nur eine Zeile Code!
  • Oh, ich habe mir im ausgehenen Jahr eine neue Kamera gekauft, eine X5. Die hat 99,- gekostet und ist damit günstig genug, dass man sie nicht hüten muss, wie seinen Augapfel. Macht anständige Bilder, 14 Megapixel ist auch nett. Und nun kommts: Die Kamera ist immer noch zu bekommen, einige Fujifilm-Modelle verwenden exakt diesen Body und bringen ein etwas ambitionierteres Objektiv mit. Liegt dann bei 120,- bis 150,- und das ist das Ding auch wert. Ich hate fest: Der Preisverfall bei diesen Bridgekameras ist auch gigantisch.
  • Das Ding mit den Chromebooks hat ganz offensichtlich nicht so optimal funktioniert. Dafür legt Amazon mit den Kindles und dem Tablet „Fire“ ordentlich zu.
  • Google+ wir gelauncht, kann aber noch nicht an Facebook heranreichen. Myspace wird verschleudert, die VZs verlieren massiv. Soviel zum Thema Social Media.
  • Katastrophales in Norwegen: Ein Neonazi, Breivik, wird zum Massenmörder, tötet 77 Menschen. In den Medien wird von einem „verwirrten Einzeltäter“ gesprochen.  Der Neonazi hinterlässt ein krudes Manifest, aus dem zweifelsfrei hervorgeht, dass einer der geistigen Väter des Massenmordes ein gewisser Hendyk M. Broder ist. Noch ahnt niemand, dass Deutschland seit zehn Jahren ein massives Problem mit rechtsextremen Terroranschlägen hat.
  • Digitalradio reloaded: Seit dem 1. August gibt es mit DAB+ in Deutschland neues terrestrisches Digitalradio. Es funktioniert aus dem Stand wunderbar. Die Verkaufszahlen der neuen Radios übertreffen die Erwartungen, Digitalradio wird aus dem Stand ein fulminanter Erfolg, schafft, was DAB in zehn Jahren nicht vermochte – innerhalb dreier Monate. Ich widme diesem wichtigen Thema im Blog eine eigene Kategorie.
  • Ausschreitungen in London. Die Ernte der neokonservativen Saat wird eingefahren. Hier gibt es dazu etwas vom wunderbaren Herrn Jebsen, der seinen Sendeplatz wegen Broder und Warbeck räumen musste.
  • Und schon wieder wird aus prallen Arschbacken auf unsere Grundrechte geschissen: Der Bundestrojaner ist geleakt und tut genau das, was ihm per höchstrichterlichem Buschluss (BVG) verboten wurde. Hier und hier kann man dazu lesen, hier ist ein interessantes Video vom 28c3.
  • Stöbele macht sich zum Volldepp.
  • Merkel ruiniert den Euro und Europa. Weil ihr das allein zu langweilig ist, lässt sie sich von Sarkozy sekundieren.
  • Währenddessen ruiniert die Bundesregierung die Gesundheitsreform. FDP und die schwarze Pest wollen angesichts gut gefüllter Kassen der GKV die Praxisgebühr „modifizieren“, Eintritt soll nun nicht im Quartal sondern vor jedem Arztbesuch gezahlt werden. In einem so reichen Land wie Deutschland ist die Lebenserwartung Arnmer übrigens deutlich niedriger als die Reicher. Diese Bundesregierung ist in meinen Augen nichts anderes als eine gemeingefährliche Verbrecherbande.
  • Wer Anfang des Jahres 1000,- Euro in Commerzbank-Aktion investiert hat, hält nun einen Gegenwert von etwa 300,- Ähnliches gilt für viele weitere „Werte“ sowie für Staatsanleihen Griechenlands. Sogar der Goldpreis fällt dieser Tage. Aber auch über´n Teich sieht es nicht rosig aus – die USA sind pleite, halten sich nur noch durch Rechentricks am Leben. Mein Mitleid hierüber hält sich auch hier in eng überschaubaren Grenzen. Ratingagenturen stufen halb Europa herab, vergessen dabei aber, dass das Land, auf dem sie sitzen, keinen Pfiffer mehr wert ist. Ich lache hart vor Schadenfreude. Der Kapitalismus wird sich doch nicht etwa selbst abschaffen?
  • „Dönermorde“ – so hieß die Mord-und Anschalgsserie bundesdeutscher Nazi-Terroristen. Hier gibt es eine Zusammenschau. Über Linksterror wurde viel im vergangenen Jahr gesprochen, die Autos in Berlin hat ein Einzeltäter angezündet. Von Linksterror kann selbst in der konservativen Presse keine Rede sein, weil es für solche Behauptungen schlicht keine Substanz gibt. Was es aber gibt ist ein Totalversagen der Landeskriminalämter und des sog. Verfassungsschutzes. Zig V-Männer hatte selbioger in der NPD, genutzt hat es gernau gar nichts. Was hier abläuft, ist eine nur durch weniges zu übertreffende Schande. Den Verfassungsschutz kann man nach diesem Totalversagen übrigens komplett abschreiben. Die Poliik stammelt. Es ist ein erbarmenwürdiges Trauerspiel.
  • Das Netz indes schlägt zurück. Es ist mittlerweile schon Tradition, dass Nazi-Klamottenwebshops anlässlich des Chaos Communication Congress aufgemacht werden. Braucht jemand Namen, Telefonnummern, Mail – und Postadressen von Nazis? Hier gibts was.
  • Wulff ist auch angezählt. Na, der kann auch noch im neuen Jahr zurücktreten.
  • Service: Sendetermine von „Dinner For One“ am heutigen Altjahresabend: 15:40 Uhr ARD, 17:35 Uhr NDR, 18:50 Uhr WDR, 19:00 Uhr SWR, MDR und BR, 19:05 Uhr rbb, 19:10 Uhr HR, 19:40 Uhr NDR, 23:35 Uhr NDR und 00:05 Uhr BR (via Twitter, mehrere Autoren).

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Euch ein erfolgreiches neues Jahr voller Glück und Gesundheit! Es gibt viel zu tun!

28c3: Der Staatstrojaner

Ich bin ja nicht auf dem 28c3, sondern verweile regelmäßig zwischen den Jahren in heimatlichen, fränkischen Gefilden. Umso mehr freue ich mich, dass es bereits jetzt ausgewählte Vorträge des Congress auf Youtube gibt.

Auf einen möchte ich hier ganz besonders hinweisen – der Vortrag zum Staatstrojaner (im ausgehenden Jahr war ja hier schon einiges dazu zu lesen).

Ich binde das hier mal mit ein. Viel Spaß beim gucken!

Frohe Weihnchten!

Allen Leserinnen und Lesern, Freundinnen und Freunden, Kommentatorinnen und Kommentatoren, Unterstützerinnen und Unterstützern, (Blogger)Kolleginnen und Kollegen wünsche ich ein

schönes, friedvolles und segensreiches

Weihnachtsfest!

Rotgrünfunk.

Kurz mal einen weglachen?

Der Bayernkurier (Kampfblatt der CSU) behauptet allen Ernstes, der Bayerische Rundfunk sei tendenzioös – mit Tendenz zu Rot-Grün.

Wer sich in Bayern die Welt aus Sicht von SPD und Grünen erklären lassen will, der kann SZ oder AZ lesen – oder die BR-Nachrichten einschalten. Man muss es so hart sagen: Der Bayerische Rundfunk, vor allem der Hörfunk, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Bayerischen Rotfunk entwickelt – genauer gesagt: zum Rot-Grün-Funk. (Quelle: Bayernkurier)

BWAHAHAHAHA!! BWAHAHA! HAHAHAHAHAHA!! Es kommt nicht oft vor, dass man derartig absurden Blödsinn lesen muss. Der BR ist durch und durch schwarz, liebe Redakteure des Bayerkuriers.

Wenn ihr das nicht glauben wollt, dann hört doch mal „Sonntags um 11“ mit Max Stocker auf B5. Das ist so schwarzbraun wie die Haselnuss, wenn Euch da keiner abgeht, dann weiß ich auch nicht. Rotfunk? Schwachsinn!! Aufs Bayerische Fernsehen will ich gar nicht erst eingehen…

Test: Der Elektro-Konvektor von Aldi-Süd (19. 12.2011)

Der Winter ist nicht so kalt, wie man das für diese Jahreszeit erwarten wollte. Elektrisch „zuheizen“ ist bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen also eigentlich noch nicht nötig, wer aber zu Weihnachten dennoch in wohliger Wärme sitzen möchte, hat dieser Tage vielleicht mit dem Gedanken gespielt, eine kleine elektrische Zusatzheizung anzuschaffen.

Besonders günstig geht das gerade bei Aldi Süd: Ab dem heutigen 19. Dezember ist dort eine kleine Elektroheizung, sie nennt sich „studio Elektro-Konvektor“ mit der Artikelnummer 34529 für knappe 25 Euro zu haben. Nun fragt sich freilich, ob das was taugt.

Wir haben den Konvektor gekauft, Weihnachten soll nicht nur im Herzen sondern auch in der Butze warm sein. Und auch einen warmen Südflügel (vulgo: unser Klo) hätten wir gerne zum Fest. Also schnell hin zu Aldi und das Ding gekauft.

Das Prinzip einer Konvektionsheizung ist recht schnell erklärt: Unten und oben kann Luft in die Heizung einströmen, kalte Luft ist „schwerer“ und sinkt zu Boden, warme Luft steigt nach oben. So zieht der Konvektor unten die kalte Luft an, erwärmt sie und aus der Heizung steigt warme Luft. Wird die warme Luft kalt, sinkt sie wieder zu Boden, wird erwärmt usw. So entsteht eine Luftzirkulation.

Das funktioniert auch mit dem Konvektorchen von Aldi – allerdings nicht ganz optimal. Um den Effekt der kleinen Elektroheizung ein wenig zu unterstützen, ist auch ein Gebläse eingebaut.

Zur Ausstattung ist zu sagen, dass das Heizgerät recht üppig ausgestattet daherkommt: Insgesamt drei Heizstufen sind vorwählbar, ein Thermostat ist mit an Bord und als echtes Feature ist auch eine mechanische 24-Stunden Zeitschaltuhr eingebaut (die sich allerdings mit der Intention, die Heizung nur unter Aufsicht laufen zu lassen, nicht hundertprozentig vertragen will).

Damit hat man etliche Einstellmöglichkeiten. Weiterhin ist ein kleines Gebläse zuschaltbar – ich finde nicht, dass es viel bringt und außerdem lärmt es.

Bevor nun geheizt werden kann, muss noch ein wenig montiert werden, wird der Konvektor hingestellt, so müssen zwei Kunststofffüßchen eingeschraubt werden, die Wandmontage ist auch möglich, entsprechende Winkel und weiteres Montagematerial ist vorhanden. Das Ding mit den Kunststofffüßchen ist eine sehr wackelige Angelegenheit. Gehalten werden diese jeweils mit zwei kurzen Schräubchen, die Füßchen wackeln auch dann, wenn man die kurzen Schrauben fest anzieht – das Ding steht, aber ein wenig schundig wirken die Füße dennoch.

Nach dieser recht einfachen Montage kann die Heizung eingeschaltet werden. Nach dem Einschalten haut es einem erst einmal einen bestialisch stinkenden Schwall Rauch in die Fresse, wohl ein Schutzmittel der Heizelemente, dass da verbrennt. Bei solchen Billiggeräten kennt man diesen Effekt – dennoch ich falle immer wieder darauf rein. Am besten, man lässt beim ersten Heizen das Fenster weit offen, denn das Gerät stinkt bei der ersten Inbetriebnahme  fürchterlich. Die Luft ist belastet, empfindliche Menschen bekommen von dem chemieähnlichen Gestank mit Sicherheit Kopfschmerzen.

Ich habe heute Abend einige Zeit mit dem Konvektor geheizt, der Gestank wurde weniger, ging aber nicht weg – man muss das Ding wohl etliche Stunden laufen lassen, bis sich der Gestank legt, das ist eigentlich ein nicht hinzunehmendes Manko. Mir ist schon klar, dass dieser Heizer verdammt billig ist, nichts desto trotz ist der Zweck einer solchen Heizung das Heizen und nicht das bestialische Herumstinken. Das hat Aldi wirklich verbockt. Ich kann deshalb gegen chemischen Gestank empfindlichen Menschen genau deshalb nicht zum Kauf zuraten. Wer Zeit hat und abwarten kann, der kann es mit dem Konvektor versuchen – denn das Heizen zumindest kleiner Räume funktioniert mit dem Gerät tatsächlich. Das mit dem Gebläse hat meines Erachtens auf die Heizwirkung keinen fühlbaren Einfluss, ob man das nutzt ist eher eine Frage des Geschmacks.

Insgesamt hält die Verarbeitung das, was man für die aufgerufenen knappen 25 Euro erwarten darf: Die Heizung ist aus dünnem Blech gearbeitet , viele Plastikteile sind vorhanden und der Korpus ist schlampig lackiert – das Gerät ist mit etwas über drei Kilo auch überraschend leicht, es erfüllt aber alles seinen Zweck.

Mit einer maximalen Leistungaufnahme von 2000 Watt kann man heizen, Wunder erwarten darf man allerdings nicht. Außerdem ist das elektrische Heizen eine durchaus kostspielige Angelegenheit. Geht man davon aus, dass eine Kilowattstunde Strom ca. 23 Cent kostet, liegt der Verbrauch bei einer einstündigen Benutzung unter Vollast bei 46 Cent. Heizt man einen Raum allein mit dieser kleinen Elektroheizung nur 5 Stunden täglich, gibt man 2,30 Euro aus – für einenm Raum wohlgemerkt. Wenn man das hochrechnet…

Wozu also so eine elektrische Konvektionsheizung? Im Ferienhaus macht so ein Gerätchen am Wochenende sicher Sinn, bei extremen Minusgraden kann das Zuheizen ein gutes Wohlbefinden schaffen, wenn der Heizkörper sich einmal ausgestunken hat. Dauerhaftes Heizen mit einem solchen Gerät ist unwirtschaftlich.

Günstig ein Home Cinema auf Röhrenbasis aufbauen – ein Konzept

Mit einem guten Freund habe ich dieser Tage eine interessante Diskussion geführt: Er will mit möglichst vorhandenen Komponenten und möglichst geringem Geldeinsatz mit Beamer ein Home Cinema errichten. Der Beamer und der DVD-Player ist vorhanden, Stereoreceiver und Boxen (aber von fragwürdiger Qualität) sind ebenso vorhanden, sollen m.E. nicht mehr zum Einsatz kommen. Nun könnte man freilichein Komplettsystem kaufen – Receiver mit Boxen, aber da hat man insbesondere bei Mittelklassegeräten hinsichtlich Leistung und Klang halt echt Kompromisse hinzunehmen. Als Effektgerät für DVDs reicht das in der Regel, ob man damit aber Musik hören will, steht auf einem anderen Blatt.

Nun gibt es aber auch eine andere, nicht ganz orthodoxe Herangehensweise an das Home-Cinema-Dolb-Digital-Problem: In der Theorie könnte man einen Dolby-DAC mit Preampfunktion kaufen und dann das verbleibende Geld in gute Endstufen und Boxen investieren.

Der Preamp

Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es hier im klassischen Rasterformat interessante Geräte, die den Job tun, von der technischen Entwicklungsstufe aber eher das End-90er-Niveau erreichen – dafür aber klanglich interessant sind. Als reines AC3-Gerät käme hier zum Beispiel der ROTEL RDA-980 in Frage – nur etwas olschool ist das schon. Es darf schon ein dts-zertifizierter Preamp sein, 5.1 sollte aber reichen. Interessanterweise gibt es sowas aber nicht nur aus der Mottenkiste sondern auch als Neugerät. Von den Specs her erfüllt die leider nicht ins Rastermaß passende Decoderstation 5 von Teufel die Anforderungen. Hier habe ich dreimal einen Analogeingsang einen 5.1-Ausgang und als digitale Eingänge jeweils 2x SPDIF und 2x Toslink. Diese kleine Box kommt mit Fernbedienung und ist füpr einen Straßenpreis von etwa 190 Euro zu haben. Der Anfang wäre also gemsacht.

Dieser DAC/Decoder/Pre ist eigentlich dafür gebaut, um ein Teufel-PC-Lautsprecherset zur Anlage zu pimpen, die Intention ist also der Anschluss von Aktivlautsprechern – aber es hindert einen ja niemand, interessante Endstufen nebst passenden Boxen damit zu betreiben. Und nun sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

Verstärker und Boxen – hier eine Budget-Variante mit Röhren

Es werden lediglich passende Verstärker und Boxen gebraucht und da kannman nun je nach Budget das Basteln anfangen oder was Fertiges kaufen oder aber auch entsprechende Gerätschaften „tunen“.

Ich beginne mal mit dem „tunen“: Etwas, was ich so realisieren ließe und out of the box nicht kaufbar ist, wäre das Tube Amp Home Theatre. In diesem Fall sprechen wir hier von einem hybriden Home-Theatre, denn das Teufels-Kistchen ist ja ne „Transe“. Dennoch – gerade kalter dts-Sound dürfte durch eine Röhrenverstärkung nur gewinnen. Um das Budget nicht zu sprengen und weil man beim Output des Teufels und dem, was da tonmäßig von Standard-DVDs nun auch nicht den High-End-Gipfel erwarten kann, tun es hier auch einfache, kleine Verstärkerchen. Wenn man 10 Watt an jedem Kanal liegen hat, dann ist für den Normalbetrieb echt mehr als ausreichend, damit kann man schon richtig Lärm machen. Ich denke, dass auch fünf Watt vollauf genügen (meine Röhrenmonos geben je 15 Watt maximal aus, die konnte ich noch NIE voll ausreizen weil ich entweder Angst um meine Lautsprecher habe und die Polizei längst vorher da ist).

Solch kleine Verstärkerchen sind überall zu haben. Der kleinste, den ich im unteren Segment gesehen habe, ist ein Marriola, der kostet pro Stück etwa 200,-, drei bräuchte man. Es geht für einen geringen Aufpreis aber auch noch einen Tacken besser – die geeigneten Gerätschaften kommen aus China. Derzeit befindet sich da ein Haufen Neuware am Markt – für Experimente scheint mir zum Beispiel der kleine Rivals interessant zu sein, weil hier zwei EL 34 ihr Werk tun. Und EL 34 bekommt man in hinreichender Qualität von JJ für knappe 15,- das Stück. Dieser Amp lädt wegen seiner Bestückung förmlich zu Experimenten ein.

RIVALS-Amp, Quelle: Luping Company

Dass man zu diesem Preis keinen anständigen Überträger etc. erwarten kann, versteht sich von selbst – aber hier geht es ja um ein kleines Home Theatre und nicht um die Hauptanlage. Diese chinesischen Röhrenverstärker werden sehr kontrovers diskutiert, mit einigen dieser Geräte durfte ich bereits Erfahrung sammeln und das Ergebnis, sofern es sich überhaupt pauschalieren lässt, fällt dahingehend aus, dass diese Geräte in der Regel vom Design her sehr klassisch und solide aufgebaut sind, die Verarbeitung sehr solide, die Röhrenbestückung aber nicht selten von zweifelhafter Qualität ist. Hier lässt sich aber – insbesondere an den Endröhren – etwa tun: Gerade die EL 34 ist in wirklich guter Qualität habbar, wird nach wie vor hergestellt und der Aufpreis fürs Matchen beträgt in der Regel nur wenige Euro und für den Techniker des Vertrauens ist die Neujustage des Ruhestroms kein Problem. Dem kann auch noch einmal dadurch entgegengewirkt werden, indem man Geräte mit Auto-Gain kauft, hier regelt der Verstärker dann auch Alterungsverluste und Schwankungen selbsttätig aus, beim vorgenannten Verstärker tut dies die Gleichrichterröhre 5Z4P, die sich als Shuguang-Fabrikat auch nachkaufen lässt (Preis um die 6 USD). Wer ein solches Chinagerät kauft, sollte es erst einmal kritisch hören, manch Chinaröhre ist erstaunlich gut, bei anderen bringt ein Tausch einen deutlichen Gewinn.

Nicht vergessen werden darf gerade bei einfachen Röhrenverstärkern, dass sie Lautsprecher mit einem guten „Wirkungsgrad“ benötigen. Man mag sich darüber streiten, aber bei einem Einfacheinsatz der EL 34 dürfen es meines Erachtens mindestens 92 dB sein. Da ist man bei der Wahl der entsprechenden Lautsprecher schon etwas eingeschränkt, aber auch nur etwas. Die DALIs (Dänemark), hier bieten auch die günstigen Modelle einem guten Klang, das Preis-Leistungsverhältnis ist hervorragend, knacken diesen Wert in der Regel und auch wer den Boxenbau mit guten Breitbändern probieren will (was für unser diskutiertes Setting gar nicht so abwegig ist) hat hier selten Probleme. Hier einfach mal beispielshalber ein „full range speaker“ von Fostex, nebst Boxenbauanleitung für einen Hornlautsprecher – wer gut mit Holz umgehen kann, kriegt auf diese Weise echt maximnalen Klang für minimales Budget – das Ding ist, wenn man gut verhandelt, für einen guten Hunderter das Stück käuflich – man muss halt Hörner mögen… Für den Woofer halte ich sowas für gut vorstellbar – hier muss man halt ein wenig tiefer in die Tasche greifen – bekommt dafür aber ein Chassis, dass man in den meisten kommerziellen Settings dieser Art in dieser Qualität kaum bekommen wird.

Wer keinen Bock auf Boxenselbstbau hat, kann sich ja nach passendem Fertiggerät umsehen. Mit dem Zensor 1 hat Dali zu einem Stückpreis von etwa 130 Euro ein attraktives Angebot am Start, der Zensor Vocal bietet einen echt wohnzimmertauglichen Center und passende Subwoofer findet man bei diesem Hersteller auch. Sollte das Budget hierfür gar nicht hinreichen, kann man sich auch einmal bei Mistral umsehen und kombinieren – Vertriebe gibt es sowohl in Deutschland wie auch Tschechien. Hier ist aber wirkungsgradtechnisch das untere Ende der Fahnenstange erreicht.

Warum schreibe ich das?

In der Diskussion behauptete ich, dass der Aufbau eines solchen Systems für 5000 Euro möglich sei – das funktioniert in der Tat – nur mit dem hier vorgeschlagenen Setting, unter Berücksichtigung aller Modifikationskosten mit drei Röhrenamps, Pre, Boxen und Verkabelung ist das mit etwas mehr als 2000 Euro möglich. Nun stellt sich die Frage ob das sinnvoll ist, denn nach diesem Vorschlag bekommt man hier selbstredend nicht „High End“ sondern gehobene Audio-Mittelkasse. Möglicherweise liefert ein sandbasiertes Set zu ähnlichem Preis „ähnliche“ Qualität. Was ist also gewonnen?

Fertig konfektionierte Sets sind mehrheitlich auf imposante Basswiedergabe und schneidende Höhen hindesigned. Das bringt grandiose Effekte, in aller Regel aber auch eine undifferenzierte Musik- und zweifelhafte Sprachwidergabe. Ich gehe davon aus, dass es immer noch Menschen mit anderen Hörgewohnheiten gibt, denen ein differenziertes Klangbild und eine transparente Darbietung wichtig sind. Ich komme nicht umhin zu sagen, dass hier auch Röhren nicht das Maß aller Dinge sind – ihre Charakteristik – auch mit einfachem Schaltungsdesign – kommen dem Wunsch nach Ausgewogenheit und Wärme dennoch sehr entgegen. Es gibt meines Wissens jedoch im Europavertrieb kein out-of-the-box „Tube Home Theatre“. Der Markt würde das per se auch nicht annehmen, denn im Prinzip ist das vorgeschlagene Konzept eine Mogelpackung: Das Böxchen von Teufel liefert zur Vorverstärkung klassischen Sand – hier ist nix mit Röhre, man fährt dieses Setting also „hybrid“. Das soll der Sache aber keinen Abbruch tun, denn der durchaus harte Digitalklang – der bei vielen DVDs sowieso eher suboptimal ist“, kann durch sanfte Röhrenbehandlung nur gewinnen. Auch die Leistungsfähigkeit wird gemeinhin unterschätzt – der EL 34-Sound hat genug Wumms, um auch beim Blockbuster made in Hollywood nicht alt auszusehen.

Das vorgenannte Konzept hat zudem noch Optimierungspotenzial: Ich gehe davon aus, dass die Kanaltrennung der Rivals nicht zu 100% optimal ist. Das Spiel bei den Front- und Rear-Kanälen praktisch keine Rolle, der Subwoofer und der Center teilen sich aber einen Verstärker und hier kann theoretisch eine Kanalübersprechung richtig stressen. Um hier richtig sauber zu arbeiten, können hier jeweils zwei Monoblöcke Einsatz finden, das würde das Budget aber zusätzlich nicht unerheblich belasten.

In beiden Varianten gilt es, Kompromisse hinzunehmen. Soll es wirklich Mehrkanal sein und soll dieser Mehrkanalton nicht von der Stange kommen, ließe sich vorgenanntes Konzept aber durchaus einmal überdenken.